S. Moon

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  1. Suchst du eher Open Source / self-hosted oder bezahlte Cloudlösungen? In beiden Fällen hast du dutzende von Möglichkeiten und schlussendlich hängt es doch sehr von deinen konkreten Anforderungen und Workflows ab und wie dir die jeweilige Umsetzung gefällt. Ich hab mir vor ein paar Jahren mal ein halbes Dutzend Open Source Lösungen einfach aus Interesse angeschaut. Würde an deiner Stelle dasselbe machen - jede Empfehlung kann nur anekdotisch sein und muss nicht zu deinen eigenen Anforderungen passen. Im professionellen Bereich landen dann gefühlt irgendwie doch alle irgendwann bei Salesforce. Aber für deinen Anforderungskatalog wäre das wohl Overkill und mit 25€ pro User/Monat wohl auch zu teuer. Entscheid dich doch einfach für self-hosted vs. Cloud und schau dir dann ein Dutzend Lösungen an. Solltest mit Google zig Rankings der populärsten Varianten finden. Als innovativen, ungewöhnlicheren Ansatz mit mehr Fokus auf Projekte würde ich ansonsten einfach mal Trello in den Raum werfen. Vielleicht reicht das bei den Anforderungen sogar aus, obwohl es nicht in die eigentliche Richtung geht. Weitere Option das Thema aus ganz anderer Perspektive anzugehen wäre Slack. Das ist primär eine Kollaborations- und Kommunikationsplattform für Entwickler, aber auch da gibt es CRM Plugins.
  2. Okay, dir geht es also um striktere Begriffsdefinitionen. Für mich heißt "monetarisieren" "Geld machen". Und daher habe ich alle Varianten aufgelistet Geld zu verdienen, die mir einfallen. Dabei war die Essenz, dass das ziemlich einfach ist, denn schlussendlich verdient man Geld mit: Waren (ich zähle Informationen mal dazu) Dienstleistungen (Ideen) (-> Börse, Übernahmen, Patente) (Gefühlen) (-> Casino, Pay-to-win Games, Lifestyleprodukte) Hab ich was vergessen? Ich denke alles andere sind Permutationen davon oder parasitäre Modelle, die sich irgendwo in diesen Strom einschleichen wollen. Da ich Informationen und Wissen je nach Distribution in diesem Sinne auch als Produkt oder Dienstleistung betrachte, passt es genauso ins Schema. Der Unterschied zwischen Lifestyle und akzeptablen Produkten ist Nachhaltigkeit und Moral, weil genau das das Kriterium der Kategorisierung war, mit dem ich ein Zeichen gegen den "ich mach eine Webseite um Kohle zu scheffeln" Trend setzen wollte. Jetzt kannst du sagen, dass Unternehmen per Definition unmoralisch sind und in einer kapitalistischen Welt das einzige Ziel das Erzielen von Gewinnen sein soll, aber ich rede hier ja nicht mit einem Unternehmen, sondern mit einem Individuum und da ist es noch nicht zu spät für den Appell an Mindeststandards und Nachhaltigkeit. Lifestyleprodukte verkaufen dir Gefühle, nicht Produkte. Ich finde das in den meisten Fällen bedenklich, weil man hier fast immer Sehnsüchte und Abhängigkeiten der Konsumenten ausnutzt und kein ausgewogenes Verhältnis zwischen Anbieter und Kunde besteht. Lies mal das Casino Kapitel in "Die granulare Gesellschaft" dazu, ist sehr spannend. Das Verwerfliche ist nicht die grundsätzliche Idee einem Menschen ein gutes Gefühl anzubieten, sondern das Ungleichgewicht von Macht, Kontrolle und Transparenz. Ein Beispiel bei dem es fairer und besser funktioniert ist Merchandise, zum Beispiel für eine Band oder Community. Hier hat sich bereits das positive Gefühl in Vorleistung aufgebaut und der Konsument drückt seine Zugehörigkeit dann über Merch aus. Im Grunde ist das ein kreativer Weg für Spenden, bei denen der Spender gleichzeitig eine Gegenleistung erhält, die ein positives Zugehörigkeitsgefühl anfeuert. Das spielt natürlich auch mit Stolz und sowohl Gruppenzwängen, als auch Ausdruck von Persönlichkeit, aber nicht mit unerfüllt (bleibenden) Wunschträumen. Zu "Geschäftsmodelle / Vertriebskanäle" - weil diese Modelle Popularität und Reichweite voraussetzen und daher Synergien mit einer Webseite mit Besucherströmen bilden. Die Frage ist doch "wie bekomme ich Geld für Aufmerksamkeit"? Der einfache Weg ist Werbung zu schalten, aber Werbung ist nichts als Mittelsmann/Verlängerung bis zum Ende der Nahrungskette. Die naheliegendste Variante um den Gewinn zu steigern ist es den Mittelsmann aus der Gleichung zu nehmen. An dieser Stelle nutzt du also die Popularität der Webseite, um dein Produkt oder dein Geschäftsmodell zu befeuern. Je näher die thematisch zusammenhängen, umso besser. Und Scam Modelle leben doch ausschließlich davon, einem einen Wunschtraum zu verkaufen. Das ist also zu 99% Marketing, was in einer Aufmerksamkeitsökonomie recht nah bei dem Monetarisieren von Besucherströmen ist. Mein Gedankengang ist dabei natürlich zwei Stufen zu meta für die ursprüngliche Intention des Threaderstellers und eher philosophischer Natur, aber ich finde ihn dennoch wichtig, gerade wenn man etwas Nachhaltiges machen möchte, das über Jahre Bestand hat und eher wächst, denn sich verbraucht.
  3. Die meisten Nerds sind im Gegensatz zu dir ziemliche Idealisten und Weltverbesserer. Die machen das tatsächlich in erster Linie aus persönlichem Ergeiz, als Projekt um besser (oder überhaupt einmal, siehe OpenSSL) programmieren zu lernen - oder einfach nur für den Selbstzweck gute Software zu schreiben. Oder auch weil sie selbst Mangel an einer bestimmten Software hatten und es dann in die Hände genommen haben, statt auf jemand anders zu warten. Nicht jeder macht alles im Leben immer nur für monetäre Verwertung. Das gilt umso mehr für alle, die sich hinter den Kulissen, also zum Beispiel als Debian Maintainer engagieren. Nun zu deinen Beispielen - Wikipedia und Mozilla sind Stiftungen. Die haben mittlerweile hauptberufliche Mitarbeiter im 2-3 stelligen Bereich, die man auch bezahlen sollte und brauchen dafür Geld. Firefox kassiert Millionenbeträge dafür, dass Google die Standardsuche dort ist. Wikipedia lebt wie du selbst erwähnt hast von Spenden. Wordpress kann man auch als Cloudservice mieten, anstatt selbst zu hosten. Drupal verkauft professionellen Support an Firmennutzer, was wohl das gängiste Open Source Geschäftsmodell ist. Der Großteil hat als Hobbyprojekt angefangen, ist dann stark gewachsen. Manchmal haben die Verantwortlichen gewechselt und es gab größere Forks. - Oft auch weil den Leuten die Geschäftspraktiken der ursprünglichen Gründer missfielen, wie beispielsweise bei Owncloud (-> Nextcloud) oder Observium (-> LibreNMS), weil diese zu gierig wurden und die Kundenorientierung aus dem Blick verloren hatten. Über die Jahre hinaus sind dann kleine Hobbyprojekte, die man als Student oder neben der Arbeit, ohne Gewinninteressen, begonnen hatte, richtig groß geworden. Und dann liegt es nahe als derjenige, der sich am besten damit auskennt, eine Dienstleistung drum herum zu stricken.
  4. Die Frage ist eher wie groß du planst und ob du damit rechtlich irgendwem auf den Schlipps trittst. Wenn du wirklich sauber sein willst, musst du meines Wissens nach Telemediengesetz entweder deinen Sitz im Ausland (leicht andere Interpretation für EU/nicht-EU) haben oder du unterliegst in Deutschland der Impressumspflicht - wenn sich deine Seite an deutsche Benutzer richtet (deutschsprachig, location based services, Vertrieb an Deutsche, etc). Dafür könnte dich jeder dahergelaufene Anwalt für abmahnen, wenn er Gewinn wittert. Also eher ungünstig. Mit Whois privavy und Hosting im Ausland (Niederlande/Canada sollten reichen) bist du zwar rechtlich nicht sauber, erhöhst aber die Chance unter dem Radar zu segeln deutlich. Vielleicht reicht dir das für den Start und um überhaupt zu sehen, ob die Idee sich lohnt. Wenn du das dann gewerblich machen willst und sich die Seite konkret an Deutsche richtet, solltest du natürlich eine Firma gründen und ein Impressum betreiben.
  5. Ich füg mal noch etwas anekdotisches hinzu: Ich hab vor knapp 20 Jahren (mit 13) angefangen Webseiten zu bauen, genau wie ein paar Freunde von mir und vor ca. 10 Jahren, also zum Start des Berufslebens, damit aufgehört. Insbesondere als Teenager haben wir so ziemlich alles mal ausprobiert. Ganz am Anfang reines HTML+CSS, dann viel Perl via CGI (gab es damals noch Freewebspace zu) und später mehr PHP. Alles noch vor den großen Framework Hypes wie Ruby/Rails, Python/Django und jetzt Node, vor großen Templatesystemen und bevor es einfache, massentaugliche CMS ala Wordpress und Open Source Projekte jeglicher Couleur gab. Bei meinen Webprojekten war auch inhaltlich so ziemlich alles dabei, was das Internet an shady Content hergab: Hacking Tools, Tutorials, diverse Foren, ein Gästebuchservice (SaaS in 1999!), eine Topliste (kennt jemand die Dinger noch?), Game Hacks (die hatte sogar richtig viele Besucher), Gaming Communities, Web Warez (war eine Weile #1 in der Gulli Toplist), sogar einmal eine Porno Seite (als das im gesamten Internet noch Bilder waren und nicht Videos) und auch ein MMO Browsergame mit > 1000 regelmäßigen Spielern. Mein Killerapplikation war eine Web Warez Seite, die automatisch vor jedem Download checkt, ob die Files noch online sind und falls eines gelöscht wurde, das bemerkt und es automatisch im Hintergrund auf einen neuen free Web Hosting Account mirrored - da hab ich die halben Sommerferien dran programmiert, bis mir durch eine Verkettung blöder Zufälle die Festplatte gecrashed ist und ich alles verloren habe. ;) Das war dann meine zum Glück frühe Lehre zum Thema Backups. Im Vordergrund stand mir aber immer der Reiz es einfach auszuprobieren eine coole Webseite abzuliefern, mit allen damit verbundenen Aufgaben - Frontend, Backend, Gfx, Design und mich dabei technologisch weiterzuentwickeln. Das Einzige was ich je monetarisiert habe, waren Amazon Reflinks in den Bücherempfehlungen meiner privaten "Homepage". Da kamen dann sogar ca. 200 DM bei rum, weil mich im IRC häufiger Bekannte nach Literaturtipps gefragt haben. Beim Browsergame hab ich freiwillig ein paar Jahre lang 10-50€ pro Monat für Serverkosten reingebuttert. Ich hab zwar über Monetarisierungskonzepte nachgedacht, aber es ist sehr schwierig etwas zu finden, mit dem man nicht die Seele des Spiels verkauft und fair gegenüber den Usern bleibt. Habe allerdings als Schüler ein paar Auftragsarbeiten (meistens Installation und Konfiguration) von Scripten für größere Betreiber gemacht und auch einen eigenen Server betrieben und dort das Web Hosting für meine Freunde gemacht, indem wir uns die Kosten geteilt haben. Die Skills sowohl aus der Zeit, als auch vor allem aus der ganzen Webentwicklung und aus meinem Browsergame helfen mir definitiv auch heute noch regelmäßig im Job. Mir war es aber nie besonders wichtig Geld mit den Web Projekten zu verdienen. Von meinen beiden besten Freunden in der Schulzeit war einer hingegen komplett drauf aus, hat auch alles mögliche programmiert, aber nie Geld damit gemacht. Der andere - lustigerweise der mit den wenigsten Skills - hat das beste Tutorial im deutschen Internet geschrieben, wie man DVDs zu hochqualitativen Divx Filmen rippt, als das gerade aufkam. Also nicht mit einem einzelnen Tool, sondern eine Folge von 50+ Schritten mit diversen Tools rund um Virtualdub. Später hat er um diesen Guide herum eine Tauschbörse für Filme geschrieben, in der Leute sich anmeldeten, Listen ihrer Filme posteten und dann andere kontaktieren, Adressen austauschen und per Post gebrannte CDs tauschen konnten. ;D - Der hat damit parallel zur Schule um die 10.000€ gemacht und sich sein erstes Auto finanziert. Das allerdings auch nur, weil er irgendwann 0190 Dialer Popups eingebunden hat, obwohl er quasi die perfekte Idee zur richtigen Zeit hatte *und* es korrekt ausgebaut und eine Community darum gestrickt hat... Soviel wieder zum Thema Moral. Das war für mich immer unter der Gürtellinie. Im Internet existiert so viel Abschaum, dass ich finde, das man die Moralkeule in diesem Kontext schon ein wenig schwingen muss - Für eine bessere Welt. - Und für nachhaltigeren Verdienst für den Betreiber. Der ganze Pickup Bereich ist besonders anfällig für so etwas, weil es den Leuten hier nicht darum geht etwas Gutes zu kreieren, sondern nur das Resultat, also der Gewinn, im Vordergrund steht. Da ist mir beispielsweise der Großteil der Podcasting Community wesentlich lieber - die gehen mit Inhalten in Vorleistung und die Guten können davon heutzutage tatsächlich Leben.
  6. Das ist doch strukturiert und sogar ein ziemlich vollständiger Abriss über so ziemlich sämtliche möglichen Monetarisierungsvarianten inklusive moralischer Einordnung. Falls irgendwas unklar ist, frag oder google und du findest innerhalb von fünf Sekunden weiterführende Informationen. Die Stichworte sind alle drin. Aber du hast natürlich recht, dass eine gewisse Provokation und Polemik mitschwingt, wenn jemand ernsthaft erwartet eine derartige Frage beantwortet zu bekommen, an der sogar Unternehmen wie Twitter oder die gesamte Zeitungsbranche seit Jahren scheitern, obwohl die sogar noch echten Mehrwert für ihre Benutzer erbringen. Insbesondere nachdem er überhaupt keine Information im Einstiegsposting mitgegben hat und offensichtlich überhaupt keinerlei wirklichen Plan hat. Der Subtext meines Postings war selbstverständlich, dass alle redlichen Formen eine Webseite zu monetarisieren beim *Content* beginnen. Das heißt über den sollte man sich als allererstes Gedanken machen, denn ohne Content, der es wert ist, kann man sich das ganze Unterfangen auch sparen. Alles andere ist entweder zum Scheitern verurteilt oder asozial.
  7. Whois Privacy + im Ausland hosten. https://www.inwx.de/de/offer/whoisprivacy
  8. Moralisch akzeptable Variante: Ein eigenes Produkt verkaufen, das dem Käufer einen Mehrwert bietet In Vorleistung gehen und echten Content abliefern für den die Benutzer freiwillig spenden (Paypal, Überweisung, Flattr, Patreon, uvm.) Eine (digitale) Dienstleistung anbieten, die dem Benutzer einen Mehrwert bietet und direkt monetarisierbar ist (Premium Account, Extra Features/Paywall) Eine (digitale) Dienstleistung anbieten, die entweder eine andere Iteration von 1) befeuert oder interessant genug für andere ist, bei denen es 1) oder eine der inakzeptablen Varianten unterstützt, so dass sie das Ganze übernehmen wollen Grauzone: Affiliate Links zu beispielsweise Amazon bei denen man direkt am erzielten Umsatz beteiligt wird - Finde ich okay, wenn es im Kontext der Seite Sinn ergibt (z.B. Politikpodcast mit Amazon Bestelllinks zu Literaturempfehlungen) und unabhängig davon ein Mehrwert in der Seite steckt. Nicht okay, wenn es der alleinige Sinn der Seite ist oder man für mehr Marge Bullshit anpreist. Erst recht nicht okay, wenn man Schleichwerbung für Produkte macht, die man angeblich toll findet (Bibis Beauty Palace) Niedere Instinkte unmündiger Benutzer ausnutzen (Instagram girls, Twitch Streamerinnen) - rangiert aber irgendwo noch in "selbst schuld" Territorium Eine Marke rund um Lifestyle aufbauen und dann Schund zu völlig überteuerten Preisen verkaufen (Proteinpulver, Energydrinks) - ebenso Moralisch inakzeptable Varianten: Die von dir gennannten Beispiele (Ich empfinde Werbung grundsätzlich als unethisch, verwerflich und nicht nachhaltig) Einen Self-Help Ratgeber über dutzende Blogposts, Podcasts und schließlich zu kaufende Bücher/Seminare/Videos aufziehen, dessen Essenz man in fünf Sätzen zusammenfassen könnte Daten der Benutzer weiterverkaufen MLM Selbst Spam/Phishing/Nigerianische Prinzen an die Benutzerkontaktadressen schicken Leichtgläubige Benutzer offensichtlich betrügen (Diätversprechen, Astrologie, Sekten, Homöopathie) Pay-to-win Games / in-app purchases
  9. Potentiell interessant, wobei in 150 Jahren natürlich einige disruptive Ereignisse dazwischenkamen und schon die Frage ist was man genau vergleicht (Brutto/Netto...). Da ich dort nur einen Satz lesen kann, werd ich daraus natürlich nicht besonders schlau. Gibt es irgendwo etwas Vergleichbares zum Dax Dreieck für Immobilien? Ist schon schwer die Daten allein zuverlässig zu erlangen. Müsste wohl irgendeine größere z.B. Genossenschaft mit ausreichend Entropie exemplarisch zur Verfügung stellen und selbst dann ist natürlich unklar ob die nur besonders gut eingekauft und gewirtschaftet haben und wie repräsentativ das ist. Oder gibt es andere Möglichkeiten die Daten zuverlässig zu erheben? Boerse.de sagt beispielsweise: > Wie langfristige Daten des Researchhauses Bulwiengesa zeigen, verzeichneten Immobilien in Deutschland nach Abzug der Inflationsrate von 1970 bis 2009 überhaupt keine Wertsteigerungen! Das angeblich sichere Betongold verlor inflationsbereinigt bis zu 22 Prozent, wobei die längste Verlustphase 15 Jahre andauerte. http://www.boerse.de/nachrichten/Dax-vs-Immobilien-Rendite-was-viele-nicht-wissen/7679836 Aber die sind natürlich befangen. - Und reden nur vom Wert, nicht von Mieteinnahmen in Relation zum Investment. > Bei fast 25 Prozent der Immobilienanlagen beträgt die Rendite null Prozent, den Vermietern bringt ihr Wohneigentum gar nichts, hat das Wirtschaftsforschungsinstitut herausgefunden. Bei 8,5 Prozent ist die Bruttorendite sogar negativ. [...] Nur 18 Prozent der Eigentümer können mit einer Verzinsung von 5 Prozent und mehr eine ordentliche Rendite erzielen. http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/sparen-und-geld-anlegen/magere-renditen-jeder-dritte-vermieter-macht-mit-immobilie-keinen-gewinn-13158425.html => Großes Risiko, wenn man nicht genau weiß, was man tut.
  10. Schusswaffen und Single Malt! Wenn die Kernkraftwerke nicht mehr gewartet werden, hilft dir auch das Jod nicht mehr. Das mit dem Sachwert ist natürlich völlig richtig, aber auch erst, wenn dir die Wohnung vollständig gehört. Hättest du also das Kapital jetzt auf der Hand und sagst "Aktien sind mir zu unsicher, ich kauf mir davon lieber eine Wohnung und riskiere dafür einen Wert- und Renditeverlust", ist das völlig legitim und in Bezug auf mögliche Arbeitslosigkeit vor Renteneintritt ggf. sogar nicht dumm. Solang die Wohnung aber primär ein Kredit ist, kann der genauso in einer Blase verschwinden. - Und gerade bei Immobilien haben wir das ja in den USA 2008 gut gesehen. Wenn jetzt die Zinsen wieder hoch gehen, wird es mit Sicherheit einige geben, die ihre Kredite, die in den nächsten Jahren erneuert werden müssen nicht mehr finanzieren können. Dazu gibt es dann vielleicht Frieden in Syrien und eine weitere Million Leute weniger müssen untergebracht werden. Schon kann es passieren, dass durch das plötzliche Überangebot ein Haus das 200k€ + Erwerbskosten, sagen wir 225k€, gekostet hat nur noch 150k€ "wert" ist. Wenn du dir dann die Rate nicht leisten kannst und im worst case für 100k€ zwangsversteigern musst, stehst du auf einmal mit 125k€ (-Anzahlung) Schulden da. Mit Aktien hättest du im Crash vielleicht 10-20% verloren, aber dann wartet man ein paar Jahre und es hat sich wieder. Ist natürlich ein völlig übertriebens Beispiel und soll nur zeigen, dass ein Haus nicht so sicher ist wie man glaubt, erst recht nicht, wenn es noch nicht abbezahlt ist. Man vertut sich bei Aktien aber auch immer gern, denn grundsätzlich ist das auch nicht rein virtuelles Vermögen, sondern dir gehört konkret ein Teil eines Unternehmens. Und wenn man wirklich Angst vor einem ganz bösen Crash hat, was glaubst du, wer von so einer Krise im Regelfall am meisten profitiert? Privatanleger mit Schulden oder große Konzerne? Ich denke man sollte gerade, wenn man Angst hat entweder in Waffen und Nahrung investieren oder in die Börse.
  11. > kannst du den beitrag für mich in "nicht finanz sprech" übersetzen? Was ist dir denn unklar, @salazey? > ich will die wohnung nicht als kapital anlage sondern als "altersabsicherung" das ich meine anderweitig angesparte rente für blackjack und nutten ausgeben kann anstatt für miete. Und wo ist da der Unterschied? Kapitalanlage = man legt Geld auf die Seite und macht aus Geld mehr Geld. Wenn dir das "aus Geld mehr Geld machen" egal ist, dann kannst du genauso die Kosten der Wohnung zur Seite legen und davon im Alter die Miete zahlen, nur ganz ohne Anlagerisiko, überhöhte Einstiegspreise, Mietnomaden, Instandhaltung, sich drum kümmern uvm. Also geht es dir im Endeffekt doch um eine Kapitalanlage, nur um eine "gefühlt" risikofreie, die hoffentlich mehr Rendite erwirtschaft, als die Inflation dich kostet. Dass es aber auch da ein nicht unerhebliches Risiko gibt, wird eben gern unterschlagen, weil die Angst vor dem Aktienmarkt irrational groß ist. Deshalb haben die Deutschen im internationalen Vergleich auch sehr wenig Vermögen, obwohl sie mit die höchsten Sparraten aufbringen. Du kannst dir das alles mal durchrechnen und wirst wahrscheinlich überrascht sein, wie wenig sich eine Immobilie unterm Strich meist lohnt. Allerdings kann man die Rechnung recht einfach sowohl in die eine, als auch in die andere Richtung drehen, wenn man nur ein paar Rahmenparameter leicht ändert, daher bleibt das am Ende doch eine ziemliche Kaffeesatzleserei. Die effektiven Kosten sind mit (Erwerbsnebenkosten + Steuern + Instandhaltung + Opportunitätskosten) auf die gesamte Zeit gerechnet auf jeden Fall höher, als man es sich selbst gern exemplarisch gegenüber der Miete vorrechnet. Und bei der Eigennutzung, macht man sich selbst enorm unflexibel. Das ist ein Luxus, den man sich gönnt oder nicht gönnt und in dem Kontext völlig legitim. Aber es ist eben keine Anlage und damit kein finanzielles Argument. Wenn du davon ausgehst, dass die Weltwirtschaft - zumindest solang auch die Weltbevölkerung wächst, also mindestens bis 2040-2050 - noch entsprechend wächst, kannst du wahrscheinlich auch davon ausgehen, dass du weiterhin eine durchschnittliche Rendite im Bereich des historischen Durchschnitts (7-9%) erzielen kannst, wenn du breit genug fächerst. Das heißt dein - statt Kauf - erspartes Geld wird sich bis zum Rentenalter so weit multiplizieren, dass du dir über Miete keine Sorgen machen musst, wenn du es entsprechend anlegst. Wenn du umgekehrt trotzdem der Meinung bist, dass Immobilien eine gute Idee sind, du den Riecher für die richtige Lage hast oder irgendwann definitiv den Luxus Eigenheim haben möchtest und so oder so einen Kredit aufnehmen wirst, dann mach das so früh wie nur möglich bei den aktuellen Zinsen. Alles dazwischen ist eine ungare Mischung und sorgt effektiv dafür, dass du Geld liegen lässt. - Insbesondere mit dem abgesteckten Zeitraum von 5-10 Jahren, in dem es zur Zeit keine vernünftige Anlagemöglichkeit gibt, um auch nur einen sicheren Werterhalt zu erzielen.
  12. Ich denke "5-10 Jahre" Horizont sind das Ungesündeste, was du machen kannst. Entweder willst du Geld mit Immobilien machen, indem du das Risiko trägst - dann holst du dir jetzt einen Kredit zu günstigen Konditionen und lässt die Mieter weitgehend zahlen. Oder du legst dann Geld mittel- bis langfristig an und steigst zu einem späteren Zeitpunkt ein, wenn Immobilien tendenziell niedriger bewertet sind. Dann musst du aber genug Geduld mitbringen, eine mögliche Aktienblase aussitzen können und dort erst einmal deine Rendite einsammeln. An dem Punkt ist die Immobilie dann aber nur ein Umschichten deines Vermögens in einen weniger volatilen Wert - auf Kosten der Rendite. Mit allem anderen verlierst du effektiv jedes Jahr Geld. Historisch gesehen, ist die Kapitalrendite von Immobilien über einen längeren Zeitraum AFAIK tendenziell immer schlechter gewesen als die der Aktienmärkte. Immobilien lohnen sich, weil du mit einem Kredit einen Hebel nutzt und die Unkosten an den Mieter deligierst. Dann trägst du das Risiko des Kredits und bekommst dafür deine Rendite. Ich finde aber, dass bei Immobilien a) das Risiko b) die Nebenkosten (allein Notar, Makler, Steuern beim Erwerb sind easy 10-12% der Erwerbskosten) und vor allem c) die Opportunitätskosten, also Zeit, Arbeit, Stress und damit verknüpfte Gedanken, extrem unterschätzt werden. Durch die überhöhten Preise als Konsequenz der Niedrigzinsphase wird das nicht besser. Und wie immer - je mehr Aufwände du outsourcest, umso mehr schmälerst du deinen Gewinn. Das wird erst dann wieder interessanter und lohnenswert, wenn man das Ganze hochskaliert und viele Immobilien hat. 5-10 Jahre sind aber zu kurz, um das Geld vor dem Einstieg irgendwo sinnvoll anzulegen. ETFs finde ich großartig, aber für den avisierten Anlagezeitraum ist das die falsche Empfehlung. Im schlimmsten Fall gehst du dann mit Verlust raus. Auch bei stark diversifizierten ETFs wie MSCI World+EM musst du möglicherweise mehr Geduld mitbringen. Die Aktienmärkte sind zur Zeit dank Niedrigzins ebenfalls stark überbewertet im Verhältnis zu den realen Gewinnen der Unternehmen dahinter. Das kann also auch gern eine Weile stagnieren oder gar fallen. Wichtiger als alles andere ist es bei Immobilien aber doch die richtige Lage zu finden, wo auch in Zukunft genug Nachfrage besteht. Darin steckt doch das Hauptrisiko bei der ganzen Sache. Ich würde persönlich zur Zeit keine Immobilien kaufen. Eher noch (mit Kredit) selbst bauen, aber dann braucht man ein passendes Grundstück in zukunftsträchtiger Lage und das allein ist mir eine viel zu große Spekulation. Und vor allem hat der Durchschnittsbürger in dem Bereich in meinen Augen viel zu wenig Expertise. Am Ende setzt du all dein Geld auf eine Karte: "Hat diese Lage Zukunft oder nicht?" - mir wäre das nicht genügend Diversifikation. Dann doch lieber die gesamte Weltwirtschaft im MSCI World.
  13. Zwei Punkte noch zusätzlich zu dem was die anderen gesagt haben: Das erste Auto sollte imho <10k€ kosten, wahrscheinlich sogar <5k€. Ja, du bist total versiert und weißt genau was du tust, aber effektiv haut fast jeder Fahranfänger sich ein paar Macken in den ersten Wagen. Die Höhe des Lehrgeldes bestimmst du selbst. Mein erster Wagen kostete damals 7000€ (was in meinen Augen eigentlich schon zu teuer für einen Fahranfänger ist) und ich hab in den ersten Jahren eine ca. 25cm hohe Mauer beim rückwärts Wenden übersehen, sowie ein anderes Auto auf dem Parkplatz erwischt das zwischen zwei Spiegelblicken in den dann toten Winkel fuhr, weil ich zu unvorsichtig und ungestüm war. Zum Glück ist mir dann später jemand anders hinten drauf gefahren und ich hab 2000€ von dessen Versicherung bekommen und den Wagen nach drei Jahren ohne den Schaden zu reparieren für 4000€ weiterverkauft. So ein Glück hast du beim Neuwagenleasing garantiert nicht. Die meisten haben sich hier auf Schäden und auf deren Höhe konzentriert. Mein Punkt ist, dass solche Macken bei so ziemlich jedem Fahranfänger vorkommen, egal wie sicher und toll du dich fühlst. Man ist eben noch nicht erfahren genug. Und selbst mit 300.000 km Fahrerfahrung macht man manchmal einen dummen Fehler (ich zumindest..). Die meisten Leasingangebote mit super monatlichen Konditionen haben irgendwo ihre Tücken. Sixt Leasing beispielsweise versteckt gut und gern 1000-2000€ zusätzliche Kosten im Kleingedruckten für Überführung/Endabnahme und dergleichen. Man sollte sich auf keinen Fall von den scheinbar tollen Raten ablenken lassen ohne nicht genau alles auf Herz und Nieren zu prüfen. Muss hier nicht der Fall sein, aber eine Warnung schadet nicht. Im Endeffekt ist es mit ziemlicher Sicherheit lohnenswerter - wenn es unbedingt ein Neuwagen sein muss - mit gutem Rabatt zu kaufen (und sei es ballonfinanziert), den Wagen länger als drei Jahre zu halten (wenn man sich schon sein Traumauto konfiguriert, wieso dann nicht fünf-sechs Jahre fahren?) und es dann gebraucht zu verkaufen. Ob Leasing oder Finanzierung ist heute für Privatpersonen eigentlich kein Unterschied mehr, aber so nutzt du den Aufpreis, den du für das selbst Konfigurieren zahlst wenigstens etwas aus. Rechne dir auf jeden Fall die Total Cost of Ownership, also die Summe sämtlicher Kosten, Gebühren, An- und Abzahlungen aus und schau was schlussendlich unterm Strich steht. Ich kann den Reiz am Neuwagen grundsätzlich durchaus nachvollziehen und ich hab vor gut drei Jahren nach Jobwechsel selbst einen A5 mit Wunschausstattung finanziert. Aber ich hab den abbezahlt und werde ihn noch zwei-drei Jahre weiter fahren bis ich ihn verkaufe. Einige Extras waren verschenktes Geld, aber im Großen Ganzen bin ich glücklich wie es gelaufen ist, allein schon, um sich einmal den Wunsch erfüllt zu haben. Der nächste Wagen wird aber mit ziemlicher Sicherheit ein bar bezahlter Jahreswagen. Und als Fahranfänger hätte ich nicht einmal im Traum daran gedacht, mir einen Neuwagen zu holen. Das ist einfach gnadenlos über die Verhältnisse und Situation gelebt. Gedulde dich. Okay, willst du eh nicht hören...
  14. Mal abgesehen von allem was bereits genannt wurde, könnte es auch Richtung Peter Principle gehen. Als Automatisierungsingenieur ist er vielleicht fachlich sehr stark, aber das hat nun einmal nichts mit seinen Fähigkeiten als Teamleiter zu tun. Sprich, möglichlicherweise ist er historisch eine Ebene über seine Kompetenzen hinaus befördert worden. In der Art und Weise wie heute Unternehmen weitgehend geführt werden, kann das strategisch eher ungewollt sein und man möchte explizit lieber jemanden in einer Führungsposition der fachfremd und daher gezwungen ist zu delegieren, als sich selbst einiger Probleme anzunehmen. Wie clever das schlussendlich ist, sei mal dahingestellt. Die Motivation kann dabei sowohl sein, dass er fachlich zu gut, als auch dass er managementtechnisch zu schwach war. Oder er hat sich eben wirklich mit den falschen Leuten überworfen. In jedem Fall sollte er selbst entschieden was für eine Art von Funktion er inhaltlich erfüllen möchte und anhand dessen seinen weiteren Werdegang gestalten. Wenn das in der Firma nicht möglich ist, dann eben in einer anderen.
  15. Ich glaube eben, dass es eine Menge Potential ohne monetäre Verrechnung und exaktes Aufrechnen gibt. So lang beide Parteien mit dem Tauschhandel glücklich sind, ist daran doch nichts verwerflich. Opportunitätskosten sind bereits ein viel zu abstraktes Konzept für den Großteil der Bevölkerung. "Geben und Nehmen" ist viel transparenter. Wenn beide Parteien kein Geld haben und den Staat nicht zum Nutznießer der Transaktion machen wollen, umso mehr. Vor allem kleine Dienstleistungen im privaten Umfeld, sowie Sammlerobjekte sind monetär sehr schwierig zu quantifizieren und noch schwieriger an den Mann zu bringen. Als Basis eines Tausches hingegen, sieht das völlig anders aus. Das funktioniert natürlich immer nur regional begrenzt. Die Plattform soll nur helfen die Anonymität der Stadt zu überwinden. Regionale Suche ist das wichtigste Feature. Aber du hast recht. Wahrscheinlich ist diese Diskussion sehr weit weg vom Entwurf des Threaderstellers und somit nicht zielführend.