Wie setzt ihr eure Ziele?

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Hi zusammen,

Pickup ruht zur Zeit ein wenig bei mir und ich versuche mein Leben allgemein in eine bessere Bahn zu lenken. Über Bücher wie das "Master Key System" sowie "Denke nach und werde reich" bin ich zu der Psychologie des Zielesetzens gekommen, wobei mir auffiel, dass ich bislang eigentlich ziemlich ziellos gelebt habe. Im engeren Sinne meine ich hier Zielsysteme, die in Richtung S.M.A.R.T. gehen (also u.a. spezifisch, messbar und terminiert). Da mir dieses Konzept relativ neu war als ich darauf stieß, beschloss ich ein wenig damit in verschiedenen Lebensbereichen zu experimentieren. Z.B.

  • Beruf: innerhalb des nächsten Jahres mindestens zwei wissenschaftliche Veröffentlichungen auf die Kette kriegen (ich arbeite wissenschaftlich an einer Uni)
  • Gesundheit/Fitness: Jede Woche 3x Krafttraining, 1x Schwimmen; täglich ein Stück Obst essen usw.
  • Dating/Pickup: Bis Ende des Jahres meine Restmenge Kondome aufbrauen (klingt etwas strange, ich weiß :D)

Nun, was mir dabei aufgefallen ist: für den Bereich Beruf fällt mir das ganze noch relativ leicht, da ich eine erfolgreiche Promotion schon als wichtigen Meilenstein ansehe, den ich auch gut visualisieren kann. Im Bereich Fitness klappt das schon nicht mehr ganz so gut, da ich ziemlich gerne Süßigkeiten esse und meine intrinsische Motivation für Sport eher gering ist. Und im Bereich Dating/Pickup fühlt es sich einfach nur kompett falsch an, sobald ich mir in irgendeiner Weise etwas konkret vornehme. Nun liest man ja ohnehin, dass S.M.A.R.T. für persönliche Ziele, bei denen Leichtigkeit und intrinsische Motivation gefragt sind (sowie solche, die man nicht aus eigener Kraft erreichen kann), eher unpassend sind. Als Alternative bieten sich dann nach manchen Quellen eher Mottoziele an, die dann aber auch wieder relativ allgemein und ergebnisoffen sind.

Kurzum: konkrete und vor allem zeitgebundene Ziele, welche die Verstandesebene ansprechen, scheinen bei mir nicht so gut zu funktionieren. Von vielen Motivationscoaches hört man aber wiederum oft wie wichtig es doch sei, konkrete Ziele und Pläne für alle möglichen Lebensbereiche zu entwickeln, was mich zu meiner Frage bringt:

Wie macht ihr das? Habt ihr da ein bestimmtes System, welches auch beinhaltet, dass ihr euch eure Ziele regelmäig (mit Fristen) aufschreibt oder geschiet das eher intuitiv? Ich würde einfach gerne mal ein paar Meinungen hören und sichergehen, dass ich nicht einfach irgendweche technischen Fehler mache.

 

Gruß,

Oasis

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vor einer Stunde, Oasis schrieb:

Dating/Pickup: Bis Ende des Jahres meine Restmenge Kondome aufbrauen (klingt etwas strange, ich weiß :D)

Das Ziel ist m. E. kein S.M.A.R.T.-Ziel, weil das "A" fehlt. Was konkret willst du denn unternehmen, um das Ziel zu erreichen? Dazu kommt, was du ja auch schon angedeutet hast: Du hast darauf nur begrenzten Einfluss, weil eben die Frauen da draußen auch ein Wörtchen mitzureden haben (es sei denn, du lässt auch safer masturbation gelten ;)). Ein besseres Ziel wäre daher m. E.: Ich gehe jede Woche X Mal raus (auf Partys, in Clubs, Bars, was auch immer) um Frauen anzusprechen oder halt entsprechend auf das Online-Game umgemünzt. Aber besser outcome-independet in der Formulierung bleiben. Lesetipp dazu: http://www.seductiontuition.com/tyler-durden/implementing-habit.html

vor einer Stunde, Oasis schrieb:

Im Bereich Fitness klappt das schon nicht mehr ganz so gut, da ich ziemlich gerne Süßigkeiten esse und meine intrinsische Motivation für Sport eher gering ist.

Auch wenn du es oben in deinen Beispielen nicht ausdrücklich aufgeführt hast, lese ich heraus, dass du nicht nur zusätzlich Obst essen, sondern eben auch Junk-Food weglassen willst. Gewohnheiten aufzugeben ist immer schwerer als neue Gewohnheiten zu erlernen. Ist also keinesfalls ungewöhnlich, dass es hier etwas Zeit braucht (und du wahrscheinlich auf dem Weg immer mal wieder in alte Muster zurückfällst) um das Ganze zu erreichen. Dranbleiben!

Was den Sport betrifft: Frage dich doch mal, WARUM du eigentlich fitter/gesünder werden willst? Was verbindest du damit? Willst du dein Wohlbefinden steigern? Willst du einen durchtrainierten Körper (vielleicht um attraktiv auf Frauen zu wirken)? Willst du mal nen Marathon mitlaufen? Geht es dir um Wettkampf-Aspekte? Willst du in deiner Erscheinung männlicher wirken/Respekt einflößen? Dich im Notfall besser verteidigen können? Je nachdem, wie deine Antworten auf solche Fragen ausfallen: Vielleicht ist die Sportart ja auch einfach nicht die richtige für dich und du wärst in ner Mannschaftssportart oder irgendwelchen Kursen besser aufgehoben?

Ansonsten gilt aber auch hier: Dranbleiben! Intrinsische Motivation ist schön und gut, aber ich glaube, auch die unterliegt immer einer Art Wellenbewegung: Am Anfang ist Motivation  essenziell, um überhaupt aktiv zu werden. Dann kommt aber irgendwann die erste Durststrecke, weil Erfolge auf sich warten lassen oder irgendwelche unerwarteten Hürden auftreten... An der Stelle geben die meisten auf. Wenn man aber stattdessen die Zähne zusammenbeißt und weitermacht, werden irgendwann erste Erfolge kommen oder man lernt neue Dinge dazu (korrekte Bewegungsabläufe, Ernährung usw.), die den Spaß/das Interesse und somit auch wieder die Motivation steigern... Dann kommt der nächste Durchhänger usw.

Kurzum: Ich glaube nicht, dass es beim Thema Sport an der (grundsätzlichen) Methode deiner Zielsetzung scheitert. Entweder ist das Ziel einfach nicht attraktiv genug (eine andere Sportart oder ein Besinnen auf die dahinterliegende Motivation könnte hier Abhilfe schaffen) für dich oder es hapert (noch) an Beharrlichkeit/Disziplin/der "richtigen Einstellung" (insbesondere Geduld) oder vielleicht nimmst du dir auch zu viel auf einmal vor (kleine Schritte und nicht zu viele verschiedene Ziele parallel angehen).

Buchtipp zum Thema Zielsetzung respektive dem Aufbauen von Gewohnheiten: Tynan - Superhuman by habit: A guide to become the best possible version of yourself, one tiny habit at a time (Titel ist etwas reißerisch, aber der Inhalt ist m. E. sehr gut)

 

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Ich mache das genau so wie du. Im Prinzip mehr oder weniger S.M.A.R.T. Ziele definieren. Lustige dabei finde ich, dass wir fast die gleichen Ziele haben. Mein Ziel Nr. 1 für 2018 war zwei wissenschaftliche Veröffentlichungen (ein Paper ist akzeptiert, das andere muss noch durchs Review). Mein zweites Ziel war dann auch ein sportliches. Will da aber eine konkrete Menge abnehmen (so bei ca. 60% grade). Da hatte ich den Juli über ein großes Motivationstief. Das wird jetzt aber wieder besser.

Was mir persönlich geholfen hat war die Ziele tatsächlich aufzuschreiben. Wirklich mit einem Stift in mein Notizbuch. Das liegt hier auch vor mir und ich sehe regelmäßig was ich will und wie weit ich schon gekommen bin. Ich habe 5 Ziele definiert, weil ich denke mit mehr hätte ich nicht genug Zeit/Energie in jedes einzelne stecken können.

TonyStark kann ich nur zustimmen. Überleg dir auch warum du diese Ziele gewählt hast. Was steht da dahinter? 

Ziele setzen funktioniert so echt gut. Du machst da also meiner Meinung nach schon alles richtig. Stellen sich noch die Fragen nach konkreten Schritten um diese Ziele zu erreichen. Und wie man langfristig die Motivation und Disziplin behält. Aber das sind eigentlich ganz andere Probleme.

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1. WHY: Welche inneren Gefühle will ich damit befriedigen? (Bsp.: "Aktuell fühle ich mich fett, unsportlich und unattraktiv. Ich möchte mich besser fühlen.")
2. WHAT: Was soll das Resultat sein? (SMART) (Bsp.: "Ich nehme 5kg bis 30.09. ab.") + Babysteps daraus machen, am besten wöchentliche Milestones.
3. HOW: Was sind die Habits/Prozesse dafür? (Bsp.: "Jeden Tag nehme ich 2.000kcal auf und gehe 1h spazieren.") + Babysteps daraus machen (mit täglich 1min anfangen, nicht mit 60min)

Alle Habits aus HOW in einer täglichen Liste dann bearbeiten.
Am Ende der Woche schauen, ob die Milestones aus WHAT erreicht wurden.
Evaluieren: wenn ja: dann so weitermachen oder leicht steigern; wenn nein: warum nicht:
Weil HOW nicht durchgeführt? Weil HOW nicht passend zum WHAT?

Und NIEMALS das WHY vergessen.
Das WHY ist unser Antrieb, der uns im normalen Zustand am Ball hält.
Ohne 1L Kaffee intus, ohne Motivationsvideos oder sonstigen Bullshit.
Dabei MUSS man ehrlich sein. Selbst-bewusst-sein entwickeln. Nach innen schauen.
Dabei gibt es kein gut oder schlecht.
Immer tiefer bohren:
=> Ich will zwei Arbeiten pro Jahr veröffentlichen! WHY?
=> Die anderen veröffentlichen nur eine, ich will hervorstechen! WHY?
=> Ich habe Angst, dass mich der Prof kickt und ich somit meinen Job verliere! WHY?
=> Ohne Job wäre ich ein Nichts und ich würde alle meine Freunde verlieren! WHY?
=> Ich muss beruflich etwas leisten, damit ich wertvoll bin!
Wenn es nicht mehr tiefer geht, dieses emotionale Ur-WHY in das überarbeitete Konzept einbeziehen

 

Noch ein bisschen Best Practice:
- das ganze Konzept im Normalzustand erstellen, nicht im Hype-Modus nach 5 Bier oder so
- so viel wie möglich mit festen Terminen IM Kalender arbeiten: Mo, Mi, Fr: 18 Uhr Krafttraining im Studio X;
nicht: ja, halt so 3mal wie es mir gerade reinpasst => macht man eh nicht, weil [Ausrede]
- das WHAT benötigt immer Deadlines (Parkinson's Law), sonst wird aufgeschoben
- das HOW benötigt Big Wins (Pareto Principle): 1 Stück Obst bringt überhaupt nichts. 500g Gemüse wäre sinnvoll.
- am besten TÄGLICHE Habits einführen, da der Tag eine besser merkbare Einheit als "jeder 2. Tag außer Wochenende" ist
- niemals "wenn ich Lust oder Zeit habe" gelten lassen: Lust ist zu schwankend und Zeit nimmt man sich
- Anfangen ist bei nahezu jeder Tätigkeit der schwierigste Part => den Schneeball ins Rollen bringen, den Berg runter schafft er dann selbst
- Habits als Baby Steps einführen: täglich 2h Sport ist unrealistisch; täglich um 18 Uhr Abmarsch ins Studio ist einfacher, keine Pflicht zu 2h Sport
- wenn alles nicht funktioniert, immer zuerst das WHY untersuchen: immer tiefer bohren
 


 


 


 

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