[Diskussionsrunde] Berufsziele - Wenn die Frage nach dem "was" den Kopf beherrscht

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Hallo Leute,

 

ich suche, wie viele von uns, noch den richtigen beruflichen Weg. Dabei ist mir etwas aufgefallen.

Das hier ist quasi meine Geschichte und was ich ddabei fühlte und zu welchem Erkenntnis ich schlussendlich gekommen bin, als ich mich in der Sackgasse fühlt. (Nein, ich bin noch nicht am Ziel angelangt)

Ich kann euch gleich Vorwarnen, es wird ein längerer Text. Meine Intention in diesem Bericht, ist es, dass Erfahrungen ausgetauscht werden.

 

Ich muss erst ein wenig ausholen.

Ich bin 25 Jahre alt, habe eine Lehre zum Programmierer und Elektrotechniker absolviert. Am Anfang dachte ich nicht großartig darüber nach, was ich mal werden wil.

Vor gut 2 Jahren habe ich relativ impulsiv gekündigt und habe mich für eine weiterbildende Schule eingetragen.

Die Schule dauerte ein Jahr und ich absolvierte sie auch ohne Probleme. Als ich die Schule begann, da hatte ich dieses Gefühl von Leichtigkeit, endlich die Veränderung die ich wollte.

Natürlich lief da nebenher mit den HB's alles wie am schnürchen, da ich einfach sehr zufrieden war.

 

Nach dieser Schule musste ich mich natürlich entscheiden, was mein nächster Schritt ist. Da ich gerade im Flow mit lernen etc. war, entschied ich mich für ein Studium.

Irgendwie hatte ich davor schon dieses Gefühl, dass der Studienzweig den ich ausgewählt habe, nicht dass richtige für mich ist, aber ich probierte es trotzdem. (Es war nicht Deutsch, also nehmt Rücksicht auf meine Rechtschreibung)

 

Na gut, wie schon geahnt war es tatsächlich nicht das Richtige für mich.

Somit gings zurück in mein Bundesland und ich suchte mir einen neuen Job, den ich auch schnell wieder gefunden habe.

Anfangs hatte ich ein sehr schlechtes Gefühl, da ich mich doch extra weitergebildet habe und studieren wollte, ich jetzt aber wieder am Anfang stehe.

Dieser Job gefällt mir mittlerweilerelativ gut. Das Team ist toll und ich fühle mich wohl.

 

Ich hatte mit mir selbst bei der Bewerbung ausgemacht, dass das ein Job ist, den ich jetzt 5 Jahre mache, danach aber immer weiter und weiter aufsteigen, umlernen etc. will.

So weit, so gut. Ich suchte jetzt aber vergeblich und krampfhaft immer wieder neue Ideen, in welche Richtung ich mich weiterbilden sollte, bin aber immer wieder in eine Sackgasse gekommen.

 

Da ich diese Woche wegen einer Grippe (Nein, nicht der Coronavirus) bis jetzt zur Bettruhe verdammt war, hatte ich genug Zeit, dies alles zu reflektieren und ich kam zu einer Erkenntnis.

 

Fazit:

Seit ich kurz vor dem Studium gestanden bin (wie oben erwähnt, war ich schon vor dem Studium unsicher), haben andere Teile meines Lebens sehr darunter gelitten.

Mir ist bewusst worden, dass ich zu viel Energie in die Frage gesteckt habe, was ich jetzt endlich machen will. Lustigerweise hat das Definieren eines NOCH undefinierbaren Zieles meine komplette restiche Entwicklung aufgehalten.

Durch die permanent anwesenden Fragen "(Wie soll ich mich weiterbilden/ Wohin führt mich mein weg)" generierte es in mir unterbewusst das Gefühl, dass ich mich Karrieetechnisch schämen muss, da ich mich gegen das Studium entschieden habe, aber was noch wichtiger ist, dass ich nicht weiss, wohin mit mir selbst.

Mittlerweile bin ich zur Erkentniss gelangt, dass das alles banaler Humbug ist. Ich habe einen Job der gut bezahlt ist, ich selbständig arbeiten kann und auch Verantwortung habe. Ja ich weiss, dass ichmit 50 sicherlich wo anderst stehen will, rein Karrieretechnisch, aber das ist nichts, was ich mir jetzt auf Biegen und Brechen aus der Nase ziehen muss.

In erster Linie habe ich durch die permanente Fragerei an mich selbst, das wichtigste vergessen. Das Leben einfach zu genießen.

Natürlich war ich mit Freunden unterwegs und hatte Spaß, aber diese Frage veränderte meinen gesamten State. Ich war nie so gelassen, wie ich es sein wollte, eher ein bisschen nachdenklich.

Zusätlich merkte ich natürlich auch, dass es eine schlechte Wirkung auf meine Ausstrahlung hatte. Ich merkte auch, dass ich selbst lustloser im Thema dating etc. war.

Alle Dates verliefen im Sande, weil ich nicht gerade motiviert war und auch dementsprechend dieses Bild meiner gegenüber vermittelt habe.

 

Deshalb ---> Ich denke wenn man sich zu intensiv mit der Frage "was will ich beruflich" beschäftigt und immer wieder gegen den Zaun läuft, dann behindert man sich selbst im Alltag! Man erzeugt eine Blockade in sich selbst, wenn man einer Antwort nachgeiert, die einfach noch nicht existent ist.

Ich zum Beispiel hätte momentan des Wunsch für eine Beziehung. Somit ist das das nächste was ich anstreben werde. Ich lassen jetzt mal viel Wasser den Rhein runterfließen, sammle neue Erfahrungen außerberuflicher Natur und ich ich bin mir sehr sicher, dass in geraumer Zeit das Thema "berufliche Ziele" wieder selbst und erfolgsversprechender auf mich zukommt.

 

Mich würde es hier interessieren, ob jemand ähnliche Erkenntnisse hatte oder gar ganz andere.

 

Liebe Grüße, Rox0r.

 

 

 

 

 

 

bearbeitet von rox0r

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Jo man kann alles zerdenken. 
 

soll Leute geben die so viel selfhelp/ Persönlichkeitsentwicklung oder PU Theorie gelesen haben, dass sie nie dazu kamen das auch anzuwenden.

 

Zum deinem Thema - wenn du deine berufliche Sparte bereits entdeckt hast, einfach mal machen und treiben lassen.

zwischendurch mal reflektieren ob mit Gehalt oder Situation zufrieden und weiter machen oder die Situation verändern.

Hast du ja selbst bereits erkannt.

 

Kann dir von Eckhardt Tolle - Jetzt! (Buch( empfehlen. Hilft dir vielleicht besser im Moment zu leben. 

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vor 37 Minuten, Bud_Fox schrieb:

Jo man kann alles zerdenken. 
 

soll Leute geben die so viel selfhelp/ Persönlichkeitsentwicklung oder PU Theorie gelesen haben, dass sie nie dazu kamen das auch anzuwenden.

 

Zum deinem Thema - wenn du deine berufliche Sparte bereits entdeckt hast, einfach mal machen und treiben lassen.

zwischendurch mal reflektieren ob mit Gehalt oder Situation zufrieden und weiter machen oder die Situation verändern.

Hast du ja selbst bereits erkannt.

 

Kann dir von Eckhardt Tolle - Jetzt! (Buch( empfehlen. Hilft dir vielleicht besser im Moment zu leben. 

Danke für den Buchtipp, werd ich mir bestellen, hab grad alle Bände Harry Potter durch, suche ohnehin noch interessanten Lesestoff.

Ja der momentane Beruf liegt blöd gesagt noch in der Comfort Zone, ich habe aber neue Aufgabenbereiche und eine neue Sparte dazubekommen, in der ich noch einiges lernen kann.

Innerlich schlummert jedoch das Gefühl, dass es was gibt, dass mich mehr erfüllt.

Aber für die nächste Zeit fühl ich mich definitiv wohl.

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Ich finde deine Überlegungen gut. Ein Studium auf Biegen und Brechen durchziehen bringt dir nicht viel, ausser dass du dann sagen kannst, studiert zu haben.

Also einfach wieder arbeiten und das Leben geniessen, why not?

Und wenn dir das dann zu wenig ist, kannst du dich ja immer noch lange weiterbilden oder auch im höheren Alter noch studieren, wenn es Sinn macht.

 

Die Frage nach dem "Was" wirst du meiner Erfahrung nach nur langfristig beantworten können, wenn du weisst, was du mit deinem Leben eigentlich anfangen willst, bzw. was dein Ziel davon ist.

Willst du glücklich sein? Das findest du sowieso nur im Moment.

Willst du die Welt verändern? Dann brauchst du erst einmal einen guten Plan.

Willst du andere Menschen helfen? Dann kannst du das als Grundlage für deine Berufswahl nehmen.

Was für dich das Beste ist, hängt sicher auch stark von deiner Persönlichkeit ab. Hauptsache du nimmst dir Zeit...

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