Bondig

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Alle erstellten Inhalte von Bondig

  1. Bondig

    Endlich Ü30 - und weiter?

    Wahrscheinlich wissen wir das Gute im Leben erst dann zu schätzen, wenn wir das Schlechtes erlebt haben. Ich fühl mich innerlich ziemlich leer und gebrochen. Ohne passender Frau an meiner Seite, ohne gute Freunde und Familie, fehlt mir der Lebenssinn. Mir fällt es unglaublich schwer, Emotionen zuzulassen, irgend etwas liegt auf keiner Brust, dass mich daran hindert einfach mal wieder glücklich zu sein. Für den Lebenslauf habe ich alles erdenklich mögliche gemacht. Studium mit scheiß Sternchen, guter Job im namhaften Konzern eigene Wohnung und "Big City Life". Es interessiert mich nicht, außer dass ich aufgrund der Wohnung und meines Verdienst zumindest Ruhe und ein Mindestmaß an Lebensqualität habe. Du könntest mir Top-Models ins Bett legen, es würde mich nicht interessieren. Klar, man würde vogeln, weil es die Natur so vor gesehen hat. Aber tief in mir drin fühle ich mich leer. Die letzten Jahre waren eher ein dshinsiechen denn ein richtiges Glücklichsein. Das Gefühl tiefer aufrichtiger Liebe und Zuneigung, ehrlichem Vertrauen und Geborgenheit kann man nicht durch 100 Frauen bekommen, nicht durch 1000000 Euro. Und ja: ich habe Alles gemacht, was mir empfohlen und geraten wurde. Sport, Psychologe, andere Frauen, Wohnortwechsel, neuer Job... Aber nichts würde mich glücklicher machen als eben Frau, Freunde und Familie. Im Grünen, in der Heimat. Wir leben in einer beschissenen Welt, in der kaum Platz für Wärme und Achtsamkeit herrscht, wo alles "Business" ist und die Menschen sich selbst und andere als Ware, als "Ding" sehen (müssen! ) um überhaupt klar zu kommen. Ich habe neulich Silver Linings gesehen und konnte mich ziemlich, ziemlich gut mit der Rolle von B. Chooper identifizieren. Ich glaube, dass die damalige Trennung mit dem ganzen Rattenschwanz einfach Too much für mich war und ich seitdem einfach "dicht" gemacht habe. Traumatisiert sozusagen. Ja, ich mache weiter, eben weil ich weiß, dass es auch anders sein kann, dass das Leben auch schön und glücklich sein kann. Ein Hoffnungsschimmer wäre schön, für mich wäre das eben die eine Frau oder der eine Moment, der mir den Sinn, meine Lebensfreude zurückgibt. Ich werde noch wahnsinnig darüber meine Gefühle nicht zulassen zu können. Und ich glaube, dass man das nur verstehen kann, wenn man es selbst erlebt hat. Fünf Jahre sind genug - nur fehlt mir der Schlüssel zum Schloss...
  2. Bondig

    Endlich Ü30 - und weiter?

    Hmmm - läuft n bissl aus dem Ruder hier, oder?
  3. Bondig

    Endlich Ü30 - und weiter?

    Gordon Gekko ist DIE antikapitalistische Kunstfigur schlecht hin. Die Gier ist gut... Wenn du einen Freund brauch, dann such dir einen Hund... Du glaubst doch nicht wirklich an die Liebe... Klar - früher fand man solche Leute cool.. Wall street, good Fellas, Casino, The Wolf of Wallstreet... Sie alle haben sich komplett dem "Sachzwang des Kapitals" unterworfen, Geld ist deren Religion und somit müssen alle moralischen und ethischen Wertmaßstäbe abgestreift werden. Denn wertvoll ist nur der, der Arbeit hat und Mehrwert schafft... Am Ende scheut man dann nicht mal mehr vor Mord zurück. "Und warum das alles? Wegen den Dollars, den gottverdammten Dollars..." Nikki Santoro in Casino Ein Säugling, dass keine Liebe empfängt, stirbt. Ein erwachsener Mensch lebt, der nicht geliebt wird, stirbt auch - nur langsamer und qualvoller. Ich gebe dir Recht: man sollte sich von einer Beziehung keine Wunder erwarten und sich von den Hollywood-Klischees verabschieden. Dennoch ist ein gesundes Familienleben - gerade für einen Mann - so ziemlich das gesundeste, was er sich und seinem Leben antun kann.
  4. Bondig

    Endlich Ü30 - und weiter?

    Keine Ahnung - frag mich nicht... Ich fand das auch extrem strange, aber Menschen sind eben... Menschen?! Ich glaube, mein Problem mit den Frauen ist meine Verbitterung nach einigen und für mich einschneidenden schlechten Erfahrungen. Immer kreist in meinem Kopf der Gedanke: "Und dann hast du eine Beziehung und wirst wieder verletzt, es gibt wieder Streit und du am Ende hast du wieder alles verloren..." Ich habe keine große Freude (mehr) am durch die Kante vögeln. Mag sein, dass das wieder kommt. Aber ich bin für mich an einem Punkt angekommen, an dem ich mich nicht über Kerben im Bettpfosten definieren will. Die Situation ist paradox: Einerseits vermisse ich die körperliche und emotionale Nähe, das Gefühl für jemanden da sein zu könne, ein gemeinsames Leben aufzubauen usw. Und andererseits habe ich aufgrund meiner Erfahrungen (und meiner aktuellen Situation) Angst, wieder derartig enttäuscht zu werden. Im Zuge der Trennung vor fünf Jahren war ich wirklich tief in Suizid-Gedanken verhaftet. Mit der damaligen Ex war ich fünf Jahre zusammen, gemeinsame Wohnung und Ziele. Auf einmal wird ihr alles zu eng, sie bumst mit einem meiner "Kumpels", kein Freundeskreis wendet sich nahezu komplett von mir ab weil ich nebenbei noch ein ziemlich zeitintensives Studium meistern musste. Danach hatte ich alles verloren: Freundin, Freunde, Wohnung und Selbstbewusstsein. Das war so schlimm, dass ich eine zeitlang nicht mal mehr einen hoch bekommen habe, weil ich wirklich am Rande des totalen Zusammenbruchs stand. Ich konnte mich an nichts mehr freuen. Seitdem ist es besser geworden aber die Erfahrung hat sich tief eingebrannt. Einige Beziehungsversuche danach sind auch kläglich gescheitert. Sicher kann man versuchen sich selbst zu helfen. Aber es zählt auch einfach Glück im Leben dazu. Dem einen stehen die Sterne günstig, dem anderen nicht. Vertrauen, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Loyalität sind mir heilig. Wer bei mir den Knopf findet, dem gebe ich tausend Euro... Ich mach halt weiter, irgendwie... Aber der Stachel sitzt noch immer tief und was mir gut tun würde, wäre einfach mal wieder positiver Input. Einfach eine Frau, die emotional mal wieder etwas bei mir bewegt - die mir Hoffnung gibt weil ich kann sie mir nicht immer zu selbst herbeifantasieren...
  5. Nabend die Damen und Herren, aktuell habe ich viiiieeelll Zeit, um mir Gedanken zu machen, da ich aktuell wegen Erschöpfungsdepression krank geschrieben bin (direkt nach dem Berufseinstieg schön rein geritten - wer Lust und Zeit hat, kann ja meinen Thread dazu lesen) Jedenfalls bin ich jetzt seit einigen Jahren zwangsweiße "Single". Hatte seit Anfang 20 eine Beziehung mit einer Frau, mit der es in vielen Bereichen gepasst hat. Sie war warmherzig, liebevoll, versaut und wir hatten eigentlich viele Gemeinsamkeiten. Natürlich haben sich im Laufe der Zeit Verhaltensmuster wie Beta-Gehabe usw eingeschlichen. Die Wahrheit ist aber, dass ich das Gefühl der emotionale Nähe und Geborgenheit ziemlich vermisse. Jedenfalls ist die Beziehung ziemlich mies auseinander gegangen (auch dazu gibt es hier einige Threads) und obwohl ich gutaussehend bin und sogar schon angemacht wurde (auch von Typen - was ich jetzt einfach mal als Kompliment stehen lassen xD) bringt mir das rumgevögele gar nichts. Ich bin ziemlich ausgeprägter Familienmensch, nach der Trennung hatte ich emotional ziemlich schwierige (depressive) Phasen, die Belastung aus Studium, Trennung und in der letzten Phase im Job haben sich im Laufe der Zeit kumuliert und sind letztlich von ein paar Wochen in den Burnout gemündet. Vielleicht habe ich jetzt auch endlich Mal mehr Zeit für mich; obwohl ich aktuell noch ziemlich fertig bin (Krankschreibung seit drei Wochen). Neben dem Studium habe ich auch extrem Sport getrieben, was mich wahrscheinlich noch zusätzlich gestresst und den ganzen Prozess beschleunigt hat. Jedenfalls wäre ich wohl ohne meine Familie ziemlich in die Brüche gegangen, und trotz ihrer Makel bin ich unfassbar dankbar dafür, dass es sie gibt und dass sie sich so um mich sorgen. Um ehrlich zu sein möchte ich auch nichts anderes haben. Ich glaube, das große Problem besteht darin, dass ich seit Jahren der Beziehung (oder besser: dem Gefühl der Vertrautheit) hinterher weine und somit auch "unverbindliche" Sexualkontakte ablehne. Ja, ich hatte natürlich guten Sex nach dem Trennung im Studium, aber die Leere nach der Fickerei ist einfach mies. Und überhaupt fühle ich mich in der Ernährer-Rolle ziemlich wohl. Es ist einfach ein großartiges Gefühl, wenn "da jemand auf einen wartet". Soviel zu meiner grob umrissen akutellen Gefühls- und Gesundheitslage. Früher oder später möchte ich natürlich wieder mal unter Menschen, merke aber, dass ich mich in Clubs einfach nicht mehr wohl fühle. Auch das exzessive Trinken taugt mir nicht mehr. Sport machen fetzt, leider steht wohl jetzt erstmal eine Bauchnabelbruch-OP an, was mich mindestens für 4 Wochen außer Gefecht setzt. Also lange Rede, kurzer Sinn: Wenn ich mich wieder danach fühle unter Menschen zu gehen: Wo gehe ich am besten hin, um interessante und attraktive Weibchen kennenzulernen? Ich fände es ja schön, einfach mal wieder ganz ungezwungen und unverbindlich mit einer Frau ins Gespräch zu kommen. Ohne zu balzen, einfach mal nett reden. Ich hatte schon einige Lovoo-Dates und fand das jedes Mal (selbst mit "happyend") ziemlich unbefriedigend. Bis morgens um 4:00 in einer ach so coolen Bar abzuhängen nervt mich auch. Mich interessieren an der Stelle vor allem Erfahrungen von Leuten die vllt. gleichgesinnt sind und schon ein paar Lenze mehr hinter sich haben. Bin wie immer für Antworten und "Lebenserfahrungen" dankbar VG Bondig
  6. Aktuell komme ich langsam, aber sicher wieder in die Phase, in der ich überhaupt mal wieder Lust auf Menschen habe. In den letzten Monaten war ich einfach zufrieden, wenn ich meine Ruhe hatte, nicht raus musste. Es war fast so, als ob ich die Welt ohne Filter in ihrer totalen Form wahrnehmen musste. Für mich also eine extreme Reizüberflutung und Überforderung insgesamt. Tatsächlich rührt sich aber bei mir was, wenn mich mal eine Frau anlächelt. So ein bisschen Gspussi und Schmusi wären wirklich mal wieder schwer in Ordnung. Grundsätzlich müsste die Lust auf die Lust mal wieder kommen, aber erzwingen kann man es nunmal nicht. Aktuell fällt das mit dem Sport eh flach; ich hatte am 15.05. eine OP wegen Bauchnabelhernie und mein linkes Knie macht zur Zeit auch Sperenzchen. Das mit den besten Jahren habe ich auch schon ein paar Mal gehört, es würde mich freuen, wenn ich endlich mal "den Stock ziehen" und wieder "AKTIV am Leben teilnehmen" würde.
  7. Nabend die Damen und Herren, tja, wie fängt man so ein Thema am besten an... Wer meine früheren Posts kennt, weiß, dass ich ein ziemlich kopflastiger Mensch bin, der Probleme und Aufgaben mit aller Aufrichtigkeit zudurchdringen versucht. Vielleicht ein kurzer Abriss der letzten 12 Monate: - 04/16 - 10/16: Masterarbeit geschrieben, mit 1,0 abgeschlossen (nach Angaben des Prof's war es erst die vierte 1,0, die er jemals in einer Master-Thesis vergeben hat - der Stress hat sich also "gelohnt") - seit 10/16 fest übernommen in einer Consulting-Bude bzw. Ingenieursdienstleister; Zu meiner beruflichen Tätigkeit: Aktuell stampfe ich eine neue Business Unit aus dem Boden und habe auch (endlich) zwei Kollegen zur Unterstützung bekommen, insofern würde ich mich als Projektleiter bezeichnen, da ich mittlerweile auch Arbeitspakete verteile usw. Mein Alltag sieht so aus, dass ich die ersten 60-90min des Tages Fachliteratur lese, damit ich genügend Info's für die Geschäftsfeld-Entwicklung "akkumulieren" kann. Mittlerweile läuft auch das erste "Produkt" beim Kunden an (von mir "entwickelte" Beratungsdienstleistung). Demnächst soll ich mich dann auch noch um Akquise kümmern... Tja, was soll ich sagen... Ich bin erschöpft, das trifft es wohl ziemlich gut. Unter der Woche gehe ich noch 4x zum Sport, was der einzige wirklich Ausgleich ist - wenn ich mich 90min lang ausgepowert habe und danach in die Sauna gehe ist das "Hirn" leer. Ohne Sport würde ich durchdrehen. ABER (und das ist ein verdammt großes, fettes Aber): An den WE's bin ich nur noch erledigt. Ich meine wirklich platt. Der Druck auf Arbeit ist immens (da die Firma recht klein ist gibt es keine große Hilfe, ich habe die ersten vier Monate komplett alleine gearbeitet, hinzu kommt der Druck, dass ich mich "rentieren" muss - aber direkt nach Job-Einstieg?) Ich trinke nicht mehr, weil der Kater so unmenschlich ist, dass ich mehrere Tage ausgeknockt bin, außerdem "beißt" es sich zu sehr mit meinen sportlichen Ambitionen. Was mir aber auffällt: Ich meide große "soziale" Veranstaltungen. Frauen kennenzulernen ist so anstrengend; mir fehlt jegliche Lust und Motivation. Ich bin einfach platt, wache oft mit Kopfschmerzen auf, kann einfach nicht abschalten. Nachdem ich jetzt gefühlt eine Million Tests gemacht habe, ist die Wahrscheinlichkeit naheliegend, dass ich wohl unter einer Erschöpfungsdepression (Burnout) leide. Das Studium war schon ziemlich nervenaufreibend, aber da habe ich die Zähne zusammengebissen - den Titel nimmt mir schließlich keiner mehr... Nur zerrinnt aktuell mein Leben so wie Sand zwischen meinen Händen. Auf Arbeit läuft es folgendermaßen: Ich habe eine Idee, dann noch eine, und noch eine... und noch eine... und es trägt ja auch Früchte, weil ich mich nunmal gerne durchbeiße und meine Aufgaben mit einen ganz bestimmten Anspruch (sicherlich perfektionistisch) erledigen will. Es schwankt zwischen Zwanghaftigkeit und Hingabe, schwer zu beschreiben. Nur das Privatleben geht komplett flöten. Es ist Samstag-Abend, ich bin total k.o., freue mich auf die Badewanne, einen guten Film und dann auf's Bett. Das kann es doch mit 29 nicht sein?! Im Prinzip habe ich die letzten Jahre (und insbesondere die letzten 12 Monate) komplett für die Karriere aufgeopfert. ich gehe weder auf Facebook noch schaue ich mir großartig Nachrichten an, weil es meine Laune noch mehr drücken würde. Abends schalte ich dann in den Flugzeug-Modus, einfach um Ruhe zu haben. Ich kann die "Manager" immer besser verstehen, die sich für drei Wochen ins Schweigekloster zurückziehen.. Einfach mal die Schnauze halten, nichts hören, nichts sehen - mal wieder runterkommen... Irgendwie finde ich kein Maß mehr, es ist ja auf Arbeit auch alles interessant: die Technologie, das Management, die Datenanalysen usw. Nur wünsche ich mir immer öfter mein "altes", einfaches Leben zurück, als die Welt noch klein, überschaubar und weniger beängstigend und komplex war. Lange Rede, kurzer Sinn: Was ratet ihr mir? Mir geht es nicht darum, der Oberplayer zu werden. Mir würde eine Beziehung glaube ich am besten tun, einfach mal eine Frau, die mich "erdet"... Hat jemand hier schonmal solche Erfahrungen gemacht? Wie seid ihr damit klar gekommen?! Es ist bei vor allem immer dieser Gedanken "Es geht ja doch noch mehr... Und noch mehr... und noch mehr..." - irgendwann zerstört mich dieser Prozess, ich spüre das geradezu... VG bondig
  8. Das mit dem Krebs ist schon ne harte Nummer... Ich meine wirklich hart. Ich selbst habe bei mir auch schon das ein oder andere Mal festgestellt, dass ich bei extremer nervlicher Anspannung ein leichtes Kribbel im linken Arm und Druck auf dem Brustkorb gehabt habe. Ich gehöre halt zu der Sorte Mensch, die sich sagt, dass das nur Einbildung, ganz nach dem Motto: "Nach Fest kommt Ab" - so wie gerade bei mir geschehen. Also für 2000€ (netto) oder mehr arbeite ich bestimmt keine 60h in der Woche. Bei 40h ist bei mir Ende. Aus - vorbei. Bis jetzt war ich noch "karrieregeil", jetzt geht es mir um meine Gesundheit und da sehe ich den Scheiß einfach nicht mehr ein. Lieber gehe ich gesund 3-4 Mal die Woche ins Fitti, treff mich mit meinen Kollegen dort und tue was für die Seele, als dass ich für die dreckskohle mir nochmal einen abbreche. Was habe ich in den letzten Jahren nicht alles geopfert - und die Jahre sind jetzt unwiderbringlich vorbei. Ich zerfließe deswegen nicht in Selbstmitleid oder hadere (nicht mehr) mit meinem Schicksal - aber nochmal lasse ich mich nicht mehr verarschen. Ende. Zum JFK-Zitat: Ich sehe es wie du - nur gilt dennoch das Motto: "Ohne Schweiß kein Preis". Es muss sich eben nur in einem gesunden Rahmen bewegen, optimale Leistungen kann man nur bei einer angemessenen Belastung abrufen. Das finde ich ja auch in Ordnung, solange es GESUND bleibt. Alleine meine Fixkosten (Miete, Versicherungen, Internet, Handy usw.) belaufen sich mtl auf 1000€ - was vor allem an den scheiß teuren Mieten in der Gegend hier liegt. Dafür habe ich eine Wohnung, die mir aktuell richtig gut (Großstadt und Terrasse mit kleinem Garten wirken Wunder). Dann kommt noch Essen dazu und zack sind nochmal 400€ weg. Blieben mir aktuell noch 100-200€ zum Sozialen Leben. Und ich rede hier nicht von Clubbing usw usf. Mal ins Kino, mal in ne Bar (wo ich schon ewig nicht mehr war ^^)... Mal schauen, erstmal wieder gesunden...
  9. Der Song ist wirklich gut - danke dafür. Beim nächsten Job werde ich möglichst wenig nach den unglaublichen "Opportunities" achten sondern viel mehr auf gute Arbeitszeiten, adäquate Verantwortung (gerade für einen Berufsanfänger) und fest definierten Arbeitsinhalten. Nochmal lasse ich mich definitiv nicht so verarschen und meine Gesundheit gegen die Wand fahren. BTW: meinst du 4000€ brutto oder netto? Brutto ist IMHO "angemessen", wenn man ein wenig leben und für's Alter etc vorsorgen möchte... Jepp, an den Punkt gelange ich mittlerweile auch; das Verhaltensmuster ist ja typisch: Mir geht es (psychisch) schlecht --> "Heul nicht rum und beiß die Zähne zusammen" (ich bin ja in einem "Haifischbecken-Studiengang "groß geworden") --> wenn der Bachelor/Master/erste Job in trocknen Tüchern ist, wird alles gut --> alles ist NICHT eingetreten, die letzten Jahre mit gemindertert Lebensqualität sind uneinbringlich vergangen. Ich habe am Don Gespräch mit der Ärztin und werde deine Ratschläge beherzigen (und stell dir vor: in meinem Bücherschrank liegt ein Buch mit dem Titel: "Kognitive Verhaltenstherapie für Dummies" ^^ - ich habe wohl ein riesen Problem damit, Hilfe anzunehmen. Warum? Weil ich es mir selbst als "Schwäche" attestiere.) Ich HOFFE, dass ich keinen Burnout mit Folgeschäden haben. DASS ich aber geistig total erschöpft bin ist Fakt. Also nach dem Studium und meinen "Leistungen" muss schon viel passieren, dass ich sage: "Stopp - es langt, es geht nicht mehr" - auf Arbeit haben sie es geschafft. Das, wovon du schreibst (Unerfahrenheit, Hilfestellung, Einarbeitungszeit) trifft vollkommen zu. Ich BIN unerfahrener Berufsanfänger - und sie haben meine Motivation, meinen Ehrgeiz und meine Fähigkeiten maßlos ausgenutzt, in der Hoffnung, Kohle mit mir zu machen. Dieses Gefühl "objektiviert" zu werden, kannte ich noch nicht und tut besonders weh. Wenn man dafür empfänglich ist fühlt es sich so an, als ob einem ein Stück menschlicher Würde genommen wurde. Man wird halt zu einem "funktionalen Ding" reduziert, ohne Rücksicht auf Verlust, die ja jetzt eingetreten sind. Natürlich adelt es einen, wenn der Chef einem erzählt: "Du bist was Besonderes, du packst das; wer, wenn nicht du?" usw usf. Ich hatte kein Team, keine Hilfe, keine Einarbeitungszeit. Jede Woche Leistungen vorzuweisen geht mächtig an die Substanz und dann noch der Druck mit dem Vertrieb. Das "nicht stressen lassen" kann nur in einem "gesunden" Job funktionieren. Ich hoffe, dass ich beim nächsten Mal mehr Glück habe. Da ich jetzt der zweite NEUE Mitarbeiter bin, der innerhalb von einem halben Jahr noch in der Probezeit gekündigt wurde, sollten sie sich mal fragen, ob sie nicht etwas falsch machen. Die Anforderungen waren auf jeden Fall absolut unrealistisch, das zeugt nicht gerade von "managerieller Kompetenz". Die Symptome von wegen Burnout erfülle ich wohl leider: Gerade die Konzentration war in den letzten Wochen total in den Keller gefahren. Ich habe ein Buch angestarrt und konnte einfach nicht denken. Der Druck auf der Brust und den Schläfen ist gewaltig (beide merke ich schon seit Jahren mal mehr, mal weniger - je nachdem, wie stressig mein Alltag ist. Wirklich "weg" sind sie aber seitdem nicht gegangen) Tatsächlich bekomme ich mittlerweile Angst, dass sich Folgeschäden aus der ganze Sache ergeben. Ich hoffe, dass ich früh genug die Reißleine gezogen habe. Aber mit ein bisschen schlafen geht das nicht mehr weg - ich brauche denke ich mehr Hifle. Das Thema "Kindheit" wird ja als ziemlich wichtig eingestuft, wenn es um psychische Probleme usw. geht. Nun - ich könnte mir eigentlich keine bessere Familie als die meine wünschen. Wenn ich eine feste Konstante in meinem Leben habe, dann die Familie. Sie waren IMMER für mich da, wollten immer nur mein bestes. Natürlich haben sie auch Fehler gemacht und sind nicht perfekt. Die Tatsache, dass ich so ehrgeizig bin ist wohl meinen Paps geschuldet: Er ist ein Choleriker vor dem Herren, der schnell zornig wird - dafür aber alles perfektionistisch macht (O-Ton: "Wenn ich etwas mache, dann richtig - oder gar nicht." - das hat sich wohl tief in meine Seele eingebrannt). Als Jugendlicher und Kind war ich bei handwerklichen Tätigkeiten immer nur "fehl am Platz". Egal was ich gemacht habe: Es war falsch, das gleiche Gefühl hat mir mein Großvater (im Bezug auf das Handwerk) auch vermittelt. Beide waren da alles andere als feinfühlig, ich habe mich dann irgendwann geistig davon abgekoppelt. Erst im Studium habe ich gemerkt, was so in mir steckt. Und beiden zu zeigen, dass ich Wirtschaftsingenieur mit Auszeichnung und Sternchen bin, hat mir erst den nötigen Respekt verschafft. Kurzum: Ich könnte nicht sagen, dass es DAS EINE Ereignis in meiner Kindheit war, dass mich zu so krankhaftem Ehrgeiz und Perfektionsmus gebracht hat. Egal ob Schule oder Zuhause: Irgendwie war ich immer nur Durchschnitt oder einfach zu blöd. Und irgendwann glaubt man dann auch selbst, dass man zu blöd ist. Dabei war das eigene Umfeld an der Misere (größtenteils) schuld. Die Lehrer waren total pfeifen (das änderte sich erst, als ich - nur knapp am Klassenziel vorbeigeschossen - das Gymnasium wechseln musste, weil ich mehr oder weniger dazu "ermutigt" wurde). Und dann natürlich noch die Angst, zu versagen, die wahrscheinlich dem Perfektionismus und Ehrgeiz geschuldet ist. Alles ist so "zwanghaft" geworden, nichts kann mehr einfach so laufen. Und daher vielleicht auch der Kontrollzwang. Den "Gegner" zu erkennen - das verstehe ich schon. Das Ziel muss klar sein, ansonsten verschwendet man seine Energie...
  10. Gerne - Erkenntnisgewinn soll bekanntlich helfen Ich verweise hier nochmal auf das japanische KAIZEN-Denken: Verbesserung durch kleine Schritte. In Japan ist ja das Streben nach Perfektion Kulturgut, aber was ist da mit "Perfektion" gemeint? Natürlich die Einheit mit der Natur, sprich das Ablagen allzu menschlicher Affekte (Lust, Begiere, Trauer, Ängste) und das "Eins-werden" mit der Allnatur. Hier habe ich mal einen kompakten Vergleich von Zen-Buddhismus und Stoa gefunden: http://zenstoiker.blogspot.de/2013/09/zen-und-stoa.html Es geht nicht darum, irgendwas zu maximieren. Es geht darum, sich durch das Aneignen von Wissen (das sich aus unseren täglichen Erfahrungen speist und letztlich zu Weisheit akkumuliert) von den Affekten (s.o.) zu befreien und das "Leben fließen zu lassen". Die von der Stoa gelehrte Gelassenheit und Selbsterkenntnis basieren ja auf den Grundgedanken, die Welt immer besser zu verstehen, seinen Platz zu akzeptieren und sich "naturgemäß" zu verhalten. Insofern sind uns die Tiere in mancherlei Hinsicht überlegen (was auch in der Stoa zum Ausdruck kommt): Es gibt keine kollektiven Genozide, keine Intrigen, kein Mord, keine emotionalen wie physischen Verletzungen. Mir ist auch kein Tier bekannt, dass an Fettleibigkeit oder Lungenkrebs (trotz besseren Wissens) leidet. Ein Pferd ist so viel, wie es essen muss. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Natürlich ist das jetzt alles eine verkürzte Darstellung der stoischen Lehre; mir gefällt aber der Gedanke, dass man nicht seinen "Trieben" untwerworfen ist sondern sich seiner Vernunft (Logos) bedienen kann (und sollte), um in Einklang mit sich selbst und der Welt zu kommen. Der Schmerz bei SM ist ja "erwünscht", ich rede von Schmerz und Leid, dass einem aufgezwungen und eben nicht erwünscht ist. Der Natur ist es natürlich "egal", was mit ihr geschieht. Sie ist ja kein bewusstes Wesen. Aber die "Allnatur" ist ein geschlossenes System mit Systemgrenzen. Nehmen wir unsere Erde: Zerstören wir die Umwelt nachhaltig, wird sich die Natur "rächen", indem sie sich wieder in ein natürliches Gleichgewicht bringt. Ob nun mit oder ohne Menschen an Bord. Wir fügen aktuell unserem System "Erde" Leid zu, da wir mehr nehmen, als uns zusteht. Insofern wird sich das System früher oder später regulieren - da gibt es kein Entkommen. Das Harmoniestreben der Natur ist ja letztlich in der Thermodynamik (2. Hauptsatz; s. mein Beispiel mit der Kühlbox) verankert. Natürlich kann jedes fühlende Lebewesen Schmerz und Leid empfinden; sie dienen ja auch als Indikator für einen "UNNATÜRLICHEN" Zustand: Wenn du leidest, wirst du doch automatisch einen Weg finden wollen, der dich vom Leid befreit. Entweder durch Heilung/Genesung/Vermeidung oder im worst case durch das "Beenden" des Lebens. Wobei auch das Lebensende nur subjektiv ist. Es ist ja nicht so, dass unsere organischen Bestandteile dann "weg" sind, es wird halt "umgeschichtet", neu gebaut usw. Im Buddhismus wäre es dann die Reinkarnation in einem anderen Lebewesen und rein pyhsisch betrachtet kann das ja auch zutreffen: Wird mein toter Körper zu Dünger verarbeitet, welcher dann zu Weizen wird, welches zu Brot wird, welches als Nahrung für einen anderen Menschen (oder Tier oder sonstwas) dient, dann schließt sich ja wieder der "circle of life" - ist doch in Ordnung. Warum den Tot fürchten - er ist ja doch etwas ganz Natürliches. DASS die Tugenden eben kein willkürliches Konstrukt sind beweist doch schon alleine die Tatsache, dass sie in nahezu jeder Ethik bzw. Religion in der einen oder anderen Form auftauchen, du sagst ja selbst, dass der Buddhismus und die Stoa sich dahingehend ähneln. Insofern kann man sie (denke ich) schon als eine Art Naturgesetz bezeichnen; zumindest so lange, wie der Mensch auf der aktuellen Entwicklungsstufe der Evolution verharrt. Ich behaupte, diese Tugenden sind bewusste konstruierte Mechanismen der evolutionären Entwicklung um nachhaltig menschliches bzw. gemeinschaftliches Leben zu ermöglichen. Handelt der Menschen diesen Tugenden /Geboten /Gesetzen zuwider, folgt "die Strafe auf dem Fuße": Selbstzerstörung, Leid und Schmerz. Ich sehe darin schon einen ganz bestimmten autoregulativen Charakter. Der Kapitalismus stellt ja auch "nur" eine Stufe in der gesellschaftlichen Evolution des Menschen dar. Wir entwickeln uns ja nicht nur als Indviduum weiter, sondern auch als Kollektiv. Was funktioniert, wird beibehalten, was nicht funktioniert, wird einfach nicht "überleben" können. Der Kapitalismus hat eine zeitlang funktioniert, weil die Rahmenbedingungen dafür gegeben waren, jetzt zerschellt er (offentsichtlich) an seinen inneren und äußeren Widersprüchen. Der Mensch kämpft schon seit eh und je gegen seine "Affekte" an; allein aus diesen Affekten heraus geschiecht ja auch das Schlechte. Nur durch Weisheit und den "Pfad der Tugend" (jetzt habe ich auch das Bonmot endlich verstanden) gelingt es ihm, seine Vernunft einzusetzen und für sich selbst und der Gesellschaft/Natur das bestmögliche Leben zu realisieren. Das erinnert auch ein wenig an die dunkle und helle Seite der Macht Die "Natur" wurde durch die Singularität ("Urknall") aus dem natürlichen Gleichgewicht gebracht. Seitdem laufen thermodynamische Ausgleichsprozesse, die im Prinzip alle möglichen Formen und Farben haben können: Ob nun einfach eine Sonne solange strahlt, bis ihre Energiereserven erschöpft sind oder ob es zum Leben auf Planeten kommt: Letztendlich ist das alles nur eine "Laune" der Natur. Möchte man mal nicht von einem "harten Determinismus" ausgehen und die Stochastik anwenden, so ist es einfach eine Frage der Wahrscheinlichkeit, ob Leben entsteht. Wir sollten uns alle nicht zu wichtig nehmen; die Menschheit hat (wie alles andere Leben auch) auch eine "Mindesthaltbarkeitsdatum". Das von dir angesprochene Gleichgewicht nennt sich in der Sprache der Physiker "The Big Chill" oder auch der "Wärmetod des Universums" - irgendwann ist nunmal auch der letzte Stern ausgeglüht. Dieser Zustand totaler Ausgeglichenheit nennt man dann maximale Entropie: die absolute und totale Gleichheit; alle Prozesse wären zu diesem Zeitpunkt abgelaufen. "Zeit" in dem Sinne gäbe es dann auch nicht mehr, weil Zeit nur der Indikator dafür ist, dass Prozesse ablaufen. Da dann alles "still steht", bleibt auch die Zeit stehen. Fazit: In the long run, we are all dead. Und solange, wie wir hier sind, sollten wir doch einfach "nett" zueinander und zu unserer Umwelt sein. "Vernünftig" (Logos) eben
  11. Jupp - genau der Gedanke ist mir heute durch den Kopf geschossen. Vielen Dank für den Hinweis. Kann mir mal bitte Jemand sagen, was ich eigentlich für ein Problem habe? Ich kann "es" einfach nicht lassen. Ich kann einfach nicht Nichts zu tun. Entweder habe ich das Tablet in der Hand, oder das Handy oder ein Buch (am ehesten ein Buch, in der Hoffnung, durch fleißige Lektüre und RechercheARBEIT iwann einmal über die Lösung meines Probleme bzw. meiner Probleme zu stolpern. Man sollte nur erstmal wissen, was das Kernproblem ist) oder ich schaue einen Film oder (am energiezehrendsten) ich "denke nach". Jemand eine Idee?! PS: Auf die restlichen Anmerkungen komme ich noch zu sprechen
  12. Die Stoiker argumentieren, dass sich der Mensch durch seine Vernunft ("Logos") und seinen Trieben ("Affekte") auszeichnet. Demnach ist der Mensch das einzige Wesen, dass bewusst über seine Triebe walten kann, wenn er sich der Vernunft zu Nutze macht. Das hat auch nichts mit der Logik der Wirtschaftswissenschaften zu tun (die, nebenbei bemerkt, nur verkürzt die Logik der Stoa aufgreift; würde sie im Sinne der Stoa handeln, dann würde es keinem Menschen und auch der Natur nicht schlecht gehen - da das nicht der Fall ist, kann man keinen Vergleich ziehen). Das Wissen langt natürlich NIE aus, wie bereits gesagt: Wüssten wir alles, wären wir gottgleich. Das Wissen, dass wir uns aneignen, wird auch am letzten Tag unserer Lebens nicht ausreichen, weil es immer noch mehr zu wissen gibt. Die Kardinalstugenden (die sich aus philosphischer Sicht scheinbar bewährt haben; sie tauchen ja in fast allen ethischen bzw. philosophischen Strömungen auf) dienen dahingehend als Leitfaden. Man sollte sich eben bei jeder Entscheidung, die man fällt, fragen, ob sie maßvoll/tapfer/gerecht/weise ist oder eben nicht. Alleine schon die Tatsache, darüber nachzudenken bringt einen auf den "Weg der Tugend" bzw. hilft quasie als moralischer Kompass (so habe ich es verstanden und so "fühlt" es sich auch gut an). Ob Tugend und Laster so "frei" definierbar sind und von der Kultur bzw. der Gesellschaft abhängen, wage ich zu bezweifeln. "Böses" äußert sich immer in Leid und Schmerz. Wenn ich dir pyhsische oder psychische Gewalt antue, dann verursacht das Schmerzen und Leid - selbst wenn ich mich damit im gesellschaftlichen Rahmen bewege (z.B. Menschenopfer, sinnlose Drillerei von Soldaten, Sterben für das Vaterland usw.) Die vier Tugenden helfen letztlich dabei, Leid und Schmerz zu verminden, eben weil es unnatürlich ist, Leid und Schmerz zu empfinden. Viele Normen und Werte, die unserer Gesellschaft gelebt werden, müssen ja nicht unbedingt richtig sein. Z.B. hat mich die protestanisch-ökonomistische Arbeitsethik in den Burn Out getrieben (und meine Chefs dazu veranlasst, so zu handeln). Nochmal: unser Wirtschaftssystem steht im krassen Gegensatz zu den vier obigen Tugenden, ein "grenzenloses Wachstum" widerspricht nunmal der Tugend "Mäßigung". Dieses Verhalten wird sich früher oder später rächen; ganz einfach, weil es das natürliche System aus den Angeln hebt. Der kapitalistisch geprägte Mensch leidet an seiner Hybris und glaubt, sich die Welt Untertan machen zu können - er irrt. Sollte iwann mal das Klima kippen oder wir uns aufgrund von Krieg oder Seuche von der Oberfläche tilgen, dann ist lediglich das "Gleichgewicht" wieder hergestellt. Ein "ausgeglichenes Leben" passiert automatisch, es reguliert sich ja gerade selbst. Füge ich meiner Umwelt (Menschen, Tieren, Flora und Fauna) ein Leid zu (zerstöre ich also die natürliche Harmonie), so wird erzeugt das in einem abgeschlossenen System ein Ungleichgewicht, was wiederum den Naturgesetzen widerspricht - es kommt zu einer "Rückkopplung" und zwar solange, bis das Gleichgewicht wieder hergestellt ist. Ich erahne da einen komplexen Zusammenhang zwischen Philosphie und Physik (übrigens hat sich die Stoa auch mit der Physik, also den Naturgesetzen etc. auseinandergesetzt und versucht, daraus auf das "Leben" abzuleiten). Wenn ich eine eiskalte Coke und einen brühend heißen Tee in eine Thermobox stelle haben beide iwann die gleiche Temperatur - es finden ja stets und ständig Ausgleichprozesse statt. Die "Wirtschaftswissenschaften" versuchen ja die Naturwissenschaften zu immitieren und scheitern letztlich an der Komplexität des Sachverhalts. Marx hat das zur Genüge bewiesen. Was mich and er Stoa begeistert ist ihre klare Einfachheit; ich kann an der Stelle nur das oben erwähnte Buch empfehlen. Es liest sich unglaublich zügig und regt in vielerlei Hinsicht zum Nachdenken an. In der Stoa steht die Gemeinschaft im Fokus, gerade aus dem Aspekt des Selbsterhaltungstriebes des Menschen heraus. Oder anders: Egoistisches Handeln, was wider der Gemeinschaft ist, schadet nicht nur der Gemeinschaft (auch "Allnatur"), sondern letztlich auch sich selbst. Möchte ich also das beste für mich, so handle ich so, dass nicht nur mir, sondern auch der Gemeinschaft am dienlichsten ist (das erinnert doch ein wenig an Kant's Imperativ „Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.“ - das haben die Stoiker schon relativ früh erkannt). Ein wesentlicher Teil der stoischen Lehre ist der "Pflicht" gewidmet und möchte ich mal kurz zitieren: "Sittlich gut handelt der Mensch, wenn er den Forderungen des "kathekon" folgt. [...] Für den Mensch bedeutet "kathekon" also eine naturgemäßge Handlung, die sich z.B. auf die Erhaltung der eigenen Person richtet und auf all das, was dazugehört z.B. Gesundheit, Familie, soziale Gemeinschaft usw. (wobei die vier genannten Kardinaltugenden als immer anwendbare Werkzeuge verstanden und eingesetzt werden sollten)" (Weinkauf, W.: Die Philosophie der Stoa, Reclam, Stuttgart, 2017, S. 199) DASS man nie weiß, ob man nun tugendhaft handelt oder nicht entspricht ja gerade dem Prozess des Lernenes (an dessem Ende die Weisheit steht). OB ich tugendhaft gehandelt habe erfahre ich leider erst im Nachhinein; je öfter ich aber "übe" (also versuche mich an den Tugenden zu halten), desto eher treffe ich die Entscheidungen, die für mich und und für meine Umwelt die besten sind. Ich behaupte an der Stelle mal, dass sich der Kapitalismus nie hätte entwickeln können, wenn man sich konkret an diese Tugenden gehalten hätte. "Reichtum" widerspricht nämlich der "Mäßigung". Die Kunst - und da gebe ich dir Recht - ist es, zu definieren, ab wann "zu viel zu viel" ist. Oder ab wann man von Gerechtigkeit / Tapferkeit / Weisheit sprechen kann. Das stimmt; aber schon die Tatsache, zumindest zu versuchen "tugendhaft" zu handeln, würde ich als positiv werten. Die Japaner nennen diesen Weg "Kaizen" - kontinuierliche Verbesserung in kleinen Schritten. So - jetzt hab ich aber Mal tief in die philosophische Trickkiste gegriffen ; )
  13. Sauna erst gestern - immer nach dem Training ; ) Was der Natur angedacht und was tugend-/lasterhaft ist, ergibt sich doch am Ende von selbst: Arbeite ich zu viel ("maßlos") führt das automatisch dazu, dass ich wider meiner (der) Natur handle, was sich letztlich in Krankheit äußert. Das, was ich gerade durchmache, ist im Prinzip autoregulativ: Die "Systemgrenzen" wurden überschritte, also findet jetzt (ganz automatisch) ein Prozess statt, der wieder alles ins Lot bringt (mehr oder weniger, man wird sich wohl immer innerhalb eines Tolernzbereichs bewegen). Das heißt nicht, dass ich nicht genießen kann oder soll - ganz im Gegenteil. Die Tugendhaftigkeit kann niemals zu 100% erreicht werden (dann wären wir quasi gottgleich), sie kann aber durchaus angestrebt werden. Alleine schon die Bemühung, sich den Tugenden anzunäheren führt dazu, dass man ein "gesundes und glückliches" Leben lebt.
  14. In der Stoa herrscht aber kein "Sachzwang" vor, der dich auch zum Tun einer wie auch immer gearteten Arbeit "nötigt". Weisheit hilft dabei, dass Leben mit all seinen Rückschlägen zu ertragen. In der Psycho-Therapie gibt es ja die sog. "Weisheits-Therapie"; dass man also durch Erkenntnisgewinn seelischen Schmerz lindert - und das trifft auch zu: Ein Medikament kann erst dann produziert werden, wenn man weiß, welche Bestandteile enthalten sein müssen. "Wissen" ist IMHO die ultimative Waffe, um Probleme zu bewältigen und ein erfülltes Leben zu leben. Die Stoa lehrt "Selbsterkenntnis" und "Gelassenheit". Beides ist nur durch Wissen zu erreichen und beides erzeugt ein zufriedenstellenderes Leben. Die vier Tugenden "Tapferkeit, Weißheit, Mäßigung und Gerechtigkeit" widersprechen dem Streben nach Geld, Macht und Karriere. Du sollst auch nicht auf Teufel komm raus Wissen erlernen und tapfer sein; sondern in dem Maße, wie es gesund für dich und deine Mitwelt ist. (An der Stelle merkt man, dass sich die vier Tugenden gegenseitig beeinflussen und somit in Schach halten). Wenn man schon nach etwas streben sollte, dann danach, sich selbst und seine Rolle in der Welt zu erkennen (Selbsterkenntnis) und die Schicksalsschläge des Lebens aus einer richtigen Perspektive zu bewerten: " Der fleht: Wie erlange ich doch die Gunst jener Geliebten? Du: Wie entreiße ich mich dem Verlangen danach? Der: Wie fange ich's an, um von jenem Übel frei zu werden? Du: Wie fange ich's an, um der Befreiung davon nicht zu bedürfen? Ein anderer: Was ist zu tun, daß ich mein Söhnchen nicht verliere? Du: Was ist zu tun, daß ich seinen Verlust nicht fürchte? " (Marc Aurel) Das, was geändert werden kann und "in unserer Macht steht" sollte man auch ändern (Arbeitsplatzwechsel, Trennung usw.). Die Dinge, die aber unabänderlich sind, müssen aktzeptiert und "richtig bewertet" werden. Dann werden sie auch erträglich.
  15. Also, ich habe gerade ein Buch über die Philosophie der Stoa durchgearbeitet und muss an der Stelle widersprechen (gottseidank ) OB das Leben komplett deterministisch konzipiert ist, sei jetzt mal dahingestellt (für mich als naturwissenschaftlich affinen Menschen deutet alles darauf hin). DASS man sich nich einfach dem Schicksal ergeben soll wird in der Stoa aber auch klar herausgearbeitet: Die Stoiker verstehen die Welt ("Allnatur") als "eins", also als eine in sich geschlossene Entität. Jeder von uns ist Teil davon, jeder "wirkt" also innerhalb dieser Einheit auf seine ihm zugedachte Art und Weise (und die Welt wirkt auf ihn). Nun strebt die Welt (was ganz der physikalischen Logik (s. Thermodynamik) entspricht) nach "Harmonie", Ausgeglichenheit usw. Wenn man z.B. krank ist oder leidet (psychisch wie physisch) widerspricht das der Harmonie der "Allnatur" und es wird sich früher oder später ein Gleichgewicht wieder einstellen: Entweder indem man das Leid durch Heilung überwindet ODER indem das Leben beendet wird. Beides ist akzeptabel und letztlich irrelevant, da man früher oder später sterben ("Sterben lernen") muss. Jetzt greifen aber die berühmten vier Kardinaltugenden (Tapferkeit, Mäßigung, Gerechtigkeit, Weisheit) und wenn ich mich tugendhaft verhalte, dann handle ich auch der Situation und der "Allnatur" angemessen, heißt: Bin ich krank, bringe ich die Harmonie ins Ungleichgewicht, was wider der Natur ist. Es ist also meine Aufgabe, die Krankheit zu besiegen und zwar unter Anwendung der obigen Tugenden. Solange mein Leben der Allgemeinheit dienlich ist, ist es meine Pflicht, dass es weitergeführt wird, es sei denn, ich würde damit weder mir noch meiner Mitwelt einen Gefallen tun. Mark Aurel bringt es denke ich gut auf den Punkt: " Arbeite! Aber nicht wie ein Unglücklicher oder wie einer, der bewundert oder bemitleidet werden will. Arbeite oder ruhe, wie es das Beste für die Gemeinschaft ist.“ Sich seinem "Schicksal ergeben" heißt also nicht, lethargisch in der Ecke zu liegen und physisch wie psychisch zu verrotten. Es heißt, seiner angedachten Natur gemäß zu handeln. Die vier genannten Tugenden sind schon sehr treffend (man merkt auch deren Wirken in der christlichen Religion denke ich) und erkennt durch sie auch, dass wir in einem System leben, dass der "Allnatur" widerspricht: "Mäßigung" ist etwas, dass mit Sicherheit nicht durch kapitalistisches Wirtschaften befördert wird; eher im Gegenteil: Wir bringen die Welt ins Ungleichgewicht und zerstören sie sukzessive. Da wir alle Teile dieser Welt sind, zerstören wir damit auch uns selbst ("Was dem Bienenschwarm nichts nützt, das nützt auch der einzelnen Biene nichts" et vice versa). Im Übrigenwird auch das Feiern von Festen als wichtiger Bestandteil des menschlichen Seins betrachtet: Kunst und Kultur erzeugen positive Gefühle, die sich wiederum auf die Gesundheit der Feiernden auswirken und somit im Großen und Ganzen zur Harmonie beitragen. "Hedonismus" heißt jedoch, dass man "maßlos" wird und sich nur noch von seinen Affekten (das Gegenteil der Kardinaltugenden: Begierde, Lust, Angst und Trauer) leiten lässt. In dem Fall würden die Affekte über die Vernunft (Logos) triumphieren, was uns somit noch unter das Tier stellt (welches keine Vernunft hat und nur seiner Natur gemäß handelt).
  16. "Wir sollten leben wir können, nicht wie wir wollen" hat mal Schopenhauer gesagt; insofern ist es nur richtig, dass man nur die Anforderungen an sich stellt, die vernünftig sind. "Mäßigung" ist ja einer der vier Kardinaltugenden. Demnach ist es auch "maßlos" mehr zu wollen, als "gesund" ist. Mein aktueller Zustand ist ja nichts anderes als "Selbstregulation"; man überlastet sich und der Körper (dazu zähle ich jetzt auch die Psyche) gibt früher oder später nach. Dieses "Nachgeben" kann sich entweder in Form der Heilung äußern (ausruhen, gesunden usw.) oder in der ultima ratio: Tod. Letzters sollte man dann doch vermeiden, vor allem wenn es nicht einem höheren Zweck dient Danke übrigens für den attestiert hohen EQ, ich gebe mir im Zwischenmenschlichen alle Mühe ("Tugendhaftigkeit" nennt man das wohl) - um ehrlich zu sein hätte ich lieber einen hohen EQ als ein hohen IQ; Empathie liegt in der menschlichen Natur und führt auch eher zu eigenem Wohlbefinden und Glück. Deine Anregungen bzgl. der Autosuggestion geht mir auch schon seit einiger Zeit immer wieder durch den Kopf. Es gibt ja den einen schönen Spruch "Du bist, was du dachtest. Du wirst sein, was du denkst." Diese permanente Wiederholung von positiven Glaubenssätzen bzw. Affirmationen MUSS ZWANGSLÄUFIG früher oder später zu positiven Ergebnisse führen, insofern man es konsequent trainiert. (An der Stelle merkt man auch die positive Auswirkung von Sport: Wer einer Sportart nachgeht erkennt, dass man immer besser wird, je intensiver man sich mit dem Sport beschäftigt; sei es nun Training, Ernährung oder Sportpsycholigie usw.). Als letzte große Übung von N. Brendans Buch "Die sechs Säulen..." ist mir in Erinnerung geblieben, dass man jeden Tag über 90 Tage, ganz bestimmte Affirmationen schriftlich aufschreiben muss. Dann hat sie das "Unterbewusstsein" gefressen; man "glaubt" dann daran und handelt dann entsprechend. Es ist einfach die Angst, stehen zu bleiben. Mittlerweile entwickle ich aber immer mehr eine fatalistische Einstellung ggü. dem Leben. Man sollte sein eigene Schicksal (und was einem zugedacht ist) zu akzeptieren lernen, jeder hat wohl seine Aufgabe zu erfüllen. "Erzwingen" kann man nichts, es ist "unnatürlich". Und genau dieses "unnatürliche Handeln" äußerst sich in Krankheit, Leid und Schmerz. In Zukunft werde ich einfach mehr auf meinen Körper hören und mir nur noch das zumuten, was auch gesund für mich ist. Natürlich könnte ich jetzt auch meinem Chef Vorwürfe machen; nur wird meine Situation deswegen auch nicht besser. Apropos: "Die Firma" (hehe) hat sich heute bei mir gemeldet und ist wohl zur Erkenntnis gelangt, dass es wohl "zuviel" ist. Man hätte wohl eine Lösung in Aussicht und würde sich mit mir unterhalten wollen. Zu spät - ich bin platt und erledigt. Egal, wie es jetzt kommt: Ich habe für mich die Konsequenz gezogen, "Die Firma" zu verlassen und vor allem wieder gesund zu werden und meine Lebensfreude zurück zugewinnen. Das Klima ist IMHO zu stark vergiftet mittlerweile, das bringt alles nischt mehr.
  17. hey, eure Beiträge bringen mich tatsächlich zu immer mehr Selbsterkenntnis - wirklich. Natürlich werde ich wohl nicht in 7 Tagen (m)ein neues Weltbild aufbauen können, aber die Saat ist denke ich gesät. Parallel zur laufenden Diskussion lesen ich brav "Die Philosophie der Stoa - Ausgewählte Texte" (Reclam) und bin schwer begeistert. Die argumentative Logik, die Einfachheit und die schlichte "Einsicht in den Lauf der Dinge" ist wirklich beeindruckend. All das Kämpfen und Leiden führt doch zu Nichts, wenn man mit seinem Schicksal hadert. Im Übrigen ist "Leid" (unter der Leidendruck, dem ich aktuell unterliegen äußert sich ja auch psychosomatisch) ein logisches, "körperliches Signal", dass uns doch nur mitteilt, dass man sich in einer (aktuell nicht annehmbaren) Situation befindet. Nietzsche brachte das mal so schön auf den Punkt: "Leben bedeutet Leiden. Überleben heißt, dem Leiden einen Sinn zu geben." Durch die Stoa schwant mir langsam die Erkenntnis, dass ich a) für die aktuelle Situation nicht die passenden "Einsichten" habe (es kann ja sein, dass mir der Job in fünf Jahren gefallen könnte, ganz einfach weil ich bis dahin eine ganz andere Sicht auf die Dinge haben werde) und b) definiert auch die Stoa den Menschen als pflichtbewusstes Lebewesen. Pflichtbewusst insofern, als dass er im gesunden Rahmen (gesund für seine Umwelt und für sich selbst) die Pflichten des Lebens annimmt und sie zu bewältigen versucht; strebsam, aufrichtig, keine Mühe scheuend und ehrlich. Kommt man aber in krankmachende Situationen, dann widerspricht man dem "natürlichen Lauf der Welt", man bringt die Welt quasi in "Unordnung" bzw. aus dem Gleichgewicht - und bekommt dafür die Quittung. Bevor ich auf die einzelne Posts eingehe vllt noch folgende Info für euch: Gestern Abend kam bei mir tatsächlich wieder das schlechte Gewissen (mangelndes Pflichtgefühl, die Arbeitskollegen hängen lassen, die Aufgabe nicht bewältigt zu haben). Dann war ich bei meiner Hausärztin (die kennt mich schon seit dem Kinderbett) und sie hat mich nochmal zu Recht gerückt (zumal sich aktuell auch ein Herpes im Gesicht breit macht, den ich halt als Akne/Pickel, abgetan habe). Also ich bleibe weiterhin krankgeschrieben und werde jetzt die nächste Zeit für meine Genesung verwenden. Krankengeld kann mir die Wohnung und ein erkleckliches Leben finanzieren (sollte es soweit kommen). Nur wie ihr bereits richtig geschrieben habt: Mache ich weiter wie bis her, wird meine Gesundheit noch stärker leiden und selbst dann heißt es noch lange nicht, dass das Produkt erfolgreich sein wird. Wäre es also erfolgreich, dann nur zu Lasten meiner Gesundheit; wäre es ein Misserfolg (nobody knows), dann würde ich mich nicht rechnen (gerade in einer 12 Mann Bude und mit mir als einzigen, wirklichen Treiber für dieses Produkt). Ich merke auch, wie gerade die Last von meinen Schulter fällt und ich mich langsam besser fühle. All der Stress der letzten Jahre fällt HOFFENTLICH jetzt endlich ab; es wäre schön, sich einfach mal um nichts Gedanken machen zu müssen. Das hat mich die letzten Jahre auch massiv belastet: Diese ständige, permanente Denken, sich sorgen, planen, kalkulieren usw. Man mag solche "Spitzen" zeitweise aushalten, aber nicht permanent. Ich denke, von diesem ständigen "Denken" her rührt auch dieser "Schraubstock-Druck" an meinen Schläfen... @Horstsergio Ich kann dir nur beipflichten (und da merke ich auch, ähnliche wie bei den anderen Kommentaren, ein gewisses Maß an Lebenserfahrung). Mit PU habe ich mich intensiv auseinandergesetzt, habe auch zu dem Thema etliche Bücher bzw. EBooks gelesen (wobei ich Maximilian P. anrechnen muss, dass er die ganze Geschichte aus einer sehr empathischen Perspektive heraus beschreibt und es sehr wissenschaftlich bzw. verhaltenspsychologisch angeht (und es immer auch mit Studien etc. untermauert) - immerhin). Im Forum selbst rennen viele Oberflächliche Menschen rum (die großen drei F: Fussball, Ficken, Feiern). Da kommt man nicht weit. Aber das Forum ist ja breit gestreut an Charakteren - wofür ich wirklich dankbar bin Unterm Strich habe ich (gerade im Studium zwanghaft) versucht, "Erfolge" zu erzielen, konnte aber einfach keinen gefallen daran finde. Mit 20 wäre das noch cool gewesen, aber mit Mitte 20 "rumzuhuren", um sich selbst etwas beweisen zu müssen? Natürlich gab es auch "Erfolge", aber nie befriedigend. Ich war seit der Trennung "dauerangespannt", ohne Ruhe, ohne wirkliche Lebensfreude. Wer ständig nur am "Denken" ist, dem fehlt einfach die Energie für solche banalen Sachen wie "Sex", traurig aber wahr. Zumindest ging es mir so. Wenn ich so sehe, wer so rumvögelt, egal ob Promi oder Otto-Normal, da merkt man schon ein persönliches Defizit. ISv sich Bestätigung über Sexualpartner holen. Ich sehe darin einfach keinen Sinn. Sex soll Spaß machen, ständiger Partnerwechsel ist, denke ich, nicht nur physisch sondern auch psychisch ungesund (natürlich sollte man ein paar Erfahrungen sammeln). Daher ist PU auch ziemlich verwerflich: wer sein Leben nur um Sex oder diesen Alpha-Männchen-Habitus aufbaut, ist extrem oberflächlich und lebt einfach nicht "tugendhaft". An den Glaubensmustern muss ich natürlich noch arbeiten. Wie bereits erwähnt: Tiefere Einsichten (wie die Stoa) helfen da schon ungemein. Einfach schon der Gedanke, die Welt als ganzheitlich, in sich richtig wahrzunehmen, gefällt mir außerordentlich gut. Selbsterkenntnis und Gelassenheit - das klingt ziemlich wünschenswert. Ich bewundere die ganz Großen Stoiker, die sich wirklich nur auf ein Minimum an materiellen Dingen reduziert haben - und dennoch glücklich waren. Es ist einfach beruhigend zu wissen, dass es nicht die Dinge und Erlebnisse sind, die unsere Gefühlswelt bestimmen, sondern einfach unsere Sicht bzw. unsere Bewertung dieser. @jensmann Word Eigentlich möchte ich den erwähnte Respekt nicht für meine Leistungen bekommen, sondern für mich als Mensch: Wie ich bin, wie ich handle usw. Ich werde automatisch gut, wenn ich das tue, was mir leicht fällt (und idealerweise auch Spaß macht). Ich möchte diese Tätigkeit noch nicht mal als Bestimmung, sondern eher als Berufung bezeichnen: Vielleicht habe ich das Glück, dass ich diesen Beruf finden werde. Vielleicht auch nicht. Wenn nicht, sollte ich mich damit abfinden, insofern als dass es nun mal so zum großen Ganzen zuträglich ist (ich hoffe, ihr versteht, was ich meine) Am Wichtigsten ist mir eigentlich, dass ich in dieser kurzen Zeit, in der ich hier bin, Gutes getan habe. Ich bin einfach so ungern ein Arschloch. Natürlich habe ich meine Allüren, natürlich kann ich nicht mit jedem Menschen auskommen. Nur könnte ich dann, wenn es soweit ist, nicht in den Spiegel schauen, sollte ich davor nicht "aufrecht" gelebt haben. Ein Egoist zu sein, der nur nach Profit strebt usw., der sich selbst für das "Kapital" verkauft (hat) - was soll das bringen? Ich gehe auf Arbeit und sehe, wie sie sich alle hetzen, wie sie jagen und sich stressen. Niemand stellt dort die Frage nach dem Sinn. Und selbst wenn, wird sie gekonnt ausgeblendet oder es fehlt jegliches Interesse bzw. Neugierde für das Thema. Ich muss mir auch jeden Tag selbst "einreden", dass meine Arbeit ja einen Nutzen hat, dass sie sinnvoll ist und einen Mehrwert schaff. Tatsächlich helfe ich nur dabei, die Welt noch schneller gegen den Baum fahren zu lassen: Wenn dank meiner Hilfe Arbeitsplätze eingespart oder in noch kürzerer Zeit noch mehr Produkte produziert und die Umwelt noch im gleichen Maße noch mehr zerstört wird: Was habe ich dann damit gekonnt? Warum können die Menschen nicht maßvoll leben? Ich möchte und will kein Millionär sein. Ich empfinde es mittlerweile als anmaßend, ja sogar als verpönt, wenn ich einer wäre. Das heißt nicht, dass ich in Armut leben will. Beide Zustände sind asozial. Jeder Mensch soll einen bestimmten Zweck erfüllen, soll einer Tätigkeit nachgehen, alleine schon deswegen, weil sie ihm Wert gibt und ihn Charakter verleiht. Reichtum (vor allem vererbter) verdirbt oft den Charakter. Enthaltung und Verlust formen aber. Insofern bemerke ich gerade ein wachsendes Gefühl der Dankbarkeit für die letzten Jahr voller Verbitterung: Es bringt ja doch nichts, mit dem Schicksal zu hadern. Es bringt einfach nichts, außer Schmerz. Die Erkenntnis muss man erstmal gewinnen und verinnerlichen, denke ich... BTW finde ich es schön, dass du dich um deine Eltern kümmerst. Ich habe ja auch ähnliche Ziele ; ) @Polysix Mit Meditation habe ich mich auch schon auseinandergesetzt, aber danke für die Links. Besser als Motivation hat mir im Übrigen Hypnose und Auto-Suggestion gefallen. Gerade letzteres empfinde ich als extrem mächtiges Werkzeug, um sich selbst zu verbessern (hierzu hab ich einiges von Jan Becker, aber vor allem Nathaniel Brandan's: "Sechs Säulen des Selbstbewusstseins" gelesen; auch empfehlenswert). Dein Bild der Perfektionismus-Kurve als exponentielle Entwicklung gefällt mir ziemlich gut. Kann das aus meiner Erfahrung mit der Masterarbeit nur bestätigen. Vielleicht liegt die Perfektion insofern im Imperfekten, als dass der Betrachter den Willen und die Anstrengungen, also das Gesamtbild als solches erkennt, und die Fehler quasi als "menschliche Note". An der Stelle überkommt mich aber wieder die Angst, vielleicht die mich am stärksten antreibende: Was, wenn noch mehr gegangen wäre? Was, wenn ich nur faul (geworden) bin? Was, wenn ich mich nur noch mehr angestrengt hätte? Ich habe das ständige Gefühl, nicht genug "zu sein", nicht genug geleistet zu haben, einfach niemals fertig zu sein. Alle, die mich kennen, werfen mir andauernde Unzufriedenheit vor. Und das stimmt: Seitdem ich weiß, wie ich Probleme lösen kann (Recherchieren, Durcharbeiten, Verstehen, Anwenden), seitdem möchte ich besser werden, ständig. Ich habe wirklich tierische Angst, stehen zu bleiben. Daher wahrscheinlich auch diese ständige Hetze, dieses Gefühl des "Heißlaufens". Genuss und Sinnlichkeit fehlen irgendwie. Ich weiß, dass sie da sind. Aber ich kann es nicht mehr richtig zulassen. Wie schaffe ich es, hier Maß zu finden? Die Balance zwischen "machen" und "ausruhen"?! JETZT diktiert mir mein Körper Ruhe - Ende. Wisst ihr, ich habe Angst, träge, faul und fett zu werden. Ich habe Angst, meine Neugierde und meinen Wissensdurst zu verlieren. Andererseits will ich wieder mehr vom Leben haben, mehr Lebensqualität. Was bringt es mir, wenn ich so viel ich konnte "studiert" und verstanden habe? Ich weiß ja doch nichts Danke euch
  18. Ich könnte hier den ganzen Tag mit dir bzw euch schreiben... Ja, ich gebe dir Recht: Es sind wohl größtenteils die Glaubensmuster und dann noch der familiäre Hintergrund (es wurde bei uns immer irgendwas gearbeitet, was ja auch ok ist, wenn es nicht zur Zwanghaftigkeit ausartet. Einerseits ist es natürlich eine Geldfrage, zum anderen auch die Tatsache, dass ich ja eigentlich gerne tätig bin. Ich gehe ja gerne arbeiten, ich bin gerne unter Menschen usw. Mein Problem besteht einerseits im "Nicht-Abschalten-Können", das Gedankenkarussell dreht sich halt auch nach 16:00 Uhr immer weiter und weiter und weiter... Und dann natürlich noch folgende Gefühle: - Das Gefühl, "da geht noch was bzw. noch mehr" - Das Gefühl des Erfolgs, der Anerkennung und des Respekts (für mich ganz wichtig, weil ich mir erst durch meine Leistungen den nötigen Respekt verdient habe - darauf kommt und kam es mir am meisten an: ich will nichts geschenkt bekommen) - Das Gefühl, die Arbeitskollegen im Stich zu lassen - Das Gefühl, gescheitert zu sein (GANZ GANZ SCHLIMM) Andererseits ist mir eine Sache in den letzten Jahren total abhanden gekommen, dass ist mir gerade erst so richtig bewusst geworden: Sinnlichkeit. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum ich selbst jetzt, nach vier Jahren, der Beziehung mit der Ex hinterher heule. Ich habe nach ihr einfach keine Frau mehr kennengelernt, die mich so bewegt hat, bei der es so stimmig war. Ich bin noch immer dankbar für viele Momente, die ich mit ihr gehabt habe. Ich will SIE jetzt auch nicht mehr wieder haben; zu unterschiedlich sind wir beide jetzt, als das es wieder funktionieren würde. Sie war halt Madonna und Hure Ich fühle mich oft wie unter Tantalos-Qualen: Alles, was mir gut tut bzw. was lebenswichtig und gesund für mich ist, liegt in greifbarer Nähe. Aber sobald ich dorthin greife, entfernt es sich von mir. OFFTOPIC: Warum bekomme ich eigentlich keine Mail geschickt, wenn hier jemand antwortet? Ich habe den Balken "auf grün" gestellt (der weiße Punkt ist rechts im Schiebebalken) - müssten ich da nicht eine Benachrichtigungs-Mail bekommen?!
  19. Hey, Danke für die Mühen - wie immer Das "Ich muss" bzw. "ich darf nicht" ist bei mir als Gefühl des "Pflichtbewusstseins" verankert. Beim Bund wäre ich wohl ein bomben Offizier geworden xD Jedenfalls merke ich schon wieder, dass in mir der Gedanke aufkeimt "vllt doch wieder auf Arbeit zu gehen" usw usf. Warum kommt der Gedanken: Weil ich es hasse, etwas nicht zu schaffen, eine Aufgabe nicht zu erfüllen. Andererseits stehe ich unter einer derartigen inneren Anspannung, dass sich meine Nerven wirklich wie gespannte Drahtseile anfühlen. Ich hatte zwar vor Kurzem eine lovoo-get-fucked-be-happy-date gehabt, aber es hat mich nicht wirklich entspannen lassen. Warum? (1) Weil es einfach nur Triebabbau war, da war Nichts mit Nähe, Emotionen usw. usf. Damit meine ich noch nicht mal Liebe oder sowas, sondern einfach keine wirkliche Vorfreude. Und so geht es mir schon seit Jahren!!! Der Stress (durch Trennung, mehrmalige Umzüge, Verlust von Freundeskreis, Studium; Prüfungen und Abschlussarbeiten) hat mich emotional einfach abgestumpft. Ich bin (wahrscheinlich auch aus Selbstschutz heraus) emotionslos geworden. Was Schade ist, denn ich bin gerne in einer Beziehung oder verbringe Zeit mit Freunden. Nur ist mir einfach im Moment alles zu viel (2) Ich fühle mich depersonalisiert; im Prinzip auf ein "automatisches Subjekt" degradiert, dass nur noch funktioniert. Die JAHRE verstreichen und irgendwie wird es nicht besser. Am Freitag gehe zu meinem Hausarzt des Vertrauens und unterhalte mich mit ihm darüber. Mich kotzt dieses Ungefickt-sein und vor allem diese totale Erschöpfung massiv an. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das im Berufsleben "Normalzustand" ist bzw. sein kann. Nicht in dem Ausmaß, hinzu kommt das geringe Selbstwertgefühl aufgrund der aktuellen Situation. Das "DU MUSST GAR NICHTS" ist ein Glaubenssatz, den ich nur schwer "glauben" bzw. "verinnerlichen" kann. Ich habe (wie bereits erwähnt) diffuse Ängste: Bin ich gerade dabei meine "Karriere" gegen die Wand zu fahren? Übertreibe ich vielleicht und bin gar nicht so am Ende, wie es glaube zu sein - andere schaffen es ja auch oder vllt sogar noch mehr... Wie wird der nächste AG auf diese "Lücke" reagieren? und und und... Ja, die Angst ist eine meiner größten Antreiber. Kombiniert mit meinem Wissensdurst und dem unbedingten Willen, gesteckte Ziele zu erreichen... Nur sagt mir mein Körper aktuell wohl etwas anderes...
  20. Meine Sozialkompetenz würde ich unter normalen Umständen als "ziemlich gut" bezeichnen. Deswegen auch das Ansinnen meines Chef's, mich in den Vertrieb zu stecken. Ich unterhalte mich gerne mit mir unbekannten Menschen, gerade wenn ich von ihnen etwas lernen kann. Meine Arbeitskollegen haben mir schon einige Male angetragen, dass ich doch mal mit einem eigenen Programm auf die Bühne müsste (Kabarett, Satire - so in die Richtung). Ich kann Menschen zum Lachen bringen, WENN ich mich wohl fühle. Wie man ja hier schon im Forum merkt, trage ich meine Gefühlswelt stark nach außen: Wenn mir etwas gefällt, lass ich das meine Mitwelt wissen. Geht mir etwas auf die Ketten, bekommt es das Umfeld ebenfalls mit. Fazit: Anschluss finde ich immer zügig, zumal ich auch im gesunden Maße hilfsbereit bin. Das oft inhaltlose Gelaber eines Vertrieblers kann ich dir auch ohne Probleme abreißen - nur reizt es mich intellektuell einfach nicht. Mein "Problem" ist, dass ich brutal ergebnisorientierter Mensch bin. Für mich zählt nicht der Prozess, sondern das Resultat - auf was anderes kommt es nun mal nicht an. Am Ende müssen schwarze Zahlen geschrieben werden - und das auch bitte nachhaltig. Die typischen BWLer (mit Ausnahme der Controller) sind deswegen für mich auch nicht unbedingt bewundernswert. Da wird viel gelabert und gelabert und gelabert, und man kommt nicht auf den Punkt. Merke ich besonders bei den Vertrieblern (auch bei uns in der Firma). Diese Pseudo-Buddy-Scheiße geht mir ziemlich am Arsch vorbei. Ich kann schon mit dem Kunden reden und wenn er mich als Mensch auch interessiert, gerne auch intensiver. Aber ansonsten will ich nur eins: Auf den Punkt kommen und das Projekt erfolgreich abschließen. Wenn es dem Kunden hilft, dass wir dabei ein Kaffeekränzchen abhalten: schön. Interessiert es mich? Nope. Es muss was bei rumkommen. Darum geht's. Dafür bezahlt der Kunde. Der Service ist wichtig, keine Frage. Aber am Ende MÜSSEN Ergebnisse stehen. Das Problem dabei ist, dass sich genau diese "Denkmuster" in mein Privatleben eingebrannt haben. Es geht nicht mehr um Genuss, um Emotionen oder um Lebensgefühl; es geht nur noch um "Ergebnisse": Beim Sport, beim Essen, ich merke es sogar bei der Auswahl meiner Bekanntschaften. Auch im zwischenmenschlichen Bereich hat sich die kühle betriebswirtschaftliche Ratio eingefressen. ALLES wird bei mir strukturiert, Nichts kann mehr einfach "sein". Schwierig zu beschreiben... Das führt einerseits zu Erfolgserlebnissen - mein Lebenslauf kann es bestätigen. Aber eben nur im rational-analytischen Raum. Die Bereiche, die mir fehlen und mich aufgrund ihrer Abwesenheit krank machen, kommen logischerweise zu kurz: Beziehungen, Liebe, Emotionen usw. Von daher ist dein Anraten, sich öfters Mal "American Psycho" anzuschauen alles andere als ratsam für mich. Ich habe das Buch bereits mit 18 (und seitdem mehrfach) gelesen. Der Film kackt ggü. dem Buch mächtig ab, die grundsätzliche Intension bleibt aber. Pat Bateman ist depersonalisiert, mechanisch und versucht seine Leere durch perverse und asoziale Verhaltensmuster zu kompensieren, ihm dadurch überhaupt so etwas wie Sinn zu geben. Selbst das schnöde Ficken wurde bei mir mit der Zeit "mechanisch" - wenn man keinerlei Bindung mehr zu einer Frau aufbauen kann, liegt etwas deutlich im Argen. Grundsätzlich ist der Konsum von Stimulanzien und psychoaktiven Drogen wie Alkohol oder Gras (ich schätze mal mit "Gramm" meinst du Gras) gerade in meiner Verfassung so ziemlich das Schlechteste, was man machen kann. Ich weiß - du möchtest mir helfen. Aber wenn ich Entspannung nur mit Hilfe von Drogen finden kann, öffnet sich ein Teufelskreis, der auch mal ganz schnell in den totalen sozialen Abstieg führt. Ich habe genügend konsumiert, als dass ich wüsste, ob es mir gut tut oder nicht. "Sport" sei Dank meide ich Alk und alle anderen "leistungsmindernden" Substanzen wie der Teufel das Weihwasser - wobei wir hier wieder im "Leistungsdenken" wären. Wie man sieht: Allet nicht so einfach. Ein Reset wäre angemessen, die Frage ist nur: Was kommt danach und wie soll dieses danach aussehen?
  21. hey chopin, das, was mir tatsächlich am meisten Befriedigung verschafft, ist zu verstehen "was die Welt im Innersten zusammenhält" - klingt jetzt vielleicht sehr spießbürgerlich, trifft aber den Kern mein Wesens ziemlich genau. Ich will "wissen" die Welt ist wie sie ist und was wir noch Neues lernen können. Deswegen "studiere" ich ja auch wie ein Durchgepeitschter alles, was mich interessiert und was mich weiterbringen könnte. Nur kann ich diesen massiven Input an Informationen einerseits und generisch-kreativer Tätigkeit andererseits nicht dauernd auf dem Niveau halten - obwohl es mir wirklich Freude macht. Es gibt einfach so viel zu entdecken und zu erfinden, zu wissen und zu verstehen. Im Studium bekam man ja zumindest Zwangspausen verordnet, und zwar i.S.v. vorlesungsfreie Zeit. Und dann wird mir langweilig bzw. wurde mir langweilig. Als ich nach den letzten Prüfungen des Studiums 6 Wochen frei hatte, habe ich mir eine Woche "Nichtstun" gegönnt und habe dann aus Langeweile einen Onlinekurs "Thermodynamik für Ing's" bei ingenieurkurse.de gemacht. Mich hat die philosophische Komponente gerade bei dem Fach gereizt (in einem anderen Thread habe ich mich glaube bereits darüber ausgelassen). Was ich damit klar stellen möchte: Ich kann nicht abschalten, meine Gedanken rasen und rasen und können nicht zur Ruhe kommen. Sobald ich die Augen zu mache beginnt sich das Karussell zu drehen. Das war in der Masterarbeit wirklich schrecklich, als ob mein Körper nur noch Behältnis für mein Hirn wäre. Irgendwie habe ich wohl ein stückweit den Anschluss am emotional-realen Leben verloren. Ich wünsche mir oft mal wieder das Gefühl, Lust auf Sex zu haben, überhaupt zu flirten. Oder sich mal wieder zu verlieben... Ich verstehe jetzt die Message der Aussage "mit seiner Arbeit verheiratet sein". Hinzu kommt der finanzielle Sachzwang und diffusen Zukunftsängste. Überhaupt sind Ängste einer der größten Antreiber für mich. Im Studium war ich wohl aus zweierlei Gründen so engagiert: (1) Aus aufrichtigen und unglaublich stark ausgeprägten Interesse an den Themengebieten und der Tatsache, dass ich nicht so blöd bin, wie es mir immer weiß gemacht wurde. Wenn ich könnte würde ich noch weiterstudieren: Sportwissenschaften, Philosophie, Maschinenbau, Geschichte, Psychologie usw. Es ergibt eben alles "Sinn", es macht Spaß und es gibt mir die Möglichkeit, Gutes zu tun, einen Mehrwert zu schaffen und Menschen zu helfen. (2) Aus Angst vor gesellschaftlichen Abstieg bzw. aus Angst vor den "Sachzwängen" (kein Geld für eine ordentliche Wohnung, kein Urlaub, kein Geld für Versicherungen usw. Basis für einen guten Verdienst ist eine gute Ausbildung --> also Gas geben) Gerade im Moment beschäftigt mich v.a. ein ziemlich "praktischer Gedanken": Mal angenommen ich lasse mich wirklich länger krank schreiben - wie würde sich diese Lücke wohl in meinem Lebenslauf machen? Ich meine, schreckt das nicht potentielle zukünftige AG's ab, gerade unter dem Aspekt, dass ich bis jetzt einen ziemlichen "straighten" Lauf hinter mir habe?! Ich möchte ja leisten, ich möchte mich ja einbringen und einer (idealerweise erfüllenden) Tätigkeit nachgehen. Aber nicht so wie es aktuell läuft, nicht unter den Umständen.
  22. Hey, wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, ist das Alles ein bisschen Viel auf einmal... Aber ich bin dankbar (ich meine wirklich dankbar) für die Zeit die ihr hier investiert und für die Ratschläge und die wohlwollende Kritik, die ihr mir gebt. Ich bin gerade dabei, mein komplettes Lebensmodell (Arbeitgeber, u.U. auch Wohnung bzw. Wohnort) umzuwerfen und da ich gut im "strategischen management" bin, sollte es gut geplant sein Zum Thema "Pfauenfedern": Natürlich biologisiert man den Kapitalismus in unserer Gesellschaft auch massiv, i.S.v. "Survival of the Fittest" und diesen ganzen Mist. Damit ihr euch vorstellen könnt, wie ich ich die letzten Jahre im Studium konditioniert worden bin, hier mal eine kleine Anekdote: Im Gespräch mit meinem Prof (Modul: Managementsysteme und Unternehmensführung) meinte ich zu ihm, dass kapitalistisches Wirtschaften weder nachhaltig und sinnvoll ist und letztlich zum Verlust des Sozialen und Ökologischen Moments führt. Daraufhin er: "Stellen sie sich vor den Spiegel, betrachten Sie Ihre Zähne. Was Sie sehen, sind Reißzähne eines Raubtieres." Kein Witz. Dabei ist es mittlerweile common sense in den Sozialwissenschaften, dass altruistisches Verhalten für das Individuum viel stärkere positive Effekte mit sich bringt, als der von uns gelebte "Wolf of Wallstreet"-Egotrip. Wir "glauben" uns dem Sachzwang unterwerfen zu müssen, d.h. aber nicht, dass dieser Sachzwang ein "Naturgesetz" ist wie die Erdanziehungskraft. Ich werde nochmal die Tage in Ruhe auf die einzelnen (und wirklich tollen) Beiträge eingehen... Bis dahin nochmals Danke für Alles
  23. Schwierige Frage - genau dafür werde bzw. muss ich mir wohl jetzt erstmal Zeit nehmen...Im Übrigen habe ich mich erstmal krankschreiben lassen Ich meinte zum Doc: "Mein Kopf fühlt sich so an, als ob eine Kernschmelze stattgefunden hätte." Natürlich möchte ich gerne arbeiten (besser: einer Tätigkeit nachgehen, die mir und meiner Mitwelt einen wirklichen Mehrwert generiert) und ich möchte "helfen". Ganz einfach weil sich altruistisches Handeln besser anfühlt und langfristig die höhere "Rendite" einfährt als dieser brachiale Ego-Trip, den man uns im Studium und in unserer Gesellschaft vorgelebt bekommt. Es ist nur so, dass sich mein aktueller Job nunmal nur darauf abzielt, "Prozesse" und "Maschinen" zu optimieren, was langfristig (und gerade im Kontext von Industrie 4.0, Smart Factory usw.) den Abbau von Arbeitsplätzen bedeutet. Dass die strukturelle Arbeitslosigkeit zunimmt, es mittlerweile auch bei den letzten neoliberalen Ökonomen Konsens. (Wen es interessiert: Future of Employment) Denn wenn ich beim Kunden die "Kostentreiber" (= Personal, Prozesse, Anlagen etc.) reduziere, dann macht es ein anderer und die Firmenexistenz steht auf dem Spiel. Das ganze ist total verrückt - wo wären wir als Menschheit heute, wenn wir uns nicht diesem imaginierten Sachzwang des Geldes unterwerfen sondern Hand in Hand zusammen "arbeiten" würden? Warum gibt es keinen Maximallohn, wenn es doch auch einen Mindestlohn gibt? Es werden Produkte auf den Markt geworfen nicht weil sie "gesund" oder "nachhaltig" oder "sinnvoll" sind (bestes Beispiel: Lebensmittelverpackungen), sondern weil man mit ihnen Profit machen kann - es ist egal, ob man hochwertige Edelprodukte oder Interkontinentalraketen für Atomwaffen baut: Es geht nur darum, Profit zu machen. Es kann kein unendliches Wirtschaftswachstum geben - irgendwann ist auch jeder Mensch mal ausgewachsen. Das lächerliche Wachstum, dass wir heute noch erleben (dürfen), ist schulden- bzw. kreditfinanziert und entbehrt jeglicher "ökonomischen" Logik. Und die BRD steht auch nur deswegen so gut da, weil wir das Ausland (ob nun Europa oder Weltweit) kaputt konkuriert haben (sog. Neo-Merkantilismus, Agenda 2010 lässt grüßen - sehr schön ist ja in dem Kontext auch die Entwicklung der Burnout-Erkrankten seit 2000). Mit jedem Produkt, dass wir hier herstellen und ins Ausland exportieren, halten bzw. schaffen wir hier einen Arbeitsplatz hier in Deutschland und bauen einen (oder sogar mehrere) im Import-Land ab (logisch - dort muss es ja nicht mehr produziert werden). Fazit: Deutschland exportiert Arbeitslosikgkeit, was man ja gut an den Statisitiken in den PIGS-Staaten sehen kann. Wollen wir unseren Wohlstand halten muss das Ausland nunmal dafür bluten. Und überhaupt: Unsere Leistungsbilanz-Überschüsse aus dem Export sind logischerweise in den Import-Ländern Defizite in entsprechende Höhe. Global betrachtet ist die Weltwirtschaft nunmal ein Null-Summen-Spiel, es werden ja nur Geld und Waren verschoben. Nachdem, was in meinen Zeugnissen steht traue ich mir mittlerweile (fast) jedes Studium bzw jeden Job zu, da ich mich für (fast) jeden Inhalt begeistern kann. Die Herausforderung am W-Ing-Studium war ja die extreme Breite an Inhalten. Und diese Herausforderung (mit ziemlich guten) Leistungen bestanden zu haben, beruhigt und hat mich im Glauben an meine eigenen Fähigkeiten bestärkt. Es ist nur immer diese kleine Stimme, die sagt: "DA GEHT NOCH MEHR - DU KANNST NOCH MEHR WISSEN - NOCH MEHR NOCH MEHR NOCH MEHR". Aus Sicht des Systems bin ich eigentlich ziemlich gut "verwertbar". Die letzten Jahre habe ich im Prinzip für bzw. in eine sichere Zukunft investiert. Wem ich was beweisen muss? Nun: jahrelang wurde mir von Lehreren und Gesellschaft erzählt, dass ich ziemlicher Durchschnitt bin. Gerade die Zeit auf meinem ersten Gym hat mich massiv negativ geprägt. Mein Prof meinte nach Verteidigung der Masterarbeit zu meinem Thesis-Betreuer aus der Firma, dass ich wie "ein Rottweiler bin, der sich in Aufgaben verbeißt bis sie erledigt sind". Tja, die Einstellung führt dann auch mal dazu, dass man von der Aufgabe zerpflückt wird. Was ich nicht ganz verstehe ist folgende Aussage: Was meinst du damit genau? Am meisten wünsche ich mir eigentlich wieder das Gefühl und Leben, dass ich damals mit der Ex hatte. Vielleicht auch in einer kleineren Statt à la "Heile Welt" - man kennt sich, ist nett zueinander und man hilft sich. Die Beziehung war einfach in sich stimmig, klar auch mit Abstrichen. Ich für meinen Teil fühle mich in meiner Männlichkeit am meisten bestätigt, wenn ich den "Ernährer" geben kann. Die Beziehung mit ihr hatte meinem Leben schon einen tieferen Sinn gegeben. Ich habe v.a. für UNS studiert und gearbeitet. Es ist für mich einfach ein "edles" Gefühl, für eine Frau dazu sein, eine Familie zu gründen und idealerweise einen guten und ausgewogenen Freundeskreis zu haben. Ich wusste wohl nicht, was ich mit dem Schmerz nach der Trennung anfangen soll und hab ihn eben in Studium/Arbeit/Denkleistung investiert. Kombiniert mit meinen eigenen Ansprüchen an mich selbst und mit meinem "Pflichtbewusstsein" ("Aufgabe x bis y erfüllen" + mein eigener Wissensdurst) ergibt das insgesamt eine giftige Mischung. Um aus der Gedankenwelt auszubrechen beschäftige ich mich auch seit einiger Zeit mit der Stoa - einfach um zu lernen, was Selbstbeherrschung und Gelassenheit bedeutet. Sowas müsste eigentlich im Studium unterrichtet werden... Schon im Abi waren meine besten Fächer immer Ethik und Geschichte und ursprünglich wollte ich das auch in die Richtung studieren. Dann kam die Ratio und ich habe erstmal eine kaufm. Ausbildung gemacht und dann eben das WIng-Studium angehangen. Trotzdem konnte ich nie aufhören, meine Welt aus einer ethisch-philosophischen Sicht zu reflektieren (daher auch meine "marxsche Kritik" von oben). Wie bereits erwäht: Ich beneide meine Ex-Kommilitonen, die einfach noch immer an die Mär der "kapitalistischen Wunderwelt" glauben. Es lebt sich so halt besser...
  24. Das trifft es ziemlich genau. Obwohl ich VOR dem Studium eher durschnittlich bis schlecht in der Schule war. Im Studium haben mich vor allem die MINT-Fächer gepackt, die BWL war mir, wie bereits erwähnt, ab einem gewissen Punkt zuwider... Ich bin gerade (mal wieder) von Arbeit heim, schleppe mich schon seit Montag durch die Woche... Ich kann es nur schwer beschreiben: es ist keine wirklich physische Erschöpfung, sondern wirklich eine psychische... Konzentration fällt mir unglaublich schwer, jedes Klopfen an der Tür lässt mich zusammenzucken. Ich bin echt für jede freie Minute dankbar. Arbeiten - insbesondere kopflastiges - zu quantifizieren ist schwierig. Manch einer arbeitet wohl 60h pro Woche; dann liegt ihm vllt die Arbeit oder sie ist nicht sonderlich schwer usw. Bei mir ziehen sich aktuell die Stunden wie Kaugummi, wenn ich daran denke, dass ich komplett alleine für die zukünftigen Entwicklungen tätig bin, beschleicht mein erdrückendes Gefühl. All meine Energie der letzten Jahre und Monate ist nur und ausschließlich in das Studium bzw. die Arbeit geflossen. Ich für meinen Teil merke gerade eins: es geht kaum noch. das bisschen Energie, dass ich noch habe, geht für die Arbeit drauf. Die Anforderungen, die an mich gestellt werden bzw. wurden, sind einfach too much. Komplett alleine ein funktionierendes Geschäftsfeld aufziehen, das nicht endenwollende Recherchieren an Informationen, das Verstehen und Durchdringen abstrakter Sachverhalte, das Konstruieren von Checklisten, Berichten, Datenerfassungsblättern und Charts - es geht nicht mehr. Und jetzt auch noch "Akquise". Ich hab mir auch zu viel zugemutet glaube ich. Man denkt halt: "das pack ich schon, das geht schon noch, da schlaf ich am WE einfach länger" - irgendwie läuft das nicht mehr... Ich hätte spätestens nach der Masterthesis eine Auszeit nehmen sollen, aber was hätte ich all die Zeit tun sollen? Geld habe ich keins, im Gegenteil: Schulden müssten bezahlt werden. Leider neige ich im Leben immer zu Extremene: Extrem feiern und trinken, extrem intesiv studieren und lernen, extrem Sport machen... ich bin einfach nur erschöpft, wirklich erschöpft. Am schlimmsten ist das Gefühl der Einsamkeit und das ich mich selbst von mir so krass entfernt habe.