Bindungs- und Verlustangst: Umgang und Tipps?

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1. 22
2. 18
3. monogam
4. 4 Monate
5. Vor erster Beziehung etwa 1 Monat, dieses Mal wenige Tage, Beziehungspause 7 Monate
6. Sehr häufig, 1-4 Mal am Tag, wenn man sich sieht (2-3 Mal die Woche)
7. Keine Gemeinsame Wohnung

 

8.

Hallo liebe Forengemeinde,

Um ehrlich zu sein, weiß ich garnicht so zu 100%, ob ich hier mit meinem Thema überhaupt richtig bin, aber da ich momentan Tipps und Ratschläge auf jeden Fall gebrauchen kann, poste ich das ganze hier mal; gerade, weil mir hier schon so einiges enorm weitergeholfen hat und das Thema ja, abgesehen von der psychischen Komponente ja doch irgendwie hier reinpasst.

Ich war mit meiner Freundin bereits vor einem Jahr 3 Monate zusammen, das Ganze war unsere erste Beziehung (Für beide) und lief anfangs sehr sehr gut. Allerdings kam es dann zu kleineren Problemen und Meinungsverschiedenheiten, sie ist schwer religiös, ich garnicht. Sie hängt extrem an Ihrer Mutter (Vater als sie 9 war tragisch verstorben) und auch sonst fiel so langsam die rosarote Brille - zumindest für Sie.
Sie distanzierte sich, ich klammerte. Nach einer Familienhochzeit von Ihr war dann ganz plötzlich Schluss und ich stand vor dem Nichts. Da es meine erste Beziehung war, war ich natürlich auch ziemlich am Ende, habe mich dann aber viel mit PickUp, ExBack und Inner Game beschäftigt, habe in einem Jahr 10 kg abgenommen, Muskelmasse aufgebaut und da wir zusammen arbeiten, kam es (nach einigen Widerständen - vorallem von der Mutter) doch noch dazu, dass Sie zu mir zurückkam.

Ich habe die ganze Geschichte in einem anderen Forum damals im Sinne von "ExBack" auch schonmal ausgeführt - sind hier Links von Fremdforen erlaubt? Dann Würde ich das Ganze mal verlinken.

Ansonsten soviel zur Vorgeschichte.

Noch eine kurze Notiz am Rande: Ich hatte vor etwa 2 1/2 Jahren mit leichten bis mittelschweren Depressionen zu kämpfen, die damals durch den unliebsamen Übergang von Schule zu Arbeit und dem Verlust meines damaligen Freundeskreises zutun hatte. Dazu kamen Angstzustände und leichte Panikattacken. (Jedoch mit geringen körperlichen Symptomen)

Wir waren also wieder zusammen und es lief dieses Mal alles hervorragend. Ich hatte aus meinen massiven Fehlern gelernt, war selbstbewusster geworden und dieses Mal war Sie es, die mich dauernd vermisste. Der Sex lief immer besser, sie sagte mir oft, wie sehr sie mich liebe und ich ihr auch.

Nun waren wir Anfang April gemeinsam für 3 Tag im Urlaub, in Hamburg.
Die Reise dorthin verlief recht stressig und auch am Abend zuvor habe ich nicht viel und nur schlecht geschlafen.

Und dadurch kam es wohl auch zu dem Rückfall... Irgendwie kam mir - völlig aus dem Nichts der Gedanke, ob ich sie denn überhaupt noch so richtig liebe. Also so richtig. Und da habe ich mich dann völlig reingesteigert, mir vorgestellt, wie es wäre wenn ich mir Ihr Schluss mache, wie sehr sie enttäuscht wäre - gerade auch im Urlaub, wo sie ja auch unglaublich glücklich war über alles.
Richtig üble Zwangsgedanken, die mich zu dem Zeitpunkt fast wie gelähmt haben. Das ganze kam phasenweise - also nicht permanent. (Hab dann mal gegoogelt - ROCD ist wohl die richtige Bezeichnung für den Mist)
Naja, dann tat sie mir Leid, was mich noch weiter runter gezogen hat und ich musste es ihr dann auch sagen, was mir durch den Kopf geht, da ich kurzzeitig vorm Nervenzusammenbruch stand. Sie hat das überraschenderweise UNFASSBAR gut aufgenommen, hat Verständnis gezeigt und mir enorm geholfen. Ist ja nicht gerade selbstverständlich, wenn man gesagt bekommt, dass man darüber nachdenkt, ob die Gefühle noch da sind.
Sie meinte dann auch, dass das wohl auch damit zusammenhängen könnte, weil ja nach unserem letzten "Urlaub" (damals eine Familienhochzeit bei Ihr) Schluss war.
Naja. Auf jeden Fall war es dann nach dem Urlaub nochmal richtig schlimm, sodass ich dann letztendlich heulend in Ihren Armen lag. :roll: Zuhause musste Sie dann auch nochmal weinen....

Zja... Das Abartige an solchen Gedankenspiralen ist, dass man, wenn man so angespannt ist, tatsächlich keine Liebe mehr verspüren kann. Dann macht man sich noch mehr Gedanken. Ein Teufelskreis. Dazu kommt dann noch, dass Sie immer anhänglicher wird - klar, sie will mich ja auch nicht verlieren.

Mein Hausarzt (gleichzeitig ausgebildeter Psychotherapeut) meinte auf die ganze Sache dann, dass ich grundlegend einen hohen Drang zum Perfektionismus hege... dass ich sofort in Panik gerate, wenn es mal nicht alles so läuft, wie ich es mir vorstelle.
Zudem meint er, dass ich da wohl eine gewisse Verlustangst in mir trage, da damals so plötzlich Schluss war und ich die Trennung noch nicht verarbeitet habe. Dadurch drehe ich die ganze Sache jetzt wohl um und versuche sie mir unterbewusst schlecht zu reden.
Zudem sollen wir auf ein ausgewogenes Nähe-Distanz Verhältnis achten.

Seither ist es ein immer und immer wiederkehrender Prozess... Ist sie nicht da, vermisse ich sie. Wenn ich daran denke, dass sie Kontakt mit anderen haben könnte (hatte sie damals in unserer Trennungszeit), wird mir unwohl - ich mag mir garnicht vorstellen, wie sie mit wem anders zusammen ist.
Generell habe ich hier die typische Symptomatik von Verlustangst... Ich werde unruhig wenn sie:

- lange nicht/kurz angebunden zurückschreibt

- mit anderen Typen quatscht und lacht

- sie mich in irgendeiner Art kritisiert habe ich das Bedürfnis, es wieder gut zu machen

- sie mal schlecht gelaunt ist

Und dann, in den eigentlich schönen Momenten fühle ich mich unwohl... Reden wir nicht miteinander, denke ich, ob sie nicht die Falsche ist, da wir nicht immer Gesprächsthemen haben...
Ich fand' sie immer attraktiv - nun sehe ich sie an und suche nach Kleinigkeiten, die mir nicht gefallen - z.B. ihre Nase, oder dass sie etwas übergewichtig ist. (was mich früher nie gestört hat!)
Wenn wir mit Freunden unterwegs sind, und sie mal einen unpassenden Kommentar bringt, schäme ich mich fast etwas dafür - obwohl es doch völlig irrelevant ist und - eigentlich - garnicht schlimm.

Auch wenn ich Mal einen Tag habe, wo ich nicht so zu hundertprozent Lust auf Sex habe, denke ich sofort, ich finde sie nicht mehr anziehend. Andererseits habe ich sofort Verlustangst, wenn sie mal nicht möchte. Ihr seht also, wie verworren das in meiner Rübe zugeht. 😂

Seltsam ist auch, dass, wenn sie dann schreibt und sehr innig und liebevoll wird, ich ein schlechtes Gewissen bekomme, wenn ich ihr zum Beispiel "Ich liebe dich" schreibe. Auch nicht immer, aber ab und an. Manchmal hab ich auch das absolute Bedürfnis ihr eben das zu schreiben und weiß garnicht, wie ich es "intensiv" genug ausdrücken kann, damit es passt. Total bescheuert.

Zja... und dann kommt es eben zu den für ROCD üblichen Gedankenschleifen. Liebe ich sie tatsächlich nicht mehr? Oder ist es die Bindungsangst?
Überbewerte ich einfach völlig, dass die Anfangsphase der Verliebtheit nun mal nachlässt?
Das ganze mündet dann in richtige panikartige Zustände. Ich habe Angst sie zu verlieren und gleichzeitig Angst, die Kontrolle zu verlieren und Schluss zu machen. Völlig verrückt.

Seltsam ist es auch, wenn ich mir Ihr und Freunden weggehe... Da sorge ich mich dann, ob es ihr auch gefällt, ob sie sich wohl fühlt usw, usf. Ich gebe mir also wirklich permanenten Hirnfick übelster Kanone.

Dann gibt es aber auch wieder gute Momente, wenn wir zusammen sind... Wo alles gut ist und wir zusammengekuschelt im Bett liegen.

Ein ständiges Hin und Her. Sie weiß von alledem (abgesehen von einigen Details, die ja auch wenig relevant sind) und ist extrem verständnisvoll... Es läuft ja auch alles gut. Ich kann es nur nicht genießen... Obwohl ich es so gerne würde. Schließlich war der Kampf dafür lang genug und die letzte Zeit so wunderschön... Bis ich mich dann in so einen Müll reingesteigert habe. :evil: :roll:

Ich habe es ihr erzählt, mache das Ganze aber nicht mehr zum Thema. Sie ist auch immernoch extrem attracted - da ist also alles im Lot. Ich musste das nur besprechen, da es mir unmöglich war, die Anfälle und Stimmungsschwankungen vor Ihr zu verbergen.

Mittlerweile habe ich auch AD's bekommen, Paroxetin in 10 mg Dosierung, als Einstieg. Bisher mit minmaler Besserung. Zudem habe ich in ein paar Tagen einen Einstiegstermin bei Psychotherapeuten, wo ich dann wohl auch in Therapie gehe - in dieser Hinsicht ist also alles bereits am anlaufen - ich will ja schließlich auch, dass es unbedingt besser wird und möchte die eigentlich tolle Beziehung nicht riskieren.

Hört sich jetzt alles vllt. schlimmer an als es ist. Wir haben weiterhin sehr sehr schöne Momente, aber es wird eben immerwieder dadurch getrübt. Ich will auch auf keinen Fall die Beziehung aufgeben. Es läuft alles hervorragend und ich weiß, dass das nur mein Kopf ist, der mir da was einzureden versucht.

9.


Habt ihr Tipps? Oder ähnliche Erfahrungen? Ich wäre für alle Ratschläge und Erfahrungen dankbar. :) Nicht nur zur Psyche, sondern auch zur Beziehungsdynamik... Was kann ich verbessern? Wo sollte ich aufpassen?

 

 

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Schau mal in meine Signatur, ich glaube der Buchtip könnte dir sehr viel weiter helfen 🙂

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Danke dir! Hab' ich mir direkt mal auf die Liste gesetzt und werd's mir die Tage mal zulegen. 😀

Hast du einen groben Ansatzpunkt, wo ich anfangen sollte an mir zu arbeiten oder mit welchen Mitteln?

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Ging es dir vor der Trennung auch so?

Klingt für mich ein bisschen so als hättest du nie richtig verarbeitet dass sie dich damals so abgeschossen hat und immer noch Groll gegen sie fährst. 

Du sagst hier kein gutes Wort über sie, nur dass die Zeit mit ihr manchmal schön ist, aber nicht sie als Mensch. Wenn sie nicht da ist, plagst du dich in erster Linie mit dem Gedanken dass sie mit anderen Männern was hat, anstatt sie einfach zu vermissen. 

Geht es dir wirklich um sie oder darum was sie für dich darstellt? 

Psychotherapie ist hier der absolut richtige Weg für dich

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Ich kenne das mit dem eigenen Drang zur Perfektion. Der entsteht bei mir wenn ich zuviel Zeit habe, alles tausendmal überdenken kann und mir einer Sache zu sicher bin. Dann kommen auch die Zweifel die du beschreibst. Wenn sich deine Freundin wieder zurückziehen würde ist mit den Zweifeln aber sofort Schluss und du verfällt ins Gegenteil und klammerst - richtig?

Ich für meinen Teil versuche in solchen Situationen meinen Fokus zu streuen und mich auch mit anderen Dingen zu beschäftigen auch um nicht zuviel Zeit zum Nachdenken zu haben. Ein langer (mehrere Stunden) Spaziergang in der Natur hilft mir auch etwas Abstand zu bekommen und die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Ganz wichtig ist auch der Sport. Ich mache HIIT Trainings nach denen ich so platt bin das sich eine innere Zufriedenheit einstellt. Ich will dann einfach nur noch was essen und schlafen.

Generell würde ich mir an deiner Stelle mal über mein Leben Gedanken machen. Was willst du erreichen und wie kommst du dahin. MMn. wird es dir helfen wenn du dein eigenes Leben stärker fokussierst und deine Beziehung einfach mehr nebenbei laufen lässt. Nicht soviel Hirnfick und einfach mehr genießen. Hast ne tolle und verständnisvolle Frau an deiner Seite - mach was draus!

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Am 13.6.2018 um 17:37 , Antidote schrieb:

Viel Erfolg!

Vielen Dank, werde ich mir heute Abend direkt mal durchlesen.

Am 14.6.2018 um 01:58 , BadRobot schrieb:

Ging es dir vor der Trennung auch so?

Klingt für mich ein bisschen so als hättest du nie richtig verarbeitet dass sie dich damals so abgeschossen hat und immer noch Groll gegen sie fährst. 

Du sagst hier kein gutes Wort über sie, nur dass die Zeit mit ihr manchmal schön ist, aber nicht sie als Mensch. Wenn sie nicht da ist, plagst du dich in erster Linie mit dem Gedanken dass sie mit anderen Männern was hat, anstatt sie einfach zu vermissen. 

Geht es dir wirklich um sie oder darum was sie für dich darstellt? 

Psychotherapie ist hier der absolut richtige Weg für dich

Das kam womöglich etwas falsch rüber. Sie ist eine wundervolle Frau und ich möchte sie auf keinen Fall verlieren. Im Grunde genommen kann ich mir mehr nicht wünschen, was das anbelangt... Und grad da, wo alles so unglaublich perfekt schien, kamen die Zweifel. Völlig aus dem Nichts. Quasi so, als ob mir mein Hirn einfach alles Schöne schlecht reden will.

Hab das Problem teils auch bei Unternehmungen mit Freunden, beim Zocken oder bei anderen Sachen. Ich kann da einfach nichts so wirklich genießen. Weil ich sofort ins Grübeln komme. Ist das jetzt alles gut so? Sollte ich nicht lieber was anderes machen als zocken? Ist die Unternehmung wirklich das Richtige? Usw. usf.

Aber das ist dann definitiv ein Fall für die Therapie, wo ich letztens den ersten Termin gehabt hätte... Nur leider hatte ich genau an dem Tag einen Unfall... Soll zu Zeit wohl nicht sein. 😑

Am 14.6.2018 um 05:04 , Sam Stage schrieb:

Ich kenne das mit dem eigenen Drang zur Perfektion. Der entsteht bei mir wenn ich zuviel Zeit habe, alles tausendmal überdenken kann und mir einer Sache zu sicher bin. Dann kommen auch die Zweifel die du beschreibst. Wenn sich deine Freundin wieder zurückziehen würde ist mit den Zweifeln aber sofort Schluss und du verfällt ins Gegenteil und klammerst - richtig?

Ich für meinen Teil versuche in solchen Situationen meinen Fokus zu streuen und mich auch mit anderen Dingen zu beschäftigen auch um nicht zuviel Zeit zum Nachdenken zu haben. Ein langer (mehrere Stunden) Spaziergang in der Natur hilft mir auch etwas Abstand zu bekommen und die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Ganz wichtig ist auch der Sport. Ich mache HIIT Trainings nach denen ich so platt bin das sich eine innere Zufriedenheit einstellt. Ich will dann einfach nur noch was essen und schlafen.

Generell würde ich mir an deiner Stelle mal über mein Leben Gedanken machen. Was willst du erreichen und wie kommst du dahin. MMn. wird es dir helfen wenn du dein eigenes Leben stärker fokussierst und deine Beziehung einfach mehr nebenbei laufen lässt. Nicht soviel Hirnfick und einfach mehr genießen. Hast ne tolle und verständnisvolle Frau an deiner Seite - mach was draus!

Jap, du beschreibst ziemlich perfekt, wie die ganze Sache bei mir abläuft. Gerade bei deiner Frage oben hab ich innerlich sofort "Genau!" geschrien.. 😀

Danke für deine Tipps, ich bin momentan noch dazu in einer Ausbildung, die eine absolute Fehlentscheidung meinerseits war - bin allerdings nächsten Februar fertig und will die Sache zu Ende bringen. Danach gibt's dann Richtungswechsel und duales Studium. Auch meinem Sport kann ich derzeit kaum noch nachgehen wegen 2 Verletzungen und dann gab's noch einen schweren Krankheitsfall in der Familie.

Vllt. kam da einfach ein bisschen viel zusammen in letzter Zeit. Noch dazu neige ich - wie oben beschrieben ja auch massiv zum Hirnfick.

Ich werd' mein bestes geben und die Sache nicht versauen. Vielen Dank! 😉

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