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Hallo meine Damen und Herren,

da in letzter Zeit hier einigen Themen entstanden sind, würde ich sehr gerne ein übergeordnetes Thema erstellen, in dem es die möglichkeit gibt Wein, Champagner, Whisky und diverse andere Spirituosen zu raten und von euren Erfahrungen zu berichten.

Ihr seid herzlich hierzu eingeladen.

Guide by muhnbuht

Los gehts!

Da hier einige beim Thema Wein noch komplett im Dunklen tappen, habe ich eine kleine Orientierungshilfe für den Weinkauf zusammengschrieben:

EDIT: Ich bessere hier immer wieder einmal was nach, mehrmals reinschauen lohnt sich also!

Wie erkenne ich einen guten Wein?

a) Die einfachste und treffsicherste Variante:

Man kostet ihn! Das ist gar nicht so schwer, wie es sich anhört, denn im Weinfachhandel ist es üblich, dass einige Weine aus dem Sortiment zur Verkostung angeboten werden und direkt beim Winzer sollte es selbstverständlich sein, dass das ganze Sortiment -üblicherweise kostenlos- verkostet werden kann!

b) Die Nerd-Variante:

Man orientiert sich an Empfehlungen.Es gibt unzählige Wein- und Feinschmeckermagazine, wie Wine Advocate, Wine Spectator, Wine Enthusiast, Gault-Millau, Wein-Plus unzählige nationale und internationale Preise und Awards, Weinblogs, Weinforen etc. Wer sich an die großen Namen hält, wird sicherlich keine kapitalen Fehlkäufe machen. Da die Auswahl solcher Weinbewertungen sehr selektiv und die Bewertung sehr subjektiv (und in vielen Fällen sicherlich auch gekauft) ist, ist man auch damit auch nicht 100ig vor Unzufriedenheit gefeit, insbesondere, wenn man sich durch gute Bewertungen zum Kauf eines sehr teuren Tropfen hinreißen lässt (der aufgrund der überhöhten Erwartungshaltung dann doppelt enttäuschend schmeckt)! Ein relativ verlässliches „Gütesiegel“ ist in Österreich eine Auswahl in den „Weinsalon“. Die ersten Plätze sind zwar immer gleich ausverkauft, aber da Geschmack ohnehin nicht objektiv ist, muss es sich dabei noch lange nicht um die (wiederum subjektiv) besten Weine handeln.

c) Die Diskont-Variante

Am billigsten bekommt man Wein im Internet. Klar, wird ja wie bei jedem Versandhandel Verkaufsfläche und Personal eingespart. Praktisch ist auch, dass man bei den meisten Winzern direkt ab Hof bestellen kann, also die günstigen Ab-Hof-Preise bekommt und auch jede noch so ausgefallene Rarität findet. Aber: Wenn ihr nicht genau wisst, was ihr wollt, ist der Versandhandel die denkbar schlechteste Variante. Es gibt keine Beratung, keine Möglichkeit, den Wein zu kosten, meist eine Mindestbestellmenge von 6 Flaschen und die hohen Versandkosten machen ohnehin nur Großbestellungen wirtschaftlich sinnvoll. Ein Fehlkauf wiegt hier sehr viel mehr als im Einzelhandel, da ihr dann möglicherweise auf 6 Flaschen schlechten Wein sitzen bleibt.

d) Die komplizierte und mitunter frustrierende Variante:

Man will es sich "einfach" machen und geht in den Supermarkt. Die endlosen Regale mit all ihren "Aktionen" und "Preishits" sind auch zu einladend, um daran einfach vorbei zu gehen ;-) . Da einfach eine Flasche zu öffnen und zu verkosten unvorhersehbare Konsequenzen haben könnte und Jenny die Regalsortiererin und Gertrude von der Wurstabteilung keine große Hilfe bei der Auswahl sein werden, muss man sich an dem orientieren, was da ist:

1.) Die Weinabteilung: Wie groß ist die Weinabteilung? Sind die Weine nach einem System, etwa nach Herkunft sortiert? Gibt es eine große Auswahl lokaler Weine? Gibt es zusätzliche Angaben zu den Weinen außer den Preisschildern?

Je größer die Auswahl, je exakter die Unterteilung und je mehr Angaben zu den Weinen gemacht wird, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass ein Weinkenner für die Auswahl der Weine verantwortlich ist. Eine große Auswahl lokaler Weine lässt vermuten, dass direkte Verträge mit den Herstellern geschlossen wurden und nicht bloß die übliche Massenware angeboten wird. In besseren Österreichischen Supermärkten (Interspar, Corso) ist es üblich, dass die besseren Weine in separaten Regalen, getrennt von der üblichen Supermarktauswahl, angeboten werden.

2.) Der Preis: Prinzipiell gilt: Je teurer, desto geringer die Wahrscheinlichkeit eines Fehlkaufes (aber desto größer auch der Schmerz bei einem Fehlkauf!). Meiner persönlichen Erfahrung nach befindet sich die absolute Untergrenze, bei der man noch einen brauchbaren Wein bekommen kann, zwischen 4 und 5 Euro. Die besten Erfahrungen habe ich im Preisbereich zwischen 8 und 12 Euro gemacht. Zumindest bei den regionalen Produzenten stimmt da meistens die Qualität und der Preis ist noch nicht schmerzhaft.

3.) Die Flasche: An der Flaschenform kann man leider rein gar nichts ablesen. Die Hersteller von Billigweinen sind nicht blöd und imitieren teure Produkte in der äußerlichen Aufmachung. Allgemein kann man aber sagen, dass dunkle Flaschen den hellen vorzuziehen sind, weil der Wein dann weniger von Licht geschädigt wird. Natürlich sollte es eine Glasflasche sein. Wein in Plastikflaschen oder Tetra-Packs ist für Penner gedacht und sollte auch nur von ihnen konsumiert werden.

4.) Der Verschluss: Gerade bei den billigen Weinen gilt: Hier ist ein billiger Verschluss einem teuren vorzuziehen. Denn das, was für die Aufmachung aufgewendet muss letztendlich bei der Weinproduktion eingespart werden. Der Ideale Verschluss ist der Drehverschluss. Er ist dicht, erlaubt eine lange Lagerung, lässt sich ohne Hilfsmittel öffnen und Korkenfehler sind dabei ausgeschlossen. Die schlimmste Erfindung seit dem Wein im Tetrapack ist der Plastikkorken: Schwer zu entfernen und trotzdem nicht 100%ig dicht, ist er nur deswegen noch anzutreffen, weil Billigst-Anbieter zu wissen glauben, dass der Konsument einen verkorkten Wein wünscht, diesen aber aus Kostengründen nicht anbieten können.

5. Das Etikett:

Natürlich haben Billigproduzenten auch schon herausgefunden, dass der typische Supermarktkunde die Produkte nach der Verpackung aussucht, lasst Euch also von einem schönen Etikett nicht blenden! Wichtig sind einzig und alleine die Angaben, die sich darauf befinden:

5.1) Die Qualitätsstufe: Im Grunde genommen gibt es 4 Qualitätsstufen:

1. Prädikatswein (D) / DAC (A) /DOCG (I) / AOC subregional (F) / DOC (E)

2. Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete bzw. QbA (D) / Qualitätswein (A) /DOC (I) / AOC regional (F) / DOC (E)

3. Landwein (D,A) / IGT (I) / Vin de Pays (F) / Vino de la tierra (E)

4. Tafelwein (D) / Wein (Ö) / Vino da tavola (I) / Vin de table (F) / Vino de mesa bzw, Vino corriente (E)

Die Qualitätsstufen unterscheiden sich unter anderem in der Gebietseingrenzung, in der Reife des verwendeten Traubenmaterials, in Ertragsbegrenzung, und in der Begrenzung von Mitteln und Verfahren zur Veränderung und Verbesserung des Geschmacks und anderer Eigenschaften, wie Restzucker oder Alkoholgehalt. Diese Einschränkungen sind von Land zu Land verschieden.

Für den Endkunden sind eigentlich nur Qualitätsstufe 1 und 2 interessant, der Rest richtet sich an die Gastronomie (Schankwein) und Alkoholiker (Promillelieferanten) wobei die Grenzen zwischen Qualitätsstufe 1 und 2 fließend sind und in manchen Ländern gar nicht existieren (z.B. Spanien). "Landwein" kann unter Umständen auch noch trinkbar sein, zumindest ist er in Frankreich ein etabliertes Segment, das auch im Einzelhandel seinen Absatz findet. Im deutschsprachigen Raum ist er hingegen abseits billiger (und noch billiger schmeckender) Literware absolut unüblich. Wenige Ausnahmen bilden Weine, die nicht aus traditionellen Weinbauregionen stammen oder aus unüblichen Rebsorten gekeltert sind, die dürfen sich aus gesetzlichen Gründen nicht "Qualitätswein" nennen. Solch einen Wein wird man aber im Supermarkt ohnehin nicht finden!

5.2) Die Herkunft: Prinzipiell gilt: Je genauer die Gebietseingrenzung, desto besser der Wein. Es sollte mindestens das Weinbaugebiet (also z.B. "Mosel", "Wachau" oder "Bordeaux") deklariert sein. Das spiegelt sich auch in der Qualitätseinstufung der meisten Länder wider: "AOC", "DOC", "DAC" etc. bedeutet nichts weiter als "Wein kontrolierter Herkunft". Die besseren Weine werden mit noch genaueren Gebietsbezeichnungen als gesetzlich vorgeschrieben, wie der Gemeinde, der Riede (topologische Abgrenzung) oder der Lage versehen. Je ungenauer die Gebietsangabe, desto größer der Radius aus dem die Trauben stammen. Das kann aufgrund hoher Produktionsmengen sein, bei der die Trauben aus einer Region einfach nicht mehr reichen, es kann sich aber auch um Restpostenverwertung handeln. Der Gipfel dieser Panscherei wird durch die Herkunftsangabe „wine from EU“ geadelt.

Zum Herkunftsland:

Bei Weißwein würde ich zu lokalem Wein greifen, die heimischen Weißweinproduzenten (im gesamten deutschsprachigen Raum) liefern hervorragende Qualitäten und übertreffen Importware nicht selten im Preis-/Leistungsverhältnis. Bei Rotwein sieht es schon anders aus. Klimatisch ist Mitteleuropa für den heutzutage bevorzugten Rotweinstil (füllig, fruchtig, mild) nicht wirklich geeignet und das spiegelt sich im Preis wider. Gerade im unteren Preissegment würde ich daher bei Rotwein eher zu Südeuropa oder Übersee tendieren.

5.3) Der Alkoholgehalt: Bei der Gärung wird Zucker in Alkohol umgewandelt (10g/l Zucker = ca. 0,5vol% Alkohol). Das bedeutet: Je reifer das Traubenmaterial, desto höher der mögliche Alkoholgehalt und desto besser in der Regel der Wein. Leider lässt sich diese Formel nicht so einfach umkehren. Zum einen wird bei restsüßen Weinen nicht der gesamte Zucker vergoren, somit bleibt der Alkoholgehalt trotz vollreifem Traubenmaterials vergleichsweise gering, zum anderen ist es bei Weinen niedriger Qualitätsstufen üblich nachzuzuckern, um höhere Alkoholwerte zu erreichen. Außerdem wird ein hoher Reifegrad der Trauben nicht bei allen Weinen angestrebt. Manche Weißweinsorten erreichen vor der Vollreife ihren typischen Geschmack. Bei den üblichen Rebsorten würde ich als Richtwert für trockene Weine einen Mindestalkoholgehalt von 12% (Weißwein)- 13% (Rotwein) angeben.

5.4) Das Nennvolumen: Qualitätswein wird fast ausschließlich in 0,75l-Flaschen, selten auch 1,5l Flaschen (Magnum) vertrieben, Auslesen und andere hohe Prädikate werden üblicherweise in Halbflaschen (0,375l) seltener auch in 0,5l-Flachen vertrieben. Literware ist fast ausschließlich auch Billigware.

5.5) Der Jahrgang: Auf einem Wein sollte, im Gegensatz zum Sekt, auf jeden Fall ein Jahrgang drauf stehen. Wenn nicht, dann wurde er wohl aus Restposten verschiedener Jahrgänge zusammengepanscht. Es gibt verschiedene Tabellen über die Qualitäten der einzelnen Jahrgänge, ich bin aber der Auffassung, dass die im unteren Preissegment nicht sonderlich interessant sind. Worauf ich jedoch achten würde, ist dass der Wein aus einem aktuellen Jahrgang kommt, also aus dem Vorjahr bei Weißwein und Rotwein, der im Stahltank ausgebaut wurde und 3 Jahre oder jünger bei Reserven. Denn jahrelanges Herumstehen bei Neonlicht und Temperaturen über 20°C tut dem Wein nicht gut, insbesondere wenn er mit Kork verschlossen ist, denn der hält nicht dicht, wenn die Flasche aufrecht steht!

5.6) Die Rebsorte(n): Egal ob reinsortig oder Cuvée: Die verwendeten Rebsorten sollten auf jeden Fall am Etikett angegeben sein. Zu den einzelnen Rebsorten habe ich weiter unten ein Kapitel eingefügt.

5.7) Geschmacksangabe: trocken, halbtrocken, lieblich etc. Diese Angaben stehen im Zusammenhang mit dem Restzucker und variieren je nach lokaler Gesetzgebung, wobei "trocken" gleichbedeutend ist mit wenig Restzucker und "lieblich" mit sehr viel Restzucker. Hier gibt es kein „gut“ und „schlecht“, es entscheidet der persönliche Geschmack. Ich persönlich wäre bei billigem Süßwein misstrauisch. Ein guter Süßwein erfordert hohe Reifegrade des Traubenmaterials und das hat nunmal seinen Preis!

5.8) Sonstige Angaben: Je besser der Wein, desto weniger wird mit weiteren Angaben gegeizt. Ergänzende Angaben wären zum Beispiel der Restzuckergehalt und der Säuregehalt, sowie Angaben zur Vinifizierung (Ausbau, Lagerzeit, weitere Behandlungsmethoden). Speise- und Servierempfehlungen sind nett, habe ich aber auch schon bei Billigst-Wein gesehen („passt zu Pasta und rotem Fleisch, ideale Serviertemperatur 18°C“ :rolleyes: ).

EDIT: Habe die Rebsortenliste aus dem vorigen Thread hier angehängt und erweitert. Es handelt sich dabei fast ausschließlich um österrechische Rebsorten, da ich diese eben am besten kenne, falls jemand die Liste ergänzen möchte, nur zu!

Kleine Rebsortenkunde:

weiß:

- gelber oder roter Muskateller: äußerst aromatischer "Bouquet-Wein" mit Muskatduft und fruchtigem Geschmack. Ein absoluter Frauenliebling. Macht trocken und lieblich eine gute Figur.

- gelber, roter oder Gewürz-Traminer: Auch sehr stark duftender Wein. Hier überwiegt der Blütenduft. Schmeckt trocken oft etwas "enttäuschend", da der Geschmack mit dem intensiven süßlich-blumigen Geruch nicht mithalten kann, ist aber als Süßwein, egal ob halbtrocken oder Trockenbeerenauslese, ganz hervorragend.

- Scheurebe / Sämling 88: Deutsche Neuzüchtung mit einem sehr "traubigen", etwas "vulgären" (Weinkenner würden das glaube ich als "animalisch" bezeichnen) Aroma. Man hat das Gefühl, man schmeckt das Aroma der ursprünglichen Traube sehr deutlich heraus. Meist angenehm zu trinken und meiner Meinung nach durchaus frauentauglich.

- Grüner Veltliner: Die meistangebaute und meistexportierte Rebsorte Österreichs. Säurebetonte Weine mit "Pfefferl", also leichtem Pfeffergeschmack. Für mich eher Weine zum Spritzen oder für die älteren Semester (die ordentlich Säure auf der Zunge brauchen, damit sich noch was regt. :-p ) Im Preisbereich über 10€ findet man jedoch ganz außergewöhnliche Weine, die gar nichts mehr mit der üblichen Massenware zu tun haben.

- Welschriesling: Die meistangebaute Rebsorte der Steiermark. Eher herber, säurebetonter Trinkwein. Ich kann der Sorte nicht viel abgewinnen, kein besonderes Aroma, keine besondere Finesse, am ehesten als Spritzer geeignet. Aber vielleicht habe ich einfach noch nicht den richtigen getrunken...

- Furmint / Sipon: Grundlage des Tokayers, des weltberühmten ungarischen Süßweins. Trocken ausgebaut schmeckt er meist sehr billig und uninteressant, es sei denn der Winzer weiß ihn mit gezieltem Holzeinsatz aufzupeppen. Süß: ja, Trocken: lieber nicht!

Sauvignon Blanc

Auch bekannt als: Blanc Fumé

Herkunft und Verbreitung:

Sauvignon ist eine weiße Rebsorte, die aus dem französischen Loiretal stammt. Die teuersten und begehrtesten Sauvignon Blancs kommen aus den Bezirken "Sancerre" und "Pouilly-Fumé". Er ist weltweit verbreitet und fühlt sich in kühlen Weinbaugebieten besonders wohl. In den letzen Jahren ist es in Neuseeland zu einem richtigen Sauvignon-Blanc-Boomm gekommen auch in Deutschland und Österreich, insbesondere in der Südsteiermark, wird er vermehrt angebaut.

Aroma und Stilistik:

Sauvignon Blanc wird meist im Stahltank ausgebaut und ist jung zu trinken. Er ergibt zumeistschlanke, fruchtige, trinkige Weine und ihm werden zumeist Aromen wie "Wiese", "grüne Tomaten", "Stachelbeere", und manchmal auch "Feuerstein" nachgesagt. Letzteres gilt vor allem für die Sauvignon Blancs aus dem Loire-Tal, die dort eben auf Feuersteinböden wachsen und im Gegensatz zu den weltweit boomenden fruchtigen Sauvignon Blancs dezenter und mineralischer schmecken. Neuseelnändische SB's sind vor allem für ihre intensiven Aromen bekannt. Der Wein springt förmlich aus dem Glas und bietet eine enorme Fülle an Geruchsnoten an, die bis hin zu aufdringlichen, penetranten Geruchsnoten gehen, die in der Weinwelt als "pipi de chat", also Katzenpisse bezeichnet werden. Auch die Südsteierischen Sauvignon Blancs gehen in diese Richtung.

Date-Tauglichkeit:

Sauvignon Blanc ist ein absolut date- und alltagstauglicher Wein, mit dem man nicht viel falsch machen kann. Die intensiven, fruchtigen Aromen sind gefällig und kommen auch bei Nicht-Weintrinkern gut an. Er macht sich gut bei Sommerparties, und geht sicherlich ganz gut in Kombination zu Vorspeisen und leichter Küche (Beispielsweise gut zur Spargel). Als Dinner-Wein kann ich ihn mir aufgrund seiner aufdringlichen Aromatik nicht vorstellen.

Empfehlungen:

- Ventisquero, Casablanca, Chile: Sauvignon Blanc Reserva 2012, 10€: Fruchtiger, harmonischer Sauvignon Blanc mit deutlichen Steinobst-Aromen.

- Landesweingut Silberberg, Südsteiermark: Sauvignon Blanc Steinbruch 2009, 14€: intensiver, dichter und milder, in Würde gealteter Sauvignon Blanc mit Aromen von exotischen Früchten.

- Henri Bourgeois, Pouilly Fumé, Loire, Frankreich: En Travertin 2011, 22€: Dezenter, milder, mineralischer Sauvignon Blanc französischer Stilistik. Aufgrund seiner zurückhaltenden Aromen sicherlich auch als Speisebegleiter interessant.

- weitere Sauvignon-Blanc-Empfehlungen findet ihr in älteren Postings!

-Riesling

auch "weißer Riesling" und "Rheinriesling" genannt

Herkunft und Verbreitung:

Riesling ist eine alte Deutsche Rebsorte aus dem Gebiet Oberrhein. Heute ist er die wichtigste Rebsorte Deutschlands und DAS Prestigeprodukt der deutschen Weinwirtschaft. Er ist weltweit verbreitet, seine höchsten Qualitäten erhält er aber in kühlen, milden Regionen, in denen er langsam ausreifen kann. Er wird in Deutschland hauptsächlich in den Weinbaugebieten Mosel, Rheingau und Mittelrhein angebaut und mittlerweile auch verstärkt in Ahr, Nahe und Rheinhessen. In Frankreich ist er im Elsaß verbreitet, in Österreich in der Wachau. Riesling bevorzugt karge, schieferhältige Böden, auf denen er seinen typischen (bzw. gefragtesten) Sortencharakter entfaltet.

Aroma & Stilistik:

Riesling ist üblicherweise ein dezenter, säurereicher Weißwein. Er wird fast ausschließlich in Stahltanks ausgebaut bzw. vinifiziert und jung getrunken. Typischerweise ist er von Steinobstaromen (Pfirsich, Aprikose) geprägt. Teurere Rieslinge, die auf kargen Schieferböden wuchsen, haben meist auch "mineralische" Aromen, man riecht und schmeckt dabei förmlich den steinigen Boden. Insbesondere bei älteren Exemplaren treten sehr häufig Petrolnoten auf, der Wein riecht also nach Petroleum oder Diesel, manchmal auch nach Asphalt oder Gummi. Das kann auf Nicht-Kenner sehr abschreckend wirken, ist aber kein Fehler, sondern durchaus sortentypisch. Riesling wird wegen seiner hohen Säure meist mit vergleichsweise viel Restzucker abgefüllt, er wird meist spät gelesen und ist als Süßwein weltweit bekannt und beliebt. Eine Besonderheit von Riesling ist, dass er auch bei niedrigen Zuckerwerten ausreifen kann, was widerum bedeutet, dass trockene Rieslinge mit niedrigen Alkoholwerten (tw. sogar 8-10 vol%!) nicht zwangsweise unreif schmecken müssen. In diesem Sinne ist er also ein trinkiger und bekömmlicher Wein, denn es macht schon einen Unterschied ob man sich eine Flasche mit 8 oder mit 14 vol% einverleibt...

Date-Tauglichkeit:

Riesling ist absolut Date-Tauglich. Insbesondere seine Steinobstaromen sind sehr gefällig und frauentauglich. Etwas mehr als üblicher Restzucker kann auch nicht schaden und gilt bei Riesling nichtmal als schlechter Geschmack ;). Man sollte aber von älteren Rielsingen (am Besten immer das letzte oder vorletzte Jahr wählen, es sei denn, man weiß, dass es ein schlechtes Jahr war) Abstand nehmen, wenn man mit keiner Weinkennerin verabredet ist. Wenn man einmal einen petroligen Riesling erwischt hat, dann kann es helfen, ihn für ein paar Minuten, vielleicht auch eine Stunde offen (oder noch besser: im Dekanter) stehen zu lassen, dann verflüchtigen sich die auffälligsten Aromen meist. Als Speisebgleiter passt er besonders gut zu Fischgerichten, süße Spätlesen passen am besten zum Dessert oder zu Käse.

Empfehlungen:

- Weingut Leitz, Rheingau, Deutschland: Rielsing "Rüdesheimer Bischofsberg" Spätlese trocken 2011: fruchtiger, intensiver Riesling mit leichter, aber nicht störender Petrolnote. Süß-sauer, Apfelringe, kein "Publikumsliebling" aber interessant und für den Preis mehr als okay. 15€.

- Weingut Fritz Haag, Mosel, Deutschland: Riesling Brauneberger Juffer, trocken, 2011: intensiver, vollreifer Riesling mit Steinobst- und Blütenaromen. Öliges Mundgefühl. deutliche, aber harmonische Säure. 19€.

- Weingut Prager, Wachau, Österreich: Riesling Smaragd Steinriegel 2011: Ein "Bouquet" (also Geruch), das einen geradezu anspringt: Haribo Pfirsich, kein Scherz, genauso riecht er, und zwar nach einer ganzen Packung. Sehr trinkiger, harmonischer Wein mit mittlerer Säure. Auch für Weinanfänger "verständlich". Leider im Preis ein wenig zu hoch: 35€.

Chardonnay:

Ich muss die Beschreibung im Eingangsposting verwerfen. Nach einem Verkostungsabend mit Chardonnay stellt sich dieser Wein ganz anders dar, als das, was ich bisher darunter verstand:

Herkunft und Verbreitung:

Chardonnay ist eine weiße Rebsorte aus der französischen Bourgogne (Burgund), nahe mit dem Pinot Noir verwandt, und weltweit verbreitet. Die weltweit gefragtesten und teuersten Chardonnays kommen aus den Gebieten "Puligny-Montrachet", "Meursault", "Corton-Charlemagne" und "Chablis", allesamt im Bezirk Bourgogne gelegen. Dort wachsen sie auf sehr kalkhaltigen Böden, wo sie ihren typischen, mineralischen Charakter entfalten.

Aroma:

Chardonnays sind wie gesagt im Geschmack eher mineralisch, also nicht fruchtig, sondern warten eher mit herbem, salzigem und erdigem Aroma auf. Gewöhnlicherweise werden Sie, im Gegensatz zu den meisten anderen Weißweinen, im Holzfass ausgebaut, was dem Wein rauchige, vanillige und eben holzige Aromen verleiht. Typische dem Chardonnay zugesprochene Aromaattribute wären: Apfel, Mineralik, tropische Früchte, Haselnuss, Walnuss, Eiche, Butter.

Date-Tauglichkeit:

Ich finde, dass diese Weine nicht für Weinanfänger geeignet sind. Die mineralischen Geschmacksnoten sind schwerer zuzuordnen und weniger gefällig, als die fruchtigen Geschmacksnoten eines Muskatellers oder Sauvignon Blancs. Als Speisebegleiter, insbesondere zu Fisch und Meeresfrüchten, macht er aber sicherlich eine bessere Figur und ist universeller einsetzbar, als eben genannte "Bouquet-Sorten".

Empfehlungen:

- Planeta, Menfi, Sicilia IGT, Italien: Chardonnay 2010: Südländischer Chardonnay mit für die Rebsorte ungewöhnlich viel Frucht. Sehr üppiger und intensiver Wein, deutliche Barriquearomen. 25€

- Les Hériters du Comte Lafon, Macon, Bourgogne, Frankreich: Macon-Chardonnay "Clos de la Crochette" 2010: Sehr typischer Chardonnay mit deutlicher Säure, mineralischen Aromen, leichten Barriquenoten und langem Abgang, 23€

- Erwin Sabathi, Leutschach, Südsteiermark, Österreich: Chardonnay "Pössnitzberg" 2011: typischer Chardonnay, mittlere Säure, mineralische Aromen, deutliche Barrique-Noten und langer Abgang. 19€

Glossar:

Weinbeschreibung: Erzeuger, Ort, Weinbauregion, Land: Name des Weins + Jahr: Beschreibung. Preis

Barrique: kleine, französische Eichenfässer

langer Abgang: langanhaltender Geschmack nach dem Schlucken

Rot

- Zweigelt: Die meistangebaute rote Rebsorte Österreichs. Eine sehr trinkige, massentaugliche Sorte. Die Weine haben meist einen schlanken Körper (also nicht sehr voll und intensiv im Mund), rubinrote, durchscheinende Färbung und oft deutliche Weichselaromen. Wenn ihr einen österreichischen Rotwein sucht, und nicht wisst, was ihr nehmen sollt, nehmt einen Zweigelt, damit trifft ihr am ehesten den Durchschnittsgeschmack!

- Blaufränkisch: DIE Rebsorte des Burgenlandes. Ein "schwieriger" Wein. Sehr herb, intensiv und körperreich, würzige Aromen dominieren, fruchtige Aromen sind selten anzutreffen. Eher ein Wein für alte Männer als für junge Mädchen. Erst nach Jahrelanger Barrique-Lagerung werden die Ecken und Kanten so weit abgeschliffen, dass man ihn als "massentauglich" bezeichnen könnte. Das treibt aber den Preis wiederum so hoch, dass es mit der Massentauglichkeit erst nichts wird.

- St. Laurent: Österreichische Rotweinsorte, für mich das rote Pendant zur Scheurebe. Auch dieser Wein schmeckt irgendwie "vulgär" ich weiß nich, wie ich es sonst ausdrücken könnte, und auch hier hat man das Gefühl, man würde die Trauben direkt herausschmecken. Sehr interessante Rebsorte, die jedoch oft sehr deutliche Säure hat und an der sich die Geister scheiden.

- Blauer Wildbacher: Uralte, autochthone steirische Rebsorte, aus der der sogenannte "Schilcher" gekeltert wird: Ein stark säurebetonter Rosé mit einer ganz typischen Lachsfarbe. Je nach Reife (Der blaue Wildbacher reift seht spät, ein Winzer sagte mir bei einer Weinpräsentation, dass er letztes Jahr im November geerntet hatte!) kann er aber auch milde Rosé-Weine mit deutlichen Johannisbeer- und Himbeeraromen sowie sehr intensive (und sehr selten zu findende) Rotweine geben.

- Blauer Spätburgunder / Blauburgunder / Pinot Noir: DIE Rotweinsorte des Burgunds und Deutschlands. Ein sehr "dünner" Wein, purpur- bis rostrot, durchscheinend und mit schlankem Körper. Im Idealfall mit herrlichem, intensivem Duft ausgestattet. Hat nichts mit den amerikanischen Rotweinen zu tun, die meist dicht und intensiv daherkommen. Kann sicherlich ganz großartig sein, großartige Vertreter seiner Art sind aber, vor allem im niedrgen Preissegment, selten zu finden. Die Österreicher sind meiner Erfarung nach meist sehr dicht und vollmundig und könnten genausogut Blaufränkisch sein, sprich untypisch, deutsche und französische habe ich bisher keine getrunken. Mit slowenischen Pinot Noirs habe ich bisher überwiegend gute Erfahrungen gemacht.

- Blauer Portugieser: Würziger Rotwein mit "Tischweinstilistik": also, schlanker Körper, wenig Extrakt, eher geringer Alkoholgehalt und leicht zu trinken. Entspricht überhaupt nicht dem heutzutage erwünschten Geschmacksprofil und verschwindet deswegen auch aus den Regalen und Weingärten.

- Trollinger: Der Anti-Rotwein. Der Trollinger ist genau so, wie ein Rotwein nicht sein sollte: Dünn, extraktarm (fast schon ein Rosé), wenig Alkohol (~10%), wenig Körper. Gerade deswegen aber auch schon wieder interessant. Typischer "Tischwein", mit rustikalem Touch, an dem Großvati sicher seine Freude hätte, der aber bei einem Date nichts verloren hat.

- Syrah / Shiraz: In Frankreich "Syrah", in Amerika, Australien und Südafrika "Shiraz" genannt. Eine der weltweit beliebtesten Rotweinsorten. Sehr würzig, fruchtig und intensiv, braucht meiner Meinung nach eine längere Lagerung im Holzfass, um geschmacklich abzurunden. Braucht viel Sonne um voll auszureifen, die besten Qualitäten kommen daher aus wärmeren Gefilden.

- Malbec: Intensiver, dunkler, fruchtig-würziger Wein, der mich geschmacklich oft an Waldbeeren und Traubenzucker erinnert. Malbec hat die besondere Angewohnheit, in großer Höhe gepflanzt besonders dicke Berenhäute zu bilden, die dann wiederum zu einem besonders intensivem Geschmack führen. Die hochwertigsten Malbec kommen daher aus dem Südamerikanischen Hochland, wobei sie umso teurer werden, je höher sie gepflanzt wurden. Für mich eine der interessantesten roten Rebsorten.

- Tannat: Nahe mit dem Malbec verwandt. Sehr intensiver, dunkler Wein, der aufgrund seines äußerst hohen Tanningehaltes seinen Namen erhielt. Geschmacklich wie Malbec, wird hauptsächlich in Südamerika, insbesondere Uruguay, angebaut.

- Cabernet Sauvignon: Eine der beliebtesten roten Rebsorten. Wird vor allem in den USA reinsortig ausgebaut und ist die Grundlage der weltberühmten Bordeaux-Weine. Ihm wird ein Johannisbeer-Geruch nachgesagt, und ist meist recht dicht, mild und etwas herb im Geschmack. Meiner Meinung nach macht sich dieser Wein in einer Cuvée besser als reinsortig. Die reinsortigen amerikanischen Cabernet Sauvignons kommen oft recht süßlich daher (erinnern an Hustendrops) und sind daher sehr massentauglich.

Weinwissen:

Schaum- und Perlweine

Ich möchte Euch in diesem Posting in die Welt der schaumweine einführen. Da dies ein recht großes Thema ist, werde ich es nicht in einem Stück schreiben, sondern nach und nach erweitern!

Begriffsdefiniton:

Schaumwein ist ein Überbegriff für alle unter Kohlensäuredruck stehenden Weine, die in der Flasche einen Kohlensäuredruck von mindestens 3 bar haben, Perlwein ist der Begriff für alle kohlensäureversetzten Weine die in der Flasche einen Druck von unter 3 bar, mindestens aber 1 bar haben.

Geschichte:

Der Schaumwein wurde in der Champagne wohl eher durch Zufall erfunden. Es war wohl üblich, den meist sehr säurereichen Weinen aus dieser kühlen Weinbauregion Zucker zuzusetzen oder noch mit Restzucker abzufüllen, was öfter eine Nachgärung in der Flasche bewirkte und auch nicht selten zu Glasbruch führte. Dieser Wein wurde aber bei den Engländern so beliebt, dass er sich trotz der mit dem Glasbruch verbundenen Gefahren und Mengenverlusten durchsetzte und seit der Erfindung druckstabiler Flaschen weltweite Verbreitung fand.

Besonderheiten:

- Im Gegensatz zu (Qualitäts-)Wein ist bei Schaumwein keine Jahrgangsangabe zwingend notwendig. Selbst die teuersten Produkte werden nicht mit Jahrgangsangabe versehen. Das liegt einerseits daran, dass die großen Champagnerhäuser (fast die gesamte Champagne ist im Besitz einiger weniger Großproduzenten) jedes Jahr den selben Geschmack erreichen möchten, und dazu auf eine Vielzahl unterschiedlicher Weine unterschiedlichster Jahrgänge zurückgreifen, die dann zum gewünschten Ergebnis zusammengemischt werden. Es liegt aber auch daran, dass billige, qualitativ minderwertige Restweine gerne einmal mit Kohlensäure aufgepeppt werden. Denn mit Hilfe von Kohlensäure und Restzucker kann man, insbesondere wenn der Wein noch dazu gut gekühlt ist, über einige Fehler hinwegtäuschen. Es braucht daher niemanden wundern, dass Sekt und Prosecco trotz der aufändigeren Herstellungsmethode und Verpackung meist für unter 2 Euro über den Ladentisch gehen.

Eine Ausnahme ist "Jahrgangssekt" oder Jahrgangschampagner: In manchen Jahren wird ein Teil der Produktion aus Trauben eines einzigen Jahrgangs produziert. In der Champagne unterliegt solch ein Schaumwein strengen Qualitätskriterien, es muss ein besonders gutes Jahr sein und der Wein muss besonders lange auf der Hefe lagern. Im Deutschsprachigen Raum kann man jedes Jahr Jahrgangssekt herstellen, es müssen dazu nur tatsächlich alle Trauben aus demselben Jahrgang sein.

- Die besten Schaumweine werden im Gegensatz zum Wein aus unreifen Trauben hergestellt. Denn Sekt braucht hohe Säurgehalte um die gewünschte "Frische" zu erhalten. Außerdem würde bei vollreifen Traubenmaterial der Alkoholgehalt durch die 2. Gärung unangenehm hoch werden. Naturgemäß bieten sich somt kühle Weinbaugebiete für die Sektherstellung an. Die Champagne ist nicht zufällig eines der kühlsten Weinbaugebiete der Welt.

Geschmacksrichtungen:

Es wird auf den Etiketten nach Süßegraden unterschieden. "Brut" hat dabei nichts mit der Brut zu tun, sondern ist einfach die üblichste Geschmacksrichtung, nämlich zu deutsch "herb". Es bleibt anzumerken, dass das, was bei Sekt noch als "trocken" gilt, beim Wein schon "lieblich" wäre.

Dazu ein Auszug aus Wikipedia:

0 bis 3 g/l: naturherb (brut nature)

0 bis 6 g/l: extra herb (extra brut)

0 bis 12 g/l: herb (brut)

12 bis 17 g/l: extra trocken (extra dry)

17 bis 32 g/l: trocken (dry)

32 bis 50 g/l: halbtrocken (medium dry, demi-sec)

über 50 g/l: mild (sweet, doux)

Etikette und Rituale:

- Schaumwein wird kühl serviert. Je billiger er war, desto kälter sollte er serviert werden. Teurer Champagner kann durchaus etwas wärmer, bei etwa 10-12°C getrunken werden, da er mit höherer Temperatur auch mehr Aromen preisgibt.

- Üblicherweise wird er in Sektflöten serviert, da aber durch die schmale Glasform dabei nur eine kleine Fläche Kontakt mit der Luft hat und somit nur wenige Aromen in die Nase gelangen sollte man bessere Exemplare in Weißweinweingläsern servieren.

- Wenn der Stöpsel langsam aus der Flasche gedreht wird, und mit der Handfläche gesichert wird, dann springt er nicht raus und der Sekt bleibt auch in der Flasche. Man sollte bei gehobenen Anlässen dabei eine Stoffserviette benutzen, da es nicht gerade schicklich ist, die Flaschenöffnung, mit den Fingern zu berühren. Wer auf Showeffekt steht, der kann sich ja an der "Sabrage" versuchen, aber bitte nicht mich für etwaige Verletzte und Tote zur Verantwortung ziehen ;)

Champagner

Verbreitung: Champagner darf sich ausschließlich Schaumwein aus dem französischen Weinbaugebiet Champagne nennen.

Trauben: Champagner wird aus den Rebsorten Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier verschnitten. Letztere sind rote Rebsorten, werden aber so verarbeitet, dass die Farbstoffe in den Beerenhäuten nicht in den Most gelangen. Ein Champagner, der nur aus Chardonnay hergestellt wurde, wird "Blanc de Blancs" genannt.

Herstellung: Für Champagner werden die Trauben meist noch etwas unreif geerntet und ganz normal zu Weißwein vergoren. Dann wird dieser Weißwein in Flaschen gefüllt, und dort noch einmal mit einer Hefe- und Zuckermischung versetzt, um eine Zweite Gärung hervorzurufen. Der Zucker vergärt dabei vollständig, das bei der Gärung entstehende CO2-kann jedoch nicht aus der verschlossenen Flasche entweichen. Nach der Gärung wird der Champagner mindestens 9 Monate, meistens aber einige Jahre, auf der Hefe liegen gelassen, heißt, die Hefe wird nicht entfernt, sondern bleibt im Wein, um Geschmacksstoffe abzugeben. Nach dieser Lagerzeit wird die Flasche langsam gedreht, damit sich die Hefe unter dem Korken sammelt, danach wird die Hefe vereist und springt durch den Überdruck nach Entfernung des Korkens aus der Flasche. Diesen Vorgang nennt man "Degorgieren". Danach wird der Wein nocheinmal nachgezuckert oder mit Süßwein versetzt, um ihn auf die gewünschte Restsüße einzustellen und endgültig verkorkt.

Aroma: Das Aroma wird vor allem von der Hefe beeinflusst, auf die der Champagner oft jahrelang liegt. Das sind vor allem brotige Aromen und nussige Aromen, die dabei freigesetzt werden. Typische Beschreibungen wären etwa "Biskuit" oder "Nougat". Fruchtige Aromen treten nur sehr im Hintergrund auf.

Empfehlungen:

- H. Goutorbe: Cuvèe Tradition Brut, Champagne, Frankreich, 26€: komplexer Champagner mit rosinigem Aroma und ganz leichter Süße. Für den Preis ein Hit!

Crémant

Crémant ist französischer Schaumwein, der wie Champagner hergestellt wurde, aber nicht aus der Champagne kommt.

Meist ist er sogar aus den selben Trauben wie Champagner hergestellt und steht den Champagnern qualitativ oft um nichts nach. Im Preis-Leistung-Verhältnis sind Crémants aufgrund der geringeren Nachfrage oft deutlich besser als Champagner!

Aroma: Siehe Champagner

Empfehlungen:

- Blanc Foussy: Crémant de Loire Brut, Loire, Frankreich, 15€: Biskuitiger, trockener, dezenter Crémant, der genausogut ein Champagner sein könnte!

Cava

Cava ist die spanische Form des Champagners. Auch hier ist die Herstellungsmethode dieselbe, die verwendeten Traubensorten sind aber andere und auch das Klima ist im warmen Spanien ganz anders als in der kühlen Champagne.

Aroma: Meiner Meinung nach hat der Cava zumeist einen etwas "muffigen" Geschmack, und kommt im Durchschnitt bei weiten nicht so gut an, wie andere Schaumweine. Es mag tolle Cavas geben, ich habe bisher aber noch keinen getrunken!

Sekt

Sekt ist die im deutschen Sprachraum übliche Bezeichnung für Schaumweine. Nicht alles darf sich aber "Sekt" nennen, denn es gelten einige Qualitätskriterien.die in etwa dieselben sind, wie für "Qualitätswein". Im Gegensatz zum Champagner findet die Zweite Gärung normalerweise nicht in der Flasche statt, sondern in großen Drucktanks. Man nennt dies "Tankärung" oder "Methode Charmat". Nach der Gärung bleibt der Wein noch einige Monate auf der Hefe liegen und wird dann gefiltert und in Flaschen abgefüllt. Diese Methode muss keine schlechtere Qualität zu Folge haben, ist aber erheblich billiger als die Champagner-Methode. Es gibt auch Sekt, der nach Champagnermethode hergestellt wurde, aufgrund des Gebietsschutzes wird dies aber dann "méthode traditionelle" oder eben "traditionelle Methode" genannt.

Winzersekt

Bedeutet nichts weiter, als dass alle für die Herstellung verwendeten Trauben vom selben Betrieb kommen. Mittlerweile gibt es einen kleinen Sektboom. Viele Winzer komplettieren ihr Angebot, indem sie auch einige Sekte anbieten. Im Gegensatz zu den großen Sektkellereien bauen die Winzer den Sekt meist Sortenrein und aus einem einzelnen Jahrgang aus. Teilweise kommen dabei bemerkenswerte Qualitäten zustande, und das Angebot an Geschmacksrichtungen wird dadurch gewaltig erweitert.

Aroma: Je nach Rebsorte und Produktionsmethode höchst unterschiedlich. Da bei den kleineren Winzern die Weine üblicherweise nicht lange lagern, stehen hier meist die fruchtigen Geschmacksnoten im Vordergrund und der Grundwein ist geschmacklich klar zu erkennen. Grüner Veltliner und Riesling eignen sich meiner Meinung nach sehr gut für Sekt, säurearme traubensorten, wie Traminer, oder gerbstoffreiche Traubensorten, wie alle Roten Sorten, eher weniger.

Empfehlungen:

- Bründlmayer: Sekt Brut Rosé, Kamptal, Österreich, 26€: Süßlicher, fruchtiger Rosé Sekt, dessen Aromen an Johannisbeeren erinnern. Nuttenbrause auf höchstem Niveau ;-P

Krimsekt

Krimsekt ist die russische Variante des Champagners und stammt ursprünglich aus der Halbinsel Krim in der Ukraine. Er wird wie Champagner hergestellt, jedoch aus anderen Traubensorten. Die Bezeichnung ist nicht geschützt, daher kann er auch aus anderen Gebieten in der Ukraine stammen.

Perlwein

Perlwein ist die deutsche Bezeichnung für alle Kohlensäureversetzten Weine, die nicht unter die Kategorie "Schaumwein" fallen (siehe auch oben). Sie werden auch manchmal in Anlehnung an den italienischen Prosecco als "Secco" vermarktet. Perlweine gibt es in verschiedenen Qualitätsstufen, wobei die einfachsten einfach nachträglich mit Kohlensäure versetzter Wein sind.

Spumante

Italienischer Schaumwein, der in Flaschengärmethode oder Tankgärung hergestellt wurde. Er hat einen Druck von über 3 Bar in der Flasche.

Frizzante

Frizzantze ist italienischer Perlwein mit einem Druck unter 3 bar in der Flasche. Er kann wie ein Spumante hergestellt worden sein, den billigsten Frizzantes wurde aber wie bei Sodawasser einfach nur Kohlensäure zugesetzt.

Prosecco

Schaumwein aus der Region Prosecco in Venetien, Italien .Er wird aus der gleichnamigen Traube hergestellt die heute aufgrund der geschützten Gebietsbezeichnung "Glera" genannt wird. Es gibt "Prosecco Spumante" und "Prosecco Frizzante" (siehe oben). Wer nicht genau weiß, warum er es nicht tut, sollte vom "Prosecco Frizzante" Abstand nehmen, denn dies ist meist billigster Müll.

Aroma: Auch hier dominieren die fruchtigen Aromen. Meist gibt es auch spürbaren Restzucker. Dass Prosecco unter Frauen sehr beliebt ist, dürfte kein Geheimnis sein.

Empfehlungen: Canella: Prosecco di Conegliano Millesimato DOCG 2011, Venetien, Italien, 12€: Fruchtiger, etwas süßer Prosecco, so wie ihn Frauen lieben.

Moscato d'Asti

Perlwein aus der Region Asti, Italien, der aus der Rebsorte "Gelber Muskateller" hergestellt wird. Die Herstellung ist hier anders als bei den vorher genannten Schaumweinen: Der Wein wird nur einmal vergoren, die Gärung jedoch vor der vollständigen Vergärung des Zuckers durch Kühlen des Tanks abgebrochen, der Wein unter Druck gefiltert und in Flaschen abgefüllt. Somit ist Asti immer restsüß und er hat auch einen niedrigeren Alkoholgehalt als andere Schaumweine: 4,5-6,5vol%, was ihn sehr bekömmlich macht.

Aroma: Das Aroma ist intensiv-fruchtig und sehr süß. Er sollte möglichst jung getrunken werden, da er nicht sehr lange haltbar ist. Das Wort "Perlwein" sollte hier niemanden in die Irre führen: Moscato d'Asti bringt aufgrund seiner schonenden Gärmethode ganz wunderbare Süßweine hervor, die in Sachen Fruchtigkeit und Aromenfülle alle andern Schaumweine in ihre Schranken weisen.

Asti Spumante

Asti Spumante wird im Gegensatz zu "Moscato d'Asti" ähnlich wie Sekt, mit Hilfe einer zweiten Tankgärung hergestellt. Er hat durch die zweite Gärung einen höheren Alkoholgehalt, nämlich 7-9,5 vol%. Die 2. Gärung wird vor vollständiger Vergärung des Zuckers abgebrochen und der Wein mit Restzucker abgefüllt. Er sollte auch jung getrunken werden. Durch die 2. Gärung gehen Aromen verloren, wodurch Asti Spumante qualitativ eine Stufe unter dem Moscato d'Asti steht.

Lambrusco

Roter Perlwein aus Italien der aus der Traubensortenfamilie "Lambrusco" gekeltert wird. Es gibt analog zum Asti verschiedene Herstellungsmethoden und somit Qualitätsstufen. Er wird meistens, aber nicht zwingend restsüß ausgebaut. Bei uns ist er vor allem als billiger, süßer Saufwein bekannt.

Dies ist eine Auswahl der bekanntesten Schaumweine und Produktionsmethoden, natürlich gibt es derer noch viel mehr, das würde aber den Rahmen dieses Postings sowie meinen Horizont sprengen!

bearbeitet von Daywalker2010
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Mein Geheimtipp für Whisky Liebhaber

http://www.bottleand...efID=bot5669877

Schmeckt etwas nach Torf und Salz im Abgang. Ziemlich das geilste Whiskyzeugs neben Glenmorangie was ich kenne. Klingt merkwürdig, schmeckt aber sehr lecker und das wird nicht mit Cola gemischt!!!! Niemals! Erwische ich einen dabei, Kopfschuss. :-p

Auch gut, der "Prinz Charles" Whisky, Loch Lomond.

http://finlayswhisky...cid=google_base

Jetzt outen sich hier die Alks :-)

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Mein Geheimtipp für Whisky Liebhaber

http://www.bottleand...efID=bot5669877

Schmeckt etwas nach Torf und Salz im Abgang. Ziemlich das geilste Whiskyzeugs neben Glenmorangie was ich kenne. Klingt merkwürdig, schmeckt aber sehr lecker und das wird nicht mit Cola gemischt!!!! Niemals! Erwische ich einen dabei, Kopfschuss. :-p

Jetzt outen sich hier die Alks :-)

Naja, Geheimtipp und ist nicht jedermanns Sache, also zuerst probieren.

PP

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Wenn dann lieber ein Laphroaig, der 18 jahre alt ist.. Der hat den 15er ersetzt (den besten überhaupt - gibts leider kaum noch) -

Der 18er ist etwas milder, aber immernoch wunderbar rauchig und torfig sowieso! Nur zu empfehlen!

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wein: rot und lecker.

Imiglykos

rewe: 2,19€

Schmeckt ganz gut, immer ein schönes Geschenk, sieht nicht billig aus. In Griechenland auch als schöne 1,5l Flasche zu haben.

Wertung: gut (lieblich und ohne Beigeschmack)

Eine Empfehlung des Hauses! :good:

bearbeitet von coeur de pirate
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Brrrr, Wein für 2€ sonstwas bei Rewe, sowas kann man nicht unwidersprochen stehenlassen!

Siehe mein Posting zur Orientierungshilfe beim Weinkauf:

http://www.pickupfor...ost__p__1292130

Ich hab dieses Ding gegoogelt: Es handelt dabei sich um einen Tafelwein (niedrigste Qualitätsstufe) mit viel Restzucker (spricht in dieser Qualitätsstufe dafür, dass der schlechte Geschmack des Ausgangsmaterials mit viel Zucker übertüncht wurde). In dieser Qualitätsstufe gibt es keine Angabe von Jahrgang, Rebsorten und Herkunft (in diesem Fall schon, immerhin), man kauft also die Katze um Sack. Üblicherweise werden Restposten verschiedener Jahrgänge zusammengepanscht und mit bei Qualitätswein verbotenen Zusatzmittelchen geschmacklich aufgepeppt. Kann schon sein, dass es den durchschnittlichen Ansprüchen genügt (also gut runtergeht, betrunken macht und nicht durch saure oder bittere Geschmacksnoten auffällt), aber eine Empfehlung? NIEMALS!

EDIT: In diesen Zwei-Euro-Sonstwas sind ist die Mehrwertsteuer, der Verschluss, die Flasche, das Etikett, Abfüllung, Verpackung, Transport, Lagerung, Zwischenlagerung, Margen für den Erzeuger, den Zwischenhändler (dass Rewe direkt bei griechischen Weingütern einkauft halte ich für unwahrscheinlich) und den Einzelhandel enthalten. Da bleiben ein paar Cent pro Liter für die Weinproduktion übrig. Und damit soll ein Weinberg gepflegt, die Erntehelfer bezahlt, und ein Weinkeller betrieben werden? Ich tippe darauf, dass man hier die Traubenproduktion ganz ausgelassen hat und stattdessen Restposten verschiedener Erzeuger und Jahrgänge verwertet.

bearbeitet von muhnbuht
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Wenn es schon billiger Supermarktwein aus Massenproduktion sein soll:

- Mezzacorona: Teroldego Rotaliano Reserva 2007; Trentino, Italien; 6,50€ bei Interspar (Österreich)

- Gallo Family Wineyards: Merlot 2008, Kalifornien, USA, 6€ bei Interspar

- Concha y Toro: Frontera Cabernet Sauvignon 2010, Chile, 4€ bei Spar (Österreich)

- Vignobles Dourthé - Château Pey La Tour 2007, Bodeaux Frankreich, 6,50€ bei Interspar

- Rotwein Wilkatal GmbH: Back to Red, Blaufränkisch, Burgenland, Österreich, 5€ bei Hofer (Österreich)

>> Allesamt brauchbare Rotweine aus dem üblichen Supermarktsortiment. Man bekommt jedoch für das gleiche Geld bessere Weine, wenn man einen Abstecher in den Weinfachhandel oder direkt zum Winzer wagt.

- Wein&Co Vintage Selection: verschiedene Weißweine aus verschiedenen österreichischen Weingütern, 5-7€ bei Wein&Co (Österreich)

- Pewal Weinhandels GesmbH: verschiedene österreichische Weißweine mit "Klapotetz" am Etikett, ~5€ bei Hofer (Österreich)

>> Billige und brauchbare Weißweine aus österreichischer Produktion (habe leider keinen Einblick in das Angebot deutscher Supermärkte). Wobei Wein&Co ein Fachhandel ist, der mit seiner "Vintage Selection" ein eigenes Billig-Segment fährt. Auch hier wird man bessere Weine für's gleiche Geld finden, wenn man einen Blick über das Supermarktsegment hinaus wagt.

bearbeitet von muhnbuht

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Mein Geheimtipp für Whisky Liebhaber

http://www.bottleand...efID=bot5669877

Schmeckt etwas nach Torf und Salz im Abgang. Ziemlich das geilste Whiskyzeugs neben Glenmorangie was ich kenne. Klingt merkwürdig, schmeckt aber sehr lecker und das wird nicht mit Cola gemischt!!!! Niemals! Erwische ich einen dabei, Kopfschuss. :-p

Jetzt outen sich hier die Alks :-)

Naja, Geheimtipp und ist nicht jedermanns Sache, also zuerst probieren.

PP

Na wenn Laphroaig, dann sollte man zumindest den Quarter Cask empfehlen, sonst ärgert sich der Käufer vom normalen 10yo später genauso wie ich. ;-) Ohne ihn vorher getrunken zu haben, sollte man aber lieber erst einmal zu Lagavulin 16, Talisker 10yo, Ardbeg 10yo oder dem neuen Laddie 10 (Bruchladdich) greifen. Laphroaig ist mit seinem medizinischen Aroma für viele sicher grenzwertig. Ich mag ihn im Winter auch mal sehr gern, aber eben nicht so wie den Laga 16, den ich immer trinken könnte. Dazu ist Laphroaig einfach zu speziell.

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Kann man die guten Empfehlungen vielleicht irgendwo direkt verlinkt im Startpost sammeln? Das würde die Suche vereinfachen, wenn man auf die Schnelle mal eine Empfehlung braucht.

Oder ich wende mich einfach direkt an muhnbuht, wenn ich etwas suche. ;-)

Übrigens; das ein Wein für 2€ nicht qualitativ hochwertig sein kann, erklärt sich doch von selbst. Ich nehme heute auch einen 2€-Roten von Rewe mit auf eine Party. Schmeckt süß, und macht betrunken. Mit Genuss oder Weinkunde hat das aber wenig am Hut.

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bei der kleinen Rebsortenkunde fehlt definitv beim roten noch der Dornfelder. Er ist jetzt nicht gerade der hochklassige Rotwein, aber wenn Trollinger genannt wird sollte er auch rein. Zumal er zu den am stärksten Angebauten Sorten (Deutschland, vor allem Rheinhessen, Pfalz) gehört.

Der beste den ich bis jetzt getrunken habe ist von Gutzler der "Flur 1" absolut genialer Rotwein, sehr leicht mit einem richtig guten Spätburgunder zu verwechslen. 7 Jahre im Barrique gerreift. Aber hat auch seinen Preis.

bearbeitet von C-Ro/x

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Wenn Du eine Beschreibung dazu machen könntest, dann würde ich sie in die "Rebsortenkunde" hineinkopieren! Ich kann zu dem Wein leider nichts sagen, weil ich ihn erst einmal getrunken habe (und mir das ehrlich gesagt auch gereicht hat ;-) ).

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2.) Der Preis: Prinzipiell gilt: Je teurer, desto geringer die Wahrscheinlichkeit eines Fehlkaufes (aber desto größer auch der Schmerz bei einem Fehlkauf!). Meiner persönlichen Erfahrung nach befindet sich die absolute Untergrenze, bei der man noch einen brauchbaren Wein bekommen kann, zwischen 4 und 5 Euro. Die besten Erfahrungen habe ich im Preisbereich zwischen 8 und 12 Euro gemacht. Zumindest bei den regionalen Produzenten stimmt da meistens die Qualität und der Preis ist noch nicht schmerzhaft.

4-5 EUR als absolute Untergrenze mag für "weinbauferne" Regionen durchaus okay sein, aber geh man in Rheinhessen oder in der Pfalz in den Supermarkt. Da gibt es schon brauchbares ab knapp über 3 EUR; und ich red hier nicht vom 1,50 EUR Mazedonier.

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Möglich, dass die Preise in Deutschland niedriger sind! In Österreich ist es zumindest so, dass man direkt beim Winzer gar keinen Wein unter diesem Preis bekommt (Im Supermarkt schon, da ist aber die Qualität auch dementsprechend). Da ist der kleinste Preis, den ich für Qualitätswein ab Hof jemals gesehen habe 4,50€. Natürlich gibt es die "Literklasse", also Landwein, billiger, nur, wer möchte sowas schon trinken?

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Was laberscht du?

Wein in Literflaschen ist nicht automatisch Landwein. Ich weiß leider nicht genau wie die rechtslage in Österreich ist aber hier in deutschland gibt es ein Kontinggent auf die Ertragsfläche, bedeutet, erntet man zu viel und überschreitet das Kontinggent kann der Rest der menge nicht mehr als Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete (Q.b.A.) verkauft werden sondern wird abgestuft zu Landwein.

Zum anderen sind Literflaschen in Rheinland Pfalz sehr weit verbreitet, ich empfehle dir mal in Mainz die DLG Jahrgangspräsentation zu besuchen, es werden u.a. Gold Prämierte Literweine zum verkosten ausgestellt und dann sagste nochmal "wer möchte sowas schon trinken?"

also QbA und Landwein hat nichts mit Flaschengröße oder Form zu tun. Wusstest du das einige Große Gewächse des VDP als Landwein gegekennzeichnet werden mussten da sie mehrmals nicht durch die Qualitätsprüfung gekommen sind? Soviel zu Qualitätswein.

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Fein, ich mag sehr gerne Gewürztraminer trinken, allerdings hatte ich lange keinen mehr, der mir wirklich geschmeckt hätte. Für Tipps wäre ich dankbar.

@ C-Ro/x Die Barrique- Empfehlung wird schon mal dankend registriert, mal sehen, ob mir der hier über den Weg läuft.

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Was laberscht du?

Wein in Literflaschen ist nicht automatisch Landwein. Ich weiß leider nicht genau wie die rechtslage in Österreich ist aber hier in deutschland gibt es ein Kontinggent auf die Ertragsfläche, bedeutet, erntet man zu viel und überschreitet das Kontinggent kann der Rest der menge nicht mehr als Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete (Q.b.A.) verkauft werden sondern wird abgestuft zu Landwein.

Zum anderen sind Literflaschen in Rheinland Pfalz sehr weit verbreitet, ich empfehle dir mal in Mainz die DLG Jahrgangspräsentation zu besuchen, es werden u.a. Gold Prämierte Literweine zum verkosten ausgestellt und dann sagste nochmal "wer möchte sowas schon trinken?"

also QbA und Landwein hat nichts mit Flaschengröße oder Form zu tun. Wusstest du das einige Große Gewächse des VDP als Landwein gegekennzeichnet werden mussten da sie mehrmals nicht durch die Qualitätsprüfung gekommen sind? Soviel zu Qualitätswein.

Die Kontingente sind ja nicht umsonst da, die sollen verhindern, dass die Stöcke überbelastet werden und die Weinqualität durch den zu hohen Ertrag sinkt. Wenn Sie so umgesetzt werden, dass eben alles bis zu einem gewissen Kontingent als "Qualitätswein" deklariert wird, und der Rest als "Landwein", dann sind sie natürlich für die Katz'! Dann kann es natürlich auch gut sein, dass der "Landwein" dasselbe wie der "Qualitätswein", nur in einer anderen Verpackung ist!

Zu den Flaschen: Es hat sich zumindest in Österreich so eingebürgert, dass der für die Gastronomie vorgesehene "Schankwein" in 1l-Flaschen, mit Drehverschluss oder Kronkorken und der Qualitätswein in 0,75l-Flaschen und etwas schöner verpackt angeboten wird, der Endkunde erwartet in diesem Segment einfach eine schönere Aufmachung.

Da ich ab und zu mal Feste veranstalte bin ich immer für die Preishits zu haben (und ich denke andere Mitleser auch) , also her mit den Tipps, wenn du so einen als Landwein getarnten Qualitätswein kennst!

Fein, ich mag sehr gerne Gewürztraminer trinken, allerdings hatte ich lange keinen mehr, der mir wirklich geschmeckt hätte. Für Tipps wäre ich dankbar.

Ich kann leider nur Empfehlungen aus Österreich geben, da mir die deutsche Weinwelt vollkommen fremd ist.

Erste Wahl sind die Gewürztraminer aus der Regon Klöch in der Südoststeiermark mit der Bezeichung "Klöcher Traminer". Unter diesem Etikett verkaufen die Winzer der Region ihre (subjetiv) bestgelungenen Weine. Ich würde bei Gewürztraminer zumindest zu "halbtrocken" tendieren, die trockenen sind einfach nicht so intensiv im Geschmack.

Ein Tipp aus der Region wäre z.B.: Weingut Gießauf-Nell, Klöch, Südoststeiermark: Gewürztraminer SensatioNell, lieblich, 2011, 9,50 ab Hof

Ein Tipp aus Niederösterreich:

Weinbau & Heuriger Schüttkastenstüberl Urban, Wullersdorf, Niederösterreich: Roter Traminer 2011, ~7,50€ ab Hof

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Für die Katz sind die Kontinggente nicht. Kellereien oder Genossenschaften zahlen dem Winzer wesentlich weniger für Landwein, als für QbA, weshalb es sich nicht unbedingt Lohnt übermengen zu produzieren. Diese Weine sind auch in Supermärkten günstig zu finden und haben zweifelhafte Qualität. Allerdings bei Direktvermarktenden Weingütern kann ein Landwein ebenso ein hervorragender Wein sein wie ein schlechter. Ich möchte einfach nur darauf Hinweisen das es eine Begrifflichkeit ist die auf die Qualität verweisen soll, es aber nicht unbedingt tut.

Ich muss dich leider enttäuschen mit dem Preishit. Die Weine wurden zu den normalen Preisen verkauft :-D, und mir ist letzes Jahr auch nichts zu Ohren gekommen.

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Fein, ich mag sehr gerne Gewürztraminer trinken, allerdings hatte ich lange keinen mehr, der mir wirklich geschmeckt hätte. Für Tipps wäre ich dankbar.

Ich kann leider nur Empfehlungen aus Österreich geben, da mir die deutsche Weinwelt vollkommen fremd ist.

Erste Wahl sind die Gewürztraminer aus der Regon Klöch in der Südoststeiermark mit der Bezeichung "Klöcher Traminer". Unter diesem Etikett verkaufen die Winzer der Region ihre (subjetiv) bestgelungenen Weine. Ich würde bei Gewürztraminer zumindest zu "halbtrocken" tendieren, die trockenen sind einfach nicht so intensiv im Geschmack.

Ein Tipp aus der Region wäre z.B.: Weingut Gießauf-Nell, Klöch, Südoststeiermark: Gewürztraminer SensatioNell, lieblich, 2011, 9,50 ab Hof

Ein Tipp aus Niederösterreich:

Weinbau & Heuriger Schüttkastenstüberl Urban, Wullersdorf, Niederösterreich: Roter Traminer 2011, ~7,50€ ab Hof

Danke Dir! Dieses Jahr war ich zweimal bei euch und nicht nur zum Tanken ;-) Zumindest hätte ich da eine Lieferanschrift.

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Hier meine aktuellen Rotwein Favoriten:

  • 2007er Domaine de la Vougeraie Charmes-Chambertin Les Mazoyeres Grand Cru AOC (Frankreich, Burgund)
  • 2004er Torbreck Descendant (Australien)
  • 2008er Antinori Solaia IGT (Italien, Toskana)
  • 2009er Kanonkop, Pinotage (Südafrika, Stellenbosch)
  • 2010er Les Carruades de Lafite (Frankreich, Bordeaux)

bearbeitet von JimBananeOne
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Der Südafrikaner passt preislich nicht ganz in die Riege der anderen... ;o)

Und wie viel besser schmeckt ein 500€ Wein gegenüber einem 30€ Wein? Rechtfertigt das den Preis?

Bei Whisky merkt man definitiv bestimmte Stufen - 30-40€ = Gute Single Malts, aber unspektakulär, 40-70€ = Spürbar hochwertiger und gereifter, 70€+ = Vertiefung bestimmter geschmacklicher Tendenzen, 200€+ = Sammlerkram

Bei Wein schmecken mir viele 10€ Flaschen hervorragend, habe aber noch keine wirklich teuren getrunken und frage mich ob das nicht eine Menge Snobismus ist.

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Der Südafrikaner passt preislich nicht ganz in die Riege der anderen... ;o)

Wieso? Es ist eher der Lafite der nicht ins Preisgefüge passt...

Und wie viel besser schmeckt ein 500€ Wein gegenüber einem 30€ Wein? Rechtfertigt das den Preis?

Analog zu Deinem Whiskey Beispiel...

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Der Südafrikaner passt preislich nicht ganz in die Riege der anderen... ;o)

Wieso? Es ist eher der Lafite der nicht ins Preisgefüge passt...

Ich habs kurz ins Google Shopping gehauen und IIRC kam beim Südafrikaner 30€ raus während die anderen bei 100-500€ lagen. Ist natürlich nicht repräsentativ.

Und wie viel besser schmeckt ein 500€ Wein gegenüber einem 30€ Wein? Rechtfertigt das den Preis?

Analog zu Deinem Whiskey Beispiel...

Naja für mich kostet eine Whisky Standardabfüllung ~30€. Faktor 2-3 ist ein vertretbarer Qualitätszuwachs, danach wird es sehr speziell. Wenn ich bei Wein 8-10€ als Standard für gut trinkbare Qualität ansetze, dann hätte ich das analoge zu einem 100€ Whisky bei 30€ Wein erreicht. Das hieße die von dir genannten Weine sind allesamt nicht spürbar besser, sondern Sammlerkram bzw. eine Vertiefung ganz bestimmter Geschmacksnuancen?

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@Smoon: Die von mir vorgeschlagenen Weine bewegen sich alle in einer Preisklasse zwischen 30 und ca. 100,- €. Einzig der Lafite kostet (mittlerweile aufgrund Chinesischer Spekulanten) einige hundert Euro - Zugegeben, reine Liebhaberei.

Allerdings kannst Du keinen dieser Weine mit Rotwein aus dem Supermarkt vergleichen. Probiere es doch mal aus...

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Von Wein habe ich nicht viel Ahnung, aber wer an einem guten Gin interesse hat sollte auf jeden Fall den Bombay Sapphire Gin probieren.

Ihn gibts für 20€ beim Rewe und es ist einer der besten die ich bisher getrunken habe.

Sehr frisch und würzig.

http://www.bottleanddrinks.de/Bombay-Sapphire-Gin-07-Liter.html

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