Verletzt werden - emotionaler Rückzug

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Hi Leute,

seitdem ich meine LTR beendet habe (alle Details hier zu finden im Link), stelle ich mir öfters die Frage ob mein emotionaler Rückzug als Reaktion zu dem unangebrachten Verhalten der Partnerin angemessen/normal, übertrieben oder zu wenig war.

Ich tendiere generell dazu Menschen wohl zu viele Chancen zu geben, vor Allem wenn ich ein gewisses "Normalmaß" nicht definiert habe. Dazu gehört natürlich auch die o.g. Beziehung. Immer wenn meine Partnerin einen Bitch-Move vollbracht hatte habe ich mich unterbewusst emotional distanziert (weil es sich nicht zielführend wohlwollend anfühlte), ihr dann erklärt was so ein Verhalten von ihr in mir anrichtet, bin anscheinend auf Verständnis gestoßen was mich dann wieder hoffen ließ dass sowas nicht mehr vorkommt und was mich dann letzten Endes auch einige Monate in der Beziehung weitermachen ließ.

Ein Beispiel (für die, die den Original-Thread nicht gelesen haben oder nicht wollen): Ich bin nach Holland eingeladen worden um einen Gastvortrag zu halten an einer Uni; Flug und Hotel von der Uni bezahlt; ein Tag hin, ein Tag zurück. Sie wollte aber Kurzurlaub in Amsterdam machen und ich fand die Idee gut und buchte das Doppelzimmer-Hotel in A'dam. Sie musste lediglich weniger als 100 Euro für ihren Flug + Bus zahlen. Nach der ersten Nacht im Hotel wurde ich um 9 Uhr zur Uni abgeholt vom Kursleiter. Also musste ich vorher frühstücken. Ich fragte meine Partnerin ob ich ihr was mitbringen kann, und wir hatten zusätzlich vereinbart dass während ich die Vorlesung halte, sie in ein Cafe in der Innenstadt geht und dort lecker frühstückt. Sie antwortete mir dass sie gerne eine Kaffee hätte. Nach meinem relativ kurzen Frühstück bin ich dann noch zur Kaffeemaschine und habe ihr einen Coffee to go gemacht, und währenddessen mir noch gedacht ich mache ihr eine kleine Käsestulle falls sie auf dem Weg zum Cafe Hunger bekommt. Ich habe ihr das Mini-Früstück aufs Zimmer gebracht und dachte noch so "ah da freut sie sich bestimmt über das Brötchen". Als ich ihr den Kaffee in die Hand drücke, macht sie den Deckel auf und schreit mich an dass sie keinen schwarzen Kaffee trinkt und dass sie so enttäuscht über mich ist, dass sie mir egal wäre und dass ein guter Partner wüsste dass sie NUR Milchkaffee trinkt. Ich bin aus allen Wolken gefallen. Dachte mir "wie verdammt undankbar kann man sein" und andere Dinge. Habe ihr gesagt dass wenn es andersrum wäre ich mich bedanken würde, sie dann nett darauf hinweisen würde dass ich sehr gerne Milch dazu hätte und ob es ein Problem für sie wäre auf dem Hinausweg nochmal Milch dazu zu schütten. Das wollte sie partout nicht einsehen und ich habe dann um mich nicht vor meinem Gastvortrag reinzusteigern einfach gesagt dass ich sie dann nach der Vorlesung kontaktieren werde. Aufgrund solcher Aktionen (und die gab es alle 1-2 Wochen) habe ich mich dann immer weiter emotional zurückgezogen (inkl. nicht mehr gesagt dass ich sie liebe, über mehrere Wochen nicht mehr mit ihr geschlafen) und auch sonst jeglichen Glauben an die Beziehung verloren. Bis ich dann die Beziehung beendet habe (siehe anderer Thread).

Die Ex-Partnerin warf mir in den letzten Wochen der Beziehung dann immer wieder vor, dass ich sie nicht mehr lieben würde, dass ich mich zurückgezogen habe, und dass sie dann auch keine Lust mehr auf eine Beziehung hat wenn das so weiter geht. Sie würde erwarten dass ich ihre Wutausbrüche akzeptiere und danach sie wieder genauso lieben sollte wie davor. Nur funktioniere ich nicht so. Wenn man mich wiederholterweise emotional verletzt klinke ich mich aus.

Nun meine Frage: Ist mein Verhalten des emotionalen Rückzugs normal oder nicht? Falls das normal ist, habe ich keinen Handlungsbedarf. Falls das Verhalten allerdings zu sensibel ist, würde ich als nächsten Schritt einen Psychologen mal aufsuchen und mich konsultieren lassen. Ich komme aus einem nicht-intakten Elternhaus und habe leider nie eine guten Beziehung vorgelebt bekommen. Daher musste ich vieles im Leben durch Trial and Error lernen oder eben sehr viel mit Freunden sprechen um meinen Weg zu finden, den ich übrigens schon sehr reflektiert halte.

Danke!

Nachtrag: Ich habe dieses Video mir angesehen, in dem gesagt wird dass in Situationen wo man sich zurückziehen würde dem Partner annähern und umarmen sollte: https://www.youtube.com/watch?v=FDIg1kCr-Vk Das wirft in mir die Frage auf, ob ich die Beziehung hätte retten können wenn ich quasi wie Jesus trotz der emotionalen Verletzung wohlwollend auf sie zugegangen wäre. Bin momentan hin-und hergerissen wie ich reagieren soll in solchen Situationen. Mein Bauchgefühl sagt mir: "Die behandelt Dich scheisse; weg von der". Aber eventuell ist so ein biblisch-vergebendes Verhalten ja notwendig in "lebenslangen" Beziehungen und ich habe es noch nicht gelernt.

bearbeitet von Klaus1337
Nachtrag

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Alles richtig gemacht, emotionale Distanz und Beziehung beenden ist wohl das beste, was du hättest machen können. So ein Umgang wie in Amsterdam ist einfach nicht normal. Das „wie verdammt undankbar kann man sein“ hättest du auch getrost aussprechen können 😁 Hör definitiv auf dein Bauchgefühl!

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Dein Beispiel aus Amsterdam ist doch absolut glasklar. Wer will denn mit einem Menschen zu tun haben, der sich so verhält. Am besten hätte sie dir noch den Kaffee aus der Hand geschlagen. Da gibt es hier nur 2 Dinge, die gleichzeitig zutreffen.

1) Sie hat dich komplett betaisiert und behandelt dich wie einen Fußabtreter. 

2) Sie hat Probleme mit sich selber, die sie an dir auslässt.

Im ersten Fall hast du Farbe zu bekennen, und zwar aus der Ich-Perspektive. Also kein "mich verletzt dein Verhalten", "Ich habe mich beim Vortrag gar nicht konzentrieren können, wegen deinem Drama" etc pp., das ist passiv-agressiv. Du handelst reaktiv nicht proaktiv. Bessere Formulierung: "Pass auf, ich persönlich kann mir eine ltr mit unnötigem Drama nicht vorstellen, du kannst dich gerne weiter so verhalten, aber dann ist das auf Dauer hier nichts für mich." Das ist eine Position von Stärke, ohne Schuldzuweisung.

Im zweiten Fall gilt ganz klar, du bist nicht ihr Therapeut. Wenn eine Frau Probleme hat, seien es Depressionen, Wutausbrüche, soziale Inkompetenz, wie auch immer du dieses Problem bei ihr definieren willst, dann ist das ihre Kiste. Du kannst da zur Seite stehen, aber mehr nicht. Du hast eine Mission im Leben, und kannst nicht jemand anders noch mitschleifen. Sie ist selber dafür verantwortlich ihr Grundgerüst auf die Kette zu kriegen.

Das sind alles allgemeingültige Aussagen, die du auch auf die nächste ltr anwenden kannst.

vor 2 Stunden, Klaus1337 schrieb:

Ist mein Verhalten des emotionalen Rückzugs normal oder nicht?

Es ist eine natürliche Reaktion, aber gepaart damit, dass du nicht das Maul aufkriegst, und deinen Ärger in dich hineinfrisst, schwach und nicht förderlich.

vor 2 Stunden, Klaus1337 schrieb:

würde ich als nächsten Schritt einen Psychologen mal aufsuchen

Kannst du tun, wenn du dafür der Typ bist. Das ganze ist ein Mindsetproblem, was du auch selber lösen kannst. Das musst du aber für dich herausfinden, was für dich der beste Weg ist.

vor 2 Stunden, Klaus1337 schrieb:

Ich komme aus einem nicht-intakten Elternhaus und habe leider nie eine guten Beziehung vorgelebt bekommen

Ich auch, aber ich habs auch hinbekommen n gesundes Grundgerüst aufzubauen was das angeht. Such nicht die Gründe in der Vergangenheit, oder bei anderen Leuten. Der Kerl den du im Spiegel anguckst morgens, ist der einzige der das aktiv angehen kann und ist von niemandem abhängig.

vor 2 Stunden, Klaus1337 schrieb:

Das wirft in mir die Frage auf, ob ich die Beziehung hätte retten können wenn ich quasi wie Jesus trotz der emotionalen Verletzung wohlwollend auf sie zugegangen wäre

Vergiss so esoterische Videos. Wenn ich dir eine reinhaue, dann müssen wir das klären, wenn wir weiter befreundet sein wollen. Dann kommst du auch nicht blutverschmiert auf mich zu, und nimmst mich direkt in den Arm. Sie ist nicht dein Bruder, Schwester, deine Mutter oder dein Vater. Da mag so ein Mindset vllt ansatzweise Sinn machen. Aber ohne klare Grenzen und Selbstrespekt funktioniert eine ltr nicht.

bearbeitet von Max_well

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vor 8 Stunden, Klaus1337 schrieb:

Nun meine Frage: Ist mein Verhalten des emotionalen Rückzugs normal oder nicht?

Ja - denn die wenigsten erdulden länger eine Partnerschaft, in der man ständig angefahren, kritisiert und runter gemacht wird. Bei vielen (wie auch bei dir) ist das Problem aber hausgemacht. Stichwort: nice guy bzw betaisierung. 

Habe guten Freund, da läuft exakt dasselbe Schema wie bei dir ab. Er (Akademiker, Dr, Uni, Vorträge ect) kämpft in jeder Beziehung mit den Shit Tests, fällt da ständig durch und meint jedesmal, dass man mit a) Verständnis b) Logik und c) Höflichkeit da raus kommt. Wird aber schlimmer, jedesmal. 

Tipp: einlesen bzgl dieser Thematik in Schatztruhe UND dann gezielt umsetzten! Hör auf es deiner Partnerin immer "Recht machen zu wollen". Die wenigsten Frauen stehen auf sowas. 

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Du scheinst mir generell einen vermeidenden Bindungsstil zu haben, also emotionale Situationen (insb. wohl Konflikte?) zu scheuen und dich dann zurückzuziehen (google mal avoidant attachment style - vielleicht findest du dich da wieder). Das ist in Maßen gar nicht schlecht und vielleicht kommst du lässig und unkompliziert rüber.

Die Sache kippt aber dann, wenn dich andere in einer Weise behandeln, die dich emotional stark betrifft, also zB die Wutausbrüche und starken Respektlosigkeiten deiner Ex. In einer LTR gehen solche Aktionen natürlich nicht spurlos an dir vorbei. Du leidest darunter, weißt dir aber nicht anders zu helfen, als dich verletzt passiv-aggressiv zurückzuziehen. Das zeugt von Schwäche und ist vor allem in engen Beziehungen wie LTRs keine wirkliche Option, weil Rückzug dort nur schwer möglich ist. In deinem Beispiel verhält sie sich schlecht und du reagierst darauf (in einer mongoamen LTR?!) mit Sexentzug - keiner gewinnt.

Wie die Vorposter schon geschrieben haben solltest du unbedingt mal den Mund aufmachen und sagen, was dir gefällt und was nicht. Wenn du dich ausdrückst wirst du zum einen einen Teil der emotionalen Belastung loswerden. Zum anderen kannst du dadurch Beziehungen auch aktiv gestalten. Im Moment sieht es bei dir doch so aus: Entweder eine Beziehung ist von sich aus perfekt (unwahrscheinlich), oder etwas stört dich und du ziehst dich zurück. Dann muss der andere Teil dir hinterherdackeln, aus dir rauskitzeln, was nicht stimmt, und sein eigenes Verhalten anpassen (auch unwahrscheinlich, dass jemand dich so führen wird).

Versuch mal - in allen Lebenslagen - emotionale Situationen zuzulassen und negative und positive Gefühle gegenüber anderen (in sozialadäquatem Maße) auszudrücken. Konflikte auszutragen und für dich einzustehen. Das können so Kleinigkeiten sein wie wenn dir im Restaurant ein falsches Essen gebracht wird freundlich zu sagen, dass du eigentlich etwas anderes bestellt hattest und ob man dir das richtige Essen bringen kann. Fällt dir sowas schwer?

Wenn andere merken, dass du auf ihre Respektlosigkeiten keine Antwort hast und sie dir gefallen lässt, werden viele Menschen den Respekt vor dir verlieren und dich zu ihrer Fußmatte machen. Typischerweise steigert sich sowas dann langsam hoch, bis deine Freundin dich vor einem wichtigen Vortrag wegen eines Kaffees anschreit. Je mehr aber andere Menschen merken, dass du selbstbewusst bist und für dich einstehen kannst, desto weniger Konflikte wirst du ironischerweise austragen müssen.

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vor 13 Stunden, Max_well schrieb:

2) Sie hat Probleme mit sich selber, die sie an dir auslässt.

Im ersten Fall hast du Farbe zu bekennen, und zwar aus der Ich-Perspektive. Also kein "mich verletzt dein Verhalten", "Ich habe mich beim Vortrag gar nicht konzentrieren können, wegen deinem Drama" etc pp., das ist passiv-agressiv. Du handelst reaktiv nicht proaktiv. Bessere Formulierung: "Pass auf, ich persönlich kann mir eine ltr mit unnötigem Drama nicht vorstellen, du kannst dich gerne weiter so verhalten, aber dann ist das auf Dauer hier nichts für mich." Das ist eine Position von Stärke, ohne Schuldzuweisung.

Die Ex hat tatsächlich ein paar Probleme mit sich selbst (laut eigener Aussage) und hat nun auch angefangen einen Psychologen zu besuchen wegen ihrer Wutprobleme. Davon abgesehen habe ich bei Konflikte nicht in mich hineingefressen, sondern die Ex mit ihrem Verhalten konfrontiert; und zwar in einem erklärenden/neutralen Ton in etwas wie "Dein Verhalten löst dieses und jenes in mir aus. Stell Dir vor es wäre anders herum. Soetwas möchte ich nicht in einer LTR." Danach kam i.d.R. eine reflektierte Antwort ihrerseits und die Einsicht, weshalb ich auch in der Beziehung blieb ("sie hat's verstanden und mich nun besser behandeln"). In den ersten 12 Monaten der Beziehung wurde mir immer wieder diese Einsicht beteuert. In den 4-6 Monaten danach (siehe Geschichte in Amsterdam) sah sie noch nicht mal mehr ein dass es nicht richtig war dass sie was falsch machte. Unabhängig davon dass ich die Konflikte immer angesprochen habe und auf sie zuging, habe ich mich unterbewusst emotional distanziert weil mir diese Verletzungen nicht gut getan haben und durch die Distanz ein gewisser Schutz aufgebaut wurde.

Ich danke Dir für Deinen Betrag, denn bisher habe ich bei Konfliukten immer erklärt und gehofft dass die Ex es checkt. Deine Herangehensweise "Pass auf, ich persönlich kann mir eine ltr mit unnötigem Drama nicht vorstellen, du kannst dich gerne weiter so verhalten, aber dann ist das auf Dauer hier nichts für mich." finde ich tatsächlich viel besser wegen mehrerer Gründe. Zum einen zeigt es Stärke, da es eine klare Grenze aufzeigt. Zum anderen kommt es direkt zum Punkt, ohne das ganze Palaber was sonst immer stattfand (minuten- teilweise stundenlanges Erklären und Diskutieren über den Konflikt; mir dann noch weitere Garstigkeiten anhören; etc.). Hier nochmal Fragen an Dich @Max_well. Beispiel Amsterdam vor der Vorlesung: Sie macht den Aufstand, Du konterst mit dem zitierten Satz "Pass auf...". Wie verhältst Du Dich nach so einer deutlichen Ansage? Bist Du noch voll invested emotional? Wartest Du bis zum nächsten Drama um dann auch die Konsequenz zu ziehen? Wie ziehst Du die Konsequenzen?

vor 4 Stunden, Maika schrieb:

Du scheinst mir generell einen vermeidenden Bindungsstil zu haben, also emotionale Situationen (insb. wohl Konflikte?) zu scheuen und dich dann zurückzuziehen (google mal avoidant attachment style - vielleicht findest du dich da wieder). Das ist in Maßen gar nicht schlecht und vielleicht kommst du lässig und unkompliziert rüber.

Die Sache kippt aber dann, wenn dich andere in einer Weise behandeln, die dich emotional stark betrifft, also zB die Wutausbrüche und starken Respektlosigkeiten deiner Ex. In einer LTR gehen solche Aktionen natürlich nicht spurlos an dir vorbei. Du leidest darunter, weißt dir aber nicht anders zu helfen, als dich verletzt passiv-aggressiv zurückzuziehen. Das zeugt von Schwäche und ist vor allem in engen Beziehungen wie LTRs keine wirkliche Option, weil Rückzug dort nur schwer möglich ist. In deinem Beispiel verhält sie sich schlecht und du reagierst darauf (in einer mongoamen LTR?!) mit Sexentzug - keiner gewinnt.

Wie die Vorposter schon geschrieben haben solltest du unbedingt mal den Mund aufmachen und sagen, was dir gefällt und was nicht. Wenn du dich ausdrückst wirst du zum einen einen Teil der emotionalen Belastung loswerden. Zum anderen kannst du dadurch Beziehungen auch aktiv gestalten. Im Moment sieht es bei dir doch so aus: Entweder eine Beziehung ist von sich aus perfekt (unwahrscheinlich), oder etwas stört dich und du ziehst dich zurück. Dann muss der andere Teil dir hinterherdackeln, aus dir rauskitzeln, was nicht stimmt, und sein eigenes Verhalten anpassen (auch unwahrscheinlich, dass jemand dich so führen wird).

Versuch mal - in allen Lebenslagen - emotionale Situationen zuzulassen und negative und positive Gefühle gegenüber anderen (in sozialadäquatem Maße) auszudrücken. Konflikte auszutragen und für dich einzustehen. Das können so Kleinigkeiten sein wie wenn dir im Restaurant ein falsches Essen gebracht wird freundlich zu sagen, dass du eigentlich etwas anderes bestellt hattest und ob man dir das richtige Essen bringen kann. Fällt dir sowas schwer?

Wenn andere merken, dass du auf ihre Respektlosigkeiten keine Antwort hast und sie dir gefallen lässt, werden viele Menschen den Respekt vor dir verlieren und dich zu ihrer Fußmatte machen. Typischerweise steigert sich sowas dann langsam hoch, bis deine Freundin dich vor einem wichtigen Vortrag wegen eines Kaffees anschreit. Je mehr aber andere Menschen merken, dass du selbstbewusst bist und für dich einstehen kannst, desto weniger Konflikte wirst du ironischerweise austragen müssen.

Danke für Deinen Beitrag. Ich würde aber sagen dass ich nicht der avoidant partner denn ich spreche schon klar und deutlich meine Meinung aus in Konflikten. Ich versuche nochmal klarer zu formulieren, was in mir vorgeht bei Respektlosigkeiten: Ich bin in erster Linie enttäuscht über den Partner, spreche an was solche Respektlosigkeiten in mir auslösen (z.B. dass ich Respekt verliere) und demnach nicht OK sind und ich langfristig nicht in einer Beziehung sein möchte wo soetwas akzeptiert wird. Da diese Diskussionen zumindest in den ersten 12 Monaten immer auf Verstädnis gestossen zu sein schienen, bin ich in der Beziehung geblieben mit der Hoffnung dass diese Wutausbrüche weniger würden. Nach 6 Monaten LTR habe ich aber bei mir schon gemerkt dass sich das Verhalten der Ex nicht ändern wird, und habe bei jedem Wutausbruch ihrerseits mich immer weiter emotional distanziert (im Sinne von: Kein Glaube mehr an die Beziehung weil ich nicht in einer Beziehung sein möchte in der ich immer wieder so krass angefahren werde). Das habe ich ihr auch kommuniziert! Es hat sich dennoch nichts an ihrem Verhalten geändert. Wenn das immer noch als vermeidender Bindungsstil gilt, dann lese ich mich da gerne ein. Aber eigentlich war ich davon überzeugt immer super transparent über meine Gefühle der Ex gegenüber zu sein.

Der einzige Grund warum ich vor der Vorlesung kein Fass aufgerissen habe ist (und die "richtige" Konfrontation in den Abend nach der Vorlesung gelegt habe), damit mein Adrenalin nicht auf 180 steigt und ich dann in der Vorlesung nicht performen kann.

bearbeitet von Klaus1337
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vor 33 Minuten, Klaus1337 schrieb:

Hier nochmal Fragen an Dich @Max_well. Beispiel Amsterdam vor der Vorlesung: Sie macht den Aufstand, Du konterst mit dem zitierten Satz "Pass auf...". Wie verhältst Du Dich nach so einer deutlichen Ansage? Bist Du noch voll invested emotional? Wartest Du bis zum nächsten Drama um dann auch die Konsequenz zu ziehen? Wie ziehst Du die Konsequenzen?

Das lässt sich erstmal so beantworten, dass du gar nicht erst in solch eine Situation kommst, wenn du von Anfang an so einen Frame fährst. Es muss nicht immer in dieser Deutlichkeit passieren, das wäre die ultima ratio, aber schon bei kleinen Dingen immer aus der Ich-Perspektive handeln. Ein kleines Beispiel: Ich beginne ein HB zu daten, die oft kleine Verspätungen an unseren Treffpunkten hat. Lass es 9-12 Minuten sein. Beim ersten Mal ziehe ich sie noch auf, ob ihre Eltern ihr keine Pünktlichkeit beigebracht hätten. Es ändert sich nichts. Beim zweiten Mal verbalisiere ich, dass mir Pünktlichkeit wichtig ist, wenn ich beginne eine Frau zu daten. Sie kontert, dass sie ja immer so wäre, sogar bei ihren Eltern und Freunden. Ich solle mal ihre Freundin xy fragen, die hätte sich auch schon damit abgefunden. Hätte sie sich an dieser Stelle entschuldigt hätte ich vllt noch auf ein drittes mal gewartet. Aber so, keine Zustimmung von mir. "Wenn du weiter mit mir Kontakt haben willst, hast du pünktlich zu sein, wie du das bei anderen Leuten handhabst, ist mir egal, sonst ist für mich der Kontakt beendet." Ab diesem Punkt war sie, oh Wunder, pünktlich.

Hätte ich ihr das durchgehen lassen nach dem Motto "auf eine schöne Frau wartet man doch gerne", wäre das nur der Anfang ihres Shit test Gewitters.

Wenn du von Anfang an deine Bedürfnisse klar machst, aus einer Position von Stärke, hast du solche Probleme wie in Amsterdam nicht.

Zu deiner konkreten Frage. Ich hätte mir ganz klar angeschaut ob sie es versteht und Reue zeigt. Zum Beispiel dich von deinem Job abholt, kleine Überraschung am Abend, dich verführt, etc. Und auch ob sich ihr Verhalten on the long run ändert. Konsequenzen ziehst du, wenn ihr Verhalten nach solch einer Ansage, nach weiteren 2-3 Malen unverändert bleibt. Aber auch hier ohne Drama, sondern sachlich. Emotional investiert oder nicht, kannst du zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst kontrollieren. Im Zweifel aber eher mal nach dem Mindset handeln, bisschen auf Abstand zu gehen, unter Vorbehalt, falls sich da doch was ändert von ihrem Verhalten her.

bearbeitet von Max_well

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Am 10.12.2019 um 22:41 , Klaus1337 schrieb:

Als ich ihr den Kaffee in die Hand drücke, macht sie den Deckel auf und schreit mich an dass sie keinen schwarzen Kaffee trinkt und dass sie so enttäuscht über mich ist, dass sie mir egal wäre und dass ein guter Partner wüsste dass sie NUR Milchkaffee trinkt.

Zuviel Stutenbissigkeit!! 

Keine Wertschätzung!!

Kein Respekt!!

Alter, was bisn du für einer, der sich son Scheiß gefallen lässt? Der Guten hätte ich doch das Loch gezeigt, dass der Maurer gelassen hat.

Am 10.12.2019 um 22:41 , Klaus1337 schrieb:

Wenn man mich wiederholterweise emotional verletzt klinke ich mich aus.

Gucke mal einer zu... da weiß doch anscheinend etwas in dir, besser mit solchen Situationen umzugehen als dein wach bewusster Verstand. Ich rate dringend zu einem Zwiegespräch mit dir selber.

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