Berufliche Neuorientierung Maschinebau-Ing. - Bitte um Rat

32 Beiträge in diesem Thema

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Hallo zusammen!

Vor kurzer Zeit habe ich betriebsbedingt (massiver Stellenabbau; Sozialauswahl) meinen Job verloren und stelle mir seitdem sehr grundlegende Fragen darüber, wie es beruflich weitergehen soll. Ich bedanke mich im voraus für jeden der sich hier die Zeit nimmt und vielleicht einen Rat hat! Kurz ein paar Eckdaten zu mir:

Alter: 28

Studium: M.Sc. Maschinenbau; Note 1,4

Bisheriger Job: 3 Jahre Projektingenieur im Sondermaschinenbau (Leider besonders spezialisierte Technologie und nicht mehr auf den nächsten Job übertragbar)

Gehalt: ca. 70k (hier werde ich Abstriche machen müssen, das ist mir klar)

Region: Aachen/Köln/Bonn (Ich möchte aus privaten Gründen die nächste Zeit tatsächlich auch in dieser Region bleiben)

 

Wie zuvor angedeutet habe ich direkt nach meinem Studium als Projektingenieur angefangen. Dabei war ich sehr viel unterwegs, oft wochenlang bei Lieferanten und Kunden. Ein paar Projekte waren dabei mit chinesischen Kunden, wobei ich allerdings nur einmal in China zur vorbereitenden Endabnahme war. Da ich direkt von der FH kam wurde ich glücklicherweise dort gut aufgebaut, dennoch hatte ich oft das Gefühl, nicht wirklich irgendetwas zu können, was ich woanders anwenden könnte. Im Grunde bestand mein Job aus 50% technischer Projektabwicklung und 50% Applikationswissen in einem hochspezialisierten physikalischen Bereich, den ich mit Sicherheit (zumindest in meiner Region) nicht mehr brauchen werde. Nun schaue ich nach Stellenanzeigen und frage mich tatsächlich. Was biete ich eigentlich?

Möglichkeit 1: Wieder auf Projektgeschäft-Stellen bewerben

Ich bin mir nicht sicher, ob ich wieder in Richtung Projektleitung gehen möchte. Die ganze Reiserei hat mich zuletzt immer mehr gestört. Im Sportverein anmelden etc. war einfach nicht mehr drin, da man ja eh wieder zu oft weg ist. Sehr oft habe ich mir das Leben von Freunden gewünscht, die zwar weniger verdienten, aber insgesamt glücklicher waren, weil sie einfach viel mehr ihr Privatleben leben konnten. Allerdings ist die hohe Reisetätigkeit vielleicht auch nicht bei allen Projektingenieurstellen so hoch (?). Zudem hat mich der Kundenkontakt auch oft sehr, sehr gestresst und da bin ich mir einfach nicht sicher, ob sich das mit der Erfahrung soweit legt, dass es mit den Jahren von Angst in die Richtung Spaß geht. Dass es immer auch etwas stressig bleiben wird ist natürlich klar. Ich hatte bei meinem jetzigen AG oft das Gefühl aufgefangen zu werden. Es waren ja auch sehr erfahrene Projektleiter dabei, die schwierige Situationen übernehmen konnten – In diesem Zusammenhang bin ich mir nicht sicher, was mich erwartet, wenn ich nun in eine andere Firma komme.

Möglichkeit 2: Versuchen Richtung Softwareentwicklung/Digitalisierung zu kommen

Wenn ich aktuell nach Stellen schaue, finde ich kaum klassische Maschinenbau-Tätigkeiten (Zumindest meine Region). Umso mehr Stellen gibt es anscheinend für den Bereich Softwareentwicklung – auch bei Maschinebaufirmen oder Forschungsinstitute.

Nebenbei habe ich oft ein paar Tools programmiert, zuletzt sogar ein ziemlich aufwendiges 3D Simulationstool. Außerdem interessiere ich mich sehr für das Thema Maschinenlernen / Deep Learning / Data Science. In letzterem habe ich bis jetzt aber nur Grundlagen aus ein paar Udemy Kursen gelernt, daher weiß ich nicht wie sowas in der Industrie abläuft.

Selbst wenn ich mich für diese Richtung entscheiden würde, habe ich sicherlich nicht die besten Karten bei Bewerbungen ohne Informatikstudium. Würde daher ab sofort anfangen Python-Kenntnisse zu vertiefen und z.B. an freien Projekten auf Github mitzuarbeiten. Aber am Ende befürchte ich, dass ich aus Sicht der Arbeitgeber nicht ausreichend qualifiziert bin und da ist ja auch was Wahres dran..

Wie seht ihr das? Kann ein technischer Hintergrund bei solchen Stellen wertvoll sein oder ist diese Möglichkeit eher unrealistisch? Wäre diese Variante vielleicht sogar jetzt die Gelegenheit aus dem (immer weiter schrumpfenden klassischen Maschbau in meiner Region) rauszukommen und in diesen Zukunftstrend reinzugehen? 

Möglichkeit 3: … Hier würde ich mich sehr über weitere Anregungen freuen

Nochmals vielen Dank für die Zeit und ich freue mich über eure Ratschläge.

Grüße!

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vor 9 Minuten, who.kehrs schrieb:

Wenn ich aktuell nach Stellen schaue, finde ich kaum klassische Maschinenbau-Tätigkeiten (Zumindest meine Region). Umso mehr Stellen gibt es anscheinend für den Bereich Softwareentwicklung – auch bei Maschinebaufirmen oder Forschungsinstitute.

Mach dir da keine Illusion - es ist grade eine ganz beschissene Zeit für ne Jobsuche. Selbst im IT Bereich gibt es grade signifikant weniger Auswahl. Deine Einschränkung auf Aachen/Bonn/Köln macht’s da nicht einfacher. Dazu ist grade Urlaubszeit.

Bewirb dich weiter für Maschinenbaustellen und frag parallel mal beim Amt ob die dir nicht irgendeine passende Informatik-Zertifizierung bezahlen können. Gibt auch in der IT häufig noch die Position des technischen Projektleiters, wo es im Endeffekt zu 80% um Projektmanagment-Skills und zu 20% um ein grundlegendes technisches Verständnis (ohne selber Entwickeln zu müssen) geht. Das könnte bei deiner bisherigen Erfahrung ganz gut passen, wenn du dir selber das technische Wissen aneignest. Als Entwickler (falls du das willst) kommt da aktuell nur eine Junior Stelle in Betracht mit deutlichen Gehaltsabzügen. 

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Ich kann nur vom Digital Bereich sprechen. Für Dinge wie Deep Learning, Data Engineering etc. könnte es ein wenig knapp werden. Das Wissen, was man dazu braucht ist nicht ohne und eine Garantie auf Erfolg gibt es nicht. Ich bin diesen Weg eingeschlagen als Fachfremder (habe BWL studiert) und mir das eine oder andere blaue Auge geholt. Wenn du aber grundsätzlich schon Software Entwickeln kannst, ist es sicherlich einfacher. Was ich damit sagen möchte: Wenn du wirklich Bock drauf hast, go for it. Aber m.M.n ist Aufwand / Nutzen nicht unbedingt ideal.

Schaue ich mir hingegen unsere PMs, die sogar noch etwas nicer verdienen, so würde ich im Nachgang eher zu Projektmanager / Product Owner tendieren. Du könntest sicherlich vieles aus deinem Job mitnehmen und gefühlt ist der Job auch "einfacher" (no front ;)). Die PMs fragen uns wie der Stand ist, wir teilen es denen mit inkl. Erwartungshorizont und die tragen es an den Kunden weiter, tracken Zeit und Budget und koordinieren alles. Kein Rocket Science. Bei mir hingegen gab es nicht wenige Tage, da kam ich nach Hause und musste fast kotzen, weil sich aufgrund der Komplexität alles nur noch im Kopf gedreht hat. 

Aufgrund ihrer Face Rolle beim Kunden und der Deutschen ihre Liebe zu ihren Managers, wird es auch ganz gut vergütet. Somit würde ich eher dazu tendieren, dir irgendwelche SCRUM Zertifikate vom Amt zu bezahlen wenn es so etwas gibt und eher diese Richtung einzuschlagen. Gutes Gehalt, gute Arbeitszeiten und im Vergleich keine Migräne Arbeit.

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Wenn du in Richtung Programmieren gehen möchtest, was hälst du von der SPS?
Da wäre sicherlich aber auch mit einem Reiseanteil von mindestens 30% zu rechnen bei den meisten Stellen, wobei auch immer mehr remote gemacht wird.
Als SPS-Programmierer wird man sicherlich nicht reich aber auch niemals arbeitslos 🙂
Um dich dafür zu qualifizieren gibt es viele verschiedene Anbieter wie etwa WBS Training etc.

Ansonsten würd ich weiter auf Projektleiter-Stellen gehen, längst nicht jeder PL hat ein so hohes Reiseaufkommen wie du zuletzt. Mit den drei Jahren Berufserfahrung kannst du übrigens auch locker weiter mit 65k rechnen; je nach Unternehmen ein paar Tausend hoch oder runter.

Aber mach dir zur Zeit keinen Stress; wie ein Vorredner schon sagte, aktuell ist auch Urlaubszeit und da dauert einfach alles ein bisschen länger als sonst. An einem Einstellungsprozess sind immer eine ganze Menge Leute involviert und einer ist im August immer im Urlaub 🙂

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vor 13 Stunden, who.kehrs schrieb:

Gehalt: ca. 70k (hier werde ich Abstriche machen müssen, das ist mir klar)

Das ist tatsächlich wirklich ein Top-Gehalt. Ein Master im Bereich im Maschinenbau mit 3 Jahren Berufserfahrung hätte ich auf eher ca. 55k bis 60k im Jahr geschätzt

vor 13 Stunden, who.kehrs schrieb:

Möglichkeit 3: … Hier würde ich mich sehr über weitere Anregungen freuen

Wir haben in Deutschland seit ca. 5-10 Jahren wirklich eine stabile und stetig wachsende StartUP-Szene, die absolut spannend und reizvoll ist. Daher würde ich dir raten - die ein junges und kleines StartUP zu suchen.
Dort hast du dann super Aufstiegsmöglichkeiten, viel Verantwortung und hast ein junges Team, dass für ihren Job brennt.  Alternativ - selber ein Unternehmen aufbauen und etablieren.

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Am 9.8.2020 um 20:25 , ToTheTop schrieb:

Mach dir da keine Illusion - es ist grade eine ganz beschissene Zeit für ne Jobsuche. Selbst im IT Bereich gibt es grade signifikant weniger Auswahl. Deine Einschränkung auf Aachen/Bonn/Köln macht’s da nicht einfacher. Dazu ist grade Urlaubszeit.

Bewirb dich weiter für Maschinenbaustellen und frag parallel mal beim Amt ob die dir nicht irgendeine passende Informatik-Zertifizierung bezahlen können. Gibt auch in der IT häufig noch die Position des technischen Projektleiters, wo es im Endeffekt zu 80% um Projektmanagment-Skills und zu 20% um ein grundlegendes technisches Verständnis (ohne selber Entwickeln zu müssen) geht. Das könnte bei deiner bisherigen Erfahrung ganz gut passen, wenn du dir selber das technische Wissen aneignest. Als Entwickler (falls du das willst) kommt da aktuell nur eine Junior Stelle in Betracht mit deutlichen Gehaltsabzügen. 

Ich sehe es auch so wie du. Ich befürchte, dass ich mit meinem Maschinenbau-Studium in meiner Region anscheinend nicht so gut aufgestellt bin. Zum Zeitpunkt meines Studiums war mir klar, dass ich offen dafür sein muss umzuziehen und das wollte ich auch. Vielleicht mache ich das in 5 Jahren auch nochmal, aber nach einem Schweren Schicksalsschlag in meiner Familie möchte ich die nächste Zeit wirklich lieber beim engsten Freundeskreis bleiben. 

Zudem weigere ich mich irgendwie noch zu glauben, dass ich mir mit meinen 28 Jahren schon alles verbaut habe, daher hatte ich noch die Hoffnung in eine IT Position zu kommen, für die ich kein Informatikstudium brauche und mein technischer Hintergrund wertvoll sein könnte. Hälst du es für realistisch in eine IT-Projektmanagement Stelle zu kommen, ohne jemals so richtig professionell selbst programmiert zu haben?

 

Am 10.8.2020 um 08:11 , TriiaZ schrieb:

Ich kann nur vom Digital Bereich sprechen. Für Dinge wie Deep Learning, Data Engineering etc. könnte es ein wenig knapp werden. Das Wissen, was man dazu braucht ist nicht ohne und eine Garantie auf Erfolg gibt es nicht. Ich bin diesen Weg eingeschlagen als Fachfremder (habe BWL studiert) und mir das eine oder andere blaue Auge geholt. Wenn du aber grundsätzlich schon Software Entwickeln kannst, ist es sicherlich einfacher. Was ich damit sagen möchte: Wenn du wirklich Bock drauf hast, go for it. Aber m.M.n ist Aufwand / Nutzen nicht unbedingt ideal.

Schaue ich mir hingegen unsere PMs, die sogar noch etwas nicer verdienen, so würde ich im Nachgang eher zu Projektmanager / Product Owner tendieren. Du könntest sicherlich vieles aus deinem Job mitnehmen und gefühlt ist der Job auch "einfacher" (no front ;)). Die PMs fragen uns wie der Stand ist, wir teilen es denen mit inkl. Erwartungshorizont und die tragen es an den Kunden weiter, tracken Zeit und Budget und koordinieren alles. Kein Rocket Science. Bei mir hingegen gab es nicht wenige Tage, da kam ich nach Hause und musste fast kotzen, weil sich aufgrund der Komplexität alles nur noch im Kopf gedreht hat. 

Aufgrund ihrer Face Rolle beim Kunden und der Deutschen ihre Liebe zu ihren Managers, wird es auch ganz gut vergütet. Somit würde ich eher dazu tendieren, dir irgendwelche SCRUM Zertifikate vom Amt zu bezahlen wenn es so etwas gibt und eher diese Richtung einzuschlagen. Gutes Gehalt, gute Arbeitszeiten und im Vergleich keine Migräne Arbeit.

Könntest du mir vielleicht erzählen wie genau du den Einstieg geschafft hast? Ich schätze in der Stellenbeschreibung wurde zunächst ein vorangegangenes Info-Studium vorausgesetzt? Anscheinend konntest du dennoch überzeugen. Hast du schonmal daran gedacht aus deiner jetzigen Position in dein Projektmanagement zu wechseln?

 

Am 10.8.2020 um 09:42 , Undisputed schrieb:

Wenn du in Richtung Programmieren gehen möchtest, was hälst du von der SPS?
Da wäre sicherlich aber auch mit einem Reiseanteil von mindestens 30% zu rechnen bei den meisten Stellen, wobei auch immer mehr remote gemacht wird.
Als SPS-Programmierer wird man sicherlich nicht reich aber auch niemals arbeitslos 🙂
Um dich dafür zu qualifizieren gibt es viele verschiedene Anbieter wie etwa WBS Training etc.

Ansonsten würd ich weiter auf Projektleiter-Stellen gehen, längst nicht jeder PL hat ein so hohes Reiseaufkommen wie du zuletzt. Mit den drei Jahren Berufserfahrung kannst du übrigens auch locker weiter mit 65k rechnen; je nach Unternehmen ein paar Tausend hoch oder runter.

Aber mach dir zur Zeit keinen Stress; wie ein Vorredner schon sagte, aktuell ist auch Urlaubszeit und da dauert einfach alles ein bisschen länger als sonst. An einem Einstellungsprozess sind immer eine ganze Menge Leute involviert und einer ist im August immer im Urlaub 🙂

Dass mit SPS habe ich mir auch schonmal gedacht und das ist natürlich ein sehr guter Hinweis! Ich befürchte aber dass der Reiseanteil auch wieder oberhalb 20-30% liegt. Ich habe das aber auf dem Schirm und würde mich auch darauf bewerben.

Aufgrund meiner Rolle als Junior Teilprojektleiter (Technik) hatte ich nicht viel mit Budgetplanung / Vertragsrecht / Shipping /.. zutun gehabt. Ich denke aber dass genau das auch noch dazukommen wird wenn ich eine Stelle in einem anderen Unternehmen annehmen werde. Da ist einfach ein riesen Unsicherheit, ob ich dem genügen kann. Ich stelle mir oft die Frage "Wachse ich da rein, bevor ich darin scheitere". Andererseits habe ich auch viele Projektmanager gesehen, die bestimmt keine besonderen Leuchten sind und trotzdem gut klarkamen..

Sollte ich bei Bewerbungen vielleicht klar sagen, dass ich weiterhin Mentoring brauche?

Danke allen für Eure Hilfe!!

Grüße

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vor 36 Minuten, who.kehrs schrieb:

Hälst du es für realistisch in eine IT-Projektmanagement Stelle zu kommen, ohne jemals so richtig professionell selbst programmiert zu haben?

Ja. Solange Projektmanagement- und Social Skills passen. Wie gesagt, du brauchst ein grundlegendes Wissen davon, wie Softwareentwicklung funktioniert und bestenfalls(!) noch etwas Plan vom jeweiligen Thema (Web/BI/Service/ecommerce/etc). Letzteres ist oftmals nicht notwendig wenn du bereit bist, dich schnell einzuarbeiten. Aber im PM haste halt ne viel höhere Flughöhe als der Entwickler- und musst daher auch nur grob wissen was wie funktioniert.

Am 10.8.2020 um 08:11 , TriiaZ schrieb:

Die PMs fragen uns wie der Stand ist, wir teilen es denen mit inkl. Erwartungshorizont und die tragen es an den Kunden weiter, tracken Zeit und Budget und koordinieren alles. Kein Rocket Science. Bei mir hingegen gab es nicht wenige Tage, da kam ich nach Hause und musste fast kotzen, weil sich aufgrund der Komplexität alles nur noch im Kopf gedreht hat.

Bei mir dreht sich wegen anderen Dingen der Kopf. Wenn du Glück hast, gibts einen Stakeholder. Wenn du Pech hast 10. Mit unterschiedlichen Interessen. Dann biste Moderator und Mediator. Wenn das Projekt Management-Attention hat werden plötzlich Banalitäten eskaliert weil der eine Stakeholder deinen Abteilungsleiter nicht ab kann. Firmenpolitik. Machtkämpfe. Dann biste manchmal auf Lieferanten angewiesen. Und du bist der Arsch wenn die die Deadline reißen. Isso.

Ist einfach ne andere Art der Belastung. Bei manchen Kunden ist’s super easy, manchmal ein Krampf.

Auf der anderen Seite fällts quasi nicht auf wenn ich mal ne Woche Däumchen drehen würde und nächste Woche wieder zwei Gänge hoch schalte. Das kannste als Entwickler in nem Team natürlich nicht.

 

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vor 34 Minuten, ToTheTop schrieb:

Ja. Solange Projektmanagement- und Social Skills passen. Wie gesagt, du brauchst ein grundlegendes Wissen davon, wie Softwareentwicklung funktioniert und bestenfalls(!) noch etwas Plan vom jeweiligen Thema (Web/BI/Service/ecommerce/etc). Letzteres ist oftmals nicht notwendig wenn du bereit bist, dich schnell einzuarbeiten. Aber im PM haste halt ne viel höhere Flughöhe als der Entwickler- und musst daher auch nur grob wissen was wie funktioniert.

Bei mir dreht sich wegen anderen Dingen der Kopf. Wenn du Glück hast, gibts einen Stakeholder. Wenn du Pech hast 10. Mit unterschiedlichen Interessen. Dann biste Moderator und Mediator. Wenn das Projekt Management-Attention hat werden plötzlich Banalitäten eskaliert weil der eine Stakeholder deinen Abteilungsleiter nicht ab kann. Firmenpolitik. Machtkämpfe. Dann biste manchmal auf Lieferanten angewiesen. Und du bist der Arsch wenn die die Deadline reißen. Isso.

Ist einfach ne andere Art der Belastung. Bei manchen Kunden ist’s super easy, manchmal ein Krampf.

Auf der anderen Seite fällts quasi nicht auf wenn ich mal ne Woche Däumchen drehen würde und nächste Woche wieder zwei Gänge hoch schalte. Das kannste als Entwickler in nem Team natürlich nicht.

 

Wie wurdest du eigentlich Projektmanager? Direkt nach dem Studium oder hast du erst als Projektmitglied gearbeitet? Wie war deine Lernkurve - war der Einstieg zunächst sehr fordernd?

Und hast du vielleicht Empfehlungen für Zertifikate im Bereich Projektmanagement? SCRUM ist glaube ich eher im Bereich IT präsent. Wenn ich erstmal davon ausgehe in meinem Bereich zu bleiben sind die konventionellen (?) Methoden glaube ich noch etablierter und da habe ich bis jetzt oft Prince2 und PMP gesehen wobei ich für letzteres atm wohl nicht genug qualifiziert bin und die Maßnahme auch etwas lang dauert. Dann habe ich noch einen IHK Projektmanager Kurs gesehen, der mir vom Inhalt & Kosten her sehr zusagt, aber anscheined wertlos sein soll und belächelt wird, wenn man im Internet recherchiert.

Außerdem habe ich in den letzten Jahren im Job gemerkt, dass ich mir ziemlich oft Gedanken darüber mache nicht anzuecken und dass ich irgendwie nicht schnell Entscheidungen treffen kann. Das sind natürlich keine guten Eigenschaften für diesen Job. Dennoch habe ich auch gemerkt dass sich diese Punkte mit der Zeit tendenziell verbesserten und viel vom technischen Know How abhängig waren. Gibt es empfehlenswerte Seminare, die mir helfen könnten in genau diesen Soft Skills schneller zu wachsen? Ich habe mir schon Bücher zu diesem Thema angeschaut aber häufig habe ich den Eindruck, dass ich daraus nicht viel konkretes mitnehmen kann.

Nochmals danke für die Hilfe. Mir bringen diese Einblicke gerade viel.

bearbeitet von who.kehrs

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Hab da schon öfters was zu geschrieben. Kannst mal die Suche nutzen. Zum Thema Freelancer oder Product Owner findest garantiert was.

ansonsten dieser Beitrag und Folgende:

 

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Am 11.8.2020 um 18:59 , ToTheTop schrieb:

Ja. Solange Projektmanagement- und Social Skills passen. Wie gesagt, du brauchst ein grundlegendes Wissen davon, wie Softwareentwicklung funktioniert und bestenfalls(!) noch etwas Plan vom jeweiligen Thema (Web/BI/Service/ecommerce/etc). Letzteres ist oftmals nicht notwendig wenn du bereit bist, dich schnell einzuarbeiten. Aber im PM haste halt ne viel höhere Flughöhe als der Entwickler- und musst daher auch nur grob wissen was wie funktioniert.

Bei mir dreht sich wegen anderen Dingen der Kopf. Wenn du Glück hast, gibts einen Stakeholder. Wenn du Pech hast 10. Mit unterschiedlichen Interessen. Dann biste Moderator und Mediator. Wenn das Projekt Management-Attention hat werden plötzlich Banalitäten eskaliert weil der eine Stakeholder deinen Abteilungsleiter nicht ab kann. Firmenpolitik. Machtkämpfe. Dann biste manchmal auf Lieferanten angewiesen. Und du bist der Arsch wenn die die Deadline reißen. Isso.

Ist einfach ne andere Art der Belastung. Bei manchen Kunden ist’s super easy, manchmal ein Krampf.

Auf der anderen Seite fällts quasi nicht auf wenn ich mal ne Woche Däumchen drehen würde und nächste Woche wieder zwei Gänge hoch schalte. Das kannste als Entwickler in nem Team natürlich nicht.

 

Zum Thema Flughöge: Im Worst Case coacht dich einer der Entwickler kurz auf die Sache, dauert keine 20 Minuten und ist auch kein Rocket Science. Unsere PMs können Begriffe einordnen - das war's.

Eigentlich bist du nicht der Arsch, wenn die Deadlines reißen - du bist nur der Arsch, der es kommunizieren muss. Was kann der PM, wenn sich aufgrund von technischen Schwierigkeiten Sachen verschieben ? Richtig, nichts. Der PM ist eher der, der den Entwicklern den Rücken frei hält. Aber ganz ehrlich - ich habe nun einige Unternehmen gesehen und selbst bei gerissenen Deadlines, war alles halb so wild wenn man es erklären konnte. Die Zeiten der Brüll-Choleriker Affen ist glaube ich vorbei - vor allem weil jeder weiß, wie anspruchsvoll heute technische Entwicklungen sind.

Und ich glaube, bei uns Entwicklern fällt es noch weniger auf wenn wir etwas Däumchen drehen - kann ja schließlich keiner unsere Arbeit überprüfen. Wenn ich mich mit meinem Projektbuddy / Projektbuddies abspreche, dann können wir auch gemeinsam eine ruhige Kugel schieben.

Das einzige richtig krass stressige im IT Bereich ist das reinkommen in die Thematik - das ist oft zäh und hat mir die ersten beiden Jahre alles abverlangt inkl. vieler Wochenenden. Danach ist aber richtig entspannt für richtig gutes Geld.

bearbeitet von TriiaZ

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vor 7 Stunden, TriiaZ schrieb:

Die Zeiten der Brüll-Choleriker Affen ist glaube ich vorbei - vor allem weil jeder weiß, wie anspruchsvoll heute technische Entwicklungen sind.

Komisch, hier und bei vielen Unternehmen ganz anders. Bis auf Handgreiflichkeiten alles dabei. Aber sehr erfolgreiches Unternehmen. Fünfstelliger Bonus für das Jahr 2019. Es wird ganz genau getrackt wer wie viel Stunden für was braucht und Arbeit muss mit den Vorgesetzten abgestimmt sein. Man kriegt auch mal zu hören: “sie machen das nicht” oder “das hat sie nicht zu interessieren, sie machen was anderes”

Auch die Aussage “alles halb so wild”. Es gibt immer jemand der die Verantwortung zu tragen hat, das ist der Chef. Und er lässt die Mitarbeiter seinen Ärger auch spüren. 

@who.kehrs: ich war letztes Jahr am selben Punkt wie du. Maschinenbau Ing. und 4 Jahre Projektleiter im Großkonzern. Das war ruhige Kugel schieben. Kündigung mit Abfindung ist und bleibt eine Kündigung. Wollte - auch mit dem Blick auf zukünftige Selbstständigkeit - noch mehr an der Front sein um fachliche Skills zu lernen und wirklich die Produkte selbst entwickeln - nicht nur schlau daher reden. Jetzt 2/3 Konstruktion und 1/3 Softwareentwicklung. Software hab ich zuvor gemacht, konstruiert nicht. War schwierig, vor allem mit Siemens NX. Aber ich bereue es nicht. 
Merk dir aber für die Entwicklung: Fehler sind schwarz auf weiß. Hast du was beschissen konstruiert oder den Code bearbeitet, dann sind deine Finger drin. Funktioniert es nicht wie es der Kunde will (er bezahlt dafür) fällt es auf dich zurück, da gibt’s auch kein rausreden wie es in anderen Bereichen/Branchen Vll gäbe. 

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vor 1 Stunde, cooperx schrieb:

Komisch, hier und bei vielen Unternehmen ganz anders. Bis auf Handgreiflichkeiten alles dabei. Aber sehr erfolgreiches Unternehmen. Fünfstelliger Bonus für das Jahr 2019. Es wird ganz genau getrackt wer wie viel Stunden für was braucht und Arbeit muss mit den Vorgesetzten abgestimmt sein. Man kriegt auch mal zu hören: “sie machen das nicht” oder “das hat sie nicht zu interessieren, sie machen was anderes”

Auch die Aussage “alles halb so wild”. Es gibt immer jemand der die Verantwortung zu tragen hat, das ist der Chef. Und er lässt die Mitarbeiter seinen Ärger auch spüren. 

@who.kehrs: ich war letztes Jahr am selben Punkt wie du. Maschinenbau Ing. und 4 Jahre Projektleiter im Großkonzern. Das war ruhige Kugel schieben. Kündigung mit Abfindung ist und bleibt eine Kündigung. Wollte - auch mit dem Blick auf zukünftige Selbstständigkeit - noch mehr an der Front sein um fachliche Skills zu lernen und wirklich die Produkte selbst entwickeln - nicht nur schlau daher reden. Jetzt 2/3 Konstruktion und 1/3 Softwareentwicklung. Software hab ich zuvor gemacht, konstruiert nicht. War schwierig, vor allem mit Siemens NX. Aber ich bereue es nicht. 
Merk dir aber für die Entwicklung: Fehler sind schwarz auf weiß. Hast du was beschissen konstruiert oder den Code bearbeitet, dann sind deine Finger drin. Funktioniert es nicht wie es der Kunde will (er bezahlt dafür) fällt es auf dich zurück, da gibt’s auch kein rausreden wie es in anderen Bereichen/Branchen Vll gäbe. 

Echt ? Krass. Die Großkonzerne wo ich war, war ich glaube ich noch der engagierteste. Kann aber auch so'n IT Ding sein, dass sich alle immer lieb haben.

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Hier mal ein Update.

Habe nun eine Zusage für eine Stelle im höheren Dienst (E13) in einem großen Forschungsinstitut. Gehalt ist deutlich niedriger als zuvor in meiner Stelle als Projektleiter. Dafür aber bis zu 40% Home Office möglich und ohne Kernarbeitszeit. Reisetätigkeit deutlich unter 10%. Ich war in meinem letzten Job teilweise so sehr gestresst, dass ich mittlerweile solche "Work-Life-Balance" Zusagen besonders attraktiv finde.

Dennoch habe ich dabei ein mulmiges Gefühl, weil man so viel negatives über den öD liest. Ist es tatsächlich so, dass man bereits nach kurzer Zeit dort völlig uninteressant für die freie Wirtschaft wird? Beziehen sich solche Aussagen nicht vielleicht eher auf Ämter und Behörden? In dem neuen Job wäre ich sehr nah an der Wirtschaft und hätte viel Kontakt mit verschiedenen Firmen (Pro Netzwerkaufbau??)

Da ich aktuell auch keine ansprechenden Stellen in der freien Wirtschaft in meiner Umgebung finde (eher Dienstleister und sehr kleine Firmen, die letztlich auch nicht mehr zahlen würden), nehme ich das Angebot an und freue mich einerseits auch darauf. Nur der oben genannte Punkt macht mir etwas Sorgen, falls ich in 3 Jahren doch merke, dass ich gern nochmal in die freie Wirtschaft will..

Wie würdet ihr das sehen?

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Forschungsinstitut hört sich doch schon mal gut an. Dort kannst du Kontakte zur freien Wirtschaft knüpfen und bist dann mit einem Bein schon drin.

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Du cares‘d too much - um mal beim Usernamen zu bleiben. ;-) lass mich raten, die Aussage „man wäre vom Öd nach x Jahren für die freie Wirtschaft uninteressant“ kommt von Leuten ü40, die das in der Vergangenheit erlebt haben und noch nach alter Denke leben. Die sind alt im Denken! Durch Corona hat sich so vieles verändert, durcheinander gebracht oder wurde in Frage gestellt, dass man - um überhaupt Trends erkennen zu können- flexibel im Denken sein muss. Das sind viele Leute ü40 (oder teils schon ü35) nicht und sie aktuell unter dieser fehlenden Planbarkeit hart leiden: „Aber es war doch immer“ oder „ich bin doch x Jahre in der Firma, wieso schätzt man das nicht?“

Eine Grundregel gilt: Entscheidend ist, was dem Markt (Arbeitgeber, Kunde) gefällt! Und was ihm in ein paar Jahren gefällt, kannst du heute nicht vollständig wissen, aber du kannst dich fragen „ist das, was ich da mache, für den aktuellen - oder einen zukünftigen - Arbeitgeber von Mehrwert, dass er mich dafür ordentlich entlohnt und ich für ihn wertvoll bin ?“ Wenn du die Frage für dich transparent beantworten kannst, brauchst du dir über die zuletzt von dir gestellte Fragen keine Sorgen machen.

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vor 15 Stunden, who.kehrs schrieb:

Dennoch habe ich dabei ein mulmiges Gefühl, weil man so viel negatives über den öD liest. Ist es tatsächlich so, dass man bereits nach kurzer Zeit dort völlig uninteressant für die freie Wirtschaft wird? Beziehen sich solche Aussagen nicht vielleicht eher auf Ämter und Behörden? In dem neuen Job wäre ich sehr nah an der Wirtschaft und hätte viel Kontakt mit verschiedenen Firmen (Pro Netzwerkaufbau??)

 

Du musst solche Entscheidungen für Dich treffen, anonyme Jemande in Internet Foren können Dir doch das Leben nicht abnehmen.

Das Schmankerl schlechthin ist, wenn man unbefristet angestellt ist im öD, hat man die Angst vor Langzeitarbeitslosigkeit nicht mehr . Wenn Du sagst, "Freie Wirtschaft ist meins", kann es sein, dass Du irgendwann > 100k € / Jahr verdienst, oder eben Hartz 4 Empfänger wirst. Gibt ja auch für MINT Akademiker keine Garantien für irgendwas 😞 .

Öffentlicher Dienst ist eigentlich eine Entscheidung fürs Leben.

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Mein Stiefopa selbst Verfahrenstechnik studiert hat mir vor 7 Jahren schon gesagt als ich die Zusage für Maschinenbau hatte: Das lohnt sich nicht. In 10 Jahren ist das hier alles kaputt. Gut das ich es nicht getan habe.

Wenn ich so lese wie schlimm so ein 9 to 5 Job ist. Ich kann während des Studiums schon nicht abschalten und habe Schlafstörungen. Wenn hier manche schon einen drehenden Kopf nach der Arbeit bekommen oder der TE andauernd Reisen muss...ist ja ekelig. Geht doch auch auf die Verdauung so fremde Länder und Essen.

Meine Freunde die mit 25 arbeiten gehen bekommen Haarausfall, graue Haare und sehen aus wie Anfang 30. Schrecklich. Um dann ne Bude abzuzahlen und nen Benz. Dann müssen die in ihrer eigenen Bude so leise sein weil die Decke so dünn ist damit sich die Nachbarn nachts nicht beschweren. Realtalk. Bei nem Kollegen muss man schleichen ab 10 Uhr. Irgendwie wirkt dieses Hamsterrad blöd.

Dann heiraten die ersten. Bah. In 20 Jahren kommt die Scheidung dann ist alles weg. Alles so vorgeschrieben im Leben. Mir macht das Angst wie schnell anscheinend Leute gekündigt werden. Ekelig.

Für 3 Netto das Arschloch eines Chefs lecken und sich 50 Stunden die Woche kaputt arbeiten für ne kleine Bude in einer Großstadt mit dummer Kaltmiete.

Irgendwie seh ich mich nicht arbeiten in Zukunft. Zumindest nicht für jemanden.

Da seh ich mich mal nicht drin.

 

vor 17 Stunden, AltJungfer schrieb:

Gibt ja auch für MINT Akademiker keine Garantien für irgendwas

Eben. Ich mache nach meinem Studium nen Tankstellen Job auf 450€ Basis und lasse Rest vom Amt aufstocken.

Geh besser in den ÖD. Besser als ne Lücke im Lebenslauf. Es ist Corona. Sei froh arbeiten zu dürfen...bleib da 1 2 Jahre...das Große Gehalt EG14 + Leistungsbewertung also 85K+ wirst du da nicht verdienen wie in der freien Wirtschaft nach IHK Tabelle. Da ist EG14+ Leistungsbewertung sehr schön. Alles darüber Verhandlungssache.

Aber mal 12 Monate "Urlaub" ist doch ganz toll. Wenig zu tun Kaffee und Tee trinken. Bisschen Forschung. Paar Messwerte in Exel reinhauen. Bisschen simulieren. Bisschen Mathe. Und neuer Kaffee. Hört sich sehr entspannt an. Öffentlicher Dienst. Zumindest ist das meine Vorstellung.

Ließ das Buch die 4 Stunden Woche. Dirigiere alles mögliche an Aufgaben ab. Und arbeite aus einem Fremden Land und mache 24/7 Urlaub. Versuch das Home Office auf 100% auf Dauer zu drücken oder nur alle 2 Wochen.

In 2 3 Jahren hat sich Corona vielleicht beruhigt. Und du kannst auch nach 5 Monaten sagen Jungs ich hab da was da verdiene ich wieder gutes Geld machts gut.

  • IM ERNST? 1

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vor 3 Stunden, DerjuteSin schrieb:

Mein Stiefopa selbst Verfahrenstechnik studiert hat mir vor 7 Jahren schon gesagt als ich die Zusage für Maschinenbau hatte: Das lohnt sich nicht. In 10 Jahren ist das hier alles kaputt. Gut das ich es nicht getan habe.

Wenn ich so lese wie schlimm so ein 9 to 5 Job ist. Ich kann während des Studiums schon nicht abschalten und habe Schlafstörungen. Wenn hier manche schon einen drehenden Kopf nach der Arbeit bekommen oder der TE andauernd Reisen muss...ist ja ekelig. Geht doch auch auf die Verdauung so fremde Länder und Essen.

Meine Freunde die mit 25 arbeiten gehen bekommen Haarausfall, graue Haare und sehen aus wie Anfang 30. Schrecklich. Um dann ne Bude abzuzahlen und nen Benz. Dann müssen die in ihrer eigenen Bude so leise sein weil die Decke so dünn ist damit sich die Nachbarn nachts nicht beschweren. Realtalk. Bei nem Kollegen muss man schleichen ab 10 Uhr. Irgendwie wirkt dieses Hamsterrad blöd.

Dann heiraten die ersten. Bah. In 20 Jahren kommt die Scheidung dann ist alles weg. Alles so vorgeschrieben im Leben. Mir macht das Angst wie schnell anscheinend Leute gekündigt werden. Ekelig.

Für 3 Netto das Arschloch eines Chefs lecken und sich 50 Stunden die Woche kaputt arbeiten für ne kleine Bude in einer Großstadt mit dummer Kaltmiete.

Irgendwie seh ich mich nicht arbeiten in Zukunft. Zumindest nicht für jemanden.

Da seh ich mich mal nicht drin.

 

Eben. Ich mache nach meinem Studium nen Tankstellen Job auf 450€ Basis und lasse Rest vom Amt aufstocken.

Geh besser in den ÖD. Besser als ne Lücke im Lebenslauf. Es ist Corona. Sei froh arbeiten zu dürfen...bleib da 1 2 Jahre...das Große Gehalt EG14 + Leistungsbewertung also 85K+ wirst du da nicht verdienen wie in der freien Wirtschaft nach IHK Tabelle. Da ist EG14+ Leistungsbewertung sehr schön. Alles darüber Verhandlungssache.

Aber mal 12 Monate "Urlaub" ist doch ganz toll. Wenig zu tun Kaffee und Tee trinken. Bisschen Forschung. Paar Messwerte in Exel reinhauen. Bisschen simulieren. Bisschen Mathe. Und neuer Kaffee. Hört sich sehr entspannt an. Öffentlicher Dienst. Zumindest ist das meine Vorstellung.

Ließ das Buch die 4 Stunden Woche. Dirigiere alles mögliche an Aufgaben ab. Und arbeite aus einem Fremden Land und mache 24/7 Urlaub. Versuch das Home Office auf 100% auf Dauer zu drücken oder nur alle 2 Wochen.

In 2 3 Jahren hat sich Corona vielleicht beruhigt. Und du kannst auch nach 5 Monaten sagen Jungs ich hab da was da verdiene ich wieder gutes Geld machts gut.

Das ergibt alles nicht so viel Sinn. 

Solltest du nicht lernen für deine Prüfungen, anstatt hier nachts um 4 zu irrlichtern?

Und wolltest du nicht immer nur „fetten Benza“?

Den gibt’s aber nicht für einen 450 Euro Tankstellen-Job. Für den Tankstellen-Job wiederum brauchst du aber auch kein Studium, kannste also gleich machen.

Irgendwie nehme ich dir deine Rolle hier nicht ab. Klingt vieles arg konstruiert und bemüht.

 

@who.kehrs

Ich werde mir jetzt keine Freunde machen, aber ich bin in personalverantwortlicher Position und würde tatsächlich eher nicht (mehr) auf Bewerber aus dem öffentlichen Dienst zurück greifen. 

Warum?

Aus Erfahrung. Ist leider so. 

 

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vor 11 Stunden, Masterthief schrieb:

Das ergibt alles nicht so viel Sinn. 

Solltest du nicht lernen für deine Prüfungen, anstatt hier nachts um 4 zu irrlichtern?

Und wolltest du nicht immer nur „fetten Benza“?

Den gibt’s aber nicht für einen 450 Euro Tankstellen-Job. Für den Tankstellen-Job wiederum brauchst du aber auch kein Studium, kannste also gleich machen.

Irgendwie nehme ich dir deine Rolle hier nicht ab. Klingt vieles arg konstruiert und bemüht.

 

@who.kehrs

Ich werde mir jetzt keine Freunde machen, aber ich bin in personalverantwortlicher Position und würde tatsächlich eher nicht (mehr) auf Bewerber aus dem öffentlichen Dienst zurück greifen. 

Warum?

Aus Erfahrung. Ist leider so. 

 

@Masterthief führ das bitte genauer aus falls du Zeit hast. Würde mich interessieren. Welche schlechten Erfahrungen hast du mit solchen Bewerben gemacht?

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Am 10.8.2020 um 08:11 , TriiaZ schrieb:

Für Dinge wie Deep Learning, Data Engineering etc. könnte es ein wenig knapp werden. Das Wissen, was man dazu braucht ist nicht ohne und eine Garantie auf Erfolg gibt es nicht. Ich bin diesen Weg eingeschlagen als Fachfremder (habe BWL studiert) und mir das eine oder andere blaue Auge geholt.

Magst du mal die Augenfärbung mehr ausführen? Hast du falsche Ansätze gewählt (ist ja mehr so ein Ausprobier-Ding scheinbar), oder zu wenig Wissen/Erfahrung gehabt?

Ich überlege auch immer mal, ob ich das machen sollte. Hab bißchen wenig Ma-Grundlagen, davor hab ich zuviel Respekt evtl. Aber wenn ich da manche Leute rumdödeln sehe..

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vor 27 Minuten, countless schrieb:

@Masterthief führ das bitte genauer aus falls du Zeit hast. Würde mich interessieren. Welche schlechten Erfahrungen hast du mit solchen Bewerben gemacht?

Grob vereinfacht sind mir 4 Dinge negativ aufgefallen:

- Dienst nach Vorschrift, keine „extra mile“

- Eher langweilige Menschen ohne Ecken und Kanten 

- Keine Neugier (das ist am Schlimmsten)

- Kein Fehlerbewusstsein (man kann (muss) Fehler machen, aber man sollte sich drüber ärgern...)

Mindestens 3 der 4 Punkte hatte jeder der Bewerber mit öD Hintergrund. Und die beiden, die innerhalb der letzten 5 Jahre in meinen Teams waren (nicht von mir eingestellt), hatten gleich alle 4 Eigenschaften.

Natürlich sind im öD nicht alle so. Aber ich höre mir trotzdem immer lieber zuerst den Kandidaten „aus der Wirtschaft“ an. Und wenn da einer gut war, ist das Ding halt gelaufen.

 

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vor 23 Stunden, Jingang schrieb:

Magst du mal die Augenfärbung mehr ausführen? Hast du falsche Ansätze gewählt (ist ja mehr so ein Ausprobier-Ding scheinbar), oder zu wenig Wissen/Erfahrung gehabt?

Ich überlege auch immer mal, ob ich das machen sollte. Hab bißchen wenig Ma-Grundlagen, davor hab ich zuviel Respekt evtl. Aber wenn ich da manche Leute rumdödeln sehe..

Najo, also ich kann nun nur von mir + meinen Erfahrungen aus der Beratung sprechen. Ich habe BWL studiert und mir Grundlagen in Datenbanken + SQL + Java + Python selber beigebracht. Hat ca. 4 Monate gedauert, wobei du Java weglassen kannst und 1-2 Monate würden auch gut reichen.

Ich habe mir folgende blaue Augen geholt:

- JAVA gelernt -> Zeit umsonst.

- Ich habe wild drauf los gelernt ohne zu wissen, was ich am Ende brauche. Für den Bereich Data Engineering wäre es am besten: Grundlagen Kimball Star Schema, Grundlagen SQL, bissl Python, bissl Cube und die Chancen stehen gut, als Junior eingestellt zu werden.

Die weiteren blauen Augen im Consulting:

Das Ding am Consulting ist immer, dass die Projekte die du bekommst unberechenbar sein können und dann musst du performen. Wenn du Glück hast, kommst du auf lari-fari Projekte und kannst halb arbeiten / halb chillen und wenn du Pech hast (so wie ich) kommen richtige Kracher. Des Weiteren ist die Lernmenge sehr hoch - denn einmal im Job kommst du in Berührung mit x-fach verschiedenen technischen Themen. Alles kein Rocket Science und vom Schwierigkeitsgrad nicht sehr hoch, aber die Menge ist eben sehr sehr viel und das kann unter Umständen belastend sein (zumindest habe ich es so empfunden). Dein Kopf ist halt nach einem Tag ganz schön voll - da habe ich mich glatt nach meinem Werkstudi Job zurück gesehnt in welchem ich einfach nur billo routine Arbeiten machen musste und um 14:00 fröhlich und gut gelaunt nach Hause gehen konnte ohne Kopfschmerzen. 😉 

Hier sehe ich einen Job als Projektmanager / Product Owner / Business Analyst anders - dieser muss weniger wissen, eben besser koordinieren und Eskalationen abfangen und klären. Da PMs und Product Owner häufig näher am Management sind, verdienen diese häufig besser als die Techies die eben nicht diese Visibility haben. 

Im Nachgang würde ich sagen: Etwas Data Engineering / Science machen ist sicherlich nicht verkehrt, aber dann eine PM oder PO Rolle anstreben ist auch lukrativ und hast ebenfalls viele Möglichkeiten. So könnte ich auch jetzt in die Rolle eines PMs oder POs reinwachsen, dieser aber nicht in meine.

 

 

bearbeitet von TriiaZ
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Am 18.10.2020 um 19:21 , Masterthief schrieb:

Grob vereinfacht sind mir 4 Dinge negativ aufgefallen:

- Dienst nach Vorschrift, keine „extra mile“

- Eher langweilige Menschen ohne Ecken und Kanten 

- Keine Neugier (das ist am Schlimmsten)

- Kein Fehlerbewusstsein (man kann (muss) Fehler machen, aber man sollte sich drüber ärgern...)

Mindestens 3 der 4 Punkte hatte jeder der Bewerber mit öD Hintergrund. Und die beiden, die innerhalb der letzten 5 Jahre in meinen Teams waren (nicht von mir eingestellt), hatten gleich alle 4 Eigenschaften.

Natürlich sind im öD nicht alle so. Aber ich höre mir trotzdem immer lieber zuerst den Kandidaten „aus der Wirtschaft“ an. Und wenn da einer gut war, ist das Ding halt gelaufen.

 

Puh, haarsträubend. Ähnliches habe ich aber auch schon beim Durchschnitts Konzernbeamten gesehen und sogar Zuhauf und auch im Mittelstand und zwar nicht gerade wenig. Sogar im Consulting arbeiten die meisten Leute ihren Kram ab und hauen um 17 - 18 Uhr ab.

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vor 13 Stunden, TriiaZ schrieb:

Puh, haarsträubend. Ähnliches habe ich aber auch schon beim Durchschnitts Konzernbeamten gesehen und sogar Zuhauf und auch im Mittelstand und zwar nicht gerade wenig. Sogar im Consulting arbeiten die meisten Leute ihren Kram ab und hauen um 17 - 18 Uhr ab.

Finde es auch immer erschreckend, wenn Menschen neben dem Job noch ein spannenderes, soziales Leben führen.

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Wo liegt das Problem wenn man vor 17 Uhr weg ist?! Arbeite selber im Consutling.

Aber dass es Leute gibt die oftmals um 7 Uhr morgens da sind fällt dann wieder mal unterm Tisch. 

 Stell dir vor, es soll sogar Menschen geben, die ihre flexibel vereinbarten Arbeitszeiten wirklich nutzen und die am Abend was besseres zu tun haben.

Ich hab jedenfalls keinen Bock nach 17 Uhr im Stau zu stehen. Da komm ich lieber früher ubd bin dann spätestens um 16 Uhr weg 😉

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