Gegenbeispielsortierer?

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Hallo erstmal :)

Ich habe mich in letzter Zeit immer mal ein wenig mit NLP beschäftigt und recht viele Podcasts zu dem Thema gehört.

In einem Podcast kam kurz das Thema Gegenbeispielsortierer zur Sprache. Ich habe es so verstanden, dass Gegenbeispielsortierer zu jeder Aussage, These, Aufgabe etc. direkt ein wiederlegendes Beispiel finden und sie damit relativieren. Dabei wurde kurz darauf eingegangen, dass Gegenbeispielsortierer mit solchen Dingen wie To-Do-Listen nicht wirklich klarkommen, da sie direkt Argumente finden, um die angesetzten Aufgaben nicht machen zu müssen.

Da ich mich, wenn ich es denn richtig verstanden habe, in diesen Aussagen wiederfinde, wollte ich mal fragen, wie man diese "Denkweise" ändern kann bzw. was man stattdessen machen sollte, wenn man sich Ziele und Aufgaben setzt.

Im Internet konnte ich nicht wirklich was dazu finden aber vielleicht kann mir ja hier jemand helfen :)

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Hey,

der von dir genannte Gegenbeispielsortierer (Mismatcher) stellt ein sogenanntes Metaprogramm dar. Diese filtern die Informationen auf dem Weg vom unbewußten ins bewußte Wahrnehmen und legen somit fest, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten. Sie sind in den Dilts’schen Logischen Ebenen relativ weit oben angesiedelt (4.Ebene) und somit auch nicht so leicht veränderbar; du müsstest zu diesem Zweck auf der Ebene deines Selbstbilds (5. Ebene) ansetzen.

Dass dies keine Veränderung ist, die man mal so nebenher macht, versteht sich von selbst. Tatsächlich gelten Metaprogramme als ziemlich langzeitstabil gegenüber Interventionen. Jedoch ist schon alleine das Sich-bewußt-werden über ein eigenes Metaprogramm der erste Schritt zur Veränderung. Denn was du benennen kannst, das kannst du verändern, und wenn du in einem Kontext bist, in dem Mismatching eben nicht angebracht ist, kannst du dir darüber klar werden und hast so die Wahl, bewußt anders zu handeln.

Edit: Das Setzen unwiderstehlicher Ziele ist wieder ein Thema für sich. Du könntest dir ja einmal Ziele setzen, die so groß sind, dass keiner daran glaubt, dass du sie erreichen kannst – und du beweist ihnen das Gegenteil :-p

Cheers,

Tsukune

bearbeitet von Tsukune
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@ Tsukune:

Wie identifizierst du jemanden als "Gegenbeispielsortierer"?

Ich verstehe das so, dass ein Gegenbeispielsortierer unbewusst nach dem Muster handelt, welches darin besteht Gegenbeispiele zu sortieren.

Wer sich des Musters bewusst ist, kann Gegenbeispiele bewusst einsetzen - nicht bloß aus dem Muster heraus.

Die präzisere Frage ist also: Wie unterscheidest du einen unbewusst handelnden Gegenbeispielsortierr von jemandem,

der bewusst Gegenbeispiele einbringt?

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Hey Dreamcatcher,

Wenn ich beispielsweise mit jemandem rede, und er versucht ständig, meine Aussagen zu relativieren bzw. mir entgegenläufige Beispiele nennt, obwohl meine Argumentation Hand und Fuß hat, bin ich mir ziemlich sicher, einen Mismatcher vor mir zu haben. Mismatcher werden selten eine Aussage einfach so stehenlassen können, und das Wort „aber“ kommt relativ häufig in ihrem täglichen Sprachgebrauch vor. Ich unterscheide meist darüber, indem ich, wie es trivial so schön heißt, umgekehrte Psychologie anwende. Ein unbewußter Gegenbeispielsortierer würde auf die Aussage „Du hast sicher keine Lust das zu tun“ in der Regel mit einem „Doch, hab ich“ antworten. Eben der Gegenaussage willens. Ich könnte ihn so also zu konkreten Tätigkeiten motivieren. Bewußt vor die Wahl gestellt, würde das vielleicht anders aussehen. Daraus folgt dann auch die Differenzierung, dass man dieses Metaprogramm nur durch längerfristige Beobachtung des Verhaltens in einem bestimmten Kontext (Arbeit, Privat…) sicher zuordnen kann. Metaprogramme sind nicht schwarz/weiß, sondern können in verschiedenen Nuancen und Kontexten auftreten. So kann beispielsweise ein auf der Arbeit eher reaktiver Mensch in einem anderen Kontext, wie unter Freunden, durchaus auch proaktive Züge aufweisen.

Auch das generelle Verhalten kann Hinweise auf die jeweiligen Metaprogramme liefern. Mismatcher haben Tendenzen hin zur Veränderung (z.B. Lifestyle, Frisur, Partner, Arbeitsplatz…) Sie nehmen auch eher Dinge wahr, die vorher anders waren. Was z.B. eine sehr gute Voraussetzung für Arbeit in der Qualitätskontrolle darstellt. Auch werden sie oft als kleinlich wahrgenommen, weil sie auf jedes noch so ausgefeilte Konzept noch „eins drauf setzen" können.

Im LAB-Profiling nach Charvet („Wort sei Dank“) würde man einen Mismatcher über die Frage, wie sich zwei Dinge zueinander verhalten, z.B. der jetzige Job zum vorherigen, erkennen können. Während ein Matcher eher Gemeinsamkeiten aufzählen würde, würde sein Gegenpart eher Unterschiede nennen.

Ich hoffe, ich konnte das nachvollziehbar und auch ein wenig differenziert erklären. Metaprogramme sind eine wahnsinnig spannende Angelegenheit, jedoch auch eine Form von Schubladendenken, die man durchaus auch übertreiben kann.

Cheers,

Tsukune

bearbeitet von Tsukune

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...hol sie Dir indem Du das Gegenbeispiel in das Format einbeziehst.

"Auch wenn du dich jetzt noch nicht Müde fühlst, und es eigentlich auch nicht nötig hast, dich mehr und mehr zu entspannen, kannst du jetzt, oder in wenigen Wimperschlägen bemerken wie ..."

Keiner entkommt!

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Ich möchte nicht extra einen neuenThread aufmachen, daher stelle ich meine Frage hier.

Wie geht man mit solchen "Gegenbeispielsortierern" um?

Meine letzte LTR hat das in Perfektion beherrscht und betrieben. Mich hat sie damit manchmal zur Weißglut gebracht. So wie ich das sehe, ähneln derartige Aussagen, wie sie von Gegenbeispielsortierern getroffen werden, shit tests.

Wie seht ihr das?

Hav

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Ich möchte nicht extra einen neuenThread aufmachen, daher stelle ich meine Frage hier.

Wie geht man mit solchen "Gegenbeispielsortierern" um?

Meine letzte LTR hat das in Perfektion beherrscht und betrieben. Mich hat sie damit manchmal zur Weißglut gebracht. So wie ich das sehe, ähneln derartige Aussagen, wie sie von Gegenbeispielsortierern getroffen werden, shit tests.

Wie seht ihr das?

Hav

"Du hast bestimmt keine Lust auf Sex, auf Kino, auf Spazieren gehen, auf whatever."

Shit Tests sind das nicht unbedingt.

Edit: Das beschreibt Tsukune oben treffender.

bearbeitet von Zylos

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Wie geht man mit solchen "Gegenbeispielsortierern" um?

Zuallererst, fange damit an nicht in dasselbe Muster zu springen.

Schaffst du das, wird dir auffallen dass du gar nicht damit "umgehen" musst.

Bzw. du bist bereits damit umgegangen, indem du das Muster nicht angenommen hast.

Achte also darauf was Gegenbeispielsortierer ausmacht und sei achtsam für ein solches Muster in dir. Besonders im Umgang mit ihnen.

Insofern ähneln sie durchaus Shittests: Denn auch ein Shittest, der dich innerlich nicht berührt, ist gar kein Shitetst mehr - er bedarf keiner Reaktion.

Wie willst du shit testen, wo gar kein shit ist ;-)

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Und, sobald du das Muster erkannt hast, frage dich : Woher es kommt und ob es in diesem Fall Belang hat.

Ich kann dir auch für jeden Scheiss Gegenargumente geben. Muss ich aber nicht :D

Die Frage ist, wie weit denkt derjenige wirklich?

Oft werden Menschen wie ich, die sehr kritisch Denken, eben in dieses Muster eintrainiert. Und ganz im NLP Sinne haben sie auch eine Menge davon, weil sie als Skeptiker Dinge mehr und mehr hinterfragen.

Es gibt en Spektrum zwischen "Dinge ohne zu Hinterfragen annehmen" und "Zu allem Gegenbeispiele finden." Es kommt hier auf eine Balance an. Aus meiner Erfahrung macht der junge, noch weniger erfahrene NLPler oft den Fehler, einen Skeptiker als Gegenbeispielsortierer einzusortieren und damit seine Argumente nicht mehr ernst zu nehmen.

Das ist ähnlich dem rAFC, der überall nur Shit Tests sieht.

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Wie geht man mit solchen "Gegenbeispielsortierern" um?

Zuallererst, fange damit an nicht in dasselbe Muster zu springen.

Schaffst du das, wird dir auffallen dass du gar nicht damit "umgehen" musst.

Bzw. du bist bereits damit umgegangen, indem du das Muster nicht angenommen hast.

Achte also darauf was Gegenbeispielsortierer ausmacht und sei achtsam für ein solches Muster in dir. Besonders im Umgang mit ihnen.

Insofern ähneln sie durchaus Shittests: Denn auch ein Shittest, der dich innerlich nicht berührt, ist gar kein Shitetst mehr - er bedarf keiner Reaktion.

Wie willst du shit testen, wo gar kein shit ist :-D

Ich denke mal, Du bist jetzt beim Umgang mit Frauen. Ich erkenne bei Frauen weniger Gegenbeispielsortierer als bei Männern.

Ich bin jetzt mal beim Umgang mit Männern, Freunden, Kollegen. Meiner Erfahrung nach hat es hierbei viel mit Stolz, Trotz und Respekt zu tun. Ich kenne einen, der ist nur bei Menschen Gegenbeispielsortierer, die er nicht sonderlich respektiert. Ich denke, er hinterfragt also alles kritisch und findet direkt ein Gegenargument und spricht dies aus und das obwohl (!) er dieses in echt gar nicht vertritt. Sobald diese Person weg ist, ist er wieder anders.

Insbesondere aber auch bei Besprechungen in der Firma gibt es immer diese Leute, die versuchen sich als Miesmacher in den Vordergrund zu stellen. Der innere Prozess scheint wie ein Uhrwerk in Richtung "Welches Argument dagegen kann ich finden." Daher MUSS ich zwangsläufig damit umgehen. Ich habe den Absatz im Zauberlehrling nicht im Kopf, aber ich denke, dass das schon etwas tiefer geht, als jemanden NUR als Gegenbeispielsortierer zu brandmarken. Und zwar in Richtung einer gefestigten Persönlichkeit, dem Umgang mit Kritik, dem eingestehen von Fehlern, dem loben anderer Leute, aber auch dem kritischen Hinterfragen und rationalen drüber nachdenken.

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Gegenbeispielsortierer zu jeder Aussage, These, Aufgabe etc. direkt ein wiederlegendes Beispiel finden und sie damit relativieren.
A conditional is false if and only if there is an explicit counterexample.

Kann mir vor dem Hintergrund jetzt jemand das Problem erläutern?

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Also, was mir geholfen hat, meine Pläne besser durchzuziehen (als Gegenbeispielsortierer) war, dass ich mir überlegt habe, ob meine anscheinenden "Gegenargumente" tatsächlich meinem derzeitigem Vorhaben vorzuziehen sind.

Will man zum Beispiel sein Zimmer aufräumen, während man gerade am Schreibtisch arbeitet, so kann man überlegen, ob dafür tatsächlich die derzeitige Aufgabe unterbrochen werden muss. Meist lassen sich plötzliche Dringlichkeiten, die während der Arbeit auffallen bis nach der Arbeit verschieben.

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Also, was mir geholfen hat, meine Pläne besser durchzuziehen (als Gegenbeispielsortierer) war, dass ich mir überlegt habe, ob meine anscheinenden "Gegenargumente" tatsächlich meinem derzeitigem Vorhaben vorzuziehen sind.

Will man zum Beispiel sein Zimmer aufräumen, während man gerade am Schreibtisch arbeitet, so kann man überlegen, ob dafür tatsächlich die derzeitige Aufgabe unterbrochen werden muss. Meist lassen sich plötzliche Dringlichkeiten, die während der Arbeit auffallen bis nach der Arbeit verschieben.

In deinem Beispiel suchst Du vielleicht einfach nur nach einem Excuse, nicht zu lernen. Wie oben schon gesagt, denke ich nicht dass sich Menschen zu 100% in die Meta Programme kategorisieren lassen und in verschiedenen Situationen verschieden reagieren.

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hat sich jemand schonmal darüber gedanken gemacht, wie es in beziehungen abläuft? passt da eher der gegenbeispielsucher zu einem anderen gegenbeispielsucher und umgekehrt?

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Edit: Das Setzen unwiderstehlicher Ziele ist wieder ein Thema für sich. Du könntest dir ja einmal Ziele setzen, die so groß sind, dass keiner daran glaubt, dass du sie erreichen kannst – und du beweist ihnen das Gegenteil ;-)

Cheers,

Tsukune

So etwas funktioniert wirklich ---> indem man das große Ziel in so kleine Schritte (wie nötig) zerteilt.

Beispiel:

Einer sagt dir, dass du niemals eine Weltreise machen wirst (zu geringe finanzielle Mittel, zu wenig Menschen, die du kennst, obwohl du kontaktfreudig bist usw.).

Wie ist das Ziel "Weltreise" zu erreichen?

1. Du überlegst dir eine Route für deine Weltreise (google maps, Globus, Atlas o.ä.): Wann willst du wo und wie lange sein?

2. Du verschaffst dir Informationen über kostengünstige Verkehrsmittel von Kleinziel zu Kleinziel zu Kleinziel etc. (Auto, Zug, Flugzeug, Bus, Taxi, Fahrrad, Mottorrad, Moped, Inline Skates, Skateboard, Kutsche, Pferd, zu Fuß, Mitfahrgelegenheit oder oder oder)

3. Du knüpfst über z.B. Couchsurfing Kontakte zu netten Menschen in den Zielländern und klärst wann du wen und wie lange besuchen kannst.

4. Du sammelst ggf. Informationen über deine Zielorte und Sehenswürdigkeiten/Aktivitäten, möglicherweise auch über Jobmöglichkeiten

5. Du erstellst einen genauen Plan mit Zielorten, zeitliche Rahmenbedingungen, Gastgebern/Freunden, Routen, Verkehrsmitteln, Finanzierungsplan, Aktivitäten usw.

6. "Achtung Welt & freundliche Menschen, ich komme!!!!"

====> Klappt doch, gewusst wie! :-)

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