puadavid

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  1. Dir auch frohes Neues! Und danke für den Tipp. Ja, das ist vermutlich ein guter Ansatz. Ob ich es dann auch hinkriege, ist die andere Frage. Aber jetzt denk ich noch gar nicht so sehr an andere Frauen. Erstmal mit mir selbst wieder klar kommen. :)
  2. So vergeht die Zeit... Schon wieder ein Jahr rum und ein ereignisreiches noch dazu. Trotzdem fühlt es sich an als wäre es gestern gewesen. Was ist so passiert? Eine alte unerwiderte Liebe ist kurz aufgeflammt. Soll heißen, weiter als bis zum Kuss kam es nicht und dann ist es wieder geendet, auf eine für mich unschöne Art. Der Frühling war ätzend für mich. Insgesamt war ja jetzt nicht so die super optimistische Aufbruchstimmung auf der Welt und mich hat das auch mitgenommen. Viel Zeit alleine verbracht (aber dazu neige ich ja sowieso), dazu noch Homeoffice. Hat mir irgendwie nicht gut getan. Ich war irgendwann im Frühling nochmal psychisch auf einem Tiefpunkt. Will nicht behaupten, dass es mir noch nie schlechter ging, aber zumindest schon länger nicht mehr. Dass mittlerweile die 2-Jahre-ohne-Sex-Marke immer näher kam (Spoiler: Ich hab sie geknackt) hat auch nicht unbedingt geholfen. Einsamkeit, Minderwertigkeitskomplexe, und die ganzen Probleme, über die ich schon hier oder in anderen Threads gesprochen habe. ;) Im Sommer hab ich nochmal nen Rappel gekriegt. Hab ne Diät gemacht, wieder mehr Sport getrieben. Die Corona-Maßnahmen wurden etwas lockerer und Sonnenschein tut mir auch immer gut. Ich hab mich zwar noch einsam gefühlt, aber war wieder aktiver, viel draußen, auch wieder etwas mehr unter Menschen. Es fühlte sich nicht immer komplett gut an, aber auf jeden Fall auf dem richtigen Weg. Sagen wir mal so: Ich hatte im Sommer einige Momente, die sich einfach gut angefühlt haben. Das hat mich noch nicht glücklich gemacht, aber mir zumindest Hoffnung gegeben. Ich hab mich kurz mit einer Frau getroffen, wo es in eine intime Richtung ging. Also wir waren schon so bei nebeneinander im Gras liegen und streicheln und es hat sich angebahnt, dass es weiter geht. Aber es gab auch ein paar Umstände, die es kompliziert gemacht haben. Ich habe ihr nach kurzer Zeit gesagt, dass ich es gerne bei rein freundschaftlichem Kontakt belassen würde. Ein Grund war aber sicher auch das, was kurz danach kam. Und dann kam SIE. Welchen Namen geben wir ihr? Helena. Ich hab Helena im Sommer kennengelernt und fand sie sofort interessant. Wie sich hinterher rausstellte, beruhte das auf Gegenseitigkeit. Naja, interessant findet man viele Frauen, die man so trifft. Aber wir sind uns noch 1-2 mal über den Weg gelaufen und irgendwie hat es schon ganz schön gekribbelt. Ich hatte ihre Nummer bereits und wir haben schon (wegen völlig unromantischem Kram) hier und da mal geschrieben. Es hat im Bauch gekribbelt, aber ich hatte bei den bisherigen 3? Begegnungen ungefähr 0 eskaliert. Es waren auch keine Dates, sondern mehrere Leute zusammen und wir waren halt auch da, haben uns gut verstanden. Ich bilde mir ein, sehr vorsichtig und unbeholfen geflirtet zu haben, oder zumindest es versucht zu haben. Scheinbar war es doch nicht so unbeholfen. Und wie gesagt, 0 eskaliert, also kein Kino, gar nichts. Wie gesagt, hatte ich ihre Nummer bereits und hab sie dann nach einem Date gefragt. Also so nach dem Motto "Hey, lass doch mal was zusammen machen. Dies und jenes wär doch schön.". Hab mir fast in die Hose gemacht, aber sie hat "Ja." gesagt. Wir haben uns getroffen und ich hatte am meisten Angst, dass ich zu zurückhaltend bin und sie mich in die Friendzone packt... das verdammte Ego immer... aber ich fand sie zu dem Zeitpunkt auch bereits sehr toll und wollte es einfach nicht vermasseln, indem ich mich dumm anstelle. Wenn sie mich dann nicht mag, ist OK, aber ich wollte mich wenigstens von meiner besten Seite zeigen. Ging auch. Also eigentlich war nur mein Plan: Irgendwie überhaupt Körperkontakt aufbauen. Wenn einmal diese Barriere durchbrochen ist, bilde ich mir ein, dass es mir leicht fällt. Also sobald man bewusst Körperkontakt initiiert, kriegt man eigentlich sehr gut mit, was das Gegenüber grade gut findet und was nicht. Also ich zumindest. Ab dann ist es ein schöner Tanz, bisschen vor, bisschen zurück, mehr Körperkontakt, weniger Körperkontakt, daneben ein bisschen flirten, Spannung aufbauen, es ist einfach ein schönes Spiel. Wenn es dann nicht passt, merkt man es schnell. Und wenn es passt, hat man nach kurzer Zeit genug Spannung, dass beide am liebsten übereinander herfallen würden. Naja, ganz so war es bei uns nicht. Aber so, dass ich Körperkontakt herstellen konnte, sie die Nähe erwidert hat und naja, dann kam der Kuss, dann kam der Sex ... wir hatten echt einen schönen Tag. Die Details erspare ich euch. Wir haben uns regelmäßig getroffen. Es schien für beide genau das zu sein, was sie gerade brauchten. Es hat auf sehr vielen Ebenen so gut gepasst, dass es fast unheimlich war. Deshalb wurde es sehr schnell sehr nah und intim. Vielleicht zu schnell. Mittlerweile ist es wieder vorbei. Man könnte sagen, ich habe es beendet. Aber am Ende spielt das keine Rolle. So intensiv und schön es anfangs war, schien es am Ende total festgefahren und wir waren nichtmal in der Lage, richtig darüber zu kommunizieren. Hätte ich es nicht beendet, hätte sie es vermutlich getan. Oder wir hätten uns nochmal aufgerafft und dann wäre es wieder eskaliert. Es fällt mir schwer, das zu verarbeiten, denn so richtig verstehe ich nicht, woran es gelegen hat. Und es war unglaublich schön und nah mit ihr. Aber jetzt ist es vorbei. Sie neigt dazu, in solchen Situationen emotional abzuriegeln. Auch jetzt. Ich glaube, wenn sie der Beziehung nochmal eine Chance geben würde, würde ich mich darauf einlassen. Wir hätten dann dicke Probleme zu lösen, die Betonung liegt auf WIR, denn das liegt nicht in meiner Hand allein. Aber ich neige wiederum dazu, sehr lange an Dingen festzuhalten, bevor ich einsehe, dass sie nicht funktionieren. Es ist aber egal, sie hat bereits abgeriegelt und klar gemacht, dass das Thema Beziehung für sie durch ist. Wir haben zurzeit keinen Kontakt. Tja und jetzt wieder single. Aktuell spür ich nur Schmerz und könnte die ganze Zeit heulen. Aber man ist ja vernünftig. Das geht vorbei. Vielleicht flammt es dann nochmal auf und dann tut es nochmal weh. Aber irgendwann ist das alles Vergangenheit. Dann hat man noch Erinnerungen an eine schöne Zeit. Das kann dann nochmal traurig machen, aber es tut längst nicht mehr so weh wie jetzt gerade. Die Wahrheit ist: Mir ging es im Sommer wirklich gut im Vergleich zu den zwei Jahren davor, sonst hätte ich Helena vielleicht nichtmal kennengelernt, weil ich mich lieber allein auf meine Couch zurückgezogen hätte. Aber selbst wenn wir uns kennengelernt hätten, hätte sie sich niemals in mich verliebt. Das ist die eine Seite: Ich kann es wohl schaffen, dass es mir gut geht und wenn ich das ausstrahle, bin ich glaube ich auch nicht unattraktiv. Die andere Seite ist die, dass ich das im Laufe der Beziehung ein bisschen auch wieder verloren habe. Naja, zuerst nicht. Aber als es plötzlich nicht mehr so harmonisch war, als die Verletzungen kamen, da hat mich das plötzlich ZU sehr beunruhigt. Die Option, dass wir die Beziehung einfach wieder beenden, musste ich erst von ganz tief unten wieder rauskramen. Die Option war in meinem Kopf schon gar nicht mehr da. Ich brauchte diese Beziehung irgendwie. Das wird ja hier auch immer wieder gepredigt: Man sollte nicht versuchen, das Loch in seinem inneren mit einer Beziehung zu stopfen. Und ich hatte einfach noch zu viel Loch in mir. Wenn es geklappt hätte, wäre es vielleicht gut geworden. Aber dadurch dass es nicht geklappt hat, kamen schnell die Ängste wieder hoch und dieses "Ich darf sie nicht verlieren.". Klar, ein bisschen Verlustangst in einer Beziehung ist normal. Man liebt den Menschen und will ihn nicht verlieren. Aber jetzt nach der Trennung entwirrt sich immer mehr, wo ich traurig bin diesen speziellen Menschen nicht mehr in meinem Leben zu haben, und wo ich traurig bin weil mein Ego gekränkt ist, weil ich Angst vor der erneuten Einsamkeit habe, weil ich Angst habe niemand mehr zu finden der so gut zu mir passt, weil ich Angst habe wieder den Halt zu verlieren wie letzten Frühling, etc. Diese Dinge auf sie zu projezieren, war nicht richtig (aber wohl nur menschlich). Hätte ich das während der Beziehung entwirren können, hätte ich weniger Angst vor der Trennung gehabt, vielleicht die angespannte Situation damit erheblich entschärft. Vielleicht hätte es auch nichts geändert. Aber es jetzt zu entwirren, wird mir hoffentlich helfen, den Liebeskummer schneller zu verarbeiten. So startet also mein Jahr. Mit Trennungsschmerz, enttäuscht, verletzt, aber auch fest entschlossen jetzt nicht aufzugeben. Ich will mir natürlich auch das Trauern erlauben. Aber ich werde mir nicht erlauben, jetzt in Selbstmitleid zu versinken. Ich brauche vielleicht ein bisschen um mich aufzuraffen, aber davon abgesehen will ich nicht erst in das emotionale Loch vom letzten Frühling, bevor es besser wird. Ich werde alles tun, damit ich an meinem vorsichtigen Erfolg vom letzten Sommer anknüpfen kann. Klar würde mir jetzt gut tun, eine Frau kennenzulernen, Sex zu haben, Bestätigung und Anerkennung zu bekommen, nicht einsam zu sein. Verdammt nochmal, das wäre jetzt richtig gut. Aber hier gehts um viel mehr als das. Es geht darum, weiter den Weg zu beschreiten, mit mir selbst ins Reine zu kommen. Aus mir selbst heraus endlich wieder ein Leben zu führen, dass sich gut anfühlt. Dann können die Frauen kommen oder auch nicht. Bis ich an dem Punkt bin, liegt noch viel vor mir. Aber auch wenn ichs grade nicht spüre: Was ich bisher geschafft habe, sollte mich optimistisch machen.
  3. Zum Beispiel antworten andere Leute mir oft nicht auf Emails oder Whatsapp-Nachrichten. Ich persönlich antworte eigentlich zu 99%. Oder ich halte fast immer Termine und Absprachen ein, während die meisten anderen Leute Termine und Absprachen eher als Vorschläge zu sehen scheinen. Was noch? Ich schreibe mir alles auf, was ich anderen zusage, dass ich mich darum kümmere und bis auf ganz wenige Ausmahmen kümmere ich mich auch darum oder sag früh genug Bescheid, wenn ich es nicht mache. Wenn hingegen andere mir sagen, dass sie dies oder jenes für mich erledigen, hab ich mir mittlerweile zur Gewohnheit gemacht, das weiterhin als mein "Todo" zu sehen, weil ich sehr häufig noch 1-2 mal nachfragen muss, bzw oft auch überhaupt nichts passiert. Also ich empfinde andere Menschen oft als sehr unzuverlässig (auch durch die Bank in jedem Kontext: Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen, etc), weiß aber gleichzeitig, dass ich ein Problem mit Perfektionismus habe. Ist schwierig, weil ich mich einerseits oft über andere ärgere, ich aber gleichzeitig versuche, selbst unzuverlässiger zu werden, um meinen Stresslevel zu senken. Also es würde einem wohl kaum einer sagen, dass es schlecht ist, wenn man sehr zuverlässig ist. Aber ehrlich gesagt sind es die meisten nicht und fahren ganz gut damit. Während richtig zuverlässige Menschen sich total stressen und es am Ende eigentlich auch nicht gedankt kriegen. Vielleicht sehe ich das hier auch zu absolut? Mir hat man halt mal beigebracht: Wenn man was zusagt, macht man das auch, oder sagt es rechtzeitig wieder ab. In dieser Absolutheit ist das aber scheinbar falsch. Genau. Ich hab große Angst von anderen Menschen abgelehnt zu werden. Ich fühl sonst irgendwie verlogen. Bzw wenn ich davon ausgehe, dass jemand mich nicht mag, wenn er etwas über mich weiß, dann will ich demjenigen gerade das gerne sagen. Also ich will nicht, dass mich jemand mag, nur weil er X nicht über mich weiß. Ja, ich hab grad nochmal nachgedacht. Da dreht mein Gehirn glaub ich noch ne Extra-Schleife. Eigentlich lehne ich die Person ja gerade nicht als Person ab. Aber weil ich das Gefühl habe, eine Kritik zu haben, die die Person sicher persönlich trifft, werte ich dann schon im Voraus die Person als solche ab, um mich gegenüber deren mögliche Reaktion zu schützen. Also keine Ahnung, ich schließe da vielleicht zu sehr von mir auf andere. Aber wenn jemand zu mir kommt und mir sagt, dass er meinen Beruf für gesellschaftschädigend hält, dann würde mich das schon wieder ziemlich treffen und wahrscheinlich würde ich patzig reagieren. Also gehe ich davon aus, dass andere Leute auch patzig reagieren, wenn ich ihnen sowas sagen würde. Und wie gesagt: Aus Angst vor der patzigen Reaktion schalte ich schon vorher auf verbalen Angriff. Beides. Es lief sowieso nie gut, aber ich bin auch schon oft Situationen aus dem Weg gegangen, wo es zu Sex hätte kommen können, weil ich Angst vor genau sowas hatte. Ich glaube, das macht sogar viel Sinn. Ich zwinge mich oft zu Dingen, vor denen ich Angst habe. Ich begebe mich auch oft extra in Situationen, wo ich abgelehnt werde. Genau um mich der Angst zu stellen. Ob das so zweckdienlich ist, das bezweifle ich mittlerweile. Weil wie du ja sagst, muss das eigentlich mit neuen positiven Erfahrungen verknüpft werden, sonst verschlimmert es die Situation. Ist aber trotzdem tief in mir drin: Dieses Gefühl, einerseits nicht genug von mir preiszugeben, andererseits auch gerade immer wieder sehr viel und eher unangenehmes von mir preisgeben zu wollen. Vielleicht als Überkompensation. Vielleicht auch ein bisschen aus Sturheit. Ich seh es einfach nicht ein, dass ich so abhängig von der Meinung anderer bin. Ich will mir das einfach nicht erlauben. Das trifft es aber schon ganz gut. Die Irrationalität ist mir durchaus bewusst. Das macht es in meinem Kopf natürlich nicht weniger real. Beispiel meine Angst vor Partys. Sicher, mittlerweile haben sich sehr viele sehr unangenehme Erfahrungen angehäuft, aber auch genug positive oder zumindest neutrale. Aber wenn ich vorhätte heute Abend auf ne Party zu gehen, dann wüsste ich genau, welche Erinnerungen mein Hirn auspacken würde. Die wo ich alleine dastand und keiner mit mir reden wollte. Die wo ich von Fremden angepöbelt wurde. Die wo ich von Besoffenen zugelabert wurde und sie nicht losgeworden bin. Ich müsste mich schon zwingen, um mich an die guten Gespräche und netten Menschen und schönen Nächte zu erinnern. Obwohl das genau das ist, was ich sehr vermisse. Nagut, aber es wird ja dann auch Ablehnung geben. Es wird auch persönliche Angriffe und verbale Attacken geben. Ich bin da zwar nun besonders empfindlich, aber trotzdem gehört es ja auch ganz normal dazu. Oder selbst wenn man davon ausgeht, dass Menschen sich eher selten gegenseitig persönlich angreifen und das überwiegend meine falsche Interpretation ist: Wie kann ich meinen Kopf überreden, das als nicht bedrohlich wahrzunehmen? Wie kann ich mit Situationen umgehen, wo ich mich angegriffen fühle? Weil sonst geh ich ja doch nur wieder raus und sammle schlechte Erfahrungen.
  4. Ja, genau. Ja, das ist richtig. Ich hatte als Kind und Jugendlicher den Ruf, sehr cholerisch zu sein. Mittlerweile eigentlich gar nicht mehr. Das dürfte aber zu einem großen Teil daran liegen, dass ich es erfolgreich unterdrücke. Das Grundproblem besteht weiter. Letzten Endes ist es doch meistens egal, wie eine Nachricht vom Sender gemeint war. Zumindest in vielen Situationen. Ich kann es normalerweise nicht wissen. Und ohne eine sehr offene Kommunikation und ein gutes Gespür für mein Gegenüber werde ich da immer ein bisschen im Dunkeln tappen. Die Frage ist also weniger, wie es "wirklich" gemeint war, sondern wieso ich dazu neige, alles so schnell als persönlichen Angriff zu interpretieren. Ich hab es auch gerade deshalb in dem Edit noch dazu genommen, weil ja hier so offensichtlich ist, dass du es nicht negativ meinst und mein Hirn es trotzdem falsch zusammenbaut. Also du hast das vermutlich nicht mehr so im Detail im Kopf, aber wir sind uns im Forum schon öfter begegnet und deshalb weiß ich ja ziemlich sicher, dass deine Beiträge sehr wohlwollend gemeint sind. Trotzdem fühle ich mich von dem Satz angegriffen. Wieso versucht mein Hirn mit aller Kraft, eine Abwertung meiner Person da reinzuinterpretieren? Bzw auch: Wieso interessiert mich das? Versteh mich nicht falsch, du bist total nett und hilfsbereit. Aber trotzdem sollte es mir doch recht egal sein, was du von mir denkst. Wir kennen uns schließlich nicht wirklich. Wenn du denken solltest, dass ich nicht aktiv werde und nur jammere und die Komplettlösung haben will und am Ende doch nichts mache, weil es mir zu anstrengend ist ... also falls du das über mich denken solltest (was du ja scheinbar gar nicht tust), dann sollte mir das doch herzlich egal sein. Zumal du mir ja trotzdem hilfreiche Tipps gibst. Wie kann ich diese Programmierung ändern? Ich weiß nicht. Ich find mich eigentlich ganz in Ordnung. Ich bin vielleicht nicht perfekt, aber ja, ich finde schon dass ich echt schwer in Ordung bin. Ich glaube wenn es mich nochmal gebe, könnte ich mich sehr gut mit mir anfreunden. Was ich hier vielleicht mal anmerken müsste: Ich hab von den meisten anderen Menschen dafür eher nicht so ein gutes Bild. Es gibt nur sehr wenige Menschen, von denen ich viel halte. Ich hab sehr hohe Anprüche an mich und andere und bin der Meinung, dass ich diesen Ansprüchen mehr oder weniger gerecht werde, während die meisten anderen weit davon entfernt sind. Dafür hab ich tatsächlich auch das Gefühl, dass die meisten Menschen mich nicht so toll fänden, wenn sie mich richtig kennen würden. Das ist ja natürlich auch so ein Teufelskreis. Wenn man sich normalerweise verstellt und dann nur in manchen Momenten daraus ausbricht, führt das zu Irritationen. Leute, die mich jetzt mögen, mögen vor allem meine Maske. Natürlich würden mich manche davon nicht mehr mögen, wenn ich die Maske fallen lasse, weil ein Stück weit ein anderer Mensch ist. Dafür würden andere Leute mich vielleicht lieber mögen. Wer weiß? Wobei dieses immer nett sein tatsächlich gut funktioniert. Ich gelte als sehr sympathischer Mensch. Also tendentiell würden mich Menschen sehr wahrscheinlich weniger mögen, wenn ich mehr ich selbst wäre. Gibt so ein paar nette Beispiele: Pickup. Ich hab relativ vielen Leuten davon erzählt, als ich angefangen habe mich mit Pickup zu beschäftigen. Unter anderem auch bewusst Frauen, mit denen ich mich getroffen habe (natürlich nicht beim ersten Date) und Leuten, von denen ich dachte, dass sie da ein sehr schlechtes Bild von haben. Tatsächlich fanden die meisten das ziemlich scheiße. Aber wenn ich mich recht erinnere, wurde ich eher wenig persönlich deshalb abgelehnt, sondern die Leute wollten eher, dass ich damit aufhöre. Ich kenn aber auch genug Leute, für die ist das alles Manipulieren um Frauen gegen ihren Willen ins Bett zu kriegen und schön die ganzen Vorurteile aus den Medien. Ich glaub, denen würd ich eher nicht davon erzählen. Sind jetzt auch keine Leute, die mir unbedingt nahe sind. Trotzdem fühle ich mich unwohl, denen das zu "verschweigen". Politik. Vielleicht mein Hass-Thema überhaupt. Ich hab aber mittlerweile auch schon von einigen anderen gehört, dass sie einfach nicht mit anderen Menschen über Politik reden. Kann ich verstehen. Ich bin aber halt auch politisch aktiv und dieses Thema nimmt in meinem Leben viel Raum ein. Und ich hab da nicht unbedingt Mainstream-Ansichten. Ich glaube, dass Kapitalismus für die allermeisten Menschen nicht funktioniert und dass Staaten und überhaupt große hierarchische Gebilde nur der Sicherung des Status Quo, also der Macht einiger Weniger dienen. Lassen wir mal die Details, ich will ja hier nicht über Politik reden, sondern über meine kaputte Psyche. Das ist aber für mich sehr belastend. Sagen wir mal, ich lerne einen Polizisten auf ner Party kennen. Ich hab ja nichts gegen Polizisten, aber die Institution "Polizei" ist meiner Meinung nach nicht dazu da, antisoziales Verhalten zu verhindern, sondern Teil eines Machtapparats um Privilegien zu sichern (mit einem viel zu guten Ruf). Wenn ich jetzt zu meinem neuen Bekannten ehrlich sein wollte, müsste ich sagen: "Du bist in meinen Augen ein Klassenverräter. Du schadest dem Gemeinwohl und ich bekämpfe das System, an das du dich verkaufst. Aber du scheinst ganz nett zu sein. Von daher nichts für ungut, wenn wir keine Freunde werden." Ich sag mal so: Ich komm vom Land und da bin ich schon für wesentlich harmlosere Aussagen zusammengeschlagen worden. (Ich frag mich gerade, ob ich hier nicht gerade zu ehrlich bin und mich ab jetzt hier alle für nen Spinner halten. Aber was solls, ich hab mir das Ehrlich-sein vorgenommen.) Sexualität. Mittlerweile geh ich damit offener um als früher, aber hier ist auch eigentlich noch Land unter. Obwohl ich frühreif war (wurde als Jugendlicher immer grob zwei Jahre älter geschätzt) hatte ich erst mit 19 mein erstes Mal. Mit einer Prostituierten. Ich war einfach sehr unerfolgreich bei Frauen. Das wiederum ist ja hier eine bekannte Thematik. Aber selbst bis dahin war ein Leidensweg, wo ich mehrmals besoffen auf Partys kurz vorm Sex war, aber dann keinen hoch bekommen habe. Ich war sogar vorher schonmal bei einer Prostituierten, hab bezahlt und bin dann mangels Erektion mit hochrotem Kopf aus dem Zimmer gestürmt. Ich hab immer noch jedes Mal ein bisschen Panik, wenn ich mit einer Frau das erste Mal schlafe, dass ich wieder keinen hoch bekomme. Auf jeden Fall habe ich schon als Jugendlicher angefangen deshalb zu lügen, weil mir das alles so unglaublich peinlich war. Wie gesagt, das ist mittlerweile etwas besser. Über den eigenen sexuellen Misserfolg zu scherzen ist sehr befreiend und hat sich gefühlt auch als normal durchgesetzt. Nur wenn es zu sehr ins Detail geht, dann will man lieber doch nicht zu ehrlich sein. Dass ich ne Weile keinen Sex mehr hatte, das ist noch irgendwie ganz lustig. Aber dass es mittlerweile schon wieder anderthalb oder zwei Jahre her sein dürfte und dass es wirklich nicht daran liegt, dass ich keinen Bock hätte, das muss nicht jeder wissen. Ich belasse es mal dabei, obwohl mir noch viel mehr einfallen würde. Aber es geht ja nicht um einen Seelenstriptease, sondern ich wollte mal ein paar Beispiele bringen, dass ich wirklich davon ausgehe, dass mich einige Menschen weniger mögen würden, wenn sie mehr über mich wüssten. Und dann stellt sich halt die Frage: Im Freundeskreis? Gut, da könnte man immer ehrlich sein und damit die guten von den schlechten Freunden aussortieren. Auf der Arbeit? Vielleicht lieber doch lügen und von allen gemocht werden? Bekanntenkreis? Da kann noch mehr aussortieren als im Freundeskreis. Familie? Die kennen mich und haben auch schon gezeigt, dass sie zu mir stehen. Frauen, mit denen ich mich treffe? Eher auch ehrlich. Also außer auf der Arbeit gibts kaum nen Grund sich zu verstellen. Obwohl ich auch da lieber ich selbst wäre. Tschuldige, ich schweife ab. Ja. Die sechs Säulen hab ich 2017/2018 bearbeitet. Siehe auch meinen Beitrag https://www.pickupforum.de/topic/159305-die-sechs-s%C3%A4ulen-des-selbstwertgef%C3%BChls-arbeitsgruppe/?page=5&tab=comments#comment-2358799 Witzig, dass das schon so lange her ist. Irgendwie frag ich mich dabei: Was bringts? Bin ich wirklich in den letzten Jahren kein Stück weitergekommen? Vielleicht bin ich auch nur in ner schlechten Phase. Wer weiß, vielleicht geht es mir jedes Jahr etwas besser und ich bemerke es nur nicht so richtig. Ich hab nur so oft das Gefühl, ich tu und mach, aber es tut sich nichts. Ich dreh einfach nur noch ne Runde und noch ein Jahr. Es gibt Jahre wie 2018, da hab ich mit Pickup Gas gegeben und sogar Erfolg gehabt und dann nen Burnout. Und dann gibt es Jahre wie 2019, die mit den Resten vom Burnout anfangen, wo ich nen neuen Job finde, mal wieder Spaß daran finde unter Menschen zu gehen und wo ich dann am Ende des Jahres monatelang erkältet bin und bis auf die Arbeitskollegen wieder jeden sozialen Kontakt einstampfe. Was auch immer. Dranbleiben, nächste Baustelle haben wir ja jetzt gefunden. Ist nur die Frage: Wie weiter? Wieder das 6-Säulen-Buch? Ich hab nichts dagegen nochmal ein halbes Jahr jeden Tag die Satzergänzungsübungen zu machen, wenn es hilft. Aber nachdem ich das ja jetzt auch schonmal gemacht habe, frage ich mich, ob das wirklich der nächste richtig Schritt ist.
  5. Ich hab mal gemacht. Was mir dabei aufgefallen ist: Es gab vielleicht so ne Handvoll Momente, wo im Kopf dieses Programm abgespult wurde und ich dann doch etwas deutlicher als normalerweise meine Meinung gesagt habe. Zusätzlich gab es zwei Situationen, wo ich nicht meine Meinung gesagt habe, weil es mir in dem Moment unangenehm war, bzw weil ich nicht wusste, wie ich das in dem Moment mache, ohne einen Konflikt entstehen zu lassen, für den ich gerade keine Energie hatte. Beides habe ich nachgeholt, als die Situation gepasst hat. Mir ist schon aufgefallen, dass ich mich sehr unwohl fühle, wenn ich meine Meinung des lieben Friedens willen nicht sage. Aber ich hätte deutlich mehr solcher Situationen erwartet. Vielleicht liegt das Problem doch woanders. Wobei: Ich habe durchaus das Gefühl, dass ich mich nicht gut öffnen kann und lieber wenig von mir preisgebe, damit ich mich nicht mit anderen streite. Ich will es mal weiter durchziehen. Vielleicht sollte ich mich nicht zu sehr aufs Nicht-Lügen konzentrieren, sondern allgemein mehr von mir preiszugeben. "Also die Schlussfolgerung ist Quatsch." ",,Zu nett" gibt es halt nicht. ,,Rückgratlos" trifft es besser." "[...] denn daran könnte man zusammen mit dir arbeiten und Dir Tipps geben, die zu DIR passen. Da du das anscheinend nicht willst, [...]" "DU bist derjenige, der andere Menschen verurteil, weil sie sich um ihre Bedürfnisse selber kümmern." "Das ist dein persönliches Problem. Und was machst du aus deinen Problem? Du bezeichnest andere Menschen als Arschlöcher." Das ist mir so beim ersten Durchscrollen aufgefallen. Also ne Mischung aus nicht verstehen, was ich meine, aber dann mich kritisieren. Immer bisschen von oben herab und immer bisschen krawallig. Sehr anstrengend. Und ich bin mir fast sicher, dass hier ein paar Leute an die Decke gegangen wären, wenn ich gepostet hätte, was mir durch den Kopf ging. PS: Nicht zu vergessen: Ich starte den Thread und krieg erstmal zwei Facepalm als Reaktion. Aber mich interessiert natürlich jetzt deine Meinung: Bin ich einfach sehr empfindlich? Mir kam auch schon ein anderer Gedanke: Vielleicht bin ich nicht empfindlicher als andere, sondern vielleicht bin ich tief in meinem Innern einfach sehr sehr unnett. Vielleicht mag ich generell nicht so gerne Menschen und wenn ich mich nicht verstelle, lasse ich das ungefiltert raus und dann krieg ich entsprechendes Feedback. Oder anders gesagt: Vielleicht habe ich große Defizite darin, Konflikte zu lösen. Weil ich im Großen und Ganzen nur unterbewusst die zwei Programme abspiele: 1) mich verstellen und unterordnen oder 2) Angriff. Ich hab meinen Zwillingsbruder letztens mal gefragt. Der hat mich als Kind immer verhauen und ist so ungefähr das Gegenteil von mir: Durchsetzungsstark, sozial, kann gut mit Frauen, hat viele Freunde. Er hat mir bestätigt, dass es sehr schwer ist, mit mir über Themen zu reden, wo man eine andere Meinung hat als ich. Also wenn mir das Thema nicht wichtig ist, sag ich kaum meine Meinung, weil wieso den Stress geben und rumdiskutieren? Und wenn mir das Thame wichtig ist, werd ich schnell emotional. Bin gespannt, was du dazu denkst. PS: Sowas find ich auch ein bisschen schwierig. Ist natürlich richtig, aber irgendwie möchte ich da gern drauf antworten: Ja ne, ist klar. Deswegen mach ich ja den ganzen Kram. Ich glaube behaupten zu können, dass ich schon mehr an meiner Psyche gearbeitet habe, als die meisten anderen hier. Manches davon steht ja auch hier im Forum, vieles auch nicht. Ich hab das Gefühl mein Leben ist seit 10-15 Jahren ein einziger Kampf. Natürlich bin ich nicht die ganze Zeit damit beschäftigt, aber doch in gewisser Regelmäßigkeit. Und dann sowas zu lesen, was so klingt wie "Musst aber dann schon auch was machen, sonst ändert sich nichts.", das fühlt sich Kacke an.
  6. Ich hab es mittlerweile ein zweites Mal gelesen. Also tatsächlich enthält es ein paar gut Ansätze. Von der praktischen Seite her aber zu wenig. Es geht da erstmal nur darum, die Perspektive zu wechseln und das Mindset zu ändern. Ich bin aber eher ratlos an dem Punkt, wie ich das dann praktisch auf die Straße bringe. Wenn man einmal in diesem Teufelskreis drin ist zwischen sich-nicht-durchsetzen-können, dadurch irrationale Ängste vor allen möglichen sozialen Situationen entwickeln, dadurch in Konflikten noch stärker auf fight or flight konditioniert werden und noch schlechter mit Konflikten umgehen können, dann reicht es nicht mehr, dass einem klar wird, dass das keine Erfoglsstrategie ist. Das ist höchstens der erste Schritt, aber den bin ich lange vor dem Buch gegangen. Was mir aber wirklich übel aufstößt, ist dass das Buch eigentlich wie fast alle Bücher dieser Art stark darauf baut, dass sich jeder darin wiederfindet. Da werden Dinge vermischt, die nichts miteinander zu tun haben und alles ist irgendwie mit dem Nice-Guy-Syndrom verknüpft. Bisschen wie ein Horoskop. Dazu ein bisschen ganz simple Welterklärung und eine Prise stumpfer Antifeminismus, damit sich auch jeder frustrierte Mann irgendwie wiederfindet. Das ist dann schon wieder so ein Wohlfühl-Buch, wo es eher darum geht, sich Bestätigung zu holen, vielleicht auch ein bisschen ein Wohlfühlbuch für den Autor selbst. Da mag ich es dann doch eher differenzierter, ehrlicher und mit offen bleibenden Fragen, als dass mir mal wieder jemand ne fertige Welterklärung liefert, die offensichtlich bei näherem Hinsehen bröckelt. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das schaffe, aber das ist auf jeden Fall mal ein sehr guter, praktischer Tipp. Danke! Im Übrigen gab es durchaus noch mehr hilfreiche Beiträge und ich hoffe ich hab keinen übersehen und alle mit einem Like versehen. Aber um grade mal mit der Ehrlichkeit anzufangen: Hier im Forum fängt es schon an. Ich fühle mich furchtbar unwohl, überhaupt noch hier reinzuschauen, weil ich an irgendeinem Punkt (etwas trotzig zugegeben) beschlossen habe, ich bin jetzt nicht mehr künstlich nett zu irgendwem hier, sondern ich sag wirklich meine Meinung und versuche ehrlich zu sein. Die Folge ist dann so ein Thread hier, wo ich die Antworten kaum aushalten kann. Da ist natürlich die Frage, liegt es an mir, dass ich da so empfindlich bin und mir diese ganzen kleinen Angriffe und Belehrungen von Fremden im Internet überhaupt zu Herzen nehme? Auf der anderen Seite seh ich ja an der Reaktion der Leute: Wenn die so nen Gegenwind bekommen würden, wären die meisten schon längst auf 180. Will sagen: Scheinbar kriege ich hier wirklich ordentlich was vor die Füße gekotzt, wenn ich offen meine Meinung sage. Also einerseits so wieder die Erfahrung: Zu mir selbst stehen = starke Ablehnung durch andere. Andererseits grad mal der weiter ehrlich sein: Es ist aus meiner Sicht bemerkenswert, wie wichtig sich hier einige nehmen, obwohl sie nichts sinnvolles zum Thema beitragen und teilweise nichtmal verstehen, worum es geht und wie die Leute trotzdem scheinbar in der Community ganz gut ankommen. Props an der Stelle übrigens an Niemann-n, den ich eigentlich als Troll kennengelernt habe, der hier aber total konstruktive, gute Sachen schreibt. Ich glaub mittlerweile, von dir kann ich echt noch was lernen. Und wenn es nur ist, nichts mehr auf die Meinung der Leute in Internetforen zu geben Ich hab nach wie vor große Angst vor Ablehnung durch andere. Und genau darum gehts: Viel zu lange war ich auf dem Tripp, dass ein bisschen Ablehnung schon OK ist, aber dass ich eigentlich gar nicht so stark abgelehnt werde, wenn ich ich selbst bin. Mittlerweile weiß ich: Die Ablehnung kann enorm sein. Wenn ich einfach nur ich selbst bin, dann krieg ich immer wieder diese Erfahrung, dass ich abgelehnt werde. Ich muss also an den Punkt kommen, wo mir diese Ablehnung egal ist. Ich werd das mit der Ehrlichkeit mal probieren. Ich bin mir sicher, dass ich da gut üben kann, mit Ablehnung umzugehen.
  7. Die etwas überzeichnete Formulierung hatte ich gewählt, um nicht wieder so schwammig zu sein wie beim letzten Mal. Es spricht für euch, dass ihr den Reflex habt, mir zu sagen, dass man kein Arschloch sein muss um Spaß zu haben oder durchsetzungsfähiger zu sein. Nur ist mir das natürlich auch klar. Deshalb möchte ich euch bitten, euch nicht zu sehr an der Formulierung aufzuhalten. Als ich Arschloch geschrieben habe, meinte ich nicht einen von den Typen, die uns früher immer die Frauen, den Job, das beste Stück vom Kuchen, etc weggeschnappt haben und auch nicht den Rowdi, der uns auf dem Schulhof verprügelt hat. Ihr wisst schon, diese Art von stumpfem Arschloch, wo sich wahrscheinlich jeder geschworen hat: So will ich niemals werden! :-D Stellt euch eher so ein sympathisches Arschloch vor. Jemand, der ein bisschen zu sehr auf seine eigenen Bedürfnisse achtet, aber dem man nicht böse sein kann. Sowas wie das Känguruh von Marc-Uwe Kling. Oder ihr habt sicher Freunde, wo ihr euch manchmal denkt: "Was für ein egoistisches Arschloch!", aber dann auch wieder "Irgendwie macht ers ja richtig.". So, und davon jetzt nochmal die Hälfte abziehen, weil wir wollen ja realistisch bleiben und dann habt ihr grob, wo ich hin will. Aber nochmal konkret: Es geht wirklich darum, dass ich den Bedürfnissen anderer Menschen weniger Gewicht geben möchte und meinen Bedürfnissen mehr Gewicht. Wenn da vielleicht doch noch jemand einen konkreten Tipp oder eine Literatur-Empfehlung hätte, wär das super. Bisher habe ich nämlich wenig dazu gefunden. Und das, was ich gefunden habe, legt sehr viel Fokus darauf, wie man zwar vielleicht seine Bedürfnisse erfüllen könnte, aber dabei vor allem doch wieder niemanden vor den Kopf stößt und keine Irritationen verursacht. Genau davon will ich weg. Es darf halt auch mal Irritationen verursachen, es darf sich auch mal für andere doof anfühlen statt für mich. Es gibt mit Sicherheit die perfekte Methode, wo dann alle glücklich sind. Aber warum muss das immer die Verantwortung von denselben sein, dass es allen gut geht?
  8. Hi zusammen, nachdem ich hier ziemlich unkonkret so einiges lernen wollte, was mit Durchseltzungsfähigkeit zu tun hat, gab es viele Antworten und ich habe darauf auch wieder viel Text geschrieben. Aber ich glaube, es ging irgendwie in zu viele Richtungen und jetzt ist der Thread tot. Deshalb versuche ich es hier nochmal ein paar Monate später mit etwas konkreteren Vorstellungen im Kopf: Ich möchte ein Arschloch werden. Also nicht so komplett. Das kann ich wahrscheinlich gar nicht. Aber ich will mehr in die Richtung gehen. Mehr auf meine eigenen Bedürfnisse achten und im Zweifel die von anderen ohne schlechtes Gewissen hinten anstellen, wenn sie meinen entgegenstehen. Egoistischer sein. Einfach mal auf andere scheißen und tun, wozu ich Lust habe. Ich suche praktische Tipps und Übungen, gerne auch Empfehlungen für Bücher, Videos, Podcasts um zu lernen, weniger nett zu sein. Rücksichtsloser zu sein. Konfliktfreudiger zu sein. Weniger pflichtbewusst zu sein. Kurz: Mehr Spaß im Leben zu haben. Mehr Verantwortung für mein Wohlergehen zu übernehmen und weniger Verantwortung für das Wohlergehen aller anderen. Das Buch "No more Mr. Nice Guy", das hier oft empfohlen wird, hatte ich mir übrigens schonmal gekauft und fand es so schwach, dass ich es schnell wieder verschenkt habe. Das verspricht ja genau das, was ich suche, aber es hat mich nicht überzeugt. Habt ihr es gelesen? Fandet ihr es in dieser Beziehung hilfreich? Obwohl ich es beim letzten Mal so schlecht fand, dass ich nichtmal besonders viel davon gelesen habe, überlege ich, es noch einmal damit zu versuchen. Der letzte Anlauf ist locker ein Jahr her und vielleicht hat es einfach damals nicht gepasst.
  9. Schon wieder ein paar Wochen rum und nicht wirklich weiter gekommen. Der Stress ist nochmal richtig hochgekocht, Ich hatte schon Angst, dass ich die Notbremse zu spät ziehe. Hat aber irgendwie geklappt: Hab viel erledigt, anderes abgesagt und ein paar Tage bewusst gefaulenzt. Jetzt bin ich in so nem Zustand, als hätte ich vom Stress einen Kater. Also weniger gestresst, aber ich fühle mich erschöpft und müde. Mein neues altes Thema ist also, wieso ich immer so gestresst bin. Naja, zumindest fang ich in der Frage nicht bei Null an Aber hey, immerhin war ich seit dem letzten Post auf drei Partys und einmal in ner Kneipe. Muss aber dazu sagen, dass es immer noch anstrengend ist unter Menschen. Ich bin dann auch eher der, der nicht zu lange bleibt. Zum Teil aber mit Sicherheit auch, weil mich Betrunkene sehr nerven und ich wenig Leute kenne, die gerne nüchtern feiern. Auch sonst bin ich nach wie vor wenig allein. Gehe öfter nach der Arbeit noch 1-2 Stündchen bei Freunden vorbei. Ist angenehmer als allein zu Hause zu sitzen. Mit Frauen lief in letzter Zeit nichts. Ich denke auch, dass ich dafür erstmal den Stress wieder bändigen muss. Entsprechend werde ich mich in nächster Zeit wieder mit dem Schreiben zurückhalten.
  10. Ich hab versucht ehrlich zu sein, aber alles etwas netter auszudrücken. Anstatt zu sagen: "Hier hab ich ein Jahr Pause, weil ich eigentlich vorhatte gar nicht mehr in der Branche zu arbeiten und stattdessen auswandern wollte. Hat aber nicht geklappt." sag ich "Ich wollte nochmal bisschen was anderes sehen und nebenbei eine neue Sprache lernen." oder wieso ich den aktuellen Job nicht mehr machen will, da hab ich dann nicht von dem Burnout erzählt und dass es so schlimm war, sondern nur dass das viele Home Office und das viele Rumreisen nicht so toll sind, wie ich dachte.
  11. Hey Johnny, freut mich, dass dich mein Thread motiviert. Bei mir ist die letzten Wochen schon wieder nicht mehr so viel mit Frauen gewesen. Auf Mia hab ich mittlerweile keine Lust mehr, hab ihr wenig zurückgeschrieben und jetzt kommt von ihr auch nichts mehr. Ein Wochenende war ich krank und hab nichts gemacht. Das nächste Wochenende war ich unter Menschen (und hatte eine gute Zeit), aber da hab ich keine neuen Frauen kennengelernt. Und das Wochenende, das gerade rum ist, hab ich ruhiger gemacht, weil ich Samstag und Sonntag je morgens Termine hatte und allgemein ziemlich KO war. Also insofern nicht so erfolgreich. Dafür verbringe ich allgemein viel weniger Zeit alleine. Also rein vom Sozialleben läuft es insgesamt viel besser. Aber auch da muss ich aufpassen: Ich merke die letzte Zeit, dass mir die Zeit für mich selbst fehlt. Naja, erstmal hab ich in anderen Lebensbereichen Aufgaben abgegeben. Mein Plan ist, den Stress nochmal ordentlich zu senken und dann den Rest des Jahres ohne große Ambitionen (außer unter Menschen gehen, Leute kennenlernen, Frauen kennenlernen) verstreichen zu lassen.
  12. Mittlerweile habe ich ja einen anderen Job und möchte mal ein kurzes Fazit ziehen: Aus Angst, dass es woanders genauso schlecht oder schlimmer sein könnte, hab ich mich viel zu lange an dem Job festgeklammert. Der Wechsel letztendlich war absolut das Richtige und hätte auch schon 1-2 Jahre früher Sinn gemacht. Das einzig Gute, das ich daraus ziehen kann, ist, dass ich in der Zeit viel gelernt habe. Ich sag mal so: Davor hatte ich auch schon Jobs, in denen ich mich schwer getan habe. Aber ich glaube, mit der Erfahrung, die ich zwischendurch sammeln durfte, hätte ich diese Jobs davor auch besser meistern können. Zu 99% ging es da um Schwächen in meiner Kommunikation und im Umgang mit anderen menschen. Dafür hat mir der letzte Job wirklich viel gebracht. Aber emotional gut getan hat er mir nicht und ich würde heute jedem raten, lieber einmal zu viel zu wechseln als einmal zu wenig. Klar, man wird im Vorstellungsgespräch gefragt, wieso der Lebenslauf so zerpflückt aussieht. Auf die Frage sollte man sich eine überzeugende Antwort überlegen. Aber das wars dann auch schon.
  13. Anderthalb Jahre ist das mittlerweile her und ich würde nochmal gerne den alten Thread rauskramen um ein Fazit zu ziehen. Wenn jemand über die Suchfunktion draufstößt, kann er das dann vielleicht besser einordnen. Genau hier habe ich glaube ich den Fehler gemacht. Das hatte sich tatsächlich schon so früh abgezeichnet, aber ich hab es nicht gecheckt und die ganze Zeit "falsche" Signale gesendet. Sie hat sich damals verliebt, wollte schon recht bald eine Beziehung und war recht traurig, dass es nicht dazu gekommen ist.
  14. Geht ehrlich gesagt gar nicht um meine konkrete Situation auf der Arbeit, sondern das Thema interessiert mich allgemein. Man ist ja immer wieder in sozialen Zusammenhängen, wo man gewissermaßen eine Autoritätsperson ist und Verantwortung übernimmt und wo man andere führen muss. Mitarbeiterführung ist da denke ich nur eine gute Blaupause, weil sich in dem Bereich schon viele Menschen darüber Gedanken gemacht haben. Ja, ich glaube schon. Werde mir beide Bücher auf jeden Fall mal anschauen. Danke!
  15. Hallo zusammen. Kennt ihr gute Bücher / Artikel / Videos / etc zum Thema Mitarbeiterführung oder wollt selbst eure wichtigsten Tipps zu dem Thema zum Besten geben? Ich bin nämlich auf der Suche nach was und mir ist nur aufgefallen, dass es unglaublich viel Material gibt. Denke mal, dass es schwierig sein wird, da die Spreu vom Weizen zu trennen. Vielleicht hat hier jemand etwas Erfahrung und würde mir helfen?