Bin ich der einzige meiner Art?

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Mein Alter: 28

Es ist mal wieder Freitag Abend. Ich weiß mal wieder nicht was ich machen soll. An mindestens 2 Wochenenden im Monat läuft es so.

Ich bin in letzter Zeit viel im Forum unterwegs. Immer wieder lese ich wie toll das Leben und der SC der Mitglieder hier ist:

  • "Wenn ich sie freeze dann denke ich nicht mehr an sie, weil ich so viel anderes zu tun hab / weil ich mich einfach mit einer anderen treffe / weil ich mit meinen SC Spaß habe / weil mein Leben so abwechslungsreich ist / usw."
  • "Da nexte ich einfach und vergesse sie, weil... (siehe oben)"
  • "Wenn sie mir weg läuft ist das kein großes Problem. Ich bin nicht abhängig von ihr, weil... (siehe oben)"

Ich verstehe das Konzept einer solcher Lebenseinstellung. Ich möchte meine eigene Lebenssituation auch gerne ändern und bin allgemein ein sehr geselliger Mensch und genieße es daher auch in Gesellschaft zu sein.

Nun versuche ich auch seit Monaten meinen SC auszubauen und einfach viel raus zu gehen aber es klappt im Endeffekt nicht. Mein SC ist sehr klein (10-15 Leute die man fragt und mit denen man regelmäßig in Kontakt steht) und wächst auch nicht wirklich. Hinzu kommt, dass sich der SC in einigen Monaten durch Umzüge auf ca. 5 verringern wird.

  • Ich bin weder der extreme Partytyp noch der Typ der den ganzen Tag zuhause zockt und Kontakt mit seinem gesamtem SC im Teamspeak pflegt.
  • Ich bin gerne abends unterwegs. Nur sollte die Musik in einer Lautstärke sein in der man sich noch ohne Zeichensprache unterhalten kann (Clubs, Diskotheken, etc.). Ich will mit meinem Mitmenschen nicht nur visuell in Kontakt stehen.
  • Ich bin kein Freund von Läden in denen es einfach zur Kultur gehört sich sinnlos volllaufen zu lassen wie pubertierende Teenager (Studentenkneipen, etc).
  • Genauso wenig hab ich Interesse daran auf irgendeiner Couch zu sitzen und mich vom Abendprogramm im TV benebeln zu lassen.
  • Ich bin gerne in Kneipen und Locations wo es entsprechend gesittet zugeht. Alkohol, Musik, Gespräche, usw. Aber alles halt in gewissen Grenzen.

Und damit verschließe ich mir irgendwie jegliche Türen (ich bin auch mal in oben genannten Situationen vorzufinden, aber einmal im Monat reicht das auch).

Hin und wieder bin ich dann auch mit Leuten in solchen Locations unterwegs. Aber nun zähle ich mal die typischen Leute auf, aus denen mein SC besteht:

  • Der "ich hab kein Bock was zu unternehmen und bleibe zuhause" - typ
  • Der "wenn ich unterwegs bin MUSS ich mich betrinken, rumgrölen und erbrechen" - typ
  • Der "ich habe einen Partner und melde mich wenn die ganze Sache in die Brüche geht" - typ
  • Der " ich bin so fertig von der Arbeit, dass ich nicht mehr mit einem Getränk auf einem Stuhl sitzen kann" - typ
  • Der "ich bin frisch getrennt und will jeden Abend unterwegs sein bis ich einen neuen Partner gefunden hab" - typ
  • Der "ich antworte nicht wenn man mich fragt" - typ
  • Der "ich zocke jeden Abend bis tief in die Nacht" - typ
  • Und und und...
  • Ich bin eher der "ich gehe auch gerne mal abends spontan einfach mal ein Bier trinken" - typ.
  • Oder der "ich hänge abends auch mal in einem kleinen Bistro rum und quatsche" - typ

Ich habe den Eindruck das alle Menschen in meinem Umfeld extrem träge sind. Dabei lade ich die Leute ja nicht zu einem 20km Marathon ein sondern zu einem gemütlichen Abend mit Wein, Weib und Gesang in einem gesitteten Umfeld. Leute die dann mal raus gehen scheinen nur vor irgendwas zu flüchten. Laute Musik die das Gedankenkarussell übertönt und/oder massiver Alkoholmissbrauch um jenes zu ertränken. Oder dem langweiligen, monotonen und frustrierenden Alltag entfliehen in dem man einfach total übertreibt und sich oftmals noch blamiert.

In den Sommermonaten ist das okay. Ich bin dann gerne in der Natur oder am Wasser. Lese, relaxe und schaue durch die Gegend. Jetzt in den Wintermonaten stehe ich dann aber immer wieder vor dem selben Problem. Es wird viel zu schnell dunkel um noch draußen relaxen zu können. Von den Temperaturen mal ganz zu schweigen. Ich lande dann oftmals in Billardhallen, Spielotheken oder Dönerbuden, hänge einfach rum und führe oberflächliche Gespräche mit den Anwesenden. Die ganze sch**** frustriert mich jedes Jahr aber ich komme da nicht raus. Ich will nicht jeden Abend auf der Couch liegen und warten bis ich müde werde, um anschließend wieder das selbe zu machen wie am Tag davor.

Wo liegt mein Fehler? Ist das Kaff mit 70k Einwohner einfach zu klein? Liegt es an meinem Standort (Nordosten) das hier scheinbar nur solche Leute umherziehen? Wo finde ich Leute die einfach gerne mal unter Menschen sind ohne zu übertreiben? Wie lernt man sie kennen und baut darauf Freundschaften auf (ohne den Satz "Willst du mein Freund sein?")?

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Ins Auto setzen und in eine Stadt fahren. Da hast Du auch die Anonymität und fängst rebootet auf Null an.

Mit dem SC-erweitern ist es wie mit dem Gamen von Frauen. Du lernst Leute eher nicht kennen, wenn Du stieren Blickes und verkrampft welche kennen lernen willst. Sondern indem Du mit dem Typen in der Warteschlange an der Kasse hinter Dir ins Gespräch kommst, an der Tanke neben den Autos, am Zebrastreifen - wo auch immer.

Ansonsten die Klassiker, die hier schon zigfach beschrieben sind: Finessstudio, Tenisclub, Anonyme Alkoholiker oä, Autotreffen. Sei kreativ, in ner Dönerbude rumhängen ist nur gut, wenn Du obskure Verchecker gamen willst.

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Daraus könnte man eigentlich mal nen Social-Circle-Gesamtthread machen. Gibt hier ja die Themen SC mit 28, SC mit 30, SC mit 48 und wenn man tief genug im Archiv sucht wahrscheinlich jede Zwischenstufe auf die halbe Altersstunde genau.

Meine Theorie ist ja noch immer, daß man den SC auf der Schul- und Studentenzeit mitbringt und danach verkrümelt er sich. Was man dann hat, sind Zwecktreffen, wo man mit den Leuten genau das macht, weshalb man sie trifft (z.B. Hallenhalma oder Rasenschach) und vielleicht mal mit Müh und Not den einen oder anderen auf ein Bier wegschleppt.

Ist so wie im Meisenkasten: Erst hocken sie alle aufeinander, dann erkunden sie unter großem Getöse die weite Welt, und dann gehen sie ihre eigenen Wege.

Wenn ich hier von bestehenden Social Circles lese, sind das die Jungs vom Fußball oder die Jungs von der Fr-und-Sa-Disco-Saufgruppe.

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Da muss ich dem Rossi ein bisschen wider sprechen.

Ich hänge z.B. mit niemanden mehr aus meiner Schulzeit rum. Allerdings hat sich mein SC seit ich 16 war permanent erweitert. Kann man schön nach Themengebieten sortieren, manche Gebiete überschneiden sich

- Musikerkumpels

- Motorrad und Schrauberkumpels

- paar wenige Kumpels von früher

- Kletter und Sportkumpels

- Weggehen und Partymachenkumpels

@Dan_Civic, wie dir evtl. Auffällt sind meine SCs mit einem Hobby oder einem gemeinsamen Interesse verknüpft.Mit jedem neuen Hobby kamen neue Leute in mein Leben mit denen man gemeinsame Interessen teilen kann. Daher würde ich dir raten deinen SC über Hobbys aus zu bauen. Evtl. Hast du schon eins oder du überlegst dir auf was du Bock hast und probierst dich aus. Mit irgendwo blöd rumsitzen wird das nix. Is wie mit HBs. Du überlegst dir auf welchen Typ du stehst und wo man den finden könnte. So is es mit dem SC auch.  Man verbindet sich über das Hobby, der gemeinsame Spass an der Sache. 

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vor 7 Stunden, HerrRossi schrieb:

Daraus könnte man eigentlich mal nen Social-Circle-Gesamtthread machen. Gibt hier ja die Themen SC mit 28, SC mit 30, SC mit 48 und wenn man tief genug im Archiv sucht wahrscheinlich jede Zwischenstufe auf die halbe Altersstunde genau.

Meine Theorie ist ja noch immer, daß man den SC auf der Schul- und Studentenzeit mitbringt und danach verkrümelt er sich. Was man dann hat, sind Zwecktreffen, wo man mit den Leuten genau das macht, weshalb man sie trifft (z.B. Hallenhalma oder Rasenschach) und vielleicht mal mit Müh und Not den einen oder anderen auf ein Bier wegschleppt.

Ist so wie im Meisenkasten: Erst hocken sie alle aufeinander, dann erkunden sie unter großem Getöse die weite Welt, und dann gehen sie ihre eigenen Wege.

Wenn ich hier von bestehenden Social Circles lese, sind das die Jungs vom Fußball oder die Jungs von der Fr-und-Sa-Disco-Saufgruppe.

Ich sehe das ziemlich ähnlich. Der Studenten SC eliminiert sich alleine schon durch Umzüge. Bin für den Bachelor umgezogen, für den Master und nach dem Master. Da bleibt dann halt nicht viel an sozialen Kontakten aus dieser Zeit.

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@TE: Was dir helfen kann, ist, eine neue Einstellung zu gewinnen. Und Leute kennenzulernen, die genauso offen/spontan sind wie du. Keiner hat Zeit, um mit dir um die Häuser zu ziehen? Gehe alleine in einen Club, wo dir die Musik gefällt. Sprich Leute an. Such dir hier im Forum Leute, die mit dir was unternehmen wollen. Viele Menschen sind nicht sehr kontaktfreudig. Zumindest nicht von sich aus. Also bist du gefragt, offen auch Menschen zuzugehen. Je mehr/öfter du Leute kennen lernst, desto einfacher fällt es dir. Und du denkst dir nicht mehr: Heute hat niemand Zeit, damn. Sondern: Auf was hab ich denn heute Lust? Cool, das mache ich.

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TE, vielleicht ist das Problem, dass du zu sehr rumstreunerst - Spielotheken, Dönerbuden spricht ja schon für sich. Mach doch einfach mal den Klassiker: Gehe jeden Freitag oder Samstag Abend in die Bar X, mit nem Buch oder ohne, setz dich da an den Tresen oder irgendwo an einen Tisch, am besten immer an denselben Platz, trink da deine paar Bierchen - und dann kommst du früher oder später automatisch mit den Leuten da in Kontakt.

bearbeitet von Nachtzug
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Zieh in oder in die Nähe einer Großstadt. So dass du mit der Bahn in einer Stunde eine größere Anzahl an Locations erreichen kannst.

Besuche Ausstellungen, Kleine Gallerien, nimm an geführten Unternehmungen teil z.B. Museum oder Stadtführung.

Fahre zweimal im Monat an einen spannenden Ort und nimm dir ein einfaches Hotelzimmer.

 

Wirklich gut ist Musik. Lerne Gitarre und besuch Hardcorekonzerte. Kauf dir einen Synth und spiel damit weirden Krams. Hol die Ableton o.ä. und komponiere. Sobald man Orte besucht, an denen sich Kreative treffen und man selbst ist es auch, ergibt sich so viel von allein. Selbst in der Provinz.

(Ernsthafte) Fotographie ist auch toll. Texten und Vortragen auch. Oder Malen, modelieren......

Etwas machen. Nicht konsumieren.
 

Wer nur weggeht und tanzt, redet, flirtet unterhält sich dann oft mit Menschen die auch nur das machen.

In meinem Leben ist irgendwie jeder kreativ. Ob Foto, Label, Veranstaltungen organiesieren, Bücher schreiben, Malen, Collagen machen, Restaurants, Performance und eben Musik auf allen Ebenen. Bin aber aucch Musiker. Und aus dem hat sich all das entwickelt.

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