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Entwurzelt

Eintrag erstellt von selfrevolution · - 274 Ansichten

...noch nicht ganz zwei Monate wohn' ich jetzt hier, und muss sagen: es is' zach. Meine Freundin hat das, was ich erlebe, als "entwurzelt" bezeichnet, und es passt einwenig. Es is' hier nicht so, dass ich mal "ein paar Wochen ohne meine Leute" bin oder "eine kleine Pause mache". Wenn ich in Wien bin, und ich habe heute Lust drauf, rauszugehen, dann is' das vielelicht etwas gar spontan, aber es wird sich schon wer finden, der noch in meinen Lieblings-Billardschuppen mitkommt und einen Cocktail schlüft. Und wenn sich heute partout nichtmal findet, dann halt in den nächsten Tagen. Aber hier ... hier kenn' ich niemanden. Und zwar wirklich niemanden.

...ich dachte mir, dass ich wieder mit dem Sport beginne und bin einem Verein beigetreten. In Wien habe ich ja letztes Jahr schon wieder angefangen, war dann aber zu Beginn der Saison verletzt. Es ist natürlich absurd, hochmütig und realitätsfremd, zu erwarten, dass man in einer fremden Stadt einem Verein beitritt und sofort seine Stammposition bekommt und imemr durchspielt. Die haben natürlich wen auf der Position, der gut spielt. Und die haben einen Ersatzspieler für den. Und dass ich jetzt auf einer anderen Position spiele und dafür offenbar trotz grauenhafter Leistungen die erste Wahl zu sein scheine und zumindest die Hälfte der Zeit spiele, is' nachvolltziehbar. Aber irgendwie is' es nicht wie daheim, wo ich zu meinem Verein gehe und weiß, dass ich ein Leiberl auf meiner Position hab', und auch wenn mein Verein mittlerweile einen Ersatz für mich gefudnen hat (ich war ja lange nicht da), teile ich meine Stammposition 50/50 und spiel' die andere Zeit auf einer anderen coolen Position. Bank'lwärmer (also derjenige, der mit seinem Hintern die Ersatzbank warm hält) is' so gar nicht meine Position.

...ich hab' hier mal "ein bisschen" geschaut, ob's Leute gibt, die Musik machen wollen. Halt im Netz. In Wien is' das natürlich anders, da kennt man schon seine Leute, und auch wenn man nicht aktiv sucht, findet man zumidnest zum Jammen wen, der einen dann zu Gigs überredet und schwupps hat man zwei Bands ohne je gesucht zu haben. Hier suchen die Leute im Internet offenbar keine Bassisten, sondern gitarristen. Hab' mit ein paar Typen verabredet, und dann hab' ich festgestellt, dass das nichtmal in Hamburg sodnern in einer komplett anderen Stadt is'; und diese drei Mädels, mit denen ich geschrieben hab', die suchen einen Metal-Gitarristen. Ich hab' daheim ein bisschen geschaut, was geht, aber weder Metal noch Gitarre sind so wirklich mein's. Es geht schon, aber irgendwie is' es einfach leiwander mit den Fingern einzelne fette Saiten zu zupfen, sich an den Tonleitern entlangzuhandeln, und die tiefen Töne zu spüren. Die Gitarre verzerrt zu spielen, das klingt bei mir wie Krach und trotzdem irgendwie einfach lahm. Ich hab' kein Gefühl für das Instrument. Für's Lagerfeuer reicht's, aber naja. Und Metal is' sowieso nicht mein's.

...das Nachtleben is' sein corona ja schon in Wien eher traurig gewesen, aber hier is' es erbärmlich. Nicht nur wegen der strengeren Maßnahmen, sondern vor allem wegen mir. Wenn ich heuteabend in Wien auf ein Konzert gehen will ... ich schau' mal, ob ich jetzt "auf die Schnelle" auf Facebook was seh' ... hm', naja "scheiß" und wirgendwie auch nicht: Offenbar is' Facebook auf meinen neuen Standtort eingestellt und zeigt mir nichts in Wien, sodnern nur Veranstaltugnen in Hamburg an. Heute gibt's hier sogar was. Und Freitag gibt's auch was, was mich interessiert. :whistling: Gut, is' doof für meine Selbstbemittleidung, aber in Wien bin ich auf Konzerten nicht allein, sondern kenn' die Bands, die Veranstalter, die Fans oder sonst irgendwen. Das erste Konzert, das ich hier gesehen hab' war im Molotow, und es war irgendwie scheiße. Die Plätze wurden zugewiesen, es waren nur alte und schirche Leute da; auch die Bands waren irendwie schirch und die Musik war zach.

...also einfach mal (es is' ja ein Blogeintrag) alles aufgezählt:

Erstes mal Weggehen: EM Public Viewing (Italien-England). Bin in eine Random Bar in der Schanze gegangen und wurde sehr freundlich begrüßt. Ein so ein älteres Pärchen hat mich eingeladen, bei ihnen zu sitzen und wir haben uns echt suepr verstanden. ein hübsches Mädel hatte am selben Tisch ein Tinder-Date. Nach spielende is' ihr Typ irgendwann mal kurz weg und ich haB' sie angequatscht. wir haben und gut unterhalten; ich war aber dann auch recht offen damit, dass ich 'ne Freundin hab', und außerdem hatte ich auf den eindruck, dass das Date gut lief. An sich hät' ich mit den beiden gern Nummer getauscht oder irgendwas ausgemacht, einfach um hier Leute zu kennen. Aber ich hab' halt nicht gefragt, sondern nur tausend Andeutungen gemacht. Also entweder haben die's nicht verstanden oder sie fanden mich halt doch so scheiße, dass sie's nicht vestehen wollten.

Zweites Mal weggehen war eienn Tag später in der selben Bar. Bin alleine dort gesessen, hab' das spiel angechaut, und dann bin ich heim. End of Story.

Drittes Mal Weggehen: Molotow - gosh, war das scheiße. Aber ich hab' dann eine süße kleine Bar entdeckt, in der ich mich echt wohl gefühlt hab'. Wurde sehr, sehr direkt von einem Mädel angesprochen, aber irgendwie hab' ich's verkackt (wie auch immer das geht). Hab' dort auch andere Leute getroffen, aber es war halt bloß das: belanglose Bargespräche. Ich war ein paar Tage später nochmal dort, hab' mich mit einer Gruppe Mädels unterhalten, die Anfang 20 waren, und bin dann halt wieder heim.

 

Dieses Wochenende der erste hm... "Teilerfolg": Freitagnacht war ich auf einem Konzert, und die Musik war toll, und es war schln. Ich hab' zwar genauso nur mit der Betrunkenen alten und den beiden lauten, betrunkenen und nicht ganz so hübschen Mädels am Tisch geplaudert, aber die Musik und die Stimmung waren echt toll. Und Samstag war ich wieder dort und bin mir erst super alt vorgekommen, weil einfach das komplette Publikum alt war. Alle so zwischen 35 und 65, hauptsächlich Männer und ein paar Pärchen. Aber dann hab' ich sie gesehen: die eine Frau, die grob in meinem Alter war (sogar ein paar Jahre jünger), die da alleine saß. Ich hab' gewartet, bis die zweite Band aufgehört hat, meinen Mut zusammengenommen und sie angesprochen. spätestens nach "ich wohn' mit meienr Freundin zusammen", also nach 3 Minuten, waren alle Chancen auf einen Aufriss vorbei (wahrscheinlich gab's die auch davor schon nicht, also ich hab' jetzt wenig "Flirt" gespürt), aber wir haben uns gut unterhalten. Irgendwann kam ein Kumpel von ihr, und ich hab' mit den beiden Nummern getauscht und ... wahrscheinlich war's das auch. Denk' nicht, dass ich die wieder sehen werd', man soll da jetzt nicht zu viel reininterpretieren (versuchen werd' ich's trotzdem mal).

 

Aber nach fast zwei Monaten mal zwei Telefonnummern, die ins Leere laufen werden, brrrrrr. Das is' traurig, und ich komm' mir vor, wie ein Schatten meiner selbst: einsam auf Konzerten sitzen, ohne irgendwen zu kennen, mit dem Arsch die Ersatzbank wärmen und nicht alles vom Verein zu bekommen, was man sich wünscht, keine Spieleabende mit Freunden haben, ich hab' das Gefühl, dass meine einzige Freizeitaktivität (neben dem Wärmen der Ersatzbank) das Essengehen und LoL-Zocken mit meienr Freundin is'. Ich hab' auf Tinder genau drei Matches, die von irgendwo weit weg sind, eine die mich nach ein paar Nachrichten wohl unmatched hat und eine, die vielelicht ganz okay is', aber ich find' Tinder Scheiße und hab' irgendwie gar keine Lust, die anzuschreiben. In den "Neu in Hamburg"-Facebook-Gruppen reagiert keine Sau auf mich, und jo. Ich vermiss' meine Leute, und noch vermissen die mich wohl auch; immerhin schreiben die mir regelmäßig SMS, wenn sie sich treffen oder "einfach so".

Gibt's ein versöhnliches Ende dieses Beitrag's?

Naaaah!!! Ois Oasch! Und jetzt losz mi suddan!



4 Kommentare


Empfohlene Kommentare

In dem song geht's zwar drum, dass sich einer aus Wien schleichen will und heim nach Fürstenfeld will; aber trotzdem weckt das erhöhte Heimatgefühle. ^^

 

 

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Wurde sehr, sehr direkt von einem Mädel angesprochen, aber irgendwie hab' ich's verkackt (wie auch immer das geht).

Ja das kenn ich. Sind meisten psychisch Kranke Frauen die einen ansprechen, weil kein Mensch in deren Muster passt sind die verzweifelt. 

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Bei den letzten 2 war das bei mir auf jedenfall so.... Und ich werde echt häufig von Frauen angesprochen ca. 6 mal in Monat. 

Hat man schon gemerkt das die in ihrer letzten Beziehung sehr unter psychischer Gewalt gelitten haben. Und wo ich das angesprochen habe, hatte mir der Gesichtsausdruck schon alles verraten....

Allgemein hat dein Beitrag auch ein sehr depressiven Touch.....das strahlt man dann auch nach außen und dann sind die Ergebnisse nicht so toll.

Wir erzeugen unsere eigene Realität durch unsere Gedanken. 

 

bearbeitet von seductionguru

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