Ursachen der needyness und der Umgang damit

14 Beiträge in diesem Thema

Empfohlene Beiträge

Ich habe mich etwas umgesehen und nichts gefunden was mir dabei hilft meine inneren Ängste zu überwinden.

zu erkennen, dass man needy ist, ist schön und gut aber was bringt es einem wenn man die Ursache davon nicht rausfinden kann.

außerdem frage ich mich. Du hast nun deine Angst (Ursache) gefunden, aber was tust du nun. 

Sollte derjenige der needy ist, nicht einfach akzeptieren wie er ist? Das was geschehen ist in seinem Leben ist nicht beeinflusst worden durch sein eigenes handeln. Es ist geschehen und die Situation damals lässt sich nicht mehr ändern. Die Angst nicht geliebt zu werden wurde angenommen. Sein Verhalten ändert sich jedoch nicht. Das Leben geschieht einfach. Man ist einfach ein Teil davon. Die Angst ist Teil davon, Pech gehabt.

vielleicht ist die Sichtweise jedoch zu passiv und nicht Alpha  genug bzw. Selbstbestimmend. Aber ist das schlimm? Vllt stört einen das Sympton (needyness) nicht genug um ausreichend Motivation zu besitzen dieses Problem anzugehen. Fehlende Selbstliebe könnte das Stichwort dabei sein oder vielleicht auch Angst zu versagen (weitere Symptome) Das muss jeder für sich wissen denke ich.

Man sieht, es ist leicht festzustellen was Tatsache ist jedoch die Ursache zu finden fällt einem möglicherweise schwerer. Interessant ist, dass sogar die Symptome im Wechselspiel miteinander sind. 

 

Angst ist etwas faszinierendes. Sie kann so stark sein und so zerstörerisch. Der richtige Umgang damit ist denke ich der Schlüssel. Wie genau ist mir jedoch noch nicht klar.

 

bearbeitet von Omid

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Die Psychotheapie hat im groben 2 Ansätze:

Entweder geht man den Sache auf den Grund und man erforscht die Ursachen (psychodynamische Verfahren) oder man arbeitet an den konkreten Symptomen (Verhaltenstheraupeutische Ansätze).

Der Gedanke beim Erforschen der Ursachen ist, dass sich viele Probleme selbst lösen, wenn man die Ursachen versteht. Außerdem kann man selbst aktiv besser damit umgehen. Also so der Gedanke "Ich bekomme jetzt Angst, weil Oma Erna früher immer so aufdringlich war. Das hat mit der aktuellen Situation absolut nichts zu tun und ist irrational." Das hilft tatsächlich vielen Vergangenheit & aktuelle Situation zu trennen. Außerdem ist es zum Teil möglich diese alten Situationen zu klären. Beispielsweise die Aussprache mit Oma Erna zu suchen und damit dann abschließen zu können.

Die Verhaltenstherapie beschäftigt sich mit der Angst im hier und jetzt. Es geht durchaus auch darum sie zu verstehen, aber der Fokus liegt darauf sie jetzt aufzulösen. Wir trainieren uns unser Verhalten ganz massiv an. Jemand der seit Jahrzehnten kreischend vor ner Spinne wegläuft, der denkt gar nicht mehr darüber nach, ob er anders handeln könnte. Da gehts dann um konkrontation mit der Situation. Aushalten, erleben und immer wieder üben. Manchmal werden auch alternative Verhaltensweisen eingeführt. Und Stück für Stük begreift man, dass gar nichts dramatisch schlimmes passiert, wenn man die Situation immer wieder erlebt. Und damit bekommt man ebenfalls die alten Angst-Muster aufgebrochen. Das ist praktisch das System, das die Bootcamps hier im Forum auch nutzen.

Bei Angstzuständen werden durchaus auch Medikamente im Zuge der Therapie eingesetzt.

vor 11 Stunden schrieb Omid:

Sollte derjenige der needy ist, nicht einfach akzeptieren wie er ist? Das was geschehen ist in seinem Leben ist nicht beeinflusst worden durch sein eigenes handeln. Es ist geschehen und die Situation damals lässt sich nicht mehr ändern. Die Angst nicht geliebt zu werden wurde angenommen. Sein Verhalten ändert sich jedoch nicht. Das Leben geschieht einfach. Man ist einfach ein Teil davon. Die Angst ist Teil davon, Pech gehabt.

Das ist nicht Akzeptanz. Das ist feiges Drücken vor Problemen und in der Komfortzone bleiben. Das ist Leugnen. Das ist Selbstsabotage.

Es ist praktisch dir Frage, ob ein Kranker eine Krankheit zum Anlass nimmt zu sagen: "Super  ich bin krank, ich kann / muss jetzt gar nichts mehr."
Oder ob der Kranke sagt: "Blöd dass ich krank bin, aber ich tue das was ich kann so gut wies halt geht und mache das Beste draus."

Also nein: Mann muss nicht akzeptieren das ganze Leben unglücklich zu sein und immer Angst zu haben.

vor 11 Stunden schrieb Omid:

Wie genau ist mir jedoch noch nicht klar.

Die Ausprägung, die du hier gerade zeigst? Such dir nen Psychotherapeuten. Das klingt als bräuchtest du da Unterstützunng und jemanden, der dich an die Hand nimmt.

Schau dir mal deinen Text an. Wenn es dich nicht beschäftigen würde und du mit der Situation glücklich wärest, dann hättest du ihn nicht geschrieben. Du suchst hier Menschen, die dir sagen, dass es okay ist in der Comfortzone zu bleiben, das zu verdrängen. Denn tief in deinem Inneren sagt eine Stimme "So kann das nicht bleiben" und die möchtest du gerne überstimmen. Mit Texten aus dem Internet, mit Texten von klugen Köpfen hier, "die es ja wissen müssen".

Von mir bekommst du das aber nicht. Nimm diese Stimme ernst. Sprich mit einer Beratungsstelle, sprich mit deinem Hausarzt, kümmere dich um psychotherapeutische Hilfe. Im Grunde deines Herzens weißt du, dass das der richtige Weg wäre. Auch wenn er unbequem wird. Aber es begleitet dich ja jemand.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

@HerzdameDanke für deine Meinung! Habe schon oft Kommetare oder Beiträge von dir hier lesen dürfen und mich gefragt was das wohl für ein Mensch dahinter ist. 

früher habe ich im Pädagogik Unterricht auch diese Ansätze der Psychotherapie kennengelernt. Unser damaliges Fazit: Das arbeiten an Ursachen benötigt mehr Zeit aber ist langfristig gesehen effektiver. Das arbeiten am Verhalten ist schneller aber auch oberflächlicher.

Ich verstehe deine Aussagen, aber kann sie nicht alle genau nachvollziehen. 

Wieso ist für dich needyness = krankheit? Ist es so schlimm wenn man von jemandem abhängig ist? Sind wir nicht alle von irgendetwas abhängig?  Was ist der Unterschied zwischen Zuneigung und needyness? Woran erkennt man den feinen Unterschied?

es gibt vielleicht Menschen die ihre needyness erkennen. Den übermäßig starken Drang nach Nähe erkennen. Das nehmen sie war, geben sich selbst dafür mehr Nähe (Selbstliebe) aber die needyness verschwindet trotzdem nicht. Ist sowas möglich? Oder heißt dass dann nur, dass man sich immer noch nicht genug liebt? 

Von einer eher biologisch evolutionären Perspektive betrachtet: Ich meine es gibt Menschen, die needy sind und andere die es nicht sind, Der Grund ist jetzt erstmal irrelevant. Das bedeutet doch aber auch Vielfalt und ist Vielfalt in der Hinsicht dann was schlimmes? Wieso müssen alle nicht needy sein? 

comfortzone heißt doch, dass es dort wo man gerade ist komfortabel ist. Wieso sollte dann der Grund diese nicht zu verlassen gleich Feigheit heißen? Vielleicht ist jemand einfach zu bequem. Es gibt zum Beispiel Menschen die immer an den gleichen Urlaubsort fahren und andere die immer wo anders hin müssen. 

was lässt dich dazu schlussfolgern, dass ich professionelle Hilfe bräuchte? Wieso denkst du dass ich will dass mir Menschen sagen, dass es ok ist in der comfortzone zu bleiben. Vielleicht ist es das ja nicht. Einfach nur zu sagen dass ist schlecht oder das ist gut bringt mir nichts. Ich will gerne wissen wieso man denkt, dass dies schlecht oder gut sei. 

Was ich will: die eine Seite und auch (in comfortzone zu bleiben) die andere Seite zu (die comfortzone verlassen) beleuchten. Was sind hierbei die pro und contra Punkte. Ich hinterfrage das Leben, um was zu lernen. Ich frage mich wieso ich so bin wie ich bin und ob das so wie es ist gut oder schlecht ist. 

Ich mache mir außerdem darüber Gedanken, dass die Leute die Pickup betreiben, diese needyness bekämpfen möglicherweise nur durch irgendeine Angst getrieben sein könnten. Möglicherweise die Angst davor in der comfortzone zu bleiben oder in der Abhängigkeit von jemandem anderen zu sein. Ist diese Angst/Antrieb dann gut oder schlecht? Ist man außerhalb der comfortzone bzw. in völliger Unabhängigkeit glücklicher? Gibt Abhängigkeit nicht auch Sicherheit? 

Wieso ist die comfortzone so schlecht? Viele befinden sich doch dort drin. Menschen wollen doch nichts schlechtes?!

Vielleicht hast du auch recht. Vielleicht sind die Leute einfach nur feige.

Andererseits frage ich mich, was es heißt, die comfortzone zu verlassen ? Frauen ansprechen, mit Menschen reden? Ist das alles? Wie verlässt man die comfortzone? Wie wird man zu jemanden der Sicherheit vermittelt und bei dem sich dadurch die Menschen gerne indessen Abhängigkeit begeben?

tut mir leid wenn meine Texte etwas durcheinander wirken. Brauche noch etwas Übung darin ^^

bearbeitet von Omid

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 32 Minuten schrieb Omid:

Unser damaliges Fazit: Das arbeiten an Ursachen benötigt mehr Zeit aber ist langfristig gesehen effektiver. Das arbeiten am Verhalten ist schneller aber auch oberflächlicher.

Das mag für ne oberflächliche Betrachtung so sein. In der Praxis hats damit wenig zu tun.
Es gibt einfach Problemstellungen, für die sich das eine oder das andere besser eignet. Und es gibt auch Persönlichkeiten für die sich das eine oder das andere besser eignet.

Ist es jeweils die passende Therapieform sind beide ähnlich nachhaltig. Die kognitive Verhaltenstherapie beleuchtet zum Beispiel auch die Ursachen.

vor 35 Minuten schrieb Omid:

Wieso ist für dich needyness = krankheit?

Zum einen gibts es nicht "die Needyness", wie du sie gerade bescheibst Needyness ist ein (sehr unwissenschaftlicher) Sammelbegriff für eine große Menge an Verhaltensweisen.

Was du oben beschrieben hast sind Ängste (die durchaus Ursache von Needyness sein können). Und zwar Ängste in einem Ausmaß, dass schon pathologisch anmutet. Und auf diese beziehe ich mich. Auf den konkreten Fall. Nicht auf den Sammelbegriff Needyness.

vor 39 Minuten schrieb Omid:

Ist es so schlimm wenn man von jemandem abhängig ist? Sind wir nicht alle von irgendetwas abhängig?  Was ist der Unterschied zwischen Zuneigung und needyness? Woran erkennt man den feinen Unterschied?

Ja es ist schlimm. Zumindest als gesunder, erwachsener Mensch, der in der Lage wäre selbstständig zu sein.
Abhängigkeit macht alle beteiligten unfrei und es zerstört zwischenmenschliche Dynamiken.

Und klar sind wir alle Im Grunde von etwas Abhängig. Der Zufuhr von Wasser und Nährstoffen. Alles andere ist erstmal nicht lebenswichtig.

Unterschied zwischen Zuneigung und needyness (auch hier betrachtest du übrigens einen Sonderfall. Beziehungsneedyness):
Ich will dich. vs. Ich brauche dich.
Ich bin bereit dich gehen zu lassen, wenn Gründe dafür sprechen vs. Ich klammere mich an dich, koste es was es wolle.

vor 44 Minuten schrieb Omid:

Den übermäßig starken Drang nach Nähe erkennen. Das nehmen sie war, geben sich selbst dafür mehr Nähe (Selbstliebe) aber die needyness verschwindet trotzdem nicht. Ist sowas möglich? Oder heißt dass dann nur, dass man sich immer noch nicht genug liebt?

Problem dort auch wieder: Du formulierst nicht exakt, deshalb kann man dir kaum klare Antworten geben. Was ist gemeint mit Nähe? Das Wissen, dass jemand da ist und an sie denkt? Dass immer ein Gesprächspartner da ist? Dass man viel Berührungen braucht? Was ganz anderes? Das müsstest du erstmal klären, dass man da sinnvoll weiter reden kann.

Insgesamt: Ich glaube nicht daran, dass wir völlig ohne Bedürfnisse sein können. Ich glaube aber, dass man reflektiert damit umgehen kann und dass das das Ziel sein sollte. Das heißt zum Einen: Bewusstsein darüber, dass das nicht erfüllen eines Bedürfnisses nicht das Ende der Welt ist. Und dass man trotzdem glücklich sein kann und unerfüllte Bedürfnisse haben kann. Und zum Anderen: Flexibilität in der Erfüllung von Bedürfnissen. Für praktisch alle Bedürfnisse gibts alternative Wege, diese zu erfüllen. Man muss nur bereit sein mal weiter zu denken. Und gleichzeitig sollte man Bedürfnisse über verschiedene Quellen stillen. Dann ist man nämlich nicht von einem Standbein abhängig.

vor 50 Minuten schrieb Omid:

Von einer eher biologisch evolutionären Perspektive betrachtet: Ich meine es gibt Menschen, die needy sind und andere die es nicht sind, Der Grund ist jetzt erstmal irrelevant. Das bedeutet doch aber auch Vielfalt und ist Vielfalt in der Hinsicht dann was schlimmes? Wieso müssen alle nicht needy sein? 

Dieser Vergleich ist Blödsinn. Wir sind nicht genetisch vorbestimmt needy oder nicht needy. Wir können alle beliebig zwischen diesen Zuständen wechseln. Mit allen Graustufen dazwischen. Es ist eine Frage dessen, was wir aus unserem Leben machen. Und für den einzelnen ist es sicher besser un angenehmer nicht needy zu sein.
Es ist viel angenehmer zufrieden zu sein, als immer um etwas zu kämpfen und hinterherzulaufen.

vor 52 Minuten schrieb Omid:

comfortzone heißt doch, dass es dort wo man gerade ist komfortabel ist. Wieso sollte dann der Grund diese nicht zu verlassen gleich Feigheit heißen? Vielleicht ist jemand einfach zu bequem. Es gibt zum Beispiel Menschen die immer an den gleichen Urlaubsort fahren und andere die immer wo anders hin müssen. 

Der psychologische Kern von Persönlichkeitsstörungen ist, dass Menschen verlernen flexibel zu sein. Wir haben alle eigentlich das große Geschenk uns flexibel an Situationen anpassen zu können. In unterschiedlichen Situationen anders zu reagieren.
Das ist aber eine Fähigkeit, die man verlernen kann. Und gerade bei tendenziell ängstlichen Menschen ist der normale flexible Alltag praktisch immer eine Verhaltenstherapie. Man übt und lernt, dass das Alltag okay ist und einem dort nichts passiert. Ziehen wir uns immer mehr in die Komfortzone zurück, dann konditionierenn wir uns praktisch selbst. Wir üben gewisse Dinge nicht mehr. Damit erscheinen sie bedrohlicher. Wir denken daran, bekommen Angst und tun es dann nicht. Damit verschwindet das Angstgefühl. Das Gehirn verknüpft: Wenn mans lässt, dann gehts einem besser. Und diese Verknüfung wird mit jeder Wiederholung stärker. Bis der Mensch nicht mehr in der Lage ist die Wohnung zu verlassen (als Beispiel).

Dieser Effekt ist bei den BDSMlern bei ungüstig geführten TPE-Beziehungen gut zu beobachten. TPE heißt total Power Exchange. Das heißt von der Idee her der dominante Part entscheidet alles, was das Leben des submissiven Parts betrifft. Im ganz ungünstigen Fall sieht das so aus, dass sub nicht mehr aus dem Haus geht, keinerlei Entschiedungen mehr trifft, keine Sozialkontakte außer dem Partner hat, sich nicht um Geld oder Behördengänge kümmert.
Diese Menschen sind nach einer Trennung nicht kaum alleine Lebensfähig. Selbst die Entscheidung welche Eissorte man heute essen möchte wird zur Unmöglichkeit. Man verlernt Entscheidungen zu treffen. Man verlernt die eigenen Bedürfnisse überhaupt wahrzunehmen (sieht man hier in der Beziehungskiste auch öfter bei toxischen Beziehungen).

Das heißt also Leben und Alltag muss geübt werden. Sonst verlernt man das.

Und auch verlassen der Comfortzone muss geübt werden. Jeder von uns stößt im Leben regelmäßig auf Momente, wo man die Comfortzone verlassen muss. Ob das jetzt n unangenehmer Anruf ist, obs eine Reise irgendwo hin ist oder ob es Interaktion mit fremden Leuten ist. Was auch immer für jeden persönlich außerhalb der Comfortzone ist - wir sind damit konfrontiert. Oder wir schließen uns komplett vom sozialen Leben aus auf Dauer. Die Comfortzone wird nämlich immer kleiner, wenn man sich zu selten an den Rändern bewegt.

Deshalb ist es wichtig, das Verlassen der Komfortzone regelmäßig zu üben. Um weiterhin in der Lage zu sein es zu tun. Um Handlungsfreiheit zu haben.

vor einer Stunde schrieb Omid:

Wie verlässt man die comfortzone?

Was ist denn die Comfortzone? Bekannte Orte, bekannte Menschen, bekannte Handlungsabläufe. So im Groben.

Verlassen der Comfortzone heißt am Ende Dinge tun, mit denen man sich unwohl fühlt. Weil sie neu sind, weil sie unbekannt sind, weil sie Angst machen. Neuer Ort, neue Menschen, neue Handlungsmuster ausprobieren. Es hat nur am Rande etwas mit flirten zu tun. Es kann ein kleiner Bereich davon sein. Es geht darum die eigenen Grenzen zu testen, sie überhaupt erstmal zu erfahren und sie vielleicht sogar zu erweitern. Den eigenen Handlungsspielraum zu vergrößern.
Solche Situationen zu meistern pusht übrigens auch die Selbstwirksamkeit ("Ich kann auch Dinge schaffen, die mir unangenehm scheinen.") und damit am Ende das Selbstwertgefühl.

Nathaniel Branden sagt in den 6 Säulen des Selbstwertgefühls etwas sehr wichtiges. Selbstwertgefühl besteht aus vielen Einzelteilen (Selbstbewusstein, Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit.....) Und Selbstwertgefühl ist am Ende etwas, das geübt werden kann. Jede Handlung an jedem Tag in deinem Leben wirkt sich auf das Selbstwertgefühl aus. Und immer in der Comfortzone bleiben heißt auch sich selbst nichts zuzutrauen und keinerlei Chance zu haben sich selbst zu beeindrucken. Die Erfahrung zu sammeln, dass man was verändern kann und zu erleben, wie stark man ist.

  • TOP 4
  • VOTE-4-AWARD 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Das ist jetzt ganz schön viel, muss mich erstmal damit genauer befassen was du da geschrieben hast.

Ich frage mich nur nun: Menschen die Nähe brauchen, physisch oder emotional bzw. Angst haben davor zu wenig zu haben machen es also so dass sie sich immer mit Leuten umgeben (was eigentlich wenn sie es versuchen es aber nicht schaffen)? Die Konfrontation wäre dann sich von seiner Umwelt abzuschotten und alleine zu sein um zu erkennen, dass das befriedigen des Bedürfnisses in dem exzessiven Maß nicht lebensnotwendig ist? 

Du meintest auch dass das Befriedigen der Bedürnisse über mehrere Quellen kommen kann. Nämen wir mal man will mehr emotionale Nähe (mehr Menschen die an einen denken, die sich um einen sorgen), kriegt sie aber nicht von seiner Umgebung. Welche Quellen kann man denn dann nehmen ? 

Vielleicht sollte ich mir professionelle Hilfe suchen aber wo findet man sowas und ist sowas dann nicht total teuer und zeitaufwendig? Vielleicht hilft es einem ja auch nicht und dann? Außerdem empfinde ich es persönlich als ein Zeichen von Schwäche wenn man zum seelenklämptner gehen muss. 

bearbeitet von Omid

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
23 minutes ago, Omid said:

Vielleicht sollte ich mir professionelle Hilfe suchen aber wo findet man sowas und ist sowas dann nicht total teuer und zeitaufwendig? Vielleicht hilft es einem ja auch nicht und dann? Außerdem empfinde ich es persönlich als ein Zeichen von Schwäche wenn man zum seelenklämptner gehen muss. 

Psychotherapie wird oft von der Kasse übernommen.... Die suche nach dem passendem Therapeuten kann dauern.... (https://www.kvwl.de/earzt/)Wartezeiten von ein paar Monaten sind normal!. Man ruft da an die setzten einen auf eine Warteliste.... Also nicht wirklich zeitaufwendig aber langwierig!

Wenn es dir nicht hilft hast du nichts verloren außer ein bisschen Lebenszeit, in der du dich aber vergewissert hast dass kein schwerwiegendes Problem vorliegt, was ja auch sehr viel wert ist! 


Schwach ist es wenn man sich mit seinen Problemen nicht auseinander setzt! Schwach ist es seine Probleme vor sich her zu schieben! Schwach ist es wenn man sich hinter seinem"Ehrgefühl"versteckt!

Und dumm ist es wenn man selbst mit seinem Latein am Ende ist Hilfe nicht anzunehmen!

Sich mit seinen Ängsten und Problemen direkt auseinanderzusetzen reißt einen krass aus der Confortzone! 

Ich spreche aus Erfahrung, selbst wenn eine Sitzung mal nicht so viel gebracht hat, ist es trotzdem besser als nichts in die richtige Richtung getan zu haben!

 

bearbeitet von 5_0_Charles
  • TOP 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 10 Minuten schrieb Omid:

Menschen die Nähe brauchen, physisch oder emotional bzw. Angst haben davor zu wenig zu haben machen es also so dass sie sich immer mit Leuten umgeben (was eigentlich wenn sie es versuchen es aber nicht schaffen)?

Verteil das mal auf 3, 4, 5  gute Freunde + Familie + ggf. einen Partner und dann hast du da erstmal ne solide Basis.
Schafft mans nicht stabile Freundschaften aufzubauen ist das n Thema woran man eben arbeiten muss. Da gibt PU zum Beispiel Ansätze.

vor 12 Minuten schrieb Omid:

Die Konfrontation wäre dann sich von seiner Umwelt abzuschotten und alleine zu sein um zu erkennen, dass das befriedigen des Bedürfnisses in dem exzessiven Maß nicht lebensnotwendig ist? 

Nö, das bringt so nichts.
Man kann aber reflektieren, was dahinter steht. Erstmal immernoch die Frage "Welche Art von Nähe?" und dann eben mal genau zerlegen, was da für ein Bedürfnis dahinter steht. Das ist halt meistens nicht nur Nähe. Sondern etwas damit assoziiertes. Anerkennung, "dazugehören", gewollt werden (ist im Detail meistens auch Bestätigung/ Anerkennung) .... da gibts halt 1000 Sachen.

Und Anerkennung oder Aufmerksamkeit kann man sich auch bei nem Hobby oder bei der Arbeit holen zum Beispiel. Das meine ich mit:

vor 46 Minuten schrieb Herzdame:

Flexibilität in der Erfüllung von Bedürfnissen.

Oder wenns wirklich Menschen sein sollen, dann kann man zum Beispiel auch ehrenamtlich arbeiten. Sich um Menschen kümmern. Die Oma, der du deine Zeit schenkst, die ist tierisch dankbar darüber, freut sich wahnsinnig wenn du vorbeikommst und denkt ganz bestimmt an dich.

Es gibt für jedes Bedürfnis super viele Möglichkeiten. Man muss nur erstmal wissen was man genau sucht. Und da dann mal dran bleiben und kreativ werden.

vor 17 Minuten schrieb Omid:

Vielleicht sollte ich mir professionelle Hilfe suchen aber wo findet man sowas und ist sowas dann nicht total teuer und zeitaufwendig? Vielleicht hilft es einem ja auch nicht und dann? Außerdem empfinde ich es persönlich als ein Zeichen von Schwäche wenn man zum seelenklämptner gehen muss. 

Teuer: Bezahlt bei ner vernünftigen Begrüündung die Krankenkasse. Also für dich nicht teuer.
Zeitaufwändig: Dinge aufzuarbeiten / Persönlichkeitsentwicklung ist immer auch etwas, wofür man sich Zeit nehmen muss. Ich bin mir aber sicher, dass das mit professioneller Unterstützung effizienter ist. Du machst weniger Umwege und hast eben jemanden, der die Richtung vorgibt.

Ich glaube tatsächlich, dass ein Therapeut, der zu einem selbst passt jedem noch so gesunden Menschen weiterhelfen kann. Wir alle haben unsere Baustellen. Und oft genug reicht da jemand, der einen mal kurz auf den richtigen Gedanken bringt.

Die Aussage "Bringt mir null" heißt für mich immer
A) Therapieform / Therapeut passen nicht zu der Person mit dem Problem (und da die richtige Passung zu finden bedarf manchmal Geduld. Deshalb gibts am Anfang auch "Probesitzungen" um zu schauen ob die Chemie stimmt)
B) Derjenige steht nicht wirklich dahinter / arbeitet nicht mit oder nur oberflächlich mit. Dann kann auch der Beste Therapeut nichts ausrichten. (Achtung: Man verarscht sich da manchmal selbst. Man redet sich ein man würde ja ganz viel tun, sabotiert sich in Wahrheit aber. Siehe Ex-Back Thread Thema "Ich bin schon totaaaaaal über sie hinweg")

Zeichen von Schwäche:
Ist es ein Zeichen von Schwäche dein Auto zur Werkstatt zu bringen, anstatt es selbst zu reparieren?
Ist es ein Zeichen von Schwäche den Klempner zu rufen, anstatt die Rohre selbst zu reparieren?
Ist es ein Zeichen von  Schwäche die Elektroplanung und Verkabelung dem Elektriker zu überlassen?
Ist es ein Zeichen von Schwäche das gebrochene Bein vom Arzt behandeln zu lassen, anstatt selbst dran rumzudoktorn?

Warum sollte es dann ein Zeichen von Schwäche sein einen Arzt für die Seele zu konsultieren?

Ist es wirklich ein Zeichen von Stärke Probleme zu leugnen? An Dingen ein Leben lang zu leiden?

Ich finde es ziemlich erwachsen zu sagen: Ich habe ein Problem. Ich bekomme es alleine nicht gelöst. Ich suche mir einen Profi, der mir hilft. Macht man an so vielen anderen Stellen im Leben doch auch.

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

das klingt alles so als ob ihr selbst auch mal sowas gemacht habt. ich kenne aus meinem Umfeld niemanden (außer meiner ersten Freundin :D), der sich in der Hinsicht professionelle Beratung gesucht hat. Die meisten, die ich kenne, denken, dass sowas unnötig sei. Das die Hilfesuchenden sich unnötig anstellen. 

Aber ja, wenn ich nichts zu verlieren habe. Die einzige sorge die ich habe ist, wie meine Familie darauf reagiert. Nähmen wir an ich bin dahin gegangen und es hat sich herausgestellt, das es mir doch eigentlich ganz gut geht. Meine Familie könnte dann denken, dass ich trotzdem ein rad ab habe und das ist mir unangenehm. Ihr werdet mir dazu raten dass das irrelevant ist und ich mein Ding durchziehen soll, was ich auch tun werde, aber trotzdem habe ich da meine Bedenken.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 10 Minuten schrieb Omid:

ich kenne aus meinem Umfeld niemanden (außer meiner ersten Freundin :D), der sich in der Hinsicht professionelle Beratung gesucht hat.

Ich schwöre dir, es gibt bestimmt Leute. Da das in deinem Umfeld aber offenbar verpönt ist, wird es einfach nur niemand zugeben.

Es gibt für dich auch keinen Grund das zu kommunizieren. Du erzählst doch auch nicht deinem Umfeld im Detail, dass du zum Arzt gegangen bist wegen deiner Hämorriden oder Erektionsprobleme. Ist deine Privatsphäre.

bearbeitet von Herzdame

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
25 minutes ago, Omid said:

Ihr werdet mir dazu raten dass das irrelevant ist und ich mein Ding durchziehen soll, was ich auch tun werde, aber trotzdem habe ich da meine Bedenken.

 Schon lustig du weißt schon ganz genau was für dich richtig ist..?

Wo die Angst ist sollte auch dein Weg sein.... so wächst Mann!

bearbeitet von 5_0_Charles

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Gast Mystikk

Meine Erfahrung: Darüber nachdenken hat mir nichts gebracht, im Gegenteil, ich habe dem Problem nur Nahrung gegeben und es wurde ein richtig fettes Problem.  Ich verschiebe lieber meinen Fokus, blende mein Problem komplett aus.

Man kann nach Ursachen suchen, aber das ist sehr mühsam, frisst Lebensqualität und -zeit. Unser Verstand ist sehr begrenzt. Vieles sollen wir nicht verstehen. Wir können uns doch noch nicht mal erklären, warum wir Schlaf benötigen.

bearbeitet von Mystikk

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Stimmt auch. früher habe ich keine sekunde über sowas nachgedacht und irgndwie war alles gut. aber nun denkt man darüber nach und es scheint erstmal nur Verwirrung zu schaffen.

@Mystikk wie  lief es denn dann genau ab? woran hast du gemerkt dass es dem problem Nahrung gab? kannst du deine Sicht etwas genauer erläutern?

wir müssen uns ja nicht vollständig verstehen sondern nur so gut um mit uns selbst im reinen zu sein

mal schauen welcher weg für mich der richtige ist

bearbeitet von Omid

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Gast KillEmAll
21 hours ago, Herzdame said:

Abhängigkeit macht alle beteiligten unfrei und es zerstört zwischenmenschliche Dynamiken.

Das ist keine scheiß Theorie, sondern Fakt. Danke, Herzdame.

Das ist eure Antwort runtergebrochen auf das Wesentliche.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Mitgliedskonto, oder melde Dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Mitgliedskonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Mitgliedskonto erstellen

Registriere Dich ganz einfach in unserer Community.

Mitgliedskonto registrieren

Anmelden

Du hast bereits ein Mitgliedskonto? Melde Dich hier an.

Jetzt anmelden

  • Wer ist Online   0 Mitglieder

    Aktuell keine registrierten Mitglieder auf dieser Seite.