Tsukune

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  1. Hey, meiner Ansicht nach ist das Thema eine Gratwanderung, da wir uns uns der Sprache des Verstandes bedienen, ihn letztlich zu hinterfragen. Daher können jene Texte nur Impulse sein, um ins Tun zu kommen und selbst die eigene Wahrheit zu erfahren, z.B. in Meditation oder spiritueller Praxis. Ich sehe das so: Solange wir Grenzen ziehen, wo keine sind, tappen wir immer wieder in dieselbe Falle. Die Trennung "Körper-Geist-Seele" existiert nur in unserer Sprache und Denken, ebenso wie die Trennung zwischen "Fühlen-Denken-Existenz". Ich würde sogar so weit gehen, die Trennung "Individuum-Umwelt" infrage zu stellen, und zwar auf allen drei zuvor genannten (künstlichen) Ebenen. Am Ende ist alles eins, alles berührt sich, alles fließt ineinander, zumindest auf feinstofflicher Ebene. Diese Einsicht in die grobstoffliche Welt zu transportieren, ganzheitliches Sein zu integrieren ist aber ein Herkuleswerk, von dem ich nicht behaupten würde, dass ich es gemeistert habe. Menschen wie wir, die oft in Dualitäten denken, sind bestrebt, zwischen gut und schlecht zu unterscheiden und Teile in sich künstlich zu isolieren ("der Denker"), zu verdrängen oder zu verdammen, die zum Großen und Ganzen mit dazugehören. Denken und Urteilskraft an sich ist aber weder gut noch schlecht. Unser Verstand ist einfach ein Werkzeug - einzig die Art seines Gebauchs entscheidet über seinen Nutzen: ein Zuviel (den Diener zum Herrscher machen, bzw. der Versuch, alles nur über die Ratio erklären zu wollen) oder ein Zuwenig kann hinderlich für ganzheitliche Erkenntnis sein. Auch wenn es klischeehaft klingt: Die Lösung liegt zunächst in der (eigenen) Mitte. Daher mein Gedanke(!) dazu: Nicht das Denken per se stoppen, sondern es kontinuierlich hinterfragen (vor allem, wenn es um Dualitäten geht) und das Werkzeug "Verstand" weise nutzen. Die Dosis macht das Gift Herzliche Grüße, Tsukune
  2. Hallo Chopin, du kannst selbstverständlich die Standardformate aus dem NLP (z.B. Anker verschmelzen, V-K Dissoziation etc.) oder der KVT nutzen, wenn es dir allein um das Aufbrechen der Reiz-Reaktionskopplung geht, und das funktioniert auf der Ebene des Verhaltens auch zuverlässig - ich würde dir jedoch raten, das Thema auf einer tieferen Ebene anzugehen. Ein erprobter Weg, mit dem ich selbst schon seit Jahren erfolgreich arbeite, basiert auf gegenseitiger Vergebung über die Erkennung der positiven Absichten (mit den drei Wahrnehmungspositionen), dem respektvollen Loslassen und der Heilung des verletzten Persönlichkeitsanteils. Das im Detail zu beschreiben wäre Overkill, aber ich kann dir eine kleine Übung ans Herz legen, die zwar harmlos daherkommt, aber eine enorme Wirkung haben kann: Mach es dir an einem ruhigen Ort gemütlich, schließe die Augen, und bringe dich in einen guten, entspannten Zustand. Stell dir einen Ort vor, in dem es dir gut geht und an dem du dich wohl fühlst. Genieße die Sicherheit und die Entspannung an diesem Ort, und dann stelle dir vor, wie sich an diesem Ort eine Türe befindet: diese Türe führt in dein "Gästehaus". Wie dieses Gästehaus aussieht, bleibt deiner Fantasie überlassen (es kann auch eine Waldlichtung, ein Strand oder ein Wartesaal sein). Stell dir vor, deine Exfreundin befindet sich auch dort. Nimm respektvoll mit ihr Kontakt auf. Frage sie, ob sie es erlaubt, dass du die Welt und eure Situation einmal aus ihren Augen siehst. Wenn ja, verlasse deine Wahrnehmung, begebe dich hinter ihre Augen und schau dich selbst an. Stell dir einfach vor du lässt dein Ich zurück und wirst in diesem Moment ganz sie-mit ihren Überzeugungen, ihren Glaubenssätzen, ihrem Modell der Welt. Lerne sie und ihre Welt verstehen. Erkenne, dass sie gute Gründe, positive Absichten hatte, für das was sie getan oder nicht getan hatte. Wenn du sie verstanden hast, kehre wieder in dein Körper zurück und schließe Frieden mit den Gefühlen von und zu deiner Exfreundin. Vergebt euch selbst und bittet einander ehrlich um Vergebung für das, was in der Beziehung nicht optimal gelaufen ist (Ich vergebe mir, dass ich.../ Ich vergebe dir, dass du.../ Ich bitte um Vergebung, dass ich dir...). Frage sie dann einmal, ob sie es erlaubt, dass ihr euch ein letztes Mal umarmt und dabei alle Ressourcen, Erinnerungen und Erfahrungen miteinander teilt, die schön und angenehm waren. Sozusagen als Abschiedsgeschenk. Dann verabschiedet euch voneinander, unter der Voraussetzung, dass ihr euch wiederseht, wenn gewünscht. Dann dreh dich um und geh durch die Türe zurück an deinen sicheren Ort, von dem du gekommen bist und genieße die Sicherheit und Entspannung. Wenn du magst kannst du hier auch einen Ressourceanker auslösen. Kehre dann zurück ins Hier und Jetzt. Wiederhole die Übung an mehreren Tagen, bis du merkst, dass eine Veränderung eintritt, z.B. dich ihr Anruf nicht mehr "schockt". Das kann auch bereits nach dem ersten Mal passieren. Auch passieren kann, dass ihr Verhalten dir gegenüber sich auf einmal ändern wird - und sie z.B. gar nicht mehr anrufen wird und es für dich ok ist. Einfach weil sich die Gestalt nun auch energetisch geschlossen hat. Klingt komisch, aber ich habe das sehr häufig von meinen Klienten rückgemeldet bekommen. Die Übung basiert auf den Prinzipien des Ho'oponopono, den drei Wahrnehmungspositionen und darauf, dass ein Loslassen in der Regel leichter fällt, wenn man seinen Frieden miteinander geschlossen hat. Und das klappt durchaus auch in der Vorstellungskraft. EDIT: Das Format funktioniert übrigens wunderbar nicht nur bei Trennungen oder Oneitis, sondern bei allen Formen von Ablösungsprozessen. Herzliche Grüße, Tsukune
  3. Hi m_a_v, zunächst einmal: Hut ab vor deinem Mut, dich und deine Vergangenheit so intensiv zu reflektieren. Das tun nicht viele, und deswegen verändern sie sich auch nicht. Denn wahre, tiefgehende Persönlichkeitsentwicklung beginnt nämlich genau dann, wenn man anfängt, dort hinzuschauen, wo es wirklich wehtut. Dass du diesen Traum gerade jetzt geträumt hast, war ganz sicher kein Zufall. Dein Unbewusstes weiß genau, dass du nun stark genug bist, diese schmerzhaften Erinnerungen zu bewältigen und hat diese bislang verdrängten Erlebnisse zu diesem Zweck für dich freigelegt. Meiner Erfahrung nach ist damit schon ein gewaltiger Schritt in die Lösung getan - der nächste ist, jenen Anteil anzunehmen, zu trösten, zu stärken und somit zu heilen, der unter der Erfahrung am meisten gelitten hat: Dein verletztes inneres Kind. Ich selbst habe mich in meiner Lehrtherapie intensiv mit meinem Vaterthema (das zwar etwas anders geartet, aber nichts desto trotz sehr prägend war) und meinem inneren Kind beschäftigt und habe diese Art der Arbeit als extrem kraftvoll und transformierend erlebt. Den schematherapeutischen Ansatz, den Bakkan beschreibt (also Träume und reale Erlebnisse umzudeuten und zu verändern - du kennst das vielleicht aus dem Change-History oder dem Reimprinting-Format) habe ich damals auch als sehr bereichernd kennengelernt und konnte, nachdem ich durch das Einnehmen der zweiten Position seine Motive erkannte, letztendlich auch Frieden mit meinem Vater schließen - denn auch er war nur ein Kind seiner Zeit, wiederum geprägt durch seinen Vater und oft schlicht überfordert. Daher mein Rat: Nimm dein inneres Kind an und heile es, und dann (und erst dann!) schließe Frieden mit deinem Vater und schließe somit auch die Gestalt. Das NLP hat im Prinzip alle Tools, die du dafür brauchst. Wenn dich das Thema generell interessiert, möchte ich dir auch das Buch "Das Kind in dir muss Heimat finden" von Stefanie Stahl empfehlen, das erst vor wenigen Wochen erschienen ist, meiner Meinung nach eines der verständlichsten Bücher zum Thema mit hohem Praxisanteil. Ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem Weg! Herzliche Grüße, Tsukune
  4. Hallo alphaplayer, die Arbeit mit Submodalitäten und Suggestionen ist in Selbsthypnose sehr gut durchführbar, Teilearbeit erfahrungsgemäß etwas kniffliger. Da kann es helfen, über beispielsweise Bodenanker entsprechende Anteile im Raum zu etablieren und über eine sehr gute Imaginations- und Konzentrationsfähigkeit zu verfügen, um sie sich bildhaft dort vorzustellen und im Gewahrsein zu halten. Also eher was für Fortgeschrittene, und selbst dann tut Anleitung von außen gut. Und ja, du kannst die Übungen in leichter Trance durchführen; ich selbst verwende dafür meist die Konzentration auf den Atem, den Körper oder auf Außenreize (Stichwort Betty Erickson-Technik, auch als 5-4-3-2-1 Übung bekannt). Schlaf vermeidest du durch eine möglichst sitzende Körperhaltung und wiederum Konzentration. Wenn die Gedanken abschweifen, nimm einfach ohne Wertung den Fokus wieder auf. Ich habe das damals mit der Mauseloch-Technik geübt (Gedanken beobachten) oder indem ich mir vorgenommen habe, innerlich auf 20 (30...40...100) zu zählen und sobald meine Konzentration durch abschweifende Gedanken gestört wurde, wieder von vorn angefangen habe bis ich mein Ziel erreicht hatte. Was die Trancetiefe betrifft, unterliegt die Selbsthypnose gewissen Limitierungen, da ja immer noch ein Teil des Bewusstseins aktiv genug sein muss, um den Prozess am Laufen zu halten. Die Suggestionswirkung kannst du aber beispielsweise testen, indem du Körperreaktionen suggerierst, z.B. "Mein Fuß klebt am Boden" oder dir vorstellst, wie feste Wurzeln von deinen Füßen in den Boden wachsen. Wenn du den Fuß dann (intuitiv, also ohne aus der Trance zu rutschen) nicht heben "kannst", ist die Trancetiefe ausreichend um mit einem Großteil entsprechender Suggestionen zu arbeiten. Auch kannst du durch Einspüren herausfinden, ob Suggestionen angenommen werden, beispielsweise wenn das "Ja, aber..." Gefühl nachlässt und du dir erlaubst unzensiert zu "träumen". Auch Resultate im Alltag, plötzliche Aha-Momente können ein gutes Feedback sein, ob die Suggestionen da angekommen sind wo sie sollten. Das wären jetzt so ein paar Erfahrungen meinerseits, probier es einfach mal aus. Und auch hier macht Übung den Meister - in entsprechende States zu gelangen kann man wunderbar lernen; ich brauche dafür beispielsweise nur noch Sekunden, habe mir das aber aufgrund einer bis dahin eher kopflastigen Lebensweise auch erarbeiten müssen. Herzliche Grüße, Tsukune
  5. Hey alphaplayer, danke für die Blumen Um deine Fragen zu beantworten, ja, du kannst mit Hypnose und verwandten Techniken deine Motivation stärken, beispielsweise über die Veränderung von Submodalitäten - grob gesagt überträgst du die Untereigenschaften der Vorstellung einer Tätigkeit, die du mit Ausdauer und Motivation ausführst, auf eine andere, bei der das nicht so ist. Beispiele hierfür wäre der Swish oder das Godiva Chocolate Pattern (ich glaub dazu hab ich einen Artikel in der Schatztruhe NLP, "Unbändige Motivation" oder so ähnlich) aus dem NLP. Du weißt wahrscheinlich aus meinen bisherigen Posts, dass ich kein Freund von klassischen Affirmationen bin - ich bin der Meinung, sie müssen mit Leben gefüllt werden, damit das Unbewusste sie auch versteht und aufnimmt. Bilder sprechen mehr als tausend Worte. Die Aufnahme kann über Tagträume stattfinden, in denen du das Ziel der Affirmation bereits erreicht hast oder entsprechenden lebhafter Erinnerungen. Dazu noch eine entsprechende somatische Komponente (z.B. durch Einnehmen einer der Affirmation entsprechenden ressourcevollen Körperhaltung) und du bist schonmal einen großen Schritt weiter. Auch die Arbeit mit Symbolen und archetypischen Energien kann ein lohnenswertes Thema sein - z.B. den inneren Krieger, der für Disziplin, Tatkraft und Durchhaltewillen steht zu evozieren und mit ihm einen "Deal" zu schließen sowie widerstrebende Persönlichkeitsanteile (den "inneren Schweinehund") mit einzubeziehen und zu utilisieren ist ein Weg, den ich in meiner Berufspraxis als sehr machtvoll und nachhaltig kennengelernt habe, besonders innerhalb der Metapher der Heldenreise. Das geschieht dann auch ganz klassisch in Hypnose. Für die Selbstanwendung kann es helfen, dir entsprechende Symbole zu suchen, die für dich für Freude, Ausdauer, Tatkraft und Disziplin stehen und sie zu internalisieren. Zum Thema des kognitiven Bias, da stehen oft Glaubenssätze dahinter, die sich mittels entsprechenden Formaten (da hab ich einen recht ausführlichen Sticky dazu hier im NLP-Unterforum) gut bearbeiten lassen. Voraussetzung dafür ist es, achtsam zu sein, wenn sie sich im Alltag zeigen. Und auch hier kann Imagination eine Menge ausmachen - die lebhafte Vorstellung, etwas ander(e)s zu machen oder durch eine Veränderung des Denkens auch andere, positive Reaktionen aus dem Umfeld zu erhalten macht definitiv einen Unterschied. Ich für meinen Teil würde dir raten, dich einfach in einen meditativen State zu begeben und dann deine Ziele lebhaft und fokussiert zu imaginieren, mit allen Sinnen, eine ressourcevolle Körperhaltung und kurze, prägnante Affirmationen ("Kraftworte") zu nutzen. In diese Tagträume kannst du dann auch entsprechende Symbole einweben. Selbstcoaching muss nicht schwierig sein, oft ist es so einfach wie träumen. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei! Ein frohes neues Jahr wünscht Tsukune
  6. Hey, ich finde dieser Artikel bringt aus Betroffenensicht auf den Punkt, worauf ich hinauswill und beschreibt sehr eindrucksvoll, wie das Zusammenspiel zwischen evidenzbasierter und alternativer Medizin ablaufen kann: http://www.vfp.de/verband/verbandszeitschrift/alle-ausgaben/72-heft-04-2015/687-von-vertrauen-mentaler-kraft-und-heilsamer-intuition-erfahrungsbericht-einer-krebspatientin.html Und jetzt geht es erstmal ein paar Tage in Urlaub Ich wünsche euch schöne Feiertage! Herzliche Grüße, Tsukune
  7. Hey AltJungfer, dass Gemütsverfassung, Werteerleben und Glaubenssystem, wenn auch nicht in absoluten Zahlen messbar, dennoch enorme Auswirkungen auch auf den körperlichen Zustand haben kann, zeigen ja nicht nur Placebo- bzw. Noceboeffekte, sondern auch moderne wissenschaftliche Disziplinen wie die Psychoneuroimmunologie und -endokrinologie, deren Kernthesen genau in diese Richtung weisen. Wenn man nun bedenkt, dass das Immun- und Hormonsystem durchaus eine Rolle bei der Genese von Krebserkrankungen spielt, bin ich (auch und gerade als Naturwissenschaftler mit vielen Jahren Arbeitserfahrung im klinischen Umfeld) mit pauschalen Aussagen wie "Alternative Heilkunst wird aber sicher nicht Zellwucherungen verhindern !" ziemlich vorsichtig. Das gegenwärtige Nichtvorhandensein von Beweisen ist nicht zwingend der Beweis des Nichtvorhandenseins. Wer weiß, zu was die Medizin der Zukunft in der Lage sein wird, wenn da eines Tages ein Paradigmenwechsel stattfinden sollte. Auch bin ich der Ansicht, dass eine Begleitung, die auf die Stärkung mentaler und spiritueller Ressourcen abzielt, einer "Entmenschlichung" von Betroffenen entgegen- und positiv auf Lebensmut und das Erleben von Würde und Selbstwirksamkeit auswirkt. Und darin sehe (nicht nur) ich einen Kernfaktor zur Salutogenese. Herzliche Grüße, Tsukune
  8. Hey itsmagic, ich habe meine Worte durchaus mit Bedacht gewählt, und es hat seinen Grund, warum ich nicht von "heilen", sondern lediglich von "begleiten" gesprochen habe. Auch im beschriebenen Fall kam natürlich neben der mentalen Unterstützung und einer Umstellung des Lebensstils auch moderne medizinische Behandlung zum Einsatz - denn den Körper aus der Gleichung zu streichen ist genauso Quatsch wie die Psyche zu ignorieren. Daher auch der Ausdruck "Ganzheitlichkeit". Und - machen wir uns nichts vor - selbst wenn der "Ruf" rechtzeitig gehört und richtig gedeutet wurde, gibt es keine Garantie auf Erfolg. Was für den einen funktioniert, funktioniert für den anderen eben nicht. Und ich bilde mir nicht ein, dass mentale Übungen der Weisheit letzter Schluss wären. Ebensowenig, wie es "Stahl und Strahl" sein werden. Denn nicht nur die Psyche ist letztlich immer noch Terra Inkognita, sondern auch der Körper - zumindest wenn es um die feinen systemischen Wechselwirkungen geht, durch die Phänomene wie Krebs gefördert werden oder entstehen. Mit dem Verständnis kommt der Fortschritt - auf somatischer und mentaler Ebene. Ohnehin müssen wir uns vielleicht auch mal damit abfinden, dass nicht alles geheilt werden kann - und auch nicht muss. Auch die Erkenntnis, dass wir nun einmal sterblich sind und am Ende keiner drumrumkommt, kann in gewisser Weise "heilsam" sein. Herzliche Grüße, Tsukune
  9. Hey, ich bin mir sicher, schon in wenigen Jahrzehnten werden Ärzte den Kopf darüber schütteln, dass man einst Krebs dadurch versucht hat zu heilen, indem man den Betroffenen hochdosiert Zellgifte (nichts anderes ist Chemotherapie) spritzte und mit Gammastrahlen traktierte. Nur leider verfügen wir heute noch nicht über das Wissen, Patienten diese Behandlung zu ersparen. Was jedoch unstrittig sein sollte, ist dass die Psyche und das Glaubenssystem eines Menschen einen enormen Effekt auf körperliche Vorgänge und somit auch auf den Verlauf von Krankheiten hat. Es macht einen Unterschied, ob man eine schwere Krankheit als "Ruf zur Veränderung" wahrnimmt oder als Todesurteil. Ich habe mich über dieses Thema sowohl mit Kollegen im Gebiet der Psychoonkologie als auch mit Robert Dilts (einem der großen Männer des NLP, der seine Mutter bei der Therapie ihres angeblich unheilbaren metastasierenden Brustkrebs erfolgreich mittels NLP begleitet hat) ausgetauscht und halte es inzwischen für fahrlässig, nur den Körper zu behandeln, zugleich aber Psyche und Spiritualität von Betroffenen außen vor zu lassen. Und das gilt nicht nur für die schweren Krankheiten, sondern fängt mitunter schon beim Hausarztbesuch an. Warum muss es eigentlich ein "Entweder-oder" sein? Warum nicht "Schulmedizin" und "alternative Heilkunst" gleichberechtigt nutzen? Mal das eigene Ego zurück- und das Wohl des Menschen voranstellen kann doch so schwer nicht sein. Herzliche Grüße, Tsukune
  10. Hey, die Frage ist halt, wer definiert, was seriös ist und was nicht? Und warum sollten ganzheitliche, spirituelle Methoden, die (unter anderem oder ohne einen Namen) seit Menschengedenken praktiziert werden, nicht auch ihre Daseinsberechtigung haben? Herzliche Grüße, Tsukune
  11. Hey malie, mein Tipp: Schließ dich einer guten Theatersport-Gruppe an - da wirst du schnell lernen, dass Scheitern keinen Weltuntergang bedeutet, sondern im Gegenteil sogar richtig lustig sein kann. Was Literatur betrifft, so kann ich dir am ehesten "Feel the fear and do it anyway" von Susan Jeffers empfehlen. Aber ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass du dein Thema allein und lesend im stillen Kämmerlein lösen wirst. Die wenigsten Menschen können sich an ihrem eigenen Schopf aus dem Sud ihrer negativen Beliefs ziehen, in dem sie mitunter jahrelang geschmort haben. Daher such dir lieber Gleichgesinnte, die dich pushen und unterstützen (Lair, Improtheatergruppe), mach eine NLP-Practitionerausbildung (nicht die Kompaktkurse, sondern beispielsweise einen nach DVNLP über ein Jahr) oder such dir professionelle Unterstützung (Coaching, Psychotherapie). Herzliche Grüße, Tsukune
  12. Hey malie, zum Reframing gibt es eigentlich gar nicht so viel zu wissen. Wie der Name schon sagt, gibst du einem Ereignis oder Verhalten einfach nur einen anderen Rahmen. Entweder indem du es in einem anderen Zusammenhang betrachtest (Kontextreframing) oder ihm eine neue Bedeutung gibst (Bedeutungsreframing). Ressourcierung durch Perspektivwechsel sozusagen. Und muss es denn gerade Reframing sein? Ich meine, das ist was tolles, aber NLP bietet für das, was du beschreibst eine Vielzahl von Ansätzen und Techniken - und zumindest ich bin der Überzeugung, dass man ein Thema ("Problem") nicht auf eine bestimmte Technik anwendet, sondern umgekehrt. Ein guter Coach findet raus, was dahinter steht und wählt daraufhin das Werkzeug. Das kann Reframing sein, muss es aber nicht. Mein Rat: Man muss nicht alles selbst machen. Und bevor du jetzt Bücher wälzt, such dir einen Fachmann (beispielsweise über das Coaching-Portal des DVNLP, da ist sicher auch jemand aus deiner Umgebung dabei) und löse die Sache auf. Spart viel Zeit und Nerven. Herzliche Grüße, Tsukune
  13. Hey TzWhatever, die Betonung im zitierten Satz liegt in diesem Fall auf dem "Rausreißen". Es ist selbstverständlich möglich, seine Glaubenssätze auch allein zu ändern. Hier sind die Zeit und der Aufwand der springende Punkt. Ein junger, neuer Belief bedarf Pflege und Aufmerksamkeit - und um das sicherzustellen, muss nicht nur auf dem Meditationskissen, sondern auch draußen, im Tun Verantwortung für ihn übernommen werden. Daher existiert Inner- nicht ohne Outer-, und Outer- nicht ohne Innergame. Verhalten bedingt Persönlichkeit und umgekehrt. Oder wie es der Hermetiker sagen würde: Wie innen so außen. Hier kann es helfen, einen Glaubenssatz tatsächlich als ein lebendiges Wesen zu betrachten - wie alle Lebewesen reift auch er an der Interaktion mit seiner Umwelt. Ein in-vitro-Glaubenssatz wird niemals so stark sein wie einer, der im täglichen Leben immer wieder gefördert und gefordert wird. Bedeutet, wenn du mit einem neuen Belief wie "Es gibt viele Frauen, die auf mich stehen" arbeitest, dann gehe mit ihm raus, lerne Frauen kennen und sammle entsprechende Referenzbeispiele. Das ist sozusagen der Dünger, damit dein Belief wachsen kann. Du merkst vielleicht, dass das irgendwie eine Wissenschaft für sich darstellt. Aber eigentlich ist es ganz einfach: Außen bestärkt innen bestärkt außen Und nicht zu vergessen: Jeder negative Belief hat eine gute Absicht. Die anzuerkennen und sich auf andere Weise zu ermöglichen (insofern sie noch gebraucht wird) ist ein Kernthema, wenn es darum geht, Beliefs zu ändern. Auch wenn es platt und esoterisch klingt, doch es zeigt sich immer wieder: Liebe, Güte, Vergebung, Anerkennung und Wertschätzung gegenüber sich selbst, seinen Anteilen und anderen Menschen sind die wahren Heiler. Herzliche Grüße, Tsukune
  14. Hey TzWhatever, genau, es geht eher um den State, also den emotionalen Zustand als um den Satz an sich, obwohl Puristen durchaus auch zu bedenken geben könnten, dass ein positiver Glaubenssatz auch denselben linguistischen Regeln folgen sollte wie ein negativer, also beispielsweise möglichst generalisiert sein sollte - was ja auch Sinn macht, da du ja auch eine, in diesem Fall positive, Verallgemeinerung schaffen möchtest. Daher finde ich "Das Leben ist Genuss" aufgrund der Nominalisierung nochmal einen Tick stärker als "Ich genieße mein Leben". Aber würden wir miteinander arbeiten, würde ich dir jenen Satz empfehlen, der dich selbst am stärksten positiv antriggert. Was das kritische Denken betrifft, das ist der Grund warum ich im Coaching gerne mit Hypnose arbeite (die u.a. auch einen Alphazustand erzeugt). Beim Aufwachen sind wir dem Traumzustand noch recht nah und erfahrungsgemäß fällt es dann auch leicht, sozusagen "tagzuträumen", was im Prinzip die Grundlage für emotionale Affirmationen darstellt. Allein die intensive Vorstellung hat schon eine entsprechende Wirkung. Was die Wirkung betrifft: Bei den Counterexamples ist die Wirkung der Zweifel am alten Glaubenssatz. Wenn du in der Lage bist, ihn differenzierter zu betrachten als zuvor, also er sozusagen seine Allgemeingültigkeit verloren hat, hat die Technik funktioniert. Wobei diese Methode auch nicht zum Löschen von Beliefs geeignet ist, sondern nur zum "Erschüttern". Entsprechend der Baummetapher fällen wir damit nicht den alten Baum, sondern lockern den Boden, um den neuen Samen überhaupt erstmal einpflanzen zu können. Die eigentliche Arbeit beginnt danach. Um einen über Jahre etablierten, negativen Belief wirklich "an der Wurzel herauszureißen" braucht es Techniken, die weit über das hinausgehen, was ich hier geschrieben habe und die ich - wenn überhaupt - jenseits eines sorgfältig durchgeführten psychotherapeutischen Settings keinem empfehlen, noch hier beschreiben möchte. Im Volksmund nennt sich das dann Gehirnwäsche. Das was du unter 6.) beschreibst, ist im Prinzip ein erprobtes und wirksames Vorgehen in der kognitiven Verhaltenstherapie. Und ja, oft gibt es wenige Kern-Glaubenssätze, die eine ganze Myriade an weiteren bedingen - die sind allerdings durch die (wie es der Psychoanalytiker nennen würde) Abwehrmechanismen des Ich oft sehr gut verborgen und um da ranzukommen, benötigt es mitunter schonungslose Selbsterkenntnis und die Fähigkeit, sich aus Stuck-States, also ressourcelosen Zuständen, die leicht auftreten, wenn man sich mit seinen Schattenseiten auseinandersetzt, befreien zu können. Selbst ich als "alter Hase" nehme bei manchen meiner Themen noch immer Supervision, Coaching oder Therapie in Anspruch, so wie es Kollegen auch bei mir tun. Aber ich möchte hier auch keine neuen Beliefs schaffen: Man kann durchaus Glaubenssätze allein überwinden, da kommt es halt auch immer auf die Themen an. Und nicht zu vergessen: Immer so nah an der Realität wie möglich, am besten mitten rein. D.h., erprobe die Veränderung in der Wirklichkeit: Hast du beispielsweise einen negativen Belief erfolgreich in sensu bearbeitet, der dir bisher Probleme beim Ansprechen von Frauen gemacht hat, dann sprich danach eine, besser drei Frauen an, und sei es nur nach der Uhrzeit. Herzliche Grüße, Tsukune
  15. Hallo TzWhatever, vielen Dank für deine Nachricht! Ich beantworte dir gerne deine Fragen. 1.) Hier gibt es keine allgemeingültige Regel. Geht es um Veränderungen deiner Innenwelt, bist du und dein Verhalten der beste Indikator dafür. Stark vereinfacht lässt sich das so erklären, dass hinter einem Glaubenssatz ein neuronales Netzwerk steht, das sich irgendwann einmal gebildet und im Lauf der Zeit durch selektive Wahrnehmung gefestigt wurde. Wenn du also nun anfängst, emotional zu affirmieren, tust du nichts anderes, als ein weiteres Netzwerk aufzubauen. In der Neurobiologie gibt es eine Regel: Use it or lose it - alles was du nicht benutzt, wird rückgebildet. Nährst du nun also das neue Netzwerk durch intensive Imagination oder (besser) durch einen neuen Fokus im Alltag, wird sich das alte im Laufe der Zeit zurückbilden. Die schlechte Nachricht ist, dass der Anfang sehr schwer sein kann, da du zu Beginn quasi einen Sämling im Schatten eines Baumes aufziehen musst. Und Wachstum dauert - am Keim zu ziehen macht das nicht schneller, es bringt das Gegenteil. Du kannst ihm nur die optimalen Bedingungen liefern. Die gute Nachricht ist, je länger du dranbleibst, desto leichter wird es. Lange Rede, kurzer Sinn: Mache solange weiter, bis du Resultate im Alltag hast und du aus dem Unbewussten heraus anders reagierst. Und ja, ab dann ist es ein Selbstläufer. 2.) Was das Thema Gefühle betrifft, so ist nicht unbedingt deren Amplitude entscheidend, sondern die Relation. Wenn du die Möglichkeit hast, dich zu freuen, anstelle schlecht drauf zu sein, hast du alles, was du brauchst. Klar ist es gut, emotional intensiv in derlei Zustände reingehen zu können, einfach weil durch die entsprechenden Neurotransmitter die Neuroplastizität erhöht wird, aber auch kleine Schritte führen zum Erfolg - vielleicht nicht so schnell, aber mitunter genauso nachhaltig. 3.) Hier gibt es verschiedene Ansätze. Die in meiner Welt pragmatischste ist, einfach mal den Satz auszusprechen und zu schauen, welche Assoziationen kommen und dann diese zu verändern, beispielsweise mit Ressourcenarbeit. Oft generalisieren wir aus Erlebnissen und leiten allgemeingültige Regeln aus Momenten ab, die eigentlich sehr umrissen waren - und diese Ereignisse zu erkennen und zu bearbeiten kann schon viel bewirken. In meiner Praxis arbeite ich zur Identifikation gern mit somatischen Markern (dh dem Gefühl, das beim Glaubenssatz vorhanden ist). Für dich kann es sinnvoll sein, einfach eine Situation zu finden, die einem Erlebnis für "Ich schaff das alles nicht" entgegenarbeitet. Oder dich zu fragen, welche Ressourcen du brauchst und diese aus anderen Situationen "auszuborgen". 4.) Kurz: Ja. Ein guter Zeitpunkt für sowas ist daher kurz nach dem Aufwachen, solange du noch im Bett liegst. Einfach aus dem Grund, da da dein Gehirn noch im Alphazustand ist und der kritische Faktor noch ein wenig mehr durchlässig ist. Ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem Weg, und wenn du Fragen hast, melde dich einfach! Herzliche Grüße, Tsukune