Umgang mit Leiden und Tod

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Gast Wilson

Ich bin jetzt fast 23 Jahre alt.

Seitdem letztes Jahr mein Opa gestorben ist und ich als Praktikant in einem Krankenhaus arbeite,

mache ich mir vermehrt Gedanken über die eigene Sterblichkeit.

Ich habe es im Krankenhaus schon mehrmals erlebt, dass auch leider Menschen, die ihr ganzes Leben lang gesund gelebt haben (niemals rauchten, ihr Leben lang

Sport machten, auf gesunde Ernährung achteten usw.) nicht vor schweren Krankheiten gefeit sind.

Ich bin sicherlich nicht depressiv, finde es aber doch verwunderlich dass in den Medien (ausser natürlich in den Nachrichten) und im Freundeskreis relativ selten

die eigene Sterblichkeit und wie man damit umgehen kann thematisiert wird.

Ich wäre gerne wieder ein Teenager wie früher der leicht unbeschwert in den Tag hineinlebt und sich keine Gedanken darüber macht, dass er selber früher oder

später von dieser Erde geht.

Auch hier im Forum findet man (so zumindest meine subjektive Erfahrung) nur wenige Themen in denen es darum geht, wie eine gesunde Einstellung zum

Tod auszusehen hat. Die Aussage, dass die Angst vor dem Tod irrational sei und zu vergleichen mit der "Angst vor der Geburt", mag zwar richtig und klug

dahergeredet sein, beruhigt jedoch zumindest meinen Geist nicht.

Einerseits bin ich neugierig, wie es nach dem eigenen Ableben weitergeht.

Den einzigen Halt scheinen Religionen und Philosophien zu bieten, die einem ein Leben nach dem Tod, eine Wiedergeburt oder ähnliches versprechen.

Das Positive daran seitdem ich mir Gedanken über die eigene Vergänglichkeit und mögliches späteres Leiden mache, ist dass mir erst richtig bewusst

geworden ist was für einen großen Wert die eigene Gesundheit und die seiner Angehörigen, Verwandten und Freunde hat und dass alle vermeintlichen

Probleme und Konflikte die man so im Leben hat es nicht wert sind größer gemacht zu werden als sie in Wahrheit sind.

Vergleiche ich mich mit anderen doch noch recht jungen Menschen, die in meinem Alter sind und deren Höhepunkt der Woche immer noch Parties sind auf

denen man sich betrinkt, denke ich mir schon manchmal dass dieses sich Gedanken machen vielleicht nicht ganz normal ist.

Es ist nicht so dass ich apathisch bin und mich weinend alleine in mein Zimmer zurückziehe, ich bin allgemein ein fröhlicher, lebenslustiger Mensch.

Mich würde aber interessieren, wie eine angemessene und gesunde Einstellung zum Tod bzw möglichen schweren Leiden aussieht.

Die Standardantworten Meditation bzw. Eckhart Tolle braucht ihr mir nicht geben, ich meditiere regelmäßig und habe auch alle Bücher von Tolle gelesen.

Am besten ihr erzählt, wie eure Einstellung dazu ist, wie ihr möglichen Ängsten begegnet (es besteht ja die Tendenz die eigene Sterblichkeit zu verdrängen, solange

man gesund ist, ich spreche aus eigener Erfahrung) und ob euch eine Aussicht auf ein Leben nach den Tod Halt gibt.

Mfg Wilson

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Es spielt keine Rolle wie lange ein Mensch lebt, sondern was er aus seinem Leben macht.Wenn du fällig bist biste fällig warum seine Gedanken daran verschwenden wann es soweit ist,du lebst schließlich im hier und jetzt.

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Gast Wilson

Raven, das ist auch so eine typische Standardantwort.

Na klar hast du Recht, ich erhoffe mir von diesem Thread aber Hilfestellungen die weiter gehen als

solche Phrasen wie "du lebst im Hier und Jetzt, wenn du tot bist bist du tot, also wieso Sorgen machen?".

Wenn du mit dieser Einstellung gut zurecht kommst ist das schön und gut, ich finde eine solche Aussage

hat einen gewissen Verdrängungscharakter.

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Gast

Was den Umgang mit dem Tod angeht = irgendwann sind wir alle an der Reihe, der eine früher, der andere später. Bis dahin solltest du nicht so viel darüber nachdenken. Genieße dein Leben. Was den Tod anderer Menschen angeht: Freunde,Verwandte, Bekannte, setzte dich damit auseinander,lass die Trauer zu und verdränge sie nicht.

Was schwere Leiden angeht, da kann ich nur sagen, das Ich weiß das es sie gibt und ich hoffe das ich nie eins erleiden werden aber Ich denke da nicht drüber nach. Wenn es mich ereilen sollte, dann muss Ich mich eh mit der Situation auseinander setzen und damit umgehen lernen. Hier ist Alex Zanardi ein sehr gute Beispiel von vielen. Trotz beidseitiger Unterschenkelamputation scheint er sich damit sehr gut zu arrangieren und ist glücklich. Es gibt bestimmt viele unbekanntere Menschen die genauso mit ihrem Leid/Schicksal umgehen!

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Deswegen verdränge ich die Geschichte ja nicht ich akzeptiere meine eigene Sterblichkeit.Du hast nach unser Einstellung zum Tod gefragt und das ist eben meine.

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Gast Wilson

Ok, ich habe im Startpost nach eurer Einstellung gefragt und das ist deine.

Ich wollte damit nur sagen, dass ich auch dankbar wäre über eine andere Herangehensweise als die deine,

denn mir ist bislang keine andere bekannt als die deine oder eben eine religiöse Sichtweise.

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Mein atheistisch-medizinisch-naturwissenschaftlicher Background sagt mir: es gibt nichts danach und niemand, der auf mich wartet. Es wird -Klick- ein Schalter umgelegt und es ist dunkel. Das wird mir irgendwann passieren. Ob unter einem Stadtbus oder auf dem Bett im Haus am See mit meinen hundert Enkeln. Klick, und es ist zuende.

Angst habe ich davor nicht. Warum auch? Wie sagte der Putzman Sanchez zu Sonny Crockett: "Do you believe in the ocean? No matter if you do, you will get wet, if you fall in". Ich kann es eh nicht ändern. Ich hoffe, es geht ohne Schmerzen vonstatten. Was ich dafür tun kann, habe ich getan in Form einer Patientenverfügung. Ich ein paar Jahrzehnten, wenn sich die allgemeine Einstellung geändert hat - und das wird sie- werde ich mir noch Suizid-Pillen beschaffen.

Ich weiss wovon ich rede. Ich habe genügend Menschen streben sehen und, nicht nur ge-sehen, sondern erlebt. Junge, Alte, gewaltsam, natürlich. Keiner will wirklich. Jeder muss.

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Ja, wenn der Sensenmann kommt ist Schluss. Schalter aus, wie Fastlane sagt.

Ich denke der einzigst sinnvolle Umgang hiermit ist die Verdrängung und umso lebhaftere Konzentration auf das Leben.

Manchmal beneide ich die Menschen früherer Jahrhunderte, die diese existenzielle Angst nicht kannten. Die Menschen des Mittelalters sahen das Leben nur als Vorstufe, sozusagen als Vorbereitung für das richtige "Leben" nach dem Tod. Muss echt seltsam sein, wenn mann diesen Gedanken wirklich verinnerlicht.

Was Trost spenden kann, ist weiterhin die Beschäftigung mit der Kunst anderer Zeiten, die von einer Todesangst kollektiv besessen schienen, und diese Angst über Kunst und Literatur zu verarbeiten suchten. Siehe der "Vanitas"-Gadanken des Barock.

Manchmal denke ich dass das Grauen am Todes-Gedanken auf den Gedanken an die Ewigkeit zurückgeführt werden kann. Tod = ewig im dunklen Nichts. Dann aber wiederum: Ist denn der Gedanke, ewig zu leben nicht genauso Grauenerregend?

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Ich finde Sterblichkeit ist der größte Motivator überhaupt.

Stell dir mal vor, wir könnten zB 300 Jahre leben und würden immer jugendlich bleiben. Ginge es uns dann besser?

Ich denke nicht. Man würde alles nur weiter rausschieben und nichts wirklich anfangen.

Zu wissen, dass es irgendwann vorbei ist, treibt einen an, Dinge, die dich beschäftigen sofort zu erledigen und den Blick auf das Wesentliche zu setzen.

Und wenn es keine Krankheiten geben würde, würden wir unsere Gesundheit nicht schätzen.

Hab mal 1-2 Wochen einen verletzten Fuß und überleg mal wie du dich freust, wenn der Arzt den Gibs/Verband abnimmt und du wieder ohne Probleme laufen, tanzen, deinen Sport machen kannst.

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Überleg Dir mal, ob Du ewig leben möchtest? Ich kann mir das genauso wenig vorstellen, wie was im Jenseits ist. Ich gehe dahin, wo ich hergekommen bin.

Angst vor dem Tod? Da muss ich immer an die Steinzeit denken. Schätzungsweise war der Tod zu dieser Zeit dein alltäglicher Begleiter. Um zu überleben, muss Du auf die Jagd gehen, die allerdings auch den Tod bedeuten kann.

Ein Leben wie auf Messers Schneide. Ehre die Toten und lass dich antreiben vom Tod, der dir jeden Moment deines Lebens im Nacken sitzt.

Es gehört zum Leben dazu, irgendwann zu gehen. Schlicht die Akzeptanz zu allem was zum Leben gehört. Bittersüß es ist.

Was danach im Jenseits ist, entscheidest Du selbst. Sei es Wiedergeburt oder Walhalla.

Mit rationalem Verstand an das Thema zu gehen, ist meiner Meinung nicht möglich. Vielleicht ist es deshalb eher ein Tabuthema.

Das ist meine Einstellung zum Tod. Gib dem Leben etwas, und seien es die Werte deines Herzens, die du deinem Sohn oder Tochter mit auf den Weg gibst. Das ist Seelenfrieden.

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Hi Wilson,

Ich bin sicherlich nicht depressiv, finde es aber doch verwunderlich dass in den Medien (ausser natürlich in den Nachrichten) und im Freundeskreis relativ selten

die eigene Sterblichkeit und wie man damit umgehen kann thematisiert wird.

Ist das so? Bei mir nicht, dieses Thema kommt sogar relativ oft zur Sprache. Ich spreche sehr oft mit meiner Schwester darüber, mit meinen Freundinnen und Kommilitonen, letzteres könnte aber auch am Studium liegen.

Auch hier im Forum findet man (so zumindest meine subjektive Erfahrung) nur wenige Themen in denen es darum geht, wie eine gesunde Einstellung zum

Tod auszusehen hat.

Warte, in welchem Forum bin ich hier nochmals.... Aaaah ja, Pick up! Überrascht mich nicht, dass das Thema Tod hier nicht heiß diskutiert wird.

Aber nun zu meiner persönlichen Einstellung. Ich denke auch oft darüber nach, was nach dem Tod kommt, OB überhaupt etwas kommt. Ich bin nicht religiös und gehöre eher zu den Menschen, die nur glauben, was sie sehen.

Ich bewundere auf der einen Seite Menschen, die zutiefst gläubig sind und "wissen", dass nach dem Tod etwas schönes kommt, da es ihnen die Unsicherheit und Angst davor nimmt. Andererseits tippe ich mir gedanklich an die Stirn, wenn mir jemand voller Inbrunst sagt, dass er WEISS, dass es ein Leben danach/Paradies/whatever gibt. Hallo? Gibt's dafür irgendwelche Beweise? Eine Stimme hat es dir gesagt? Aha, ach so, und woher weißt du, dass diese Stimme nicht einfach nur in deinem Kopf existiert? :crazy:

Ich für mich sage, dass ich nicht daran glaube, dass etwas nach dem Tod kommt. Aber ich hoffe es. Ich weiß nicht, ob ich alle Menschen, die vor mir gegangen sind und gehen werden, nochmals sehen werde. Aber genauso wenig wie ich sage "ja, du wirst sie nie wieder sehen", sage ich "nein, irgendwann seid ihr wieder zusammen". Wir werden es erfahren und bis dahin hoffe ich darauf.

Was nehme ich für mich im Alltag mit? Natürlich, "carpe diem" und so... Aber etwas, das ich wirklich konsequent versuche, ist, mich nicht im Streit zu trennen. Denn das ist etwas, von dem ich weiß, dass es mich sehr belasten würde: Wenn womöglich meine letzten Worte an einen Menschen "verpiss dich" gewesen wären. Mag für die einen wenig Sinn ergeben, mir ist es immens wichtig.

Du siehst also: mich bewegt eher weniger mein eigener Tod, als vielmehr der der Menschen, die ich liebe. Und ist es nicht immer so? Die, die hier bleiben, trauern.

So viel von mir. Ich hoffe, du findest hier den Austausch, den du suchst und vielleicht auch neue Ansätze, über die es sich nachzudenken lohnt.

Viele Grüße, Anya :-)

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Kommilitonen, letzteres könnte aber auch am Studium liegen.

(...)

Ich bin nicht religiös und gehöre eher zu den Menschen, die nur glauben, was sie sehen.

Medizin?

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Kommilitonen, letzteres könnte aber auch am Studium liegen.

(...)

Ich bin nicht religiös und gehöre eher zu den Menschen, die nur glauben, was sie sehen.

Medizin?

Ja. Wobei (da du auch den Satz "ich bin nicht religiös" zitierst) ich eine Kommilitonin habe, mit der ich mich sehr gut verstehe, die sehr religiös ist. Überhaupt sind das einige in meinem Semester. Mit denen spreche ich am liebsten darüber, da mir ihre Perspektive am "wenigsten vertraut" ist.

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Ich habe mich immer gefragt, wie Mediziner wirklich religiös sein können. Ich meine, auf den ersten Blick passt es ja, für die Vita ein Jahr in irgendeiner Mission in der dritten Welt pro bono arbeiten, auch mag man sich noch vorstellen, dass das Subjekt "Patient" irgendwann zu einem Objekt der Arbeit wird, sobald der Hirntod eingetreten ist. Aber wie man sich spätestens im ersten Abschnitt noch gegen Darwin und für eine Rippe-von-Adam-wars-Theorie begeistern kann...

Aber wir driften off-topic. Die praktischen Erlebnisse im beruflichen Umfeld waren es, die mein Verhältnis zum Tod bestimmt haben. Einzusehen, dass man auch mit Blaulicht und fast verzweifeltem eineinhalbstündigen Reanimieren das Schulkind nicht retten konnte. Vielleicht trotzdem noch was versöhnliches, für alle die hier spirituell denken: Man kann noch so schnell zur Unfallstelle fahren, auf Anhieb richtig diagnostizieren und die besten Geräte dabeihaben - der Tod ist ein starker Gegner. Insofern fand ich Redevous mit Joe Black klasse und Bringing out the dead mit Nicolas Cage.

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Gast Wilson

Die bisherigen Antworten finde ich alle super.

Eure Beiträge legen für mich ganz neue Sichtweisen dar.

Das gibt mir für diesen Abend noch genug Input, mir neue Gedanken zu machen.

Dankeschön dafür und ich würde mich freuen wenn weiterhin noch

solche qualitativ hochwertigen Beiträge kommen. ;-)

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Ich habe jahrelang in einem Bestattungsunternehmen gearbeitet.

Was genau willst du?

Soll dich hier jemand im Arm nehmen, weil du dich so sehr nach deinen Jugendjahren zurücksehnst und dir sagen, dass alles wieder gut wird?

Ich sehe hier den Sinn nicht, mit dir die Gedanken zu teilen, da es jeder anders sieht.

Alex Zanardi wurden 2001 die Beine weggerissen, danach machte er einfach weiter, wurde Handbike Fahrer und gewann mehrere Medaillen. Hätte er sich mit dem Tod "auseinandersetzen" sollen? Er lebte wohl eher sein Leben dank der Nahtod Erfahrung noch intensiver.

Warst du schonmal im israelischen Nachtleben unterwegs? Dort wird wortwörtlich jeder Tag gefeiert, als wird es der letzte werden.

Man ist aufgeschlossen, genießt das Leben. Warum mit dem Tod beschäftigen der unausweichlich ist.

Ich war bei der Beerdigung einer jungen Studentin, die mit ihrer Immunschwäche das beste aus ihrem gegebenen Leben machen wollte, was durch ein dummes Missgeschick beendet wurde.

Bei ihrer Beerdigung waren hunderte Menschen. Und jetzt? Wirst du dich jetzt mehr oder weniger mit dem Tod auseinandersetzen?

Ich war auf Beerdigungen von höchst intelligenten Menschen, die an ihren Depressionen dahingerafft sind. Ich hab 80 jährige beerdigt, wo bei der Beerdigung nur die Frau anwesend war. Aber auch 80 jährige, bei denen Heerscharen an Wegbegleitern den Friedhof aufgesucht haben.

Manche haben intensiv ihr Leben gelebt, manche haben mehr Zeit verschwendet, als sie gern zugeben würden.

Ich für mich weiß, dass Ich versuchen werde, mein Leben intensivst möglich zu Leben, und wenn Ich selber das Rentenalter erreiche und am Sterbebett liege, dann kann Ich mir immer noch die Frage stellen, ob mein Leben lebenswert war.

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Gast Wilson

Was genau willst du?

Soll dich hier jemand im Arm nehmen, weil du dich so sehr nach deinen Jugendjahren zurücksehnst und dir sagen, dass alles wieder gut wird?

Ich sehe hier den Sinn nicht, mit dir die Gedanken zu teilen, da es jeder anders sieht.

Eben weil es jeder anders sieht finde ich es interessant mal andere Einstellungen zur eigenen Sterblichkeit kennenzulernen.

Ich habe ja schon im Startpost geschrieben dass ich bislang relativ wenig mit Gleichaltrigen über das Thema gesprochen habe.

Bei dir z.B. frage ich mich ob sich durch deine Tätigkeit in einem Bestattungsunternehmen etwas verändert hat.

Ich habe gelesen dass Pfleger mit Jahrzenten an Berufserfahrung relativ abgestumpft sind, was das Thema Tod anbelangt, kannst du ähnliche

Erfahrungen bestätigen?

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Ich habe mich immer gefragt, wie Mediziner wirklich religiös sein können. Ich meine, auf den ersten Blick passt es ja, für die Vita ein Jahr in irgendeiner Mission in der dritten Welt pro bono arbeiten, auch mag man sich noch vorstellen, dass das Subjekt "Patient" irgendwann zu einem Objekt der Arbeit wird, sobald der Hirntod eingetreten ist. Aber wie man sich spätestens im ersten Abschnitt noch gegen Darwin und für eine Rippe-von-Adam-wars-Theorie begeistern kann...

Aber wir driften off-topic. Die praktischen Erlebnisse im beruflichen Umfeld waren es, die mein Verhältnis zum Tod bestimmt haben. Einzusehen, dass man auch mit Blaulicht und fast verzweifeltem eineinhalbstündigen Reanimieren das Schulkind nicht retten konnte. Vielleicht trotzdem noch was versöhnliches, für alle die hier spirituell denken: Man kann noch so schnell zur Unfallstelle fahren, auf Anhieb richtig diagnostizieren und die besten Geräte dabeihaben - der Tod ist ein starker Gegner. Insofern fand ich Redevous mit Joe Black klasse und Bringing out the dead mit Nicolas Cage.

Ich bin selbst Mediziner und mit all dem umfassenden (fachmedizinischen) Wissen das ich mir während der Jahre angeeignet habe, kommen mir immer wieder meine früheren atheistische Gedanken in die Quere und ich fange langsam an, daran zu zweifeln.

Warum? Ich kann mit dem Gedanken nicht leben, dass nach dem Tod der menschliche Geist und Psyche wie einfache Materie verschwindet. Ich meine, viele psychiatrische Erkrankungen zum Beispiel sind NICHT durch materielle, organische oder auf mikrobiologischer Sicht her erklärbar. Es ist etwas Umfassenderes, eine Wissenschaft die für uns paradox aber dennoch existent ist. Abgesehen davon gibt es heute Tausende Dissertationen und Papers über die Willensstärke und deren Einfluss auf unsere Gesundheit. Nicht alle Vorgänge in unserem Körper durch Gedankengänge und Strukturen konnten bislang erklärt werden. Ich will ja nicht sagen, dass es da draußen so etwas wie einen allmächtigen Gott gibt so wie es uns die dogmatische Lehre der Religion(en) beigebracht hat. Aber ich wünschte, es gäbe einen da "draußen".

Weiteres retroperspektiv betrachtet fasziniert mich der menschliche Organismus im biologischen Sinne noch immer dermaßen, dass ich an eine reine Evolutionstheorie (wohl gemerkt, es ist zur Zeit noch immer eine THEORIE und keine Beleg für dessen Wahrheitsgehalt) auch irgendwie zweifeln (muss). Viel mehr ist der menschliche Körper ähnlich dem einer Maschine aufgebaut. Jedes Organ hat seine Funktion, alle sind miteinander verbunden sei es durch Hormone, Blut, Lymphatisches System, Mikro als auch Makromoleküle. Ich weiß nicht.....das ist alles zu sehr SYSTEMISCH für mich. Zu organisiert, als dass es eine einfache Laune der Natur war uns entstehen zu lassen. Es ist schwer einem Laien zu erklären, was ich im Grunde meine. Man muss schon die Anatomie des Menschen, die Biologie und etwas Ahnung von Physiologie des menschlichen Körpers Ahnung haben, um da einen tieferen Einblick zu bekommen. Ich versuche es halt so gut wie möglich zu erklären.

Vielleicht bin ich auch verrückt. Aber kann es nicht sein, dass unsere DNA (übrigens eine wahnsinnige "Erfindung" der "Natur" mit deren Codeindex) vor aber millionen Jahren künstlich auf der Erde platziert worden ist? Kann es nicht sein, dass wir evtl. vielleicht sogar einfach ein Versuchsexperiment intelligenterer Spezies aus dem All sind?

Warum wäre diese Hypthose verwerflich, wenn ich sage da draußen im All gibt es wahrscheinlich noch andere Lebewesen und unsere Wissenschaft in allen Ebenen sind noch so unausgereift, dass wir weder das Universum, noch die Philosophie unseres Daseins momentan verstehen können?

Ein guter Freund von mir zum Beispiel ist Mathematiker und Physiker. Lt. seinen Aussagen sind die Wissenschaftler heutzutage komplett überfordert mit den physikalischen Eigenschaften weit draußen im Universum. Dort herrschen paradoxe Gesetze, die wir überhaupt nicht verstehen können. Außerdem herrscht bei unseren Wissenschaftlern eine Art Dogma Herrschaft über alte (physikalische) Gesetze und jegliche neuen Gedankenkonstrukte zu Theorien werden gleich verworfen. Was ist, wenn wir das Leben einfach überhaupt nicht verstehen und weit über unseren Horizont (zum Beispiel) nach dem Tod doch noch etwas gibt, das wir überhaupt nicht begreifen können? (noch nicht). Vielleicht kein Gott, aber etwas anderes das vl aus einer wissenschaftlichen Sicht erklärbar wäre? .....

Ja, ziemlich viel Brainfuck für diese einzige simple Frage. Was passiert nach dem Tod.

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Ich habe mich immer gefragt, wie Mediziner wirklich religiös sein können. Ich meine, auf den ersten Blick passt es ja, für die Vita ein Jahr in irgendeiner Mission in der dritten Welt pro bono arbeiten, auch mag man sich noch vorstellen, dass das Subjekt "Patient" irgendwann zu einem Objekt der Arbeit wird, sobald der Hirntod eingetreten ist. Aber wie man sich spätestens im ersten Abschnitt noch gegen Darwin und für eine Rippe-von-Adam-wars-Theorie begeistern kann...

Aber wir driften off-topic. Die praktischen Erlebnisse im beruflichen Umfeld waren es, die mein Verhältnis zum Tod bestimmt haben. Einzusehen, dass man auch mit Blaulicht und fast verzweifeltem eineinhalbstündigen Reanimieren das Schulkind nicht retten konnte. Vielleicht trotzdem noch was versöhnliches, für alle die hier spirituell denken: Man kann noch so schnell zur Unfallstelle fahren, auf Anhieb richtig diagnostizieren und die besten Geräte dabeihaben - der Tod ist ein starker Gegner. Insofern fand ich Redevous mit Joe Black klasse und Bringing out the dead mit Nicolas Cage.

Ich frag mich nur wie du gläubige Menschen einschätzt. Alle Gläubigen Menschen sind gegen Darwin und nehmen die Bibel wörtlich oder was soll man daraus lesen?

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Vielleicht bin ich auch verrückt. Aber kann es nicht sein, dass unsere DNA (übrigens eine wahnsinnige "Erfindung" der "Natur" mit deren Codeindex) vor aber millionen Jahren künstlich auf der Erde platziert worden ist? Kann es nicht sein, dass wir evtl. vielleicht sogar einfach ein Versuchsexperiment intelligenterer Spezies aus dem All sind?

Ebenso ist es möglich, dass du dich lediglich in einer Computersimulation befindest und wenn du stirbst nichts anderes passiert, als dass sie beendet wird und du dich wieder in deinem eigentlichen Leben wieder findest. Dass dem so ist, weißt du nur deshalb nicht, weil der Computer deine wahren Erinnerungen blockiert, damit die Simulation realistischer ist.

Diese Idee ist natürlich auch nichts neues, sie ist sogar wesentlich älter als der Computer, siehe z.B. Platons Höhlengleichnis.

Warum wäre diese Hypthose verwerflich, wenn ich sage da draußen im All gibt es wahrscheinlich noch andere Lebewesen und unsere Wissenschaft in allen Ebenen sind noch so unausgereift, dass wir weder das Universum, noch die Philosophie unseres Daseins momentan verstehen können?

Diese Hypothese wäre überhaupt nicht verwerflich, nur eben nicht falsifizierbar.

Ja, ziemlich viel Brainfuck für diese einzige simple Frage. Was passiert nach dem Tod.

Das wissen nur die Toten. Und die reden bekanntlich nicht.

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Zeit ist eine Dimension. Die vierte. Es existieren 12.

Zeit ist nichts anderes als ein Äquivalent zu Länge, Breite oder Höhe.

Keine Ahnung warum einige meinen die vierte wäre um sovieles wichtiger als alle anderen Dimensionen.

Wahrscheinlicher ist wohl, das unser Gehirn nicht zwischen dem "Realen" unterscheiden kann und das was für real halten, für uns real wird.

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Vielleicht bin ich auch verrückt. Aber kann es nicht sein, dass unsere DNA (übrigens eine wahnsinnige "Erfindung" der "Natur" mit deren Codeindex) vor aber millionen Jahren künstlich auf der Erde platziert worden ist? Kann es nicht sein, dass wir evtl. vielleicht sogar einfach ein Versuchsexperiment intelligenterer Spezies aus dem All sind?

Ich glaube man kann nicht verrückt genug sein und mal wirklich jede mögliche Option anzudenken.

Das ist für mich eher wissenschaftlich im Sinne von "Wissen schaffen".

Manche Dinge sollte man vielleicht anders bedenken. Also so in diesem Rahmen "sowohl als auch" anstatt dual "entweder oder"

So ist für mich zb die Schöpfung durch die Evolutionstheorie nicht widerlegt und umgekehrt.

In einem kleineren Rahmen ist es ja bereits evolutionär, wenn ich durch Hanteltraining Schwielen an den Händen bekomme oder generell Muskeln aufbaue.

Was ich mich manchmal im psychotherapeutischen Kontext frage, ob Lebenserfahrung mittels DNA weitervererbt werden kann. So nach dem Motto der Talentvererbung, aber auch Lösungskompetenz.

Ich staune immer wieder nicht schlecht über die komplexe Ökologie der Psyche, und vor allem in der Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen oder mit dem Unbewussten im hypnotherapeutischen Kontext. In vielen spirituellen Texten wird davon gesprochen, dass Gott ein Teil von Dir ist und umgekehrt, ähnlich den Elementen, aus den wir letztlich auch aufgebaut sind, und die im Universum durch verschiedene energetische Prozesse entstehen.

Und wenn wir tatsächlich der Ursprung seines Selbst wären, dann wäre der Erklärungsansatz, dass Gott auch im Unbewussten ein (Persönlichkeitsan)teil von uns ist, (Siehe zb das Gebetsmodell) auf den wir dann auch zurückgreifen könnten. Zumindest deckt sich die Theorie und Praxis , dass das Unbewusste ein schier unendlicher Ressourcengarten zu sein scheint.

Da schliesst sich bei mir dann der Kreis, dass es letztlich ein Ergebnis meiner Konstrukte ist, dieses "danach" und dass es gar kein danach gibt, lediglich so eine Art Rückkehr zum Ganzen, bzw auch nicht mal das, dass sich quasi gar nichts ändert, lediglich die Formen, und die Art der Wahrnehmung.

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Alle Bücher von Richard Rohr + Hagakure + Bibel + Osho.

Oh und etwas wissenschaftlicher betrachtet es Fromm in seinem beschriebenen Menschenbild in "Die Anatomie der menschlichen Destruktivität"

Das ist für mich die logische Grundlage....

Gerade Rohr ist dann eine "emotionale" "spirituelle" Umsetzung dieser Betrachtungsweise.

Die anderen aber auch.

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