Vorgehen bei gefühlter oder indirekter Fremdbestimmung

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@Aldous Danke und beim oberen Teil ist es mir klar. Beim unteren bin ich mir nicht sicher. 

Deine Meinung ist dann auch bei den Behörden nachzufragen und einen Termin beim Psychologen zu machen? Bin etwas verwirrt.

 

Ich fühle mich in der Situation neutral wie immer, nichts besonderes.

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vor 3 Minuten, luki94 schrieb:

Ich fühle mich in der Situation neutral wie immer, nichts besonderes.

Neutralität gehört zum Job eines Sachverständigen dazu. Gleichzeitig kommste mit Neutralität bei Richtern....äh?...bei fachlichen Laien nicht weit.

Ist wie mit den Klimadaten. Von der Sache her, sind die Daten seit nem halben Jahrhundert bekannt. Dennoch passiert nix. Würden wir aufgrund von Sachverstand handeln. Also aufgrund von Fakten, die mit Verstand berücksichtig werden, würden wir seit nem halben Jahrundert angemessen auf den Klimawechsel reagieren. Wir reagieren aber kaum.

Es brauch erst ne 15-jährige Schwedin, damit sich etwas mehr tut. Frage ist, warum das so läuft?

Antwort ist, meiner Erfahrung nach: Weil Greta einerseits in der Sache nüchtern ist, als mit Verstand an die vorliegenden Daten herangeht - und sie gleichzeitig in ihrem Auftreten emotional ist. 

Ich hab grad ein mehrjähriges Projekt, wo ich im letzten halben Jahr paarmal das Gleiche erklärt hab. Ohne, dass es wen interessiert hat. Mach ich gerne. Werd ich ja auch für bezahlt. Stand halt auf der Agenda und war nicht akut. Also alles locker. Keiner verläßt die Deckung. Steter Tropfen ohne Effekt. Ist dann so.

Vor paar Wochen mehren sich dann die ersten Kollisionen. Letzte Woche verliert ein junger Projektsteuerer die Nerven und mault ne Runde etablierter Fachleute an. Solche Momente sind die Sprungbretter, wo du die Taktik wechseln darfst. Vom steten Tropfen zum Resetknopf. Indem du eskalierst, als ob es kein morgen gäbe. Musst nur drauf achten, dass niemand das Gesicht verliert. Ziel ist, dass danch die Karten neu gemischt werden.

Kurz gesagt, muss es -wenn verschiedene Interessen gegeneinander stehen- oft erstmal knallen, bevor man verhandeln und sich einigen kann.

Ist beim Verhältnis mit deinen Eltern nicht anders, als mit denen Chefs. Mit Eltern muss man Konflikte austragen, um erwachsen zu werden. Und Chefs lassen sich von Auszubildenden ungern erklären, was sie richtig machen sollen.

Bedeutet:

Wenn du der erfahrene Sachverständige bist, dann müssen die Richter erstmal merken, dass du fachlich kompetent bist. Logo. Und genauso müssen sie merken, dass du persönilch integer bist. Also dich beispielsweise nicht profilieren willst. Oder irgendwelche persönlichen Themen in deine Analysen reinragen - und du die Grenzen deiner Kompetenzen auf dem Schirm hast. Das ist dann schon weniger logo, sondern schwierig. Aber so oder so musste fachlich neutral sein. Sonst brauchste garnicht erst anfangen. Das ist die Basis.

Damit sie dir zuhören, müssen sie aber auch spüren -und zwar nicht nur merken, sondern spüren- dass dir wichtig ist, was du vorträgst. Und da kommt die Emotionalität ins Spiel. Da geht mit dem Fühlen los. Ist was, was man nicht steuern kann. Sondern man kann nur die Hosen runterlassen und authentisch sein. Ist genau genommen, die Basis für die Basis der fachlichen Kompetenz.^^

Dafür isses wesentlich, dass man Übung darin hat, mit seinen persönlichen Themen umzugehen. Also man nen guten Draht zu sich selbst hat. Und damit bist du in deinem Alter grad am Anfang. Also am Anfang der Autonomie und am Ende der Fremdbestimmung durch deine Bindungspersonen. Weil - wenn du beispielsweise nen Thema mit Fremdbestimmung hast, dann kann es durchaus sein, dass du die Sachlage der Schadstoffthematik in deiner Ausbildung erfasst hast - und du gleichzeitig auch die Fremdbestimmung durch deine Eltern und deine Chefs erfasst. Und dir deine Eltern und deine Chefs - und auch die Behörden- darum nicht zuhören wollen, weil die beiden Themen miteinander verbandelt sind.

Die hohe Kunst ist darum, zu differenzieren. Und das kann man nur üben. Immer in kleinen Schritten. Insofern machste das schon ganz richtig, was du machst. Also würd ich sagen.

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@Aldous Danke für deine Ausführungen! Sind für mich verständlich und kann ich nachvollziehen. 

Klar, bin ich fachlich neutral und nicht allwissend. Finde aber auch, wenn man nachfragt und keine klaren oder keine widersprüchlichen Antworten erhält, kommen weitere Fragen auf. 

Einen guten Draht zu mir habe ich nur manchmal und in einigen Punkten gar nicht.

vor 33 Minuten, Aldous schrieb:

Weil - wenn du beispielsweise nen Thema mit Fremdbestimmung hast, dann kann es durchaus sein, dass du die Sachlage der Schadstoffthematik in deiner Ausbildung erfasst hast - und du gleichzeitig auch die Fremdbestimmung durch deine Eltern und deine Chefs erfasst. Und dir deine Eltern und deine Chefs - und auch die Behörden- darum nicht zuhören wollen, weil die beiden Themen miteinander verbandelt sind.

Das habe ich nicht ganz verstanden? 

 

Ich mache eben die Ausbildung, will sie fertig machen und will studieren. Das weiß ich, nur dann weiß ich wieder nicht, was ich studieren mag...viele Interessen und kann mir viel vorstellen. Ich bekomme da keine Perspektive und Lösungen für mich hin.

Gibts da noch Tipps? Außer psychologische Beratung?

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vor 8 Minuten, luki94 schrieb:

Das habe ich nicht ganz verstanden? 

Es ist immer so, dass man eigene Erfahrungen in die Beurteilung von Sachverhälten reinbringt. Bei dir wird das das Thema Fremdbestimmung sein. Faktisch biste dadurch fremdbestimmt, dass deine Chefs das Sagen haben. Wenn dich das stört - dann wird dein Gegenüber das merken. Und wenn es keine Lust hat, sich mit dem Sachverhalt zu befassen, wird es die Diskussion auf die persönliche Ebene ziehen. "Der sagt das nur, weil er so und so ist." Von der Sache her ist das dann natürlich Quatsch - und dir gegenüber ungerecht.

Und sobald du dich darüber ärgerst, passieren zwei Sachen:

Erstens geht der Fokus weg vom Sachverhalt und weiter in die persönliche Schiene. Also in ne Richtung, die du nicht willst.

Und zweitens läßte dich quasi dadurch fremdbestimmen, indem du dich über die Fremdbestimmung ärgerst. 

Darum isses hilfreich, die eigenen Themen möglich gut auf dem Schirm zu haben. Und zu differenzieren.

 

vor 17 Minuten, luki94 schrieb:

Gibts da noch Tipps? Außer psychologische Beratung?

Try an error. Wenn möglich, setz dich in ein paar Vorlesungen und guck, was dir liegt. Mach ein paar Praktika. Usw.

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Danke!!

 

Ok, nun verstanden. Also damit ich da sensibler bin und mir ein Abgleiten in die persönliche Ebene weniger passiert. 

 

Ja, anders wird es für mich wohl nicht zu lösen sein.

Bei einer Behörde werde ich nachfragen und mich informieren. Habe große Angst um die Gesundheit und das blockiert mich zusätzlich...allein schon wie oft ich daran denke etc.

Ich nehme das auch mit ins Privatleben, habe dann schlechte Laune und konnte nicht verweigern, das wäre Arbeitsverweigerung 😕

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vor einer Stunde, luki94 schrieb:

Ok, nun verstanden. Also damit ich da sensibler bin und mir ein Abgleiten in die persönliche Ebene weniger passiert. 

Ich seh das so:

Wenns um einen selbst geht, dann kann einem eich nix besseres passieren, als in die persönliche Ebene abzugleiten. Und dabei können psychologische Berater wesentlich unterstützen.

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Ok, dann werde ich schauen, dass eine psychologische Beratung vielleicht hilft die Dinge besser zu ordnen. 

Einfach wieder abbrechen kann ich auch nicht schon wieder.

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