The Rock Bottom - von da aus geht es nur noch nach oben!

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Abend Leute :hi: 

Hab mir schon ein bisschen den Kopf zerbrochen, wie und wo ich am besten anfangen soll, -oder ob ich diesen doch sehr persönlichen Thread überhaupt aufmache- bin aber bei Mucke hören direkt auf diese Line gestoßen...

"First things first
I'ma say all the words inside my head
I'm fired up and tired of the way that things have been..."

...sums it up pretty well. Das mit dem fired up fehlt noch n bisschen, war aber noch schlimmer, Rest trifft den Nagel schon gut aufm Kopf.
Aber erstmal dazu, was bei mir eigentlich Status Quo ist - mit der Gefahr, dass es sich im ersten Moment wie ein Heulthread liest...

Depression ist -verzeiht mir die Wortwahl- ein Hurensohn.
Ich weiß nicht, wer von euch Usern die Erfahrung schon mit Depression machen durfte; ich stelle es einfach mal die Theorie in den Raum, dass gerade die PickUp-Thematik (oder ähnliches wie MgtoW, RedPill, etc.) gerade die Leute anlockt, die headspace-mäßig aus ner ähnlich dunklen Ecke kommen/kamen (einige Threads hier würden die These nur unterstützen lol).
Klar gibt es einige, die eigentlich im Leben schon im Vorfeld alles im Griff hatten außer das andere Geschlecht...oder einige, die schon vorher schon im Blindflug oder naturalmäßig Teilzeitficker gewesen sind...mich persönlich würds nicht wundern, dass viele, die für PU empfänglich sind, auf dem Dating-Markt so gar keinen Land sehen...und dass das eigentlich nur ein Symptom für eine ganz andere Baustelle im Leben ist...und da schließe ich mich -hands down- mit ein.

Ich hab mal, als ich mich hier eingelesen habe, in irgendeinen Thread eine Message aufgeschnappt, die ich gerne zitieren würde, aber leider nicht mehr finde...war definitiv Schatztruhen-Material; reiche ich vll mal nach, bis dahin soll es sinngemäß ausreichen:
"Wenn du gerade ein ernsteres Problem hast, dass über PickUp und Frauen kennen lernen hinaus geht...leg PickUp auf Eis; fahr es zumindest runter. Kümmer dich erst um deine Baustellen und komm wieder zurück, wenn diese abgearbeitet sind..."
Ich war stur genug und zu stolz, sodass ich diesen Tipp 4 Jahre lang ignorierte nach dem Motto: aaaach, sobald ich mein Studium fertig hab, krieg ich mein Leben sowas von in den Griff. Warum nicht parallel schon mal paar Mädels klären.
In den guten oder auch neutralen Phasen wäre das auch durchaus möglich gewesen...wenn nicht alle paar Wochen/Monate dann eine scheiß Phase folgen würde, wo sich das Muster immer wieder gleicht: irgendwas wurmt mich ---> Scheiß Laune ---> mit Scheiß Laune Sets machen --> Sets scheiße ---> Laune noch mieser ---> Alles in Frage stellen ---> sich von alles und jedem abfucken lassen ---> PickUp-Pause und mimimi-Phase

Ich muss dazu sagen, dass mein Game ohnehin nur arg beschränkt vorhanden ist....Sommer 2015 angefangen, in dem Zeitraum nur drei Lays gehabt, davon ein FB, die mich aber nach ner Zeit aussortiert hat...keine coole Statistik.
Bin aber überzeugt davon, dass die Lasten, die man im Leben so mitnimmt, immer irgendwo im Hintergrund mitschwingen...wenn sie nicht sogar offensichtlich sind.
Erst letzten Sommer, als mir irgendein HB vom Badesee so richtig die Birne mit nem Korb weggeschossen hat, musste ich mir zum ersten Mal eingestehen, dass es einfach sein könnte, dass ich ne echte Depression habe....und dass es nicht nur "schlechtgelaunte Phasen" sind.
Aus dem Loch bin ich im Herbst noch mal rausgekommen...bis die Scheiße dann in diesem Jahr mit einer Breitseite zuschlug, die ich so noch nicht erlebt habe...

Rewind #1
Eigentlich ne ganz banale Sache...bester Kumpel hatte JGA, wo wir erstmal schön Amsterdam gecrasht haben. Ich hab meinen Studentenjob an den Nagel gehängt, weil ich (vermeintlich) nach meinem Kolloquium mit dem Studium durch war (und mich der Job so gaaar nicht erfüllt hat). Allerdings kam mein letztes Gehalt zu spät, weswegen ich von zwei Mitfahrern Geld leihen bzw vorstrecken lassen musste...an für sich kein Stress, aber ich musste mein Gehalt mühsam hinterherrennen....und meine Leute dementsprechend mir hinterherlaufen.
Der ganze Spaß verzögerte sich so weit, dass mein bester Kumpel sich mit einklinken musste und dann wiederrum für mich vorstreckte, bis ich endlich mal mein Gehalt bekam.
Es waren glücklicherweise nur zweistellige Beträge, aber vom Prinzip her hat es denen schon abgefuckt...und mich auch, weil:
a) ...ist pleite sein immer so ein Scheiß-Gefühl...so einengend..ohne Moos nix los. Man kommt sich außerdem wie so n Dulli vor.
b) ...spricht es einfach gegen die Art und Weise, wie ich meine Freunde eigentlich behandeln will...und selber behandelt werden will.
c) ...war es auch das erste Mal in all den Jahren, wo ich Beef mit denen hatte...und dann auch selbst verschuldet (auch wenn die verspätete Zahlung der Auslöser war, man hätte es auch anders handeln können). Nach 1-2 Tagen war es dann kein Thema mehr, alles wieder tutti, aber in den Konfrontationen hat man sich natürlich schon scheiße gefühlt.
Normalerweise wäre die Story jetzt auch keine Große Sache, und spätestens wenn man wieder cool untereinander ist, hätt man die Sache abgehakt und zugesehen, dass sowas nicht wieder passiert....in meinem Fall aber war das der letzte Tropfen, der mein "Ich bin latent abgefuckt von meinem Status Quo im Leben"-Bullshit-Fass zum überlaufen gebracht hat....irgendwo kam diese permanente Unzufriedenheit wegen allen möglichen Scheiß wieder hoch...mein Studium, dass ich nach 8 Jahren einfach nur fertig haben will....dass ich immer noch bei meinen Eltern wohne....dass es mit den Frauen trotz PU nicht läuft....dass ich nur am Rechner hänge und rumdödel anstatt mal das Leben zu genießen...ihr merkt, die Spirale nach unten nahm ab dann wieder einen Lauf nach unten.

Rewind#2
Es ist Sommer....fucking Sommer...meine Lieblingsjahreszeit. Ich liebe die angenehme Wärme, ja sogar die Hitze. Ich liebe nackte Frauenhaut; ich liebe schöne sommerliche Outfits. Ich liebe es, bis 22 Uhr noch in der Sonne auf einer Wiese zu fläzen und dabei n kühles Bierchen zu sippen, am besten in gut gelaunter Gesellschaft. Ich liebe den Strand. Ich liebe Parties im Sommer.
Und trotzdem...es gab Tage, wo ich auch 2019 diese Zeit genossen habe. Aber spätestens ab der 2. Hälfte des Sommers kam diese....Freudlosigkeit auf. Du siehst die ganzen Mädels in den knappen Outfits...du tankst am Wasser Vitamin D bis zum Abwinken....und du fühlst....nichts....nur ein bloßes Schulterzucken....keine Lust...keine Freude.....kein Genuss....nur Schulterzucken....im Sommer....enough said.

Rewind#3
Keine zwei Wochen her....mir haben noch 2 CreditPoints im Nebenfach gefehlt...weil mir gesagt wurde, dass wenn ich Modul XY belege, kriege ich Z Punkte. Reicht für 180 CP. Fehlinformation: Hinterher gabs nur Z-2 Punkte. Studium hat wieder 1 Semester mehr gefressen als nötig.
Prüfungsausschuss war meeeeega kulant und hat mir angeboten, eine Hausarbeit zu schreiben. Hab ich gemacht...hab ich rechtzeitig abgegeben....und eben vor keine zwei Wochen endlich die Nachricht bekommen: ich bekomme die 2CP. Studium ENDLICH(!!!1!11!) durch....endlich Bachelor.....ich hab mir schon ausgemalt, wie ich am besten ausrasten kann!
Und als ich die Nachricht bekommen habe...fühlte ich....nichts....nurn Schulterzucken....cool, ich hab den Bachelor....wow. Kurzes High-Five mit meinen Eltern war das höchste der Gefühle. Aber sonst...no sense of accomplishment....kein Meilenstein-gepackt-Gefühl....nur Schulterzucken....nachm Bachelor-Abschluss....den ich mir so sehr herbeigesehnt habe....enough said.

Rewind#4 (last but not least)
Etwas, was mir gerade in einer Tiefphase....und somit dieses Jahr ziemlich oft passiert ist...aber heute irgendwie....gegipfelt ist...
Mein Dad macht mir Vorwürfe....weil ich ihn zwei Sachen versprochen habe, die ich immer noch nicht angepackt habe...zu antriebslos bin ich einfach. Zwei Sachen, die ich am Laptop erledigen kann/muss....null Problemo...normalerweise. Man setzt sich einmal hin...schreibts/proggts eben runter (gut, beim programmieren dauerts halt, aber wenn man sich hinsetzt, dann macht man halt auch ne Etappe...ihr wisst, was ich meine, Häppchen für Häppchen...Progress). Ich setze mich eben am Lappi....und es passiert....nichts.....fast nichts....Youtube, Twitch, WarCraft III, PlayStation, MineCraft, PornHub...das läuft alles wie flüssig Brot. Aber für mein Dad mal was machen, worauf ich eigentlich auch mega Bock habe.....oder mal was für MICH machen....Bewerbungen schreiben, Gitarre lernen, raus gehen, Sport machen....nada...aber noch bis 5 Uhr Lucifer gucken und um 13 Uhr aufstehen...läuft bei mir.
Dad dementsprechend sauer auf mich. Beschwert sich, warum ich nur am Zocken und am Pennen bin, nichts auf die Reihe kriege...dass andere Leute aus unserer Family in meinem Alter schon deutlich weiter sind....klar, mit Eltern diskutieren ist so ne Sache....und gerade mein Dad muss bei allem immer Recht haben, wenn es mal lauter wird....die Sache ist nur....bei all dem hatte er auch Recht....im Endeffekt hat er mir nur den Spiegel vorgehalten, den ich mir eigentlich selber schon in der kompletten depressiven Phase vorgehalten habe UND TROTZDEM nicht den Arsch hochbekommen habe!
Und was mach ich? Fange vor den Augen meines Dads einfach an zu heulen....weil mir gerade echt alles auf dem Sack ging...das mein Studium mir so viel Zeit und Gelegenheiten gekostet hat...und Nerven. Dass ich immer noch bei meinen Eltern wohne und NICHT eigener Herr über mein Leben bin. Dass ich immer noch pleite und arbeitslos bin. Dass ich so viel im Leben vor habe und fast nichts davon umgesetzt. Und vor allem....dass das alles mir bewusst ist, ich selber aber aus einem Sumpf aus Antriebslosigkeit, Gefühlslosigkeit, Pessimismus, wieder aufkeimender sozialer Angst, Videospielsucht und Schlafstörungen einfach nicht in der Lage gewesen bin, mich da herauszumanövrieren, obwohl ich sehr wohl einen glasklaren Plan habe, was ich zu tun habe.
Und ich heule...vor meinem Dad....bei dem ich immer noch wohne....ich werde in 2 Monaten 30 Jahre alt....enough said.

Wie gesagt...das hier soll NICHT wie ein Heulthread wirken...aber dennoch musste das hier erstmal raus....es ist -from the top of my head- einfach Status Quo. Das waren alles Situationen oder Eckpunkte, wo ich einfach gemerkt habe: Moment, irgendwas stimmt hier überhaupt nicht...bezogen auf das, was in meinem Leben passiert, aber auch auf das, was in mir vorgeht. Irgendwas läuft da echt falsch.
Aber warum schreibe ich das alles dann runter?
Auf jeden Fall nicht aus Mitleids- oder Aufmerksamkeitshascherei...davon kann ich mir auch nichts kaufen oder mein Leben besser handeln...
....aber ich glaube, als allererstes MUSSTE ich mich einfach auskotzen....einfach mal alles niederschreiben, was mich gerade bewegt...gut, das kann man auch natürlich ganz privat bei MS Word oder old-skool per Tagebuch machen....aber ich würde lügen, wenn ich sage, dass da nicht auch irgendwo ein Maß an Mitteilungsbedürfns mitschwingt..einfach mal hinaus in die Welt mit dem Bullshit...vielleicht related ja jemand...wenn nicht: Life goes on...hauptsache raus!

Andererseits ziehe ich diesen Thread auch bewusst als Journal auf...als etwas, wo ein Progress dokumentiert werden soll...
Und das ist der (positive) Knackpunkt gerade.....seit einigen Tagen...speziell seit heute (s. Rewind#4), wo ich einfach mal drauf losgeheult und mich ausgekotzt hat (und nachdem mein Dad mich da echt wieder aufgebaut hat....wofür ich echt dankbar bin!!), kommt bei mir wieder eine gewisse Zuversicht hoch...ein gewisses Gefühl, wo ich mich endlich mal wieder aufrappeln kann und wieder anfangen kann, das Szepter zurück in meine Hand zu nehmen....es kommt langsam, und eine gewisse Lethargie hab ich nach wie vor verspürt....aber es kommt langsam wieder 🙂

Nur....was hat mich bisher in dieser Phase so sehr abgefuckt....oder was hat mich daran gehindert, mein Leben wieder einen positiven Twist zu geben?
Wenn ich mal jetzt spontan für mich das so runterbreche....
-mein Studium: den ich endlich mal abgeschlossen habe.....dennoch, 8 Jahre fürn ollen Informatik-Bachelor is FAAAAAAR too much. Gut, die ersten 3 Jahre ging ich recht locker an, weil Studentenleben und so....aber seit ich auf PU und somit auch auf Persönlichkeitsentwicklung gestoßen bin, hab ich das Bedürfnis gehabt, mein Studium ganz geschmeidig abzuschließen, den Meilenstein abzuhaken, von zu Hause auszuziehen und dann mein eigener Herr zu werden.....geschmeidig lief mit den Info-Modulen ganz gut, aber spätestens als Physik als Nebenfach dazukam, war Sense. Es hat mir sooooooo viel Zeit gekostet, einfach weil ich da gemerkt habe, wie schlecht mir akademische Mathematik liegt...und Physik war voll davon. Bis ich dahin kam, hat sich ein Fachwechsel nicht mehr gelohnt...Physik hat sich trotzdem weiter gezogen, ich war kurz davor, alles zu schmeißen...hab mich dann doch erfolgreich durchgebissen, aber trotzdem: definitiv ein 4-Year-Timesink

-Pleite sein: Hätte ich mein Studi-Job bloß doch behalten...auch wenn das n Dulli-Job war...zumindest, bis ich was neues gefunden hätte. Definitiv ein Fehler meinerseits, hatte aber einfach kein Bock mehr auf Dullisachen und meine Bachelorarbeit war ja schon in der Tasche (wären da diese 2CPs hinterher nicht gewesen, die mir fehlten). Ich hätte mir auch dann einen neuen Job suchen können oder schon im Bewerbungsprozess für eine Vollzeitstelle sein können...da die Sache mit den 2CPs aber eine Situation mit unbekannten Ausmaß war, wollte ich die Sache erstmal regeln.
Sobald ich das Go für die Hausarbeit bekommen habe, hab ich mich dann auch um ne Vollzeitstelle gekümmert, weil das Ende ja absehbar war....allerdings nicht mit der Intensität, mit der ich sollte, weil Lethargie und so. Und in der Zwischenzeit häuften sich die bösen Briefe der Krankenkasse, weil ich kein Geld habe. Achja, feiern gehen? Wakeboarden im Sommer? Mit Kumpels mal essen/trinken gehen? Nada. Paradebeispiel, wie ein Mensch sich im falschen Headspace sehr schön selbst sabotieren kann.

-Eigenständig leben: Wie gesagt, ich bin fast 30. Ich wollt schon von zu Hause ausgezogen sein, seitdem ich mein Abi habe....Abi hab ich vor 9 Jahren gemacht.
Okay, ich hab auch kein BaFöG bekommen und Düsseldorf ist schon n teures Pflaster....aber wo ein Wille ist, wäre bestimmt auch ein Weg gewesen....ich werde in 2 Monaten 30. Und wohne bei meinen Eltern...enough said.

-Schlafen: Gut, wenn man bis 3 oder 4 Uhr Serien bingt, Videospiele zockt, Twitch frönt oder sich bei PornHub einen hobelt anstatt ins Bett zu gehen, kann man seinen Biorhythmus ganz schön abfucken....ich bin zwar schon immer ne Eule gewesen, aber erst schlafen gehen, wenn Mom zur Arbeit aufsteht? Erst aufwachen, wenn sie von der Arbeit kommt? Arbeitsamt schon zu hat? Man schon Anrufe von potentiellen Arbeitgebern verpasst hat und die dir per Mail hinterherrennen? Merkt ihr selber, wa? Merk ich auch...

-Videospielsucht: Huge Point in meinem Fall. Eigentlich schon (phasenweise) seit meiner Teenagerzeit. Jetzt in dem Sommer/Herbst wieder exzessiv zelebriert. Ich will nicht sagen, dass ich NIE NIE wieder VG anrühren will. Ich will aber, dass ich wieder zocke, weils mir wirklich Spaß macht...und ich will auch nur dann zocken, wenn ich es mir erlauben kann, einfach zur Unterhaltung...so wie es eigentlich gedacht ist....aber wenn Videogames dafür sorgen, dass man seine eigene Prioritäten wie Bewerbungen, Kochen und Essen, Schlafen(!) dafür herabsetzt oder schon Matsche in der Birne ist...vll wäre ein paar Monate Entzug nicht so verkehrt.

-soziales Leben: Voll komisch...in meiner Heimatstadt hab ich keine Kontakte mehr, weil sich mein soziales leben komplett nach Ddorf verlegt hat. Bin auch teilweise froh drum, mit meiner Schulklasse kam ich eher semi zurecht (zum Schluss gings eigentlich), und nach so langer Zeit lebt man sich halt auseinander.
Trotzdem hab ich kein Bedürfnis gehabt, mich bei meinen Leuten aus dem Studium oder aus den Lairs zu melden. Oder bei meinem noch einzig (ursprünglich) warmen Set aus dem Sommer.
Außerdem ist mir beim letzten Tag an der Uni aufgefallen: wir hatten von Physik-Praktikum noch so ne Präsentation, wo wir unsere Experimente vorgestellt haben...und mir ist aufgefallen, dass ich bei Leuten, die ich für cooler halte als mich selbst (in so einer Phase also quasi jede zweite Person, lol) TOTAL schüchtern, zurückgezogen, passiv, ja sogar ängstlich bin...hab mich nicht mals getraut, n random Gespräch mit irgendwem aufzubauen....4 Jahre PickUp (wenn auch on-off) und es fühlte sich so verdammt nach Square One an.

Klingt nach einer langen Liste und viel mimimi, ich weiß. Aber ich glaube, vieles davon kann sich bessern allein schon dadurch, dass ich endlich mal wieder ein bisschen Antrieb bekomme und einfach mal wieder anfange, das Heft in die Hand zu nehmen....und dabei das Leben auch mal wieder ein bisschen positiver sehe. Und das will UND werde ich morgen (also heute nach dem aufstehen) dann auch ENDGÜLTIG in die Hand nehmen. Das heißt konkret:

-Mich schlau machen, warum man Antrieb hat im Leben...oder warum ich in meinem Fall komplett antriebslos (gewesen) bin...wie man dieses Momentum, diesen Drive, das Leben bei den Eiern zu packen, wiederbekommt....kurz und allgemein ausgedrückt: wie ich mir selber helfen kann, wieder aus diesem Sumpf rauszukommen
-Zum Arzt gehen...etwas, das ich schon diese Woche versäumt habe....war schon zur Impfung da und hab auch überlegt, ob ich mit der Sprache rausrücken soll....mittlerweile merke ich...ich bin mir nicht sicher, ob ich mich da alleine rausziehen kann....aber ich bin mir sicher, DASS ich da wieder rauskomme...denke Mal, Montag zum Arzt, darüber sprechen und gucken, was sie mir in die Hand drücken kann, wäre zumindest kein schlechter Call.
-Zum Arbeitsamt gehen....Hartz beantragen...auch wenn ich alles andere als Stolz drauf bin, aber in Moment bin ich faktisch arbeitslos. Wenn es mir dann weniger Bauchschmerzen wegen meiner Krankenkasse bereitet, sehr gut....wenn ich aber vorher schon n Job als Consultant bekomme, even better!! Ich will ja einen Job haben...eigenes Einkommen, geregelter Tag, Schuldenberg auf einen Schlag los..wäre definitiv ein Improvement, was mich dann hierzu führt...
-Sich um Bewerbungen kümmern....habe glücklicherweise schon ein Bewerbungsgespräch für nächste Woche +1 Telefoninterview + bin noch mit ner Headhunterin im Kontakt. Aber die Bewerbungen habe ich in letzter Zeit vernachlässigt, und weil einige Absagen eingetrudelt bzw. Stellen, die nicht gepasst haben reinkamen, könnte ich meine Pipeline mal wieder etwas füllen...mal umschauen, ob da nicht noch was für mich ist.
-Zimmer umräumen....keine Ahnung...hab irgendwie das Bedürfnis, mal so richtig n Herbstputz zu machen...einfach mal, um den Kopf freizukriegen...und mich nicht mit Videospiele und sonstigen Kram volllaufen lasse....hat auch den Vorteil, dass ich dann auch meine Unterlagen endlich mal sortieren kann/muss...und damit auch meine unangenehmen Briefe, dass ich noch zahlen muss....Kassensturz also gleich mitmachen...der Realität nicht mehr ausweichen...akzeptieren...Lösung suchen...siehe oben
-Gitarre lernen....hab ich wegen meiner Videospiel-Sucht zu sehr vernachlässigt....außerdem hab ich Schiss, zu spielen oder gar zu singen, wenn ich nicht sturmfrei habe....lol....vielleicht ne Challenge für morgen...einfach mal klimpern, wenn alle im Haus sind....could feel like an accomplishment..und btw, wovor soll ich Schiss haben
-Kochen....hat mein Dad mir heute vorgeschlagen lol...i like that....Wollt ich auch immer mal in Angriff nehmen, aber hätte hätte. Aber wenn ich so überlege...besser als sinnlos zu zocken...man kriegt den Kopf wieder frei, man kocht, was man auch essen will...und in einem halben Jahr kann man sicherlich das eine oder andere Date mit überzeugen 😉 oder im Freundeskreis
-Sport....enough said....regelmäßig....in Moment nur Homegym möglich, aber sobald ich wieder Einkommen habe, wäre Schwimmen oder Kampfsport nich verkehrt...probieren würd ichs gerne...so oder so...wieder in Bewegung kommen, fit werden...und bleiben..passende Ernährung....my body is my temple! Gesunder Geist im gesunden Körper 💪
-Cold Shower...müsste alles zu gesagt sein hier...wird alleine natürlich kein Heilmittel sein, aber in Kombi mit den wichtigen Punkten sicherlich ein Booster für nen guten Start in den Tag
-gesunder Schlaf.....jaja ich weiß, wir haben schon halb 5 yada,yada...ich hab mir für heute vorgenommen, DAS hier in Ruhe von der Seele zu schreiben...damit ich morgen beim aufstehen dann mal mit n Stück mehr Zuversicht und Purpose in den Tag starten kann....ab dann gilt aber...wieder n gesunden Schlafrhythmus herstellen....7-8h Schlaf....am besten so, dass ich auch an freien Tagen vor 9:00 aus dem Bett komme
-positiver denken....da fällt mir noch nichts konkretes ein, aber generell darauf zu achten, dass ich mal wieder n positives Mindset kultiviere, ist nicht so verkehrt....vll schreib ich beim nächsten Post was dazu, aber es ist halb 5....kommt erstmal allgemein auf meine Liste 🙂
-Videospielsucht eindämmen....wie genau weiß ich noch nicht....am besten wär erstmal Kaltentzug und die Zeit stattdessen sinnvoll nutzen...genug Möglichkeiten gibt es ja, dazu wäre mehr Lesen im Sinne von weiterbilden oder auch mehr Programmieren eine Sache, da mach ich mir aber im Laufe der Woche noch Gedanken
-Accountible sein, progress tracken.....jetzt wo ich das alles hier geschrieben habe, will ich natürlich auch das Ding hier weiterführen und zusehen, dass ich nach und nach mein Leben wieder in die Hand nehme. Ich will nicht, dass dieser Thread hier ne Karteileiche wird.....sonst erfüllt dieser Post hier keinen einzigen Zweck, ich hab wieder etwas nicht durchgezogen...und außerdem hilft es einfach ungemein, wenn man sich nach und nach damit befasst, wo man jetzt steht, wo man vorher war, was für einen Progress man gemaacht hat und es einfach niederschreibt.....und wenn die ersten Erfolgserlebnisse kommen...wie geil ist DAS denn!?

Aus dem Grund werde ich zusehen, dass ich ab jetzt jedes Wochenende einmal hier reinschneie und Updates liefern werde.....bis dahin war erst mal nur großes Auskotzen angesagt....aber was folgt nach dem Auskotzen?
Aufstehen, Mund abwischen, Blick nach vorne, Krone wieder richten, und dann wieder einen Schritt nach vorne gehen...


....und davon soll dieser Thread in erster Linie handeln 🙂 Auch in der Hoffnung, dass ich den einen oder anderen in meiner Situation inspirieren kann...das Leben hat noch so viel geiles zu bieten, davon bin ich überzeugt!!

In diesem Sinne....nächtliche Grüße und viva la vida :hi:

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Hey thenextnatural,

Depressionen zu haben, ist eine ziemlich bescheidene Sache, weshalb das:

Am 17.11.2019 um 04:48 , TheNextNatural schrieb:

-Zum Arzt gehen...etwas, das ich schon diese Woche versäumt habe....war schon zur Impfung da und hab auch überlegt, ob ich mit der Sprache rausrücken soll....mittlerweile merke ich...ich bin mir nicht sicher, ob ich mich da alleine rausziehen kann....aber ich bin mir sicher, DASS ich da wieder rauskomme...denke Mal, Montag zum Arzt, darüber sprechen und gucken, was sie mir in die Hand drücken kann, wäre zumindest kein schlechter Call.

Das erste sein sollte, was du tun musst. Vor allem, weil du selber schreibst, das du dir nicht sicher bist, ob dus selber raus schaffst. Bei dir scheint noch nicht komplettes Land unter zu sein. Eine gewisse Eigenmotivation und positive Einstellung lese ich aus deinem Beitrag raus und die wird dir sehr hilfreich sein, wieder auf die Füße zu kommen. Allerdings: Mach einfach den Schritt zum Arzt. Denn mit Hilfe wirst du da viel einfacher und schneller rauskommen. Außerdem checkt er dich auch ab und findet ggf. eine körperliche Ursache dafür (z.B. Schilddrüsenunterfunktion). Je nachdem wird er dir auch anraten, einen Psychologen aufzusuchen und hier wird es vermutlich mehrere Monate dauern bis du einen Platz kriegst, weil es in den meisten Gegenden zu wenige gibt. Je früher du also dich darum kümmerst, desto besser. 

Am 17.11.2019 um 04:48 , TheNextNatural schrieb:

-Eigenständig leben: Wie gesagt, ich bin fast 30. Ich wollt schon von zu Hause ausgezogen sein, seitdem ich mein Abi habe....Abi hab ich vor 9 Jahren gemacht.
Okay, ich hab auch kein BaFöG bekommen und Düsseldorf ist schon n teures Pflaster....aber wo ein Wille ist, wäre bestimmt auch ein Weg gewesen....ich werde in 2 Monaten 30. Und wohne bei meinen Eltern...enough said.

Das du bei deinen Eltern noch wohnst, sehe ich momentan sogar positiv: Stell dir vor du sitzt - depressiv - alleine in deiner eigenen Wohnung. Mit deinen Eltern hast du Menschen, die ein Auge auf dich haben, die dir auch immer mal ein bisschen Antrieb geben und du hast sozialen Kontakt. Depressive ziehen sich oft sehr aus ihrem sozialen Umfeld zurück (Du wohl auch, das konnte ich nicht 100 pro aus deinem Text raus lesen?). Dir ist das wegen deiner Wohnsituation gar nicht möglich. Sehe deine Eltern doch eher als Wings, um aus deiner aktuellen seelischen Situation rauszukommen. 
 

Am 17.11.2019 um 04:48 , TheNextNatural schrieb:

Und das ist der (positive) Knackpunkt gerade.....seit einigen Tagen...speziell seit heute (s. Rewind#4), wo ich einfach mal drauf losgeheult und mich ausgekotzt hat (und nachdem mein Dad mich da echt wieder aufgebaut hat....wofür ich echt dankbar bin!!)

Wissen deine Eltern von deiner Vermutung? Bzw. hast du schon einmal mit irgendjemanden darüber geredet? Wenn nicht, tu es. Dein Dad wirkt nicht, wie ein Mensch, der dich da nicht ernst nimmt und der mit solchen emotionalen Momenten nicht umgehen kann. Eine verlässliche Stütze zu haben, ist Gold wert. 

 

Liebe Grüße
 

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Abend zusammen,

 

Am 17.11.2019 um 04:48 , TheNextNatural schrieb:

Aus dem Grund werde ich zusehen, dass ich ab jetzt jedes Wochenende einmal hier reinschneie und Updates liefern werde.....bis dahin war erst mal nur großes Auskotzen angesagt....aber was folgt nach dem Auskotzen?
Aufstehen, Mund abwischen, Blick nach vorne, Krone wieder richten, und dann wieder einen Schritt nach vorne gehen...

Jop, das mit dem Updates liefern hat ja schon mal super funktioniert lol. Wobei ich mich auch gefragt habe, ob und wann es Sinn gemacht hätte, hier n aktuellen Wasserstand zu geben.

Hätte ich nach 3-4 Tagen was hören lassen, hätt ich gesagt, dass es innerlich langsam wieder bergauf geht...dass ich neuen Mut geschöpft habe.
Hätte ich mich nach 5-7 Tagen gemeldet, hätte ich mich einfach nur von vorne bis hinten wieder ausgekotzt...Rock Bottom halt wieder.
...und Stand jetzt bin ich wieder in den Mustern festgefahren, wo ich mich schon vor dem Eingangspost befunden habe...ein Muster voller unregelmäßigen Schlaf, totale Lethargie, Konzentrationslosigkeit und das Totschlagen von Zeit und eigentlichen Problemen durch die geballte Macht der digitalen Reizüberflutung.

Tl;dr: eigentlich hab ich mich in den letzten Tagen nur im Kreis gedreht. Ein Auf und Ab auf niedrigem Niveau, nur um mich auf meiner unterirdischen Baseline wieder zu finden.

Naja, es ist nicht so, dass ich gar nichts gebacken bekommen habe...ein Bewerbungsgespräch hab ich tatsächlich hinter mir. Ich hab es (nach ner mühsamen Schreibblockade) doch endlich mal geschafft, für die Vermittlung meinen CV zu überarbeiten. Und in der Phase, wo ich noch etwas mehr Lebensmut schöpfen konnte, hab ich angefangen, die ersten Weihnachtslieder auf der Akustikgitarre zu üben....Fingerstyle, baby! Wär echt ne geile Sache, wenn ich unterm Tannenbaum 2,3 Lieder halbwegs unfallfrei zupfen könnte. Damn, ich hab mich echt in der Zeit ein bisschen auf die Vorweihnachtszeit gefreut.

Nur...da hört die Liste halt auch schon auf.
Ich habs immer noch nicht gebacken bekommen, mich (abgesehen von den 1-2 genanten Babysteps) ausreichend um nen neuen Job zu kümmern.
Ich habs immer noch nicht geschafft, mal draußen mehr Vitamin D zu tanken...oder mirn gesunden Schlafrhythmus anzueignen...von mehr Bewegung oder mal ein wenig gesünder essen mal ganz abgesehen. Mein Zimmer sieht immer noch chaotisch aus, weil ich beim Zimmer ausmisten einfach mittendrin aufgehört habe. Nichtmals einmal aufrichten, Kopf nach oben und wenigstens mal versuchen, mal aus der negativen Gedankenspirale zu kommen kriege ich hin.
Im Gegenteil, ich hab am Wochenende gemerkt, dass ich -obwohl es mir phasenweise vermeintlich besser ging- bei der kleinsten Konfrontation wegen ner Scheiß-Kleinigkeit sofort Kopp zu mache und instant wieder in dieses Scheiß Loch falle, wo ich mich so sehr von rauskämpfen will. Rock Bottom halt! Das völlige Gegenteil von "Fels in der Brandung sein".

Deswegen ist mein Plan dieses Mal recht simpel gehalten...ich werde einfach genau das machen, was ohnehin schon ganz oben auf meiner Liste steht...erst recht, weil du @Mrs. Little mich an der Stelle mit etwas Nachdruck in dem Punkt bestätigt hast...

 

Am 22.11.2019 um 10:18 , Mrs. Little schrieb:

Mach einfach den Schritt zum Arzt. Denn mit Hilfe wirst du da viel einfacher und schneller rauskommen.

Ich hab Morgen Vormittag ohnehin n Termin beim Zahnarzt (Vorsorge halt). Und wenn ich schon endlich mal wieder aus meiner Bude raus komme, kann ich meinen Hausarzt (ist gleich um die Ecke) direkt mitnehmen. Kein Hinausschieben mehr. Hingehen, untersuchen lassen...und dann weiterschauen. Simple.
Und weil ich morgen auch endlich mal wieder in ner humanen Zeit ausm Bett komme, kann ich auch zusehen, dass ich wenigstens eine weitere sinnvolle Sache in Angriff nehme, bevor der Tag rum ist...und irgendwie versuche, für ne dezente Zeit vom PC fernzubleiben.

 

Am 22.11.2019 um 10:18 , Mrs. Little schrieb:

Das du bei deinen Eltern noch wohnst, sehe ich momentan sogar positiv: Stell dir vor du sitzt - depressiv - alleine in deiner eigenen Wohnung. Mit deinen Eltern hast du Menschen, die ein Auge auf dich haben, die dir auch immer mal ein bisschen Antrieb geben und du hast sozialen Kontakt. Depressive ziehen sich oft sehr aus ihrem sozialen Umfeld zurück (Du wohl auch, das konnte ich nicht 100 pro aus deinem Text raus lesen?). Dir ist das wegen deiner Wohnsituation gar nicht möglich. Sehe deine Eltern doch eher als Wings, um aus deiner aktuellen seelischen Situation rauszukommen. 

Erstmal Danke generell für den ausgiebigen Beitrag deinerseits. Finde ich bei so ner Thematik hier in dem Forum alles andere als selbstverständlich. I appreciate it.

I see your point there...wenn es mich nicht schon vor dieser Phase weg vom Nest gezogen hätte, würde ich diesen Punkt 100%ig unterschreiben.
So bleibt das für mich aber ein ambivalenter Punkt. Ich weiß nicht, ob ichs im Eingangspost schon erwähnt habe, aber in meiner Heimatstadt habe ich eigentlich gar keine Kontakte mehr. Durch Studium und anderweitig verflossene Freundschaften hat sich mein komplettes soziales Umfeld nach Ddorf verlagert...wo ich jetzt ohne Bahnticket halt nicht mehr ohne weiteres hinkomme. Und daheim hab ich jetzt keinen mehr, wo ich abends einfach mal vorbeischneien kann und n Bierchen zischen kann o.ä.
Klar, ob ich es in Ddorf dann anders gehandlet hätte, kann man nur mutmaßen. Wenn ich dort alleine wohnen würde und mich trotz soz. Umfeld so einsperren würde, dann hätte ich tatsächlich n größeres Problem, da alleine rauszukommen. Gebe ich dir vollkommen recht...
...und ganz ehrlich: selbst hier, wo ich mit meinen Eltern und Bruder zusammen wohne, schaffe ich es, mich in meinem Zimmer einzukerkern. Ich schaffe es nichtmals, meinen besten Kumpels über WhatsApp zu antworten, wenn die mich anpingen....Handy gammelt eigentlich nur lautlos in ner Ecke rum. Von daher triffst du den Nagel da ganz gut aufm Kopf.

 

Am 22.11.2019 um 10:18 , Mrs. Little schrieb:

Wissen deine Eltern von deiner Vermutung? Bzw. hast du schon einmal mit irgendjemanden darüber geredet?

Nicht von mir jedenfalls. Wobei...ich hab ja eingangs schon geschrieben, dass ich mich genau bei meinem Dad ausgekotzt habe wegen der ganzen Sache. Das Wort "Depression" habe ich aber nicht in den Mund genommen, war aber dennoch deutlich klar, was Sache ist bei mir. Ich denke schon, dass er was ahnt; er hat mich heute noch per WA angepingt, ob bei mir alles klar ist oder ob er nach Hause kommen soll (ist beruflich bedingt unter der Woche auswärts).
Bei Mom ist eher business as usual. Mein Dad hat sie sicher eingeweiht, aber entweder weiß sie nicht, was für Ausmaße es bei mir hat oder sie will es nicht wahr haben....oder ich gehe allen (unbewusst) "geschickt" genug ausm Weg. Direkt gesagt hab ich das ihr gegenüber aber nicht. Eigentlich auch bei meinem Bruder oder besten Kumpel nicht.
Bei zwei Wings aus Düsseldorf, mit denen ich darüber hinaus noch ziemlich dicke bin, habe ich zumindest mal angedeutet, dass es mir scheiße ging/geht...also richtig scheiße und nicht nur n üblicher mieser Tag. Mehr aber auch nicht.

Naja...ich wünschte, ich könnte schon was positiveres niederschreiben. Aber das ist halt in Moment Status Quo von meinem Innenleben.
Klar will ich raus aus dem Loch. Rein rational bin ich mir auch vollkommen bewusst, dass es einen Weg raus gibt. Rein rational weiß ich auch ganz genau, dass ich den Weg auch gehen kann. Aber mental fällt es mir uuultra schwer, mich aus diesem "inneren Gefängnis", in dem ich jetzt durch diese Spirale gelandet bin, wieder rauszuhauen...vor allem konsequent. Nichts, was man mit bisschen "Lies dich mal in der Inner-Game-Schatztruhe ein und take action" so locker abschütteln kann. Been there, done that. Wird schon n längerer Kampf da raus....aber den werde ich nach wie vor anpacken!

Wie gesagt, morgen erstmal zum Arzt damit. Simple Task. Bin mal gespannt, was sich morgen daraus ergibt...und dann weiter schauen. Am besten nach vorne...

Euch noch n schönen Abend. Genießt das Leben!
Man hört voneinander.

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ich glaube "rausgehen" ist extrem wichtig. gerade bei dem wetter. wenn du dich zwingst und jeden tag für 1-2 stunden raus gehst, wirst du weniger beschwerden haben. aber einfacher gesagt als getan.

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- Zum Arzt gehen (ist hoffentlich schon passiert)

- Videospiele aus deinem Zugriff verbannen, du verschiebst damit deinen Fokus und löst Gameprobleme anstelle dich um deine eigenen Probleme zu kümmern. Mach ich btw. mit diesem Forum hier. Ließ dich Mal zum Thema Prokrastination ein, damit du deine Aufschieberitis in den Griff bekommst.

- Solange du arbeitslos bist, nutze den Tag und zwinge dich regelmäßig mindestens 2 Stunden Spazieren zu gehen. Am besten in der Natur. Das nordet dich wieder ein.

- Ausziehen, erst wenn du stabil bist. Wie schon gesagt wurde, ist es gut das du jemanden hast der ein Auge auf dich wirft.

- Führe dein Tagebuch hier weiter und zwinge dich auch dazu es regelmäßig zu tun. Es ist wichtig das du deine Fort- und Rückschritte mit trackst, damit du weißt wo du stehst.  

Du schreibst ziemlich selbstreflektiert und ich kann mir nicht vorstellen, daß du dein Leben nicht in den Griff bekommst. Was dir fehlt ist Selbstdisziplin. Kann man lernen und du merkst ja selber das es so nicht weiter geht.

 

bearbeitet von Sam Stage
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vor 9 Stunden, TheNextNatural schrieb:

Wie gesagt, morgen erstmal zum Arzt damit. Simple Task. Bin mal gespannt, was sich morgen daraus ergibt...und dann weiter schauen. Am besten nach vorne...

Erstmal nur schnell dazu:

Wenn du da bist, schönige nichts beim Arzt. Er kann das nicht wie bei einem Beinbruch sehen und ist darauf angewiesen, das du hier ganz ehrlich sagst, wie schlecht es dir geht und wie sich das äußert. Auch seit welchem Zeitraum du das an dir beobachtet hast. Wenn du da aus Angst und Scham was zurückhälst, unterschätzt er das dann (vermutlich).

Berichte wies war. 🙂

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Tach Leude,

ich meld mich mit einem Tag Verspätung, da ich gestern meinen Arzt nicht mehr erwischen konnte...hab aber direkt n Termin für heute Vormittag machen lassen.
Termin hab ich auch artig wahrgenommen und die Katze ausm Sack gelassen.

Jetzt steht es immerhin schwarz auf weiß anstatt einfach ungesagt im Raum - Erstdiagnose: mittelschwere Depression.
Hab von da aus auch direkt n Termin beim Neurologen nächste Woche Freitag bekommen.
Wird wohl auf kleine bunte Smarties hinauslaufen, wurd mir zumindest schon als Möglichkeit dargelegt.
Hätte ich jetzt wenig Probleme mit, dann verzichte ich halt paar Monate lang auf Fusel...wenn's dafür sorgt, dass ich wieder in der Lage bin, mehr Elan und mehr Freude zu verspüren und ich dann selber wieder in der Lage bin, dafür zu sorgen, dass ich in ein paar Monaten auch ohne "Stützräder" wieder den Bullen an den Hörnern packen kann, isses mir wert.>

Stationär wurde auch mal erwähnt als Möglichkeit...meh...würd ich gern vermeiden. Zu einem, weil wir direkt am Tag nachm Termin für ne Woche nach Schlesien fahren. Gleich zwei wichtige Jubiläen. Und für mich auch nochmal ne perfekte Zeit, um mich noch einmal zu erden und neue Energie zu tanken...Zeit mit der kompletten Familie verbringen. An ruhigen Tagen auch mal mehr in mich selbst zu kehren.
Zu meinem 30. Geburtstag will ich natürlich auch zu Hause sein...und nicht "in stationärer Behandlung". Sind auch nur noch 2 Monate hin.
Aber...und ich glaub, das ist der springende Punkt, kommt mir irgendwie eine Station wie ne physische Manifestation von Stillstand vor. Die Welt zieht an einem vorbei. Man hat das Szepter nicht in der Hand. Und genau das will ich nicht...eine helfende Hand, die mich aus dem Loch zieht, ja, definitiv! Aber ich will auch die Möglichkeit dabei haben, selber anzupacken und meinem Leben wieder in die richtige Richtung zu schieben...ich will wieder in der Lage sein, die Zeit mit meinen Freunden und Familie zu genießen und meinen sozialen Kreis wieder auszubauen...ich will endlich mal irgendwas im Leben bewegen, endlich mein eigenes Geld verdienen...raus aus den Schulden zu kommen (die man glücklicherweise mit einem Monatslohn ganz gut abbauen kann)...mir auch mal wieder was zu gönnen...neue Sachen auszuprobieren...irgendwas...und das am liebsten parallel während ich auf dem Weg der Besserung bin....nicht erst danach.
...und jeder Tag auf ner Station würd mir wie ein verschwendeter Tag vorkommen (wobei, ganz nüchtern betrachtet, schaff ich das ohne Station auch alleine ganz gut...vor mir herzuvegetieren).

Naja, ob es soweit kommt, hängt mit Sicherheit auch vom Gespräch mit dem Neurologen ab. Und indirekt wohl auch, ob ich bis dahin auch in der Lage bin, mich eigenständig wenigstens etwas aufzuraffen und zumindest mal grundlegende Sachen wieder anpacken kann. Bin mir schon sicher, dass man gemeinsam zu nem sinnvollen Ergebnis kommt, wenn man offen miteinander kommuniziert...wie auch immer diese dann aussehen wird. Hauptsache raus aus dem Loch!


 

Am 27.11.2019 um 22:36 , Metronom schrieb:

ich glaube "rausgehen" ist extrem wichtig. gerade bei dem wetter. wenn du dich zwingst und jeden tag für 1-2 stunden raus gehst, wirst du weniger beschwerden haben. aber einfacher gesagt als getan

Hast  du "rausgehen" in Anführungsstrichen gesetzt, weil du damit ausnahmsweise wirklich mal rausgehen meinst? 😄 Oder forumstypisch rausgehen = streeten, gamen, Sets machen?
Bei letzterem geb ich dir Contra. Been there, done that. Kann ich vollkommen verstehen, wenn man einfach nur einen miesen Tag hat, dass das funktionieren kann...entweder man trifft eine Frau, die einem wieder das Lächeln ins Gesicht zaubert, man kommt in State oder man sagt sich "Fuck it, morgen eh neuer Tag!".
Wenn's aber mehr als "nur ein mieser Tag" ist, sollte mans wirklich nur beim raus gehen belassen.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es bei mir n Schneeballeffekt ausgelöst hat. Wurd eher schlimmer.
Wenn du kein Bock hast zu flirten, weil du latent unzufrieden bist, schleppst du genau das ins Set mit rein....wirst dann abserviert....hast dann noch weniger Bock auf alles...außer YouPorn und Skyrim.
Wenn du dann ein einen oder anderen negativen Loop zu viel drinne hast, haste n schönen Downward Spiral aus: Leben doof --> Game doof --> Leben richtig doof --> Zocken, Fusel, sonstige Ablenkung --> Leben richtig doof -->  repeat --> dieser Thread
tbf, dieser Thread ist -in Kombi mit Arzt konsultieren- noch best-case-Szenario...wenn ich so überlege, wie viele Leute stattdessen lieber ne BlackPill schlucken, vorm Zug rennen oder sich an Papas Waffenschrank bedienen....ganz ehrlich Leute, da bin ich echt dankbar, dass ich vor paar Jahren zufällig hierhin gespült wurde.
PickUp in general (und vor allem das Forum) war zu meinen guten Tagen SO ne krasse Inspiration. Auch im Dating-Bereich, klar, ist ja auch die ursprüngliche Thematik lol...aber es hat mir auch gezeigt, das man das eigene Leben in die Hand nehmen kann .....
Ja, ich bin jetzt in dem Moment nicht in der Lage, n attraktiver, selbstsicherer und lebenfroher Mann zu sein. Aber ich bin weit weg davon, diese Mission als "gescheitert" zu betrachten und zu sagen "Bringt alles nix". Im Gegenteil.
Sobald ich es nur irgendwie schaffe, für ein paar Tage am Stück mich zu berappeln und den ganzen Dreck von mir abzuklopfen -und sei es mit Hilfe- hab ich es wieder in der eigenen Hand. Und dann wird "rausgehen" auch wieder ein Thema sein (um hier mal den Kreis zu schließen 😉 ).
Übrigens ein Paradebeispiel, wie wichtig gesundes Inner Game ist....und ich rede hier nichtmal primär von den Auswirkungen bei der Verführung.
 

 

Am 28.11.2019 um 06:26 , Sam Stage schrieb:

- Zum Arzt gehen (ist hoffentlich schon passiert)

- Videospiele aus deinem Zugriff verbannen, du verschiebst damit deinen Fokus und löst Gameprobleme anstelle dich um deine eigenen Probleme zu kümmern. Mach ich btw. mit diesem Forum hier. Ließ dich Mal zum Thema Prokrastination ein, damit du deine Aufschieberitis in den Griff bekommst.

- Solange du arbeitslos bist, nutze den Tag und zwinge dich regelmäßig mindestens 2 Stunden Spazieren zu gehen. Am besten in der Natur. Das nordet dich wieder ein.

- Ausziehen, erst wenn du stabil bist. Wie schon gesagt wurde, ist es gut das du jemanden hast der ein Auge auf dich wirft.

- Führe dein Tagebuch hier weiter und zwinge dich auch dazu es regelmäßig zu tun. Es ist wichtig das du deine Fort- und Rückschritte mit trackst, damit du weißt wo du stehst.  

Du schreibst ziemlich selbstreflektiert und ich kann mir nicht vorstellen, daß du dein Leben nicht in den Griff bekommst. Was dir fehlt ist Selbstdisziplin. Kann man lernen und du merkst ja selber das es so nicht weiter geht

-Seit heute ja 🙂
-Jau, das ist genau eine große Krux...ich hab auf meinem Laptop extra Linux draufgeballert...a) weil ich als Coder damit ohnehin besser mit klarkomme als mit Windows 10 und b) weil viele Spiele ja nicht oder nur semi auf Linux laufen....dachte ich...und dann ist Steam Linux nativ mit drauf...als es mir zu viel wurde mit den ganzen Videogames, hab ich Steam runtergeschmissen, meine Playsi aufm Dachboden verbannt...aber irgendwie findet man immer einen Weg, sich digital zuzudröhnen. Netflix, Twitch, Pornhub...irgendeinen Ersatz findet man heutzutage immer.
Du hast ja in dem letzten Satz erwähnt "Was mir fehlt ist Selbstdisziplin". Tbh triffst damit voll ins Schwarze. Eine Achillesferse von mir...mit Sicherheit auch ein Faktor, der mich erst hierhin gebracht hat. Wird definitiv etwas sein, womit ich mich auseinander setzen muss.
-2h/Tag klingt heftig....aber bin tatsächlich gestern und heute zu Fuß zur Praxis und zurück gelaufen...30-40 Min pro Weg. Kommt zwar nicht an deine 2h ran, aber bin in den letzten 2 Tagen wohl länger draußen gewesen als in den gesamten 2 Monaten davor...und das wär nichtmals wirklich übertrieben. Hat kurzfristig einigermaßen gut getan tatsächlich. Und Natur is nicht allzu weit weg von uns.
-Umzug wird schon allein finanziell kein Thema für die nächsten 2-3 Monaten sein. Von daher deckt sich das gut. In mir herrscht zwar nach wie vor der Wunsch nach Nestflucht, aber abwarten und erstmal schauen, wie es mir dann geht, wenn Umzug n Thema wird, ist tatsächlich sinnvoll. Versteh ich schon.
-Werde ich machen...war ja, wie schon erwähnt, erstmal unsicher, ob so ein Thread in einem PickUp-Forum wirklich sinnvoll ist....aber andererseits....Mark Manson hat irgendwo in Models reingeschrieben (sinngemäß): "If you have a mental problem...fix this first".
RSDTyler hat's in irgendnem Beginners Guide geschrieben: "If you have a mental problem...fix this first".
Selbst hier im Forum irgendwo in der Schatzkammer hab ich gelesen: "If you have a mental problem...fix this first".
Wenn ich dann, nach Jahren, endlich mal zu dem Schluss komme, dass ich n größeres Problem als nur "kein Game", "Innergame is solala" oder "miese Laune", dann finde ich, dass mans durchaus unter Persönlichkeitsentwicklung betrachten kann, dass man sich das selber eingesteht und dann schaut, wie man das Beste aus der Situation macht. Die Tatsache, dass du noch sagst, dass ich dieses Tagebuch hier weiterführen soll, bekräftigt meinen Punkt umso mehr.

Was ich noch sehr wichtig finde und einfach erwähnen muss:
Das Forum hier hat mir indirekt (und gerade in den letzten Tagen sogar direkt) klar gemacht, dass es alles andere als schwach ist, mit dem Thema Depression zum Arzt zu gehen.
Außerdem bin ich froh, dass ich das alles hier einfach so niederschreiben kann und sogar noch Input von euch kriege, obwohl das hier harter Tobak ist.

Werde dann wohl Freitag nach dem Gespräch den nächsten Input liefern. Bis dahin bleibt für mich übrig, das Beste aus den folgenden Tagen zu machen und -im best-case- schon selber ein wenig Staub von mir abzuklopfen und einen Schritt nach vorne zu machen.

Ihr macht jetzt euch aber gefälligst n schönes Wochenende 🙂 Den wünsch ich euch jedenfalls!

 

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vor 4 Minuten, TheNextNatural schrieb:

Hast  du "rausgehen" in Anführungsstrichen gesetzt, weil du damit ausnahmsweise wirklich mal rausgehen meinst? 

ja. einfach spazieren gehen.

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vor 25 Minuten, Metronom schrieb:

ja. einfach spazieren gehen.

Dann wiederrum bin ich ganz d'Accord bei dir!
Hat ja @Sam Stage nach dir auch bestätigt, und wie gesagt, die letzten 2 Tage hab ich schon gut Beine vertreten 🙂

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Am 27.11.2019 um 22:17 , TheNextNatural schrieb:

Hätte ich nach 3-4 Tagen was hören lassen, hätt ich gesagt, dass es innerlich langsam wieder bergauf geht...dass ich neuen Mut geschöpft habe.
Hätte ich mich nach 5-7 Tagen gemeldet, hätte ich mich einfach nur von vorne bis hinten wieder ausgekotzt...Rock Bottom halt wieder.
...und Stand jetzt bin ich wieder in den Mustern festgefahren, wo ich mich schon vor dem Eingangspost befunden habe...ein Muster voller unregelmäßigen Schlaf, totale Lethargie, Konzentrationslosigkeit und das Totschlagen von Zeit und eigentlichen Problemen durch die geballte Macht der digitalen Reizüberflutung.

+

Am 27.11.2019 um 22:17 , TheNextNatural schrieb:

Ich habs immer noch nicht gebacken bekommen, mich (abgesehen von den 1-2 genanten Babysteps) ausreichend um nen neuen Job zu kümmern.
Ich habs immer noch nicht geschafft, mal draußen mehr Vitamin D zu tanken...oder mirn gesunden Schlafrhythmus anzueignen...von mehr Bewegung oder mal ein wenig gesünder essen mal ganz abgesehen. Mein Zimmer sieht immer noch chaotisch aus, weil ich beim Zimmer ausmisten einfach mittendrin aufgehört habe. Nichtmals einmal aufrichten, Kopf nach oben und wenigstens mal versuchen, mal aus der negativen Gedankenspirale zu kommen kriege ich hin.
Im Gegenteil, ich hab am Wochenende gemerkt, dass ich -obwohl es mir phasenweise vermeintlich besser ging- bei der kleinsten Konfrontation wegen ner Scheiß-Kleinigkeit sofort Kopp zu mache und instant wieder in dieses Scheiß Loch falle, wo ich mich so sehr von rauskämpfen will. Rock Bottom halt! Das völlige Gegenteil von "Fels in der Brandung sein".

Du hast gute und du hast schlechte Phase. Das hat eine Depression so ansich. Genieß es, wenn du einen guten Tag hast und wenn du einen schlechten hast, dann akzeptiere das. Es ist schlechthin einfach okay, das es so ist. Dieses auf und ab wird erst einmal so bleiben. Für dich wird es einfacher, wenn du dir diesbezüglich weniger Druck machst. Mit dem "Yeah, mir gehts gerade bisschen besser." und "Verdammt, wieso krieg ich gerade wieder nichts hin. Wieso geht es nicht mal Berg auf?" fütterst du nur deine negative Gedankenspirale. Habe auch für dich Verständnis, wenn wegen kleinen Dingen deine Stimmung kippt. Dein Innerstes ist aus der Balance, natürlich erschüttern dich jetzt Sachen, die du vorher anders verarbeitet hast.

Und wenn du eine Sache anpacken willst, dann frag um Hilfe. Z. B. beim Zimmer ausmisten kann dir dein Dad assistieren und wenn er schlechtweg immer nur fragt, ob das oder jenes weg kann und du nur mit Ja und Nein antwortest.

Am 27.11.2019 um 22:17 , TheNextNatural schrieb:

Durch Studium und anderweitig verflossene Freundschaften hat sich mein komplettes soziales Umfeld nach Ddorf verlagert...wo ich jetzt ohne Bahnticket halt nicht mehr ohne weiteres hinkomme. Und daheim hab ich jetzt keinen mehr, wo ich abends einfach mal vorbeischneien kann und n Bierchen zischen kann o.ä.

Das ist natürlich ziemlich ungünstig. Vielleicht wäre ein Bahnticket ein gutes Weihnachtsgeschenk? 🙂

 

Am 27.11.2019 um 22:17 , TheNextNatural schrieb:

Nicht von mir jedenfalls. Wobei...ich hab ja eingangs schon geschrieben, dass ich mich genau bei meinem Dad ausgekotzt habe wegen der ganzen Sache. Das Wort "Depression" habe ich aber nicht in den Mund genommen, war aber dennoch deutlich klar, was Sache ist bei mir. Ich denke schon, dass er was ahnt; er hat mich heute noch per WA angepingt, ob bei mir alles klar ist oder ob er nach Hause kommen soll (ist beruflich bedingt unter der Woche auswärts).
Bei Mom ist eher business as usual. Mein Dad hat sie sicher eingeweiht, aber entweder weiß sie nicht, was für Ausmaße es bei mir hat oder sie will es nicht wahr haben....oder ich gehe allen (unbewusst) "geschickt" genug ausm Weg. Direkt gesagt hab ich das ihr gegenüber aber nicht. Eigentlich auch bei meinem Bruder oder besten Kumpel nicht.
Bei zwei Wings aus Düsseldorf, mit denen ich darüber hinaus noch ziemlich dicke bin, habe ich zumindest mal angedeutet, dass es mir scheiße ging/geht...also richtig scheiße und nicht nur n üblicher mieser Tag. Mehr aber auch nicht.

Da das Kind jetzt ganz offiziell einen Namen hat, würde ich dir raten, deine Eltern bzw. deinen Bruder einzuweihen. Depressionen ist ein unangenehmes Thema, weil die meisten nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Sie sind oft überfordert. Von selber werden deine Eltern sicherlich nicht kommen und direkt nachfragen. Wenns dann aber raus ist, schleicht niemand mehr so drum herum. Ist wie bei "der dessen Name nicht genannt werden darf". 😉 Wenn es dir leichter fällt, weihe deinen Dad ein und bitte ihn darum es deiner Mum und deinem Bruder zu erzählen. Es hat auch den Vorteil, das sie dir in verschiedenen Situationen mit mehr Verständnis begegnen. 

 

vor 6 Stunden, TheNextNatural schrieb:

ich meld mich mit einem Tag Verspätung, da ich gestern meinen Arzt nicht mehr erwischen konnte...hab aber direkt n Termin für heute Vormittag machen lassen.
Termin hab ich auch artig wahrgenommen und die Katze ausm Sack gelassen.

Hast du gut gemacht!💪

 

vor 6 Stunden, TheNextNatural schrieb:

Wird wohl auf kleine bunte Smarties hinauslaufen, wurd mir zumindest schon als Möglichkeit dargelegt.
Hätte ich jetzt wenig Probleme mit, dann verzichte ich halt paar Monate lang auf Fusel...wenn's dafür sorgt, dass ich wieder in der Lage bin, mehr Elan und mehr Freude zu verspüren und ich dann selber wieder in der Lage bin, dafür zu sorgen, dass ich in ein paar Monaten auch ohne "Stützräder" wieder den Bullen an den Hörnern packen kann, isses mir wert.

Probiers einfach aus und schaue, wie sie dir bekommen. Es gibt ja unterschiedliche Dosierungen und wenn dir das als Boost behilflich ist. Why not?

Wie warst du denn mit Alkohol in deiner Stimmung unterwegs? Mein erster Impuls war, das du generell erstmal keinen trinken solltest, weil er deine Stimmung negativ verstärkt. 

 

vor 6 Stunden, TheNextNatural schrieb:

Das Forum hier hat mir indirekt (und gerade in den letzten Tagen sogar direkt) klar gemacht, dass es alles andere als schwach ist, mit dem Thema Depression zum Arzt zu gehen.

Sowas benötigt viel Mut - vor allem als Mann - und ich freue mich sehr für dich, das du den für dich aufbringen konntest. 

Zum Thema Arbeit:
Einen Job zu finden ist wichtig, aber hast du dich schon damit auseinander gesetzt, ob du in deiner jetzigen Situation einen 40-Stunden-Job gewachsen bist? Das braucht viel Energie, die du evtl. nicht aufbringen kannst. Oder schaust du dich momentan auch nach kleinen Sachen (Minijob) um? Fände ich persönlich besser, weil du schauen kannst, wie gut du "funktionierst". Wenn du nach 2 Monaten bei einem neuen 40-Stunden-Job einen Krankenschein sonst benötigst, würde dich das sicherlich sehr runterziehen, weil dus "wieder" nicht packst. 

Da du dir selbst die richtige Diagnose im Vorfeld gegeben hast, nehme ich an, du hast dich mit dem Thema schon gut auseinander gesetzt? Falls nicht, lese dich in das Thema richtig gut ein. Das hilft dir besser mit der Situation und mit dir selbst umzugehen.

Komm gut durch die nächsten Tage!

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Das mit den Depressionen ist ne Volkskrankheit, haben sehr viele Menschen mit zu tun. Braucht man sich nicht für zu schämen.

Kannst ja Mal bei YouTube nach dem Comedian Thorsten Sträter und Depression suchen, der hat es ganz gut aufbereitet.

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Abend Leute :hi:

Ist zwar noch nicht Freitag - da hätte ich nämlich meinen Termin beim Neurologen, gibt aber dennoch paar Updates, die ich gerne festhalten würde...zumal ich in Moment eh ein wenig Zeit und zu viel Leerlauf für habe. Ich muss zugeben, eigentlich hatte ich erstmal gar keine Motivation gehabt, heute zu posten....mangelnde Motivation wird sowieso ein Punkt sein, den ich gleich noch mal aufnehmen muss. Aber schon witzig, wie schnell man zumindest ein wenig Schreibwut entwickeln kann, wenn man hier im Forum bisschen stöbert, durch Zufall mit einem Beitrag resoniert und selber erstmal die eigenen 2 Cents einschmeißen musste...lol.

Naja, zum Update...gerade wegen diesem Punkt hier:

 

Am 29.11.2019 um 22:18 , Mrs. Little schrieb:

Da das Kind jetzt ganz offiziell einen Namen hat, würde ich dir raten, deine Eltern bzw. deinen Bruder einzuweihen. Depressionen ist ein unangenehmes Thema, weil die meisten nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Sie sind oft überfordert. Von selber werden deine Eltern sicherlich nicht kommen und direkt nachfragen. Wenns dann aber raus ist, schleicht niemand mehr so drum herum. Ist wie bei "der dessen Name nicht genannt werden darf". 😉 Wenn es dir leichter fällt, weihe deinen Dad ein und bitte ihn darum es deiner Mum und deinem Bruder zu erzählen. Es hat auch den Vorteil, das sie dir in verschiedenen Situationen mit mehr Verständnis begegnen.

Genau das hab ich nämlich am selben Tag auch gemacht...naja indirekt zumindest. Hab ja ne Überweisung für den Neurologen bekommen, wie's halt so ist, wenn man weitergeleitet wird. Steht auch deutlich genug drauf mit mittelschwere Depression seit Sommer. Tagsüber, wo ich noch allein zu Hause war (von Bruder mal abgesehen), hab ich nur stumm gelitten. Es ging mir mega dreckig nach der Diagnose, auch wenn sich ganz tief zumindest n Stück Erleichterung versteckt hat, dass das Kind jetzt einen Namen hat. Aber je näher der Zeitpunkt kam, wo meine Mom von der Arbeit kommt, desto mehr Panik kam auf...nie von vornerein die ultimative Panik, aber ich hatte schon Schiss, es zu sagen. Auch wenn ich es umbedingt sagen wollte...und mit der Zeit brachen einfach die Dämme bei mir, stummes Leiden ging einfach nicht mehr, ich musste einfach permanent heulen am Nachmittag.

So hat schon, als sie nach Hause gekommen ist, die Überweisung aufm Tisch und ich vollkommen in Tränen aufgelöst gereicht, um 1 und 1 zusammenzuzählen.
Keine halbe Stunde später war auch mein Dad zu Hause und schon wussten beide Bescheid. Ich musste einfach alles rauslassen...dass ich einfach nichts mehr bewegen kann, weil ich mich so antriebslos fühle, dass ich es nicht auf die Kette kriege, n Job zu suchen, dass ich zu viel PC zocke, dass ich mich nicht mals über meinen Bachelor-Abschluss freuen konnte, obwohl es am Anfang des Jahres für mich noch die ultimative Erlösung von meinem viel zu langen Studium gewesen wäre...naja fast alles, lediglich dass meine Unzufriedenheit über mein Liebesleben anfangs zur Downward Spiral beigetragen hat (nachher nicht mehr, weil Libido eh im Keller gewesen, hat also in der Spätphase kaum ne Rolle gespielt), hab ich lieber für mich behalten.
Anfangs hab ich kaum Verständnis bekommen, als ich mit der Depression um die Ecke kam....Mom konnte es erstmal nicht wahrhaben, und mein Dad hat sich zunächst eher abgefuckt, weil mein Schuldenberg (der zwar nur dreistellig ist, aber mit nem Einkommen von 0 hat trotzdem meh) halt auch einige schlaflose Nächte bereitet hat. Kann aber auch der anfängliche Schock gewesen sein; genau das was du meinst mit "Die wissen nicht, wie man damit umgehen soll". Denn keine halbe Std später, wo sich die Nachricht erstmal gesetzt hat (und vll auch als sie gemerkt haben, dass meine Diagnose doch ernst ist), kam wiederrum nur Support von den beiden.
Long Story told short: sind beide offiziell eingeweiht jetzt; bei meinem Bruder weiß ich noch nicht, mit ihm hab ich aber nie Probleme...in Moment aber auch wenig gequatscht mit ihm.

Naja, Freitag dann auch sehr früh schlafen gegangen, da mir der Tag schon gereicht hat...aber nach der offiziellen Diagnose und nachdem meine Eltern eingeweiht wurden, hat sich Samstags irgendwie ein wenig Hoffnung in mir breit gemacht. Ja, ich war immer noch niedergeschlagen...ich hatte immer noch wenig Antrieb. Aber zeitgleich hatte dabei auch das Gefühl, dass ein wenig Last von mir abgefallen ist....dass ich wieder etwas optimistischer nach vorne schauen konnte...mir kam dieser Freitag wie eine Zäsur im Leben vor...ich weiß nun schwarz auf weiß, was der Status Quo ist und ich weiß nun auch, dass ich mein Leben umkrempeln muss, wenn ich wieder aus diesem Loch raus will...achtsamer leben, gesünder leben, Bullshit cutten...Bäume ausreißen kann ich noch, wenn's mir wieder besser geht, aber schon die grundsätzlichen Dinge anpacken wie genügend Schlaf, weg von den Zockis, etc. Kein "Weiter so!" mehr. Mein bisheriger Lifestyle war zumindest eine der Faktoren, die mich erst so weit nach unten gebracht haben. Das sind Sachen, die wollte ich schon vor Jahren tacklen; eigentlich schon, seitdem ich PickUp entdeckt habe...wo ich dann, mit der Persönlichkeitsentwicklung, auch gemerkt habe, dass ich durchaus höhere Ansprüche an mich stellen darf, damals wo ich noch ein nesthockender Langzeitstudent mit der Bachelorarbeit in Ferne gewesen bin. Und jetzt, am Rock Bottom angekommen, war es nicht nur nötig, irgendwas im Leben zu ändern, bevor die Spirale noch weiter nach unten geht...nein, ich hatte sogar ein bisschen Zuversicht verspürt nachm Motto: "Ich muss nicht nur was ändern....ich werde!". Und umgesetzt habe ich die ersten Sachen auch noch....keine Videospiele mehr angerührt seit der Diagnose, mit dem Zimmer ausmisten endlich mal weitergemacht, n langen Spaziergang in der Sonne gemacht, ausgeschlafen, ein bisschen positiver auf die Welt geschaut....kleine Achievements halt.

Ob ich mit der ganzen PU/Persönlichkeitsentwicklungs-Schiene und den ganzen Plänen, die ich...., die Messlatte an mir selbst vielleicht zu hoch angesetzt habe und so in die Depression gerutscht bin? Keine Ahnung. Bei folgender Theorie bin ich mir aber ziemlich sicher: es gibt wohl kaum was beschisseneres für das eigene Selbstwirksamkeitsgefühl als sich Ziele zu setzen, die man realistisch sehr wohl erreichen kann...und es dann nicht tut, weil man einfach an sich selbst scheitert, weil man wieder am Zocken ist, oder bei YouPorn vorbeischaut, oder binge-watcht. Anstatt mal früher ins Bett zu gehen und sich dann topfit um nen Job, ne Wohnung oder dem eigenen Training oder Hobbies kümmert. Selbstdisziplin wurd ja schon zuvor angesprochen...

Sonntags wiederrum ging die Formkurve wieder nach unten....immerhin, der Freitag war und blieb auch bis jetzt der beschissenste Tag ever. Soweit ich mich zumindest erinnern kann...und dabei hab ich zwei Herz-OPs hinter mir, nur so zur Relation.
Aber dieses kleine Hoch wich dann doch relativ schnell. Gut, ich hab Formel 1 und American Football geguckt, fauler Sport-Sonntag ist und bleibt mir immer noch heilig. Wird wohl auch in Zukunft ohne Gewissen n Off-Tag bleiben bei mir. Aber nebenbei hätte man super endlich mal den Chaos im Zimmer fertig beseitigen können. Ging nur schleppend, hab ich immerhin geschafft...darüber hinaus ging aber auch nichts. Formkurve nach unten bezieht sich aber in erster Linie darauf, dass die Antriebslosigkeit und der Trübsal dann doch mit einiges an Wucht wieder zuschlug...aber wie gesagt, hatte schon schlimmere Ausmaße, und immerhin hab ich was geschissen bekommen. Soll auch n Achievement sein...auch wenns sich wie keins angefühlt hat....ist aber wohl das "normale Auf und Ab",  was @Mrs. Little angesprochen hat. Das mit dem "einfach akzeptieren" war n Tipp, den ich mir da zu Herzen genommen habe.

Ging dann gestern und heute so weiter...also dass das kleine Hoch wieder weg ist und die Antriebslosigkeit und Niedergeschlagenheit geblieben ist. Fühlt sich erstmal alles so an, als ob ich gar kein Fortschritt machen würde. Dennoch ist in der Phase einiges anders als noch vor der Diagnose. Wie gesagt, PC ist erstmal weg...außer ich brauche es, um Mails zu checken, nach neuen Jobs Ausschau zu halten oder halt um hier neue Updates zu posten. Das wars sonst tatsächlich. Sprich...jede Menge Zeit, die ich anderweitig nutzen kann/muss. Trotz Antriebslosigkeit schaff ich es aber doch, etwas produktiv zu sein. Ich hab wieder angefangen, Polnisch weiterzulernen. Ich räume zu Hause auf, hab auch endlich mein Zimmer ausgemistet, lese wieder mehr. Und in der Zeit hab ich auch schon 3 Jobangebote reingeflattert bekommen, die bei mir noch in der Pipeline waren lol. 2 Bewerbungsgespräche und ein Telefoninterview...okay, könnt schlechter sein gerade...rein rational jedenfalls, emotional hat mich das 0 geflasht. Nach wie vor fühle ich mich down...aber kurioserweise, jetzt, wo ich hier meine Schreibwut rausgelassen habe, fühl ich mich gerade so verglichen mit dem Rest seit einschl. Sonntag mit am besten gerade.

Was wohl aber auch ne Rolle spielen wird, dass ich mich zumindest heute etwas nutzlos gefühlt habe...in einer Sache bin ich am Montag Abend doch rückfällig geworden...eher spät nachmittags. Tatsächlich hatte ich am Montag das erste Mal seit längerem wieder Lust auf Frauen gehabt...Libido hat sich tatsächlich mal zurückgemeldet. Hab mir auch gedacht: okay cool...n Lebenszeichen mehr, nice! Wer weiß, vielleicht hilft es ja sogar, wieder ein wenig Antrieb zu tanken.
Blöd nur, alte Schwäche von mir, wenn Papa kein Zucker kriegt, holt er sich halt welchen. Gut, kein PC, kein Porn...nur Kopfkino soll ja eh am besten sein. Was mach ich? Alte Schwäche, wenn man in echt kein Zucker kriegt, sucht man einfach irgendwelchen ollen Chatrooms auf und ballert da (garantiert ungefakte) Mädels an...und vertippt und verkeult sich den halben Abend. Mit dem Smartphone kann man auch sooo schön den PC-Verbot umschiffen. Enuff said. Totale Bullenscheiße hoch 10. Müsst ihr mir nicht sagen. Selbstdisziplin. Cut the bullshit.
Dass ich mich danach ins Bett gelegt habe und noch bis 3 Uhr YouTube-Videos geschaut habe, machts auch nicht besser. Aber wenn ich irgendwas von dieser "Zäsur" am Freitag mitnehmen will, dann....never make the same mistakes again! Werd mich daran erinnern (müssen).

Schon komisch, wie negative Ausreißer, so unbedeutend die faktisch sein mögen, so sehr hängen bleiben, aber positives eigentlich kaum was auslöst....rational betrachtet schaut es aber nicht unbedingt so aus....wenn ich mir aber so überlege, eigentlich hab ich schon kleine Schritte nach vorne gemacht. Auch wenn ich es gerade nicht fühle. Aber allein, dass ich mich schon zwinge, im Haushalt oder wieder für mich was zu machen, obwohl ich keinen Antrieb verspüre macht schon einiges aus. Evtl. folgt das Momentum ja, wer weiß. Besser als sich komplett hängen zu lassen oder, schlimmer, wieder komplett in alten Mustern zu verfallen ist es allemal.
Hab auch angefangen, jeden Morgen so ne Art ToDo-Liste zu machen, einschließlich Dankbarkeitsübungen und ne kleine Liste, was ich aus dem Vortag lernen und mitnehmen kann. Versuche ich, als Morgenroutine zu etablieren.

 

 

Am 29.11.2019 um 22:18 , Mrs. Little schrieb:

Einen Job zu finden ist wichtig, aber hast du dich schon damit auseinander gesetzt, ob du in deiner jetzigen Situation einen 40-Stunden-Job gewachsen bist? Das braucht viel Energie, die du evtl. nicht aufbringen kannst. Oder schaust du dich momentan auch nach kleinen Sachen (Minijob) um? Fände ich persönlich besser, weil du schauen kannst, wie gut du "funktionierst". Wenn du nach 2 Monaten bei einem neuen 40-Stunden-Job einen Krankenschein sonst benötigst, würde dich das sicherlich sehr runterziehen, weil dus "wieder" nicht packst.

Ich kann deine Meinung vollkommen nachvollziehen....klingt schlüssig und den Ratschlag nehme ich mir auch zu Herzen.
Warum ich in den Punkt aber anders denke: Thema Selbstwirksamkeit wieder. Die Tatsache, dass ich schon Ende März meine Bachelorarbeit abgegeben habe und dennoch mit der Jobsuche am prügeln bin, ist einfach fehlende Selbstdisziplin. Unter anderem. Innerhalb der Uni ist auch einiges an Bürokratie schief gegangen (long story), also hätt sich das eh verzögert, aber ich hätt durchaus schon längst was an der Angel haben können, meine Schulden längst abbezahlt und vll. schon auf Wohnungssuche sein können. Wenn ich nicht so faul und/oder antriebslos gewesen wäre (ist die Frage, ob ich "nur" faul war oder wirklich keinen Antrieb hatte - ist jedenfalls schon immer ein wiederkehrendes Problem gewesen).
Dass man dann pleite ist, keinen Job abbekommt und sich dabei irgendwie doof dabei vorkommt, war Teil der Abwärtsspirale. Total paradox, aber die Motivation, das Problem zu lösen, sank umso mehr anstatt zu sagen: "Such dir n fucking Job und feddig". Was halt dazu führt, dass man die eigene Selbstwirksamkeit ad absurdum führt.
Dazu kommt noch, dass ich mit nem Job wieder eine Aufgabe hätte. Etwas, wofür es sich lohnt aufzustehen. Und sei es nur kurzfristig, bis man merkt: Okay, doch falsche Stelle vielleicht, aber dann hab ich als neue Mission, n neuen Job zu finden.
Könnte sicherlich auch mit nem 450€-Job klappen, klar....aber, mhhh...keine Ahnung. Irgendwas in mir sträubt sich gegen diesen Schritt. Vll weil es nur n Zwischenschritt wäre? Oder weil ich einfach den Anspruch habe, eine feste Stelle zu kriegen? Vielleicht, weil ich mir damit erhoffe (eigentlich sogar überzeugt bin), dass es ein Schritt zur Besserung ist, weil ich nicht nur meine Lebensqualität mit nem Einkommen verbessern könnte, sondern weil ich auch irgendwas von den Punkten abgehakt habe, die ohnehin bei mir auf der Agenda standen? Könnte alles ne Rolle spielen. Irgendwas in mir sagt mir aber, dass ich den Weg gehen soll.....auch wenn ich deine Bedenken vollkommen verstehe und im Hinterkopf behalten werde.

 

Am 29.11.2019 um 22:18 , Mrs. Little schrieb:

Da du dir selbst die richtige Diagnose im Vorfeld gegeben hast, nehme ich an, du hast dich mit dem Thema schon gut auseinander gesetzt? Falls nicht, lese dich in das Thema richtig gut ein. Das hilft dir besser mit der Situation und mit dir selbst umzugehen

Gut auseinander gesetzt, weiß ich nicht. Aber schon ein gutes Stück eingelesen, ja. Hab schon im Vorfeld ne gewisse Antriebslosigkeit bei mir festgestellt, schon vor 1-2 Jahren auch danach gegoogelt, was man dagegen auf eigene Faust machen kann. Also noch bevor ich selber gedacht habe: "Könntest du vll ne Depression haben?".
Als ich dann letztes Jahr eben diesen Verdacht auf Depression hatte, hab ich mich auch schon nach Ansprechgruppen o.ä. schlau gemacht. Außerdem kommt das Thema relativ häufig bei Hirschhausens Bücher vor - hab mal "Glück kommt selten allein..." zu Weihnachten geschenkt bekommen. So schon unterhaltsam, wenn man Hirschhausen mag, aber gerade in so ner Phase konnt man noch so 1-2 kleine Nuggets mitnehmen.
Werde mir aber zum Thema Selbsthilfe noch hier oder im Internetz etwas raussuchen, womit ich resoniere....alles andere wird sich noch am Freitag zeigen. Vll weiß der Doc noch ein paar Sachen mehr. Qualifizierte Meinung ist aber immer ne gute Sache.

Am 29.11.2019 um 22:18 , Mrs. Little schrieb:

Sowas benötigt viel Mut - vor allem als Mann - und ich freue mich sehr für dich, das du den für dich aufbringen konntest. 

Danke für den Input und für die Worte 🙂
 

 

Am 30.11.2019 um 00:35 , Sam Stage schrieb:

Das mit den Depressionen ist ne Volkskrankheit, haben sehr viele Menschen mit zu tun. Braucht man sich nicht für zu schämen.

Kannst ja Mal bei YouTube nach dem Comedian Thorsten Sträter und Depression suchen, der hat es ganz gut aufbereitet.

Tu ich mittlerweile auch nicht mehr so wirklich...denke ich zumindest. Bin mir aber bewusst, dass viele Leute mit kämpfen müssen. Aber Danke für die Worte.

Und den Sträter kenn ich von Dieter Nuhr her. Wusste nicht, dass er das Thema einmal aufbereitet hat (vor allem aus eigenem Nähkästchen). Musste bei dem Beitrag aber auch zwei, dreimal schmunzeln^^

Okay, lange wollt ich nicht mehr aufbleiben, und Wall of Text ist leider auch ne Schwäche bei mir 😄 Ich versuch mich schon recht kurz zu fassen und nicht bei jedem Abschnitt war ich mir sicher, ob ich das jetzt wirklich so runterschreiben soll, aber...naah, irgendwie muss das hier halt raus. Da will ich schon meine Fort- und Rückschritte schon tracken, dafür mach ich das auch u.a. hier. Mir geht's auch tatsächlich nach der Schreiborgie besser als noch am Nahmittag....irgendwie. Weiß der Geier, warum....

Wünsche euch aber noch ne geile Woche. Bin mal gespannt wie meine wird. Aber wenn die Woche endet und der letzte Freitag ist nach wie vor der behindertste Tag gewesen, dann hab ich die Woche doch schon was gewonnen...

In diesem Sinne schöne Tage euch!

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Ich finde das Mindset das dieser Freitag der beschissenste Tag ever war und das es jetzt nur noch besser wird, sehr gut. Das würde ich mir beibehalten und mir vielleicht auch irgendwo hinpinnen. Siehe es als Milestone auf den du zurück blicken kannst, wenn es Mal nicht rund läuft. 

Ansonsten möchte ich dir die langen Spaziergänge nochmal empfehlen. Ich hatte 2008 noch 20kg Übergewicht und bin diese durch Walking losgeworden. Ich hab das mindestens dreimal in der Woche für zwei Stunden durchgezogen. Es macht was mit einem. Du fängst dich an für die Landschaft zu interessieren und das Wetter. Es erdet einen ungemein, weil du siehst egal welcher Scheiß gerade passiert, die Sonne scheint und die Pflanzen blühen - Lebbe geht weida.

Ich hatte damals mit Sicherheit auch ne Depression, hab die nur unter sehr viel Arbeit versteckt. Die Walking-Runde hat mir die Kraft gegeben, aus dieser Abwärtsspirale rauszukommen. Und es war auch noch ne gute Sache sich zwei Stunden in der Natur aktiv zu bewegen. 

Dir auch eine tolle Woche und halt uns auf dem laufenden, wie es weitergeht.

bearbeitet von Sam Stage
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vor 5 Stunden, Sam Stage schrieb:

Ich finde das Mindset das dieser Freitag der beschissenste Tag ever war und das es jetzt nur noch besser wird, sehr gut. Das würde ich mir beibehalten und mir vielleicht auch irgendwo hinpinnen. Siehe es als Milestone auf den du zurück blicken kannst, wenn es Mal nicht rund läuft

Ich hab schon am besagten Freitag für mich selber ausgemacht: das ist ein mentaler Ort, wo ich NIE, nie wieder zurück will. Und dass ich alles in eigener Macht stehende tun werde, um da auch fernzubleiben. Das hat sich als Mindset eingebrannt in Moment. Deswegen krempel ich mein Leben auch nach und nach um und schaue, was für mich funktionieren kann.
Tatsächlich geht's mir heute -aus welchen Gründen auch immer- relativ gut. Immer noch etwas träge, aber der Trübsal hat sich für heute Vormittag zumindest verabschiedet. Ich blick doch recht positiv in den Tag heute 🙂

 

vor 5 Stunden, Sam Stage schrieb:

Ansonsten möchte ich dir die langen Spaziergänge nochmal empfehlen. Ich hatte 2008 noch 20kg Übergewicht und bin diese durch Walking losgeworden. Ich hab das mindestens dreimal in der Woche für zwei Stunden durchgezogen. Es macht was mit einem. Du fängst dich an für die Landschaft zu interessieren und das Wetter. Es erdet einen ungemein, weil du siehst egal welcher Scheiß gerade passiert, die Sonne scheint und die Pflanzen blühen - Lebbe geht weida.

Hab ich seit Sonntag ehrlicherweise vernachlässigt, aber am Samstag hab ich auch noch n ausgiebigen Spaziergang gemacht. Bin zu meiner alten Nachbarschaft aus der Kindheit gelaufen. Irgendwie hat's mich dahin gezogen. Alte Nachbarschaft, alte Schule, alte Spielplätze besucht...ganz ohne Wehmut, mit nem positiven Blick zurück. Alles nochmal eingesaugt. Werd mir für die Zukunft noch andere Routen einplanen, vielleicht einfach mal Straßen betreten, die ich noch nie betreten habe. Wir wohnen zum Glück am Stadtrand, also kann ich von Innenstadt bis Natur alles einplanen, worauf ich Bock habe.
Denke mal, heute ist n guter Tag dafür....Sonne scheint...1h Spaziergang, Vitamin D tanken...und wenn ich mich sschon warmgetreten habe, kann ich direkt zu Hause ne Runde HomeGym hinterherschmeißen. Den Sport schiebe ich auch schon seit Wochen auf, obwohl ich eigentlich bis Frühling lean sein wollte 😄 Aber selbst wenn man vom Thema Muskelaufbau u.ä. absieht...Sport sollte allein wegen dem Thema hier auf der Liste stehen.

Klingt, als hättest du die 20kg und die Depression hinter dir gelassen, lese ich das richtig? Wenn ja, Respekt dafür. Freut mich mega! 🙂

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Hallo Leute :hi:

Ich wollt noch n Update liefern, nachdem ich beim Neurologen gewesen bin... Habs wegen den Reisestress aber nicht geschafft, also kommt eins aus dem Auto aufm Weg nach Polen, lol. Fällt kürzer aus als sonst, liest sich aber bestimmt dementsprechend angenehmer. 

 

Hab beim Neurologen auch Tacheles geredet, wie genau es um meinen Zustand steht... Halt alles, was ich oben schon erwähnt habe.

Er hat mich untersucht und die Diagnose bestätigt. Alles andere hätte mich auch überrascht. Happy-Pillen geht schlecht, weil Herzkrankheit + entsprechende Medikation. Hätten die ohne stationäre Aufnahme nicht riskieren wollen. Cool, hatte eh erstmal die Pillen nur "just in case" im Hinterkopf gehabt, allzu scharf war ich da aber nur semi drauf. 

Was ich aber sehr wohl machen werde, ist ne Hilfegruppe aufsuchen. Einfach um mal n Ort zu haben, wo man sich wieder fangen und sich austauschen etc. Kann. Was ne Therapie betrifft....mir wurd zwar paar Adressen an die Hand gegeben. Aber ich weiß nicht, ob ich mich anmelden soll. Und selbst wenn, dann warte ich wohl erstmal ab, bis sich meine Wohnsituation geklärt hat. Weil akut hab ich tatsächlich keinen Bedarf. 

Diesen Aufwind, den ich seit den letzten Post verspürt habe... Der nimmt grad richtig Fahrt auf. Ich bin zwar immer noch streckenweise letharg oder apathisch... Aber die Niedergeschlagenheit ist gar nicht mehr aufgetaucht... Im Gegenteil, ich kann wieder lachen, genießen, wieder am Leben teilhaben. Es kommt wieder 🙂 ich bin zwar noch etwas vorsichtig... Kann ja nur n kleines Auf sein. Aber in Moment tu ich vieles, um dafür zu sorgen, dass es eher n Sprungbrett fürn Upward Spiral wird. Ich schlafe mehr und zu gesünderen Zeiten, am PC häng ich selten, zocken gar nicht mehr, lerne Polnisch und Gitarre, lese und tanke mehr Sonne. Mit Sport hab ich auch endlich mal angefangen und Ernährung umstellen steht noch aufm Plan. 

Geht alles nur schrittweise und nach und nach, teilweise zwinge ich mich noch dazu. Aber das Mindset, dass ich NIE wieder in dieses Loch zurückwill... das lebe ich gerade auch konsequent... Noch nicht in allen Bereichen, aber nach und nach greife ich was neues an, wenn die Kapazität da ist 🙂 Ich merk schon, was so n Cold Turkey vom PC nach so ner Zäsur bei mir ausmacht. 

Jetzt heißt es einfach dranbleiben. Ich hab erstmal bis nächstes Wochenende Familienurlaub. Genug Zeit, sich Gedanken zu machen und zu schauen, wie es mir weiter ergeht. Fest steht nur, dass ich die Lebensfreude, die sich nach und nach zurückmeldet, nicht nur vollständig, sondern vor allem nachhaltig wiedererlangen will. Das will ich nicht von der Hand weisen. Deswegen überlege ich mir den nächsten Schritt sehr wohl genauer. Aber et kütt wieder. 🙂

Bis dahin wünsch ich euch erstma ne schöne Adventszeit... Genießt den Glühwein, aber bitte nicht allein :hi:

bearbeitet von TheNextNatural
Unfallfreier Satzbau ist schon was geiles
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Am 4.12.2019 um 00:36 , TheNextNatural schrieb:

Ob ich mit der ganzen PU/Persönlichkeitsentwicklungs-Schiene und den ganzen Plänen, die ich...., die Messlatte an mir selbst vielleicht zu hoch angesetzt habe und so in die Depression gerutscht bin?

Kann so passiert sein. Neben belastenden Lebensereignissen, können Depressionen auch durch eigene Verhaltensweise entstehen (Das darfst du jetzt auch nicht als Kritik an dir auffassen.), wie chronische Überbelastung, weil man im Dauerstress ist und sich z.B. keine Ruhepause gönnt oder Nein sagt. Aus Studium, Pick-up, Polnisch lernen, Sport, Freunde/Familie treffen...in Kombination mit "Weiter so" und "Ich will/muss das schaffen. Andere packen das auch." könntest du zum Marathonläufer mutiert sein. Für eine kurze Zeit kein Problem. Auf lange Sicht macht sowas krank.

Am 4.12.2019 um 00:36 , TheNextNatural schrieb:

2 Bewerbungsgespräche und ein Telefoninterview...

Erzähl mal, wie die so liefen. Wenn die jetzt schon waren. 🙂

Am 4.12.2019 um 00:36 , TheNextNatural schrieb:

Irgendwas in mir sagt mir aber, dass ich den Weg gehen soll.....auch wenn ich deine Bedenken vollkommen verstehe und im Hinterkopf behalten werde.

Wenn du das für dich so fühlst, dann mach das so. Der Einzige der wirklich weiß, was dir gut tut, bist du. Wir können nur Anregungen geben oder in dem Falle, dich darauf aufmerksam zu machen, dich selbst gut im Auge zu behalten.

Am 4.12.2019 um 07:00 , Sam Stage schrieb:

Ich finde das Mindset das dieser Freitag der beschissenste Tag ever war und das es jetzt nur noch besser wird, sehr gut. Das würde ich mir beibehalten und mir vielleicht auch irgendwo hinpinnen. Siehe es als Milestone auf den du zurück blicken kannst, wenn es Mal nicht rund läuft.

This.

Am 4.12.2019 um 07:00 , Sam Stage schrieb:

Ansonsten möchte ich dir die langen Spaziergänge nochmal empfehlen.

This - ebenfalls. Könntest mal ausprobieren, einen Spaziergang auf den frühen Abend zu verlegen. Die frische Luft und Bewegung könnte dir evtl. behilflich sein einen Schlafrhythmus zu bekommen. Gerade blöd, das es jetzt so früh dunkel ist, weil für dich Sonne tanken auch positiv ist. 

Zu deinem Schlafrhythmus: Ist der wirklich einfach nur total nach hinten verlegt? Wie ist dein Schlaf an sich? Erholsam, wachst du oft auf, braucht du lange zum Einschlafen...? Aber super, das der jetzt auch langsam besser geworden ist.

Am 7.12.2019 um 20:42 , TheNextNatural schrieb:

Was ne Therapie betrifft....mir wurd zwar paar Adressen an die Hand gegeben.

Meinst du eine Psychotherapie (wo du zu den einzelnen Sitzungen nur gehst) oder das stationäre, was du mal erwähnt hattest? Muss gestehen, hier kenne ich mich bei den Unterschieden nicht so aus.

Am 7.12.2019 um 20:42 , TheNextNatural schrieb:

Weil akut hab ich tatsächlich keinen Bedarf. 

 Weil...? Hier würden mich deine Gründe interessieren. Außer wenn es um die stationäre Aufnahme geht, das hattest du ja schon einmal kurz aufgeführt. 

Hoffe deine positivere Stimmung aus deinem letzten Post hat sich gehalten. 🙌

 

bearbeitet von Mrs. Little
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Abend zusammen :hi:

ich bring mal wieder ein Update meinerseits....der eigentlich schon seit 2 Wochen überfällig ist -wenn ich denn regelmäßig posten würde- aber keine Ahnung...war irgendwie schreibfaul...unmotiviert....altes Schema halt wieder. Was mich auch direkt zum Thema bringt...

Die Reise nach Polen...Familie besuchen...bisschen aus dem Alltag raus, in mich kehren...klang im Vorfeld nach etwas, was mir sehr gut tun würde...und auf der Hinfahrt hab ich mich auch schon mega auf dem Trip gefreut, war sogar eigentlich wieder guter Dinge, wie man unschwer aus meinem Post herauslesen konnte.

Naja, die Realität sah anders aus...bin gerade dabei, zu rekapitulieren, was genau mich an dem Urlaub so abgefuckt hat, aber spontan fällt mir das Wort "Sprachbarriere" instant ein. Mein Bruder und ich wurden nur mit Deutsch großgezogen, der komplette Rest der Familie spricht fließend Schlesisch.
Ist natürlich geil, wenn man dann extra Polnisch lernt (aka nachträglich auf eigene Faust beibringen), damit man sich in dem Land, wo man zur Hälfte die eigenen Wurzeln hat, verständigen kann. Weniger geil ist es dann, wenn man ohnehin die Hochsprache kaum beherrst und die komplette Familie (einschl. der Eltern) komplett auf einen Dialekt umswitcht, der für "Hochpolnische" Leute schon kaum verständlich ist....wenn dann die eigene Oma mit jemanden auf Schlesisch unterhält, als ob man 3 Jahre alt wäre (anstatt 30) (wohl auch, weil ihr Deutsch ähnlich limitiert ist), kommt man sich irgendwo n Stück...ich weiß nicht...verarscht vor? Mein Bruder jedenfalls nicht, er hat das Recht locker genommen, selber wenigstens versucht, etwas zu verstehen und zu sprechen und ansonsten einfach schamlos auf Deutsch gelabert...naja, der war/ist bestimmt auch in nem ganz anderen State of Mind als ich momentan...keine Ahnung, sieht man aber an dem Punkt ganz gut, wie viel auch davon abhängt, wie man alles selber auffasst....kann ich in Moment halt nich ganz so gut.
Meine Cousins und eine meiner Cousinen sprechen aber allesamt fließend Deutsch weil bilingual. Da wäre es deutlich einfacher gewesen, hab mich aber auch an einem Abend dabei ertappt, wie ich selbst unter uns "jungen" dann ins Hintertreffen geraten bin, weil....auch da keine Ahnung, vll kam n Thema auf, wo ich nichts zu sagen konnte, hab mich bisschen ausgeklinkt, nachher nirgendwo mehr Zugang gefunden...yadayadayada.
Was mache ich in so einer Situation (in letzter Zeit zu häufig, definitv n Schema)....leider das Falsche....ich schalte innerlich komplett blank, bin nicht mehr ansprechbar, einfach nur noch abgefuckt..und dann noch genervt, wenn ich trotzdem wieder einbezogen werde....downward spiral, here I come!!

Wenn ich mir so den letzten Abschnitt anschaue, dann wird's schon deutlich, was mir den Garaus gemacht hat...Exklusion...das Gefühl, dass man nicht dazugehört, nichts zu geben hat...und sei es auch nur im aktuellen Moment. Und ich reagiere in schlechten Momenten darauf, indem ich mich selber noch weiter ausgrenze. Alles andere als smart und eigentlich mega-paradox, aber emotionale Reaktion halt.

Disclaimer: nicht falsch verstehen...es war nicht der gesamte Trip nach Polen,  der so beschissen lief...gerade mit unserer Generation haben wir noch echt gute Momente gehabt. Z.B. haben wir am letzten Abend (für viele zum ersten Mal überhaupt) n Sushi-Restaurant besucht. Und das nur, weil ich mich mit Cousin und Cousine unterhalten habe, weil sie meinte, sie hätte nur einmal im Leben Sushi gegessen...war scheiße weil aus Lidl...und ich gesagt habe, kein Vergleich zum Restaurant 😄 Anschließend spontan bowlen gewesen. War geil!
Am Tag zuvor mit Bruder und Eltern Weihnachtsmarkt in der nächstgrößeren Stadt...plus n richtig geilen, scharfen Tee im Restaurant getrunken...gute Zeit gemeinsam gehabt...waren schon coole Momente dabei, die ich nicht missen will...aber die Sprachbarriere nervt trotzdem gewaltig...gerade, wenn der Löwenanteil der Familie von betroffen ist.

Noch ein anderer (negativer, is halt so) Punkt, den ich wegen der Reise anmerken muss.
Man kommt nach der Diagnose Depression mit einem Gefühl raus, jetzt hat das Kind einen Namen, ich kann jetzt schauen, wie ich damit umgehe.
Habe ich auch gemacht, ich habe echt angefangen, öfter raus zu gehen, nur begrenzt Kaffee zu trinken, gesünder zu schlafen und hier und da mal etwas gutes für mich getan wie z.B spazieren gehen in der Sonne oder mal wieder mit Sport anfangen. Es sind kleine Gewohnheiten draus geworden, bzw. im Falle von Sport und Gitarre war ich mittendrin, mir das als Habit anzueignen.
Was ist das schlimmste, was in der Phase, wo man neue Gewohnheiten aufbauen will, passieren kann?? Richtig, Urlaubsmodus.
Und der hat sich zwangsläufig eingestellt im Familienurlaub...wirklich planen konnte man selten was, weil ohh lass Mal Omma Oppa paar Dörfer weiter besuchen....ohh bei Tante Onkel wollen wir trinken...da Oppa Geburtstag...da Kirche (willkommen in den polnischen Dörfern)....yadayadayada.
Klar, Urlaub ist da um abzuschalten, Zeit mit der Familie zu verbringen, zu genießen....Cheat Week darf ruhig sein.

Nur, jetzt bin ich seit zwei Wochen wieder zu Hause...und die Tatsache, dass ich schreibfaul geworden bin, sagt einiges aus. Gut, hätte auch heißen können, dass ich plötzlich n erfülltes Leben habe mit Job hier, Hobbies da, HBs dort und die restliche freie Zeit zum Entspannen nutze und nichts mehr mitteilen muss, um happy zu sein, lol.
Ne, schreibfaul triffts gut, und das trifft auch auf den restlichen Alltag zu. De facto bin ich wieder im selbem Headspace wie zuvor. In der Phase zwischen "Irgendwas stimmt mit mir nicht, warum bin ich so letharg und angepisst" und "Jepp, Herr Natural, Depression"....nur halt vor dem Knall. Dieses Mindset "Ich will nie wieder in das Loch fallen, wo ich gerade herkomme"....irgendwie verpufft...I don't feel it right now...und das macht mir irgendwie Sorgen. In dieses Loch bin ich zwar noch nicht gefallen....mir ist gerade nicht nach Heulen zu mute...mir geht es gerade nicht so, als ob ich kotzen müsste....aber darüber hinaus geht auch nicht viel....diese Lethargie, diese Unzufriedenheit...diese beiden Sachen sind wieder zurück und so stark wie vor der Diagnose...Pennen um 5 und aufstehen um 12? Again? Check! Sport, spazieren gehen, Gitarre lernen? Alles sausen gelassen? Check!

Wisst ihr, ich hab heute beim Abwasch machen nachm Aufstehen so nachgedacht, was mich in Moment einfach runterzieht und wie ich da rauskomme. Kam einfach so in den Kopf. Mein Kopf hat schon drüber nachgedacht, bevor ich richtig wach war. Ich musste das einfach irgendwie verarbeiten....
Und hier tatsächlich noch n positives Update...ich hab nach der Reise noch n Bewerbungsgespräch in Köln gehabt. Spieleentwicklung fürn Browsergame...nichts spektakuläres für mich, und eigentlich auch n Bereich, wo ich nicht hinwollte, jetzt wo ich mich eh von Games erstmal loseisen wollte und ohnehin eher in den Consulting-Bereich gehen wollte.
Aber trotzdem hoffe ich irgendwie heimlich, dass ich die Stelle kriege. Und höchstwahrscheinlich werde ich diese Stelle auch annehmen, wenn die Bezahlung stimmt...warum?
Um endlich mal n Fuß in die Tür zu kriegen...in die Tür, wo "eigenes Leben" draufsteht. Und da ist mir mittlerweile fast schon egal, in welcher IT-Branche das ist, solange ich für einen Jahr gescheit von Leben kann und danach immer noch weiterschauen kann.
Warum? Weil ich mal wieder Freunde besuchen will....Freunde endlich mal selber einladen will...mal wieder Salsa und Bachata tanzen will...ins Gym gehen will...in die Bar oder in die Disko gehen will (und nicht mehr 1,5h mitten in der Nacht für den Heimweg dabei brauchen)...Wakeboarden im Sommer oder Snowboarden in den Bergen will...Urlaub machen...Pokerturniere veranstalten...oder generell n Spieleabend...Festivals besuchen...und und und. Das Leben hat so viel zu bieten. Wenn man Geld hat...oder Gesellschaft...oder beides...je nachdem, was man wo machen will....geht alles, von gerade von ersterem braucht man oftmals nur wenig bis gar nüchts.
Aber ganz ohne Geld, ohne Job, ohne "Mission" (und sei es halt für ne Zeit, regelmäßig früh aufzustehen, um sich n Dach überm Kopp zu finanzieren) geht es dann wiederrum doch nicht. Und wenn man in ner Ortschaft wohnt, wo man schon als Teenager recht wenig Kontakte hatte und sich diese durch Studium, Beruf der anderen oder zerbrochene Freundschaften noch verdünnt haben, naja...gibt mir halt gerade so das Gefühl, hier in der Sackgasse zu sitzen. Ich hoffe, ihr wisst, was mir da durchm Kopf geht.

Der Post entsteht gerade etwas unter Zeitdruck, weil ich gleich noch zu nem alten Wing fahre...sind noch bei nem gemeinsamen Kumpel eingeladen. Das Jahr 2019 verabschieden.
Truth be told, das Jahr schieße ich verdammt gerne in den Himmel, aber mit den beiden (+deren Freundinnen, eine kenne ich bereits) gemeinsam ins Jahr 2020 zu gehen, macht das ganze doch versöhnlicher für mich. Ich freu mich schon n Stück auf den Abend...und irgendwie auch auf 2020.
Weil here's the point....irgendwie hab ich das Gefühl, dass 2020 ein Make-n-Break-Jahr für mich wird....was das Thema Depression betrifft, aber irgendwie auch meinen generellen Lebensweg. Vll. auch weil neuer Lebensabschnitt. Ich bin aber (auch wenn sich der Post gerade nicht so liest) irgendwie guter Dinge, was das kommende Jahr betrifft. Ein Job, eine eigene Wohnung, ein Neuanfang und die Sache könnte wieder anders aussehen. N Allheilmittel ist es definitiv nicht...das ist klar....Aber vll hängt meine Depression nur mit meiner Lebenssituation zusammen, mit der ich einfach von Grund auf unzufrieden bin...vielleicht sitzt das Problem doch ne Ebene tiefer...aber so oder so glaube ich, dass sich in dem Fall das Leben wieder nach oben entwickeln wird. Das Thema Therapie hab ich aber nicht vergessen, aber da die Zeit drängt, würde ich gerne die Tage darauf und auf eure Antworten eingehen.

Jetzt würd ich mich aber schon gerne fertig machen für den letzten Abend des Jahrzehnts. Bis dahin wollt ich das hier schon mal loswerden. Damit ich wenigstens ein bisschen weniger Ballast mit ins Jahr 2020 nehmen kann....und mit nem kleinen Lächeln nach vorne schauen kann 🙂

Euch allen aber auf jeden Fall n guten Rutsch,
ich wünsch euch das Beste für das neue Jahr...auf, dass 2020 noch geiler für jeden von uns wird als noch dieses Jahr ;-)

Grüße :hi:

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Am 31.12.2019 um 17:58 , TheNextNatural schrieb:

Noch ein anderer (negativer, is halt so) Punkt, den ich wegen der Reise anmerken muss.
Man kommt nach der Diagnose Depression mit einem Gefühl raus, jetzt hat das Kind einen Namen, ich kann jetzt schauen, wie ich damit umgehe.
Habe ich auch gemacht, ich habe echt angefangen, öfter raus zu gehen, nur begrenzt Kaffee zu trinken, gesünder zu schlafen und hier und da mal etwas gutes für mich getan wie z.B spazieren gehen in der Sonne oder mal wieder mit Sport anfangen. Es sind kleine Gewohnheiten draus geworden, bzw. im Falle von Sport und Gitarre war ich mittendrin, mir das als Habit anzueignen.
Was ist das schlimmste, was in der Phase, wo man neue Gewohnheiten aufbauen will, passieren kann?? Richtig, Urlaubsmodus.
Und der hat sich zwangsläufig eingestellt im Familienurlaub...wirklich planen konnte man selten was, weil ohh lass Mal Omma Oppa paar Dörfer weiter besuchen....ohh bei Tante Onkel wollen wir trinken...da Oppa Geburtstag...da Kirche (willkommen in den polnischen Dörfern)....yadayadayada.
Klar, Urlaub ist da um abzuschalten, Zeit mit der Familie zu verbringen, zu genießen....Cheat Week darf ruhig sein.

Ja, sowas kann einen echt rausbringen und dann wieder damit anzufangen.... 😄

Am 31.12.2019 um 17:58 , TheNextNatural schrieb:

Der Post entsteht gerade etwas unter Zeitdruck, weil ich gleich noch zu nem alten Wing fahre...sind noch bei nem gemeinsamen Kumpel eingeladen. Das Jahr 2019 verabschieden.

Schön, das du zu Silvester rausgekommen bist. 🙂

Gerne ein Update von dir. 

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Hallo zusammen :hi:

Oh, welch Zufall....ich hab in den letzten Tagen tatsächlich mal wieder daran gedacht, hier mal ein Update zu liefern, weil ich doch schon inaktiv gewesen bin seit dem Jahreswechsel 😄

Gut, ein wenig schreibfaul bin ich dann doch geworden, aber das kann ich mir auch höchstens am Wochenende vorwerfen lassen...gibt nämlich ne richtig gute Neuigkeit (die mich allerdings zeitmäßig doch schon was einspannt)....

Ich. Habe. Einen. Job!  :yahoo:

Meinen ersten Vollzeitjob um genau zu sein. Gut, nicht mein Traumjob. Wer meinen Thread hier verfolgt hat...
 

...wird wissen, dass ich ursprünglich auf der Suche nach einem IT-Consulting-Job gewesen bin.
Nach mehreren erfolglosen Anläufen (die ich aufgrund der Depression auch ehrlich gesagt nicht mehr so wirklich gesucht habe...also neue Bewerbungen abfeuern, nachdem die Absagen eintrudelten) bin ich dann über Xing mit einem Recruiter in Kontakt getreten....der mir dann auch versucht hat, Consulting-Jobs anzudrehen (ich hab ihn auch mehrfach daran erinnert, lol).

Naja, die Jobangebote waren okay, aber keine Ultraburner dabei..nicht, wonach ich jedenfalls gezielt gesucht hätte. Nach einem persönlichen Gespräch mit dem Recruiter war mir aber auch klar, woran es liegen könnte...8 Jahre studiert...nur für den Bachelor...mit ner 3,x...ohne Berufserfahrung in der Branche...ohne private Projekte. Da sieht so ein CV schon wie n Dödel-Lebenslauf aus.....klang glaubhaft für mich, da alles andere als überraschend. Von daher hab ich meine Kriterien dann doch etwas breiter gefächert.
Klar kann man jetzt sagen, wenn man nicht selber sucht, muss man sich mit dem zufrieden geben, was man bekommt. Aber ich muss ehrlich sagen, es hat mir in der Phase der totalen Niedergeschlagenheit echt geholfen, die Bewerbungsgespräche zugespielt zu bekommen anstatt sich selber noch durch Stellenausschreibungen und CV-updaten zu quälen. Ich musste einfach nur sagen "Passt mir" oder "Nö" und dann zum Termin antanzen.....und trotz all der Niedergeschlagenheit....eins hab ich trotz all dem noch im Hinterkopf gehabt:
Auf keinem Fall verkaufe ich mich unterm Wert....wenn mir die Stelle nicht gefällt...Wenn mir das Gehalt nicht gefällt....dann nehme ich die Stelle nicht an. Punkt.
Ich war sogar tatsächlich dabei, Hartz 4 zu beantragen, obwohl es mir eigentlich gegen den Strich geht, zu hartzen. Aber a) für den Übergang wenigstens keine finanziellen Sorgen und b) hab ich ernsthaft daran Interesse gehabt, über dem Jobcenter Ausschau nach einer passenden Stelle zu halten....nur so weit kam es schon nicht mehr...

..und da war auch n Stück "law of Attraction" dabei, denk ich mal 😄 Ich hab noch n Bewerbungsgespräch in Köln vermittelt bekommen. Und während ich bei den anderen Gesprächen schon gehofft habe "Boah hoffentlich wollen die mich nicht!",  hatte ich dort zum ersten Mal das Gefühl gehabt "Hey, hier könnt ich es mir echt gut vorstellen."
Und zack, kam auch schon nach den Feiertagen die Zusage. Gehalt war auch punktgenau auf mein persönliches Minimum, wo ich ohne zu verhandeln zugesagt hätte...plus Gehaltserhöhung nach der Probezeit. Für den Einstieg not bad.
Eine Woche später, Mitte Januar, hatte ich da auch schon direkt meinen ersten Arbeitstag^^. Und nun bin ich schon 3,5 Wochen dort und hab mich schon recht gut akklimatisiert.
Jetzt bin ich Front-End-Entwickler in der Browserspiel-Branche...in Kökn. Nichts weltbewegendes, aber der ganze Rest hat halt gepasst....auf jeden Fall deutlich besser als die anderen Stellen. Und es ist verdammt gut angebunden in Kölle. Muss dann von meiner Heimatstadt aus halt 2h von Haustür zur Haustür pendeln....20h/Woche nochmal obendrauf nur fürs Rumgegurke liest sich halt viel. Aber a) muss ich nur einmal umsteigen, und zwar in die U-Bahn...d.h. ich kann mich 1,5h lang pro Fahrt mit irgendwas beschäftigen....sei es Polnisch lernen, was lesen oder einfach nochmal bisschen pennen...oder socializen (was ich so langsam mal auf die Liste packen könnte^^). Und b) ist es auch nur kurzfristig...ich halte nach wie vor an meinem Plan fest, von zu Hause auszuziehen und endlich mal selbstständig zu leben. Und wenn somit zur Work-Sleep-Balance noch ein bisschen Life dazukommt, anstatt im Zug zu sitzen...ein guter Grund mehr fürn Umzug. Schließlich hab ich gezielt nach ner Großstadt gesucht, und da kam halt Düsseldorf oder Köln in Frage. Jetzt is es halt Köln.

Von daher sieht mein Plan aktuell wie folgt aus. Ich mach es einfach so, wie es mein bester Kumpel und Ex-Kommilitone gemacht hat. Wenn mir die Stelle nicht massiv gegen den Strich geht (und Stand jetzt ist es auch nicht der Fall...okay, Bugfixing nervt, aber das hat man in der IT wohl überall), dann zieh ich den Job min. 1 Jahr durch. Also 2020 durch. Dann kann ich etwas gescheiter evaluieren, wohin es weiter gehen soll. Bleib ich da? Doch nochmal ne Consulting-Stelle? Studium nebenbei? Oder doch direkt das "vorläufige Endziel" Digital Nomad einschlagen? Da hab ich noch genug Zeit, um mir das durchm Kopf gehen zu lassen und ist auch ohnehin n anderes Thema.
Vorrangig ist jetzt ohnehin erstmal der erste Flug außerhalb vom Nest. Eigene Bude. Eigenes Umfeld. Und die frisch gewonnene "Nicht-Mehr-Pendler-Zeit" nutzen und mir ein, zwei Hobbies etablieren und n Social Circle um mich herum in Köln aufbauen..mal unter die Leute kommen 🙂 Klar ist Köln teuer, aber mir reichen studentische Verhältnisse. Mir ist die Logistic wichtiger als die Größe. Wenn ich ne 25m²-Butze bekomme, aber dafür innerhalb von plus/minus 20-30 Minuten überall hinkomme, dann ist das schon ein Träumchen. Mittelfristig jedenfalls 😉

Was hat das alles nun mit mein Seelenleben zu tun? So einiges....drei große Faktoren spielen dabei ne Rolle:
-ich habe endlich wieder eine Mission.....irgendetwas, wofür ich aufstehen muss...auch wenn es 5 Uhr morgens ist (hab mich sogar überraschend schnell dran gewöhnt, wenn man bedenkt, dass ich 2019 noch vor 12 nicht ausm Bett gekommen bin). Irgendwas, was meinem Tag Struktur verleiht. Irgendeine Aufgabe, die es zu bewältigen gibt. Auch, wenn es nur Beruf und keine Berufung für mich ist, so macht es schon einiges mit mir. Ich fühl mich wohler...produktiver. Auch weil ich das bisschen Zeit, was für mich bleibt, auch sinnvoller nutze.
-keine Geldsorgen mehr. Zumindest ist der Schuldenberg getilgt. Berg ist verglichen mit anderen Schuldnern bestimmt zu viel gesagt. Ich konnte alles mit meinem ersten Gehalt abbezahlen^^. Aber wenn man n halbes Jahr lang nichts verdient hat, weil nur rumgedödelt + Limbo wegen dem Bachelorabschluss, der sich so in die Länge gezogen hat....da tut jeder Monat an laufenden Kosten weh; und sei es nur 200 Ocken pro Monat. Jede Menge Probs an meinen Eltern, die mich da finanziell noch unterstützt haben...jetzt selber sich um seine Finanzen kümmern zu können (und aus den Miesen raus zu sein) fühlt sich aber schon geiler an, als wenn man ständig pumpen muss....mit 30 wohlgemerkt.
-das Leben geht weiter. Und zwar nach vorne. Heute neuer Job, morgen neue Bude? Geplant ist es ja....und wenn die steht....neue Hobbies? Neues soziales Umfeld? Nach 1-2 Jahren genug Erfahrung für ne neue Stelle? Vielleicht sogar in ner ganz neuen Ecke der Welt? Wer weiß, wer weiß....aber so lange es nach vorne geht, geht es gut. Wohin es dann genau geht, wird man noch sehen....

Dafür, dass ich 40h/Woche arbeite + 20h noch am pendeln bin, geht es mir doch recht gut. Heute zum ersten Mal n scheiß Tag auf der Arbeit gehabt, wo ich schon wieder ein wenig in Richtung Niedergeschlagenheit abgedriftet bin....aber wenn ich morgen aus dem Bett komme, und ich fühl mich wieder so wie die letzten Wochen..zwar müde, aber bereit, den Tag in Angriff zu nehmen, dann hab ich schon einiges gewonnen 🙂 Ich werd aber auf mich acht geben, die Augen offen und die Ohren steif halten.

Und wie kann man am besten dafür sorgen, dass man morgen Bock auf aufstehen hat? Richtig....pennen gehen. Und das mache ich jetzt auch!
In diesem Sinne euch noch n schönen Abend...man liest sich...dieses Mal früher als erst nachm Monat :hi:


PS: hab an meinem Geburtstag und diese Woche tatsächlich die ersten Sets seit Monaten gemacht 😄
Während meiner depressiven Phase hatte ich nicht mals das Bedürfnis (und auch nicht das Selbstwertgefühl) gehabt, Frauen anzusprechen...im Gegenteil. Jetzt merke ich aber wieder, dass das Leben nicht mehr nur an mir vorbeizieh/ziehen soll....ich will wieder teilhaben. Ich hab wieder Lust auf flirten. Ich hab wieder Lust auf Menschen. Verbuche ich auch mal als Pluspunkt 🙂

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