Praktikum bei Startup - Ausbeutung?

39 Beiträge in diesem Thema

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Finds schon ein wenig absurd, dass man im dritten Semester BWL die Praktikumsstelle nach Gehalt auswählt. Es gibt Leute, die müssen nach 5 Jahren Studium und mindestens 8 Monaten Praxiserfahrung ein Jahr Vollzeit arbeiten und verdienen dabei im besten Fall 400 pro Monat.

Not sure if srs.. Ich hab mich doch schon gerechtfertigt deswegen. Mal davon abgesehen, dass es rechtlich nicht möglich sein wird, find ich 700 doch vollkommen ok.

Wenn man sich gehaltstechnisch nicht mit IB-Praktikanten vergleichen soll, warum dann mit Armen?

Dass ich mein Praktikum danach aussuche, ob ich 8 Stunden oder 40% mehr arbeite, ist hoffe ich ok.

Was wären denn deine Aufgaben? Hast du da wen, der dir hilft und dir was beibringt?

Im ernst, E-Commerce Startup. Wenn ich das schon höre... Und BWL. Da denke ich immer an Facebook "Marketingstrategie".

Ich habe mir damals selber "Startups" angeschaut. Im ernst. Startup ist heute alles. Wirklich alles. Gibt keinen "Gründer", der kein Startup hat.

Das klingt immer nach 1-2 man mit "guter" Idee, die jetzt einen Praktikanten suchen, der alles für sie macht. Wären sie versuchen Geld von Business Angeln einzusammeln.

Musste mal eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben, damit ich erfahren darf worum es geht und was sie so planen. Nix. Zumindest nix, was andere nachmachen wollen. Kurz gesagt Visionen und Ziele sind super. Aber meist ist es nicht mehr als heiße Luft und nicht wenige wollen, dass du deren Ziele und Visionen umsetzt, während sie Geld suchen.

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Hab knappe 2 Jahre als Werkstudent im Start-Up gearbeitet. Noch vor dem ersten Kunden.
Das hat sich auf jeden Fall gelohnt, da ich über die Zeit alle Bereiche mal gesehen hab und mit steuern konnte, was ich machen will. Viel - wenn auch keinen relevanten - Kontakt zu internationalen Kollegen.
Waren 11 € / Std. bei 20 Stunden die Woche. Wird nur mit 10 % besteuert und gab auch 13. und 14. Gehalt für alle, weil die amerikanische Mutter die gute Performance belohnt hat.

Das hat sich bis jetzt auch bei jedem Personaler gut gemacht.

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Gast Decadence

Ich bin mir eben nicht sicher, ob es Ausbeutung ist, weil ich das Praktikum eigentlich schon unbedingt machen will. Wollte dazu einfach ein paar Meinungen hören. Ich finde (wie der Gesetzgeber), dass 700 in den ersten Monaten vollkommen ok ist, nach der Einarbeitung sollte es aber definitiv der Mindestlohn sein.

Problematischer finde ich die Arbeitszeiten. Ich mache dann 5 Monate lang an 5 Tagen die Woche nichts anderes als arbeiten, bahnfahren und essen. Zum Essen hätte ich morgens und abends je ne halbe Stunde Zeit. :D

Willkommen im Leben

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Finds schon ein wenig absurd, dass man im dritten Semester BWL die Praktikumsstelle nach Gehalt auswählt. Es gibt Leute, die müssen nach 5 Jahren Studium und mindestens 8 Monaten Praxiserfahrung ein Jahr Vollzeit arbeiten und verdienen dabei im besten Fall 400 pro Monat.

Not sure if srs.. Ich hab mich doch schon gerechtfertigt deswegen. Mal davon abgesehen, dass es rechtlich nicht möglich sein wird, find ich 700 doch vollkommen ok.

Wenn man sich gehaltstechnisch nicht mit IB-Praktikanten vergleichen soll, warum dann mit Armen?

Dass ich mein Praktikum danach aussuche, ob ich 8 Stunden oder 40% mehr arbeite, ist hoffe ich ok.

Ich fasse es dir gerne zusammen:

Wenn es dir zu viel ist, dann mach es nicht. Was einer von uns hier gut oder schlecht findet, ist dabei ja irrelevant.

Ich kann dir nur sagen, dass man nicht so steif auf "Arbeitszeit" schauen sollte.

Ich hatte eine ausgemacht Arbeitszeit von 10-18 Uhr (+1h Pause) und aus diesen 35h wurden dann freiwillige ~65-70h.

Jeden Tag einfach aufgestanden, ins Büro gefahren und meistens 11 Stunden später nachhause.

Dazwischen Pausen, wann mir danach war. Danach dann mit den Kollegen Essen gehen oder Feiern.

Wenn ich mal etwas erledigen wollte, war ich eben mal paar Stunden weg, Schwimmbad, Frauen treffen etc.

Ich fand die Arbeit eben geil, hab von Anfang eigene Projekte gemacht und mich auch mit wichtigen Leuten getroffen.

Was gibt es Geileres, als an etwas Geilem zu arbeiten, selbst verantwortlich zu sein und zu sehen, dass die eigene Arbeit wichtig ist.

Da ist Arbeit dann eben nicht mehr dieses negative Übel, das zum Glück endlich vorbei ist, sondern eine Erfüllung.

Natürlich ist das nur eine Möglichkeit und mein Unternehmen war sehr toll.

Aber das siehst du schnell.

  • TOP 5

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Not sure if srs.. Ich hab mich doch schon gerechtfertigt deswegen. Mal davon abgesehen, dass es rechtlich nicht möglich sein wird, find ich 700 doch vollkommen ok.

Wenn man sich gehaltstechnisch nicht mit IB-Praktikanten vergleichen soll, warum dann mit Armen?

Ich meinte, dass man sich gehaltstechnisch am besten gar nicht vergleicht, weil ein Praktikum mMn nicht zum Geld verdienen da ist. Ich persönlich wäre froh, wenn ich bei 0 rauskäme. Was ich nicht verstehe ist, was die dich 10h/d machen lassen wollen.

bearbeitet von Maandag

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Diese viel zu niedrigen Löhne kommen doch nur zu Stande, weil es zu viele "reiche" Studenten gibt, die sich mit Bafög und der Unterstützung der Eltern finanzieren. Ansonsten reicht ein solches Gehalt niemals zum Leben aus. Praktikanten werden immer noch regelmäßig ausgebeutet.

Solche Stellen sind allerdings perfekt für Workaholics. Viel Arbeit und wenig Geld. Man kann sich über die Arbeit profilieren und gleichzeitig auch noch motzen wie schwer man es hat. Kenne einige solche Experten, die es lieben ausgebeutet zu werden.

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Diese viel zu niedrigen Löhne kommen doch nur zu Stande, weil es zu viele "reiche" Studenten gibt, die sich mit Bafög und der Unterstützung der Eltern finanzieren. Ansonsten reicht ein solches Gehalt niemals zum Leben aus. Praktikanten werden immer noch regelmäßig ausgebeutet.

Solche Stellen sind allerdings perfekt für Workaholics. Viel Arbeit und wenig Geld. Man kann sich über die Arbeit profilieren und gleichzeitig auch noch motzen wie schwer man es hat. Kenne einige solche Experten, die es lieben ausgebeutet zu werden.

Oder weil da einfach jemand erst im 3. BWL Semester ist und somit gerade mal die Grundlagen seinem Faches gelernt hat.

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Solche Stellen sind allerdings perfekt für Workaholics. Viel Arbeit und wenig Geld. Man kann sich über die Arbeit profilieren und gleichzeitig auch noch motzen wie schwer man es hat. Kenne einige solche Experten, die es lieben ausgebeutet zu werden.

Abgesehen davon ist Geld eben nicht die einzige "Bezahlung", die man erhält.

Das deutsche Wort "Arbeit" ist auch leider sehr negativ behaftet.

  • TOP 1

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Viele Wege führen nach Rom.

Ich persönlich würde mir sowas gar nicht erst gönnen, aber um mich geht es hier gar nicht. Entgegen aller einheitlichen Meinungen hier grenzt es schon meiner Meinung nach schon nach Ausbeutung. Ob du das Praktikum machst, musst du selbst entscheiden TE.

Bin da ganz bei Lafar.
Du hast nur einen begrenztes Volumen an Lebenszeit zur Verfügung, möchtest du diese für lumpige 700€ im Monat verramschen?

Tik... tak..

Herzlich Willkommen im sog. "Arbeitsleben".

Ansonsten: Herzlichen Glückwunsch zur Ankunft im Arbeitsleben des Normalbürgers. 50h/Woche buckeln und gehaltstechnisch zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig.


Das "reguläre Arbeitsleben" ist die größte Lebenszeitverschwendung die es gibt. Und kommt mir nicht mit "Wenn der Beruf Spaß macht blablablabla". Türlich. Wenn ihr zufrieden seid mit eurem Angestelltenverhältnis, gönnt euch! Aber seid nicht sone Arschgeigen und wertet es ab mit Phrasen die in Richtung gehen "Damals in der Soviet Union hob ich bei Minus 50 Grad Schützengraben aus mit meinen bloßen Händen für ein halbes Leib Brot!!!!!11".

Jemand sagte mal einen sehr guten Satz, der sich so in mein Hirn einbrannte..: Wenn du nichts riskierst, wirst du für Menschen arbeiten die es tun.

Und im Grunde geht es doch nur um Geld verknüpft mit Lebenserfüllung.

Nur ein paar Gedankenanstöße..

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Haha

Ich habe übrigens schweren Herzens abgelehnt... Aber nicht wegen den Arbeitszeiten an sich und erst recht nicht wegen dem Gehalt, sondern weil es sich mit meinen sonstigen, derzeitigen Zielen nicht vertragen hätte. Ich glaube auch mittlerweile nicht mehr, dass es Ausbeutung gewesen wäre. War ja kein "Customer Happiness Manager"-aka-Telefonheini-Praktikum.

  • TOP 1

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Gast Decadence

Viele Wege führen nach Rom.

Ich persönlich würde mir sowas gar nicht erst gönnen, aber um mich geht es hier gar nicht. Entgegen aller einheitlichen Meinungen hier grenzt es schon meiner Meinung nach schon nach Ausbeutung. Ob du das Praktikum machst, musst du selbst entscheiden TE.

Bin da ganz bei Lafar.

Du hast nur einen begrenztes Volumen an Lebenszeit zur Verfügung, möchtest du diese für lumpige 700 im Monat verramschen?

Tik... tak..

Herzlich Willkommen im sog. "Arbeitsleben".

Ansonsten: Herzlichen Glückwunsch zur Ankunft im Arbeitsleben des Normalbürgers. 50h/Woche buckeln und gehaltstechnisch zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig.

Das "reguläre Arbeitsleben" ist die größte Lebenszeitverschwendung die es gibt. Und kommt mir nicht mit "Wenn der Beruf Spaß macht blablablabla". Türlich. Wenn ihr zufrieden seid mit eurem Angestelltenverhältnis, gönnt euch! Aber seid nicht sone Arschgeigen und wertet es ab mit Phrasen die in Richtung gehen "Damals in der Soviet Union hob ich bei Minus 50 Grad Schützengraben aus mit meinen bloßen Händen für ein halbes Leib Brot!!!!!11".

Jemand sagte mal einen sehr guten Satz, der sich so in mein Hirn einbrannte..: Wenn du nichts riskierst, wirst du für Menschen arbeiten die es tun.

Und im Grunde geht es doch nur um Geld verknüpft mit Lebenserfüllung.

Nur ein paar Gedankenanstöße..

Selbstständigkeit ist leider nicht für jeden was. Wo würde das hinführen, wenn jeder nur noch sein "Business" hochzieht. Für den einen ist das Selbstverwirklichung, für den anderen viel zu hoher Druck auf Dauer.

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1.) Bezüglich Startup vs Konzern:

Habe selbst beides von der Pike auf miterlebt: Ausbildung bei einem deutschen Top3-Konzern und neben der Ausbildung nebenberuflich ein Startup mitaufgebaut. Anfangsgehalt als "Verantwortlicher Marketing&Sales"? 300€ Brutto. Plus Azubigehalt war ich bei rund 1.000 netto für Rund 50-60 Arbeitsstunden(Ausbildung + Startup). Hier ging es dann wirklich nicht ums Geld, sondern um den Lerneffekt. Nach der Ausbildung (2,5Jahre) habe ich gelernt, wo die Vorteile eines Konzerns liegen:

+ überdurchschnittliches Gehalt

+ sicherer Arbeitsplatz (relativ gesehen)

+ geregelte Arbeitszeiten, bezahlte Überstunden

+ eintöniger Arbeitstag, da fast alles "von oben" delegiert wird

Nun, nach der Ausbildung hatte ich die Wahl: Stelle im Konzern für 3.200 Brutto + Dienstwagen oder aber meine Position im Startup Vollzeit bekleiden: Inzwischen 25 Mitarbeiter, 2-stelliger Millionenumsatz/Jahr und Gehalt von inzwischen 6.000 brutto mit Führungsverantwortung über 12 Mitarbeiter. Wenn sich ein Startup optimal entwickelt und man "früh" dabei ist, ist es meiner Meinung nach immer die bessere Wahl. Es kann natürlich auch anders laufen und das Ding ist nach 2 Jahren gegen die Wand gefahren.

Hängt von deiner Risikobereitschaft ab. "Reich" wirst du, meiner Meinung nach, bei nem Startup schneller als bei nem Konzern (wo du mtl immer was beiseite legst und so zu Reichtum kommst).

700€ Einstiegsgehalt bei entsprechendes Aufstiegsmöglichkeiten sind für ein Startup okay. Wenn du merkst, es ist Ausbeutung, dann kündige doch einfach wieder. In der Regel gestaltet sich der Arbeitsalltag in nem Startup eher so:

Arbeitsbeginn

Frühstück am Arbeitsplatz

Arbeit, dabei die Möglichkeit Musik zu hören (im Konzern eher schwer)

Ausgeprägtes Mittag (meckert auch keiner, wenns mal 20min länger dauert)

Arbeit und wenn Arbeit erledigt auch mal direkt Feierabend (gerade an "Strandtagen" einfach genial)

Also von auf dem Papier 10h/Tag sind vllt 7h effektiv "Arbeit".

Schaus dir einfach mal an!

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Solche Stellen sind allerdings perfekt für Workaholics. Viel Arbeit und wenig Geld. Man kann sich über die Arbeit profilieren und gleichzeitig auch noch motzen wie schwer man es hat. Kenne einige solche Experten, die es lieben ausgebeutet zu werden.

Abgesehen davon ist Geld eben nicht die einzige "Bezahlung", die man erhält.

Das deutsche Wort "Arbeit" ist auch leider sehr negativ behaftet.

Ich glaube ihr habt nicht ganz verstanden was ich meine. Jemand, der genügend Geld aus anderen Quellen hat, kann sich eine solche Bezahlung erlauben oder eben auch ein Ehrenamt. Daraus kann er dann Erfahrungen ziehen. Erfahrungen kann man auch aus gut bezahlten Praktikas oder Jobs ziehen.

Es sind einfach zwei verschiedene Welten, wenn jemand mit sehr guter finanzieller Absicherung und jemand ohne diese über dieses Thema spricht.

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Haha

Ich habe übrigens schweren Herzens abgelehnt... Aber nicht wegen den Arbeitszeiten an sich und erst recht nicht wegen dem Gehalt, sondern weil es sich mit meinen sonstigen, derzeitigen Zielen nicht vertragen hätte. Ich glaube auch mittlerweile nicht mehr, dass es Ausbeutung gewesen wäre. War ja kein "Customer Happiness Manager"-aka-Telefonheini-Praktikum.

Hä? Warum denn dann? Was sind deine sonstigen, derzeitigen Ziele?

Ich glaube hier wurde es schon oft genug gesagt, ich möchte es trotzdem nochmals sagen: ein Praktikum macht man nicht zum Geld verdienen. Die Bezahlung ist absolut zweit-, nein eher fünftrangig.

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