Commodus78

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  1. Commodus78

    Jubelthread

    Das PUF ist wieder Online😀
  2. Ja, derzeit führt das Thema erst mal nicht weiter. Bitte schließen. Ich danke allen, die sich Gedanken gemacht haben und ich konnte viel mitnehmen. Wer mir noch was wichtiges zu sagen hat, kann das gern per PN tun. Ich werde nochmal berichten, wenn wirklich absehbar ist, ob es gut ausgegangen ist. Liebe Grüße
  3. Man, das schlägt hier aber Wellen. Ich weiß, dass es alle nur gut meinen, aber hier werden auch Szenarien ausgemalt und Dinge in meine gewiss rudimentären und aus dem Blickwinkel des Moments erinnerten und geschilderten Erlebnisse reininterpretiert, die mit unserer Realität überhaupt nichts zu tun haben. Beispiel: sie trank nie "vor" den Kindern. Unsere Kinder sind auch nicht traumatisiert oder irgendwie auffällig. Sie gehen ganz normal in den Kindergarten, spielen, lachen, streiten, sind auch mal laut und frech, wie andere Kinder eben auch. Sie verweigert nicht den Sex, hat sie noch nie getan. Unsere Beziehung ist nicht die Hölle gewesen. Sie möchte auch nicht die ganze Änderungsarbeit auf mich abwälzen. Ja, sie hatte und hat schon immer Probleme damit, fremde Hilfe anzunehmen und sich Dritten zu öffnen. Sie hatte die Hoffnung, auch ihre Sucht allein zu bewältigen. Genauso wie sie alles mögliche in ihrem Leben einschließlich ihres Studiums, hoher beruflicher Belastungen, gesundheitliche Beschwerden, familiäre Schicksalschläge immer irgendwie alleine bzw mit mir zusammen hinbekommen hat. Es ist nicht fair zu sagen, sie will nichts tun. Es geht gegen ihre Grundpersönlichkeit und trotzdem ist sie bereit, die Therapie zu machen. Ja, ich habe mich betaisiert. Ich habe mich darauf eingelassen, dass wir uns in eine völlige gegenseitige Abhängigkeit begeben. Ich habe irgendwie gedacht, das muss so sein, wenn man sich liebt. Ich habe die männliche Rolle im Nachhinein nicht richtig interpretiert bzw gelebt, nicht geführt, weil ich nicht geahnt hatte, dass es sowohl für mich als auch für sie besser ist. Wir waren bis zu der Krise vor 3 Jahren immer sehr zärtlich miteinander, auch wenn wir relativ wenig Sex hatten. Wir haben uns verstanden und waren füreinander da. Wir haben uns auch immer emotionale Stabilität gegeben. Jeder hätte für den anderen alles gegeben und so ist es im Grunde auch heute noch, nur haben mich die Erlebnisse der letzten drei Jahre erheblich dran zweifeln lassen, dass das noch eine Zukunft hat. Ich glaube bis zu dem Punkt hat sich unsere Ehe nicht sehr von vielen anderen unterschieden. Wir hatten auch unsere Phasen mit mehr Sex. Es wurde aber oft Routine, es sind auch gesundheitliche Dinge dazwischen gekommen und wir haben zu wenig über unsere Vorstellungen gesprochen, die ja nicht da stehen geblieben sind, wo wir mit Anfang 20 begonnen haben. Wir haben unser Sexualleben einschlafen lassen und sind das nicht angegangen, vielleicht weil wir es beide als mehr oder weniger normal betrachtet haben. Angesichts unserer Vollzeitjobs haben wir es uns abends eben gemütlich gemacht, gekuschelt, haben vielleicht noch was gelesen und sind dann eingeschlafen. Ich weiß das es vielen wie die Hölle vorkommen mag, für uns war es das aber nicht, weil Sex keinen so hohen Stellenwert hatte. Erst durch ihre Veränderung habe ich erst gelitten (aber auch da gab es mehr gute oder neutrale als schlimme Momente) und dann angefangen alles zu hinterfragen. Ich habe mich wie in einer Falle gefühlt und gemerkt, dass ich niemanden außer sie habe und dass es daran lag, dass ich ihr zuliebe eigentlich mein ganzes sonstiges Leben außer dem Beruf aufgegeben habe. Das war ja kein hinterhältiger Plan von ihr, sondern eben Unzufriedenheit, die ich einfach hätte aushalten müssen. Ich hätte damals das PUA-Forum kennen müssen. Ich habe dann in meinem Eingangsthread versucht zu analysieren, wie es dazu kommen konnte. Die Stabilität unserer Beziehung (auch wenn sie aus meiner heutigen Sicht defizitär war) geriet erst ins Wanken durch die neuen Dynamiken durch die Geburt unserer Kinder. Sie hat es nicht geschafft, sich neu auszutarieren und auch ich war nicht in der Lage, wirklich zu erkennen, was da läuft. Wir haben zwei Jahre keine Nacht mehr als 4 Stunden geschlafen, wir haben irgendwann angefangen uns vorzuwerfen, warum der jeweils andere dies oder das getan hat, weshalb das Kind jetzt schon wieder nicht schläft oder die Windel nicht gehalten hat oder die Kaffeemaschine nicht vorbereiten wurde oder oder oder. Ich hab ordentlich mitgemacht beim Drama. Dabei hätte ich sie beruhigen sollen. Was ihr den Rest gab war an sich normales Verhalten unseres Sohnes, den ich ja hauptsächlich betreute und das sie so interpretierte, als würde er sie ablehnen. Sie hatte ein schlechtes Gewissen wegen ihrer Berufstätigkeit (ich konnte problemlos Elternzeit nehmen). Das führte sie dann zum Alkohol und der Alkohol zu der Überzeugung, ich sei Schuld an ihrem ganzen Unglück. Da war auf einmal so viel Hass in ihr auf sich und auf mich ( sie hatte dann immer was getrunken und ich war zu bescheuert das zu merken, weil ich das nie von ihr gedacht hätte). Die Beschäftigung mit der ganzen Misere hat mir erst klar gemacht, dass da schon vorher viel im Argen war, aber das lag wirklich ganz entscheidend daran, dass ich zu unerfahren und zu passiv war, um mir Grenzen zu wahren und unsere Beziehung weniger abhängig zu gestalten (mit meiner heutigen Einstellung hätte ich so eine Beziehung gar nicht erst begonnen). Ihr Fremdgehen war der Gipfel dieses Selbsthasses und des Hasses auf mich und es hat sie ja völlig zerbrochen. Unabhängig davon, dass es eine Neigung von mir getroffen hatte, kann ich ihr das problemlos verzeihen. Ich bin trotzdem stolz auf das, was wir früher zusammen erreicht haben, froh über unsere Kinder und ich liebe diese Frau nunmal. Ich könnte sicher nochmal von vorn anfangen, aber ich gebe hier nicht auf, solange gute Chancen darauf bestehen, dass wir eine glückliche Ehe und Familie sein können. Und die letzten Tage haben gezeigt, dass es grundsätzlich funktionieren kann. Ist wieder viel zu spät geworden, Gute Nacht.
  4. Mein Focus lag auf dem wichtigem Gespräch zwischen uns, deshalb ist es nicht richtig rübergekommen: Sie hat sich nicht verweigert. Sie lag schon im Bett und sie hat nicht gesagt, dass sie müde war oder sie keinen Sex will oder so. Sondern sie war halt müde. Ich hab dann mit ihr gekuschelt und von mir aus mit SB angefangen und sie hat es dann auch gemacht. Ich habe nicht versucht, mehr zu machen, es war ein schöner intimer Moment und sie hätte auch Sex mit mir gehabt, wenn ich es initiiert hätte.
  5. Ein Update: Ich habe heute, nachdem es wieder ein guter Tag war, die Kinder eingeschlafen waren und meine Frau noch einen Spaziergang gemacht hat auf unserer Terrasse auf sie gewartet und ihr, nachdem sie sich zu mir setzte ihr in die Augen geschaut und ihr gesagt, dass ich mal mit ihr reden muss. Ich sagte, dass ich mir Gedanken über ihre Sucht gemacht habe und möchte, dass sie eine Therapie macht. Ich hab ihr gesagt, dass die letzten zwei Tage gezeigt haben, wie schön es sein kann, dass ich die Tragweite des Problems lange verdrängt habe, aber es so nicht weiter gehen kann mit den Aufs und Abs und dass es, wenn sie diesen Schritt nicht macht irgendwann in einer Katastrophe enden wird. Dass ich möchte, dass sie es für mich und die Kinder tut. Sie hat mir zugehört und hat gesagt, dass ihr leid tut, was sie uns angetan hat und dass sie nichts mehr trinken will. Sie fragte, wie das mit der Therapie gehen soll und ich berichtete ihr von dem ambulanten Behandlungsangebot, das ich gefunden hatte. Sie schaute es sich auf dem Handy an und sie sagte, dass sie mich liebt und dass sie alles tun will, um uns nicht mehr zu verletzen. Sie war insgesamt interessiert und stellte dann noch ein paar Fragen. Aber ich bin sicher, dass sie es tun wird. Zwischendurch wandte sie einmal ein, dass bei viele Menschen trotz Therapien süchtig bleiben, wobei ich sagte, dass es ohne Therapie noch viel eher nichts wird. Auch nannte sie einen Selbstkurs als Alternative. Ich bin aber dabei geblieben, dass sie professionelle Hilfe und externe Begleitung braucht und habe keinen Zweifel gelassen, dass für mich nur diese Lösung akzeptabel ist. Es war kein wirklicher Widerstand, nur ein kleines antesten, ob es ggf. nicht auch anders gehen könnte. Sie hat es aber eingesehen und es war sehr harmonisch zwischen uns. Wir haben uns gestreichelt, geküsst und im Bett SB voreinander gemacht (zu mehr war sie zu müde) und es war sehr schön für uns. Wir fahren morgen für zwei Wochen an die See und ich werde zusehen, dass sie schon von da aus einen Termin für ein Erstgespräch vereinbart. Ich danke allen, dass ihr mir bewusst gemacht habt, dass ich handeln muss. Ihr seid wirklich eine tolle Community. Natürlich weiß ich, dass noch eine Menge Arbeit vor mir und ihr liegt. Heute bin ich aber optimistisch.
  6. Wahrscheinlich kriegst Du nüchtern dann eine komplette Psychoanalyse hin😄. Aber im Ernst: Vielen Dank für die hilfreichen Gedankenanstöße. Das war meine Grundstimmung beim Schreiben. Nachdenklich und analytisch. Der war vor einem Jahr im Normalbereich. Sexuell war es eingeschlafen, besonders seit die Kinder auf der Welt sind. Sie hatte große Geburtskomplikationen und es hat ewig gedauert bis alles wieder geheilt war. Als sie sich wieder körperlich erholt hatte war längst die Alkoholproblematik da und sie war wegen der gegenseitigen Zickereien nur noch genervt von mir. Ich denke ich gabe bei ihr damals jede Attraction verloren. Sie fühlte sich überfordert, nicht unterstützt (ich hab zwar viel getan und mich aufgeopfert, aber ich weiß heute, dass ich nicht das geran habe, wofür der Mann da ist: Fels in der Brandung sein, ihr Sicherheit zu geben. Tatsächlich habe ich mich der Hektik und dem Stress hingegeben und genervt und aufgeregt agiert. Bin immer für sie anwesend gewesen und wollte ihr alles Recht machen. Hab auch getan, was sie gesagt hat, aber nicht das, was ihr wirklich geholfen hätte.). Sie hat da fast schon einen Hass auf mich entwickelt und in dieser Phase war ich ihr so egal, dass sie sich einen scheinbar "echten Mann" genommen hat. Auch wenn sie dann sofort über ihr Handeln erschrocken war und es ihr wahnsinnig leid tat. Als sie mir dann in Tränen alles gestand und ich ihr sagte, dass ich dafür Verständnis habe, sie streichelte, küsste, da war dann plötzlich eine Leidenschaft, wie ich sie noch nie vorher gespürt hatte und auch sie war dann so vollkommen heiß und ging ab wie noch nie, also der beste Sex, den wir je hatten (aber auch da spielte Alkohol eine Rolle, was ich nicht wusste). Ich hatte sie in den letzten Jahren davor nie in erster Linie als Geliebte, sondern als Partnerin für ein gemeinsames Leben gesehen, wobei ich immer den Eindruck hatte, dass sie eigentlich nur wenig Spaß am Sex hat. Auch wenn sie das nicht so gesagt hat. Gekommen ist sie nur beim Oralsex, mit dem wir immer begonnen haben. Das ich initiieren sollte ist mir auch erst seit kurzem klar. Ich habe während unserer ganzen Beziehung völlig verkannt, dass ich als Mann eine andere Rolle habe als sie. Dachte immer ich wäre ein guter Mann, weil wir eine gleichberechtigte Ehe führten, ich sie viel nach ihrer Meinung fragte, wir alles gemeinsam entschieden, wir viel über Gefühle sprachen usw. Wir haben anfangs auch über Sex gesprochen, aber irgendwann dann nicht mehr viel. Vielleicht ist es auch bei uns beiden irgendwie ein schamhaftes Thema. Vielleicht hast Du recht. Emotionen waren schon viel da. Leidenschaft sicher zu wenig. Geliebt hat sie sicher schon immer gefühlt. Begehren habe ich wahrscheinlich zu wenig gezeigt. Sie würde sich wohl wirklich schwer tun, das anzusprechen. Vielleicht hat sie es auch selbst nicht realisiert. Ich hab versucht, schonungslos ehrlich zu sein. Und dazu gehört eben auch, dass ich sie nicht so anziehend fand wie manch andere Frau. Davor war es immer so, dass ich, wenn ich mal eine Freundin hatte, total aufgeregt war, weil ich nicht wusste, ob ich bei ihr landen könnte und immer total Schmetterlinge im Bauch hatte, bei jedem Kuss. Aber es hielt nie lange. Ich hatte deshalb kein Selbstvertrauen und fand mich unattraktiv. Ich bin immer schnell in der Friendzone gelandet. Bei ihr gab es irgendwie nie Zweifel, dass sie mit mir zusammen sein will und wie gesagt, war es aus ihrer Sicht sofort klar, dass das jetzt die große Liebe ist und sie hatte sofort die Erwartung, dass wir jetzt ein ganz festes Paar sind. Vielleicht habe ich unbewusst geglaubt, dass mit ihr was nicht stimmen kann, wenn sie mich sofort so toll findet. Ich weiß dass das schwach war, ich würde heute nicht mehr so handeln. Natürlich war es dann toll sexuelle Erfahrungen zu machen. Und auch wenn es nicht so rüber kam, hatten wir echt sehr schöne Zeiten. Ich glaube fast alle die uns kennen halten uns für ein sehr glückliches Paar. Ich hatte diese Neigung nicht von Anfang an. Es hat sich so entwickelt. Ich finde die Vorstellung erregend, dass sie sich sexuell voll auslebt. Cuckold ist es eigentlich nicht so richtig, weil es für mich nichts mit Erniedrigung zu tun hat und ich ja auch selbst mit ihr Sex will und auch durchaus an anderen Frauen interessiert bin. Sie hat übrigens auch eine Bi-Neigung. Hat sie aber nie ausgelebt. Eifersucht empfinde ich irgendwie nicht (mehr). Ich merke aber, dass bei mir im Moment viel im Fluss ist. Vielleicht ist es eine Phase? Nein noch nicht. Ich denke wir müssen mehr Abstand haben und uns dann wieder spannender finden. Durch ihre Schilderungen vom Seitensprung habe ich erfahren, dass sie es toll fand einfach mal genommen zu werden. Ich war immer eher sehr zärtlich und hätte nie gedacht, dass sie es auch etwas härter mag. Also ist da noch einiges zum ausprobieren.
  7. @Dina Danke für Deinen einfühlsamen und überzeugenden Beitrag. Eine Angehörigenberatung wäre für mich sicher sinnvoll. So lange werde ich aber nicht warten. Ich werde mit meiner Frau noch dieses Wochenende sprechen und ihr sagen, dass ich verlange, dass sie eine Therapie macht. Die letzten zwei Tage liefen ganz gut. Sie hat nichts getrunken, ich konnte mit aller Hektik im Alltag ruhig und gelassen umgehen. Hab im einfach getan, was ich für richtig halte ohne alles vorher mit ihr zu besprechen oder mich fpr jeden Schritt zu rechtfertigen und sie war liebevoll, partnerschaftlich und gut gelaunt. Wahrscheinlich hätte ich noch vor 2 Tagen gesagt: Wird schon alles wieder gut. Aber ihr habt mir die Augen dafür geöffnet, dass das bei Weitem nicht ausreicht und dass ich darauf bestehen muss, dass sie jetzt durch Therapie und überhaupt Arbeit an sich dafür kämpft das unsere Kinder eine glückliche und wir als Paar überhaupt eine Zukunft haben. Ich werde hier berichten, wie es lief.
  8. O.k. Danke @Xatrix und @Frau S.. Das leuchtet ein. Also werde ich auf jeden Fall auf einer Therapie bestehen.
  9. Danke für Eure offenen Worte. Ich wollte ihre Sucht in meinem Beitrag nicht verharmlosen oder beschönigen. Mir ist klar, dass was passieren muss und ich werde auch darauf bestehen. Ich scheue mich auch nicht in den Konflikt zu gehen und das zu tun, was für die Kinder getan werden muss. Ich bin entschlossen, alle Konsequenzen in Kauf zu nehmen, falls es so rüber gekommen ist, als suche ich Ausreden. Tatsächlich gibt es hier auch ambulante Therapiemöglichkeiten. Wenn ich Euch richtig verstehe, sollte es mir nicht reichen, dass sie nicht mehr trinkt, sondern auch dann auf eine Therapie bestehen. Also haltet ihr es für wenig aussichtsreich, dass der Ansatz, den ich mir für den Urlaub überlegt hab, klappen wird. Über Aussagen dazu würde ich mich freuen.
  10. Ich danke, Dir dass Du Deinen Senf dazugibst. Dein Posting hat mir sehr zu denken gegeben. Du hast recht, dass die Situation gerade für die Kinder sehr bedenklich ist. Sie sind auch sehr aufgeweckt und bekommen sehr viel mit. Aber es ist nicht, wie Du es Dir vielleicht vorstellst. Wer sie nicht kennt, würde nicht ahnen, dass sie alkoholisiert ist. Natürlich merken die Kinder, dass sie anders ist (mir fällt auf, dass sie gedehnter spricht und insgesamt dünnhäutiger ist) und das ist schlimm genug, gerade weil sie ohne das eine so viel bessere Mutter wäre. Dass sie eine Therapie derzeit nicht machen möchte ist auch nicht einfach eine Laune von ihr, sondern es sind mehrere Faktoren, die ich schon irgendwie nachvollziehbar finde: Sie hat in erster Linie die Hoffnung, dass sie es so schafft und angesichts ihrer Selbständigkeit wäre es schon ziemlich katastrophal, wenn sie längere Zeit ausfällt. Ich weiß, Du wirst es naiv finden, aber ich traue ihr wirklich zu, dass sie es schaffen kann. Sie beschäftigt sich viel mit der Thematik und sie ist wirklich sehr willensstark. Du sagst ihr, dass ich sie unterstütze, weil ich bleibe. Ich weiß, Du meinst es so, dass sie, wenn ich ginge (mit den Kindern, aber ich darf sie bei gemeinsamen Sorgerecht auch nicht einfach mitnehmen) oder es androhen würde, sie dann doch eine Therapie machen würde. Vielleicht muss ich das in letzter Konsequenz auch tun, aber ich halte diesen Schritt im Moment noch für zu drastisch und man kann auch nicht wirklich wissen, wie so etwas ausgehen würde. Ich habe ihr ja Vorgestern gesagt, dass sie eine Therapie machen muss, wenn sie es nicht schafft, nicht mehr zu trinken und sie hat das in dem Moment auch eingesehen. Wir hatten aber (im Alltag) keine Möglichkeit, ein wirklich intensives Gespräch zu führen. Wir haben jetzt bald im Urlaub viel Gelegenheit, miteinander zu sprechen (dass dann in der übersichtlichen Ferienwohnung kein Alkohol vorhanden sein wird - sie will ja nichts mehr trinken und ich brauche das auch nicht - ist natürlich hilfreich) und ich werde ihr dann auch deutlich sagen, dass ich mich wegen der Kinder von ihr trennen werde, wenn sie weiter trinkt oder - falls sie das nicht schafft - eine Therapie macht. Zugleich möchte ich durch mein eigenes Verhalten (einfach ein Ruhepol sein und ein starker [nicht unterwürfiger] Partner) dazu beitragen, dass sie Ruhe finden kann, aber auch spürt, dass ich es ernst meine. Ich weiß ganz genau, dass meine Schwäche in der für sie schwierigsten Situation, ganz erheblich dazu beigetragen hat, dass es überhaupt so gekommen ist, wie es jetzt ist. Ich muss meiner Rolle als Ehemann und Vater gerecht werden.
  11. Ich wollte auch hierauf noch antworten und Danke Dir für Deine Gedanken. Wir haben erst kürzlich geredet (wir haben dafür oft wegen Jobs und Kindern kaum Zeit) und sie sieht ein, dass sie sich ändern muss. In Bezug auf Alkohol und auch in Bezug auf das Verhalten mir gegenüber. Sie denkt viel über sich nach. Ich finde nur, ihr Focus liegt zu viel auf dem, was in ihrem Leben schiefgelaufen ist und zuwenig darauf, wie sie es in Zukunft haben möchte. Überhaupt ist es meist so gewesen, dass sie Entscheidungen in ihrem Leben eher von etwas weg als zu etwas hin getroffen hat. So war ich früher aber auch eher, aber in den letzten Monaten und vielleicht Jahren hab ich mir ein anderes Denken angewöhnt. Ich glaube, dass meine Verhaltensänderungen einen guten Rahmen für welche bei ihr schaffen können. Wir haben bald Urlaub und da wird sie mehr Zeit haben über sich nachzudenken. Ich will ihr zwar dabei helfen, aber ich will auch nicht alles zerreden. Es ist ja auch keine Kopf- sondern eine Gefühlssache was unsere Partnerschaft betrifft. Vielleicht schaffe ich es sie wieder neugierig auf mich zu machen. Und wenn nicht hilft es mir jedenfalls für meine eigene Entwicklung. Du hast Recht, dass jedenfalls bei Ihr auch Stolz und was die Leute sagen eine große Rolle spielt. Sie hat von ihren Eltern ein ziemlich engstirniges Weltbild übernommen und ich bin im Grunde in einer absoluten Heile-Welt-Atmosphäre aufgewachsen. Ich möchte, dass meine Kinder auch so aufwachsen können aber ich sehe auch ein, dass wir ganz anders sind als meine Eltern (und die haben auch natürlich auch ihre Defizite aber sie waren liebevolle Eltern). Hinzu kommt, dass wir in einem Umfeld leben und arbeiten (sie noch mehr als ich) wo tatsächlich nicht unwichtig ist, was die Leute von einem denken. Was das Haus betrifft hat es jetzt nur noch eine Wohnung. Wenn wir uns trennen müssten, würde sich aber schon eine Lösung finden. Das ist eine gute Anregung. Ich habe mich selbst da auch sehr verändert. In meiner Idealvorstellung würde ich mit Frau und Kindern zusammen als Familie in einem Haus wohnen. Wir hätten als Paar großes Vertrauen zueinander und würden uns als Team in Sachen Kindererziehung und gemeinsamen Erfolges sehen. Wir wären gegenseitig scharf aufeinander und verbringen gern Zeit miteinander aber würden uns auch große Freiräume geben. Wären offen für Dreier oder auch mal gelegentlich was nebenbei und könnten und würden uns ohne Eifersucht davon erzählen können. Wir würden uns wollen aber nicht brauchen. Jeder hat seinen Freundeskreis, würde auch mal ohne den Partner verreisen und es wäre kein Problem, spontan mal Gäste einzuladen, auch wenn man darauf gar nicht vorbereitet ist, sondern eben Pizza bestellt. Meine Traumpartnerin wäre hübsch, sexy, selbstbewusst, warmherzig, humorvoll, gelassen, spontan würde sich sowohl in "gehobenen Kreisen" als auch im eher einfach gestricktem Umfeld wohl fühlen und sicher bewegen können. Sie wäre unkonventionell aber nicht rebellisch, vorurteilsfrei, innerlich aufgeräumt, lebensbejahend und mit sich im Reinen. Es ist schön, so zu träumen. Wie weit ich meine Realität dem angleichen kann, wird sich zeigen. Auf jeden Fall werde ich bei mir selbst anfangen.
  12. Danke für die aufbauenden Worte. Zum Zeiten: Ja, manchmal denke ich so. Sowohl mit der Frage, ob ich sie wirklich will (aber wenn ich lange genüg darüber nachdenke, dann möchte ich es) und die Sache mit den Geliebten klingt natürlich auch irgendwie reizvoll. Weiterentwickeln will ich mich auf jeden Fall, hoffe dass sie es auch tut und man wird sehen, in welche Richtung das geht.
  13. Danke schön. Solche Bestätigung tut gut. Es tut mir sehr leid, was Du damals erlebt hast. Ich habe heute mit meiner Frau über die Wechselwirkung der Tabletten und dem Alkohol gesprochen. Es wird tatsächlich davor gewarnt, sie zu nehmen und Alkohol zu trinken. Die Tabletten sind nicht primär für die Behandlung von Alkoholsucht zugelassen, Studien haben jedoch ergeben, dass sie die Anzahl trockener Tage deutlich erhöhen und das Verlangen senken. Es ist also ein Off-Label-Use (im Ausland sind sie teils zugelassen), wobei bei der Behandlung von Alkoholikern Rückfälle nicht selten sind und es daher jedenfalls in anderen europäischen Ländern wohl als vertretbares Risiko angesehen werden kann. Sie hat wirklich den Willen vom Alkohol loszukommen. Sie war sehr reflektiert und hat mir gesagt, wie schlimm sie es findet, wenn sie sich teils nicht mehr an Dinge erinnert und nachts wach wird und darüber nachdenkt, was sie durch ihre Vernebelung verpasst hat und wie sie ihr Verhalten bedauert. Sie ist auch davon los, dass es eine Lösung sein könnte kontrolliert zu trinken, sondern sie will vollständig abstinent bleiben. Ich habe schon den Eindruck, dass sie es schaffen kann, aber ich habe zu ihr auch gesagt, dass sie eine Therapie machen muss, wenn es ihr nicht gelingen sollte trotz aller damit verbundenen Schwierigkeiten gerade für ihren Beruf. Sie hat nicht widersprochen. Sie denkt gerade sehr viel über sich nach. Sie hat auch die von Sam Stage vorgeschlagenen Videos gesehen. Und ich werde auch auf eine Paartherapie bestehen, wenn es wieder zu diesen destruktiven Verhaltensmustern kommt. Ich bin mir sicher, dass sie es tun wird, denn ich kenne sie und sie liebt mich. Hier sprichst Du mir aus der Seele. Es gibt Momente, da bin ich richtig angepisst und bereue, dass ich ihr nicht gleich am Anfang den Laufpass gegeben habe. Screenen, nexten, aus. Dann denke ich daran, wie viele tolle unkomplizierte und selbstbewusste Frauen auf der Welt rumlaufen, mit denen das Leben so viel einfacher wäre. Aber ich war eben damals wie ich war und daraus ist trotz aller Defizite etwas sehr intensives entstanden. Wenn ich in mich hereinfühle, dann spüre ich auch, dass ich sie liebe.
  14. Das sehe ich genauso. Im Moment wäre eine Trennung von der Mutter und das ganze Drumherum einer Trennung jedoch schlimmer. Sie zieht eher nicht die richtigen Schlüsse. Sam Stage macht da aber Hoffnung. Ich war ja lange sehr zufrieden mit der Situation. Ich denke, wenn es mir gelingt, wieder unabhängiger zu werden, einen Freundeskreis aufzubauen, wieder Hobbys nachzugehen, dann wäre es schon alles viel schöner. Und auch sie wird sich zwangsläufig ändern müssen. Sie will auch an sich arbeiten und ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass sie da doch auch noch ihren Widerstand gegen professionelle Hilfe aufgibt. Was Sexualität betrifft ist vielleicht auch noch Änderung drin. Aber das ist jetzt nicht die allerwichtigste Baustelle. Danke für Deine Antwort.
  15. Danke, dass Du Dir nochmal die Zeit genommen hast, auf mein Problem einzugehen. Ich hab das mit den Kindern natürlich immer im Blick. Zum "Glück" beschränkt es sich bei ihr auf Wein und geht wenn dann erst Mittags los. Heute ist wohl wieder ein guter Tag. Sie spielt gerade mit den Kleinen. Das sind sehr nützliche Hinweise. Es widerstrebt mir zwar, ihr so nachzuspionieren, aber hier geht es um die Kinder. Und was das Thema suizidale Aktion angeht, sehe ich tatsächlich die Gefahr, dass sie so reagieren könnte, so dass es gut ist, für den Fall zu wissen, wie zu reagieren ist.