Vorgehen bei gefühlter oder indirekter Fremdbestimmung

82 Beiträge in diesem Thema

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Hallo, 

ich habe eine Frage und zwar was kann man tun, wenn man sich fremdbestimmt fühlt ? Persönlich hasse ich das Gefühl und ich leide darunter. 

Es gibt momentan einige Probleme, keine Freunde, kein Sport, noch nie eine Freundin, Ausbildung, die mich nur noch ankotzt und die ich nie hätte beginnen sollen (irgendwie auf Anraten der Eltern passiert und aus Angst nochmals beim Studium zu versagen), Stress mit den Eltern,...

 

Sehe auch klare Gesundheitsgefahren, meine Eltern bekommen es mit, auch dass ich klar darunter leide und dann bin ich der Böse...verstehe ich nicht. Sie denken eben, dass ich geistig eine Macke habe oder mich nicht anpassen kann. Ich empfinde Sorgen bezüglich einer realen Gesundheitsgefahr aber für normal...mich kotzt das extrem an und finde keine Lösung. Werde sogar angeschrien und meine Eltern plädieren für aushalten...das empfinde ich als krank. Wieso sollte ich bewusst eine Gesundheitsgefahr aushalten?!

Dazu fühlt sich alles fremdbestimmt an, jeder Tag geht vorbei und nichts am Tag ist etwas wo ich sage ich habe es gewählt oder mir hat es heute Spaß gemacht. Das Meiste passiert völlig nutzlos und habe das Gefühl es kann mir nicht nur physisch schaden, sondern schadet mir bereits schon psychisch. 

Im sonstigen Umfeld ist alles super, duales Studium, Freunde, Freundin etc....ich will nicht immer die Arschkarte ziehen. Genau das ist aber der Fall und verstehe es nicht. Bis zum Abi war alles super, danach bekomme ich irgendwie kein Fuß mehr auf den Boden und das Ganze verunsichert mich immer noch mehr.

 

Habt ihr Tipps ? Meinungen ? 

 

Würde mich freuen! Viele Grüße

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vor 2 Stunden, luki94 schrieb:

Das Meiste passiert völlig nutzlos und habe das Gefühl es kann mir nicht nur physisch schaden, sondern schadet mir bereits schon psychisch. 
...
Habt ihr Tipps ? Meinungen ?

Luki,

Wir haben im November darüber gesprochen ob es eine Option ist, dir professionelle Beratung/Begleitung zu suchen. Hast du dir überlegt da was zu machen?

 

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Hallo, 

 

danke für deine Antwort! 

Ja habe ich. Werde bei einem Psychologe einen Termin ausmachen. Leider fehlt mir nichts anderes ansonsten ein...

 

Bezüglich der Gesundheitsgefahr am Arbeitsplatz mache ich mir natürlich auch große Sorgen und weiß nicht was ich tun soll. Gesagt habe ich schon etwas, niemand weiß Bescheid, aber hin mussich ja trotzden weiterhin...weiß es einfach nicht 😕

Fakt ist: Ausbildung und Leben ist geradeeine ziemliche Qual und bin froh wenn jeder Tag rum ist.  Das ist aber kein Zustand den ich mag und so war ich auch nie. 

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vor 7 Minuten, luki94 schrieb:

Bezüglich der Gesundheitsgefahr am Arbeitsplatz mache ich mir natürlich auch große Sorgen und weiß nicht was ich tun soll.

Wie sehen das deine Ausbildungskollegen?

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Du bist 25 nehm ich an?

Reicht dein Gehalt, um eigenständig/unabhängig von Eltern oder Ämtern leben zu können? Evtl. lohnt sich ja Zusammenziehen mit der Freundin, da läuft es ja ganz gut wie du sagst? Oder halt eine kleine Single-Wohnung. Duales Studium wird ja in manchen Fällen schon ganz gut bezahlt bzw. gleichwertig mit einem Lohn im unteren/mittleren Bereich.

Ich verstehe das mit der Gesundheitsgefahr nicht...was genau ist da gefährdend? Die Auseinandersetzung mit dem Leben/Eltern/Job...oder hantierst du auf der Arbeit mit gefährlichen Stoffen herum!? ^^

Prinzipiell verstehe ich was du meinst mit "Fremdbestimmung"...aber das ist nur die halbe Wahrheit. Du bist 25...du kannst jeden Morgen, wenn du deine Augen aufmachst, auf's neue bestimmen, wer du bist und womit du deine Zeit verbringst. Wenn deine Ausbildung gerade erst begonnen hat, kannst du dich ja evtl. nach etwas anderem umsehen...ansonsten würde ich sagen: Augen zu und durch...zumal im Leben noch schlimmere Dinge auf dich warten, als eine Ausbildung 😉

Das Ding ist, dass die meisten sich als Opfer hinstellen und denken, sie seien fremdbestimmt oder handlungsunfähig...das stimmt aber nicht. Nimm dir eine Tätigkeit täglich vor, die nur du bestimmst...am besten Sport. Da schlägst du gleich mehrer Fliegen mit einer Klappe...schüttet Glückshormone aus, Bewegung, Muskeln, andere Menschen (neue Freunde!?), Antrieb & Motivation, neue Ziele etc.

 

PS: Was ist denn nun mit deiner Freundin....gibt es sie oder nicht?

vor 18 Stunden, luki94 schrieb:

Es gibt momentan einige Probleme, keine Freunde, kein Sport, noch nie eine Freundin, Ausbildung, die mich nur noch ankotzt und die ich nie hätte beginnen sollen (irgendwie auf Anraten der Eltern passiert und aus Angst nochmals beim Studium zu versagen), Stress mit den Eltern,...

Im sonstigen Umfeld ist alles super, duales Studium, Freunde, Freundin etc....ich will nicht immer die Arschkarte ziehen. Genau das ist aber der Fall und verstehe es nicht. Bis zum Abi war alles super, danach bekomme ich irgendwie kein Fuß mehr auf den Boden und das Ganze verunsichert mich immer noch mehr.

 

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@Helmut Danke für die Antwort und leider bin ich da der Einzige, kann es dir gerne in einer privaten Nachricht schildern wenn du magst? Ich leider darunter und es sind konkrete Anhaltspunkte, das verstärkt alles noch...ziellos, unzufrieden und dann das noch...

 

@LastActionHero Danke auch für deine Antwort. Bin wirklich ratlos...ist zu viel, ich war früher anders und die ganze Gemengelage ist wirklich komplex.

Also ich habe es wohl etwas undeutlich formuliert...sorry. Ich mache eine Ausbildung, kein duales Studium und habe auch keine Freundin. Es war auf das Umfeld bezogen bspw. Bekannte oder Geschwister, die alle studieren, alle irgendwie besser zurecht kommen und auch eine Freundin haben. Ich hatte noch nie eine. Selbst meinen Geschwistern rennen zum Teil die Mädels hinterher...von mir wollte noch nie eine irgendetwas wissen.

Das Geld reicht nicht wirklich, die Mieten sind extrem teuer und es lohnt sich einfach nicht für ein paar km auszuziehen und dafür am Ende kaum mehr Geld für anderes zu haben. Ich möchte das Geld gerne in anderen Bereichen verwenden, die Miete würde hier im Umkreis 80-85 % des Gehaltes nehmen. Auto muss man auch tanken, mal ein Zugticket, etc...

Kann es dir auch gerne in einer privaten Nachricht schreiben wenn du magst? 

Ja, ich weiß, ich will sie auch beenden, merke aber, dass ich unter der Gesundheitsgefahr stark leide und es aus meiner Sicht zu locker gehandhabt wird, die Ausbildung dauert aber noch knapp über ein Jahr. Abbrechen mag ich nicht, mich psychisch erledigen genauso wenig, ich merke schon jetzt wie ich das ins Privatleben mitnehme und es mich hemmt, ich überschreite dauerhaft persönliche Grenzen ohne das Gefühl zu haben etwas dagegen tun zu können, da ich die Ausbildung ja beenden möchte. 

Ok, verstanden. Werde damit beginnen. 

Nein, die Freundin gibt es wie gesagt nicht. 

 

 

 

 

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Gast

Dass man die vollkommene Kontrolle über sich und sein Leben habe kann ist eine Illusion, die einem - zu Recht - vorgegaukelt wird, weil es für die Gesellschaft und für Menschen überhaupt wichtig ist, zu denken, dass ihr Schicksal in ihrer eigneen Hand liegt. Wenn sie das nämlich nicht mehr glauben, dann nutzen sie nicht einmal das kleine Bisschen Selbstbestimmung, das sie haben und hören auf sich für ihr Leben zu bemühen.

Aber manche Menschen zerbrechen an der teilweise sehr starken Diskrpanz der Erwartung, dass man sein Leben selbst in die Hand nimmt auf der einen Seite und den Ansprüchen und Problemen die kommen von der anderen Seite: "Nimm dein Leben selbst in die Hand, übernimm Verantwortug ... aber sei der, der ICH will, dass du bist. Studiere was auch immer du willst, Hauptsache es ist ein Duales Studium Medizin/Biotechnik! Und warum hast du noch immer keine Freundin? In deinem Alter waren deine Mutter und ich schon verlobt, und ich hatte auch schon genügend Kerben. Schau dir einfach an, wie's deine Geschwister machen! Stell dich nicht so an, ertrag den Stress, denk selbst nach, aber deine Sorgen sind unbegründet und denk doch einfach nicht daran."

Wie man davonloskommt ... keine Ahnung. Ich kenn' das nur von anderen, und ich hab' den Eindruck, dass die's nie geschafft haben, sich so wirklich zu lösen, dass sie sich mit 35 noch von ihren Eltern runterputzen lassen, eifersüchtig auf die Geschwister sind und unabhängig davon, wie erfolgreich sie im Leben sind, immernoch das Gefühl haben, dass ihre Klassenkollegen viel mehr erreicht haben. Aber ich hab' schon erzählt bekommen, dass "weglaufen" ganz gut funktioniert: eine andere Stadt, kein Kontakt zu den Eltern, dort versuchen, alleine klarzukommen, daran scheitern, sich in Abhängigkeitsbeziehungen stürzen, sich wieder von jemandem kontrollieren lassen und vielleicht dann auch vor lauter Angst, dass man kontrolliert wird Schluss macht, bevor es ernst wird, dann aber erkennt, dass man den anderen liebt und nicht ohne ihn kann, es nochmal versucht, Panik bekommt, wieder Schluss macht, es nochmal versucht, Panik bekommt, Schluss macht, es nochmal versucht, Panik bekommt, Schluss macht, und irgendwann ist man 40 und es is' einem egal.

 

...aber ja, ausziehen wäre mal ein erster Schritt in die Unabhängigkeit. Da gehen dan halt 80% deines Gehalts drauf und die restlcihen 20 brauchst du zum Leben. Is' es die Freiheit wert? ...keine Ahnug. Die Freiheit bringt Unsicherheit, jedeEntscheidung wird wichtiger und man mnn sich nicht zurücklehnen, man hat keinen, der einem sagt, was zu tun ist und wenn der Herd kaputt is', gibt's kalte Kost ... solange, bis man einen neuen Herd hat, den man vom eigenen Geld gekauft hat. Aber wenn man nicht mehr mit den Eltern in einem Haushalt lebt, kann man auch larer sagen: "Bis hier hin und nicht weiter. Keine Besucht bei mir daheim, um mich für meine chaotische Wohnung zu dissen, keine Fragen, ob ich jetzt endlich eine Freundin hab' und ich mach' den Job und die Ausbildung, die ich will." Solange du finanziell in einer Abhängigkeit zu jemand anderem stehst, is' alles freiwillig ... außer das, was durch eine psychische Abhängigkeit grundgelegt ist. 🤣

...ich versteh' nie, wie all diese Erwachsenen mit 40 noch Bammel haben, wenn die Eltern zu Besuch kommen. Aber manche Menschen sind einfach unfrei im Kopf,... ehrich gesagt: find' dich einfach mit dem Gefühl ab. Is' einfacher. dann bist du halt fremdbestimmt, was soll's? Hm,... obwohl: soll ja doch Menschen geben, die's schaffen, ihre Unabhängigkeit zu gewinnen. Kannst es ja mal probieren ... wenn du willst (erwarte dir aber nicht zu viel von der Freiheit. Kalte Kost is' kein Paradies). Das Schöne is', wenn du Kontrollfreaks als Eltern hast und es nicht schaffst, werden sie dich wenigsten nicht verhugern lassen, sondern wieder daheim aufnehmen, dir erzählen wie blöd du bist, dass du's nicht alleine schaffst, dich psychisch vergewaltigen, einsperren und versuchen, dich noch stärker zu kontrollieren, weil du ja schon bewiesen hast, dass du's alleine nicht schaffst. Is' besser als obdachlos zu sein.

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vor 10 Stunden, luki94 schrieb:

Danke für die Antwort und leider bin ich da der Einzige, kann es dir gerne in einer privaten Nachricht schildern wenn du magst?

Warum bist du in deiner Ausbildung der Einzige der unter der Gesundheitsgefährdung leidet?

Ich denke wir können das auch hiier besprechen, kein Grund für eine private Nachricht. Die anderen Mitleser haben ja auch guten Input.

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Meine Antwort beruht auf der Annahme, dass du 25 Jahre alt bist.

Meine Vorredner haben schon tolle Sachen gesagt. Vielleicht hilft dir das Folgende auch noch weiter:

Am 9.12.2019 um 21:10 , luki94 schrieb:

Sehe auch klare Gesundheitsgefahren, meine Eltern bekommen es mit, auch dass ich klar darunter leide und dann bin ich der Böse...

Am 9.12.2019 um 21:10 , luki94 schrieb:

Werde sogar angeschrien und meine Eltern plädieren für aushalten...

Ich sehe hier schon Mal einen wichtigen Ansatzpunkt: die Abnabelung von den Eltern und die Emmanzipation von deren Meinung. Es ist wichtig, zu verstehen, dass die Sichtweisen deiner Eltern für dein Leben keine besondere Rolle mehr spielen sollten. Man kann schnell den Fehler machen, auch im Erwachsenenalter die Meinung der eigenen Eltern auf ein Podest zu stellen. Aber warum sollte deren Meinung mehr zählen als die Meinung einer x-beliebigen Person? "Weil sie meine Eltern sind und sie mich lieben und kennen und nur das Beste für mich wollen", ist eine gängige Antwort auf diese Frage. Bullshit! Eben gerade weil du etwas besonderes für sie bist, ist ihre Sichtweise meist komplett verzerrt. Auch wenn sie es vielleicht gut meinen, kommt trotzdem oft Kacke raus. Ausserdem: Ist es möglich, dass sich deine Eltern nach wie vor um dich sorgen, weil sie Angst haben, dass du es alleine nicht packst? Falls dem so ist, so bist du und nur du alleine in der Verantwortung, dein Leben in die Hand zu nehmen und deine Eltern von der Bürde zu befreien, sich um dich sorgen zu müssen (die haben sicher auch besseres zu tun). Einen ersten Schritt hast du mit diesem Thread ja schon mal gemacht.

Mit 25 bist du in einem guten Alter, das jetzt in die Hand zu nehmen. Auch wenns noch viele Hürden gibt. Die können aber garantiert alle überwunden werden, sofern du geduldig bist und nicht schon nach dem ersten Widerstand einknickst.

Also: Du willst nicht mehr fremdbestimmt leben? Dann fang an, selbstbestimmt zu leben. Nicht das zuviele "fremd" ist das Problem, sondern das zuwenige "selbst". Du siehst den Unterschied?

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Gast

 

vor 21 Minuten, MrProton schrieb:

Nicht das zuviele "fremd" ist das Problem, sondern das zuwenige "selbst".

Würde den Beitrag ja liken, aber das geht och nicht bei dir. 😉

 

Ein kleiner Trost: mit 25 daheim zu leben is' heutzutage keine große Sache. Is' es eine Wohnung, in dr du dein eigenes Zimmer hast der is' es ein Einfamilienhaus, wo mehr Platz is', evtl. gar getrennt Badezimmer bestehen und so?

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@selfrevolution Danke sehr. :-)

Ich persönlich seh das Problem bei solchen Sachen eben nicht einmal nur im Fakt, dass man noch zuhause wohnt. Das ist ja an und für sich nichts Störendes.

Der Fakt aber, dass man sich immer noch stark von den Einstellungen und Erwartungen seiner Eltern bestimmen lässt, ist meiner Meinung nach eher der Kernpunkt. Und wahrscheinlich ist es schwierig, dieses mentale Durcheinander zu lösen, wenn man noch ständig damit konfrontiert wird. Da spielt es, denke ich, keine Rolle, ob man nun eine eigene Etage zur Verfügung hat oder im Vorgarten im Zelt mit Plumpsklo haust. Aber vielleicht irre ich mich da auch.

Sich von den Eltern zu lösen und zu emanzipieren heisst ja nicht, dass man sie in den Wind schiessen soll. Im Gegenteil: erst sobald diese Emanzipations-Phase durch ist, kann man sich meiner Meinung nach respektvoll, auf Augenhöhe und als getrennte und eigenständige Wesen begegnen. Solange diese Eltern-Kind-Muster hineinspielen, ist dies nur schwer möglich. Es ist aber am erwachsenen Kind, diesen Schritt zu vollziehen, sprich aus der Kind-Rolle herauszutreten und den Eltern zu zeigen, dass es sie nicht mehr länger als Eltern braucht, sondern als geliebte (oder auch nicht geliebte) Menschen. Es ist am erw. Kind, diesen Reifeprozess zu vollziehen und Grenzen aufzuzeigen, an denen sich die Eltern orientieren können - falls sie dazu denn fähig sind.

Vom Alter her spielt es meines Erachtens nach keine Rolle, wann dieser Schritt vollzogen wird: manche machen ihn mit 13, andere mit 25 und wiederum andere mit 40 oder erst richtig mit 60 oder noch später. Ich rede hier nicht von Ausziehen aus der Wohnung, sondern von der rein psychologischen Komponente. Das sind m.E. zwei paar Schuhe. Man kann ausziehen, aber immer noch in dieser mentalen Abhängigkeit sein. Ob es auch umgekehrt möglich ist? Keine Ahnung.

Dieser Prozess kann schmerzen. Es kann hart sein, einzusehen, dass man nicht mehr das Kind ist und auch nie mehr sein wird. Aber mit grosser Wahrscheinlichkeit stellt sich dies dann irgendwann als reiner Hirnfick heraus, weil es sich halt verdammt gut anfühlt, reifer geworden zu sein und von keinen fremden Meinungen mehr abhängig zu sein.

Dies wäre meines Erachtens sicher ein guter Start in ein selbstbestimmtes Leben. Aber es ist am Threadsteller, herauszufinden, ob dem auch so ist.

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Zunächst mal vielen Dank für eure Antworten und den Input! 

 

@selfrevolution Ja, die vollkommene Kontrolle gibt es nicht, sehe ich auch so, aber dauerhaft bei Dingen, die viel Raum einnehmen das Gefühl zu haben, dass es sich irgendwie fremd anfühlt, irgendwie falsch und irgendwie das mit Füßen tritt was einem selbst wichtig ist, dann wird es meiner Meinung nach zur Last und dann entsteht für mich das Gefühl von fremdbestimmt...da ich in dem Zustand nicht mehr aktiv die Kontrolle habe und aufgrund mangelnder Entscheidungskompetenz in diese erst hineingeraten bin. Abstreiten, dass man aber immer einer gewissen Abhängigkeit und Verpflichtung unterworfen ist und die auch durchaus wichtig ist, will ich damit nicht.

Das mit dem sich von den Eltern lösen ist ein Prozess keine Frage, manche schaffen es früher manche später und manche vielleicht nie. Ich arbeite daran, dass es mir noch besser gelingt. Empfinde ich aber insgesamt als eine sehr komplexe Sache.

 

 

 

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@Helmut ich bin der Meinung, dass möglicher vorhandener Schadstoff ignoriert wird und eine Belastung durch diesen nicht sicher ausgeschlossen werden kann. Das für mich sichtbare wirft Fragen auf, auf Nachfrage kann keiner eine klare Meinung geben und die Regeln/Vorschriften besagen ganz klar etwas anderes. Ein Gesetz gibt es aber auch nicht. Darunter leide ich und das macht es sehr schwer für mich. Ich kann es außerdem nicht leiden, wenn in solchen Fragen nicht genau gearbeitet wird und mein Eindruck von einigen Dingen ist Verwahrlosung. 

 

 

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@MrProton ja, sehe den Unterschied. Ich mache auch gerne Fehler etc., wenn ich lernen kann, die sind aber besser auszuhalten wenn selbst davor steht und nicht fremd...

Die Abnabelung habe ich theoretisch verstanden und ja, es gibt unterschiedliche Meinungen. Das empfinde ich aber als völlig ok und kann die Sichtweisen von meinen Eltern absolut nicht nachvollziehen. Eben weil ich ganz klar andere habe. Die Angst, dass ich es alleine nicht packe ist sicher ein Thema und denke das geht allen Eltern so, dass sie ihre Kinder unterstützen oder Einfluss nehmen wollen, es gut meinen und am Ende ist es Kacke. Das kenne ich auch und schon erlebt. Vor allem aber auch wegen meiner mangelnden Entscheidungskompetenz. 

@selfrevolution ja, es wird nicht auf einem Stockwerk gewohnt und es gibt ein eigenes kleines sozusagen. Das Geld würde ich lieber für die ein oder andere Reise ausgeben, habe da schon Pläne gemacht und mag alleine unterwegs sein, auch wenn es nur eine andere Stadt ist, um meine Entscheidungsfreude zu trainieren. Dafür würde ich das Geld lieber ausgeben als für die Miete. Couchsurfing habe ich auch schon gemacht und in einer WG bereits auch gelebt. Momentan bin ich der Meinung, dass ich keine wirkliche Wohnalternative in der jetzigen Situation finde. 

 

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und ja, sehe es auch als etwas psychisches und nicht als etwas räumliches. 

 

Ich weiß nur nicht wo beginnen und wie ich die ganzen Probleme lösen soll? Es ist für mich sehr komplex und groß, mit keinem Bereich bin ich zufrieden und dazu noch die Gesundheitsgefahr. Dabei bleibe ich einfach, bin da wirklich sicher. 

Leider finde ich die Lösungen für mich nicht, und bin innerlich auch durcheinander und habe keine Ordnung, dazu schlechte Entscheidungskompetenz, so kann es nicht funktionieren...und dann noch die Belastung physisch und psychisch durch die Gesundheitsgefahr, das macht mich schon sehr fertig. Obwohl ich die Ausbildung gerne einfach mal abschließen will. Habe sogar dadurch schon psychosomatische Schmerzen und das ist auch kein Spaß...

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vor 24 Minuten, luki94 schrieb:

Darunter leide ich und das macht es sehr schwer für mich. Ich kann es außerdem nicht leiden, wenn in solchen Fragen nicht genau gearbeitet wird und mein Eindruck von einigen Dingen ist Verwahrlosung. 

Hast du eine Antwort, warum deine Kollegen das offenbar nicht so sehen?

vor 14 Minuten, luki94 schrieb:

Leider finde ich die Lösungen für mich nicht, und bin innerlich auch durcheinander und habe keine Ordnung, dazu schlechte Entscheidungskompetenz, so kann es nicht funktionieren...

Deshalb auch meine Anregung dir eine professionelle Unterstützung dazuzuholen.

Wiillst du das probieren, und falls ja, hast du eine Idee wie?

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Was auch hilft: eine sauber strukturierte Liste mit deinen grösseren Baustellen machen: Titel, Ausgangslage, Ursache(n), Massnahmen, Frist.

So hast du das Ganze mal visualisiert und weisst, was zu tun ist. Das gibt einem Mut, da die Probeme nicht mehr so unsichtbar und bedrohend über dir schweben.

Wichtig dabei ist, dir genügend Zeit zu geben, also die Fristen nicht zu eng zu setzen. Und dich darauf einzustellen, dass es evtl. vorübergehend noch eine Zeit lang scheisse läuft bis deine Massnahmen Wirkung zeigen.

Und wie @Helmut sagt, kannst du dabei professionelle Unterstützung hinzuziehen. Genau für solche Phasen sind die da.

Wichtig ist, dass etwas geht, auch wenn es "nur" kleine Schritte sind. Der einzige Fehler, den du machen kannst, ist in Passivität zu verharren. Auch etwas *Falsches" zu machen, bringt dich weiter.

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Am 9.12.2019 um 21:10 , luki94 schrieb:

Habt ihr Tipps ? Meinungen ?

Wenn deine Eltern dir aufm Piss gehen, dann zieh aus. Mit 25 bist du nicht nur alt genug zum ausziehen, sondern auch so alt, dass dir eine eigene Wohnung zusteht. Wenn deine Ausbildungsvergütung dafür nicht reicht, kannst du Wohngeld beantragen. Solange du U25 bist, kann dich das Sozialamt "zwingen" zu Hause wohnen zu bleiben bzw. es muss Gründe geben, weshalb du nichtmehr zu Hause wohnen kannst. Ab 25 hat sich aber erledigt. Deshalb nochmal Einkommen durchrechnen und Ansprüche prüfen lassen. (Sozial)leistungen, auf die man einen Anspruch hat, nicht zu beantragen, heisst Geld auf der Straße liegen zu lassen.

Und hol dir einen WBS (Wohnberechtigungsschein). Solange du noch Azubi bist, ist dein Einkommen noch gering genug, um einen zu beantragen. Damit kannst du dich auch auf geförderte Wohnungen bewerben, die sind billiger. Das beste an einem WBS ist aber, selbst nachdem der abgelaufen ist (und nicht verlängert wird, weil du nach der Ausbildung mehr verdienst), kannst du in der güstigen Wohnung wohnen bleiben.

Was deine Ausbildung betrifft, kommt es darauf an, wie weit du bist. Wenn du nicht gerade erst angefangen hast, solltest du auf jeden Fall durchziehen. Eine zweite Ausbildung kannst du im Anschluss immernoch dranhängen. Und je nachdem, was du gelernt hast, bist du auch relativ flexibel, was den Arbeitgeber bzw. die Branche angelangt. Nach der Ausbildung den Arbeitgeber zu wechseln, ist relativ normal. Um dir diese Möglichkeit offen zu halten, solltest du aber zusehen, dass du in der Berufsschule gute Noten hast und auch eine gute Abschlussprüfung machst.

Solltest du hingegen mit deinem Ausbildungsbetrieb wirkliche Probleme haben, kannst du dich erstmal an den Betriebsrat oder die JAV (falls vorhanden) wenden. Oder wenn es garnicht anders geht, in Absprache mit der zuständigen Kammer (IHK, HWK, etc.) den Ausbildungsbetrieb wechseln. Ausbildung wirklich abbrechen sollte nur deine letzte Notfalllösung sein.

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@Helmut ja, weil das nicht jeder weiß. Ist leider ziemliches "Nischenwissen."..und weiß das zufällig, bin mal darüber gestolpert und jetzt bin ich sensibilisiert und ganz viele andere sind es nicht. Da ich auf Nummer sicher gehen wollte, habe ich einem Sachverständigen meine Ansichten und Beobachtungen geschildert, der meinte da besteht Klärungsbedarf und das Vorliegen von gefährlichen Schadstoffen ist durchaus möglich. Leider kann man auch nach Nachfrage auf der Arbeit niemand sicher was sagen, das lässt dann die Vermutung zu, dass nie wirklich danach geprüft wurde...Darunter leide ich, muss ich ehrlich sagen. Das ist keine Einbildung oder so, es gibt konkrete Anhaltspunkte und darauf ist das bezogen. Wenn einer es sicher ausschließen kann, ist es erledigt, das Problem ist, das ist nicht möglich. Bei der Kammer nachgefragt, Sache des Betriebes...

Denkt ihr eigentlich ein Auslandsaufenthalt würde etwas bringen? Auch wenn es nur über eine kürzere Zeit ist?

Oder eher nicht und Angst etc evtl. irgendwie verstärken? Die Entscheidungsproblematik könnte auch auf Angst beruhen. 

Ja, schaue nach der Hilfe. Das mit den Entscheidungen macht mir am meisten Sorge...habe da jegliches Gefühl verloren...und um seine berufliche Richtungen zu finden ist das sehr negativ. Im Alltag aber oftmals auch.

Welche Idee ? 

 

@MrProton werde mir so eine Liste anfertigen und ja, bin absolut zu lange in Passivität verharrt. Muss offensichtlich aktiv werden und eben auch Fehler machen. Habe leider den Faden verloren wohin ich will, was mich besonders anspricht, etc...und verstehe aber auch nicht wieso. 

 

@grandmasterkermit Ich werde mich informieren, von dem Schein wusste ich jetzt gar nicht. Noch nie gehört. Danke.

Und ja, will die Ausbildung nicht abbrechen...danach aber was anderes machen. Ich will meine Gesundheit aber auch nicht schädigen wie gesagt. Vor allem da ich sowieso was anderes machen möchte. 

 

@saschaaa Bafög habe ich im Studium schon nicht bekommen

 

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vor 38 Minuten, luki94 schrieb:

Da ich auf Nummer sicher gehen wollte, habe ich einem Sachverständigen meine Ansichten und Beobachtungen geschildert, der meinte da besteht Klärungsbedarf und das Vorliegen von gefährlichen Schadstoffen ist durchaus möglich. Leider kann man auch nach Nachfrage auf der Arbeit niemand sicher was sagen, das lässt dann die Vermutung zu, dass nie wirklich danach geprüft wurde...Darunter leide ich, muss ich ehrlich sagen. Das ist keine Einbildung oder so, es gibt konkrete Anhaltspunkte und darauf ist das bezogen. Wenn einer es sicher ausschließen kann, ist es erledigt, das Problem ist, das ist nicht möglich. Bei der Kammer nachgefragt, Sache des Betriebes...

Trag mal dein Nischenwissen zusammen und mach das ganze mal offiziell also schreib deine Bedenken an deinen Chef/Firmenleitung. Vielleicht kann der Sachverständige, den du gefragt hast dazu ebenfalls ein Statement abgeben. 

Du musst das allerdings schriftlich machen damit die Firma darauf reagieren muss, sonst wird es weiter unter den Tisch gekehrt.

Um welchen Schadstoff handelt es sich denn?

vor 38 Minuten, luki94 schrieb:

Denkt ihr eigentlich ein Auslandsaufenthalt würde etwas bringen? Auch wenn es nur über eine kürzere Zeit ist

Nein, du läufst mMn. damit nur vor den Problemen weg. Es ist sicher gut ab und an mal rauszukommen um eine andere Perspektive auf das eigene Leben zu bekommen, aber dazu reicht z.b. auch ein längerer Spaziergang.

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Wenn du so eine Liste machst: setz dir nicht nur eine oder zwei Aufgaben pro Thema. Mach ein richtiges Projekt daraus, mit Wochen-, Monats- und Jahreszielen.

So kommst du in kleinen Schritten vorwärts. So kannst du das grosse, nicht fassbare Ganze auf kleine Stücke herunterbrechen und plötzlich ist alles logisch und strukturiert. Nicht nur auf deinem Projektplan, sondern auch in deinem Kopf.

Natürlich kann man auch Tagebuch schreiben, das hilft sicher auch und hat seinen Nutzen, z.B. um Muster zu erkennen. Aber wenn man wirklich nicht mehr weiter weiss und möglichst zackig eine Veränderung erzielen möchte, ist meines Erachtens so ein strukturierter Plan das Mittel der Wahl.

Und wenn du ein Ziel erreichst hast, dann hak es ab und mach ggf. ein Folgeziel. Mach das Ganze dynamisch. Dein Plan muss leben, ständig angepasst und erweitert werden.

Aber fang klein an und sei nicht zu perfektionistisch. Wichtig ist, dass du mal anfängst.

Melde dich hier, wenn du Unterstützung damit brauchst.

PS: könntest das z.B. in Excel machen.

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@Sam Stage Asbest u.a. In Wohnungen sind solche Mängel ein Grund für eine deutliche Mietminderung, aufgrund "abstrakter Gesundheitsgefahr". Im Büro nicht? Entweder ich bekomme Meinungen, die sich widersprechen oder aber eine sehr schwammige Antwort, was für mich eher ein Ausweichen darstellt. Ich kann es trotz Nachfrage bis jetzt nicht sicher ausschließen, ich kann blind vertrauen, bei unterschiedlichen Aussagen ist das schwer und bin sicher jemand der versucht mitzudenken und sich wirklich einbringen möchte und dann auch versucht das zu kommunizieren. Die Antwort alles Relevante wurde nach den und den Richtlinien gemessen, dabei kam heraus etc...fehlt komplett. Ich will nichts Böses, mir fiel es auf und fragte präventiv nach. Die Möglichkeit kann bestehen.

 

Das stimmt, bin ich eigentlich auch der Meinung. Ich weiß auch nicht, ob ich die vielen Eindrücke etc. "verkraften" könnte. Bin teilweise schon sehr sensibel. 

 

@MrProton Danke für die weiteren Tipps. Ja, ich kann mir sehr vorstellen, dass es hilft der Passivität zu begegnen. Außerdem bin ich der Meinung, dass ich Fehler machen muss, sonst kann ich mich nicht weiter entwickeln. 

Leider fällt mir auch heute wieder auf, dass wohl "Probleme" vorliegen. 

Mir fällt es super schwer Entscheidungen zu fällen, bin sehr lustlos, habe nicht wirklich Appetit, keine Pläne für die Zukunft, momentan gefällts nicht, aber ich schaffe es auch nicht Alternativen auszuloten und wirklich zu finden, alles irgendwie gleichwertig, irgendwie leer, ich weiß nicht warum und das Schlimmste ich will die Zustände gar nicht, weiß aber nicht wie wegbekommen. Verstehe es nicht und war so nie. 

Dazu kommt, dass ich mich stark unter Druck setze, andere reisen durch Australien und Asien, Auslandssemster in Hawaii oder sonst wo, und studieren was zu ihnen passt, dazu noch Freundin, oder haben eben danach ein guten Job bekommen. Und bei mir passt davon gar nichts, hatte noch nie eine Freundin,...

Das ergibt dann ein Kreis, aus dem ich durch konstruktives Arbeiten aussteigen mag, aber nicht weiß wieso ich es nicht hinbekomme. Dazu sehe ich keine Entwicklung und für mich keine Perspektive kein Weg wohin und wie. Ich finde es schwierig das auszudrücken. 

 

Danke noch für eure Meinungen und Einschätzungen. Wirklich cool! 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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vor 12 Stunden, luki94 schrieb:

bin absolut zu lange in Passivität verharrt

Oder vielleicht war der Leidensdruck bisher einfach noch nicht gross genug. Jetzt aber scheint er es zu sein. Paradoxerweise ist er es, der dir hilft, aus diesem Schlamassel wieder rauszukommen.

 

vor 14 Minuten, luki94 schrieb:

Dazu kommt, dass ich mich stark unter Druck setze, andere reisen durch Australien und Asien, Auslandssemster in Hawaii oder sonst wo, und studieren was zu ihnen passt, dazu noch Freundin, oder haben eben danach ein guten Job bekommen. Und bei mir passt davon gar nichts, hatte noch nie eine Freundin,...

Ich verstehe dich. Du setzt dich stark unter Druck deswegen und das ist brutal frustrierend. Also versuch doch mal den Blickwinkel zu ändern. Z.B. bezgl. Reisen: anscheinend sind über 80 Prozent der Menschen noch nie geflogen. Im 2017 haben wie es aussieht nur 3% der Menschen ein Fluzeug bestiegen (1). Denk an die ganzen Leute, die einen scheiss Job haben oder Single sind. Und auch an die, die zwar eine Freundin haben, aber unglücklich sind. Oder die, die einen Hammer-Job haben, aber im Burnout enden. Usw.

Du bist erst 25 und hast das Glück, dass du durch den erfahrenen Leidensdruck deine Situation erkannt hast und daran etwas ändern willst. Dafür solltest du erst mal dankbar sein. Das mein ich ernst.

Gib dir jetzt einfach genügend Zeit, aus dieser eingefahrenen, energiefressenden Situation rauszukommen. Wenn du mit 30 sagen kannst, dass du nun ein zufriedenes und ausgeglichenes Leben führst, hast du alles richtig gemacht.

Ich empfehle dir, aktiv zu werden, aber gleichzeitig nicht in Aktionismus zu verfallen. Du hast nichts nachzuholen in deinem Leben. Du hast nichts verpasst. Das, was du oben beschrieben hast ("andere reisen, haben eine Freundin etc") ist nichts anderes als ein Hirnfick par excellence. Wir sind hier in unseren Breitengraden und in dieser Epoche dermassen verwöhnt - und werden durch Medien etc. so konditioniert -, dass man das Gefühl hat, ein Loser zu sein, wenn man mit 20 nicht schon 7x um die Welt gereist ist, 8 Sprachen spricht, in Bolivien ein Hilfswerk aufgebaut hat, ein eigenes Onlinebusiness betreibt und 3 Freundinnen gehabt hat, die natürlich alle extrem hot sind und jeden Tag in ihren Yogapants ins Gym squatten gehen um einen Arsch zu bekommen wie Nicki Minai oder wie auch immer diese F* heisst. Lass dich von diesem Zeugs nicht hirnficken, sondern versuche, das Leben so zu sehen, wie es wirklich ist: relativ unspektakulär halt. Und zwar für jeden von uns.

 

(1) https://www.dw.com/de/der-klimawandel-und-das-fliegen/a-42094220

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@MrProton Kann sein, die Gesamtsituation empfinde ich aber bereits länger als problematisch. 

Ja das stimmt, ist sicher eine Frage der Perspektive. 

Ok, das ist auch das Problem, neige dann eben zu noch mehr Druck, ganz entspannt Zeit geben ist gar nicht so leicht. Auch beruflich, will da meine Bereiche gerne finden, habe ich aber noch überhaupt nicht. 

Danke und ja das stimmt. Sollte dann mehr Ruhe und Gelassenheit bekommen, ich denke auch nur so kann ich meine Wege finden. Auch wenn ich dann doch eher zum Aktionismus neige. 

 

Wie würdet ihr/du das bezüglich der Gesundheitsgefahr noch sehen? Bin diesbezüglich genauso ratlos.

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