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Hallo!

Ich möchte den Post wieder mit einem Moment beginnen, in dem es mir schlecht ging, und dann eine positive Wende machen. Die folgenden Zeilen waren an eine gute Freundin von mir gerichtet. Ich habe sie ihr am 22. Jänner 2014 (also vor 22 Monaten) in WhatsApp geschickt. Zu dem Zeitpunkt habe ich mir vorgenommen, gewisse Dinge in meinem Leben zu verändern. Aber ich war zu schwach, und der Moment, den ich hier teilen möchte, war eine sehr prägende Erinnerung für mich; denn er war ein Ausdruck von Verzweiflung. Ich kam gerade betrunken von einem Abend in einem Club nach Hause, und es war 3:09 als ich folgendes mit einer Freundin teilte: (Die Schreibfehler habe ich wegen der Authentizität belassen.)

3:09 War grad im u4. und bin nach Hause gekommen, und Weiß, dass der Mensch der ich bin ein besonderer Mensch ist, aber gleichzeitig ist dieser Mensch unfähig, auf Frauen zuzugehen... Und vielleicht klingt das trivial, aber ich fühle mich gerade im menschsein so ausgeschlossen,... Ich weiß dass das ich der Mensch, derich bin, nur auf diese Weise ist, auf die ich eben bin, aber gleichzeitig weine ich gerade wegen meines unerfüllten wunsches nach intimi.tät zu einem anderen Menschen.... Ich hab Grad den Kopf an meiner Zimmertür und ich freu Mich dass Mich jemand hört, denn die Leute in den Wohnungen auf dem Heimweg scheinen es nicht zu tun...
:-( :-( :-( :-( auf diese.Weise gebe ich dir zum ersten mal zu, dass ich trotz Freunde und familie ein einsamer Mensch bin, der nichf weiß,was er dagegen unternehmen soll, und spürt wie die. Welt an ihm vorbeiexistiert, und sein Leben nur eine randerscheinung ist, die auf ihr vorprogammiertes vergehen zusteuert.... *zensierter Satz*.......... Just kill me now.... (hab um 8:15 pflichtvorlesung, das.wird lustig....) der vorletzte Satz war eine tiefpersönliche Aussage, let's keep it private...
9:42 Hatte ein bisschen einen emotionalen breakdown, nachdem ich im u4 irgendwie ungesprächig war. Ich komme mir deshalb komisch vor, weil ich eigentlich keine Probleme haben sollte – schließlich bin ich ein attraktiver Mann. Und gerade weil kein Typ mit übergewicht und nackenhaaren bin, sondern überhaupt im Gegenteil, sollte ich auch nicht lamentieren. Aber irgendwie hab ich es geschafft, Mich in meinem lamentieren poetisch auszudrücken, und auch wenn ich dich schon bitten wollte es zu löschen: ich möchte, dass Du es liest

Ihre Antwort:

17:14 Ich verstehs, finde nicht, dass es trivial ist und denke, dass es dich nicht zu einem anderen oder weniger liebenswerten Menschen macht. Ich denke das kommt mit der Zeit, das mit Frauen sprechen können usw. Hab mich dahingehend auch sehr geändert... Die erste Person finden ist immer bisschen schwer, aber dann gehts immer und immer leichter
17:15 Und du musstest es mir nicht eingestehen, ich wusste es Ja immer... Nur dir...

Die Stimmung war nur vorübergehend in diesem Tief – wir haben am nächsten Tag schon wieder rumgescherzt – und ich habe auch ein paar nebensächliche Aussagen weggelassen. Ich erinnere mich aber immer noch daran, wie ich zuhause angekommen zu Boden sank und das Gesicht in meine Hände legte.

Wo hört jammerndes Selbstmitleid auf und wo fängt authentisches Leid an? An diesem Tag habe ich es nicht geschafft, jemanden anzusprechen, was mich nicht nur enttäuschte, sondern mich auch an meinen eigenen Fähigkeiten zweifeln ließ. Und ja, ich fühlte mich ausgeschlossen – denn zwischen mir und anderen Menschen schien sich eine unsichtbare Mauer zu materialisieren. Eine Grenze, die ich nicht überschreiten durfte, weil es auf Geheiß von oben verboten worden ist. Mein Erfahrungshorizont war beschränkt im Sinne eines Verbotes. So fühlte es sich zumindest an.

Meine gute Freundin hat mir zugehört – das heißt, es war zu dem Zeitpunkt jemand für mich da. Erst vor kurzem schrieb sie mir in rührenden Worten, wie leid es ihr tue, dass sie mir damals nicht mehr habe helfen können. Aber sie wäre für mich dagewesen, weil ich es in ihren Augen verdient hätte.

An diesem Tag bin ich tief gefallen – so tief, wie ich nie wieder fallen sollte. Ich konnte mich wieder aufrichten, versuchte, die negativen Gedanken aus meinem Kopf zu streichen und blickte nach vorne.

Vielleicht ist das der richtige Zeitpunkt für das Thema Stolz.

Ich glaube, dass mir mein eigener Stolz mehr im Weg stand, als er es hätte müssen. Ich wusste nicht, wie ich Hilfe hätte suchen können, oder wollte es im Grunde gar nicht. Ich habe öfter meinen Mitbewohner gefragt, ob wir doch etwas gemeinsam unternehmen könnten – bis heute gelang es uns nicht ein einziges Mal gemeinsam auszugehen. Also ging ich alleine.

Es war ungefähr zu diesem Zeitpunkt, dass ich mir eingestanden habe, dass ich womöglich Hilfe von Außenstehenden brauche. Im darauffolgenden März fand ein Treffen mit Vortrag statt. Das war das Event: (Reigenslair, Parole Horizont, 7. März)
http://www.pickupforum.de/topic/128815-lairvortrag-freitag-07-maerz/
Ich erinnere mich noch daran, wie extrem inkongruent ich war: Kleidungsstil daneben, Auftreten daneben, und meine Erwartungshaltung insgesamt zu hoch. Aber ich tat den Schritt aus meiner Sphäre nach draußen. Wir gingen im Anschluss gemeinsam auf eine Party, und ich erinnere mich noch daran, wie mich die Elite unter ihre Fittiche nahm und sie versuchten, mir eine „Scheiß-Egal“-Mentalität beizubringen. Es war zu dem Zeitpunkt, dass mir großzügig Hilfe angeboten wurde, aber von einem Moment auf den anderen lehnte ich einfach ab.

Ich war zu stolz. Ich wollte diese Hilfe nicht brauchen müssen.

Und ich weiß nicht, ob das ein Fehler war. Sind scheinbar schlechte Dinge wirklich Fehler, wenn sie im Anschluss positive Konsequenzen haben? Vielleicht hätte ich mir leichter getan, wenn ich mich von jemandem hätte leiten lassen. Vielleicht hätte ich mir Niederschläge erspart.

I made a judgement call.

Was war positiv daran? Dadurch, dass ich meinen eigenen Weg ging, konnte ich mir meine eigenen Glaubenssätze anzüchten. Pick Up Artists haben mitunter verquere Gedankengänge. Anstatt mich anleiten zu lassen, und mir Gedanken einimpfen, ging ich meinen eigenen Weg und machte einfach einen Schritt nach dem anderen. Mit der Zeit entwickelte ich eine für mich passende Mentalität und konnte sie auch nach außen tragen.

Bei der Abwägung von Vor- und Nachteilen glaube ich aber doch, dass ich zu voreilig gehandelt habe. War es in Wirklichkeit meine Angst, beim Scheitern beobachtet zu werden? Vermutlich hätte ich mir sehr viel an Zeit erspart, wenn ich nicht zu stolz gewesen wäre. Und möglicherweise auch viele Niederlagen. Ich scheiterte an den Grundlagen. Heute denke ich, dass es durchaus richtig gewesen wäre, Hilfe anzunehmen und das Fundament gemeinsam zu legen.

Es gibt Hilfe da draußen! Es gibt Menschen, die bereit sind, anderen unter die Arme zu greifen. Und ich möchte jeden ermutigen sich diese Hilfe auch zu nehmen. Fragt nach Wings, sucht nach Lairs – und lasst euch coachen, entgeltlich oder unentgeltlich! Denn die Alternative ist immer der härtere Weg. Ich wollte ihn ganz allein gehen, und habe es mir dadurch schwerer gemacht, als es womöglich hätte sein müssen.

bearbeitet von Mc Awesomeville
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Sehr offene Zeilen. Ich seh mich darin ein Stück weit gespiegelt.

Du scheinst dich innerlich extrem stark zu begrenzen. Immer wieder hast du Lichte Momente und erkennst, was für dich richtig wäre: Frauen ansprechen, Scheiss-egal-Einstellung. Doch dann ziehen dich deine negative Gedanken wieder runter und vernebeln deine klare Sichtweise auf die Dinge.

Ich kann nur wiederholen, was du selbst schon gesagt hast: Nimm die Angst vor dem Approach, vor dem Neuen wahr, saug sie ein und denke nicht nach. Denkst du über die Angst in Bildern nach, kannst du sie nicht loslassen. Horchst du in das Gefühl hinein, so kann sie gehen.

Würde mich über weitere Posts von dir freuen!

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Verlaat, die Angst vor dem Approach als Hauptproblem liegt zum Glück schon hinter mir ;)

Danke für deinen Post.

„Sei einfach du selbst!“

Das hat mir ein Freund vor Jahren geraten, als ich mit PU angefangen habe, und ich seinen speziellen Rat haben wollte. Er kannte mich besser als sonst jemand, und damals wusste ich auf jeden Fall zu wenig über die Bedeutung, die Frame haben kann.

„Just be yourself“ ist auch der Titel eines Blogartikels von Rollo Tomassi (Red Pill):

http://therationalmale.com/2012/01/13/just-be-yourself/

Darin schreibt Tomassi, wie der Satz ein Werkzeug von Frauen ist, um ihren hypergamen Lebensstil zu unterhalten: Wenn dieser Satz gelebt wird, dann fördere er angeblich „Echtheit“ in Männern, und die Frauen könnten besser selektieren. Viel interessanter ist aber, was Tomassi darüber schreibt, wie Menschen sich selbst zu den Identitäten machen können, die sie sein wollen.

Rollo Tomassi hat auf jeden Fall mit der Einschätzung meiner pre-PU AFC Mentalität Recht. Er beschreibt das typische Bild von fem-zentrierten AFC-Männern, die auch nur „sie selbst“ sind, im Würgegriff einer feminisierten Gesellschaft. Und vor ein paar Jahren entsprach ich genau diesem Bild.

PU hat mein Denken verändert, doch begrüße ich nicht alles davon. Mauern sind gefallen, Brücken hinter mir zusammengebrochen. Ich kann nicht mehr zurück, denn im Denken gibt es kein „Was wäre, wenn ich das nie gedacht hätte...“ Manche Gedanken fühlen sich für mich ein bisschen an wie Rohrbomben an einem Regenbogen.

Gleichzeitig aber wächst meine Handlungskompetenz, mein Verständnis von der Welt und von mir Selbst. Ich fand ein neues Verständnis für meine „Rolle“ in der Gesellschaft, und meine „Rolle“ als Mann in eben dieser Gesellschaft. Vielleicht ist es auch meine philosophische Veranlagung, die mich alles über das Maß reflektieren lässt; oder vielleicht liegt es einfach nur daran, dass ich eben bin, wie ich bin.

„Sei einfach du selbst!“

Der Ratschlag war gut gemeint: „Man selbst“ zu sein ist weniger anstrengend (man macht deshalb vielleicht weniger Fehler), und wirkt unter Umständen authentischer. Doch in einem solchen Mindset gibt es keine treibende Kraft. Und es fehlte mir hinten und vorne an Motivation. Denn wofür wollte ich schon "ich selbst" sein? Gibt es denn nicht immer genug Anreize anders zu sein?

Doch bevor ich darauf eingehe:

Wie war ich denn „ich selbst“? Wie beschreibt Rollo Tomassi AFCs?

Dafür möchte ich kurz aus seinem Beitrag „Beta Game“ zitieren:

http://therationalmale.com/2011/09/02/beta-game/

„Beta male game focuses primarily on identifying and assimilating themselves to be more like the women they hope to connect with, but it goes further than this. The methodology dictates that the Beta be perceived as being unique (or at least set apart) from the more “common” Alpha males whom his desired women naturally prefer. This is the beginning of the “not-like-other-guys” mental schema he hopes to evoke in his idealized woman.

[…]

This identification process is then further reinforced through the feminine social conventions he subscribes to. Feminine society (both beta men and women) rewards him for more closely assimilating its ideal – be more like an archetypal woman; sensitive, empathic, emotional, security-seeking, etc.. And not only this, but take de facto feminine offense when presented with anything to the contrary of a female-positive perspective. Lift women up, become less so they become more, and in reciprocation she’s more apt to breed with the Beta.“

Und das habe ich auch tatsächlich geglaubt. Ich habe geglaubt, ich müsse meine weibliche Seite in mir stark machen, anstatt zu lernen wie ein Mann zu leben. Das war Schulzeit. Das war ein Leben im Zirkel schädlicher, unreflektierter Doktrinen, die mir von außen vorgesagt wurden. Und ja, sie waren schädlich.

Ach, war ich naiv...

Dafür möchte ich auf meine Haare zu sprechen kommen. Sogar noch während des Studiums hatte ich lange Haare. Länger als Schulter. Im Prinzip spricht ja nichts dagegen. Irgendwann wollte ich aber etwas an mir ändern, mich selbst attraktiv finden können, und fasste einen Entschluss. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine Ahnung von PU, aber meine Haare sollten ab. Ich hatte mein Leben lang lange Haare, und konnte mich mir selbst nicht einmal ohne diese vorstellen.

Aber wisst ihr, was ich mir instinktiv gedacht habe?

Warum ich sie loswerden wollte?

Ich wollte als „Mann“ geachtet werden. Keinen Stempel wegen Freak/Nerd oder Rockmusiker (der ich nicht war).

Als ich lange Haare hatte, war das auch immer ein Symbol für mich. Es ist ja so leicht, sein Anderssein zur Tugend zu machen... Nonkomformist! Anarchist! Freigeist! Schaut her! Ich wehre mich gegen gesellschaftliche Konventionen! Alle erwarten dies und das von mir, aber ich mache es nicht!

Der Schritt zum Friseur war wichtig, denn er hat mir geholfen, zu mir selbst zurückzufinden.

Ich war so geprägt von weiblichen Vorstellungen und angeblichen Erwartungen... Gleichzeitig hatte ich eine konservative Erziehung, und ein fehlendes männliches Rollenbild, mit dem ich mich identifizieren hätte können. Ich wusste nicht, wie ein Mann eine Frau verführt – außer aus Filmen. Und heute weiß ich, dass man diesen nicht glauben darf. Spielerisch und unbekümmert schlitterte ich durch die Jahre, ohne viel zu hinterfragen, ohne selbst schlauer zu werden.

„Nein, sei nicht du selbst!“

Diesen Ratschlag hat mir selbiger Freund irgendwann später gegeben.

Ich bin froh, dass ich dem Wunsch gefolgt bin, meine Schwächen in Stärken zu verwandeln. Und hier sind wir wieder bei der Motivation.

Denn ich wollte gar nicht „ich selbst“ sein.

Sondern was wollte ich eigentlich?

Ich wollte der Mensch sein, der sich Dinge traut, die sich niemand sonst traut.

Ich wollte selbstbewusster sein.

Ich wollte eine Scheiß-Egal Einstellung haben.

Aber damit ist nicht Schluss.

Ich will eine Leichtigkeit im Umgang mit Frauen.

Übung wird mir das geben.

Ich will natürlich anziehend wirken.

Und auf viele Frauen tue ich das auch.

Ich will mich selbst als Prinz sehen.

Denn meine Welt ist nicht gemacht für Prinzessinnen.

bearbeitet von Mc Awesomeville
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Wow, schon ist ein weiteres Jahr seit dem letzten Post vergangen.

Der Zeitpunkt, zu dem ich meinen letzten Post geschrieben habe, war ein solcher, wo ich mit meinen größten Defiziten abgeschlossen habe. Denn von denen gab es viele. Mein Mindset musste in vielen Bereichen zurecht gerückt werden. Doch endlich, nach vielen Monaten von Frustration und Schmerz, hatte ich eine Grundlage, auf die ich aufbauen konnte; und es war der Moment, wo ich angefangen habe, in regelmäßigen Abständen mit einer Frau ins Bett zu gehen.

Die Leute sind hier sehr zurückhaltend mit Zahlen. Ich sage hier offen: Seit dem letzten Post (das war vor 13 Monaten) habe ich mit 20 Frauen geschlafen. Mir selbst kommt diese Zahl natürlich wenig vor, denn der Aufwand war dementsprechend größer. Alles in allem war es aber eine Zeit, in der ich größtenteils mit meinen eigenen Wünschen im Reinen war. Die Zeit der Frustration wich einer Zeit des Rumprobierens und wandelte sich in eine solche der Selbstfindung: Ich frage mich heute mehr denn je nach meinen Zielen im Leben und welche Rolle Frauen darin spielen sollen. Auch geht es mir mittlerweile weniger um Quantität als um Qualität, und ich spüre, wie hohe Ansprüche alles noch einmal um ein Level schwieriger machen.

Ich habe es mit der Zeit geschafft, im Alltag zu approachen und zu wissen, dass ich das kann, fühlt sich befreiend an. Ich habe es geschafft Approaches natürlich wirken zu lassen, und gerade diese Veränderung schätze ich am höchsten. Gleichzeitig habe ich gelernt, mehr zu meinen eigenen Wünschen zu stehen und auf mich selbst zu hören.

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Eine Sache, die sich sehr rasch getan hat, war folgendes:

Ich bekam eine Scheiß-Egal-Einstellung.

Diese übertrug sich in viele Lebensbereiche, so auch auf meine Uni-Aufgaben. Sie beeinflusste meine Ergebnisse nicht negativ, aber ich wurde zunehmend mehr darauf sensitiviert, dass Handlungen Konsequenzen haben – mir diese aber im Grunde gleichgültig sein können. Es gibt zwar Konsequenzen, es interessiert mich aber nicht, welche das sind. Sind sie erfreulich, dann freue ich mich. Sind sie nicht so gut, dann habe ich Werkzeuge, damit umzugehen. Ich fühlte mich vorbereitet auf alle Eventualitäten, und ging deshalb zunehmend gelassener durchs Leben.

Alles hatte natürlich damit zu tun, dass ich lernen musste, mit Rejection bei Approaches umzugehen. Diese Gleichgültigkeit habe ich dann in vielen anderen Bereichen ebenfalls ausgedrückt und zuletzt machte es mich sogar entspannter in meiner Körpersprache.

Eine Kehrseite der Medaille war, dass ich selten (vermutlich 2mal im letzten Jahr) einen Breakdown wegen Rejections hatte. Plötzlich häufen sich alle Ablehnungen, sei es beim Approach, sei es Flake nach NC, oder auch Goodbye nach dem ersten Date – alle kommen sie zusammen und der Boden unter mir bricht unter der Last ein. Es waren zwar nur kurze Momente, aber sie waren schmerzvoll.

Es gab mir das Gefühl, dass ich als Mann sehr viel härter sein muss als die Frau. Dass es meine Aufgabe als Mann ist stark zu sein und ich es vielleicht zu wenig bin. Ich suche eine Frau und die Frau selektiert. Das war eine grundlegende Spielregel für mich. Die Erfahrung von oben, dass plötzlich alles zuviel war, gab mir das Gefühl, „kälter“ sein zu müssen; meine Emotionen zurückzuhalten. Ich dachte: Solange ich mich nicht verletzlich zeige, kann ich nicht verletzt werden. Ich fürchte, dass das eine nicht ganz gesunde Regel ist, aber ich will mich nur solange daran halten, solange ich mich verletzlich fühle und weiß, dass ich mich selber schützen muss.

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Eine andere Sache, die sich getan hat, war folgende:

Ich lernte situativ und natürlich zu sein.

Mit situativ meine ich, dass ich mich zunehmend auf den Moment einlassen konnte, ohne im Voraus zu planen. Natürlichkeit beschreibt ein Sich-Wohlfühlen im Augenblick, und ein Handeln aus dem Affekt heraus. Ich wurde zunehmend kongruenter mit meinem Wesen, und sagte dementsprechend, was sich richtig anfühlte, und nicht, was mir irgendeine Theorie als richtig vorsagte.

Ich hörte mehr darauf, wer ich eigentlich selber bin, und wer ich sein will. Dann versuchte ich, mich so zu verhalten, wie der Mensch, als den ich mich eigentlich sehe. Ich schätze Ehrlichkeit und authentisches Auftreten, denn ich wollte mich noch nie verstellen und auch nie jemanden verkörpern, der ich eigentlich nicht bin. Ich habe deshalb noch nie einen Standard-Opener verwendet. Ich habe mir vielleicht vorher einen Opener überlegt, aber es waren in jeder Situation andere Worte, die meinen Mund verließen.

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Die Frage, die mich im Moment am meisten beschäftigt, ist: Wie helfen mir Frauen, ein glückliches Leben zu führen? Welche Rolle soll ich ihnen in meinem Leben zuschreiben?

Ich war zuletzt lange unglücklich in eine vergebene Frau verliebt, weiß also noch nicht, wie sich eine Liebe anfühlt, die erwidert wird. Nichtsdestotrotz interessiere ich mich für offene Beziehungsmodelle und im Moment auch vermehrt für BDSM.

Ich möchte versuchen, mich mehr in sozialen Kreisen aufzuhalten, wo alternative Lebensstile gelebt werden, und wo auch Sexualität einen anderen Stellenwert hat. Ich möchte damit mehr zu mir selber finden und eine weniger gehemmte Körperlichkeit leben. Denn viel zu oft bin ich gehemmt, wenn ich mich eigentlich durch Berührungen ausdrücken will.

Ich glaube, dass vor mir noch viele Möglichkeiten liegen, mehr zu mir selbst zu finden, und dass es noch viele Dinge gibt, die ich für mich entdecken muss.

bearbeitet von Mc Awesomeville
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Es sind wieder 8 Monate vergangen!

Überraschenderweise hat sich doch einiges getan.

Diese drei Themen haben sich in letzter Zeit mit meinem Inner Game beschäftigt und ich habe sie im Februar, im April und zuletzt jetzt im September verfasst.

 

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Trendwende – eine Änderung der Perspektive

Über den Stellenwert von Game und Sexualität

 

Weitere 8 Monate später.

Ich bin momentan an einem sehr kritischen Punkt angelangt. Der bisher beschriebene Kampf gegen Goliath dürfte der Geschichte angehören. Die verzweifelten Rufe von damals sind nurmehr ein verhalltes Echo und eine nostalgisch-leidhafte Erinnerung. Die Bemühungen von Früher waren große Anstrengungen, die ihre Konsequenz in einer Gleichgültigkeit fanden.

Und in Resignation.

Kommen wir aber zuerst zu einem anderen Punkt: Sex.

Im konventionellen Game (Tag oder Nacht) spürte ich im Ausdrücken von Sexualität immer das Verdikt des sozialen Verbotenen, des schamhaft Versteckten. Sex war für mich etwas, das hinter den sprichwörtlich verschlossenen Türen stattfindet. Ich musste mich da langsam rantasten, habe es aber nie hinbekommen, konsistent einen Vibe aufzubauen. Vermutlich ist das auch gar nicht notwendig, aber ich spürte da Barrieren und ich wollte sie erkunden.

Ich reagiere empfindlich auf neue Menschen und fremde Umgebungen: Das ist eine Wesenseigenschaft, die ich bislang nicht entschärfen konnte. Es führt dann auch dazu, dass ich mich gerne als schüchtern bezeichnen würde, auch wenn mein Handeln das nicht bestätigen kann – denn ich eskaliere konsequent.

Hier war ich also: Schüchterner Typ, der eigentlich gar nicht schüchtern ist. Fehlender Vibe, den ich womöglich gar nicht brauche. Sexuelle Barrieren, die zerstört werden müssen.

Und so kam es, dass ich irgendwann das erste Mal im Kitkat in Berlin landete. Vorher wusste ich nicht, was mich da erwartet, und der erste Abend begann in Verklemmung und endete in überwältigender Ekstase. Jeden Samstag findet dort Carneball Bizarre statt, ein Lifestyle Event, das sich dem Hedonismus verschrieben hat. Dressocde Lack, Leder und Fetisch. Extravagant. Kostüme. Man kann dort gemütlich bei einem Jazz-Trio sitzen, oder am Pool, oder sich auf der Tanzfläche in die Menge mischen. Ich mag daran besonders, dass es nicht den Flair eines Swingerclubs versprüht, sondern vielmehr eines freizügigen Lifestyles. Es dreht sich nicht alles um Sex – auch wenn Viele nur dafür dort sein mögen. Der Ort gibt die Möglichkeit, die Masken des Alltags abzulegen und beseitigt geheuchelte Höflichkeiten. Wer dort hingeht, braucht keine Scham zu haben und aus einem bestimmten Blickwinkel ist das Event eine einzige Orgie.

Ich erkannte an diesem Ort die Möglichkeit meine Sexualität zu erkunden. In gewisser Hinsicht ist es ein Club wie jeder anderer. Aber die „Spielregeln“ sind andere. Die Menschen haben keine Fassade. Ich erhoffte mir eine „offenere“ Sexualität und in gewisser Weise ist mir das gelungen: Die Atmosphäre hat für mich nichts Fremdes mehr. Sex neben drei anderen Pärchen beschämt mich nicht. Ich brauche nicht einmal mehr Alkohol, um mich zu betäuben – wie es anfangs der Fall war – und am liebsten bin ich nüchtern dort.

So kam es, dass ich wiederholt im Kitkat war (und auch zweimal im Insomnia), und es hat meine Einstellung ein wenig verändert.

Zum Beispiel: Wozu macht man eigentlich Game?

Die logische Antwort: Zum Verführen.

Aber mit welchem Ziel? Wozu will man eine Frau verführen? Und wieso will man das überhaupt?

Soll es darum gehen, eine beliebige Frau ins Bett zu bekommen? Hier hat meine Erfahrung im Kitkat meine Perspektive stark zurecht gerückt; denn dort war es (zumindest für mich) nicht schwer, an einem Abend mit einer oder mehreren Frauen Sex zu haben. Ich hatte dort erstmals das richtige Gefühl, dass es einfach ist, einfach mit einer Frau Sex zu haben.

Das führe dann dazu, dass es mir an gewissen Abenden komplett egal war, was passiert. Ich wusste einfach, dass etwas passieren wird – nur nicht was, oder mit wem. Das erlaubte mir, entspannt durch den Abend zu gehen; und wie zu erwarten – weil ich ja mit irgendjemandem reden muss – landete ich schließlich wieder an der Seite von Frauen. Ich habe dort keinen Druck; und ich fühle dort auch keine Konkurrenz.

Wenn es also nur darum geht, Sex mit einer Frau zu haben – ja dann tue ich das ganz einfach. Wozu viel sargen gehen oder Club Game machen? Brauche ich einfach in einen Swingerclub zu gehen und ich habe meinen Spaß.

Diese Sache desillusionierte mich sehr stark.

Die Intimität von Sex verlor ihren Zauber.

Und das bringt mich zum anderen Punkt: Resignation; und zurück zu Frage: Wozu eigentlich verführen?

Ich bin an einem Punkt angelangt, wo mir kurzlebige Intimitäten zunehmend leid werden und mir gelegentlich auch emotional wehtun. Ich habe mich dabei erwischt, wie ich unterbewusst emotionale Bindungen zu meinen Kurzkontakten suchte, bloß um nachher zu erfahren, dass sie verheiratet sind oder bloß auf Urlaub hier waren.

Im Grunde möchte ich, dass Bindungen mindestens 2 Anforderungen erfüllen: Sie sollen überdauern und sie sollen auf Freundschaft gründen. Was mich immer mehr in Richtung Screening drängt und mit dem Problem konfrontiert, jemanden zu finden, die zu mir passt.

Ich denke, ich bin nicht der erste – und werde auch nicht der letzte sein – der hierdurch ein Gefühl von Resignation bekommt; im Sinne von: wieso überhaupt versuchen?!

Da ich mehrere private Projekte – abseits von Frauen – am Laufen habe, die meine Aufmerksamkeit verlangen, drängt es derzeit nicht so stark. Aber ich hoffe irgendwann, dieses Gefühl von Resignation besiegen zu können und mehr Optimismus zu entwickeln. Derzeit lodert in mir noch ein Funken, der darauf wartet, zum richtigen Zeitpunkt entflammt zu werden.

Ich habe also eine neue Hürde für mich entdeckt, und ich bin gespannt darauf, wie ich sie überwinden werde.

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Gast El Rapero

Resignieren wirst du immer wieder. Das hört auch in deinem letzten Jahr auf diesem Globus nicht auf. 

Resignation ist praktisch einer der Grundgedanken, welche immer wieder auftauchen. Je nach Person ist alles dabei, jeden Tag oder 1 mal im Monat, aber ich versichere dir, dass kein Mensch drum rum kommt. Jeder kennt Es. 

 

Die Frage ist wie immer: Wie geht man damit um? 

Ich war schon immer ein großer Meister in Sachen Selbstmitleid und Resignation und bin zu dem Schluß gekommen, dass das Dinge sind, die man getrost streichen kann. Man kann nicht verhindern, dass diese Gefühle und Gedanken auftauchen, aber man tut gut daran, Sie sofort wieder zu verwerfen, wenn Sie auftauchen. Sie sind nichtmal die Sekunde wert, in der Sie auftauchen und stehlen dir nur deine Lebenszeit und vor allem deinen Drive, deine Motivation. 

Man kann Es nicht aus seinem Kopf streichen, aber man kann Es streichen, sobald Es in seinem Kopf ist. 

Know what i mean?

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Ich möchte hier ein kleines Update bringen, und schildern, wie mir Pick Up geholfen hat, mich vom schüchternen Jungen in einen Mann zu verwandeln, der weiß, was er will.

 

Resümee seit Beginn mit PU

Anfang 2014: Massive Selbstunsicherheit, Angst vor Frauen und sogar Tränen. Ich war 24, hatte noch nie eine Frau geküsst und fühlte mich abgelehnt. Ich sehnte mich nach Zuneigung, und war überzeugt, diese in sexuellen Kontakten suchen zu müssen. Ich klammerte meinen Selbstwert an die Bestätigung durch Frauen, und warf die Liebe weg, die man mir entgegenbrachte. Jeder One-Night-Stand, der folgen sollte, war wie ein Pflaster auf unheilbaren Wunden, die ich mit jedem Lebewohl wieder aufriss.

Ende 2015: Ich habe meine langen Haare abgeschnitten und angefangen, mich als „Mann“ zu identifizieren. Ich konnte Frauen ansprechen, traute mich zum Kuss und hatte Sex. Ich war motiviert und glaubte, auf dem richtigen Weg zu sein.

Anfang 2017: Es schien immer besser zu laufen. Ich bekam eine gewisse Ergebnisunabhängigkeit und wurde authentischer. Doch wusste ich nicht, was Liebe bedeutet, oder wie es sich anfühlt, geliebt zu werden. Ich war blind für die Liebe und mein Verlangen nach Unabhängigkeit war wie eine undurchdringliche Mauer. Alles in allem war ich jedoch sehr optimistisch.

Mitte 2018: Ich begann, mich von PU zu distanzieren, weil ich Angst davor hatte, was es mit mir macht. Gleichzeitig fing ich aber auch damit an, wesentlich freier mit meiner Sexualität umzugehen. Sex für sich war plötzlich etwas, das leicht zu haben ist und verlor seinen Zauber. Ich wusste nicht mehr, wozu Verführung dienen soll und fühlte Resignation. Ich war zwar im Großen und Ganzen sehr glücklich, aber doch ein wenig orientierungslos.

 

HEUTE
Anfang 2020
6 Jahre danach

Sex mit wahllosen Frauen wurde immer unwichtiger. Am Anfang musste ich mitzählen, mit wievielen Frauen ich geschlafen habe. Bei 50 konnte ich mich endlich überwinden, damit aufzuhören, sodass mir die Zahl mittlerweile gleichgültig ist. Mein Selbstwert ist nicht mehr davon abhängig, mit wievielen Frauen ich geschlafen habe.

One-Night-Stands interessieren mich kaum mehr. Sie verblassen doch allzu schnell und werden zu bloß flüchtigen Erinnerungen. Die Intimität ist so kostbar, und wirkt doch wie ein Einmal-Artikel, den man nachher wegwirft.

Seit ich Pick Up kennengelernt habe und angefangen habe, in Clubs zu gehen, waren das für mich Orte, wo man Frauen kennenlernt. Plötzlich habe ich aber elektronische Tanzmusik für mich entdeckt und gehe auch gerne auf die Tanzfläche. Auf einmal kann ich mich eine ganze Nacht auf die Musik konzentrieren, ohne mich für die Frauen zu interessieren.

Ich habe wunderschöne Erfahrungen mit MDMA gemacht. Ich konnte eine neue Verbindung zu meinen Gefühlen herstellen und die Schönheit in der Welt und in den Menschen sehen. Ich glaube, durch diese Erfahrungen konnte ich endgültig damit abschließen, nach Sex zu suchen, um mein Ego zu befriedigen.

Schließlich lernte ich eine Frau kennen, die mir zeigte, was es bedeutet, geliebt zu werden. Leider kann ich ihr nicht die Partnerschaft geben, die sie sich wünscht, weil eine wichtige Sache nicht passt; doch ist sie die erste Frau, der ich ein unbefristetes Wohnrecht in meinem Herzen gebe.

Das war eine lange Reise bis hierher. Ich habe zwar immer noch gelegentlich Lust auf One-Night-Stands, doch gerät seine Bedeutung deutlich in den Hintergrund. Ich fühle mich ein klein wenig wie Barney Stinson aus HIMYM, der nach einem glorreichen Single-Dasein der Liebe zum Opfer fällt. Ich habe tausende Frauen angesprochen, und wurde ebenso tausendfach abgewiesen, um dahin zu kommen, wo ich heute bin. Ich bin aber doch froh, dass ich eine aufregende Single-Zeit hatte. Ich bin nach einer sehr langen Zeit endlich an einem Punkt angelangt, wo ich mich auf jemanden einlassen kann, ohne das Gefühl zu haben, jemanden oder etwas zu verpassen. Und dieser Gedanke ist sehr beruhigend.

Erstmals bin ich in der Lage, eine Bindung aufblühen zu lassen, weil ich gelernt habe, zu lieben. Ich bin auch hier gespannt, wo mich diese Einstellung hinführt.

bearbeitet von Lodan
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vor 19 Stunden, Lodan schrieb:

Erstmals bin ich in der Lage, eine Bindung aufblühen zu lassen, weil ich gelernt habe, zu lieben. Ich bin auch hier gespannt, wo mich diese Einstellung hinführt.

Man geht immer davon aus, dass man nur eine Bindung gleichzeitig angehen kann, nur eine Frau lieben und nur von einer Frau geliebt zu werden.

Ist das so? (Nur so ein Gedanke am Rande)

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