tonystark

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  1. tonystark

    Selbstreflektion

    Dein IQ vermutlich auch nicht. Dieser Thread ist (neben deinem anderen Thread und der Erfindung von Bento) das absolut Sinnloseste, was je irgendein Mensch auf dieser Erde erdacht hat. Unabhängig vom Alter.
  2. Wenn hier nicht jeder Hausmeister ständig von triggern sprechen würde (Formulierung angelehnt an einen dauerbekifften Almautoren), dann gäbe es hier auch wesentlich weniger Dauergetriggerte. Sprache erschafft Realität und das besagte Wort wird in diesem Schundforum grad echt hyperinflationär gebraucht. Was mich jedes Mal zur Triggarette greifen lässt um die Nerven zu beruhigen.
  3. Wenn wir die Begriffe korrekt verwenden, dann kann auch eine Depression schon allein deshalb kein Symptom sein, weil es sich bei einem Symptom per definitionem um das kleinste beschreibbare Anzeichen einer Erkrankung handelt und eine Depressionserkrankung sich im Gegensatz dazu durch ein komplexes Beschwerdebild (etwa Müdigkeit, gedrückte Stimmung, Antriebsschwäche etc.) kennzeichnet, das depressive Syndrom. Das Kriterium der (völligen) Objektivierbarkeit spielt weder für das Vorhandenseins eines Phänomens, noch für die Erklärbarkeit oder Nicht-Erklärbarkeit seiner Ursachen eine maßgebliche Rolle. Mittels standardisierter psychologischer bzw. sozialwissenschaftlicher Instrumente kann ich auch Einstellungen, Meinungen, die Intelligenz oder eben auch Erkrankungen der Psyche zuverlässig abbilden und darauf basierend systematische Ursachenforschung betreiben. Es ist richtig, dass psychiatrische Erkrankungen (jedenfalls zum aktuellen Stand) grundsätzlich nie in dem gleichen Maße objektivierbar sind wie es bei somatischen Störungen typischerweise der Fall ist. Aber nur, weil eine Depressionserkrankung nicht im gleichen Maße objektivierbar ist wie die Infektion mit einem Grippevirus, bedeutet das doch nicht, dass sie deshalb "ein Symptom" ohne eigenen Krankheitswert sein muss. Was ist denn mit nicht organisch begründbaren Psychosen, Persönlichkeitsstörungen etc.? Auch alles Resultate eines "unglücklich gelebten Lebens"? Du widersprichst dir außerdem völlig, indem du einerseits postulierst, dass ein (Krankheits-)Konzept objektivierbarer Natur sein muss, um darüber sinnvolle Aussagen hinsichtlich etwaiger Kausalitäten treffen zu können, andererseits aber der festen Überzeugung bist, als Ursache für das "subjektive Konzept" des depressiven Syndroms ein weiteres subjektives Konzept namens "(niedrige) Lebenszufriedenheit" bzw. "unglücklich gelebtes Leben" mit hoher Gewissheit ausmachen zu können. Darüber hinaus ist es mit der Objektivierbarkeit der Demenz auch längst nicht so weit her wie du offenbar glaubst. Im Anfangsstadium einer Demenzerkrankung ist sie praktisch gar nicht gegeben, die Messbarkeit gestaltet sich hier äußerst schwer, da das frühe dementielle Syndrom bspw. große Übereinstimmungen mit der depressiven Pseudodemenz aufweist. Erst im fortgeschrittenen Stadium kann die Messbarkeit des dementiellen Syndroms als zuverlässig gegeben betrachtet werden und wird im zeitlichen Verlauf auch zunehmend mittels fMRT bildlich darstellbar. Eine zweifelsfreie Diagnose der dafür ursächlichen Grunderkrankung, d. h. welche spezifische Form der Demenz (etwa Alzheimer-Erkrankung oder Altersdemenz) hier eigentlich vorliegt, ist aber i. d. R. nur theoretisch bzw. posthum möglich. Nun könntest du einwenden, dass dir eine Objektivierbarkeit des Symptomkomplexes oder eine theroretische Objektivierbarkeit der Erkrankung (was gar nicht immer so klar zu trennen ist) völlig genügt. Worauf ich dann jedoch einwenden würde, dass es bereits heute schon objektive Erkennungsanzeichen einer Depression gibt und dass die grundsätzliche, respektive zukünftige Objektivierbarkeit (durch entsprechenden wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt) praktisch als sicher gelten darf: An objektiven Erkennungsmerkmalen wären typischerweise etwa sozialer Rückzug, sichtbare bzw. nach außen gerichtete Reizbarkeit, Gefühlskälte, Gefühlsschwankungen oder (dauerhafte) Niedergeschlagenheit zu nennen, weiterhin Schlafstörungen und/oder erhöhtes Schlafbedürfnis, Vernachlässigung von Hobbys und Interessen bis hin zur Vernachlässigung der Hygiene oder der eigenen Gesundheit und schließlich auch Suizidalität zu nennen, die allesamt von außen beobachtbar sind bzw. sein können. Dazu gibt es Hinweise, dass - insbesondere bei chronischen bzw. schweren Formen einer Depressionserkrankung - etwa der mediale Frontalpol im Gehirn charakteristische struktuelle Veränderungen zeigt. Auch weisen überdurchschnittlich viele Patienten mit Depressionserkrankungen leicht erhöhte CRP-Werte im Blut auf, was auf entzündliche Prozesse hindeutet und dazu passend haben sich auch mittels Positronen-Emissions-Tomographie Hinweise darauf ergeben, dass (jedenfalls in manchen Fällen) Depressionen das Resultat von entzündlichen Prozessen im Gehirn sein könnten. Nicht zuletzt deutet die positive Wirkung von Antidepressiva relativ klar darauf hin, dass auch der Hirnstoffwechsel bei Depressionen in irgendeiner Form beeinträchtigt ist bzw. sein kann (und zwar auch obwohl die Serotonin-Mangel-Hypothese sicher als überholt bezeichnet werden darf). Richtig ist, dass hier noch viel Forschungsbedarf besteht (sowohl neurobiologischer als auch technologischer Natur), aber das gilt ebenso auch für Demenzerkrankungen - auch hier sind die genauen Ursachen keineswegs geklärt. Was man zweifelsfrei weiß: Das Gehirn unterliegt einem degenerativen Prozess. Punkt. Eiweißablagerungen spielen bei der Alzheimer-Demenz eine wichtige Rolle, aber danach wird es auch schon sehr vage... So sehr hinkt der Vergleich also gar nicht... Und was die weitere Entwicklung betrifft, so spricht sehr vieles dafür, dass wir irgendwann in der Lage sein werden, die Depressionserkrankung selbst oder zumindest das Vorliegen des depressiven Syndroms objektiv messbar zu machen: Die gesamte Hirnforschung befindet sich erst in den Kinderschuhen, da sind in den nächsten Dekaden durch verbesserte Bildgebungsverfahren, Biosensoren, Mustererkennung mittels künstlicher Intelligenz, Fortschritten in der Pharmazie, der Medizintechnik, der IT und natürlich auch durch wachsende Kenntnisse in der Neurobiologie selbst enorme Fortschritte zu erwarten. Die theoretische Messbarkeit einer Depression ergibt sich für mich allein aus den für die Depression typischen Gefühlsmustern (nicht als Momentaufnahme, sondern als regelmäßig wiederkehrende Muster im Zeitverlauf). Man muss sich hier nur ein Instrument vorstellen, das diese Gefühlsmuster im Zeitverlauf messen kann (sei es jetzt auf Basis charakteristischer Neuronenaktivitäten oder durch typische Muster im Hirnstoffwechsel - es ist jedenfalls schwer vorzustellen, dass hier keine Gemeinsamkeiten über Individuen hinweg auftreten) und voilà - du hast (jedenfalls in der Theorie) deine objektive Messbarkeit wie im Falle der Demenzerkrankung. Bleibt noch das Thema Kausalität. Du behauptest, dass die Kausalität von Depression und Sich-unglücklich-fühlen vertauscht seien und deutest damit an, dass hier ein entweder-oder inerhalb eines geschlossenen Systems vorliegen müsse. Dein spöttisches "Depression - ich bin daher unglücklich/mir geht es ja deshalb so schlecht" suggeriert jedenfalls, dass es geradezu lächerlich wäre, ein gegenwärtiges Stimmungstief mit einer möglichen Depressionserkrankung zu erklären. Unabhängig davon, dass ich deine Meinung nicht teile nach der Depressionen immer (oder wenigstens meistens) das (primäre) Ergebnis eines "unglücklich gelebten Lebens" sein müssten: Gehen wir mal davon aus, dass dies zumindest in einigen Fällen eine zutreffende Beschreibung darstellt. Selbst dann ist aber keinesfalls ausgeschlossen, dass die Depression als Folge bzw. Symptomkomplex dieses "unglücklich gelebten Lebens" ihrerseits wieder neue Symptome oder Symptomkomplexe hervorrufen kann. Nehmen wir als Analogie die Suchterkrankung. Es ist zweifellos klar, dass ich nur dann süchtig nach Alkohol werde, wenn ich mehrere Male getrunken habe. Die Alkoholabhängigkeit ist also mit gutem Grund als Folge des Trinkens zu bezeichnen. Wenn ich aber erst einmal süchtig bin, dann ist die Alkoholabhängigkeit eben auch Ursache dafür, dass ich erneut trinke(n) muss. Und die Alkoholabhängigkeit bleibt auch dann bestehen, wenn ich vorübergehend nicht trinke. Ich bin abhängig, weil ich trinke (bzw. getrunken habe) UND ich trinke, weil ich abhängig bin. Was bitte hat die sichere Diagnose mit dem Wissen über die Ursachen zu tun? Eine Krankheit kann sehr schwer zu diagnostizieren sein (weil sie bspw. keine pathognomonischen Symptome hervorruft) und dennoch können ihre Ursachen bestens bekannt sein. Ebenso gibt es Krankheiten, die leicht zu diagnostizieren sind, deren genaue Ursachen aber im Verborgenen liegen. Noch einmal: Posthum ist die Alzheimer-Demenz zwar recht zuverlässig zu diagnostizieren. Zu den exakten Ursachen lässt sich bisher trotzdem nicht viel mehr sagen als zu denen einer Depressionserkrankung. Richtig, das ist meine Interpretation. Aber da deine Intention nicht objektivierbar (messbar, darstellbar) ist, solltest du ja Verständnis dafür aufbringen, wenn ich das zum Anlass nehme, mir einfach eine substanzlose Meinung zu bilden, von der ich dann felsenfest überzeugt bin 😉 Aber ganz so substanzlos kommt sie mir wie gesagt gar nicht vor, angesichts deiner anscheinend spöttischen Imitation eines Depressiven "Depression - ich bin daher unglücklich/mir geht es ja deshalb so schlecht"...
  4. Meine Meinung zum Thema Demenz "Demenz - mein Verstand funktioniert nicht mehr so wie er sollte" Ursache und Wirkung sind hier vertauscht Eine Demenz ist für mich nur Symptom eines längere Zeit nicht trainierten Gehirns (ich lasse andere für mich denken) Und außerdem nicht vergessen: Masturbieren macht blind!!!Einseinself Edith ergänzt noch: Es ist zwar nicht in jedem Fall (komplett) falsch, was Du schreibst. Aber es ist eben auch weit entfernt von richtig, respektive verallgemeinerbar. Eine Depression hat in aller Regel vielschichtige Ursachen: Genetische Prädisposition ist ein bedeutender Punkt, dann eine Menge externer Faktoren, auf die man keinen Einfluss hat (schwere Krankheiten/Unfälle/Schicksalsschläge, schwierige Kindheit, grundlegende Persönlichkeitsstruktur etc.), es können verschiedenste Erkankungen eine Rolle spielen, die Darmflora, der Hormonstatus etc. und spätestens bei bipolaren Depressionen kann man praktisch davon ausgehen, dass hier überhaupt kein "Eigenverschulden" vorliegt.
  5. Jein. Also unsere Gedanken haben zweifellos einen gewissen Einfluss auf unsere Gefühle. Aber das ist keine Einbahnstraße, denn unsere Stimmung beeinflusst mindestens ebenso stark unsere Gedanken und ich würde behaupten, dass im Zweifelsfall fast immer die Gefühle am längeren Hebel sitzen. Das erscheint auch von der menschlichen Entwicklungsgeschichte her plausibel, da unser Stammhirn einfach wesentlich älter ist als das Großhirn. Zudem bzw. passend dazu finden die meisten Prozesse im Gehirn unbewusst statt. Was deine Frage betrifft: Ich würde erst einmal mit der Formulierung deiner Ziele und Werte beginnen. Der Rest ist dann eigentlich ganz einfach: Hilft der Gedanke mir bei der Erreichung meines Zieles? Hilft der Gedanke mir dabei, mein Leben nach meinen Werten auszurichten? Davon abgesehen lohnt es sich aber auch, auf ein paar typische Denkfallen achtzugeben. Ein paar findest du beispielsweise hier erläutert: http://www.psychotherapie-davos.ch/Kontakt/Service/Download_Materialien/ABC_Denkfehler.pdf Wenn du ernsthaft an der Umstrukturierung deiner Denkmuster arbeiten möchtest, würde ich dir das Buch "Im Gefühlsdschungel" von Harlich H. Staveman ans Herz legen. Ein alternativer oder besser ergänzender Ansatz wäre wie gesagt die Akzeptanz- und Commitmenttherapie - empfehlenswert hierzu wäre bspw. "Wer dem Glück hinterherrennt, läuft daran vorbei" von Russ Harris (darin findest du bspw. auch viel zum Thema: Negative Gedanken "entschärfen" bzw. Findung der eigenen Werte).
  6. Stimmungen kommen und Stimmungen gehen. Du kannst sie (mittel- bis langfristig) bis zu einem gewissen Grad beeinflussen durch deine Handlungen (bspw. indem du deinen Werten entsprechend lebst, gute Selbstfürsorge betreibst, soziale Kontakte und Hobbys pflegst, auf deine Gesundheit achtest etc.) oder - hier wird es allerdings bereits schwieriger - indem du destruktive Denkmuster hinterfragst / durch förderlichere Gedanken ersetzt und/oder den Einfluss destruktiver bzw. unerwünschter Gedanken abmilderst, etwa durch Techniken der Akzeptanz- und Commitmenttherapie. Was aber praktisch kaum bis gar nicht möglich sein dürfte - und das ist es, was du offenbar suchst: Gefühle auf Knopfdruck umschalten, ganz zu schweigen vom "festhalten". Wäre das so ohne weiteres machbar, gäbe es vermutlich keinen einzigen Menschen, der Alkohol, Nikotin oder andere Rauschmittel konsumieren würde (jedenfalls nicht mehr als einmal). Wir bräuchten (und würden) uns vermutlich nicht einmal für Sex oder irgendwelche Erfolge anstrengen, weil wir die Belohnung (das gute Gefühl) selbst herbeiführen und halten können.
  7. Ich weiß schon, was Co-Abhängigkeit ist - ich weiß nur nicht, wo du hier eine siehst. "Co-abhängig" wäre, wenn überhaupt, deine Ex, insofern sie deine "Abhängigkeit" (nach ihr) durch ihr Verhalten unterstützt (und darum mit unter den Folgen deiner Abhängigkeit leidet). Und zu dem Rest noch einmal: Ich würde das nur keines davon (insbesondere nicht die Eifersucht) mit einer Drogenabhängigkeit gleichstellen! Insbesondere nicht mit der Abhängigkeit von einer starken Droge wie Heroin. Auch nicht, wenn ein(e) selbsternannte(r) Liebeskummer & Selbstliebe Coach, Bestsellerautorin und Powerfrau ™ namens Simone das behauptet. 😉
  8. Ich will ja nicht bestreiten, dass es pathogene Formen der Eifersucht bzw. so etwas wie "Abhängigkeit" von anderen Menschen gibt, welche sich nur schwer überwinden lassen. AAABER... Die erste Teilaussage von Stormchaser war, dass krankhafte Eifersucht die Blut-Hirn-Schranke beeinflussen soll - dafür hätte ich gern einen Beleg. Wie soll das funktionieren? Die zweite Teilaussage war, dass die Eifersucht (also in diesem Sinne zwang- bis wahnhafte Gedanken sowie damit einhergehende Handlungen und nicht etwa die Person, auf die sich die Eifersucht bezieht) ein Abhängigkeitspotenzial besäße, das dem von Heroin nahekäme und dass auch die Entzugserscheinungen vergleichbar wären. Stoffgebundene und stoffungebundene "Abhängigkeiten" lassen sich ohnehin schwer vergleichen, aber spätestens wenn man ein Konzept wie Eifersucht mit der Abhängigkeit nach Heroin vergleicht, wird es m. E. völlig schräg: Eifersucht erzeugt im Gegensatz zu klassischen Abhängigkeit und insbesondere der Heroin-Abhängigkeit keinerlei körperliche Belohnung, sondern wird im Gegenteil, als stark negativer Stressor empfunden. Darüber hinaus besitzt Heroin ein erhebliches direktes körperliches Schädigungspotenzial, was man von Eifersucht wohl kaum behaupten kann. Schon allein weil Heroin weiterhin eine körperliche Abhängigkeit erzeugt (wachsende Toleranz + körperliche Entzugssymptome) ist der Entzugserscheinungskomplex kaum vergleichbar und selbst wenn man sich auf den rein psychologischen Aspekt bezieht, wäre es mir neu, dass Gedankengänge überhaupt Entzugserscheinungen hervorrufen können (man kann Gedanken in dem Sinne ja nicht aktiv unterdrücken, d. h. entweder man denkt seinen zwang-/wahnhaften Gedanken, weil man ihn denken muss - oder man hat ihn "überwunden", aber dann leidet man keine Entzugserscheinungen). Schon eher plausibel wäre das m. E. für die mit der Eifersucht einhergehenden Handlungen [(Online)-Stalking etc.], da sie aktiv (von sich selbst oder von Außen) eingeschränkt werden können. Oder eben für die Person, die Gegenstand der Eifersucht ist - wobei das ja ausdrücklich nicht die Aussage war. Aber selbst wenn wir letzteres mal ausklammern und uns rein auf das "psychologische Abhängigkeitspotenzial" von Heroin auf der einen Seite und einem Menschen, der Gegenstand krankhafter Eifersucht ist, auf der anderen Seite beschränken, hätte ich gern nen Beleg dafür, dass die Abhängigkeitspotenziale hier auch in ihrem in Ihrem Ausmaß vergleichbar sind. Gibt es dazu irgendwelche Erkenntnisse aus der Hirnforschung oder Statistiken hinsichtlich der Überwindung von Heroinabhängigkeit/pathogener Eifersucht, die diesen Schluss zulassen? Kann da jetzt nicht den Zusammenhang entdecken.
  9. Empirie, keine Theorie. 😉 Aber die Gefahr besteht möglicherweise, ja. Wobei in dem Fall Sätze wie oder wahrscheinlich auch nicht gerade zur Entwirrung bzw. Ermutigung beitragen. Das macht die Informationen aber trotzdem nicht weniger richtig. Ich denke, man muss hier ausgehend von der Sachlage bewerten, wieviel Information man dem Gegenüber zumuten kann. Auf mich macht der TE mit seinen Beiträgen jedenfalls den Eindruck eines zwar leidenden aber immer noch sortierten, nüchtern-reflektierten Menschen, welcher zunächst sachlich die Optionen abwägen möchte um darauf basierend seine Therapie-Entscheidung zu treffen. Gibt ja auch durchaus Menschen (dazu zähle ich mich selbst), die sich vor einer (wie auch immer gearteten) medizinischen/therapeutischen Behandlung gern einen sachlichen Überblick verschaffen über vorhandene Optionen, Erfolgsaussichten usw. Und eben gerade nicht hören/lesen wollen: Das hier ist deine Option (obwohl es vielleicht ebensogute oder sogar bessere Alternativen gibt). Wenn ich mit dieser Einschätzung aber völlig daneben liegen und das hier ein akuter Schrei nach Hilfe sein sollte, dann wäre die Methode ohnehin absolut zweitrangig.
  10. Verstehe nicht, worauf du hinaus willst. Ich stimme dir doch zu: Ein guter Therapeut schaut methodisch im Bedarfsfall auch über den Tellerrand - und ohnehin ist die therapeutische Allianz wichtiger für den Therapieerfolg als die Methode. Mir ging es nur darum, dass eine Therapie mit grundsätzlich tiefenpsychologisch fundierter Ausrichtung hier keine speziellen Vorteile ggü. einer grundsätzlich verhaltenstherapeutisch ausgerichteten Therapie besitzt (was deine Antwort m. E. suggeriert hat). Und dass es auch noch eine dritte Option namens Psychoanalyse gibt. Meine Antwort war kein Therapiegespräch, sondern eine sachliche Antwort auf eine sachliche Frage (welche Methode ist "die" richtige).
  11. Grundsätzlich volle Zustimmung zu deinem Beitrag. Allerdings ist der TE mit einer kognitiven Verhaltenstherapie mindestens ebensogut beraten. In bezug auf Depressionen haben beide Therapieformen eine ähnliche Wirksamkeit, bei der Behandlung von (sozialen) Phobien und zwischenmenschlichen Konflikten zeigt die KVT im Schnitt sogar eine signifikant höhere Wirksamkeit - jedenfalls was die Remissionsrate betrifft. Die dritte Option (da ebenfalls von den Krankenkassen übernommen) wäre eine Psychoanalyse, die allerdings i. d. R. deutlich länger dauert. Dazu ist sie empirisch weniger gut abgesichert und m. E. methodisch eher fragwürdig. Von einer grundsätzlichen Wirksamkeit bzgl. Depressionen/Angststörungen (ggü. "Placebo" bzw. Warteliste) darf man zwar auch hier getrost ausgehen, aber im direkten Methodenvergleich ist das Bild eher unklar. Einerseits, weil systematische soziodemographische Unterschiede zwischen den Patientengruppen von PA und KVT bestehen, die den Vergleich erschweren - andererseits, weil auch die Ergebnisse selbst ambivalent sind (die Notwendigkeit bzw. Häufigkeit einer Folgebehandlung scheint bei PA-Patienten mit Angststörung und/oder Depression ggü. entsprechenden KVT-Patienten verringert zu sein, andererseits weisen die KVT-Patienten nach der Behandlung im Schnitt weniger Krankheitstage auf). Für mich persönlich wäre eine Psychoanalyse rein methodisch nichts, weil sie mir wie eine elaborierte Form der Kaffeesatzleserei erscheint, aber letzten Endes muss jeder für sich selbst entscheiden bzw. herausfinden, mit welcher Therapieform er am besten fährt. Diese 3 genannten Optionen bestehen jedenfalls in Deutschland als Kassenleistung. Sofern die gegenwärtige Gemütsverfassung es zulässt, würde ich dem TE daher empfehlen, sich mal einen kurzen Überblick über die 3 Methoden zu verschaffen und sich dann für diejenige zu entscheiden, die ihn am ehesten anspricht. Als Ergänzungen noch: Wenn der TE sich seinen Therapeuten direkt suchen will, ist das wahrscheinlich am einfachsten über die Webseite der kassenärztlichen Vereinigung seines Bundeslandes möglich, weil dort direkt all diejenigen Therapeuten gelistet sind, bei denen eine Abrechnung über die Krankenkasse möglich ist. Sofern vor der Therapie erst einmal eine umfassende Diagnostik gemacht werden soll (etwa um eine mögliche Persönlichkeitsstörung oder das Vorliegen/den Scherwegrad einer Depression abzuklären), ist das möglicherweise durch einen entsprechenden Termin beim Psychiater schneller möglich - die Wartezeit auf den Therapieplatz bleibt davon aber unberührt. Im Akutfall (z. B. bei ernsthaften Suizidgedanken) kann man abseits von den bereits genannten Optionen auch direkt an die nächste psychiatrische Notambulanz wenden.
  12. Wäre hilfreich zu wissen, welcher Art deine erwähnten Probleme/Verhaltensmuster sind.
  13. Aus der Ferne ist es natürlich schwer (zumal ausgehend von Informationen aus zweiter Hand), den Schweregrad ihrer Symptome auch nur halbwegs einzuschätzen. Was du so schilderst, könnte allerdings durchaus auf eine depressive Episode hindeuten. Ich würde deiner Freundin auf jeden Fall raten, das Ganze von einem Arzt oder einem Therapeuten diagnostisch abklären zu lassen und ggf. auch eine Therapie und/oder medikamentöse Behandlung ernsthaft in Betracht ziehen. Die möglichen negativen Auswirkung auf eine Anstellung im Staatsdienst würde ich hier an zweiter Stelle sehen. Gesundheit geht immer vor! Ich will zwar keine Panik verbreiten, aber Depressionserkrankungen (was allerdings auch ausdrücklich sehr schwere Formen einschließt) verkürzen die Lebenserwartung eines Menschen im SCHNITT um ca. 10 Jahre (höheres Suizidrisiko, Vernachlässigung der eigenen Gesundheit sowie psychischer und physischer Stress), d. h. in etwa so viel wie das Rauchen. Nur um zu zeigen, dass das keine Lappalie ist. Nun zu den Befürchtungen deiner Freundin: Im schlimmsten Falle bliebe ihr die Verbeamtung verwehrt - so what? Dann kann sie immer noch als Angestellte arbeiten (ob sie überhaupt verbeamtet wird, ist auch ohne psychische Erkrankung im Lebenslauf nicht gewiss) und/oder ihr Glück bei anderen Dienstherren probieren! Leichte/mittelschwere depressve Episoden - zumal wenn sie sich mit Prüfungsstress begründen lassen - sollten heute allerdings kaum noch ein Ausschlusskriterium für die Beamtenlaufbahn sein. Fast jeder Fünfte erkrankt im Laufe seines Lebens mindestens einmal an einer Form der Depressionserkrankung. Betrachtet man psychische Erkankungen insgesamt, so ist allein innerhalb eines einzigen Jahres mehr als jeder Vierte Deutsche mindestens einmal betroffen. Psychische Erkrankungen sind zunehmend gesellschaftlich akzeptiert und das gilt bzw. sollte auch zunehmend für Personalentscheider im Staatswesen gelten. Bei schweren Erkrankungen (insbesondere solchen, die dauerhafter Natur sind wie bspw. Persönlichkeitsstörungen) sieht das in bezug auf den Beamtendienst freilich anders aus, aber (die meisten) Depressionserkrankungen heißen heute nicht umsonst depressive EPISODEN. Eben weil sie nur temporär auftreten und vor allem ein einmaliges Vorkommen praktisch keine Prognosekraft für die Zukunft besitzt. Auf der anderen Seite ist die Problematik mit psychischen Erkrankungen im Zusammenhang mit einer Anstellung im Staatsdienst auch den meisten Therapeuten bewusst und wenn man da seine Sorgen von Beginn an offen kommuniziert, lassen sich einige Therapeuten auch darauf ein, eine mildere bzw. abgeschwächte Diagnose zu stellen, um dem Patienten diesbezüglich möglichst keine Steine in den Weg zu legen.