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Guten Tag

 

Ich habe mich vor ca 2-3 Jahren hier registriert, nachdem meine Beziehung ein unschönes Ende genommen hatte. Mir wurde damals geraten an meinem IG zu arbeiten und ich musste leider feststellen, dass damit ziemlich viel im argen liegt. Ich habe dann hin und wieder einige Posts hier gelesen und versucht diese umzusetzen, Veränderung an der Persönlichkeit braucht ja schließlich viel Zeit. Nun habe ich mich irgendwie in einer Situation verfahren, aus der ich mich nicht selbst befreien kann.

 

Eines (wohl das grösste) Problem, dass ich zurzeit habe, ist dass ich ein elender Besserwisser bin und als Nice Guy angesehen werde, da ich mich immer und immer wieder in Situationen wiederfinde, in denen ich für andere Leute Arbeiten verrichte.

Das Problem dabei ist, dass es (inzwischen) weniger darum geht, dass ich meinem Umfeld gefallen möchte sonder eher dadurch geschieht weil ich (denke) alles besser und effizienter zu verrichten und jedes Problem lösen zu können. Ich kann mir das irgendwie einfach nicht verkneifen. Mir ist es einfach zu blöd zuzusehen wie jemand etwas falsch macht oder ein Problem hat, dass man ohne viel Aufwand lösen könnte und einfach nichts zu tun. Vor allem wenn es mich auch noch persönlich betrifft. Am besten veranschauliche ich das mit einem Beispiel:

Beispielsweise bei einem gemütlichen Grillabend mit Kollegen, einige Jungs ein paar Mädels: Es geht darum das Fleisch zu grillen. Traditionell halt ein Männerjob. Ein Typ übernimmt den Job und hat Mühe ein anständiges Feuer hin zu kriegen. In so einem Fall steh ich in Nullkommanix daneben, gebe ihm Tipps wie man das richtig macht, mache irgendwelche dummen Sprüche wie: "wer kein Feuer machen kann ist kein richtiger Mann" oder übernehme den Job gleich selbst, mache Feuer und grille dann das ganze Fleisch für die gesamte Gruppe. Es kann ja schließlich nicht sein, dass ich, der weiß wie man das richtig macht, nichts tuend daneben stehe und auf mein Essen warten muss.

Leider benehme ich mich in praktisch allen Lebenslagen so was dazu führt dass ich, egal welches Problem gerade besteht oder Arbeit getan werden muss, die Lösung dazu habe oder die Arbeit verrichte. Dieses Verhalten führt dazu, dass ich von den Frauen als Nice Guy und needy wahrgenommen werde und von den Männer als elender Besserwisser. Sicherlich ist teilweise auch das Verlangen "zu zeigen was ich kann" für dieses Verhalten verantwortlich, was ich mir aber schon teilweise abgewöhnen konnte.

 

Leider konnte ich bis jetzt trotz meiner unendlichen Weisheit (Achtung Ironie!) dieses Problem nicht selbst in den Griff kriegen. Daher würde es mich wundern, ob jemand  eine Strategie kennt, wie ich dieses Verhalten unterbinden kann oder falls möglich sogar in eine positive Eigenschaft umlenken könnte.

 

Grüsse IRLNESE

 

 

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Du könntest es in eine positive Eigenschaft umwandeln, indem du deinen aufzubringenden Effort dazu nutzt, nicht die Arbeit selbst zu vollrichten, sondern dem anderen zu helfen, das in Zukunft selbst erledigen zu können. Natürlich in so einer Situation die andere inkl. dich betrifft. Wenn es um etwas geht, womit du nichts zu tun hast, dann halte dich doch einfach zurück. Wie sollen andere einen Lernprozess erreichen, wenn du ihnen die Arbeit abnimmst? Du musst dir einfach vor Augen halten, dass du ihnen damit nicht hilfst, sondern eher in ihrer Entwicklung zurück hältst. Kommt natürlich auch auf die Tätigkeit / den Bereich an.

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vor 22 Minuten schrieb IRLNESE:

weil ich (denke) alles besser und effizienter zu verrichten und jedes Problem lösen zu können.

Muss denn unbedingt alles maximal gut und effizient gemacht werden? Warum?

vor 23 Minuten schrieb IRLNESE:

Es kann ja schließlich nicht sein, dass ich, der weiß wie man das richtig macht, nichts tuend daneben stehe und auf mein Essen warten muss.

Mal überlegt, dass du die Zeit auch nutzen könntest dir gar keinen Kopf ums Feuer zu machen und die Zeit dafür zu nutzen zu flirten? Hast du nix besseres zu tun als Leute zu überwachen?

Ist bei euch der Zeitablauf beim Grillen so, dass man möglichst schnell isst um möglichst schnell wieder weg zu sein? Oder ist es eh ein gemütliches Zusammensitzen, wos auf 5 Minuten nicht ankommt?

vor 24 Minuten schrieb IRLNESE:

gebe ihm Tipps wie man das richtig macht

ist ja grundsätzlich nicht schlecht. Aber sozial verträglicher wäre es natt zu fragen, ob man helfen kann. Und ein "nein" dabei auch zu akzeptieren.

Aber:

vor 25 Minuten schrieb IRLNESE:

mache irgendwelche dummen Sprüche wie: "wer kein Feuer machen kann ist kein richtiger Mann" 

Das geht gar nicht. Und das ist der Faktor, der dazu führt, dass die Menschen dich absolut ätzend finden. Souverän Menschen helfen? Ist grundsätzlich gut. Kommt auch durchaus gut an. Aber andere runtermachen? Ist tatsächlich auch ein Punkt, den du reflektieren solltest.

Insgesamt klingt das wie n großkotziger, arroganter Kontrollfreak.

Für mich stellen sich tatsächlich die Fragen:

  • Warum musst du alles kontrollieren und kannst andere Leute nicht mal machen lassen?
  • Warum musst du dabei die andren runtermachen? Warum kannst du nicht respektvoll helfen?

Du solltest da echt ein bisschen dran arbeiten. Für dein Umfeld ist das unglaublich ätzend.
Ich kannte mal so jemanden, der hat mir sogar exakt gezeigt, wie ich den Wasserhahn beim Hände Waschen aufzudrehen habe für maximale Effizienz. Damit degradiert man sein Umfeld halt zu Kleinkindern und traut ihnen nix zu.

Frag dich mal selbst: Umgibst du dich nur mit Versagern? Dann such dir ein anderes Umfeld. Oder hast du Leute um dich, die ihr Leben im Griff haben? Dann kannst du sie auch selbst mal machen lassen und ihnen vertrauen. Die Welt wird davon nicht untergehen.

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Ganz normal. Kontrolle abgeben ist halt schwierig weils ein Gefühl der Ohnmacht hinterlassen kann.

Wäre ich an deiner Stelle würde ich einfach mal schauen, wann es wirklich von Nöten ist das etwas perfekt sein muss und wann es einfach nur darum geht etwas zu tun. Spaß an der Freude und nicht Spaß an Kontrolle, Perfektion und Macht ausüben.

 

Wenn du dich ernsthaft verbessern willst, wirst du das schon auf die Reihe bekommen.

 

P.S. bei mir ist es auf abstrakterweise das Gegenteil, was auch nicht gut ist. Ich würde am liebsten immer die Kontrolle abgeben. Sozusagen selbermachen lassen. Ich muss mal öfter aufm Boden stampfen und sagen wie ich das haben will.

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Vielen Dank euch allen für eure Rückmeldungen.

 

vor 2 Stunden schrieb Herzdame:

Muss denn unbedingt alles maximal gut und effizient gemacht werden? Warum?

Bei mir hat sich im Bewusstsein eingebrannt, mit so wenig Aufwand das best mögliche/angenehmste Resultat zu erzielen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht genau woher ich das habe.

 

vor 2 Stunden schrieb Herzdame:

Ist bei euch der Zeitablauf beim Grillen so, dass man möglichst schnell isst um möglichst schnell wieder weg zu sein? Oder ist es eh ein gemütliches Zusammensitzen, wos auf 5 Minuten nicht ankommt?

ist ja grundsätzlich nicht schlecht. Aber sozial verträglicher wäre es natt zu fragen, ob man helfen kann. Und ein "nein" dabei auch zu akzeptieren.

Aber:

Das geht gar nicht. Und das ist der Faktor, der dazu führt, dass die Menschen dich absolut ätzend finden. Souverän Menschen helfen? Ist grundsätzlich gut. Kommt auch durchaus gut an. Aber andere runtermachen? Ist tatsächlich auch ein Punkt, den du reflektieren solltest.

Natürlich steht da das Beisammensein im Mittelpunkt. Ich denke auch immer ich helfe mit meinen Aktionen der gesamten Gruppe den Abend so angenehm wie möglich zu gestalten (wenn ich da mache wird das Fleisch gleichzeitig mit den Beilagen fertig, man kann noch essen bevor es dunkel wird, etc.) Das mache ich dann schlussendlich auch, indem ich die ganze Arbeit verrichte. Dadurch renn ich dann halt den ganzen Abend rum, während sich die anderen sich vergnügen und dass nur weil ich das Gefühl hab, dass ich alles besser kann. Meistens fühl ich mich dann am Ende beschi**en, weil ich wieder einmal meinem Drang nachgegeben habe und den Abend nicht genießen konnte und wahrscheinlich auch extrem unentspannt auf die anderen gewirkt habe.

 

vor 2 Stunden schrieb Herzdame:

 

Das geht gar nicht. Und das ist der Faktor, der dazu führt, dass die Menschen dich absolut ätzend finden. Souverän Menschen helfen? Ist grundsätzlich gut. Kommt auch durchaus gut an. Aber andere runtermachen? Ist tatsächlich auch ein Punkt, den du reflektieren solltest.

Insgesamt klingt das wie n großkotziger, arroganter Kontrollfreak.

Für mich stellen sich tatsächlich die Fragen:

  • Warum musst du alles kontrollieren und kannst andere Leute nicht mal machen lassen?
  • Warum musst du dabei die andren runtermachen? Warum kannst du nicht respektvoll helfen?

Du solltest da echt ein bisschen dran arbeiten. Für dein Umfeld ist das unglaublich ätzend.
Ich kannte mal so jemanden, der hat mir sogar exakt gezeigt, wie ich den Wasserhahn beim Hände Waschen aufzudrehen habe für maximale Effizienz. Damit degradiert man sein Umfeld halt zu Kleinkindern und traut ihnen nix zu.

Frag dich mal selbst: Umgibst du dich nur mit Versagern? Dann such dir ein anderes Umfeld. Oder hast du Leute um dich, die ihr Leben im Griff haben? Dann kannst du sie auch selbst mal machen lassen und ihnen vertrauen. Die Welt wird davon nicht untergehen.

In meinem Kollegenkreis ist es (leider) so, dass es zum guten Ton gehört sich gegenseitig ein bisschen runterzumachen, aus diesem Grund ist ist so ein Spruch nicht weiter tragisch, er zeugt meiner Meinung halt einfach von einem niedrigen Selbstwertgefühl.

Ich bin mir sehr bewusst, wie unangenehm ich wirke, deswegen bin ich auch bemüht das irgendwie zu ändern, bis jetzt habe ich das aber leider noch nicht geschafft.

Meinem Umfeld souverän zu helfen wäre mein Ziel, leider habe ich noch nicht herausgefunden wie ich mein Verhalten in diese Richtung steuern kann.

Mein Umfeld besteht keineswegs nur von Versagern, Ich behaupte aber einigermaßen strukturiert denken zu können sowie eine rasche Auffassungsgabe zu haben. Da mich schon in vielen verschiedenen Fachgebieten betätigt oder gebildet habe, bin ich dann halt  im Vorteil (hab ich halt jeweils das Gefühl), sobald sich ein Kollege in etwas beweisen muss, dass er nicht kennt.

 

vor 2 Stunden schrieb Biff:

Lesen -> Selbstreflexion um 300% boosten. Gern geschehen :hi:

https://de.wikipedia.org/wiki/Vier-Seiten-Modell

 

 

Das Ampel-Beispiel passt wie die Faust aufs Auge. Ich möchte der Fahrerin nur helfen, sie nimmt es aber als Bevormundung/Herabsetzung wahr!

 

 

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vor 3 Stunden schrieb IRLNESE:

Meinem Umfeld souverän zu helfen wäre mein Ziel, leider habe ich noch nicht herausgefunden wie ich mein Verhalten in diese Richtung steuern kann.

Nein, Dein Ziel sollte sein, überhaupt niemandem zwingend helfen zu wollen, ohne dass sie Dich bitten. Die Menschen um Dich herum brauchen überraschend wenig Hilfe, und wenn doch, dürfen sie ruhig auch mal danach fragen. Solange Du ständig alles in Deiner Umgebung richten willst, wirkst Du unsexy. Im besten Fall A) finden die Leute das ganz sweet und Du bekommst das klassische "Du bist viel zu nett!" zu hören. Nicht sehr alpha, um es mal mit öligen PU-Termini zu sagen. Im schlimmsten Fall B) sehen die Leute Dich als Nervensäge und üblen Klugscheisser. So oder so kannst Du als Helferlein nicht gewinnen.

Dein "Helfen wollen" werden immer wieder viele Leute als Bemutterung empfinden. Und das kommt nie gut. Geh mal in Dich und frag Dich, warum Du diesen Bemutterungsdrang hast. Wem willst Du etwas beweisen? Vater? Mutter? Der Frau Lehrerin? Ich meine das durchaus ernst - Du würdest als Person davon profitieren, wenn Du da für Dich Klarheit hast.

Das Image, das Du projizieren solltest: das des coolen Typen, der vieles auf dem Kasten hat. Den man jederzeit fragen kann, der aber nicht immer für alles Zeit hat, und seine Zuwendung für wirklich gute Freunde reserviert. Der aber, wenn er hilft, es einen nachher keine Sekunde lang spüren lässt. Bei genauerem Überlegen sollte das nicht nur Dein Image sein, sondern Dein Wesen.

 

Zitat

 Da mich schon in vielen verschiedenen Fachgebieten betätigt oder gebildet habe, bin ich dann halt  im Vorteil (hab ich halt jeweils das Gefühl), sobald sich ein Kollege in etwas beweisen muss, dass er nicht kennt.

...und das entscheidet es. Option B, "Klugscheisser". 

bearbeitet von botte
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