19 Beiträge in diesem Thema

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Hallo Community,

Ich möchte hier mal den Vorteil nutzen anonym etwas zu schreiben was mich und mein Leben betrifft. Es soll mir einerseits zur Verarbeitung und Reflektion dienen und andererseits eine Zukunftsperspektive eröffnen. Ich möchte im Vorraus erwähnen dass ich schon in Therapie war aber die Erfahrungen in meiner Beziehung und allgemein in meinem Leben öffnen immer wieder neue Wege in die Vergangenheit:

Ich bin 28 Jahre alt.

Wo soll ich anfangen, am besten in einer Kindheit in der ich glücklich war und es mir an nichts gefehlt hat. Ich bin mit einer älteren Schwester aufgewachsen die unter Epilepsie litt und damit das Problemkind war. Sie war medikamentös eingestellt, hatte dadurch Übergewicht und natürlich auch soziale Probleme. Ich war der kleine Bruder und meine Eltern haben immer versucht mich von dem Thema mehr oder weniger fernzuhalten und das gelang auch insofern dass ich damit auch nicht viel mitbekommen hab. Dadurch hatten wir beide ein wirklich sehr distanziertes Geschwisterverhältnis und ich hab mich vor meinen Freunden für sie geschämt. So viel zu frühen Kindheit.

Als wir im Teenageralter waren hat uns unsere Mutter verlassen, von heute auf morgen haben sich unsere Eltern getrennt. Sie konnte das alles nicht mehr und auch der Umgang mit ihrer Schwiegermutter war nicht einfach, mein Vater hat bis dahin immer sein Ding durchgezogen und war der dominante Part in der Ehe, und meine Mutter lies es sich auch lange genug gefallen. Das hat mich in ein tiefes Loch gerissen und im Alter von 16 Jahren hatte ich plötzlich keine Bezugsperson mehr die mich im Leben begleitet, das heisst ich bin bei meinem Vater geblieben. Meine Schwester ging zu unserer Mutter. Meine Ausbildung...Schulabschlüsse...Abschlussbälle...niemand hat mich dazu animiert etwas aus mir zu machen. Ich hab aufgrund eines guten Realschulzeugnisses eine gute Ausbildung als Industriemechaniker bekommen den ich heute noch als CNC Fräser ausübe.

Aber die Trennung meiner Eltern hinterließ Spuren. Ich brauchte Aufmerksamkeit doch konnte nicht mit meinem Vater reden da er unter der Woche arbeitete und am Wochenende seine neue Partnerin besuchte. Ich war auf mich allein gestellt. Und hab komplett zu gemacht. Ich fing an exzessiv zu zocken, zum Ausgleich exzessiv zu trainieren und bin in die Pornokonsumschiene abgerutscht. Ich hatte immer Kumpels und bin dann auch wieder auf Partys etc gegangen doch ich war wie in einer andern Welt. Mein Körper wehrte sich gegen mein hartes Training und gegen meine Diäten um möglichst perfekt auszusehen in dem ich dazu noch Fressanfälle bekam. Dies dauerte mindestens ein Jahr und ich konnte sie von meinem ganzen Umfeld verbergen. Erst durch tiefe Freundschaften zu andern Familien und gemeinsamen Urlauben hab ich mich wieder in den Griff bekommen.

Durch übermäßigen idiotischen Ehrgeiz beim Sportklettern hab ich mir im Alter von 23 dann muskuläre Probleme zugezogen unter denen ich teilweise noch leide. Das hat meinen Job gefährdet durch viele Krankheitstage und natürlich viel auch ein großer Teil meines Freundeskreises weg, da dieser ja mit Sport zusammenhing. Als die Probleme nicht mehr in den Griff zu bekommen waren war ich 2015 in einer orthopädischen Reha. Das hat mich körperlich wieder einigermaßen leistungsfähig gemacht.

Dann der nächste Tiefschlag. zwei Wochen nach meiner Reha verstarb meine Schwester an einem epileptischen Anfall, ich war zu der Zeit noch krankgeschrieben und wollte sie besuchen und hab sie dort aufgefunden.

Mein jetziger Stand:

Meine zwei Beziehungen haben mir sehr stark reflektiert was in meinem Leben noch an Arbeit bedarf, ich wohne noch immer mit meinem Vater zusammen, der Umgang ist nicht immer einfach, ich habe letztes Jahr mit neuen Hobbys wie Tanzen und Sprachkursen begonnen und angefangen den Menschen die mir viel bedeuten mehr Zeit zu schenken.

Es klingt wahrscheinlich komisch aber ich glaube man merkt mir die obig beschriebenen Eckpfeiler in meinem Leben nicht an wenn man mich auf der Straße trifft, aber in der Tiefe siehts anders aus. Ich werde mich auf jeden Fall nochmal einer Therapie widmen auch wenn ich glaube mich mittlerweile gut im Griff zu haben. Jedoch bedarf es noch jeder Menge Arbeit und Scheisse fressen um vllt mal ein glücklicher Familienvater zu werden.

Ich probiere gerade auch jeden Tag irgend etwas neues zu machen oder zu probieren, sei es etwas neues zu kochen oder irgend ne Arbeit am Haus zu verrichten, einfach um noch stärker aus Gewohnheiten auszubrechen, da ich ab und zu doch noch viel zocke.

Ich geh ins Fitnessstudio und würd behaupten dass ich optisch für Frauen sehr ansprechend bin. Doch nochmal will ich nicht auf eine reinfallen die mir die obigen zwei Absätze auch noch unter die Nase reibt.

Hat vielleicht schonmal jemand ähnliches erlebt? Wie klingt so eine Geschichte für euch? Ich mein sie prägt meine Persönlichkeit schon ziemlich und zwar wirkt es sich oft in negativen Denkstrukturen aus, vor allem wenn ich zu viel Zeit habe. Dann fange ich an in den obigen Ecken herumzukramen und vergess dabei mein hier und jetzt bewusst zu leben.

Und jetzt kommt das wichtigste. Wenn ich das oben schreib muss ich sagen es gibt nichts womit ich nicht irgendwie wieder klarkam. Der Mensch hält viel aus und meine daraus resultierene Schlussfolgerung lautet dass ich mich oft lieber in der Vergangenheit sule. Als Ausrede um nicht die Verantwortung für mein Leben übernehmen zu müssen.

 

 

 

 

bearbeitet von nano4478

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Du hast mit allem was du schreibst recht. Ich bin zu bequem und durch Bequemlichkeit wird man im Leben unterbuttert. Danke für die Zeilen. Du hast recht dass man diese Gefühle noch genießt. Es hat sich für mich wirklich jetzt schon gelohnt meinen Beitrag zu schreiben. 

Ich bin mir noch nicht sicher wo ich anfangen soll aber ohne Eier rumzulaufen hat definitiv kein Sinn. 

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Die ganze Community steht hinter dir. Hier sind sehr viele Typen die ähnliches hinter sich haben. Lies dich ein und du wirst sehen wieviele von ihnen gigantisch ihr Leben ins Positive verwandelt haben. Du wirst nun einer von ihnen sein.

Lets go! 👍

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Gast Forbiddengirl

Ich kann mich nur anschließen. Es ist viel Schmerz dabei, was alles passiert ist. Aber: Sei froh, dass Du überhaupt Eltern hast, dass Du eine Schwester hattest, dass Du körperlich und geistig einigermaßen fit bist. Viele Menschen auf diesem Planeten durften es nicht haben bzw sein. Sei dankbar für alles, was Du vom Leben bekommen hast, und denke darüber nach, was Du hinterlassen möchtest. Welche gute Gedanken und Taten. Deine Eltern leben ja noch. Fange an, ihnen dankbar zu sein. Und höre auf, Dich mit sinnfreien Gedanken selbst zu verletzen. Komme zu Potte. Lebe Dein Leben und sei ein guter Mensch.

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vor 10 Stunden, nano4478 schrieb:

Als Ausrede um nicht die Verantwortung für mein Leben übernehmen zu müssen.

 

vor 9 Stunden, Lafar schrieb:

Das war es jetzt mit Opferhaltung.

Lafar hat das super auf den Punkt gebracht. Lies Dir seinen Text noch 10 mal durch.

Einen Punkt möchte ich trotzdem nochmal betonen:
Das Leben ist nicht fair - zu keinem von uns. Dir werden im Leben dauernd Dinge vor die Füße geworfen, auf die Du keinen Einfluss hast und mit denen Du dann klar kommen musst. Da sind dann auch viele unschöne Dinge dabei, traurige, verletzende. Krankheiten. Enttäuschungen. usw...

Jeder kreist im Kopf immer erst mal um sich selber. Deine Erfahrungen und Probleme haben ja eine direkte Auswirkung auf Dich persönlich. Aber wenn Du Dich mal umschaust und offen mit anderen Menschen redest, dann wirst Du schnell merken: Viele Menschen in Deinem direkten Umfeld haben auch Mist am Hacken – und ich bin aus einigen sehr persönlichen Gesprächen rausgegangen mit dem Gedanken "Man, bin ich froh, dass ich DAS in meinem Leben nicht habe".

Das soll jetzt nicht Deine schlechten Lebenserfahrungen herabsetzen. Bringt wenig, einem Menschen, der grade ein Bein verloren hat, zu sagen "Sei doch froh, der Typ im Bett neben Dir, der hat beide Beine ab". Dir fehlt trotzdem dein Bein.

Die Kunst ist, nicht nur die Dinge abzuspeichern und dann immer wieder im Kopf hervorzukramen, die eine negative Wirkung hatten, sondern auch bewusst wahrzunehmen: Wo habe ich im Spiel des Lebens gute Karten bekommen? Und die schlechten Karten als Teil des Lebens zu akzeptieren.

vor 10 Stunden, nano4478 schrieb:

ich habe letztes Jahr mit neuen Hobbys wie Tanzen und Sprachkursen begonnen und angefangen den Menschen die mir viel bedeuten mehr Zeit zu schenken.

Du bist auf dem richtigen Weg. Bau das weiter aus.

Lass das zocken, bzw. degradiere das zu einer Nebenbeschäftigung, weil Du keine Zeit dafür hast, wenn Du diesen Weg konsequent weiter gehst.

Such Dir eine Wohnung und stell Dich auf eigene Füße.
(glaub mir: der Umgang mit Dir ist für Deinen Vater auch nicht immer einfach)

Übernehme Verantwortung für Dein Leben.
So, wie Du in Deinem Beitrag rüber kommst, trau ich Dir zu, dass Du das schaffst.

bearbeitet von Sprachlos
Rechtschreibung

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Gast Madeleine
vor 14 Stunden, nano4478 schrieb:

Hat vielleicht schonmal jemand ähnliches erlebt?

 

Ich habe auch eine schlimme Kindheit gehabt, Eltern haben sich nur gestritten, Vater schwer depressiv... Liebe gab es bei uns nicht, es wurde nie gekuschelt oder umarmt. Ich will nicht zuviel erzählen, den Kontakt zu meiner Familie habe ich abgebrochen und ich stehe nun allein da.

Die Auswirkungen spüre ich ebenfalls sehr. Ich bin einfach nicht so unbekümmert und positiv gestimmt wie Freunde von mir, die eine glückliche Kindheit verlebt haben. Das Urvertrauen fehlt, wurde nie aufgebaut.

Über eine Therapie habe ich auch schon nachgedacht, befürchte aber, dass es mich zu sehr aufwühlen wird. Derweil helfe ich mir mit entsprechender Fachliteratur (Stefanie Stahl hat super Bücher dazu), allerdings

werde ich nie "normal" sein wie diejenigen mit vernünftiger Basis.

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Jetzt haste eigentlich sehr viel geschrieben was war.

Ich les aber nicht was ist. Also, außer paar Randnotizen wo du wohnst und was du so tust.

Was willst denn eigentlich vom Leben?

Buchtipp der für solche Situationen jedenfalls immer passt: Viktor Frankl - Trotzdem Ja zum Leben sagen.

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Hi, du schreibst reflektiert und ehrlich und das ist ne verdammt gute Grundlage um sich zu verbessern und das wollen wir uns doch alle. Ich würde ein wenig Abstand von diesen "Let's go fucking do it" Sprüchen nehmen. Weil was willst du eigentlich machen? Gedanken dazu werden nicht schaden aber drifte von deinem Fokus auf die Vergangenheit nicht zu sehr auf einen Fokus in die Zukunft. "Realize deeply that the present moment is all you ever have. Make the now the primary focus of your life!" - E. Tolle

Ich wünsch dir das Beste! 

Lesen und Abnicken; Opfer oder Sieger -  als ob es nur Schwarz und Weiß gibt.
Soll jeder seinen Weg finden. 50 shades of life.

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Ich muss mich Almendudler anschließen. Ich sehe die beiden Kommentare von Lafar sehr zwiespältig. 

1) Diese Vergleiche und Relativierungen mit Dritten Welt Bedingungen bringen uns nicht weiter. Es ist ein Unterschied ob ich in materiellen schwierigen Bedingungen aufwachse oder ob meine emotionale Wirklichkeit durch meine Vergangenheit gestört ist. 

2) insbesondere als Mann sollte man sich nicht ständig mit anderen Menschen vergleichen sondern seinen eigenen Weg finden. Nun ist es aber so, dass Menschen mit "schwierigen" Hintergründen diese Toolsets nicht/nur bedingt besitzen. Es kam einfach nicht zu einer Entwicklung dieser Fähigkeiten, da die Eltern/das Umfeld dies nicht vorgelebt bzw. beigebracht haben. Daher bringen Sprüche à la "Let's do it" nicht viel, außer einer kleinen Motivationshilfe. Die Tatsache, dass der Threadersteller aber bereits über sein Dilemma schreibt, bedeutet schließlich, dass er etwas bewegen möchte. 

Es ist aber ersichtlich, dass der Kompass fehlt.

3) Persönlich halte ich auch wenig von der Arbeit mit positiven und negativen Bildern. Hab diese auch noch nie so richtig genutzt, evtl. mach ich es unterbewusst, keine Ahnung. Des Weiteren muss beachtet werden, dass Nano4478 eben nicht die gleichen Tools nutzen kann wie weiterfortgeschrittene Mitglieder des Forums. Evolution bedeutet sich in kleinen Schritten weiter zu entwickeln. Die eigene kreative Energie und Vorstellungskraft ist Grundlage. Wenn du es dir vorstellen kannst, dann wirst du es auch umsetzen können - aber in kleinen Schritten. 

Meine Empfehlung zur Entwicklung deines Mindsets/Toolset wäre: 

1) Mach noch einmal eine radikale Bestandsaufnahme: a) deine Vergangenheit und b) der alltägliche Shit, der dich stört. Wenn a)-Dinge dich sehr belasten --> entweder mit Bezugspersonen darüber sprechen oder Therapie. Bei b) -> setze alles daran, dich zu verbessern, sodass du dich wohl fühlst (Bsp. Muskelschäden oder -Müdigkeit --> Physiotherapie, zuviel Stress/Unausgeglichenheit- nimm dir mehr Ruhepausen bzw. gönne dir mehr) Nutze deine kreative Energie.

2) Jordan Peterson sprich davon, dass man zunächst seine Wohnung/seinen Raum aufräumen muss, bevor man größere Dinge ändern möchte . Schau dich bei dir zuhause um (innerlich wie äußerlich) und verbessere die Dinge, bis Sie dir gefallen. 

3) Ich kann dir das Buch "Der Weg des wahren Mannes empfehlen" von David Deida empfehlen. Das Buch beinhaltet die wichtigsten Lektionen zu weiteren Entwicklung.

4) Lese, Reflektiere und setze die Dinge so um, wie du sie für richtig hältst. Experimentiere und finde heraus was für dich passt. 

5) Nutze das Forum, um dir Inspiration für Alltagssituationen zu holen. Ignoriere aber deine innere Stimme nicht. 

6) Betrachte das Ganze als eine Entwicklung, die Jahre andauern wird. Baue daher die Veränderungen so in dein Leben ein, dass Sie Spaß machen und dich nicht komplett überfordern, sprich: verlasse die Comfortzone aber mach dich nicht komplett kaputt. Das ultimative Ziel ist die Weiterentwicklung - nicht das Verführen von 100 Jungfrauen (das is nur das Nebenprodukt). 

Viel Erfolg!

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Danke euch. Es ist richtig dass ich mich dann oft mit anderen vergleiche und dann überfordert werde und das ist ein großer Stressfaktor für mich. Ich sollte wohl meinen eigenen Rhythmus akzeptieren, nicht einschlafen aber nach überhasteten “ ich krempel jetzt mal alles um“ und euphorischen Phasen an denen ich dachte ich habs gepackt (meist waren das immer nur ein bis zwei kleine Erfolgserlebnisse die mich dazu bewegt haben) kam dann der tiefe Fall wenn ich gemerkt habe dass noch vieles beim Alten ist. Dieses Sich selbst Druck machen ist um genau zu sein das Schlimmste an der Geschichte weil man sich doch mit anderen vergleicht. Man(n) will ja alles sein und vieles hört sich doch geil an. Dabei verliere ich mich und bin überfordert und bleib passiv. Ich bin schon ruhiger geworden aber ich glaub ich steh noch ziemlich weit vorn. Zumindest kenne ich nun meinen Weg etwas besser.

 

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Gast El Rapero

Ach , ein Glück! Da haben meine 2 Vorposter ( außer dem TE ) schon Etwas vorweg genommen.

Also ich muss mich da leider auch anschließen. Lafar ist bestimmt ein netter und krasser Typ und vor Allem ein sehr fortgeschrittener PUA, aber ich sehe solche Beiträge immer zwiespältig und vor allem auch sehr kritisch. Legt halt die Vermutung nahe, dass Lafar eine Menge dieser Probleme, mit Denen viele hier ins Forum kommen, nie wirklich bei sich selbst erfahren hat.

Damit meine ich nicht sowas wie Ansprechsangst oder Logistics für den Lay klären, sondern  ernste Probleme wie Depressionen, Krankheiten, wirklich schwere Umfelder/Umstände.

Kein Disrespekt! Es ist ja auch nur eine Vermutung, aber Lafar wirkt auf mich immer wie Einer der PUAs, die sich natürlich hocharbeiten mussten ( immer wieder Sets eröffnen, sich überwinden etc. ) und da eben auch sehr viel Arbeit, SChweiß und Blut reingesteckt haben, aber verglichen mit vielen Anderen eben sehr gute Voraussetzungen, einen guten Startpunkt hatten. So nach dem Motto die einzigen großen Baustellen waren ANsprechsangst, Faulheit / den SChweinehund überwinden und sich einen neuen Sinn für Mode suchen ( waren vermutlich nicht die einzigen Probleme, aber ihr merkt hoffentlich, was ich meine ). Vllt noch mit Körben klarkommen und ab und zu mal down sein wenn man übel abgeschossen/ betrogen wurde etc. , aber letzlich alles Sachen, welche eher Lapalien sind.

Am sonsten kann ich mir leider nicht erklären, wie man auf den Trichter kommt ,dass solche Arschtritttexte ( mit passenden Gifs ) wirklich Alles sind, was man braucht, um sich zu motivieren oder ein erfolgreiches Leben zu führen.

Es gibt aber eben auch Leute, für welche das nicht so einfach funktioniert, sondern welche mit wirklich krassen Hürden kämpfen, welche sich nicht so leicht überwinden lassen wie die Ansrpechsangst. Ich komm leider auch von dieser Startposition und auch in meinem ( damaligen Umfeld, mittlerweile ja nicht mehr ) habe ich viel von diesem Bullshit beobachten können.

Z.B. 2 Leute ( einer davon Ich ), welche ums Verrecken nicht über ihre "Faulheit" hinwegkamen. Faulheit ist deswegen in Anführungsstrichen, weil Es letzlich keine war, aber das Verhalten an sich letzlich faul war. ICh hoffe man versteht, was ich meine ^^

Auf jeden Fall hatte ich z.B. das Problem, dass ich zwar schon ambitioniert war, große Träume und viele ZIele hatte und auch versucht habe, Ihnen nachzukommen. Allerdings war Es immer so, als würde ich mich selbst sabotieren und ausbremsen, ohne was dagegen machen zu können. Darunter litten dann die Leistungen in diesen Bereichen oder Es ging oft  sogar so weit, dass ich keine Kraft hatte, überhaupt noch an dem ZIel zu arbeiten. Das ging soweit, dass ich mich schon selbst als absolut faulen Loser gesehen habe, weil selbst wenn ich im Kopf voll motiviert war, an einem Ziel zu arbeiten und voll bock drauf hatte, Es zu  erreichen, Es einfach nicht konnte. ICh hatte wirklich einfach keine KRaft und kein Kopf dafür und Es gab keinen ersichtlichen Grund. Also kam ich auf den Trichter, dass ich einfach "ein faules Stück scheiße" bin.

Tja, als Ich dann in professioneller Therapie war , weil ich damit nicht mehr klar kam, konnte ich erst mit viel Arbeit, unzähligen Gesprächsstunden und 2 Jahren konstanter Arbeit an dem Problem diese "Faulheit" überwinden. Letzlich habe ich unterbewusst nämlich extrem viele Hürden aufgebaut ( durch frühere Erlebnisse ) welche mir praktisch im bewussten Kopf völlig schleierhaft waren ( und mir wahrscheinlich ohne den THerapeuten bis heute nicht klar wären ). Ich konnte in dem Sinne also wirklich NIchts dagegen tuen und nur dank dessen, dass ich mir Hilfe geholt habe, konnte ich das Problem lösen. Ohne diesen Gesprächspartner würd ich wahrscheinlich bis zum Lebensende in der selben Scheiße stecken ohne je zu schnallen, was mit mir los ist, warum ich das mache oder geschweige denn das sich das jemals ändern kann. Es war Selbstsabotage at its finest.

 

Bei meinem Kollegen hatte das hingegen körperliche Gründe, wurde dann über Ernährung  und zeitweise auch Tabletten bekämpft und ging ( zum Glück für Ihn ) deutlich einfacher von der Hand als für mich.

Da kann ich noch tausend Stories von auftischen. Ein damaliger Schulfreund z.B., welcher mit EXTREMEN Depressionen zu kämpfen hatte, die Gründe lagen soweit ich weiß ebenfalls in der Kindheit ( und natürlich auch an der genetischen Disposition ). Da gibts leider kein Happy End, am Ende hat Er sich 2 Jahre nach dem Abi das Leben genommen 😞 R.I.P.  an dieser Stelle!

Therapeuten, Eltern etc. haben in der Hinsicht leider nicht helfen können. Ein Polizist meinte damals, Sie hätten "versagt", war für meinen Geschmack aber viel zu makaber. Scheiß Polizisten, manchen davon hat man wirklich in den Kopf geschissen.

 

Solchen Leuten ( und auch Mir ) hätte man das ganze Zimmer mit solchen Lets Go Sprüchen zukleistern können und Es hätte NIchts gebracht. Vllt für 1 Sekunde in dem Moment, wo man das sieht/liest, aber danach kämpft man dann wieder gegen Probleme und innere Dämonen an, welche sich nicht ebenso mit solchen Arschtritten und Motivationen bezwingen lassen. Für viele mag das funktionieren und dann reicht dieser Motivationsschub schon, dann kommt man schnell in die Aufwärtsspirale und "lets go!", das gute Leben steht mit offener Tür vor einem. Aber es gibt eben auch die Menschen, welche nicht solche Voraussetzungen haben, oder ich sag mal "normal" genug sind oder sich normal genug entwickelt haben. Ist traurig, aber leider die Realität.

Man hätte mir damals auch Scooter mäßig mit nem Megaphon hinterherlaufen können und mich ständig mit "Lets go, come on man!" motivieren können, aber ich hatte damals, aufgrund meiner unbewussten Hürden, einfach keine Chance, daraus Etwas zu machen. Selbst wenn ich Motivation ( teilweise auhc sehr stark ) spüren konnte, konnte ich SIe nicht produktiv umsetzen aufgrund der Barrikaden. Da hätte auch kein PU Coach oder sonstwer mit noch so tollen Sprüchen und TIpps was machen können, das konnte nur ein GUTER Therapeut vollbringen, indem ich noch einen Riesenfaß an Energie und Bereitschaft, nochmal gegen meine schlimmsten "Dämonen" anzutreten, schaffen.

 

Gibt aber auch Leute, bei Denen solche Probleme oder problematische Verhältnisse genau zum Gegenteil führen. Ich kannte z.B. mal einen Typen ( hab leider keine Ahnung, was der mittlerweile macht ) , welcher jetzt kein guter Freund war oder so, aber mit dem ich immer mal wieder zu tun und mich gut verstanden hatte.

Dessen Eltern wurden ermordet als er 9 oder 10 war und von da an ist Er im Heim aufgewachsen. Und der hat extrem viel aus sich gemacht und viele krasse Probleme überwunden. Ist mit der erfolgreichste Typ den ich je kennen gelernt habe, in jeder Hinsicht. Ob Frauen, Geld, Job, Erfüllung von Träumen etc. Mit 23 war Er schon erfolgreicher als die meisten 50 Jährigen zusammengerechnet ^^ Krasser Typ auf jeden Fall.

 

Ich wünsche DIr auf jeden Fall viel Glück auf deinem WEg, du wirst Es brauchen!

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vor 53 Minuten, El Rapero schrieb:

Legt halt die Vermutung nahe, dass Lafar eine Menge dieser Probleme, mit Denen viele hier ins Forum kommen, nie wirklich bei sich selbst erfahren hat.

Damit meine ich nicht sowas wie Ansprechsangst oder Logistics für den Lay klären, sondern  ernste Probleme wie Depressionen, Krankheiten, wirklich schwere Umfelder/Umstände.

Vermutlich hast du im Grund Recht. Aber - und da möchte ich wirklich in aller Deutlichkeit darauf hinweisen! - wir können hier im Forum nur diese vermeintlich "leichten" Fälle betreuen.

Für alles andere im Sinne von "Ernste Probleme" bitten wir nicht ohne Grund darum, sich professionelle Hilfe zu holen. Du schreibst es doch selbst:

vor 53 Minuten, El Rapero schrieb:

Tja, als Ich dann in professioneller Therapie war , weil ich damit nicht mehr klar kam, konnte ich erst mit viel Arbeit, unzähligen Gesprächsstunden und 2 Jahren konstanter Arbeit an dem Problem diese "Faulheit" überwinden. [...] Ich konnte in dem Sinne also wirklich NIchts dagegen tuen und nur dank dessen, dass ich mir Hilfe geholt habe, konnte ich das Problem lösen. Ohne diesen Gesprächspartner würd ich wahrscheinlich bis zum Lebensende in der selben Scheiße stecken ohne je zu schnallen, was mit mir los ist, warum ich das mache oder geschweige denn das sich das jemals ändern kann. Es war Selbstsabotage at its finest. 

Wer mit der HIlfestellung in Form von Arschtritten und Infos nicht auskommt, der ist hier im Forum einfach an der falschen Stelle und sollte sich woanders Hilfe holen.

Du hast also völlig Recht wenn du sagst, der Ansatz von @Lafar hilft manchmal nicht. Lafar hat aber genauso Recht mit "Arsch hoch", weil das genau das ist, was den typischen User hier hilft. Und wer das nicht schafft, der braucht eben weitaus mehr als "nur" ein Forum.

bearbeitet von Herzdame
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Gast El Rapero

Jo dem stimme ich auch zu. Aber Es ist ja auch kein Geheimnis, dass sich hier nicht nur der Ein oder Andere davon tummelt, sondern eine Menge. Allgemein ist eine Hilfestellung ala "Lets go du hast nur ein Leben!" so oder so nicht besonders zielführend, ob nun für die leichten oder die schweren Fälle.

 

Aber mir ist halt klar, was Lafar damit bezwecken möchte und das ist auch gut so, denn wenns auch nur 1 von 10 den richtigen Arschtritt gibt, hat einer von den 10 Leuten eben ein besseres Leben für verhältnissmäßig geringen Aufwand auf Seite des Hilfegebenden.

 

Ich kann auch nur jedem raten, der das Gefühl hat, Es alleine nicht zu schaffen, sich Hilfe zu holen. Sei es per THerapie, Coach, was auch immer angebracht ist. Manche brauchen sogar einfach nur einen guten Freund, dem Sie ab und zu mal das Herz ausschütten können oder der einen die richtige Richtung, bzw. die eigenen Fehler, aufzeigt.

 

Allgemein ist Es meiner Meinung nach in erster Linie immer gut, dass Leute hier landen, wie schwer oder leicht der Fall auch sein mag. Denn das ist für 95% der Trigger, den Sie brauchen, um endlich ihr Leben zu regeln oder sich die Hilfe zu holen, die Sie brauchen.

 

Also alles gut! Wichtig ist aber auch, dass die Leute möglichst frühzeitig erkennen, dass der Weg schwer ist und Es keine allgemeingültigen Lösungen gibt.

Dem falschen Schluß fallen leider die allermeisten ( inklusive mir zur Anfangszeit ) zum Opfer, da Es einem durch eine Menge der Beiträge in der PU Community suggeriert wird ( und zudem viele User recht verunsichert hier aufkreuzen , oder am Boden zerstört nach der letzten Trennung etc ). Dann glauben viele, dass Sie mit dem WIssen, dass Sie hier bekommen, zu Halbgöttern mutieren und Alles schaffen und möglich machen werden. Ist in der Realität leider nicht so und wenn, dann vor Allem nicht so einfach, wie man manchmal bei all den Beiträgen glauben mag.

Wer auch immer das liest und Es immernoch glaubt: Es gibt KEINE goldene Lösung und KEINEN perfekten Zeitpunkt, um irgendwas anzufangen. DIeser Zeitpunkt ist immer JETZT und die goldene Lösung gibt es de facto nicht. Außerdem muss man sich bereit machen, durch eine Menge scheiße zu gehen, viele schmerzen zu spüren, einen misserfolg nach dem Anderen zu kassieren etc. Nur so kommt man Schritt für Schritt seinen ZIelen näher.

 

 

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Ein Thread ist wie ein Buffet, an dem man sich das nimmt, was man gebrauchen kann. Meine drei Texte sind nicht nur reine Motivation. Diese drei Texte sind aus meiner Zeit entstanden, wo ich ähnliche Erfahrungen machte wie der TE. Ich kann mich mit seiner Vorgeschichte gut identifizieren. Nur mit dem Unterschied das ich damals kein Forum oder Internet hatte, das mir half. Meine Zeit damals ist zu vergleichen wie ein Typ der in der Nacht aus einem Flugzeug geworfen wird, irgendwo im Dschungel aufknallt und jahrelang die Regeln des Dschungels erlernen musste - bis ich dann zu PU kam. Dann ging alles steil nach oben. Heute nicht wiederzuerkennen von dem der klein loser Lafar damals war und dem von heute. Und so ergeht es sehr vielen hier, die viel krasseren Shit hinter sich haben als der TE. Ich meine, viel krassere Sachen.

Eine Therapie will ich nie ersetzen. Auch nicht das Forum. Das ist bestimmt jeden klar. Aber ich kann euch sagen das der Inhalt, der Kern meiner Texte exakt das ist, was mich vom Ghetto-Typen in das Gegenteil verwandelt hat. Ist ne reine Erfahrungssache. Diese Kernaussage hat Leuten die ich aus dem Forum getroffen habe aus ähnlichen krassen, krasseren Umstände geholfen, aus sich mehr zu machen als sie sind und ihre Hürden zu überwinden. Ohne und auch mit begleitende Therapie. Ich weiß daher sehr hautnah das es die eigene Einstellung, die eigene Ausrichtung (Kompass) ist, diese Arschtritte sind, die letztlich helfen auf lange Sicht.

Bei dem TE fehlt definitiv die väterliche Führung. Väterliche Führung besteht aus zwei Komponenten meiner Erfahrung nach (Psychologisch Geschulte dürfen mich gern hier verbessern oder ergänzen): Arschtritte und Geduld. Die führende und die gütige Hand. Das was sein Vater ihm nicht gibt, sind zusammengefasst in diesen Texten drin. Reduziert es nicht auf die Aussage Lets go oder lustig blinkenden Meme. Die dienen nichtmals zur Motiviation. Die dienen um sich etwas im Kopf bewusst zu machen. Es ist diese Einstellung, dieser Hebel der umgestellt werden muss. Es soll dich natürlich nicht in eine Drucksituation versetzen. Und da bist du gefragt dein "System" selbst zu begreifen. Wenn du Druck früher schon hattest durch die Umstände in deiner Familie, dann kann doch erneut Druck machen nicht sinnvoll sein. Du sollst jetzt nicht loslaufen wie ein irrer. Das ist damit nicht gemeint. Manche Sätze von mir sind viel tiefer und erscheinen nur anfangs so, wie sie da stehen. Es bringt nichts ewig lange Therapiestunden zu nehmen, wenn der Betroffene mit 29, 30, 31, 32... Jahren immernoch sich einredet, er sei ein Opfer, alles ist kacke, selbst ne Therapie hilft nicht, selbst dafür bin ich zu doof. Irgendwann trifft man auf klein Lafar (oder nen guten Kumpel oder einen Coach) der nen Tritt in den Arsch verteilt, damit das endlich aufhört und aufwacht.

Das ist das Werkzeug das der TE in sich selbst täglich benutzen muss: Arschtritte um sich nicht selbst hängen zu lassen und Geduld. Das Eine ist Motivation und das Andere ist Selbstliebe. Das war damals mein Geheimrezept. Das funktioniert super als Tool. Inwiefern man selbst noch mehr Tools benötigt, das kann ich selbst auch nicht wissen. Ich weiß nur, das was der TE da durchmacht exakt das ist, was ich bei mir damals und bis heute noch bei anderen Leuten sehe: man beginnt sich als Opfer zu schützen. Man möchte gar nicht diese Opferhaltung ablegen. Man suhlt sich gern darin. Es gibt sogar einem eine Art Sicherheit. Das ist Selbstsabotage. Mir hat das sich selbst ertappen gut geholfen und vorallem unglaublich kraftvoll mit dem Gesicht nach vorne durchs Leben zu laufen, um das zu erreichen was in einem flammt. Und dieses Aufflammen fehlt bei zu vielen. Das entfache ich als erstes. 

Dann können wir arbeiten. Dann kannst du an dir arbeiten. Mit Therapie, wenn von Nöten. Aber jeder Therapeut wird selbst sagen, wenn du dich selbst aufgibst (keine Flamme) dann kann ich auch wenig therapieren. @El Rapero gibt gute weitere Tipps. Der TE ist gerade voll auf dem Siegerweg. Lesen wir seinen Post nochmals durch. Dieser Kerl wird es bald geschafft haben, davon bin ich überzeugt. Seine letzten Sätze im Eingangspost zeigen uns, das schon was wunderbares geschehen ist. Und da muss er dran bleiben. So wie seine Erlebnisse in der Vergangenheit geprägt haben, so prägt er sich nun auf seinem neuen Weg halt positiv. Daher:

Let's äh.. Mach es so!

 

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Danke für jede einzelne Beteiligung, @Lafar, vor allem mit sich selbst Geduld zu haben ist wohl das schönste was man tun kann. Ich werde mich darin üben und liebevoller mit mir umzugehen, ich weiss dass ich das hinkriegen kann. In der Ruhe liegt die Kraft und vllt sollte ich von den 1000en von Meinungen in meinem Kopf erst mal meine eigene finden. Erstmal wieder fühlen was eigentlich grad abgeht. Sonst renn ich fremdbestimmt von einer Aktion in die nächste. 

Da ich in jüngeren Jahren viele Fragen zum Leben hatte habe ich auch viele Fragen gestellt, oftmals an die falschen Personen, die falschen Fragen, falsch interpretiert. Dadurch hängt da noch so einiges an Müll rum. 

Es würde mich sehr interissieren wie so manche Forenmitglieder den Sprung aus der Opferhaltung geschaffft haben und vor allem wie das dann konkret ausgesehen hat.

Grüße an euch.

 

 

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Am 23.5.2018 um 22:05 , nano4478 schrieb:

Hat vielleicht schonmal jemand ähnliches erlebt? Wie klingt so eine Geschichte für euch? Ich mein sie prägt meine Persönlichkeit schon ziemlich und zwar wirkt es sich oft in negativen Denkstrukturen aus, vor allem wenn ich zu viel Zeit habe. Dann fange ich an in den obigen Ecken herumzukramen und vergess dabei mein hier und jetzt bewusst zu leben.

Und jetzt kommt das wichtigste. Wenn ich das oben schreib muss ich sagen es gibt nichts womit ich nicht irgendwie wieder klarkam. Der Mensch hält viel aus und meine daraus resultierene Schlussfolgerung lautet dass ich mich oft lieber in der Vergangenheit sule. Als Ausrede um nicht die Verantwortung für mein Leben übernehmen zu müssen.

Von klein an auf sich alleine gestellt zu sein ist ein Geschenk für das Erwachsenwerden.

Würde ich nie mehr eintauschen wollen.
Ich freue mich jeden Tag, dass ich schon mit 14 in den Sommerferien gearbeitet habe, um im September ins Schullandheim fahren zu können.
Damals war es natürlich scheiße, alle Freunde bekommen alles geschenkt und ich muss dafür was tun.
Aber ich habe es einfach nicht erkannt: Je früher man Eigenständigkeit lernt, desto besser.

Während mein Kumpel neulich angepisst war, weil seine Mama keine Zeit hatte, um seine Wäsche zu waschen und er deshalb nicht sein frischgewaschenes Trikot anziehen konnte, habe ich das unzerstörbare Selbstvertrauen, dass man mich im Urwald aussetzen könnte und ich trotzdem wieder rausfinden würde. Natürlich müsste ich schlucken, weil es eine unangenehme Situation ist, aber das Urvertrauen wäre da. Und das kommt daher, dass ich schon vor 20 Jahren gelernt habe, meinen Shit selber zu händeln.

Keine Familie gehabt zu haben, sehe ich als klaren Vorteil in meinem Leben.
 

 

bearbeitet von saian
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Ich sehe es wie Lafar. Therapien können helfen, bei bestimmten Krankheitsbildern geht es womöglich auch nicht ohne, das vermag ich nicht zu beurteilen.

Aber es braucht einen Impuls zur Veränderung. Wenn dieser nicht von innen kommt, muss er halt von außen kommen. Danach braucht es Disziplin und Durchhaltevermögen, um die Veränderung dauerhaft zu gestalten.

Ich habe (für unterschiedliche private und berufliche Themenkomplexe und mit unterschiedlichen Zielsetzungen) Einzel- und Gruppen-Therapien gemacht, Einzel- und Gruppen-Coachings wahrgenommen, Selbsthilfegruppen besucht, ich stöbere hier im Forum herum. All das wird Spuren bei mir hinterlassen haben.

Veränderungen in meinem Leben sind aber nur dann eingetreten, wenn ich entschieden habe, etwas zu verändern. Dazu kam der Impuls entweder von innen oder von außen. In Form des vielzitierten Arschtritts.

Manchmal war ich selbst schon recht weit im Erkenntnisprozess und es bedurfte nur noch eines kleinen Anstoßes.

Manchmal bin ich mit der Brechstange herangegangen und habe mein Leben einfach auf den Kopf gestellt und geschaut, was dabei herauskommt.

Beides geht, aber beides braucht einen Anstoß.

Den habe ich bislang in Therapien nicht bekommen.

Vielmehr habe ich mich mit Gruppenmitgliedern in die Wolle bekommen, die mich aufgrund meines handlungsorientierten Ansatzes angriffen. Womöglich, weil sie sich durch eine Veränderung in ihrem eigenen Leben bedroht sahen und lieber in ihrer selbstgebauten Höhle v/o Comfortzone verblieben.

Mein Ziel ist es allerdings, mein Leben ständig zu verbessern. Das klappt meines Erachtens nur durch Handeln, niemals durch reine Analyse der bereits vergangenen Situationen.

 

bearbeitet von Explorer1

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