Beziehung beenden richtige Entscheidung?

10 Beiträge in diesem Thema

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Hallo an alle,
 
Ich 27 
Sie 25
Seit 5 1/4 Jahren in Beziehung
Problem: Sie krank: Angststörung, Essstörung, Sportsucht. Auseinandergelebt und andere Frau geküsst, Gefühle unsicher
 
mein Name ist Thomas und ich melde mich in diesem Forum, weil ich momentan einfach nicht mehr weiter weiß. Es geht um meine Freundin, mit der ich seid mehr als 5 Jahren  zusammen war. Wir lernten uns damals durch Zufall kennen und schnell lieben. Die ersten dreieinhalb Jahre mit Ihr waren für mich unvergesslich, da wir soviel zusammen erlebt haben und ich immer glücklich mit Ihr war. Wir reisten viel und hatten uns immer unendlich viel zu erzählen. Leider ist meine Partnerin nicht gesund. Sie leidet an einer Angststörung mit vielen Zwängen wie zwanghaftes Hüpfen, rennen, kontrolliere. Außerdem auch an einer Essstörung und dem krankhaften Zwang exzessiv Sport zu betreiben. All die Jahre bin ich damit iwie klar gekommen doch vor ca. 15 Monaten ging es langsam aber stetig bergab. Wir leben immer mehr nebeneinander her, wohnen mittlerweile aber zusammen. Im Bett lief quasi nichts mehr (1 mal im Monat), da es ihr immer schlechter ging. Alles wurde durch die Krankheit kontrolliert. Auch sonst war ich kaum Bestandteil Ihrer Freizeitplanung, wenn dann Sport, Freunde oder Familie. Ich kam ziemlich weit hinten, da wohl auch Anziehung verloren gegangen ist. Jetzt macht Sie seit 8 Wochen eine Therapie in stationärer Behandlung. Sie ist quasi weg, kam nur einmal die Woche heim, Wir sahen uns noch regelmäßig mal ne Stunde und es war eigentlich immer sehr schön. Es ging einfach nicht mehr, es gab einfach neben Ihrer Krankheit und Familie, Sport, Freunden keinen Raum mehr für unsere Beziehung.
 
Eine weiter Punkt:
Kenne seid ca. 2 Jahre ein Mädel. Seid nem knappen Jahr wurde es intensiver bei uns, wir flirteten, schrieben und sahen uns oft. Gelaufen ist nie etwas, da ich normal ein treuer Mensch bin. Trotzdem gab Sie mir genau das was mir so lange fehlte,: Bewunderung, Nähe, Interesse und vor allem auch Spaß. Sie lacht, ist immer gut drauf und ein Partymensch (trinkt aber auch öfters zu viel). Dennoch weiß ich, dass Sie mich liebt und seit nem Jahr keinen Kerl mehr hatte. Sie kämpft um mich und würde alles geben, um ne Beziehung mit mir einzugehen. 
 
Nun haben wir uns geküsst und letzte Woche wieder ging es wieder sehr lange. Habe mittlerweile mit meiner Freundin Schluss. Zunächst habe ich es verschwiegen, dann war ich aber ehrlich zu ihr. Sie ist ausgerastet, weil ich zunächst gelogen habe, da ich es nicht über Herz gebracht habe ihr während Ihrer schweren Phase mit Therapie so wehzutun. Jetzt ist Schluss. Ich weiß, dass Sie mich noch liebt und ich weiß nicht was ich fühle. Iwas ist noch da, nur weiß ich nicht, ob es reicht. Das Hauptproblem ist, dass wir keine Kompromisse eingehen und auch andere Zukunftsvorstellungen haben. Gemeinsamkeiten gibt es aber auch sehr viele.
 
Würdet Ihr kämpfen oder versuchen loszukommen und nach gegebener Zeit versuchen mit der anderen Frau was aufzubauen? Ich mag Sie. Sehr lange schon und sie zieht mich in ihren Bann. Such unbewusst ihre Nähe und fühle mich schon lange mies, wenn Sie nicht da ist oder ich keinen Kontakt zu ihr habe.  
 
Über eure ehrliche Meinung würde ich mich echt freuen,
 
Beste Grüße,
 
Thomas.

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Hallo Thomas,

ich hatte mal eine Freundin, die war Borderlinerin. Die Symptome waren ähnlich (Angststörung, Essstörung, Sportwahn etc.). Die Beziehung habe ich auch beendet, als sie in einer stationären Therapie war und ich hatte genau das gleiche schlechte Gefühl, wie Du es hast. Nämlich dass man eine Beziehung eigentlich nicht beenden möchte, wenn der andere komplett am Boden ist.

Meiner Erfahrung nach erfordert es eine unglaubliche Stärke, mit derart erkrankten Menschen eine Beziehung zu führen. Man muss sich wissentlich und willentlich komplett hinten anstellen und das eigene Wohlbefinden hängt stets von den Krankheitsschüben des anderen ab. Eine Zeit lang geht das gut, vielleicht fühlt man sich sogar ganz gut dabei, die starke Schulter zu sein, jemandem helfen zu können. Aber nach und nach wird der eigene Akku immer leerer und man brennt komplett aus. Wenn man ständig mit einem schlechten Gefühl herumläuft und auf den nächsten "Schub" wartet, dann geht man irgendwann vor die Hunde.

Du schreibst selbst, Du seist am Anfang "irgendwie damit klar gekommen". Und genau das ist es. Man arrangiert sich damit, aus welchen Motiven auch immer (Liebe, Angst vor dem Alleine sein etc.). Aber möchte man mit einem "Arrangement" dauerhaft leben? Sich zu arrangieren bedeutet immer, Abstriche bei Deiner eigenen Lebensqualität zu tolerieren. Genau dies ist bei erkrankten Menschen häufig in großem Maße nötig, damit die Beziehung nicht völlig eskaliert. Ohne es zu merken, lässt man sich häufig in diesen Krankheitsstrudel reinziehen. Nimmt Verhaltensweisen an, die man vorher nie für möglich gehalten hätte. Nur, um nicht den nächsten Schub auszulösen.

Fernab von Deiner neuen Bekanntschaft, halte ich Deine Entscheidung für richtig. Eine Beziehung zu einer psychisch kranken Frau ist eine superharte Sache und, meiner Erfahrung nach, nie von Erfolg gekrönt. Ich kenne nur ganz wenige Fälle, die es über mehrere Jahre hinweg ausgehalten haben und das auch nur, weil sie ihr eigenes Ich quasi gelöscht haben und nur noch für den anderen leben. Das kann und darf jedoch niemand von Dir verlangen.

Du fragst, was "wir" tun würden. Ich würde die Geschichte mit der ersten Dame komplett beenden und auch nicht sofort etwas neues eingehen. Eine Beziehung zu einer psychisch kranken Frau hinterlässt krasse Spuren, die man häufig erst bemerkt, wenn man nach dem Beziehungsende ein bisschen runtergekommen ist und zu sich selbst zurückgefunden hat. Nimm Dir ein paar Wochen Auszeit von Frauenkrams und kümmer Dich um Dich selbst. Und wenn Du merkst, dass Du wieder der alte Racker bist, dann gehts auf zu neuen Ufern. Mit frischer Energie und guten Mutes.

Alles Gute.

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vor 3 Minuten schrieb Seipaln:

ich hatte mal eine Freundin, die war Borderlinerin. Die Symptome waren ähnlich (Angststörung, Essstörung, Sportwahn etc.)

Stop, Stop, stop.

Das sind keine Symptome für Boderline, sondern wiederum einzelne zusätzliche Diagnosen (wobei Sportwahn oft mit Esstörung einher geht und für sich keine eigene Diagnose ist.). Dass sowas oft gemeinsam auftritt (Komorbidität), ist ein anderes Thema.

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Ich bin nicht vom Fach.

Auf den ersten Blick wirkt es link, sie ausgerechnet jetzt, wo sie in die geschlossene Anstalt geht, zu verlassen.

Aber andererseits ist die Gelegenheit günstig. Wenn sie da in professionellen Händen ist, kann sie gleich die Trennung mitverarbeiten.

Und nachdem es mit ihrer Krankheit offenbar nicht aufwärts, sondern seit über 5 Jahren weiter bergab geht, klingt Seipalns Text sehr vernünftig.

Aber vielleicht solltest du dir selbst auch Rat bei einem Psychologen holen, wie du da am besten vorgehst.

 

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Ich habe meine Ex zurück genommen, weil sie kurz vor dem Diplom stand und ich mir dachte: Du kannst Sie in so einer schweren Phase jetzt nicht einfach im Stich lassen.... - sehr selbstlos von mir oder? 

Eigentlich ist ziemlich dumm von mir, die richtige Aussage. Das Leben ist zu kurz um es an einen Menschen zu vergeuden mit dem du bereits abgeschlossen hast. Es gibt niemals den richtigen Zeitpunkt. Es gibt nur DEN Zeitpunkt, den man respektieren muss. Einzelschicksale sind bedauernswert, sollten dich aber auf deinem Lebensweg nicht einschränken. Versteh mich nicht falsch, ich bin ein sehr rücksichtsvoller Mensch, ABER sie zu behalten ist doch auch iwie nicht ehrlich dann oder?

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Naja, wenn ihr Handy klingelt und ihr mitgeteilt wird, dass ihre Mutter verstorben ist, sollte man nicht gleich noch ein "Ich mach übrigens schluss" noch hinterherhauen. 

Ich möchte aber keine Partnerin, die nicht mit mir zusammen sein möchte. Auch nicht in einer schweren Lebensphase, am besten kriegt man danach noch mit, dass die ganze Zeit was nebenbei gelaufen ist.

Jeder der nicht komplett verroht ist, merkt auch dass sowieso schon länger in der Beziehung etwas schief läuft. Das belastet eh zusätzlich, auch wenn man noch nicht schlussgemacht hat. Nein danke, dann nehm ich lieber das "Gesamtpaket Weiterentwicklung" und steh den Scheiss alleine durch.

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vor 2 Stunden schrieb 2cents:

Ich habe meine Ex zurück genommen, weil sie kurz vor dem Diplom stand und ich mir dachte: Du kannst Sie in so einer schweren Phase jetzt nicht einfach im Stich lassen.... - sehr selbstlos von mir oder? 

Eigentlich ist ziemlich dumm von mir, die richtige Aussage. Das Leben ist zu kurz um es an einen Menschen zu vergeuden mit dem du bereits abgeschlossen hast. Es gibt niemals den richtigen Zeitpunkt. Es gibt nur DEN Zeitpunkt, den man respektieren muss. Einzelschicksale sind bedauernswert, sollten dich aber auf deinem Lebensweg nicht einschränken. Versteh mich nicht falsch, ich bin ein sehr rücksichtsvoller Mensch, ABER sie zu behalten ist doch auch iwie nicht ehrlich dann oder?

Ist doch genau richtig. Auf die paar Wochen kommt es nicht an. Und das Gefühl, dass man daran mitschuldig ist, dass ein anderer durchs Examen gerasselt ist, das ist doch nicht so schön. Das habe ich schonmal genauso gehandhabt wie du und nicht bereut. Das hat doch nichts mit selbstlos zu tun. Ist einfach anständig.

Aber hier im Thread ist die Sache ja genau anders herum. Sie steht nicht kurz vor einem Examen sondern ist eh in den Händen von Profis, um Probleme zu fixen. Da kann sie gleich noch ein weiteres Problem mitangreifen, wie Viper schon schreibt, das volle Programm.

Bei so extrem psychisch labilen Menschen muss man ja Angst haben, dass sie selbstmordgefährdet sind, wenn man ihnen sagt: Ich bin dann mal weg. Und jetzt ist sie in den besten Händen und hat die besten Voraussetzungen, die Trennung einigermaßen zu verkraften.

bearbeitet von KommodoreB
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@KommodoreBJa anständig schon, für den Zeitrahmen bis zum Diplom. Leider hab ich den Fehler gemacht und das ganze dann noch 6 Monate laufen zu lassen. Dabei hab ich mich selbst verloren und bin tief in ein Drama verfallen.

@robtop Wie viper es sagt, hat sie professionelle Hilfe. Das sind die besten Voraussetzung für ne Trennung.

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Am 30.3.2016 um 09:56 schrieb 2cents:

Ich habe meine Ex zurück genommen, weil sie kurz vor dem Diplom stand und ich mir dachte: Du kannst Sie in so einer schweren Phase jetzt nicht einfach im Stich lassen.... - sehr selbstlos von mir oder? 

Eigentlich ist ziemlich dumm von mir, die richtige Aussage. Das Leben ist zu kurz um es an einen Menschen zu vergeuden mit dem du bereits abgeschlossen hast. Es gibt niemals den richtigen Zeitpunkt. Es gibt nur DEN Zeitpunkt, den man respektieren muss. Einzelschicksale sind bedauernswert, sollten dich aber auf deinem Lebensweg nicht einschränken. Versteh mich nicht falsch, ich bin ein sehr rücksichtsvoller Mensch, ABER sie zu behalten ist doch auch iwie nicht ehrlich dann oder?

Word! War bei mir ähnlich, sie hatte gerade nach über 9 Monaten Arbeitssuche wieder einen Job, da wollte ich die Bombe nicht platzen lassen.

@TE: Bedenke, dass Menschen mit so großen psychischen Problemen oftmals gar nicht in der Lage sind, wirkliche Liebe zu empfinden und zu geben, da sie sich selbst nicht annehmen und lieben. Das ist viel mehr Abhängigkeit, wenn man der Person jetzt das wegnimmt, nachdem sie abhängig ist, ist das natürlich wie ein Entzug. Auch wenn es hart klingt: Die psychischen Probleme von ihr sind nicht deine Probleme.

  • TOP 2

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Mit alphaverhalten prallen früher oder später solche psycho-Dinge an einem ab. Entweder sie nimmt dich dann vom Spielfeld oder du sie. Stringentes Verhalten ist hier gefragt.

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