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Hallo,

ich schreibe hier, da ich gerne ein paar Meinungen und Ratschläge zu folgender Situation von euch hätte. Ich muss leider etwas mit meiner Vergangenheit ausholen, da denke ich ein Kern des Problems darauf zurückzuführen ist. 

Von meinen Eltern bekam ich nie Taschengeld. Wenn ich mal von Verwandten 20€ geschenkt bekommen hatte, war das für mich ein halbes Vermögen. Schenkungen waren die einzige Einnahmequelle als Kind und Jugendlicher. Das Geld bekam ich im Sinne geschenkt, um mir was davon zu kaufen. Doch erstens kann man von 20€ alleine nichts besonders kaufen und zweitens war Geld für mich etwas besonderes. Es war so besonders weil es eben selten war. Mit Geld hatte ich demnach nie großen Kontakt. Das war aber soweit nicht schlimm, da ich von meinen Eltern notwendige Sachen bekommen habe. Jedoch auch wirklich nur das nötigste, meine Eltern sind eher sparsam. Beispielsweise hatte ich immer Jahrelang die selben Klamotten. Um ehrlich zu sein habe ich heute noch meine Klamotten aus "der Jugend" an. Aber ein schwarzes T-Shirt ist eben ein schwarzes T-Shirt, also warum wegschmeißen?

Irgendwann folge das Studium, welches glücklicherweise durch meine Eltern finanziell unterstützt wurde. Aber auch nur, wenn ich bei ihnen wohnen bleibe. Das war aber (zum Glück) nicht das Problem, da ich "in der Nähe" eine FH gefunden hatte. Anderweitig bekam ich aber bis dato keinen Cent mehr. Es wurde lediglich der Studentenbetrag (getarnte Studiengebühren *g) von meinen Eltern übernommen. Aber das finde ich auch echt fair, ich will mich nicht beklagen!

Damit will ich verdeutlichen das ich zu diesem Zeitpunkt ungefähr 22 Jahre alt war, und fast kein Geld hatte. Ich hatte zwar auf dem Konto schon etwas zusammen gespart, da ich mein Geld immer gehütet habe, aber allerdings war das immer "für schlechte Zeiten". Vor jeder "Investition" habe ich mir immer die zentrale Frage gestellt, ob dies wirklich für das weitere Leben notwendig sei. Glücklicherweise konnte ich es (meistens) mit ja beantworten. Sprich ich habe mein Geld nie ausgeben, wenn es nicht absolut nötig war. Daher habe ich nie gelernt Geld auszugeben. Das mag lustig und irritierend klingen aber genau das ist der Knackpunkt meines Topics! 

Das einzige was ich hatte war eine 500€ Citroen Schrottlaube, die für mich schon sehr viel bedeute, zumal 500€ für mich ein halbes Vermögen waren. Meine Eltern zahlen glücklicherweise die Steuer sowie die Versicherung. Ich muss also "nur" Benzinkosten tragen, sowie TÜV und Verschleißteile etc.. 

Doch jede Tankfüllung war ein Dolchstoß in das Konto. Irgendwann kam der Zeitpunkt in der ich meine 20km zur FH mit dem Fahhrad fahren musste, da ich kein Geld mehr für Benzin hatte.

Eine Lösung musste her! 

Ich überlegte Tagelang krampfhaft was ich machen könnte. Da eine Sofortmaßnahme gefordert war, fing ich mit Zeitung austragen an. Ich weiß, eigentlich scheiße und verdammt unlukrativ, aber wenigstens eine erste Maßnahme. Btw taten mir auch eh schon verdammt die Haxen weh vom vielen Fahhrad fahren. Dann noch in einem berigen Gebiet Zeitung austragen, bei dem jedes Haus auch noch weit auseinander liegt ist nicht gerade toll. 

Nach ein paar Wochen fing ich dann noch mit ebay an. Ich kaufte Gebrauchtware, von der ich dachte sie sei günstig und vertickte sie geringfügig teurer wieder. Das klappte sogar recht gut, nach einer Zeit hatte ich ein leichtes Gespür für den Preis. Ich konnte somit (meistens) einschätzen wie viel ich maximal bieten durfte. Das ganze brachte mir monatlich aber auch nicht mehr als 100€ - aber immerhin. Wenn man das ganze mit dem Aufwand ins Verhältnis setzt war es echt sehr wenig. Ich musste auch ständig zur Post rennen und das Zeug verschicken. 

Da ich Informatik studiere, programmierte ich im Rahmen des Studiums zur Übung gerne Apps. Das machte ich aber eher in meiner Freizeit. Ich besitze zwar bis heute kein Smartphone, aber irgendwie fand ich es eh immer viel cooler in einer VM die Apps zu testen :D. Hauptsächlich hab ich kleine Spiele zum Spaß programmiert. 

(2 Jahre später)

Über den Bekanntenkreis ergab sich die Möglichkeit, für einen kleinen Betrieb eine kleine App zu programmieren. Ich bekam 1000€ für die App! Der Programmieraufwand lag bei ca einer Woche! Ich konnte es nicht fassen wie viel Geld ich in dieser Woche verdient hatte. Darauf kam ich gar nicht klar. Ich hatte in einer Woche mehr  Geld verdient, als ich meine ganzen 24 Jahren zusammen gespart hatte. 

Daher nahm ich mir diesen Bereich genauer vor und fing an meine ersten Apps im Google Playstore anzubieten. Meine Apps sind alle kostenfrei, aber mit kleiner Werbeeinblendung im unteren Rand. Pro Version gegen Geld, ohne Werbung - der Klassiker halt. 

Meine eindeutige Haupteinnahme Quelle ist jedoch die App Programmierung für kleinere Firmen. Ich verkaufe Firmen individuelle Apps, zu einem relativ "günstigen" Preis. Da das ganze gut läuft, musste ich natürlich ein Gewerbe anmelden. 

Das ganze weiß jedoch außer mir niemand. Weder meine Eltern noch meine Freunde. Für die bin ich immer noch der sparsame Geldlose von jeher. Das liegt daran, dass ich mein Konsum verhalten nach wie vor nicht geändert habe. Ich verdiene zwar mittlerweile monatlich ca. im unteren fünfstelligen Bereich, gebe aber nach wie vor nichts davon aus.

Und genau das ist mein Problem, weswegen ich den Thread hier eröffnet habe.

Mir tut es nach wie vor immens weh, wenn ich Geld ausgeben muss, obwohl ich mittlerweile genug habe. Ich dachte immer wenn man viel Geld hat, sind 100€ nicht mehr viel Geld. Aber das ist bei mir eindeutig nicht der Fall. Ich weiß 100€ nach wie vor extrem zu schätzen, und das ist für mich auch nach wie vor noch eine hohe Summe Geld. 

In meiner Freizeit gebe ich kein Geld aus. Ich gehe weder Essen mit Freunden oder kaufe mir irgendwelchen Trash. Für mich bedeuten Materielle Dinge nichts. Das macht mich im Leben auch nicht glücklicher. Ich könnte mir mittlerweile auch locker einen Neuwagen kaufen, aber ich fahre immer noch meine alte Citroen Schrottkarre bei der mittlerweile so ziemlich alles verreckt ist ( hoffentlich hebt sie noch lang). Ebenso trage ich immernoch meine über 10 jahre alten ausgeleierten T-shirts aus der Jugend.

Ich muss lernen Geld auszugeben. Doch es schmerzt. Ich habe immer das Gefühl das ich kein Geld habe. Meine Vergangenheit und insbesondere meine Kindheit haben mich extrem geprägt. Lustigerweise vergesse ich auch oft das ich mittlerweile ein sehr dickes Plus auf dem Konto habe xD. Ich träume heute noch manchmal davon meine Tankrechnung nicht zahlen zu können. 

Zusammenfassung (für die Lesefaulen):

Ich will das Geld nicht aus dem Fenster schleudern, aber einen gewissen Lebensstandard sollte ich mir doch schon leisten dürfen oder? Ich habe Angst davor mich schlecht zu fühlen wenn ich einen hohen Lebensstandard genieße, da ich mich dadurch dann indirekt von anderen Menschen abheben würde. Das möchte ich nicht, jeder Mensch ist gleich viel wert. Mir reicht auch eine Bruchbude und eine Schrottkarre, ich halte nicht viel von Materialismus. Ich könnte auch locker meinen Umsatz vergrößern und noch mehr verdienen, aber so wie die Firma jetzt läuft ist es gut genug. Ich habe nicht die Ambition immer mehr und mehr zu verdienen. Ich bin einfach nicht so auf Kaptial aus, auch wenn diese Eigenschaft als "Unternehmer" nicht gut ist :(. 

Achja, Zeitungen trage ich heute noch aus . Ich häng irgendwie daran, mittlerweile hat sich das Blättchen austragen zum gesunden Ausgleich des vielen PC Konsums etabliert. So komm ich wenigstens mal an die frische Luft.

 

Fragen:

Wie kann ich den Umgang mit Geld lernen?

Wie kann ich es schaffen Geld auszugeben ohne mich schlecht zu fühlen?

Wie bringe ich das meinen Freunden und Eltern bei?

Kennt jemand von euch das Problem, oder erkennt meines? Oder war selbst mal in einer ähnlichen Lage? (würde mich besonders interessieren)


Ich bin sehr gespannt auf eure Antworten. Danke fürs lesen :). 

bearbeitet von Panics

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Gast Moiree

Hatte auch nie viel Geld, bekam auch kein Taschengeld in meiner Jugend. Ich kann dich teilweise gut verstehen denn auch ich habe öfters so Gedanken wie "mähh du willst doch nicht diesen schönen zwanziger für die Paar Bier und den Cocktail ausgeben". Kaufe daher meist nur Dinge die zumindest einen Wiederverkaufswert haben (außer Kleidung da muss es mir halt gefallen). Essen und Trinken klar das muss man sich halt holen.

 

Zu deinem Problem, warum solltest du dich schlecht fühlen nur weil du dir Dinge leisten kannst? Selbstverständlich gibt es Leute die sich fast nichts kaufen können oder besitzen aber durch deine Enthaltsamkeit werden die auch nicht in bessere Lebensumstände kommen (außer du spendest alles). Ich finds absolut okay wenn jemand sich einen Sportwagen kauft weil er auf schnelle Autos steht, genauso ist es okay wenn das jemand macht um anzugeben. Kurzum, es ist SEINE Sache. Neid entsteht in der Gesellschaft recht schnell, Vorurteile gegenüber Vermögenden sind ungefähr so schnell gedacht wie ein Blondinenwitz erzählt. Damit will ich sagen das es dir am Ende egal sein sollte, du bist NIEMANDEN Rechenschaft schuldig nur weil du ein paar € mehr auf der Kante hast.

 

Deine Freunde sollten sich für dich freuen, sonst sind es auch nur Neider die dich mochten als du noch der arme Typ warst. Deine Eltern werden sich damit wohl oder übel arrangieren müssen das du jetzt mehr verdienst als sie. Btw find ichs Klasse das du die alten Dinge noch immer zu schätzen weißt, das sagt nämlich schon einiges über dein Verhalten und den Umgang mit Geld aus. Finde da musst du gar nicht so viel lernen wie du vielleicht zu glauben scheinst.

 

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Interessante Geschichte.

Mache doch nicht aus deinem derzeitigen Wohlstand ein Problem. Ich finde dein Verhalten in Ordnung, kein Geld ausgeben zu müssen und zu wollen sehr in Ordnung. Es kommen auch schlechtere Zeiten. Lasse deine Gedanke kurz zu und schicke sie ins Nirwana, damit sie dich nicht weiter vom Wesentlichen abhalten.

Mir ergeht es stellenweise genauso. Ich habe gelernt, mit Geld umzugehen, habe gerne gespart und mir keine Unfug gekauft. Ich besitze bis heute kein Smartphone und brauche keines. Mir widerstrebt das alles, alleine wegen der Kosten, noch viel mehr wegen der vergeudeten Zeit. Die stecke ich lieber in Bildung, Reisen, Sport und Hobbys. Lebe einfach den Minimalismus (weiter) und bleibe weiterhin zufrieden.

Derzeit habe ich auch ein Luxusproblem: Ich habe eine neue Sportart, die ich sehr intensiv betreibe und mir mehr als Frauen gibt ;) Ich brauche dazu nicht unbedingt in eigenes Material investieren, um besser zu werden, mehr zu erreichen, ist es schon notwendig. Es steht auch bald eine Vereinsreise an, die ich doch gerne machen würde. Dafür müsste ich aber bald eigenes Material kaufen. Mir widerstrebt das auch, weil ich viel Geld investieren muss, nicht nur für die Reise, auch um den Sport im Winter ausüben zu können. Das Geld ist dann weg, habe aber einen Gewinn auf meiner Seite. War es aber die richtige Investition? Derzeit habe ich paar Testartikel im Wert von über tausend EUR; die hätte ich mir fast gekauft, ohne sie zu testen. Nun habe ich sie und bin recht froh, sie nicht gekauft zu haben, obwohl sie toll sind und mir viel bringen - Freude und Entwicklung. Ich gebe also auch nicht so gerne viel Geld aus, obgleich ich mir lieber teure Sachen kaufe (die länger halten, man länger daran Freude hat usw.), anstatt sich mehrmals mit günstigen Sachen einzudecken. Es geht auch nicht darum, dass diese Investitionen in der Ecke stecken. Dem ist nicht so. Daher kann ich deine Einwände nachvollziehen.

Schaue, was dich interessiert, dich fesseln kann und Du wirst vielleicht dafür eher Geld ausgeben können. Für mich sind das besonders Reisen. Für dich könnte es klappen, nur den Flug z.B zu bezahlen und den Rest während der Reise nach und nach zu bezahlen. Das kann z.B. eine Pilgerung sein (sie trotz sparsamen Lebens sehr teurer wurde), eine Bergtour usw. Du musst nicht gleich eine hohe Summe hinblättern. Nach der Reise wirst Du überrascht sein, dass ein nettes Sümmchen zusammen kam. Wie ich dich einschätze, wirst Du auch nicht auf den Reisen überteuerte Sachen kaufen, nicht zu viele Getränke im Restaurant bestellen, eben sinnvoll haushalten.

Lohnend könnte auch ein Erlebnis sein wie z.B. eine Ballonfahrt. Kostet viel Geld, bleibt aber ewig in de Erinnerungen erhalten. Tolles Essen mit guten Zutaten.. ja, gutes gesundes Essen Zuhause kochen -> besser als jedes Restaurant, wenn man etwas kochen kann, besondere Gewürze verwenden, an die man sich nach Jahren noch erinnert.

Ansonsten würde ich nicht viel bei dir ändern, wenn Du zufrieden bist. Wie schnell ist ein hoher Lottogewinn weg, wenn man keine Ahnung von Geld hat! Auch müssen Privatflieger, Luxusjachten und Villen unterhalten werden -> man muss immer mehr verdienen, um das halten zu können.
 

Engagiere dich in Vereinen, soziale Arbeit etc. pp - das wird dir mehr geben.

Deinen Eltern würde es schon auffallen, wenn Du aus dem Nichts Geld für teure Sachen hättest, dich ändern würdest. Sie wären natürlich auf der einen Seite erfreut, auf der anderen aber enttäuscht oder verärgert, weil Du sie nicht ehrlich behandelt hast. Vielleicht ist das dein Hauptanliegen und Problem. Ich rate dir, die Karten auf den Tisch zu legen, wenn es dich belastet. Ich würde ihnen auch Geld zurückzahlen, es ihnen anbieten. Kommt auf euer Verhältnis an.

Ich habe mal viel Geld verdient und studiere nun ein weiteres Mal. Ich könnte mir derzeit viel leisten, habe aber kein Bedürfnis danach (siehe oben). Ich habe viel in Reisen und Exkursionen und in Bildung, gutes Essen natürlich (machen kaum welche) investiert und werde es weiterhin tun. Aber was bringt mir der Materialismus? Nichts. Investiere in deine Person und es wird dich erfüllen.

 

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1 hour ago, Panics said:

Für mich bedeuten Materielle Dinge nichts. Das macht mich im Leben auch nicht glücklicher. Ich könnte mir mittlerweile auch locker einen Neuwagen kaufen, aber ich fahre immer noch meine alte Citroen Schrottkarre bei der mittlerweile so ziemlich alles verreckt ist ( hoffentlich hebt sie noch lang). Ebenso trage ich immernoch meine über 10 jahre alten ausgeleierten T-shirts aus der Jugend.

Du liegst genau richtig so wie du drauf bist. Mach weiter so!

Minimalismus ist der Schlüssel zum Glück und auch zur Freiheit. 

Wenn du dann in ein paar Jahren finanziell unabhängig bist (was nicht unrealistisch ist) lachst du nur über die Leute, die über deine Schrottkarre lachen...

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Servus TE,

 

aufgrund deiner Vergangenheit haben sich da ein paar Glaubenssätze installiert die ihre guten als auch schlechten Seiten haben. Das Gute z.b. ist dass du dadurch sehr sparsam bist, keine Geldprobleme hast und das Geld nicht zum Fenster rauswirfst, das Schlechte ist dass du dich generell jedesmal schlecht fühlst wenn du Geld ausgibst für Dinge die du brauchst (z.b. Benzin) das kann auch nicht der Sinn des Ganzen sein. Versuche mal deine Glaubenssätze zu benennen und aufzuschreiben z.b. "wenn ich Geld ausgebe fühle ich mich schlecht weil ich Angst habe das ich Pleite gehe" o.ä. und dann überleg dir wofür diese Glaubenssätze gut und wofür schlecht sind. Das schreibst du dann auch auf. Lies dir das alles mal durch und überlege dir wo du ansetzen kannst, ob und welche Glaubenssätze du verwerfen kannst etc... Manchmal ist es einfach wichtig sich etwas zu gönnen bzw. in Dinge zu investieren. (Z.b. Wenn dein altes Auto mehr Kosten verursacht als ein guter "neuer" Gebrauchter), und sich drüber freuen zu können. Denn schließlich hast du dir das erarbeitet. Auch Mädels finden es nicht so geil wenn du eine Nahtoderfahrung machst wenn du ihr nen Kaffee ausgibst. Es gilt nen Mittelweg zu finden. Sparsam sein ist gut, aber das Leben nicht genießen zu können und negative Gefühle haben wenn man mal etwas kauft ist eher weniger geil. Schau dir das geschriebene deiner Glaubenssätze an und überleg dir wie und wo du ansetzen kannst um nen Mittelweg zu finden. Gönn dir mal was und freue dich drüber, lern das. Ich denke wenn du lernst dass man Geld verdient um sich gewissen Dinge leisten zu können die man wirklich genießt (ohne dabei das geld zum Fenster rauszuhauen) dann arbeitet man auch lieber als nur zu arbeiten damit mehr schwarze Nullen auf dem Konto sind. Und gleichzeitig lernst du dabei was dir im leben wichtig ist, wofür du gern Geld ausgibst und wie du das Leben genießt.

Stelle deine Denkweise um. z.b. Wenn du tankst und negative Gefühle hast dann überleg dir wofür es gut ist und was du mit dem vollen Benzintank alles machen kannst, wo du hinfahren kannst usw... dadurch weckst du positive Gefühle wenn du etwas kaufst was du brauchst oder was du genießen kannst. Aber das muss man sich halt erstmal angewöhnen. Alles Gewohnheit ;)

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vor 6 Stunden schrieb Halbork:

Du liegst genau richtig so wie du drauf bist. Mach weiter so!

Minimalismus ist der Schlüssel zum Glück und auch zur Freiheit. 

Wenn du dann in ein paar Jahren finanziell unabhängig bist (was nicht unrealistisch ist) lachst du nur über die Leute, die über deine Schrottkarre lachen...

Kann ich nur bestätigen.

Obwohl ich nicht wirklich oder ernsthaft dem Minimalismus folge, kann ich mich der Behauptung, dass Verzicht auf Geltungskonsum bei gleichzeitiger finanzieller Unabhängigkeit (was auch möglich ist, ohne wirklich reich zu sein) einen von zahlreichen Sorgen und Zeitverschwendungen (vor allem: ständige Beschäftigung damit, welche materiellen Güter angeblich gerade "in sind") befreit.

 

Dazu kommt noch etwas ganz banales:

Geltungskonsum funktioniert vor allem deswegen nicht, weil es:

1) Ein absolutes beta-Signal ist (außer man ist wirklich stinkreich, dazu siehe 2) - mit materiellem Eigentum geben praktisch nur die Leute an, bei denen es eh nicht funktioniert. Und bei Frauen bringt es eh nix.

2) Immer wenn etwas als "hip" oder "teuer" bei normalen Leuten ankommt (normal = jeder, der nicht mindestens Millionär oder mehr ist), ist es schon in Wirklichkeit garkein besonderes Gut mehr, da reiche Leute es schon lange haben und bereits "bessere" (=teurerer, wirklich Sozialprestige bringende!) Versionen davon besitzen - man äfft also (selbst als gut verdienender Mensch) nur nach!

3) Geradezu klassisches Beispiel: "Handys"/Mobiltelefone. Was haben wirklich wichtige, reiche Leute / echte Wirtschaftsplayer? Richtig, Satellitentelefone. Oder bezahlte Diener, die für sie telefonieren. Nicht scheiß Mobiltelefone. Und vor zwanzig Jahren? Da hatten richtig Reiche, Manager usw. Mobiltelefone (die heute lustig und klobig aussehen, Retro geworden sind), damals konnten sich normale Leute aber sowas kaum/garnicht leisten.

4) Der "Absaugeffekt": Geltungskonsumprodukte für "normale" Menschen sind immer genau gerade so teuer, dass ihre Anschaffung relativ viel kostet (wieder klassisches Beispiel: "neuestes Iphone haben!!!11"-Idiotie) und so gesehen viel Gehalt absaugt sowie regelmässige Neuanschaffungen erforderlich  macht - aber nicht wirklich Status bringt, weil es trotzdem viel zu viele Leute (auch solche, die es eigentlich nicht haben "dürften" --> Ratenkauf, Kredite) haben --> sinnloses Hamsterrad, dass nur diejenigen reich macht die das Zeug verkaufen.

Wieder das geradezu klassisches Beispiel:

Praktisch jeder Harzer, Assi oder Niedrigverdiener hat immer das neueste "Iphone" (oder sonstiges Mobiltelefon, was gerade laut Werbung und indirekter Werbepsychologie über Edutainemnt & Co. "in" ist) - selbst wenn man also so ein Gerät exakt am Tag der Erscheinung  "vorbestellt" erwirbt, setzt man sich zu dem subjektiv erhöhten Preis des Produktes genau null ab.

--> das Preis-Nutzenverhältnis für solche Produkte stimmt nicht nur objektiv nicht (egal ob Auto, Handy usw.), sondern stimmt nicht einmal in der Hinsicht, die indirekt versprochen wird (subjektiver Statusgewinn durch Kauf)

 

Von daher (obwohl ich wie gesagt kein Minimalist bin) - bringt einfach nix.

Einfach nur dadurch, objektive Leistungsdaten (z.B. Preis-Leistung, Gebrauchtpreise, Langlebigkeit/technische Zuverlässigkeit, weniger populäre Produkte/Geschäfte) zu wählen, kann man gleichgute, oft auch bessere Produkte für weniger Geld haben.

 

bearbeitet von Vierviersieben
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8 hours ago, Vierviersieben said:

Geltungskonsum funktioniert vor allem deswegen nicht, weil es:

1) Ein absolutes beta-Signal ist (außer man ist wirklich stinkreich, dazu siehe 2) - mit materiellem Eigentum geben praktisch nur die Leute an, bei denen es eh nicht funktioniert. Und bei Frauen bringt es eh nix.

Stimme dir darin zu. 

Geltungskonsum bringt in punkto Frauen (wenn überhaupt) nur marginal was, ausser wir reden über den absoluten High-End-Bereich. Motoryacht ab 40 Meter, Privatjet, Villa in Beverly Hills - da seh ich noch ein, dass sowas zieht. Aber bei den meisten Konsumgütern ist der Signaling-Wert effektiv nicht mehr vorhanden und daher eine pure Rationalisierung - oder naiv - also etwa zu meinen, man bekäme mit einem nagelneuen Range Rover Sport HSE wirklich eine signifikant bessere Frau als mit 'ner Deudeuche, die auf dem letzten Loch pfeift.

Also kann man gut und gerne auf den ganzen Geltungskonsum verzichten. Weil es damit doch letztlich immer nur darum geht, die Frau zu bekommen, genau das aber in einer materiell übersättigten Gesellschaft so nicht mehr funktioniert.

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Danke für eure Ratschläge!

Dann kann ich meinen "Minimalismus" ja ruhigen Gewissens weiterleben :D.

Lustigerweise sind es in meinem Bekanntenkreis eher die geringer verdienenden, die sehr viel Geld ausgeben.

Da muss es natürlich nahezu jährlich ein neues Smartphone, vorzugsweise das mit dem angebissenem Apfel sein. Oder aber ein neues Auto, dass man gleich nach seiner Ausbildung per langjährigem Kredit abbezahlt. Ich finde Konsumschulden dumm, weil sie absolut vermeidbar sind.  Absolut unnötige Schulden machen in meinen Augen einfach keinen Sinn. Zumal der Wertverlust bei einem Neuwagen immens ist.  

Aber nun gut jeder ist für sein Geld selbst verantwortlich. Steht mir also auch nicht zu darüber zu urteilen, wie andere mit ihrem Geld umgehen. 

bearbeitet von Panics

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Ich kenne viele Leute, die ziemlich viel Geld verdienen und immer genauso viel ausgegeben haben. 
Viele kamen zu einem ähnlichen Verhalten. 

Sie geben nur sehr wenig Geld aus und wenn dann für Erlebnisse. 

Du kannst mal vom Mindset etwas mehr zwischen Konsum und Investition unterscheiden und parallel auch mal Zeit als Geld betrachten. Du hast ja schon rausgefunden, dass Du mit Zeit + KnowHow Geld verdienen kannst. Ich käme z.B. nie auf die Idee, Zeitungen auszutragen. 50% arbeite ich, 50% der Zeit geniesse ich mein Leben. Und habe immer noch mehr Geld, als Zeitungen austragen. So gesehen würde ich die ganze Zeit rum laufen und vom Mindset her Geld verlieren. Da hocke ich mich lieber mit Freunden in eine Bar und philosophiere über die Welt. 

Da würde ich ein wenig drüber nachdenken. Schade, dass Du das von Deinen Eltern nie gelernt hast. Ist ja kein Problem, nem Kind nen Euro Taschengeld zu geben, damit es den Umgang mit Geld lernt. Und man muss schon sehr mit Scheuklappen durch die Welt laufen, um nicht mit zu bekommen, dass Kinder anhand von Taschengeld den Umgang mit Geld lernen. 

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