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Hi,

ich habe über die Jahre weg bei mir eine Neigung zum Stress und zur Überforderung festgestellt.
Das Phänomen Burnout als Endstadium davon.

Wie kommt es, dass ich nie ganz genau weiß wo meine Grenzen liegen?
Oder dass ich nur schwer meine eigenen Signale erkennen und deuten kann?
Ich glaube auch, dass ich diese überhöre und mir dann selbst sage "Nein, du kannst schon mehr, das schaffst du schon".
Es ist irgendwie ein schmaler Grat zwischen Performance und Stress.
Ich fühle mich oft "schlecht", wenn ich zu viel chille.

Wie kann man das richtige Maß für sich erkennen und festlegen?
Wie geht man so einem verstrickten Thema um?

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Hab hier nen test für dich: 

https://www.psychomeda.de/online-tests/burnout-test.html

Der Test ist wissenschafltich abgeriegelt und sollte ein akkurates ergebnis liefern. Mit dem Ergebnis wirst du vielleicht besser wissen, wie du mit Stress umzugehen hast. Viel Erfolg!

bearbeitet von Kalter Kakao
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Am ‎12‎.‎07‎.‎2020 um 21:02 , saian schrieb:

Ich denke, dass Burnout oft mit dem Selbstwert korreliert:
- Würdest du dich für einen wertvollen Menschen halten, wenn du "nichts" tun würdest, bspw. arbeitslos sein?
- Was hast du in deiner Kindheit darüber gelernt? Wurdest du nur geliebt, wenn du Performance geliefert hast, bspw. gute Noten?
- Denkst du, dass man sich Liebe und Anerkennung "verdienen" muss?

 

1. Einerseits ja. Aber Arbeitslosigkeit macht auf Dauer niemanden glücklich. Es ist völlig nachvollziehbar, wenn ein Arbeitsloser mit sich und seiner Situation nicht zufrieden ist.
2. Nein, auf keinen Fall. Aber Anerkennung für gute Leistungen gehört zu den menschlichen Bedürfnissen.
3. Teilweise ja. Damit andere Menschen mich lieben und respektieren, sollte ich logischerweise ihnen genau so begegnen.

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Generell rate ich davon ab, sich selbst zu diagnostizieren, auch, wenn eine Vermutung recht nahe liegen will.
Wenn du seit Jahren an dem Punkt bist, an dem du nicht mehr kannst und du selbst erkennst, dass das Maß voll ist, solltest du wirklich professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Aus einem wirklichem Burnout im Endstadium, wie du es selbst nennst, kommt man von selbst nicht raus bzw. nicht langfristig und ordentlich. 

Genauso wenig, wie man sich aber selbst diagnostizieren sollte, sollte man sich bei so schwerwiegenden Themen auf die Tipps anderer User in einem Forum verlassen, die meistens auch über keine psychologische Ausbildung verfügen. 

Deswegen: therapeutische Hilfe suchen und in Anspruch nehmen. Alles andere hier ist nicht zielführend. 

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Möchte mich auch kurz einklinken und dir ebenso dringend raten:
Ab zum Doc und das Thema ansprechen! Dort kann dann schon mal ganz gut auf dich geschaut werden und eine Ersteinschätzung erfolgen.

Dazu:
Jedes Bundesland besitzt eine Kassenärztliche Vereinigung, wenn mich nicht alles täuscht.
Über diese Portale kannst du, meist relativ bequem, auf Therapeutensuche gehen.

Schau ruhig erstmal nach Tiefenpsychologischen und Verhaltenstherapeutischen Verfahren.
Bei den Therapeut*innen rufst du dann an, bittest um ein Erstgespräch.
Die Suche nach einem Ersttermin (und Therapieplatz!) ist kein Zuckerschlecken, das solltest du wissen.
Aber der Weg lohnt sich allemal!

Ich wünsche dir jedoch ganz viel Erfolg und Kraft dafür!

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Schade, dass gerade in der westlichen Welt immer gleich zum Gang zum Therapeuten geraten wird.

Abgesehen davon, dass die Wartelisten ellenlang sind, kann ein Mensch nichts besseres erfahren, als selbst sein eigener Therapeut zu sein. Stichwort Selbsthilfe. Man sollte sich psychologische und therapeutische Kenntnisse aneignen, am besten schon von Schulzeiten an. Das entwickelt dann auch sehr großes Selbstvertrauen.

Probieren sollte man es zumindest. Der Gang zum Arzt o.ä. kann, wenn nichts mehr geht, immer noch erfolgen.

Durch mehr Selbsthilfe oder Hilfe durch Freunde hätten wir ein entlastetes Gesundheitssystem, bzw weniger gefüllte Taschen von Profiteuren.

bearbeitet von Selfman
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Schade, dass gerade in der westlichen Welt immer jeder selbst zum Profi werden will, ob Jurist, Arzt, Therapeut oder Automechaniker.

Es hat schon 'nen Sinn, wieso es für manche Berufe und Tätigkeiten lange Ausbildungen und hohe Einstellungskriterien gibt - damit halt nicht jeder irgendwelche Halbwahrheiten rausposaunt und meint, dir das empfehlen zu müssen, was die Tante Gertrud neulich auf der Kaffeefahrt erzählt bekommen hat.
Hier gehts immerhin nicht um einen Bienenstich, sondern um ein tiefliegendes und ausuferndes psychologisches Problem, dass, wenn nicht oder falsch behandelt, auch weitreichende (Spät)folgen mit sich bringen kann. 

Dass ein Mensch sich selbst sein bester Therapeut ist, kann bei manchen Sachen durchaus stimmen - bei vielen aber auch nicht. Und in deinem Fall sieht man ja, dass es seit langer Zeit wohl nicht so gut funktioniert. 
 

Wenn gar nichts mehr geht, erscheint die Warteliste bei einem Therapeuten halt noch länger, der Prozess noch anstrengender, man hat eh keine Kraft mehr und tendiert erst recht dazu, aufzugeben. Zu einem gesunden Selbstvertrauen und zu psychologischen Grundkenntnissen gehörts auch, sich selbst einzugesehen, dass  man nicht alles bis Ultimo ausreizen muss und an sich selbst so lang rumdoktoren muss, bis gar nix mehr geht. Ist vielleicht aber auch einfach ein Symptom mancher Krankheitsbilder.

Und dass die Hilfe von Freunden viel bringen kann - keine Frage. Aber du schreibst hier in ein Forum mit tausenden Mitgliedern, die dich nicht kennen, die du nicht kennst - da liegt wohl auch der Unterschied.

Abgesehen davon: Das ist ein Forum. Die Forenbetreiber sind tatsächlich zur Haftung ranzuziehen, sollte hier jemand im Vorfeld psychisch in Erscheinung treten und sich dann etwas antun. Wenn hier kein Hinweis auf die Bitte zum Gang zum Therapeuten gefunden wird, dann sitzen die auch in der Scheiße bzgl. unterlassener Hilfeleistung und und und. Vielleicht auch mal an sowas denken. 

bearbeitet von MissXYZ
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Am 12.7.2020 um 15:05 , Selfman schrieb:

Wie kommt es, dass ich nie ganz genau weiß wo meine Grenzen liegen?

vermutlich weil du gerade signale vom körper nicht wahr nimmst. hast du aber schon selber erkannt

Am 12.7.2020 um 15:05 , Selfman schrieb:

Oder dass ich nur schwer meine eigenen Signale erkennen und deuten kann?

willst du sie denn wirklich erkennen und wahrnehmen? 

Am 12.7.2020 um 15:05 , Selfman schrieb:

Ich fühle mich oft "schlecht", wenn ich zu viel chille.

warum? (ist wirklich eine wichtige frage!)

ich empfehle auch den besuch beim arzt. nimm ggf. genau diese punkte mit. es wirkt als wenn du sehr hohe ansprüche an dich selbst hast. ich würde herausfinden wollen woher diese hohen ansprüche kommen und warum es so schwer fällt sie loslassen. ist dir das erstmal bewusst kommt der rest oft von selbst. eine therapie kann dabei helfen.

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vor 11 Stunden, Selfman schrieb:

1. Einerseits ja. Aber Arbeitslosigkeit macht auf Dauer niemanden glücklich. Es ist völlig nachvollziehbar, wenn ein Arbeitsloser mit sich und seiner Situation nicht zufrieden ist.
2. Nein, auf keinen Fall. Aber Anerkennung für gute Leistungen gehört zu den menschlichen Bedürfnissen.
3. Teilweise ja. Damit andere Menschen mich lieben und respektieren, sollte ich logischerweise ihnen genau so begegnen.

Danke.

Ich finde es sehr spannend, dass du jede deiner Antworten im Nachsatz direkt relativierst. Also eigentlich ist alles gut, ABER es wäre ja auch anderst voll okay.

Beantworte die Fragen mal nur für dich.
Und versuch dabei in einem eher emotionalen Zustand zu sein.
Leb dich mal richtig in die Situationen hinein.

Du verlierst morgen deinen Job.
Wie würdest du dich fühlen?
Und dann würdest du bei deinen Eltern anrufen.
Welche Gefühle hättest du beim Anruf?
Würdest du dich überhaupt trauen?

Und versuch das mal ganz ohne das Rationalisieren iSv
"Ja, aber jeder würde sich ja so fühlen!",
"Das macht MAN eben so."
"LOGISCHERWEISE ist das so."

Es geht dabei rein um dich ganz persönlich und nicht wie "man" sich zu verhalten hat.
 

 

vor 9 Stunden, Selfman schrieb:

Schade, dass gerade in der westlichen Welt immer gleich zum Gang zum Therapeuten geraten wird.

Abgesehen davon, dass die Wartelisten ellenlang sind, kann ein Mensch nichts besseres erfahren, als selbst sein eigener Therapeut zu sein. Stichwort Selbsthilfe. Man sollte sich psychologische und therapeutische Kenntnisse aneignen, am besten schon von Schulzeiten an. Das entwickelt dann auch sehr großes Selbstvertrauen.

Probieren sollte man es zumindest. Der Gang zum Arzt o.ä. kann, wenn nichts mehr geht, immer noch erfolgen.

Durch mehr Selbsthilfe oder Hilfe durch Freunde hätten wir ein entlastetes Gesundheitssystem, bzw weniger gefüllte Taschen von Profiteuren.

mMn die größten Probleme bei der Selbstanalyse:
- der Mensch ist in sich selbst dynamisch und verändert durch seine aktuellen Zustände auch seine vergangenen Erinnerungen
- der Mensch ist in sich sehr anpassungsfähig und findet Sinn in allem
- der Mensch ist andauernd überladen und filtert die Realität extrem stark
- wenn der Mensch über ein Problem nachdenkt, indem er selbst Teil des Problemes ist, wird es schnell komplex

 

mMn die größten Probleme bei der Analyse durch Freunde:
- ungeschulte Menschen haben die Angewohnheit Probleme einer dritten Person mit ihren eigenen Filtern zu sehen
- das führt zu Lösungen, die zielführend für die Drittperson sind, aber nicht für die betroffene Person
- deshalb geben Freunde in der Regel irrelevante Lösungen vor, die weder zum Problem noch zur betroffenen Person passen
- durch geringe Sample Sizes, fehlende logische Fertigkeiten und zig Bias werden kausale Zusammenhänge konstruiert, die falsch sind
- das führt letztendlich zu Aussagen wie "also ich habe damals X gemacht und danach war es gut, probier das doch auch mal" => "throwing shit against the wall and seeing what sticks"

 

All diese Probleme in der Analyse durch Freunde führen dazu,
dass in der Psychotherapie sinnvollere Methodiken genutzt werden,
die diese immense Fehlerquelle auszuschließen versuchen,
bspw. durch Methoden wie den Sokratischen Dialog.
Also eher Hilfe zur Selbsthilfe durch passende Fragen.

 

bearbeitet von saian
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@Selfman, ich will dir echt nicht zu nahe treten aber dieses "Runterbrechen" einer höchst komplexen Problematik empfinde ich als überaus kritisch wenn nicht sogar gefährlich. Ich erkenne handfeste Probleme, welche ich selbst zu gut aus meiner eigenen Biografie kenne. Ich bin keine willensschwache Person, habe Freunde und Familie, mir sehr wohlgesonnene Menschen um mich herum, zahlreiche Interessen... Und trotzdem kannst du richtig tief in der Scheiße sitzen und da muss der Weg zu professioneller Hilfe gehen, wenn (bleibender) Schaden abgewendet werden soll! Dazu: Freunde und Familie sind nicht deine Therapeuten! Wenn sie ein gutes Gespür für eigene Grenzen besitzen, werden sie dir das auch so mitteilen. Denn manchmal ist auch mal gut mit Deep-Talk und schweren Lebensthemen. Selbsthilfe kann aber auf jeden Fall begleitend einen wichtigen Beitrag zur Therapie leisten. Ich selbst nutze z.B. https://ifightdepression.com/de/start, die Workshops dort, aber auch Tagespläne für Selbststruktur etc. Während der ersten Pandemie Wochen wurde das Tool für Menschen ohne therapeutische Betreuung freigeschaltet. Vielleicht kannst du dir das auch mal anschauen.

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vor 11 Stunden, MissXYZ schrieb:

Schade, dass gerade in der westlichen Welt immer jeder selbst zum Profi werden will, ob Jurist, Arzt, Therapeut oder Automechaniker.

Es hat schon 'nen Sinn, wieso es für manche Berufe und Tätigkeiten lange Ausbildungen und hohe Einstellungskriterien gibt - damit halt nicht jeder irgendwelche Halbwahrheiten rausposaunt und meint, dir das empfehlen zu müssen, was die Tante Gertrud neulich auf der Kaffeefahrt erzählt bekommen hat

Naja, du scheinst ja, man kann schon fast sagen, noch ein veraltetes Denken zu haben.
Seit wann sagt ein Titel allein über die tatsächliche Kompetenz und das Wissen einer Person aus.
Außerdem schade zu sehen, wie wenig du dich für die Autonomie eines Individuums einsetzt.
Ich dagegen begrüße vielmehr die eigenständige Weiterentwicklung der einzelnen Menschen.
Autodidaktisches Lernen z.B. auch.

Ich kenne Nichtjuristen, die sich besser mit Recht auskennen als "Juristen".
Ich kenne Nichtärzte, die sich besser mit Gesundheit auskennen als "Ärzte".
Usw. usf.

Entscheidend ist, ob das nötige Wissen vorhanden ist. Ein Therapeut kann dazu verhelfen auf gewisse Dinge aufmerksam zu machen, die dem Klienten soweit nicht bewusst sind.
Wer sich aber in Sachen Selbstreflektion gut schult, kann auch diesen Anspruch erfüllen.
 

vor 11 Stunden, saian schrieb:

Danke.

Ich finde es sehr spannend, dass du jede deiner Antworten im Nachsatz direkt relativierst. Also eigentlich ist alles gut, ABER es wäre ja auch anderst voll okay.

Ehm, ist eben nicht genau diese flexible Denkweise eine gesunde Form?
Ich kann meine eigene Arbeitslosigkeit als negativ empfinden, zugleich danach streben diesen Zustand zu verändern.
Ich denke, es ist nicht ein "Ganz oder gar nicht", sondern vielmehr ein "Sowohl, als auch."
Ersteres stellt vielmehr ein extremes Denken dar.
 

Zitat

Du verlierst morgen deinen Job.
Wie würdest du dich fühlen?
Und dann würdest du bei deinen Eltern anrufen.
Welche Gefühle hättest du beim Anruf?
Würdest du dich überhaupt trauen?

1. Scheisse
2. Traurigkeit
3. Vielleicht erst mal nicht, wer weiß.

Heißt aber nicht, dass sich das dann mit der Zeit legt.
Ist nur menschlich.

Zu sich selbst als ein gesunder Mensch mit all seinen natürlichen Gefühlen (sowohl die guten als auch die schlechten) zu stehen ist ein Lernprozess, den ich nicht mehr missen will.
Ich habe in meiner Vergangenheit lange negative Gefühle nicht zugelassen / verdrängt. Das ist alles andere als gesund.

bearbeitet von Selfman

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vor 1 Stunde, Selfman schrieb:

Naja, du scheinst ja, man kann schon fast sagen, noch ein veraltetes Denken zu haben.
Seit wann sagt ein Titel allein über die tatsächliche Kompetenz und das Wissen einer Person aus.
Außerdem schade zu sehen, wie wenig du dich für die Autonomie eines Individuums einsetzt.
Ich dagegen begrüße vielmehr die eigenständige Weiterentwicklung der einzelnen Menschen.
Autodidaktisches Lernen z.B. auch.

Ich kenne Nichtjuristen, die sich besser mit Recht auskennen als "Juristen".
Ich kenne Nichtärzte, die sich besser mit Gesundheit auskennen als "Ärzte".
Usw. usf.

Entscheidend ist, ob das nötige Wissen vorhanden ist. Ein Therapeut kann dazu verhelfen auf gewisse Dinge aufmerksam zu machen, die dem Klienten soweit nicht bewusst sind.
Wer sich aber in Sachen Selbstreflektion gut schult, kann auch diesen Anspruch erfüllen.

Zeig mir gerne auf, wo ich gesagt habe, das nur Titel alleine die tatsächliche Kompetenz und Wissen einer Person aussagt - ich habe lediglich gesagt, dass es mit einem guten Grund Berufe gibt, die nicht jeder nach nem 4 Wochen-Lehrgang auf ner Fernuni abschließen und sich dann mit einer Berufsbezeichnung schmücken kann. Das sehe ich nicht als "veraltetes Denken" an oder als einen Gegensatz zur Autonomie eines Individuums, sondern als wichtig und unerlässlich. Sieht man ja an irgendwelchen Leuten, die sich und ihre Kinder mit kolloidalem Silberwasser einreiben und ihren Kauderwelsch in Facebook-Gruppen verbreiten. 

Gegen die eigenständige Weiterentwicklung habe ich auch bei Gott nix gegen zu setzen. Ebenso gibts sicher in jedem Freundeskreis irgendwenn, der sich genauso gut  mit Autos auskennt wie der Fr. Müller vom Autohaus nebenan. Genauso kann man das Spiel mit Juristen und Medizin spielen. Dafür gibts auf jedem Fachgebiet auch einfach Idioten, die keine Ahnung von dem haben, was sie machen und keinerlei fachliche Kompetenz haben. 

Ich frage mich nur, wenn du doch so für autonome und eigenständige Entwicklung eines Individuums bist, auf Selbstheilung und auf Selbstreflektion eingeschossen bist - wieso hilfst du dir dann nicht selbst? Anscheinend ist das Wissen bei dir ja in soweit vorhanden, dass du dir eine Diagnose (sogar mit Stadiumsfestlegung) gestellt hast und seit Jahren siehst, dass du diese Erkrankung lebst und unter ihr leidest.
Du fragst im Eingangspost nach dem richtigen Maß "für sich selbst" - wie sollen dir das völlig Fremde beantworten können? Und wenn du hier 50 Antworten kriegst, welche ist dann die richtige für _dich_? 
Du nennst das Thema verstrickt, aber gleichzeitig lässt du zwischen den Zeilen verlauten, dass man mit ein bisschen angeeignetem Wissen und Selbstreflektion eigentlich auch das selbst gut in den Griff kriegen kann, was ein Therapeut für bzw. mit einen macht. 

Wenns mir halt seit Jahren, wie du schreibst, so dreckig gehen würde und ich nicht aus meinem Trott rauskommen würde, dann würde ich mir eventuell mal die Frage stellen, ob ich da als Individuum nicht doch an mir selbst und meiner Erkrankung scheitere. Ansonsten wärst du ja schon längst wieder rausgekommen aus deiner Spirale, wenn man das alleine hinkriegt. 
 

bearbeitet von MissXYZ
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vor 11 Stunden, MissXYZ schrieb:

Ich frage mich nur, wenn du doch so für autonome und eigenständige Entwicklung eines Individuums bist, auf Selbstheilung und auf Selbstreflektion eingeschossen bist - wieso hilfst du dir dann nicht selbst? Anscheinend ist das Wissen bei dir ja in soweit vorhanden, dass du dir eine Diagnose (sogar mit Stadiumsfestlegung) gestellt hast und seit Jahren siehst, dass du diese Erkrankung lebst und unter ihr leidest.
Du fragst im Eingangspost nach dem richtigen Maß "für sich selbst" - wie sollen dir das völlig Fremde beantworten können? Und wenn du hier 50 Antworten kriegst, welche ist dann die richtige für _dich_? 
 

Mensch...zeige mir auf, wo ich hier bitte nach einer konkreten Zahl bzw. Maßeinheit gefragt habe.
Meine Frage war vielmehr WIE man lernt besser auf seine eigenen Signale zu hören, was die Hintergründe sind wieso ein Mensch auf diese nicht hört und wie man seine persönlichen Grenzen finden und setzen kann.

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vor einer Stunde, Selfman schrieb:

Mensch...zeige mir auf, wo ich hier bitte nach einer konkreten Zahl bzw. Maßeinheit gefragt habe.
Meine Frage war vielmehr WIE man lernt besser auf seine eigenen Signale zu hören, was die Hintergründe sind wieso ein Mensch auf diese nicht hört und wie man seine persönlichen Grenzen finden und setzen kann.

Ich habe all das durch ambulante und stationäre Therapie besser auf die Reihe bekommen. Eine Zeit, die ich nie mehr missen möchte.
Da sowas für dich jedoch nicht der richtige Weg zu sein scheint:
Sorry, keine Ahnung, wie man das selbst geregelt bekommt.

Ich wünsche dir alles Gute!

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Manchmal sind ja auch die einfachsten Dinge die schwersten.
Ich möchte Sie dennoch kurz runterschreiben, damit sie halt mal dastehen:

Mi geht es auch oft so, dass ich ziemlich müde und gestresst bin. Ich höre dann aber mittlerweile genau auf meinen Körper und wenn der einfach mal zwölf Stunden Schlaf möchte, dann bekommt er die von Freitag auf Samstag auch. 
Wenn ich mich sehr gestresst fühle und die berühmten Hummeln im Hintern hab, dann geh ich ins Fitnessstudio und danach ist das meist komplett weg.
Wenn ich mich bei irgendwas unsicher fühle, verlange ich ne Umarmung von meiner Freundin und nen Kräutertee. 

Wann fühlst du die Überforderung?
Sprich: bist du im Berufsleben oder im Studium/Ausbildung?

Wahrscheinlich kommt es auch im Alter, dass man fähiger ist, auf die Signale des Körpers zu hören. Meist sagt der dir schon ganz genau, was er braucht und was ihm gut tun würde.
Die Kunst ist es, ihm dann auch zu geben.

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vor 11 Stunden, Helmut schrieb:

Du stellst eine Frage zu einem persönlichem Problem das dir hier keiner aus der Ferne lösen kann, du kriegst die korrekte Antwort dir persönliche Hilfe zu suchen, und deine Reaktion ist eine Selbstüberhöhung gegenüber jenen Leuten die ihre Zeit investiert haben dir zu helfen

Naja, genau der springende Punkt. Der Rat mit dem Therapeuten ist weniger eine Hilfe, vielmehr ein Verweis an eine andere Person.

Den Aspekt kann man gerne mit dazu erwähnen. Aber ein persönlicher Erfahrungsaustausch ist vielmehr das, was ich suche. Der letzte Beitrag hier (von @Undisputed, geht da mehr in die Richtung). Selbsthilfegruppen beispielsweise verfolgen dahingehend einen ähnlichen Zweck.

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Am 12.7.2020 um 15:05 , Selfman schrieb:

Das Phänomen Burnout als Endstadium davon.

Im Endstadium ist wohl kein Mensch mehr in der Lage hier einen Thread zu erstellen.

 

Am 12.7.2020 um 15:05 , Selfman schrieb:

Wie kommt es, dass ich nie ganz genau weiß wo meine Grenzen liegen?
Oder dass ich nur schwer meine eigenen Signale erkennen und deuten kann?

Die Fragen sind untrennbar miteinander verknüpft. 

 

Am 12.7.2020 um 15:05 , Selfman schrieb:

Ich glaube auch, dass ich diese überhöre und mir dann selbst sage "Nein, du kannst schon mehr, das schaffst du schon".

Stichwort. Sozialisation. "Ich muss zuerst die Bedürfnisse aller anderen Stillen, bevor ich mich um meine kümmern darf."

Am 12.7.2020 um 15:05 , Selfman schrieb:

Es ist irgendwie ein schmaler Grat zwischen Performance und Stress.

Das ist Deine Wahrheit. Für manche geht das eine ohne das andere nicht und manche brauchen Stress um überhaupt was leisten zu können.  

Am 12.7.2020 um 15:05 , Selfman schrieb:

Ich fühle mich oft "schlecht", wenn ich zu viel chille.

....zuviel ist selten gut. Wo ist das Problem?

Am 12.7.2020 um 15:05 , Selfman schrieb:

Wie kann man das richtige Maß für sich erkennen und festlegen?

Ohne Grenzen im Innen und Außen findest du kein richtiges Maß, denn Maß setzt ja Grenzen voraus. 

Am 12.7.2020 um 15:05 , Selfman schrieb:

Wie geht man so einem verstrickten Thema um?

Schwierig es selbst zu suchen und zu finden. Frag Dich was Dich so richtig rockt/stresst und dann beseitige es erstmal.....Wo findest du Kraft und Glück? Tue genau das!

 

 

bearbeitet von ElCurzo
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