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Guten Abend zusammen,

ich (28/m) sitze hier grade und mache eine kleine Lernpause. 

Ich studiere im 6. Semester das Wirtschaftsingenieurwesen(8 Semester Regelzeit).

Das ganze mache ich nebenberuflich.
Der Beweggrund war, dass ich mit meiner Ausbildung und meinem Job den ich seither mache, sehr unzufrieden war. (Habe früher die Schule etwas verkackt und hatte ne blöde Phase..).

Ich arbeite als Verfahrensmechaniker und muss quasi 40h/Woche Kunststoffteile produzieren.

Hier und da boten sich aber auch mal andere Tätigkeitsfelder im Unternehmen in Form von Projekten und auch mal 3 Monate in der Konstruktion an.
Mir wurden Beförderungen versprochen usw.. aber im Endeffekt konnte ich nach jedem gut erledigten Projekt wieder die Sachen gepackt werden und ich durfte wieder an den Maschinen arbeiten.

Ebenfalls eine Interne Bewerbung auf eine interessantere Stelle ging schief, da man sich für einen Werkstudenten entschied und mich dann mit einer "Ab und zu"- Tätigkeit in der Konstruktion abspeiste.
Wie dem auch sei wurde dann aber in der Konstruktion auch wieder eine Stellenausschreibung für eine Studentenaushilfe ausgeschrieben....

Mich hat das alles irgendwie sehr an mir zweifeln lassen und mich extrem demotiviert. 

Man macht sich halt seine Gedanken, wenn man irgendwie, egal was man tut, nicht ernst genommen wird und Körbe kassiert, obwohl man ja trotzdem leistet und durchaus sehr positives feedback erhält.

Die Kollegen aus der selben Abteilung, die sich neben mir auch Weiterbilden wurden ebenfalls Abgeschrieben. 
Trotz  abgeschlossener Qualifizierung dümpeln diese immer noch in Ihren alten Stellen herum und bekamen nicht einmal im Ansatz wie ich eine ??Chance??.

 

Wie dem auch sei habe ich gestern einen Vertrag in einem Konkurrenzunternehmen unterschrieben. 

Heute verdiene ich ca. 34200€ Brutto/Jahr bei Unbefristeter Anstellung.    
Ab Juni dann 37500€ plus 3% Beteiligung am Erfolg meiner Leistung plus Weihnachts + Urlaubsgeld, mit einem Jahresvertrag.

Der größte Unterschied ist jetzt aber der Job. 
Ich werde als Technischer Kaufmann / Produktmanager im Innen- und Außendienst angestellt und werde Spezialprodukte für den Kunden planen, anbieten und verkaufen.
 

Auf der einen Seite freue ich mich natürlich sehr darauf beruflich wachsen zu können, auf der anderen Seite jedoch könnte es auch nach hinten los gehen und in einem Jahr stehe ich da ohne Job und könnte es verkacken.

Ich kann gut mit CAD Systemen umgehen und habe auch ein gutes technisches Wissen auf das ich mich stützen kann , auf der anderen Seite habe ich noch nie im Leben mit Kunden verhandelt, geschweigen denn einen akquiriert. 


Was meint Ihr,

hat jemand von euch schon einmal so einen Schritt gewagt und kann mir Tipps geben wie ich mich schnell in ein ganz neues Tätigkeitsfeld einarbeiten kann?

Wie komme ich schnellstmöglich an die benötigten Softskills? Einfach machen und aus Fehlern lernen? 


Wie erging es euch als Quereinsteiger mit den schon erfahreneren Kollegen?
 

 


Lg

Max

 

 

 

bearbeitet von maxelo

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Hallo Max,

 

ich kenne mich zwar in deiner Branche nicht aus, aber generell kann ich etwas dazu sagen. Jeder Jobwechsel ist mit einem Risiko verbunden. Das ist klar. Es wird niemanden etwas geschenkt. Wenn du etwas besseres willst, dann musst du dafür  Risiko eingehen. Allerdings ist das Risiko relativ gering. Die neue Firma macht dir nur ein Angebot, wenn sie dich für tauglich hält. Sie haben dich eingestellt, also brauchen sie dich. Wenn du dich reinkniest, viel Motivation mitbringst und dich als wertvoll raus stellst, dann wird das Unternehmen verlängern und dich binden.

Sicherlich hast du früher verkackt (Schule, 0-Bock-Phase, usw.), aber mittlerweile hast du die Kurve bekommen. Du hast gemerkt wie wichtig Ausbildung ist. Du fragst Weiterbildungen an, machst ein Studium, usw. Du hast mittlerweile Drive. Du hast dich weiter entwickelt und möchtest dafür belohnt werden (höheren Lohn & Wertschätzung). Das ist völlig normal. Und das sehen auch andere Arbeitgeber, daher der neue Vertrag.

Du musst immer sehen, was du für Alternativen hast. Im alten Job bleiben und ohne Aufstiegschancen verrotten ist eine schlechte Option. Sogar schlechter als 1 Jahr geilen Job (inklusive viel neues lernen) und danach arbeitslos. Selbst ein festes Arbeitsverhältnis kann aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt werden. Darauf verlasse dich nicht. Es werden immer die einen Job haben die Drive haben, die Motivation haben und neues lernen wollen. Das sehe ich bei dir. Lass dir das vom jetzigen Arbeitgeber nicht kaputt machen. Entwickel dich weiter. Dann musst du dir keine Sorgen um die Zukunft machen. Im allerschlimmsten Fall bekommste halt Geld vom Staat. Na und? Davon stirbst du nicht. Dann muss man halt kurzzeitig sein Leben anpassen, sich wieder aufrappeln und neu angreifen.  Es ist wie beim PU. Wenn du was machst, kannst du verlieren und gewinnen. Wenn du nichts machst, hast du schon verloren.

Im neuen Job überlege dir immer wie du für dein Chef den meisten Nutzen bringen kannst. Frag ihn das "Chef, wie kann ich dir am besten helfen?". Dann wirst du sein bester Freund. Lern schnell wie dazu, zeig Eigeninitiative. Habe keine Angst vor Neuem. Zeig ihm deine Motivation und deinen Willen. Dann wirst du wertvoll. Frage auch deine neuen Kollegen, was sie von dir erwarten und wie du ihnen helfen kannst. Das ist das Wichtigste.

 

Halte uns auf dem Laufenden.

 

VG Walga.

  • TOP 2

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Hey Walga,

Vielen Dank für die motivierenden Worte!

Nächste Woche geht es los. ;)

Die letzten drei Wochen habe ich noch Projekte im alten Job abschließen können und bin nun noch 1 1/2 Wochen Freigestellt, bevor es dann los geht.

Bin wahnsinnig gespannt und die "Angst" hat sich zur Freude gewandelt.
 

Deine Wertung "Du musst immer sehen, was du für Alternativen hast. Im alten Job bleiben und ohne Aufstiegschancen verrotten ist eine schlechte Option. Sogar schlechter als 1 Jahr geilen Job (inklusive viel neues lernen) und danach arbeitslos.", sehe ich genauso!

Ich wurde die letzten Jahre immer unzufriedener und habe mich danach gesehnt weiter zu kommen. 
Man kann sich denken, dass sich so eine Situation auch auf den privaten Lebensbereich abfärbt -und zwar negativ!
Das nimmt einem den Drive in allen Bereichen ;)
 

Jetzt geht es Bergauf und ich freue mich tierisch daran zu wachsen!
 

Ich werde deine Ratschläge befolgen Walga !

Grüße,

Max

  • TOP 1

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Guten Abend zusammen!

Vor etwa einem Jahr habe ich meinen neuen Job begonne Mein Vertrag wurde mir schon im Februar unbefristet verlängert. Soweit so gut!

Das Gehalt ist besser als vorher und die Aufgabenberreiche sind ebenfalls allesamt interessant und fordernd. Mein Studium neigt sich ebenfallls dem Ende und ich bin aktuell voll im soll, heißt keine Klausuren zum nachschreiben und es sieht so aus als würde ich 2019 Wirtschaftsingenieur sein.

Als ich mich damals aus der Produktion heraus in den Vertrieb/ Produktmanagement beworben habe, habe ich mich für die Stelle entschieden, weil ich dort ein recht umfassendes Aufgabengebiet erwartete.

Folgendes ist mein Arbeitsfeld:

- Akquise neuer Kunden im Außendienst.

- Verantwortung für Umsätze des Gebietes PLZ: 5000-9999 Quasi Deutschlands Süden.

- Erstellung von Lösungen am CAD System für besagten Kundenstamm und die technische Abwicklung von Projekten aller anderen Abteilungen. (3 an der Zahl) Sind dann schonmal 3-4 Konstruktionen in der Woche.

- Preisfindung m. Kunden und Zulieferer der Produkte (China).

- Erstellung von Material Datenblättern.

-Newsletter / Online Marketing

- Stammdatenpflege / Artikel / Lieferanten / Kundenanlagen

- Wareneingänge buchen.

- Angebotsausarbeitung

Hoffe ich habe nichts vergessen.

 

Jetzt sieht man schon, dass es hier eine Menge Aufbagen unterschiedlichster Art zu bewältigen gibt.

Im Vorstellungsgespräch hieß es damals, dass ich ca. 30% meiner Arbeitszeit damit verbringe "auf der Straße" zu sein und beim Kunden vor Ort auftrete.

Den rest der Zeit sollte ich damit verbringen meine Projekte, welche ich reingeholt habe technisch ausarbeite und sowohl den Einkauf als auch das spätere Management der Folgeaufträge erledige.

 

Es ist so, dass ich mich im letzten Jahr wirklich gut verändert habe und viel offener mit fremden Menschen umgehe. Auch habe ich schon die ein oder anderen größeren Projekte an Land gezogen. mit meinen Umsätzten stehe ich meinen Kollegen in nichts nach.
Auch mein technisches Know-How wird geschätzt und alle Kollegen vertrauen meinen Fähigkeiten und kommen mit allen Möglichen Anliegen auf mich zu. Die Aufwändigen Projekte landen zu 100 prozent auf meinem Schreibtisch.

 

Jetzt kommt mein eigentliches Anliegen:

 

Wie beschrieben habe ich viele Aufgabenbereiche, die ich abdecke.

Ich gehe im März 3 Tage auf Geschäftsreise. Hier besuche ich ca 7 Kunden in Süddeutschland. Unterwegs habe ich keinen Zugriff auf mein Email Postfach. Das heißt ich komme dann Donnerstags wieder ins Büro und mein Outlook besteht aus roten Fahnen, da vieles nicht bearbeitet werden kann. ( Meine 2 Kollegen, sind ähnlich eingespannt) Die vertretung sollte eigentlich der Kollege, welcher den Nordberreich betreut abgearbeiten. Er schafft aber nur das wichtigste.

Ich arbeite also den rest der Woche mein Postfach ab, in welchem sich Bestellungen, Anfragen, Lieferterminkoordinierung usw. befindet ab und kümmer mich um meine Berichte, bzw. erstelle die Angebote aus dem Außendienst. In so einer Woche komme ich locker auf 45 Stunden.

Ich verbringe also nun die nächste Woche ebenfallls damit weiter aufzufangen und bin dann nach 2 Wochen wieder soweit, dass ich etwas Luft habe. Hier kümmere ich mich dann um neue Termine.

Der Außendienst ist also eher Strafe als Segen, da ich hier absolut keine Kontrolle mehr über den verbleib der restlichen Aufgaben habe und jeden Tag den ich weg bin, später auffangen muss.

Eigentlich müsste ich erwarten, dass ich an allen Aufgabenbereichen gemessen werde, jedoch sieht das mein Chef anders.

 

DIch habe in unregelmäßigen Abständen Meetings mit ihm, bei welchen er mich förmlich auseinander nimmt und meine Leistungen und mein System kritisiert. Es gab noch nie ein positives Feedback. Auch wenn ich gute Zahlen liefere, kommt da nichts als wäre es selbstverständlich. Er sieht nur die Vertriebsergebnisse und blendet alle anderen Aufgabenfelder aus und tut so, als wäre das in 2 Minuten zu erledigen. Ich bereite mich expliziert auf die Dinge vor, welche er beim letzten Mal bemängelt hat und doch reitet er dannach auf etwas anderem herum.

Jetzt sind wir vor 3 Monaten umgezogen, in ein besseres und größeres Gebäude. Von da an macht er nur noch Druck und ich komme effektiv zu gar nichts mehr, da ich von allen Seiten zugebombt werde. Auch fordert er nun eine größere Zeit im Außendienst ein, was wie beschrieben immer zu Kapazitätsproblemen führt.

Ich bin echt überfordert und weiß einfach nicht wie ich dort weiter kommen soll. Ich habe mein Anliegen beim letzten Gespräch auch geäußert und ihm erklärt, dass ich kein Vollzeitaußendienst mache und noch viele andere Themen übernehme, aber er sieht es nicht ein.

Auch die Art wie er Meetings ankündigt.

Letzten Freitag Wortlaut: "stellt auf darauf ein, dass es in den nächsten Tagen ein Meeting geben wird. Damit das nicht wieder so ein desaster wird, wie beim letzten Mal, sage ich es euch vorher."

Wir:" wann denn?"

Er: "Kurzfristig"

Ich meine er macht das einfach um uns zu terrorisieren und Druck auszuüben. Bei seinen Meetings werde ich grundsätzlich außeinander genommen und eine Argumentation mit ihm ist nicht möglich.

 

Was würdet Ihr an meiner Stelle machen? Ich habe einen unbefristeten Vertrag und verdiene auch nicht die Welt. 3200€ Brutto. Studium endet vorraussichtlich im März 2019.

 

 

 

 

 

 

bearbeitet von maxelo

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vor 9 Stunden, maxelo schrieb:

- Akquise neuer Kunden im Außendienst.

- Verantwortung für Umsätze des Gebietes PLZ: 5000-9999 Quasi Deutschlands Süden.

- Erstellung von Lösungen am CAD System für besagten Kundenstamm und die technische Abwicklung von Projekten aller anderen Abteilungen. (3 an der Zahl) Sind dann schonmal 3-4 Konstruktionen in der Woche.

- Preisfindung m. Kunden und Zulieferer der Produkte (China).

- Erstellung von Material Datenblättern.

-Newsletter / Online Marketing

- Stammdatenpflege / Artikel / Lieferanten / Kundenanlagen

- Wareneingänge buchen.

- Angebotsausarbeitung

@maxelo, da sind ne ganze Reihe gute Nachrichten dabei, aber auch ein oder zwei schlechte. Zunächst mal die Gute: Du hast einen Job gefunden, der Dir Spaß macht, in dem Du Erfolge sammeln kannst und der Dir hilft, bereits im Studium gutes Geld zu verdienen. Und Du darfst rund um den Vertrieb so ziemlich alles machen und lernen. Nicht schlecht! Mach das mal noch ein Jahr, dann hast Du dadurch eine ziemlich umfassende Aussendiensterfahrung - gute Vertriebler im Bereich Anlagenbau/Invest sind immer gesucht. Und: erfolgreiche Zeit im Vertrieb mit Ergebnisverantwortung ist nicht der schlechteste Weg für innerbetriebliche Karriere. Ziemlich gut! 

Die schlechte: Du musst rund um den Vertrieb so ziemlich alles machen, was anfällt. Und Dein Chef ist entschlossen, gut die Hälfte Deiner Tasks zwar gerne voraus zu setzen, aber in keiner Form zu würdigen. Die Dinge, die ich fett markiert habe, sind beispielsweise Sachen, die in einer größeren Vertriebsorganisation auch gut übers Back Office getan werden können, also über dezidierte Innendienstmitarbeiter, so daß die Vertriebler möglichst viel Zeit beim Kunden verbringen können. Lohnt aber halt erst ab einer gewissen Teamgröße.  Die zweite schlechte NAchricht: Dein Chef. Hört sich nach einer ziemlich autokratischen Personalführung an, die er da betreibt. Wenn er fest im Sattel sitzt in der Firma, wirst Du ihn auch nicht ändern. Ab da gilt mal wieder love it (arrangier Dich), change it (gibt's innerhalb der Firma evtl andere interessante Positionen, und mögliche Mentoren, die Du für Dich begeistern könntest, dass sie Dir da hinein helfen?) or leave it (Firmenwechsel aus ungekündigter Stellung).

Wenn Du erwartest, 2019 mit dem Studium durch zu kommen, dann würde ich wahrscheinlich versuchen, es durchzuziehen bis dahin. Und mir dann mit Abschluss, mit zwei Jahren Vertriebserfahrung und ungekündigter Festanstellung in aller Ruhe was Neues zu suchen. Vertrieb/Produktmanagement ist übrigens so 'ne Art Metaqualifikation, heisst Du muss Deiner Produktlinie jetzt dann nicht mehr unbedingt treu bleiben. Heisst kannst auch nochmal in andere Branchen schauen, die Anlagen oder technische Investgüter mit hohem Beratungsbedarf vertreiben.

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+1. Ich sehe es wie @botte.

Eine zusätzliche Frage: Wieso hast Du unterwegs keinen Zugriff auf Deine Mails und kannst Dich darum nicht kümmern? Eine Stunde morgens und abends geht auch im Hotel.

Und denk mal über Bahnfahren nach. Dauert länger als Auto, aber es steht mehr Arbeitszeit zur Verfügung. Hängt aber davon ab, wie Deine Kunden verteilt sind.

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Hi maxelo

Zuerst meinen Respekt, dass Du das Studium neben so viel Arbeit durchziehen kannst. Ich schreibe nur, da ich selbst als Produkt Manager in der Zerspanungsindustrie tätig bin und ebenfalls Wirtschaftsing. vor 2 Jahren nebenberuflich abgeschlossen habe. Wie botte schon schrieb, hast Du bei dieser Firma ein umfangreiches Tätigkeitsfeld wo Du viel lernen kannst. Auf der anderen Seite scheint Dein Chef Deine Arbeit kaum zu würdigen und ist nur auf Gewinnmaximierung aus. Dazu noch eine frage: Welche Position nimmt Dein Chef innerhalb der Firma ein?

Du hast also sehr viel Arbeit am Hals, kriegst dafür kaum Wertschätzung und der Lohn scheint auch nicht wirklich zu stimmen (lebe in der Schweiz, daher kann ich das schlecht einschätzen). Welchen Grund gibt es überhaupt bei dieser Firma zu bleiben? Aufstiegsmöglichkeiten, gute Kollegen, eine heisse Assistentin? Nichts, was Du nicht auch in einer anderen Firma finden könntest. Ich würde die momentan gute wirtschaftliche Situation ausnutzen und mich auf Stellensuche begeben. Produkt Manager scheinen derzeit gesucht zu sein. In der Schweiz gibt es jedenfalls Unmengen von offenen Stellen. Ich würde das Ausnutzen.

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vor 12 Stunden, botte schrieb:

@maxelo, da sind ne ganze Reihe gute Nachrichten dabei, aber auch ein oder zwei schlechte. Zunächst mal die Gute: Du hast einen Job gefunden, der Dir Spaß macht, in dem Du Erfolge sammeln kannst und der Dir hilft, bereits im Studium gutes Geld zu verdienen. Und Du darfst rund um den Vertrieb so ziemlich alles machen und lernen. Nicht schlecht! Mach das mal noch ein Jahr, dann hast Du dadurch eine ziemlich umfassende Aussendiensterfahrung - gute Vertriebler im Bereich Anlagenbau/Invest sind immer gesucht. Und: erfolgreiche Zeit im Vertrieb mit Ergebnisverantwortung ist nicht der schlechteste Weg für innerbetriebliche Karriere. Ziemlich gut! 

Die schlechte: Du musst rund um den Vertrieb so ziemlich alles machen, was anfällt. Und Dein Chef ist entschlossen, gut die Hälfte Deiner Tasks zwar gerne voraus zu setzen, aber in keiner Form zu würdigen. Die Dinge, die ich fett markiert habe, sind beispielsweise Sachen, die in einer größeren Vertriebsorganisation auch gut übers Back Office getan werden können, also über dezidierte Innendienstmitarbeiter, so daß die Vertriebler möglichst viel Zeit beim Kunden verbringen können. Lohnt aber halt erst ab einer gewissen Teamgröße.  Die zweite schlechte NAchricht: Dein Chef. Hört sich nach einer ziemlich autokratischen Personalführung an, die er da betreibt. Wenn er fest im Sattel sitzt in der Firma, wirst Du ihn auch nicht ändern. Ab da gilt mal wieder love it (arrangier Dich), change it (gibt's innerhalb der Firma evtl andere interessante Positionen, und mögliche Mentoren, die Du für Dich begeistern könntest, dass sie Dir da hinein helfen?) or leave it (Firmenwechsel aus ungekündigter Stellung).

Wenn Du erwartest, 2019 mit dem Studium durch zu kommen, dann würde ich wahrscheinlich versuchen, es durchzuziehen bis dahin. Und mir dann mit Abschluss, mit zwei Jahren Vertriebserfahrung und ungekündigter Festanstellung in aller Ruhe was Neues zu suchen. Vertrieb/Produktmanagement ist übrigens so 'ne Art Metaqualifikation, heisst Du muss Deiner Produktlinie jetzt dann nicht mehr unbedingt treu bleiben. Heisst kannst auch nochmal in andere Branchen schauen, die Anlagen oder technische Investgüter mit hohem Beratungsbedarf vertreiben.

@botteDanke für deine Antwort!

Zum guten Teil stimme ich dir voll und ganz zu. Ich habe im letzten Jahr sehr viel gelernt und bin persönlich ein gutes Stück vorran gekommen. Ist auch interessant von einem "Modus" in den nächsten zu" switchen" und sowohl Technik als auch Vertrieb machen zu können. Auch durch den vielen Menschenkontakt bin ich persönlich ein sehr viel offenerer Mensch geworden. Überträgt sich auch auf den privaten Lebensberreich.

Zum schlechten: Wir sind im Office 8 Angestellte plus Chef und in der Warenwirtschaft arbeiten ca. 10 MA. Heißt das Personal ist bei einem Umsatz von 6 Mil. pa ziemlich gering. Obwohl wir zu einem Konzern gehören, agiert die Businessunit, wie wir uns nennen, sehr eigenartig. 

So haben wir keinen zentralen Einkauf und so muss jeder Sachbearbeiter seine eigenen Vorgänge von A-Z selbst überwachen und steuern. Das gilt auch für mich und meine Kollegen aus dem Produktsegment/Abteilung. Die anderen Abteilungen haben keinen Außendienst und so nehme ich ab und an sogar auf wunsch vom Chef, Kunden mit in meine Terminplanung, die im Endeffekt keinen Einfluss auf meinen Umsatz und somit auf meine Bewertung haben. Vorgänge dieser gebe ich dann aber nach Auftragserhalt und einspielen ab. Auch andere Vertriebserfolge sollten, falls kein Beratungsbedarf mehr, an die Innendienst Kolleginnen gehen. Hier herrscht aber wieder eine Grauzone.

Im Grunde vertreibe ich speziell auf den Kunden zugeschnittene Produkte, welche ich dann auch selbst entwickele/konstruiere und mich dann auch noch um die Beschaffung kümmere. Hierbei geht einfach eine Menge Zeit drauf.  Ich mache das alles im Grunde sehr gerne, aber dieser Druck welcher auf mich ausgeübt wird ist echt langsam nicht mehr weg zustecken. Ich bin wirlich keine Pussy und heule rum, aber wenn ich zb. wie aktuell vor einem 3 Wochen Urlaub stehe und mein Chef ein Meeting vorbeitet haben will, zu welchem er nichteinmal einen Termin reinsetzt ("Das Meeting kommt kurzfristig")  und dann im Endeffekt unangekündigt in den Urlaub geht, denke ich er versucht uns mit Druck einfach zu Bestleistungen zu pushen. Und das obwohl ich eine korrekte Übergabe machen muss, damit ich nicht in einer Katastrophe an den Arbeitsplatz zurück kehren muss. Ich habe nun 2 Tage damit verbracht Berichte zu schreiben und Angebote nachzufassen, interessante Kunden für zukünftige Besuche zu finden usw. um im Meeting nicht auseinander genommen zu werden, anstatt mich um die Übergabe zu kümmern und Projekte zu beenden. Mich macht das echt fertig. Zusätzlich muss ich ja auch noch leistung in der FH bringen und bin mitten in der Klausurvorbereitung. Wenn ich im Urlaub bin, werde ich 100 Prozentig oftmals an meinen Arbeitsplatz denken müssen.

Alles andere passt an diesem Job wirklich sehr gut. Die Kollegen sind cool, die Kunden sind meist interessant und meine Leidenschaft fürs CAD kann ich auch ausleben. Das Gehalt ist angemessen, wäre der Druck etwas geringer. Mehr geht ja eigentlich immer. Und Provision wäre ein gutes Plus.

Generell ist mein Chef ein Tyrann und ein Sparfuchs wie er im Buche steht. Er behält immer das letzte Wort und hält alle anderen für Inkompetent bzw. sich selber für die ultimative Meinung. Kritik und "natzen" macht er super gerne vor Vversammelter Mannschaft. Er schüchtert einen regelrecht durch sein gebohre und den Kontrallwahn den er an den Tag lebt ein. ISt nicht mehr feierlich. Mir geht es nicht alleine so, aber ich vermute, der Fakt, dass ich von den Kollegen am meisten verdiene verleitet ihn dazu von mir besonders viel abzuverlangen.

Ich werde wahrscheinlich nach Ende des Studiums einen anderen Job suchen. Es ändert sich eh nicht. Jedoch ist es echt schwer mich nebenbei noch auf mein Studium zu konzentrieren. Wohnin es mich dannach zieht ist noch ungewiss. Ich weiß noch nicht ob ich eher Vertrieb oder eher in die Entwicklung möchte. Hier steht Geld vs. Interesse. Eine andere Position wäre für mich in diesem Unternehmen aktuell nicht möglich. Auf Konzernebene ebenfalls nicht, da wir sehr autonom agieren.

 

@Geschmunzelt

Ich habe kein Firmenhandy oder Laptop. Bahnfahren ist ausgeschlossen. Meine Kunden sind sehr weit verteilt und dessen Unternehmenssitze sind oftmals nicht mit den öffentlichen zu erreichen. Ich fahre grundsätzlich ein poolfahrzeug, welches ich mit einem anderen Kollegen teile.

@Choose

Danke für deinen Respekt! Ein Studium nebenbei, ist wie du weißt nich grade chillig und kommt mit einer Menge Verzicht einher! Dir einen Glückwunsch, dass du es gepackt hast.

vor 12 Stunden, Choose schrieb:

Du hast also sehr viel Arbeit am Hals, kriegst dafür kaum Wertschätzung und der Lohn scheint auch nicht wirklich zu stimmen (lebe in der Schweiz, daher kann ich das schlecht einschätzen). Welchen Grund gibt es überhaupt bei dieser Firma zu bleiben? Aufstiegsmöglichkeiten, gute Kollegen, eine heisse Assistentin? Nichts, was Du nicht auch in einer anderen Firma finden könntest. Ich würde die momentan gute wirtschaftliche Situation ausnutzen und mich auf Stellensuche begeben. Produkt Manager scheinen derzeit gesucht zu sein. In der Schweiz gibt es jedenfalls Unmengen von offenen Stellen. Ich würde das Ausnutzen.

Der einzige Grund dafür, dass ich aktuell noch dort arbeite ist, dass ich einen wechsel in eine neue Stelle für sehr anspruchsvoll halte und ich in Hinsicht auf mein Studium lieber diesen Job habe, welcher einiger Maßen sicher ist und Einkommen generiert, als in die ungewisse Pfütze zu springen. Ich denke, wenn meine Abschlussarbeit angemeldet ist, werde ich anfangen die Fühler auszustrecken.

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Gibt es bei jemanden Erfahrungswerte mit solchen Führungskräften? Ist es aus eurer Sicht überhaupt möglich hier eine Änderung seines Verhaltens zu schaffen?
 

 

 

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