tonystark

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  1. Mal ganz grundsätzlich zu deiner Kernfrage: Bezüglich praktisch sämtlicher Persönlichkeitsmerkmale kann man aus psychologischer bzw. neurobiologischer Sicht grob davon ausgehen, dass die individuelle Ausprägung genetisch in Form einer gewissen Bandbreite determiniert ist. Sprich: Es gibt - vorausgesetzt, die Gesundheit bleibt erhalten - einen unteren und oberen Schwellenwert und irgendwo innerhalb dieser Begrenzungen manifestiert sich letztlich das jeweilige Merkmal. Wo genau, das ist abhängig von externen Einflüssen (Kindheit und Elternhaus, Einflüsse von Peergroups, Schicksalsschläge usw.) sowie vom eigenen Zutun (in welche Situationen begebe ich mich, wie ist meine Wertehaltung, wie gehe ich mit Niederlagen um, welche Ziele und Motive entwickle ich, etc.). Wenn du also fragst "Ist es möglich, "maskuliner" zu werden?", dann ist die Antwort: Grundsätzlich ja, allerdings innerhalb der natürlichen Limitierungen (welche du aber nicht kennst und erst dadurch erfährst, dass du dich auf diese Limitierungen zubewegst). Einschränkend ist natürlich noch anzumerken, dass die meisten Charaktermerkmale sich auch situationsspezifisch stark wandeln können. Wer im Beruf den "Alphamann" verkörpert, muss das noch lange nicht im privaten Kontext tun. Wer gegenüber männlichen Freunden schlagfertig und dominant auftritt, kann angesichts einer attraktiven Frau trotzdem zum schüchternen Jungen mutieren... Soviel zur Theorie. Um jetzt an dir zu arbeiten, müsstest du erst einmal genauer definieren, was DU genau unter gesteigerter Maskulinität verstehst, d. h. das Konstrukt auf spezifische Aspekte herunterbrechen, die für dich persönlich wichtig sind und die du zielgerichtet angehen kannst. Auch wenn es innerhalb einer vorgegebenen Kultur einen - schwammigen! - Grundkonsens darüber geben mag, was Maskulinität oder Feminität typischerweise auszeichnen, ist natürlich nicht davon auszugehen, dass du persönlich mit jedem Einzelaspekt übereinstimmst und erst recht nicht, dass jeder dieser Aspekte für dich gleichermaßen erstrebenswert und/oder erreichbar erscheint. Wenn du ein maskulineres Äußeres haben willst, kannst du Muskeln aufbauen (und ggf. Fett abbauen), mit verschiedenen Frisuren/Bärten experimentieren, dir einen "maskulineren", ggf. auch stereotypen Kleidungsstil aneignen etc. Wenn du disziplinierter, zielstrebiger werden willst, kannst du das erreichen, indem du dir eben Ziele setzt und dafür kämpfst, diese umzusetzen, indem du die Erreichung deiner Ziele überwachst, Prokrastination abbaust und Willensstärke trainierst. Willst du Führungsstärke im Alltag oder im Beruf trainieren, kannst du dich gezielt Situationen aussetzen, die genau das erfordern (bspw. eine Gruppe/ein Projekt leiten oder eben im freundschaftlichen Rahmen / in bezug auf Frauen vermehrt danach strebst, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen etc.). Willst du Mut/Abenteuer ausstrahlen, kannst du dir eben entsprechende Hobbys suchen oder dich gezielt Situationen stellen, vor denen du Angst hast und die Überwindung kosten (Kampfsport treiben, Motorrad fahren, Snowboarden, Parkour laufen, vor Publikum sprechen lernen, "Verrücktes" wagen usw.)... Willst du Macht ausstrahlen, könntest du dich verstärkt deinem beruflichen (materiellen) Erfolg verschreiben, ggf. politisch tätig werden oder im sexuellen Rahmen eben auch deine Dominanz erproben (ohne dass das gleich in den BDSM-Bereich übergehen muss)... Sind natürlich alles nur Beispiele, aber sie zeigen, dass es grundsätzlich eine Menge gibt, was du tun könntest. Und egal, welchen Aspekt du dir aussuchst, du kannst dir fast sicher sein, dass dazu mindestens 20 Bücher existieren, die dir mehr oder weniger sinnvolle und hilfreiche Tips und Strategien an die Hand geben, um dein Ziel zu erreichen... Was ich mich allerdings frage (und was du dich vor allem selbst fragen solltest): Warum möchtest du männlicher wirken? Also hast du wirklich eine persönliche Vorliebe für "sehr feminine Frauen" und möchtest eben alles dafür tun, um diese anzuziehen indem du einen komplementären Charakter entwickelst? Und wenn ja: Genügt dir das als Ansporn um all die Anstrengung einer persönlichen Veränderung längerfristig auf dich zu nehmen (denn klar ist: leicht wird das nicht und es wird auch nicht schnell gehen)? Was für andere Bedürfnisse oder Werte könnten dich ggf. noch motivieren um langfristig bei der Stange zu bleiben? Oder bist du vielleicht in Wahrheit ganz zufrieden mit "maskulineren" Frauen - aber durch PU, Werbung, Instagram und Co. wurde dir ein Männlichkeitsideal (und analog dazu ein Weiblichkeitsideal) eingetrichtert, an dem du dich bzw. deine Partnerinnen nun unbedingt messen willst (obwohl das gar nicht so sehr deinem inneren Bedürfnis entspricht)? In dem Fall solltest du dich fragen, ob es dich nicht zufriedener machen würde, wenn du stattdessen eher an deiner Selbstakzeptanz und deinem Selbstwertgefühl arbeitest, also quasi lernst zu dir und deiner Art (und der Art der Frauen, die du augenscheinlich anziehst) zu stehen. Dich also von der tatsächlichen oder nur gefühlten negativen Beurteilung durch andere emanzipierst... Gibt sicher für beides gute Gründe, aber welchen Weg du auch wählst, er sollte aus innerer Überzeugung geschehen. Es ist dein Leben und du musst letzlich mit dem Leben zufrieden sein, das du führst.
  2. Bin jetzt wahrlich kein Verhandlungsexperte, schon gar nicht für Grundstücke und Immobilien. Aber hältst du es wirklich für klug, gleich a) dein ganzes Pulver zu verschießen, indem du alle Argumente auf den Tisch bringst und b) selbst den ersten Schritt zu tun, was die Vorgabe eines Verhandlungswertes bzw. -spielrahmens betrifft? Da ihr nichts über seine Interessen, Motive und eventuelle Finanznöte wisst, erscheint es mir klüger, erst einmal ganz grundsätzlich abzuklopfen, ob überhaupt Interesse an einem Verkauf besteht. Und (sofern das gegeben ist) ihn dann nach einem möglichen Verkaufspreis zu fragen... Nur, wenn er jetzt den Ball zurückspielt, würde ich einen (eher niedrig angesetzten) Preisvorschlag ins Spiel bringen. Oder wenn er eben selbst mit einem Vorschlag kommt, ein Gegenangebot machen und an dieser Stelle ggf. ein, zwei Argumente fallen lassen um das zu begründen... Wobei mir deine genannten "Treiber" als Argumente größtenteils fragwürdig erscheinen... #1: Ist völlig wertlos, solange kein gesteigertes Verkaufsinteresse seinerseits besteht (was du offenkundig gar nicht wissen kannst). Würdest du mir (vor allem gleich zu Anfang) mit so einem Argument kommen, käme ich mir persönlich verarscht vor, bzw. würde es sogar als dreist empfinden... "Hey, ich will dir gerne XY abkaufen. Aber wage es bloß nicht, zu viel dafür zu verlangen. Ich bin schließlich der einzige, der dir Geld dafür bieten würde!!!!Einseinself" #2 Erscheint mir schon besser (wenn glaubwürdig vorgetragen und ehrlich gemeint). Aber eher so ne Art letzte Option, wenn zwischen seinem Wunschpreis und der eigenen Schmerzgrenze noch eine Differenz besteht [bzw. wenn man den verlangten Preis zwar zahlen würde, aber trotzdem noch versuchen will, ihn weiter zu drücken... Führt das zu keinem Erfolg, kann man ja immer noch sagen "Ich habe es mir noch mal überlegt und bin nun doch bereit, XY zu zahlen] #3 Kann man evtl. verwenden, aber sehr vorsichtig damit sein. Soll ihn ja auf keinen Fall bloßstellen und/oder gönnerhaft rüberkommen ("Wir wissen doch beide, dass du Geldsorgen hast, jetzt verkauf uns das Grundstück schon und sei gefälligst dankbar dafür"). Aber wenn man es vorsichtig formuliert, könnte es nen Versuch wert sein. Andererseits wird er selbst am besten um seine finanzielle Situation wissen und dafür braucht es wahrscheinlich keinen weiteren Hinweis. Dazu ist auch noch zu bedenken: Du schreibst, er hat die Wohnungen inkl. Grundstück vermietet. Je nachdem, wie die Mietverträge ausgestaltet sind (Gartennutzung etc.), könnte ein Verkauf sogar rechtlich schwierig sein bzw. mögliche Mietminderungen zur Folge haben, die im Verkaufspreis zu berücksichtigen wären. #4 Verstehe ich nicht. Kannst du das näher erläutern? Ansonsten fällt mir noch ein ganz pragmatisches Argument ein: Weniger Grundstück für ihn bedeutet weniger Arbeit bzgl. Gartenpflege bzw. Reinigung/Winterdienst. Ist jetzt aber auch nicht das Mega-Totschlagargument. Was die Höhe eines vernünftigen Preises (bzw. eines angemessenen Abschlags vom Marktwert) betrifft, kann ich dir keinen Rat geben. Aber grundsätzlich würde ich, bevor ich in eine Verhandlung gehe, für mich persönlich einen Verhandlungskorridor festlegen, d. h. (realistisches) Optimum und absolute Schmerzgrenze definieren. Dann wie oben angedeutet, möglichst ihn mit einem Vorschlag kommen lassen und erst im dritten Schritt schauen, inwieweit sich dieser mit meinem Verhandlungsrahmen deckt und dann ggf. Argumente anbringen um ihn herunterzuhandeln... Viel Erfolg!
  3. Du meinst: Was, wenn gar nicht du uns trollst, sondern diese schrumpelige, etwas exzentrische Kartoffel, die du vor nem Jahr gegessen hast und die nun in dir weiterlebt und durch dich zu uns spricht?
  4. Da du keine konkrete Frage gestellt hast, anworte ich mal in Stichpunkten, was mir dazu so einfällt... Aber ich sehe das ähnlich wie meine Vorredner. 1) Von Alkohol würde ich an deiner Stelle aufgrund deiner Erkrankung eher Abstand nehmen... Spätestens Alkohol in Kombination mit Neuroleptika sind aber eine ganz schlechte Idee! Dürfte auch auf jedem Beipackzettel so stehen. Das solltest du als möglichen alternativen Lebensentwurf also besser wieder vergessen. 2) Neuroleptika besser nicht auf eigene Faust absetzen! So sehr ich auch nachvollziehen kann, dass du diese Medikamente aufgrund ihrer möglichen Nebenwirkungen nur sehr ungern einnimmst: Bitte unbedingt mit dem behandelnden Psychiater besprechen. Oft geht ein abruptes Absetzen mit einem deutlich erhöhten Rückfallrisiko bspw. eines psychotischen Schubes einher, was durch ein langsames Ausschleichen der Medikation minimiert werden kann… 3) Gegenüber dem behandelnden Psychiater ruhig offen sein und den Wunsch nach dem Absetzen kommunizieren und begründen (solange keine Selbst- oder Fremdgefährdung besteht, kann er dich nicht zur Einnahme zwingen). Mit dem Psychiater kannst du auch offen über mögliche Alternativen sprechen (und wenn nicht, steht es dir frei, dir einen anderen zu suchen): Möglicherweise existieren auch nebenwirkungsärmere Alternativen oder es können zur Reduzierung der Nebenwirkungen geringere Dosierungen versucht werden. Trotzdem gilt natürlich (leider) der Grundsatz: Was wirkt, hat auch Nebenwirkungen. Hier musst du letzten Endes selbst abwägen, ob die Erkrankung selbst oder die Nebenwirkungen einer Behandlung für dich persönlich schwerer wiegen. Wenn du dich auch nach einem aufklärenden Gespräch weiterhin gegen Medikamente entscheidest, ist es leider – je nach Art und Ausprägung deines Krankheitsbildes nicht unwahrscheinlich, dass du dich von den Vorstellungen, ein „normales“ (oder noch schlimmer: ein "perfektes") Leben zu führen, ein Stück weit verabschieden musst. Ich kann verstehen, dass das zum Teil an dir nagt – aber es ist nun einmal nicht jeder von uns dazu auserkoren, das „perfekte Instagram-Leben“ führen. Genau genommen können das nur die allerwenigsten und selbst bei den wenigen Auserwählten ist es fraglich, ob hinter der Fassade alles so rosig ist wie es nach außen scheint… Um PU-Literatur, Foren usw. würde ich erst einmal einen weiten Bogen machen (zumindest solange du nicht stabil genug bist, um überhaupt "rauszugehen"). Nicht nur sind viele der hier angepriesenen Tips und Ratschläge schon grundsätzlich fraglich (erst Recht bei vorliegenden einer ernsten psychischen Erkrankung) sondern hier wird eben auch implizit die Eroberung von vielen Frauen („der Carlos-Lifestyle“) als das seligmachende Nonplusultra angepriesen, nach dem wir alle streben sollten. Wenn das aber aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht einmal ansatzweies möglich ist, quälst du dich damit nur unnötig selbst. An deiner Stelle würde ich mich eher nach Büchern umsehen, die fachlich kompetent darauf eingehen, wie dir auch trotz deines spezifischen Handycaps ein erfülltes Leben gelingen kann (Psychologische Ratgeber und/oder Bücher von Betroffenen). Dazu wäre es allerdings ratsam, die exakte Diagnose zu kennen und darauf zugeschnittene Literatur zu suchen. Ergänzend dürfte sich auch alles empfehlen was mit dem Thema Resilienz zu tun hat (also die Fähigkeit, sich von den Tiefschlägen des Schicksals - wie es eine Psychose zweifellos ist - nicht unterkriegen zu lassen)… Je nach spezifischem Krankheitsbild ist es auch möglich, im Rahmen von Psychotherapie bzw. Psychoedukation eine gewisse Symptomlinderung zu erfahren. In jedem Fall könnte eine Psychotherapie dir aber eine sinnvolle Unterstützung bieten. Einerseits um Strategien zum Umgang mit der Krankheit zu entwickeln und deinen Selbstwert zu stärken. Andererseits um zu genau solchen Sorgen und Nöten, wie du sie hier im Forum teilst, ein fundiertes Feedback einzuholen, in dem deine Erkrankung fachmännische Berücksichtigung findet. Der Therapeut (der idealerweise auch dein Psychiater ist oder mit dem behandelnden Psychiater zumindest in engem Austausch steht) wird dir eher sagen können, was für dich „möglich ist“ und wo du krankheitsbedingt an deine Grenzen stößt (jeweils mit oder ohne Medikamenteneinnahme). 4) Und dann noch ganz kurz ganz grundsätzlich zum Punkt „Jedoch ist mein Status im arsch, bin nichtmehr der Krasse Säufertyp mit vielen Kollegen. Eher der einsame Wolf.“ Irgendwann (meist gegen Ende 20, Anfang 30) ist für die meisten Leute "der krasse Säufertyp" ohenhin nicht mehr das Paradebeispiel für einen Mann von hohem Status. Klar kommt es immer gut an, Leute zu kennen, kein Stubenhocker zu sein usw. Aber ein entspannter Abend in einer Bar, mit Freunden essen gehen o. ä. können durchaus zu attraktiven Alternativen werden. Deine Freundin befindet sich aufgrund Ihres deutlich jüngeren Alters sehr wahrscheinlich noch in einer anderen Lebensphase, weshalb es ihr nicht zu verübeln ist, dass sie noch eher den Drang nach Action verspürt… Aber findet ihr ja auch Unternehmungen, die euch beiden Spaß machen und die für deine Lebensphase und -situation passender sind als lange, alkoholreiche Partynächte. Soweit ich das hier herauslese, ist vermutlich aber auch dafür medikamentöse und/oder therapeutische Unterstützung nötig.
  5. Verstehe den Sinn dieses Threads ehrlich gesagt nicht wirklich. Hast du selbst positive Erfahrung mit einer Psychoanalyse gemacht, über die du hier berichten möchtest? Andernfalls ist das m. E. nichts Anderes als "Hey, wenn ihr euch krank fühlt: Geht doch mal zum Arzt! Kann sein, dass er Diabetes Typ II feststellt, die sich z. B. durch langfristige Fehlernährung und Bewegungsmangel entwickeln kann. Gemeinsam mit dem Arzt können die damit einhergehenden Symptome dann durch Gabe von Medikamenten und eine Umstellung der Lebensweise deutlich verbessert werden."... Davon abgesehen ist das Freud'sche Phasenmodell empirisch kaum haltbar und wird m. W. (hier kann ich irren) auch in der modernen Psychoanalyse so nicht mehr verwendet. Richtig ist, dass die Psychoanalyse eine kleine Renessaince erlebt, weil ihr zunehmend eine hohe und v. a. langfristige Wirksamkeit bei bestimmten psychologischen Beschwerdebildern bescheinigt wird. Wobei auch diese Studien schwer zu beurteilen sind, da sich die Wirksamkeit dieser Therapieform aufgrund ihrer langen Dauer kaum gegenüber einer entsprechenden Kontrollgruppe i. S. d. Goldstandards überprüfen lässt und weil sich die Teilnehmer an psychoanalytischen Therapien strukturell i. d. R. deutlich von denen bspw. der KVT unterscheiden (im Durchschnitt höherer Bildungsstand, weniger Medikamenteneinnahme etc.)... Dazu muss man abwägen, ob eine derart langfristige und (entweder für den Patienten oder eben die gesetzlichen Krankenkassen) auch teure Therapie im Einzelfall gegenüber einer deutlich kürzeren Therapieform rechtfertigen lässt. Einfach mal ins Blaue hinein bei völlig unspezifischer Symptomatik ("Probleme mit Frauen", "Kastrationsängste", "Wiederholungszwang") zu einer Therapie zu raten, weil Freud ein sympathischer Kerl war, weil es die Kassen es ja sowieso bezahlen und weil es womöglich bei der Persönlichkeitsentwicklung™ helfen könnte, halte ich für fragwürdig.
  6. Und wo finden die feministischen Orgien im heutigen Deutschland statt? Auch wenn ich politisch nicht übereinstimme, würde ich schon ganz gern zuschauen...
  7. Jetzt mach's doch nicht unnötig kompliziert. Der undekadente Herr Erdogan macht uns doch gerade vor, wie man einen Staat zu Grunde richtet zur Weltherrschaft führt. Memo an mich: Besser keinen Türkeiurlaub in naher Zukunft planen.
  8. Gleichstellung (nicht: Gleichberechtigung!) bedeutet aber nun einmal nichts anderes als Bevorzugung von Frauen. Gleichberechtigung heißt: Frauen sollen wählen gehen dürfen (genauso wie Männer), sie sollen Berufe ausüben dürfen und Konten eröffnen können ohne den Ehemann um Erlaubnis zu fragen, sie sollen über ihren Bildungsweg frei entscheiden können etc. Niemand mit halbwegs gesundem Menschenverstand möchte das rückgängig machen (habe ich auch in diesem Forum bisher so nicht lesen können, obwohl der gesunde Menschenverstand hier nicht bei jedem gegeben zu sein scheint). Gleichstellung heißt aber: Ungleiche Dinge sollen zum gleichen Ergebnis führen. Stichwort: Frauenquoten in unternehmerischen Führungsetagen oder in politischen Spitzenämtern (obwohl die Karriereambitionen, das parteipolitische Engagement, die Lebensarbeitszeit usw. im Durchschnitt (!) bei Frauen geringer ausgeprägt sind). Analog das leidige Thema Gender-Pay-Gap... Obwohl Frauen nunmal häufiger Karriereunterbrechungen durch Elternzeit haben, soziale Berufe wählen, in Teilzeit arbeiten etc. sollen sie im Durchschnitt ebensoviel verdienen wie Männer. Das ist als Forderung in dieser Form erst einmal absurd und suggeriert das völlig falsche Bild, dass Frauen hier strukturell diskriminiert würden. Ich wäre grundsätzlich auch dafür, dass z. B. Pflegeberufe besser bezahlt werden, aber die Frage ist halt wie soll das finanziert werden? Sie bringen nunmal keinen direkten monetären Gewinn wie es in der freien Wirtschaft der Fall ist... Man kann hier zu Recht darüber debattieren, ob man hier nicht eine Umverteilung einführen sollte. Das ist dann aber m. E. kein feministisches Thema sondern ein gesamtgesellschaftlich-sozialpoltisches bzw. fiskalpolitisches Thema und sollte daher auch als solches behandelt werden. Ist natürlich äußerst komplex und wirft neue Probleme auf (z. B. wie soll eine Vermögenssteuer, sollte sie denn zu diesem Zweck eingeführt werden, durchgesetzt werden etc.). Da ist es natürlich bequemer, gebetsmühlenartig den Gender-Pay-Gap anzuprangern. Ich glaube, da unterschätzt du einige Männer (siehe oben). Im Grunde scheinen wir da einer Meinung zu sein. Trotzdem finde ich die Lesart, dass Frauen "früher" Leibeigene der Männer gewesen wären etwas arg simplifizierend und tendenziös ("Frauen wurden Jahrtausende lang vom bösen Patriarchat kleingehalten"). Dazu muss man mindestens den historischen Kontext betrachten, in dem solche Gesetze entstanden sind, man muss sich über die für viele Jahrhunderte sich fast zwingend ergebende Notwendigkeit der Arbeitsteilung (Frau - Haushalt, Mann - Arbeit) im Klaren sein, und man muss eben auch sehen, dass mit den sogenannten Privilegien der Männer in der überwiegenden Anzahl der Fälle gleichzeitig das "Privileg" einherging, sich in einem der zahlreichen Kriege abschlachten lassen zu dürfen. Man muss sich weiterhin darüber im Klaren sein, dass Erwerbsarbeit im vorindustriellen Zeitalter (ebenso in der Anfangsphase der Industrialisierung) quasi gleichbedeutend mit körperlicher Selbstausbeutung bis zur Erschöpfung war (was nicht heißen soll, dass es Frauen im Haushalt einfacher gehabt hätten)... Man muss sehen, dass Frauen in weiten Teilen ebenso vom gesellschaftlichen Stand ihres Ehemannes profitiert (oder auch nicht profitiert) haben wie dieser selbst und dass die bedeutend größeren Ungerechtigkeiten sich nicht im Verhältnis Mann-Frau, sondern im Verhältnis der gesellschaftlichen Stände zueinander manifestiert haben. Zu deiner letzten Frage: Persönlich lerne ich solche Frauen zum Glück auch selten kennen. Aber was ich leider fast täglich in der Presse erlebe (wie gesagt: Spiegel, Zeit, Süddeutsche und Co.) sind Artikel darüber wie schlecht es Frauen doch angeblich heute noch in Deutschland hätten und ja, dabei sind extremistische Züge durchaus häufig vertreten. Und dieses diffuse Gefühl, benachteiligt und unterdrückt zu sein, das erlebe ich durchaus auch häufiger bei Frauen, die ich persönlich kenne. Wobei ich eigentlich nie ein überzeugendes Argument dafür höre, warum das hier und heute so sein sollte... Fordert hier niemand...
  9. Richtig (wobei mir die FAZ davon als die einzig seriöse Alternative scheint). Auch richtig - aber christlich-konservativ ist für meine Begriffe eben noch nicht rechtsaußen* - vor allem dann nicht, wenn sich eine christlich-konservative Vereinigung - so wie diese hier - offenbar klar vom Schulterschluss mit Rechtsaußen distanziert. Davon abgesehen ging es mir aber ja gerade um eine fallspezifische Auseinandersetzung mit inhaltlichen Positionen. Wenn ein AfDler in einem konkreten Punkt eine vernünftige Haltung vertritt und diese sinnvoll begründet, dann kann ich ihm doch in diesem einen Punkt zustimmen. Deshalb muss ich weder selbst AfD-Wähler werden, noch muss ich den Mann sympathisch finden oder mich "auf seine Seite schlagen"... Oder gebietet es die Political Correctness, dass ich dann aus Prinzip eine Gegenhaltung einnehme? *jedenfalls nicht im Sinne von nicht-mehr-mit-demokratischen-Werten-vereinbar-rechtsaußen Zum Thema SPD und Feminismus: Kenne solche Leute auch. Gerhard Schröder hat seinerzeit aus seiner Haltung gegenüber Frauenpolitik und "Gedöns" ja auch keinen Hehl gemacht. Das Thema aber auf ein paar schreiende Hardcore-Feministinnen zu reduzieren (nach dem Motto: Spinner gibt's überall, die kann man ja einfach ignorieren), greift aber zu kurz - denn offenbar schaffen es die paar Hardcore-Feministinnen ja immer wieder, ihre politische Agenda durchzuboxen. Vermutlich gerade weil viele das Thema ignorieren und/oder sich eben nicht dem Risiko aussetzen wollen, als Ewiggestrige oder Schlimmeres abgestempelt zu werden. Wie ist es sonst zu erklären, dass die SPD 2016 auf Bundesebene mit einer offensichtlichen feministischen Propaganda-Lüge in den Wahlkampf gezogen ist ("Wer 100% leistet, darf nicht 21% weniger verdienen")? Dass man an einigen Universitäten jetzt Punktabzug für eine nicht gegenderte Schreibweise bekommen darf? Von den Auswüchsen der Uni Leipzig (Sehr geehrter Herr Professorin) mal ganz zu schweigen...
  10. Muss man denn zwangsläufig für irgendein "Team" spielen? Oder kann man nicht man nicht einfach zu verschiedenen Themen unterschiedliche Standpunkte einnehmen, die sich mal (mehrheitlich) eher dem linken, mal eher dem (konservativ-)rechten politischen Spektrum zuordnen lassen würden? Ich finde diesen Zwang vieler Menschen, sich dauerhaft auf eine politische Seite zu schlagen und dann in undifferrenzierte Kampf- bzw. Verteidigungshaltung gegen die vermeintlich böse andere Seite zu gehen, ehrlich gesagt, ziemlich ermüdend. Wenn man nach Argumenten gegen gendergerechte Sprache sucht (oder etwa den Gender-Pay-Gap hinterfragt), wird man bei SPD, Linken und Grünen nun einmal kaum fündig werden. Ebenso wenig wie im Spiegel, der FR, der Süddeutschen, der Zeit oder der taz. Was ich persönlich sehr bedauerlich finde, da ich mich, wenn ich zu einer allgemeinen Positionierung genötigt wäre, durchaus eher im Mitte-Links-Spektrum verorten würde. Darüber hinaus glaube ich, dass man genau mit solchen undifferenzierten und vom Inhalt völlig losgelösten Pauschalabwertungen - auch wenn sie hier als scheinbar oder tatsächlich gutgemeinte Warnung daherkommt - die politischen Extreme eher stärkt statt schwächt ("der tritt auf einem christlich-konservativen Symposium auf, der ist quasi ein halber Reichsbürger") . Ich habe mir den Vortrag angesehen und finde inhaltlich wenig bis nichts, was ich nicht unterschreiben würde (abgesehen vielleicht von der Aussage, dass 80-90% der Österreicher gegen gendergerechte Sprache seien. Den Wert halte ich dann doch für etwas zu hoch angesetzt). Und noch kurz zu "Demo für alle" - ich kenne diese Gruppierung nicht weiter, aber auf ihrer Internet-Seite finden sich für deine Behauptungen bzgl. Homophobie und contra Abtreibung keine Anhaltspunkte. Abtreibung scheint hier überhaupt nicht auf der Agenda zu stehen und eine Position gegen die Ehe für Alle muss man sicherlich nicht teilen, aber sie rechtfertigt noch lange keine Aburteilung in Richtung Homophobie. Den Agenda-Punkt mit der Sexualkunde finde ich zwar persönlich eher lächerlich, aber in einer freien Gesellschaft sollte auch eine solche Meinung vertreten werden dürfen, ohne dass reflexartig die Nazikeule geschwungen wird (die hier auch thematisch nicht einmal passend ist).
  11. Soja enthält Phytoöstrogene, ja. Aber m. W. ist es stark umstritten, ob und inwieweit sich diese tatsächlich (jedenfalls sofern sie nicht isoliert eingenommen werden) negativ etwa auf die männliche Fruchtbarkeit auswirkt. Was das konkret bedeutet und inwieweit es zutrifft, kann ich zwar nicht beurteilen, aber zumindest schreiben die Hersteller auf ihrer Homepage: Ansonsten kannst du dich ja auch mal nach Alternativen umschauen. Vielleicht gibt es auch Produkte, die nicht auf Soja-Basis hergestellt werden: https://t3n.de/news/nahrungspulver-shakes-fluessignahrung-soylent-alternativen-test-680907/4/
  12. Das Gefühl habe ich auch. Ich versuch's mal mit einer Analogie: Während die einen hier über's Wetter reden (das man in der Tat größtenteils nur so nehmen kann wie es ist und das sich kaum bis gar nicht bewusst herbeiführen, bewahren, unterdrücken oder in die Zukunft verschieben lässt, um es dann zu genießen), reden andere über's Klima, also einem langfristigen Trend (oder anders ausgedrückt: ein Prozess), der eben sehr stark sowohl von äußeren Rahmengegebenheiten und den menschlichen Handlungen und Entscheidungen abhängt und - jedenfalls für den heutigen Menschen - ständiger Anpassungen und Anstrengungen bedarf, um unerwünschte Entwicklungen zu vermeiden und/oder besser mit diesen Entwicklungen umzugehen. In bezug auf die individuelle (Lebens-)zufriedenheit fallen unter die "äußeren Rahmenbedingungen" etwa genetisch determinierte Persönlichkeitsmerkmale, der Gefühlskorridor, externe Einflüsse und der individuelle Umgang damit, bedingt durch Einstellungen usw. Zu den Handlungen und Entscheidungen zählen etwa der Aufbau und die Pflege eines sozialen Netzes, eine gewisse finanzielle Sicherheit, der Erhalt der Gesundheit, ein stabiles Umfeld, der Aufbau und das Leben nach einem Wertesystem, ganz allgemein erstrebenswerte Ziele (Sinnhaftigkeit) für sich zu finden und danach zu leben etc. pp. Wenn ich den ganzen Tag nur rumgammel, aber mir meine momentanen Gefühle in ihrer ganzen Bandbreite "erlaube" (=ihnen mit Achtsamkeit begegne), mag ich zwar immer mal wieder vorübergehend glücklich sein - bezogen auf die längerfristige Zufriedenheit wäre das für die meisten Menschen aber kontraproduktiv.
  13. Google mal Mana Drink. Angeblich (!) soll da alles drin sein, was man zum Leben braucht. Kannst es ja trotzdem mit Säften / Smoothies o. ä. ergänzen.
  14. Weiß nicht, ob ich damit richtig liege, aber es klingt für mich als fändest du das ungewöhnlich oder "schwach", so wenige echte Freunde zu haben. Nur für den Fall: Ist es nicht. Es ist völlig normal. Es gibt sicher Menschen mit einem riesigen Social Circle und unzähligen Kumpels, aber auch deren Kreis an engsten Freunden "für die sie das Hand ins Feuer legen würden" (was dann hoffentlich auch umgekehrt gilt), lässt sich in den meisten Fällen an 1-2 Händen abzählen. Hast du ihnen das mal gespiegelt? Wie reagieren sie darauf? Hast du mal versucht (sicher ein anstrengendes und schwieriges Unterfangen und hängt auch vom Persönlichkeitstyp ab), selbst für gute Stimmung zu sorgen? Gelingt dir das? Und nicht zuletzt: Was hindert dich daran, mal alleine loszuziehen oder mit neuen Leuten? Heißt ja nicht, dass du deine alten Freunde deswegen gleich abschießen musst... Vielleicht wäre es auch mal nen Versuch wert, nur mit diesem Kumpel alleine loszuziehen? Rede doch mal mit ihm darüber, vielleicht fühlt er ja sogar ähnlich wie du... Auch wenn dir das nicht viel nutzen wird: Klingt für mich relativ harmlos und wenn das alles ist, würde mich das glaube ich nicht weiter stören oder verletzen. Ist vielleicht sogar ein bisschen versteckte Anerkennung (Neid) dabei, weil du eben ne Freundin hast und die anderen nicht. Aber geht für mich auf jeden Fall nicht unter die Gürtellinie oder so. Das ist in der Tat schwierig zu beantworten. Ein paar Anregungen dazu: - An deinem Selbstwertgefühl zu arbeiten ist sicherlich keine schlechte Idee (das Buch von Nathaniel Branden ebenfalls nicht). Du schreibst ja weiter oben, dass du in letzter Zeit viele Fortschritte gemacht hast. Wenn man sich verändert, kann es durchaus eine Zeit dauern, bis das innere Selbstbild sich den neuen Umständen angepasst hat. In deinem Kopf bist du vielleicht immer noch der unsichere "pornosüchtige" Hauptschüler ohne Freundin etc. von damals, der seinen Selbstwert primär aus der Akzeptanz anderer Leute bezieht und auf das kleinste Anzeichen von negativem Feedback hochsensibel reagiert. - Frage dich doch auch mal, was dahinterstecken könnte, dass es dir so wichtig ist, nicht für einen gehalten zu werden, der "nur bei seiner Alten" rumhängt? Könnte es vielleicht Verlustangst sein? Also dass deine Freunde dich deswegen nicht mehr akzeptieren? Wird vielleicht eine schmerzhafte Erinnerung wachgerufen, die du (aus der anderen Perspektive) mal mit einem Freund gemacht hast (also dass sich jemand wegen seiner Freundin von dir abgewandt hat)? Hast du vielleicht zu viel PU-Literatur gelesen und ein zweifelhaftes Ideal eines Über-Alphamannes für dich übernommen und bist jetzt deswegen jetzt paranoid, was mögliche Anzeichen von "Betaisierung" oder "Uncoolsein" etc. betrifft ("Ein Alpha-Mann lässt sich nicht binden, vögelt sich durch die Weltgeschichte, macht immer Party" usw.)? Oder ist das für dich vielleicht ein Gerechtigkeits-Thema (Ich hab mich auch nicht beklagt, wenn andere Zeit mit Ihrer Freundin verbracht haben, also dürfen die das auch nicht bei mir)? Gibt keine Garantie dafür, aber vielleicht hilft dir dieses Hinterfragen dabei, dein Problem besser zu verstehen und aufzulösen. - Versuch auch mal Verständnis für deine Kumpels zu entwickeln und dich in sie hineinzuversetzen. Wie ich oben schon angedeutet hab: Vielleicht steckt ein bisschen Neid dahinter, den du als Form der Anerkennung betrachten kannst. Vielleicht ist es ja auch bei euch üblich, dass jeder mal ein paar dumme Sprüche über jeden kloppt, einfach zum Spaß und zur Unterhaltung (ohne dass da jetzt irgendwas ernstes dahinter steckt)? Vielleicht ist es auch einfach ehrliches Vermissen deiner Person: Ich meine, du schreibst ja selbst, dass du jetzt weniger Zeit für sie hast (auch wenn "du hängst NUR noch bei deiner Alten ab" sicher nicht der Realität entspricht)? - Ansonsten noch der Rat, deine Gedanken und Gefühle bezüglich dieses Problems nicht bekämpfen zu wollen. Damit stärkst du sie in der Regel nur. Akzeptiere, dass du diese Gedanken und Gefühle hast, nimm sie einfach wahr und gib ihnen Raum. Dabei kannst auch versuchen, dich mittels bestimmter Techniken weniger mit den Gedanken zu identifizieren... Eine Einführung dazu findest du z. B. hier: https://www.praxis-convent.de/DLfree/Defusionstechniken.pdf Was konkret meinst du hier? Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen oder Selbstwertgefühl? Sind verschiedene Dinge, aber in jedem Fall lautet die Antwort: Durchgängig konstant gibt es nicht. Das ist ein Idealbild, von dem du dich lösen solltest (oder es nur in dem ausdrücklichen Bewusstsein anstreben, dass du es niemals wirst erreichen können). Statt dich an einem unrealistischen Idealbild zu messen, empfiehlt es sich aber eher Fragen zu stellen wie: Habe ich heute mehr Selbstvertrauen (in Situation X) als vor einem Jahr (statt: Habe ich überall und immer 100% Selbstvertrauen)? Habe ich heute etwas getan, um mein Selbstwertgefühl zu stärken? Usw. Bezüglich deiner "gedanklichen Therapie deiner Freunde": Auch hier noch mal der Rat: Geh in dich hinein und frage dich, was dahinter stecken könnte? Möglicherweise wirst du dabei auf die Antwort stoßen, dass es einfach bequemer ist, deine Freunde in Gedanken zu therapieren als an dir selbst zu arbeiten. Vielleicht willst du auch Schritte vermeiden, die dir Angst machen (etwa, mal alleine oder mit anderen Leuten loszuziehen). Das zweite kann ich empfehlen (lohnt sich aber auch nur, wenn du damit arbeitest), das erste eignet sich m. E. besser zum Anheizen des Ofens. Wird ja jetzt auch bald wieder Winter... Aber andere Leute mögen das ganz anders sehen...
  15. Was Du beschreibst, ist m. E. nicht Zufriedenheit (jedenfalls nicht in der gebräuchlichen Definition), sondern geht nach meinem Verständnis eher in Richtung Achtsamkeit bzw. Akzeptanz (wahrnehmen was ist, ohne dabei zu bewerten). Beides kann sehr positiv auf die Zufriedenheit einzahlen. Ist aber nicht dasselbe. Sehe ich keineswegs so. Ein Beispiel aus der Forschung: Es lässt sich zeigen, dass Menschen mit zunehmendem Gehalt auch ein höheres Zufriedenheitslevel angeben, wobei der Grenznutzen abnimmt. Wird dann oft auf die vereinfachte Formel heruntergebrochen, dass zwischen 80.000 Euro und 100.000 Euro Jahresgehalt kein Zufriedenheitszuwachs mehr zu erzielen wäre. Ist so nicht ganz korrekt und lässt sich sicher nicht auf den Einzelfall übertragen, aber das soll hier auch nicht weiter interessieren. Man kann jedenfalls mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass (neben vielen anderen Dingen) das eigene Gehalt einen Einfluss auf die empfundene Zufriedenheit hat. Ergibt auch Sinn, weil ein gewisses finanzielles Polster eben auch ein bestimmtes Maß an Sicherheit und Freiheit bedeuten, die eben ohne dieses Polster nicht vorhanden wären. Daraus folgt aber auch, dass ich, um dieses Maß an Zufriedenheit aufrecht zu erhalten, weiter zur Arbeit gehen muss. Lasse ich das bleiben, wird meine Zufriedenheit sehr wahrscheinlich sinken. Anderes Beispiel aus der Forschung: Unmittelbar nach einem schweren Unfall mit einschneidenden Folgen für das weitere Leben (weiß jetzt gerade nicht, inwieweit das noch genauer spezifiziert war) sinkt die Lebenszufriedenheit der meisten Menschen erst einmal stark ab, erreicht nach 1-2 Jahren aber meist wieder das Ausgangslevel. Grund: Man lernt, sich damit zu arrangieren, erschließt neue Quellen von positiven Gefühlen etc. Was folgt daraus? Erst einmal, dass auch die eigene Gesundheit in einem engen Zusammenhang mit der Zufriedenheit steht. Und da Gesundheit nicht einfach passiert, sollte man (zumindest ansatzweise) ständig daran arbeiten, sie aufrecht zu erhalten. Sport treiben, sich halbwegs ausgewogen ernähren, Zähne putzen, Unfälle vermeiden usw... Ganz allgemein gesprochen: Zufriedenheit geschieht für die meisten Menschen eben nicht einfach so im luftleeren Raum, sondern hängt durchaus von äußeren Umständen, dem eigenen Handeln (v. a. den Ergebnissen vergangener Handlungen), der eigenen Einstellung usw. ab. Jedenfalls nach Ansicht der meisten Psychologen und der teilnehmenden Probanden. Zweitens folgt: Die erlebte Zufriedenheit ist eben nicht binär, sondern unterliegt (im Rahmen der sozialwissenschaftlichen Möglichkeiten) messbaren Schwankungen. Gravierende Fehlentscheidungen ("die dunkelgelbe Ampel schaff ich noch!") können das Zufriedenheitslevel (jedenfalls temporär) stark absenken. Wenn du jetzt hergehst und sagst: Zufriedenheit ist binär und man sollte sie losgelöst von allem betrachten, dann kannst du das zwar für dich so definieren, aber dann deckt sich deine Definition vermutlich nicht mit der der meisten anderen Menschen (behaupte ich mal ganz frech). Außerdem musst du dir auch die Frage gefallen lassen, ob du, wenn man dich über Nacht deines Geldes, deiner Gesundheit, deiner Freunde, deines Jobs usw. berauben würde, genauso zufrieden wärst wie heute (oder, um in binärer Sprache zu bleiben: Ob es dir ebensoleicht fallen würde, Zufriedenheit zu empfinden wie heute). Alternativszenario: Wenn du morgen einfach nicht mehr zur Arbeit gehen würdest, sondern just for fun mal eine Bank überfallen und dabei zwei Menschen töten würdest. Wärst du dann trotzdem zufrieden (vorausgesetzt du bist es heute)? Wenn du ehrlich bist (haha) und die Antworten darauf "nein" lauten, dann ist deine ganze Argumentation Augenwischerei. Andernfalls verwechselst du (wie ich vermute) Zufriedenheit mit Achtsamkeit bzw. Akzeptanz.