Wirtschaftsinformatik - Herausfinden ob das Richtige?

15 Beiträge in diesem Thema

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Das sich wohl ein Informatik/Wirtschaftsinformatik Studium von der Vorstellung vieler angehender Studenten unterscheide, habe ich schon in Erfahrung bringen können. Doch wie kann ich sichergehen, dass ich das richtige Studium auswähle? Meine Frage richtet sich deshalb an Studenten & Leute mit abgeschlossenem Studium in der Fachrichtung.

Ganz konkret würde mich interessieren, wie man am besten einschätzen kann, ob man für das Wirtschaftsinformatik-Studium das nötige Interesse & die nötig Eignung mitbringt. Soll ich mir Vorlesungen zum Programmieren ansehen? Gibt es ein Buch, dass kurz auf die Studieninhalte eingeht, damit ich mir ein Bild machen kann? Welche Voraussetzungen soll ein Student mitbringen?

Ich habe bereits eine kaufmännische Ausbildung absolviert und habe eine wirtschaftliche Schule besucht, kann also gut abschätzen was im wirtschaftlichen Bereich im Studium verlangt wird (VWL etc.).

Den Mathe- & Informatikteil kann ich leider nicht einschätzen. Ich habe schon als Aushilfe im Bereich Webcontent gearbeitet, habe früher als Hobby Webseiten erstellt. Das dies nichts mit programmieren zu tun hat ist mir bewusst. Ich kann auch keine Programmiersprache.

Räumliches Denken fällt mir leicht (für Info Studium wohl nicht notwendig?), logisches Denken auch. Meine mathematischen Fähigkeiten sind aber mit Sicherheit auch nicht ganz oben anzusiedeln. Stochastik hat mir in der Schule immer viel Spaß gemacht (fand ich logisch und ich habe einen Nutzen darin gesehen), auf der anderen Seite hatte ich aber meine Probleme mit Analysis. Konkret verliere ich auch schnell mal die Lust, wenn ich nicht einen praktischen Nutzen darin sehe (Warum muss ich eine ln-Funktion berechnen? Was bringt mir, wenn ich jetzt weiß, wie groß der Flächeninhalt im Koordinatensystem ist?). Insoweit frage ich oft nach dem Sinn und bin eher der Praktiker.

Vielen Dank für Input ;-)

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Man kann es nicht abschätzen, ob der Studiengang der richtige ist, man kann es nur probieren. Das wichtigste ist, dass man Interesse für den Studiengang mitbringt. Viel Vorwissen braucht man auch nicht, das lernt man alles im Studium.

Zur Frage, ob man jedes Detail, was man lernt braucht: Im Informatik-Studium geht es promär darum, abstraktes und selbständiges Lernen zu lernen, und nimmt als Übung Stoff, der im Berufsleben mal relevant sein könnte. Das Studium ist aber keine Berufsvorbereitung, deshalb kann es gut sein, dass vieles von dem gelernten nicht oder nicht mehr relevant ist für den Beruf. Als Hintergrund ist es trotzdem wertvoll.

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Ich habe Wirtschaftsinformatik (allerdings dual) studiert. Wenn du spezielle Fragen hast kannst du mir gerne eine PM schreiben.

Ansonsten kann man es ganz grob in einem Satz sagen. Du studierst nicht BWL und du studierst nicht Informatik, sondern Wirtschaftsinformatik, also lernst du Oberflächlich BWL und Oberflächlich Informatik.

Ja theoretisch kannst du später Programmieren. Du wirst es aber nicht auf demselben Niveau wie ein reiner Informatikstudent können, genausowenig wirst du soviele Marketingtheorien kennen wie ein BWL - Student.

Das Studium gibt dir halt den Start an der Schnittstelle der Bereiche BWL / Informatik.

In welche Richtung du dich entwickelst bleibt dir dann überlassen.

Ich habe während der Studienzeit MSSQL - Server aufgesetzt, gewartet...dann im Support für einen Task-Scheduler gearbeitet.

Danach war/bin ich Assistent der Geschäftsleitung eines internen IT-Dienstleisters geworden und habe dort IT-Projektmanagement gemacht.

Jetzt wechsele ich wahrscheinlich als Key Account Manager in den eCommerce Bereich.

Du siehst. Überall wo du die Schnittstelle BWL / Informatik hast bist du gefragt (Projektmanagement / IT ; KAM / eCommerce) weil du eben das Grundverständnis beider Bereiche mitbringst.

Wie gesagt. Für speziellere Fragen kannste mir auch gerne schreiben. Das Studium ist erst 2 Jahre her, das meiste sollte ich noch wissen

EDIT: Den Stoff den du im Studium lernst ist wie bei vielen anderen Studienrichtungen auch zu gefühlt 70% irrelevant für den Beruf. An der ein oder anderen Stelle hilft es aber

bearbeitet von sonnxy

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Man kann es nicht abschätzen, ob der Studiengang der richtige ist, man kann es nur probieren. Das wichtigste ist, dass man Interesse für den Studiengang mitbringt. Viel Vorwissen braucht man auch nicht, das lernt man alles im Studium.

Ich könnte mir auch einen Ingenieurstudiengang (Wirtschaftsingenieurwesen) vorstellen. Auf der einen Seite habe ich mich immer eher (auch in der Freizeit) für Hard- & Software interessiert. So was wie "wie funktioniert ein Ottomotor" hat mich in der Schule zwar interessiert, näher habe ich mich aber damit nie beschäftigt. Auch die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sprechend eindeutig für Wirtschaftsinformatik (obwohl das natürlich nicht ausschlaggebend sein soll für die Studienwahl). Könnte mir so etwas wie IT Beratung vorstellen, so ne reine Coderstelle wäre glaube ich nichts für mich.

Habt ihr den Erfahrungen, wie sich die Mathemodule zwischen den einzelnen Studiengängen (Ingenieurmathe & Mathe für Informatiker) unterscheiden? Der Knackpunkt ist bei mir wahrscheinlich meine mathematischen Fähigkeiten. Ich kann gut logisch denken, habe mich aber wie oben schon erwähnt auch zum Teil sehr schwer getan. Habe bereits bei örtlichen FH den Modulkatalog durchforsten, dort wird für Wirtschaftsinformatiker das Modul Wirtschaftsmathematik I & II angeboten, für Wirtschaftsingenieure Mathe I & II. Insoweit wird da wohl unterschieden. Habe gelesen, dass wohl Mathematik für Ingenieure schwieriger sein soll (ohne Garantie).

Habe heute ein Buch für den Einstieg ins Informatikstudium gelesen (Einführung Programmierung in Java & Algorithmen), fande ich zum Teil sehr abstrakt und zum Teil auch nicht so spannend.

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Geh auf deinen gewünschten Studiengang und schau dir das kommentierte Vorlesungsverzeichnis an.

Ich hab das für dich gemacht, lies dir hier einfach mal die einzelnen Module durch:

http://www.ub.uni-heidelberg.de/helios/fachinfo/www/math/kvv/ss2014/appN-ss14.htm

Zu Mathe: Wie bei jedem Thema hört man die negativen Stimmen deutlicher.

Wer Abitur geschafft hat, schafft auch Höhere Mathematik 1-3/ Mathe für Techniker.

Viele scheitern an Mathe (speziell HM 1), weil sie in der Oberstufe nie wirklich gelernt haben, wie man mit Mathe umgeht: Schritt für Schritt mit harten Feedback-Loops und hoher Frustrationstoleranz.

Selbst eine einfache Kurvendiskussion besteht aus rund 20-30 kleinen Schritten. Wer nach 5 Schritten aufgibt, verliert.

Ein Studium besteht oft aus 20-30 Modulen mit etwa 1-3 Veranstaltungen, was dann wohl meistens auf 60-70 Veranstaltungen für das komplette Studium hinausläuft.

Ein nicht zu unterschätzender Teil davon ist "nicht spannend". Das ist in jedem Studium so.

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Habt ihr den Erfahrungen, wie sich die Mathemodule zwischen den einzelnen Studiengängen (Ingenieurmathe & Mathe für Informatiker) unterscheiden? Der Knackpunkt ist bei mir wahrscheinlich meine mathematischen Fähigkeiten. Ich kann gut logisch denken, habe mich aber wie oben schon erwähnt auch zum Teil sehr schwer getan. Habe bereits bei örtlichen FH den Modulkatalog durchforsten, dort wird für Wirtschaftsinformatiker das Modul Wirtschaftsmathematik I & II angeboten, für Wirtschaftsingenieure Mathe I & II. Insoweit wird da wohl unterschieden. Habe gelesen, dass wohl Mathematik für Ingenieure schwieriger sein soll (ohne Garantie).

Ich hatte einen längeren Text geschrieben und dann ausversehen das tab weggeklickt :( zusammengefasst:

- Logik ist nicht sooo wichtig

- Wichtig sind Abstraktion

- Metamathematik wird dir nicht begegnen, sondern klassische Mathe, ist alles erlernbar auch für dumme Leute (wie mich ;)), aber Fleiß und Frustrationstoleranz ist schon nötig :D

- google: Lagrange Multiplikator, Quotientenkriterium, Extremwertsatz, Laplace Entwicklung, Eigenraum; da kannste mal gucken, was du wahrscheinlich so durchnehmen wirst u.a.

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Vielleicht solltest du mal schauen, welche Themen / Aufgabenstellungen in der Wirtschaftsinformatik aktuell sind und in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen werden und dir dann überlegen, ob dich sowas interessieren und begeistern kann.

Ich werf jetzt einfach mal ein paar Buzzwords in den Raum:

- Big Data & Business Intelligence & Database Marketing

- OLAP, Data-Mining, (Web-)Crawling

- Decision Support Systems

- betriebswirtschaftliche Informationssysteme & Cloud Computing

- Fertigungsautomatisation & Supply Chain Management (Fokus: überbetriebliches Informationsmanagement) & künstliche Intelligenz

- E-Commerce & E-Business

- RFID (besonders für den Handel oder die Logistik)

- Social Media & Social Media Monitoring & Online Marketing

- Mobile Computing

- E-Learning & MOOC

- Prozessmodellierung

- Webprogramming

- SEM, SEA, SEO

Programme & Programmiersprachen die wichtig sein könnten:

- die Statistik-Programmiersprache R (!!!)

- SPSS (für alle die zu schlecht für R sind, wie ich :P)

- Photoshop & InDesign

- HTML5, CSS3, JavaScript, AJAX, PHP, jQuery etc.

- Microsoft Office Paket - ganz wichtig... (Access, Excel, Powerpoint, Project)

- Java

- Python

- Google Analytics & Google AdWords

Zu Mathe:

Keine Angst vor der Mathematik. Einfach fleißig sein. Sehr grob zusammengefasst ist das einfach: Algebra, Ableiten, Stochastik. Muss man halt lernen weil die Software die man im Job nutzt auf Methoden aus diesen Bereichen basiert und man wenigstens ein gewisses Grundverständnis für die Funktionsweise mitbringen sollte.

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Hi.

Witzigerweise haben wir fast den gleichen Lebenslauf und sogar mit deinen Interessen und deiner Denkweise konnte ich mich identifizieren, drum hier mal meine Sichtweise und erfahrungen

Ich bin momentan im 3. Semester Wi. Ing. und habe nach reichlich hin und her nun den Entschluss gefasst zu wechdeln.

Bei mir stehen Winfo und UXD in der engeren Auswahl.

Kann Grad vom tablet nicht so ausführlich schreiben aber bei mir hat neben der nicht ausreichenden Menge an Motivation für Mathe zu lernen, auch einfach das Interesse an Modulen wie Werkstofflehre oder Entwicklung und Konstruktion gefehlt.

Bei mir war's auch eher so das ich vor dem Studium es einfach ausprobieren wollte aber es ist einfach nicht mein fing.

Jetzt mach ich es so das ich mich dieses Semester noch in Vorlesungen von den beiden oben genannten Studiengängen mit rein setze um schon mal einen Eindruck zu bekommen, und ich mache praktikas bzw schau mir Stellenausschreibungen an und deren Aufgabenbereiche um zu sehen was mir Taugt.

Grüße KDB

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Erst einmal vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Ich habe mir die Tage noch Gedanken gemacht und diverse Foren abgesucht. Allgemein sind mir allgemein noch folgende Punkte aufgefallen, dich ich gerne noch abklären würde:
1. In der IT Branche geht wohl ohne Studium wenig. Insoweit habe in einem Forenbeitrag gelesen, dass es in der IT Branche sehr schwierig ist aufzusteigen, da dort nur Akademiker unterwegs sind. Im Technikbereich ist wohl anders, da dort auch Techniker und Leute mit "nur" einer Berufsausbildung arbeiten. Ist an dieser Aussage etwas dran, ist als das Haifischbecken in der IT Branche größer?
2. Sind in der IT-Branche auch ältere Menschen erwünscht? Ich kann mir kaum vorstellen, dass in naher Zukunft viele Informatiker in Rente gehen (Branche ist ja an sich noch nicht so alt). Habe die Befürchtung, dass nur junge Leute nachkommen und man dann mit 40 schon zum alten Eisen gehört und aussortiert wird.
3. Wie sieht der Arbeitsmarkt in der Zukunft aus? Habe öfters die Prognose gelesen, dass die Softwareentwicklung ausgelagert wird (nach Indien) und hier viele Arbeitsstellen wegfallen. Aufgrund dessen wurde dazu geraten, sich lang- & kurzfristig eher in die IT-Beratung zu orientieren.
4. IT-Beratung könnt ich mir gut vorstellen, habe auch auf der anderen Seite meine Bedenken. Die Reisetätigkeit schreckt mich zum Teil ab (2-3 Tage auswärts wären ok). So etwas wie die SAP Beratung könnte ich mir vorstellen, habe aber die Befürchtung, dass ich dort mit den ganzen BWLern konkurriere die ihr ganze schon daraufhin arbeiten, bei Mc Kinsey zu arbeiten. Was für ein Profil braucht man dort?
5. Letzte Frage: Wie schaffe ich den Einstieg in die Branche (Praktikum & Werkstudententätigkeit)? Wie oben erwähnt, habe ich bereits eine kaufmännische Ausbildung absolviert (Fachfremd). Fachlich kann ich kaum etwas bieten. Wie hoch sind die Chancen, und welche Tätigkeit kann man empfehlen als Praktikum vor dem Studium & als Werkstudent während der ersten Semester?

Hi.
Witzigerweise haben wir fast den gleichen Lebenslauf und sogar mit deinen Interessen und deiner Denkweise konnte ich mich identifizieren, drum hier mal meine Sichtweise und erfahrungen
Ich bin momentan im 3. Semester Wi. Ing. und habe nach reichlich hin und her nun den Entschluss gefasst zu wechdeln.
Bei mir stehen Winfo und UXD in der engeren Auswahl.
Kann Grad vom tablet nicht so ausführlich schreiben aber bei mir hat neben der nicht ausreichenden Menge an Motivation für Mathe zu lernen, auch einfach das Interesse an Modulen wie Werkstofflehre oder Entwicklung und Konstruktion gefehlt.
Bei mir war's auch eher so das ich vor dem Studium es einfach ausprobieren wollte aber es ist einfach nicht mein fing.

Jetzt mach ich es so das ich mich dieses Semester noch in Vorlesungen von den beiden oben genannten Studiengängen mit rein setze um schon mal einen Eindruck zu bekommen, und ich mache praktikas bzw schau mir Stellenausschreibungen an und deren Aufgabenbereiche um zu sehen was mir Taugt.

Grüße KDB

Interessant :-) Ich habe mir die Tage noch Gedanken bzgl. eines Ingenieurstudiums gemacht und glaube auch, dass ich zu wenig Interesse für das Fach mitbringe. So banal es klingen mag: Ich habe die Woche die Reifen meines Autos gewechselt und auch dort ist mir bewusst geworden, dass es mich kaum interessiert, welche Schrauben man verwendet, aus welchem Material die Felgen sind, etc.

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1. In der IT Branche geht wohl ohne Studium wenig. Insoweit habe in einem Forenbeitrag gelesen, dass es in der IT Branche sehr schwierig ist aufzusteigen, da dort nur Akademiker unterwegs sind. Im Technikbereich ist wohl anders, da dort auch Techniker und Leute mit "nur" einer Berufsausbildung arbeiten. Ist an dieser Aussage etwas dran, ist als das Haifischbecken in der IT Branche größer?

2. Sind in der IT-Branche auch ältere Menschen erwünscht? Ich kann mir kaum vorstellen, dass in naher Zukunft viele Informatiker in Rente gehen (Branche ist ja an sich noch nicht so alt). Habe die Befürchtung, dass nur junge Leute nachkommen und man dann mit 40 schon zum alten Eisen gehört und aussortiert wird.

3. Wie sieht der Arbeitsmarkt in der Zukunft aus? Habe öfters die Prognose gelesen, dass die Softwareentwicklung ausgelagert wird (nach Indien) und hier viele Arbeitsstellen wegfallen. Aufgrund dessen wurde dazu geraten, sich lang- & kurzfristig eher in die IT-Beratung zu orientieren.

4. IT-Beratung könnt ich mir gut vorstellen, habe auch auf der anderen Seite meine Bedenken. Die Reisetätigkeit schreckt mich zum Teil ab (2-3 Tage auswärts wären ok). So etwas wie die SAP Beratung könnte ich mir vorstellen, habe aber die Befürchtung, dass ich dort mit den ganzen BWLern konkurriere die ihr ganze schon daraufhin arbeiten, bei Mc Kinsey zu arbeiten. Was für ein Profil braucht man dort?

5. Letzte Frage: Wie schaffe ich den Einstieg in die Branche (Praktikum & Werkstudententätigkeit)? Wie oben erwähnt, habe ich bereits eine kaufmännische Ausbildung absolviert (Fachfremd). Fachlich kann ich kaum etwas bieten. Wie hoch sind die Chancen, und welche Tätigkeit kann man empfehlen als Praktikum vor dem Studium & als Werkstudent während der ersten Semester?

1. Was soll "geht wenig" sein? Kommt auf deine subjektive Erwartung an. Je weniger Jobs es gibt und je mehr geeignete Kandidaten es gibt, desto höher die Einstiegshürde.

2. Es sind die Menschen gewünscht, die die Aufgabe erledigen können. Du bist 20 und machst dir Gedanken, was 2035 sein wird und niemand hat eine Kristallkugel.

3. Das sind die Prognosen, die auch an der Börse rumraten. Nach diesem Muster wurde schon vor 30 Jahren alles ausgelagert, weil alles irgendwo irgendwie günstiger ist als in Deutschland.

Gerade jetzt bemerke ich, dass du irgendwie einen Tipp für die 100% Sicherheit willst, dass es irgendeinen Weg gibt, der jetzt und in 20 Jahren noch ultra sicher ist. Gibt es nicht.

Studier WiInf, mach viele Praktika und mach nebenher paar Nebenprojekte, die was taugen.

Oder lass dich anstatt dessen im Internet verunsichern ("Bedenken" ist wohl dein Lieblingswort), während andere gerade am Hustlen sind und gerade jetzt in diesem Moment Skripte pauken, Praktika machen und ihre Zeit sinnvoll nutzen.

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Studier WiInf, mach viele Praktika und mach nebenher paar Nebenprojekte, die was taugen.

Oder lass dich anstatt dessen im Internet verunsichern ("Bedenken" ist wohl dein Lieblingswort), während andere gerade am Hustlen sind und gerade jetzt in diesem Moment Skripte pauken, Praktika machen und ihre Zeit sinnvoll nutzen.

Danke für deine Antwort!

Geht mir ja im Prinzip darum, dass ich das richtige Finde und Pro & Contra abwäge. Ist ja nicht so, dass ich momentan nichts mache, nur will ich dementsprechend auch sicher gehe, dass ich das richtige auswähle. Nützt ja nichts, wenn ich nach 2 Semestern abbreche.

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Stehe grad vor der selben Entscheidung. Such mal im Gehaltsthread nach dem Post von S.Moon, in dem er erzählt, wie gut die Chancen sind. Wenn ich mich für Winfo entscheide, wirds allerdings ne Vernunftentscheidung. Finde Info nur oberflächlich interessant und das Studium wäre nur das Mittel um meinen gewünschten Beruf zu erreichen.

Frag mich, was man als Nicht-Nerd mit Winfo reißen kann.

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Ich habe vor mehreren Jahren Wirtschaftsinformatik studiert und muss zugeben, dass ich bis zum 4. Semester immer noch nicht wirklich einen Plan hatte, wie die Arbeit in der Praxis aussieht. Du bekommst aus den Disziplinen Informatik und BWL die Grundlagen, ohne zu sehr in die Tiefe zu gehen.

Nun arbeite ich als IT-Consultant und mein bisheriges Fazit ist so lala: das Studium fand ich gut machbar (viel weniger Stress als was ich von Maschinenbau etc. so höre), das Gehalt und die sonstigen Rahmenbedingungen stimmen und es gibt Jobs en masse. Die Arbeit an sich schwankt so zwischen "supergeil" und "total ätzend", je nachdem bei welchem Kunden, in welchem Projekt und welcher Projektphase man sich befindet. Gut ist auf jeden Fall die Abwechslung, man macht doch recht unterschiedliche Sachen (auch wenn's am Ende irgendwie fast immer darum geht Daten von A nach B zu schieben).

Versuche auf jeden Fall, so früh als möglich ein Praktikum zu machen, damit du einen Eindruck bekommst, wie die Arbeit in der Realität aussieht. Meine Erfahrung ist, dass du viele an der Uni erlernten theoretischen Modelle in der Praxis getrost in die Tonne werfen kannst, da sie a) zu aufwändig, b) zu teuer sind oder C) sie eh niemand sonst kapiert.

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Danke für deine Antwort!

Geht mir ja im Prinzip darum, dass ich das richtige Finde und Pro & Contra abwäge. Ist ja nicht so, dass ich momentan nichts mache, nur will ich dementsprechend auch sicher gehe, dass ich das richtige auswähle. Nützt ja nichts, wenn ich nach 2 Semestern abbreche.

Gerne.

Das Richtige findest du nicht durch abwägen, sondern iterativ.

Deutsches Mindset: Ich plane davor alles genau durch und es muss sofort alles perfekt passen, ansonsten habe ich Zeit/Energie vergeudet (und bin ein Versager).

Leben: Nein.

Du sitzt das jetzt mit deinem 21-jährigen Ich da und wägst ab.

Und in zehn Jahren hast du wahrscheinlich komplett andere Einstellungen zu sehr vielen Themen.

Deshalb hast du dann heute keine falsche Entscheidung getroffen oder Zeit vergeudet, nur weil du in zehn Jahren andere Meinungen hast.

Vielleicht werden morgen alle Informatiker nach Indien geoutsourced und alle Informatiker hier werden arbeitslos.

Dann suchst du dir eben etwas Neues. Morgen verlässt dich deine Freundin. Dann suchst du dir eben eine Neue.

Nach zwei Semestern ist auch keine Schande. Vielleicht für dein Ego, weil du dann nicht mehr "die perfekte Karriere" hast.

Geh am besten sobald wie möglich in die nächste Uni und setz dich in eine Vorlesung rein.

Dann siehst du, wie das läuft. Es gibt in JEDEM Studium Fächer, die scheiße sind. Da musst du durch.

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Erst einmal vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Ich habe mir die Tage noch Gedanken gemacht und diverse Foren abgesucht. Allgemein sind mir allgemein noch folgende Punkte aufgefallen, dich ich gerne noch abklären würde:
1. In der IT Branche geht wohl ohne Studium wenig. Insoweit habe in einem Forenbeitrag gelesen, dass es in der IT Branche sehr schwierig ist aufzusteigen, da dort nur Akademiker unterwegs sind. Im Technikbereich ist wohl anders, da dort auch Techniker und Leute mit "nur" einer Berufsausbildung arbeiten. Ist an dieser Aussage etwas dran, ist als das Haifischbecken in der IT Branche größer?
2. Sind in der IT-Branche auch ältere Menschen erwünscht? Ich kann mir kaum vorstellen, dass in naher Zukunft viele Informatiker in Rente gehen (Branche ist ja an sich noch nicht so alt). Habe die Befürchtung, dass nur junge Leute nachkommen und man dann mit 40 schon zum alten Eisen gehört und aussortiert wird.
3. Wie sieht der Arbeitsmarkt in der Zukunft aus? Habe öfters die Prognose gelesen, dass die Softwareentwicklung ausgelagert wird (nach Indien) und hier viele Arbeitsstellen wegfallen. Aufgrund dessen wurde dazu geraten, sich lang- & kurzfristig eher in die IT-Beratung zu orientieren.
4. IT-Beratung könnt ich mir gut vorstellen, habe auch auf der anderen Seite meine Bedenken. Die Reisetätigkeit schreckt mich zum Teil ab (2-3 Tage auswärts wären ok). So etwas wie die SAP Beratung könnte ich mir vorstellen, habe aber die Befürchtung, dass ich dort mit den ganzen BWLern konkurriere die ihr ganze schon daraufhin arbeiten, bei Mc Kinsey zu arbeiten. Was für ein Profil braucht man dort?
5. Letzte Frage: Wie schaffe ich den Einstieg in die Branche (Praktikum & Werkstudententätigkeit)? Wie oben erwähnt, habe ich bereits eine kaufmännische Ausbildung absolviert (Fachfremd). Fachlich kann ich kaum etwas bieten. Wie hoch sind die Chancen, und welche Tätigkeit kann man empfehlen als Praktikum vor dem Studium & als Werkstudent während der ersten Semester?

1. Ich glaube es gibt keine Branche in der man *ohne* Studium so viel erreichen kann wie in der IT. Dann muss man aber auch fachlich arbeiten und etwas dafür tun, dass man belegbare Skills hat. Dein Github Account ist für viele Firmen wichtiger als jedes Zeugnis.

2. Aus rein demographischen Gründen kann sich unsere Gesellschaft langfristig gar nichts anderes erlauben. Ich sehe das Problem nicht inhärent im Alter, sondern eher in Neophobie, verschobenen Schwerpunkten und Leistungsbereitschaft. Ab einem gewissen Alter (und Familie) sind die meisten Leute nicht mehr bereit Extrameilen zu gehen und fangen an, den Job nur noch als Job zu betrachten. Meiner Meinung nach funktioniert das aber in der IT nicht.

Du kannst davon ausgehen, dass sämtliches Wissen im IT Bereich im Fünfjahreszyklus verjährt. Alle fünf Jahre musst du bereit sein einen tiefgehenden technologischen Umschwung zu akzeptieren, verfolgen und erlernen. Meiner Erfahrung nach wird das Lernen neuer Technologien immer einfacher, weil die zugrundeliegenden Konzepte sich immer wiederholen und man mit den Jahren immer abstrakter denken kann und so neue Ansätze viel schneller zerlegen und ergründen kann. Das Wichtige ist aber, dass die Bereitschaft bestehen bleibt, sich immerzu weiterzuentwickeln. Genau da hapert es häufig.

Das AMA hier fand ich sehr schön, Greg und ich teilen viele Denkansätze:

http://www.reddit.com/r/networking/comments/31ak1b/ama_greg_ferro_from_packet_pushers_podcast_25/

Mit dem richtigen Mindset hast du auch im Alter kein Problem.

3. Das Auslagern nach Farshore ist längst wieder rückläufig. Zum einen weil die Preise dort steigen, zum anderen weil die Qualität häufig auf der Strecke bleibt. Kommunikation ist das A und O in der Softwareentwicklung. Im Betriebsumfeld sieht man es zur Zeit häufig, dass der first/second level an Zulieferer gegeben wird, die das dann aus Nearshore machen (Rumänien, Bulgarien, Polen etc.) und nur noch third level und/oder Koordination in Deutschland bleiben. Das finde ich persönlich jetzt aber gar nicht schlecht, sind doch eh die interessanteren Jobs. Ist quasi wie mit Kellnern oder Barkeepern in Norwegen - das sind alles Schweden. ;-)

Gerade im Beratungsumfeld ist imho schon noch einiges an Perspektive. Ich sehe wenig Branchen mit positiverer Zukunfsaussicht. Dann sollte man aber entweder versuchen zu einem Hersteller zu kommen (Zugriff auf unglaubliche Ressourcen) oder sich als Freelancer einen Namen zu machen. Bodyleasingunternehmen beuten einen nur aus. Ist für die Jahre nach dem Berufseinstieg aber durchaus ok, wenn man diese als Chance begreift, zu lernen und sich weiterzuentwickeln.

4. Kommt stark auf den Fachbereich an. Zu SAP Beratung kann ich dir nichts sagen. Reisetätigkeit muss man einfach mögen - oder eben nicht. Wenn du mit "nicht mehr als 2-3 Tage" rein gehst, wirst du den Job in den meisten Fällen nicht bekommen, selbst wenn die Realität später doch eher 2-3 Tage als 4-5 sein sollte. Achte vielmehr darauf, dass du viele kurze, wechselnde Projekte hast und nicht Dauereinsätze mit 4-5 Tagen vor Ort, denn das sind meiner Erfahrung nach die Dinger, die einen enorm herunterziehen. Wenn man immer wechselnde Kurzprojekte hat, ergeben sich allein durch planungstechnische Schwierigkeiten immer Lücken zur Erholung und die Abwechslung beim Reisen sorgt für genug Frische.

5. Ich bin mal ehrlich: Ich persönlich halte ziemlich wenig von den Wasserköpfen, die die meisten WI-ler darstellen. Ich hab einige Stunden in Projekten betreut, sowohl welche der Angewandten Informatik, als auch der Wirtschaftsinformatik. Die AIler haben meist ordentlich abgeliefert, während mich die WIler schon ziemlich enttäuscht haben. Fachlich war war da Null Kompetenz. Weit weniger als ich mit 15 geleistet hätte/habe...

Ich sehe WI vor allem als Anreiz für Fachfremde Geld zu verdienen. Imho geht das so gut wie immer nach hinten los. Am Schluss gehen damit ganze Konzerne (trotz aller Steuervermeidungstricks) zu Grunde. Man sollte erst die Technik lernen und dann vielleicht später in einen weniger technischen Beruf wechseln. Alles andere produziert genau die Schaumschleudern, mit denen ich mich täglich herumärgere, die ihre Betriebe effektiv Millionen kosten, weil Leute Entscheidungen treffen, die keine Ahnung von den Konsequenzen haben.

War gestern erst wieder in so einem Meeting.. Consultant von Deloitte hat keine Ahnung was er erzählt, merkt dass der Entscheider die technisch minderwertigste Variante bevorzugt (weil sie kaum Kosten verursacht) und pusht hart in die Kerbe, obwohl es für die Endkunden definitiv zu Problemen (= Serviceausfällen) führen wird, die außerhalb ihres Machtbereiches liegen und daher eigentlich inakzeptabel sein müsste. Die Kosten, die spätere Troubletickets und Krisenmeetings verursachen werden, werde komplett ausgeblendet. Vor allem sagt der Consultant dann noch "das wird mir jetzt zu technisch, ich versteh ja nichts davon, aber klingt gut, so machen wir es". Da bekomm ich echt das kalte Kotzen. Habe dem Entscheider dann im Anschluss persönlich noch meine Bedenken erläutert und was es für seine Kunden bedeutet..

Ich will gar nicht sagen, dass es nicht auch einen Platz für weniger technische Leute gibt. Ich kenn einige wenige Projektmanager und auch Vertriebler, die wirklich gut sind und ihrem Unternehmen einen echten Mehrwert schaffen, vor allem durch gute Kommunikation und als Bindeglied. Aber: Jeder von denen verschließt seine Augen nicht vor Technologie. Wenn ich in einem Technologiekonzern arbeite, dann *muss* ich mich auch damit auseinandersetzen und sie zumindest auf high level verstehen. Nicht jedes Bit und ich darf auch gern etwas überhören, wenn der Techniker abschweift, aber ich muss zumindest versuchen zuzuhören, ihn nicht unterbrechen und mich bemühen, die für mich relevanten Parts aufzufangen.

Ansonsten muss ich wissen wo ich Lücken habe und mir dort qualifizierte Leute suchen. Immer wenn es keinen technischen Lead gibt, gehen Projekte vor die Hunde (also leider in den meisten Fällen).

Vor allem die Kommunikation ist der Trick. Spontane Abstraktion in Erläuterungen ist alles andere als trivial. Es ist einfach ein komplexes Problem zu beschreiben. Es ist unglaublich schwierig ein komplexes Problem adäquat in ein paar Sätzen zu beschreiben und es auf das wesentliche zu reduzieren. Das braucht Jahre der Übung und Erfahrung. Wenn du aber nie den gesamten Detailgrad gesehen und verstanden hast, wirst du auch nie den Abstraktionsvorgang nachvollziehen können. Und genau das Problem hat jeder, der ohne technischen Hintergrund mit Technikern redet. Genau deshalb läuft da so viel verkehrt und genau deshalb gibt es in dem Bereich so viel Frustration.

Wenn ihr keine Ahnung von der IT habt, dann fangt an euch das anzueignen und seid bereit, dass das weit mehr erfordert, als ein Studium zu absolvieren. Es ist zwar die Branche mit den größten Möglichkeiten, aber gleichzeitig auch die Branche in der man am meisten (zusätzlich!) investieren muss, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Sucht euch in der Freizeit ein Projekt und setzt es um. Es kann ein Spiel sein, es kann ein Podcast sein und es kann eine Webseite sein. Ganz egal. Ihr müsst auch nicht zwingend selbst programmieren, auch wenn ich finde, dass es nicht schadet. Ansonsten sucht euch da Leute für und lernt sie zu koordinieren. Wirklich zu etwas bringen, wird man es in der IT imho aber nur, wenn man es als Berufung ansieht und nicht als Job.

Andernfalls muss man frühzeitig den Weg Richtung Abteilungsleitung, Projektmanagement oder Vertrieb einschlagen. Das ist dann effektiv aber kein echter IT Job mehr. Doch auch da ist man meiner Meinung nach besser, wenn man früher die Grundlagen gelernt hat. Man darf sich nur nicht einbilden man hätte Ahnung, weil man vor 10 Jahren einmal etwas programmiert hat. Die Welt läuft weiter.

bearbeitet von S. Moon
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