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Fremdgehen oder Treu sein?

 

Die Vorstellung von Pflichtbewusstsein dem anderen gegenüber, niemals einen anderen Menschen zu begehren, als unseren Partner, nennen wir Treue.

Für die jüngeren wird es grotesk klingen.

Für die etwas älteren, die werden vielleicht den Kopf schütteln.

Für die, die die Hälfte ihres Lebens hinter sich haben, wird es nachvollziehbar...

In jungen Jahren beharren die meisten auf Treue. Ja, sie wünschen sich, dass sein Schwanz niemals wieder in einer anderen Pussy steckt, oder ihre Pussy niemals wieder mit einem anderen Schwanz Bekanntschaft macht.

Beide Geschlechter wollen Treue. Man nennt das auch Loyalität.

Viele wollen und denken, dass sexuelle Treue genau das ist, was doch eine Beziehung ausmacht. Der Kleister sozusagen. Wozu sonst eine Beziehung?

Doch kennzeichnet das wirklich eine Partnerschaft?

Fremdgehen ist für viele die Gleichstellung mit „Ich liebe dich nicht mehr.“

Wir fragen gar nicht danach, ob auch das Herz involviert ist, wir nehmen es einfach an und hin.

Es wurde die sexuelle Exklusivität verletzt und hieraus ziehen wir Schlüsse.

Oder tut das nur unser Ego?

Das Ego des Einzelnen meint, das er oder sie plötzlich nicht mehr begehrenswert ist, wenn der Partner andere sexuellen Kontakte hatte oder hat. Dass er oder sie mit einem Mal nicht mehr ausreicht, um die körperliche Befriedigung des Partners zu gewährleisten. Das ebenfalls die gesamte Partnerschaft nichts mehr taugt.

Angst stellt sich ein. Wut, Kränkung, Traurigkeit; und oftmals ist dass, das Ende einer Partnerschaft. Er oder sie ist wortbrüchig geworden.

Doch Monogamie ist nicht in uns Menschen angelegt.

Treue zur Sippe, Treue in Hinblick auf Verlässlichkeit von Unterstützung, Treue füreinander da zu sein; ist das, nicht dass, was Grundlage einer Partnerschaft/Beziehung ist oder sein sollte?

Treu sein ist kein Gefühl, sondern eine Entscheidung.

Damit wird die Einzigartigkeit, die wir in unserem Partner sehen unterstrichen. Gleichzeitig ist es aber auch sehr wohl eine moralische Zwangsjacke. Wir stecken und werden in ein Verpflichtungskorsett gesteckt. Hierdurch idealisieren wir den anderen und meinen, er ist nun ein Teil von uns, oder zumindest so verbunden, dass eben solch ein Fehltritt nicht stattfinden wird. Tritt der eine oder andere nun aus dieser Verpflichtung aus, indem er fremdgeht, verlieren die meisten unter uns ein Teil ihrer Identität, da dies ja so nicht in ihrer Vorstellung von Partnerschaft passte.            Sie verlieren ihre innere Übereinstimmung, die sie als Paar ausmachte.

Ich behaupte, erzwungene Treue ist somit schädlicher als jede noch so sündhafte Liebschaft. Und oft genug wird das so Erzwungene, weil auch gesellschaftsfähig, von Beginn einer Partnerschaft an erwartet. Ja, geradezu vorausgesetzt.

Eine Beziehungslüge kleidet sich in ein Ideal.

Treue belastet, gibt aber auch gleichzeitig die vermeintliche Sicherheit, welche einige von uns brauchen, um sich geborgen und geliebt zu fühlen. Als Trugschluss stellt sich diese Annahme dann da, wenn plötzlich die Untreue „gebeichtet“ wird.

Die Untreue ist dann der Auslöser, an der bestehenden Partnerschaft zu zweifeln, und plötzlich steht alles auf den Prüfstand.

Die gelebte Monogamie hat ihren Preis.

Und wie ist es, wenn einer, aus was für Gründen auch immer, Sex nicht mehr mag oder ihn nicht mehr praktizieren kann? Ist dann die Partnerschaft nichts mehr wert?

Ebenso denke ich an lange eingefahrene, nennen wir sie mal vertrauten Partnerschaften? In denen, wo die Aufregung nicht mehr vorhanden ist, weil man sich in- und auswendig kennt. Weil man schon alles zusammen ausprobiert hat und somit der „Reiz“, nicht die Trieblust, kaum noch Befriedigung findet?

Ein Arbeitskollege hat das mal so formuliert:

Ich liebe meine Erbsensuppe. Ich esse meine Erbsensuppe jeden Tag. Niemals würde ich meine Erbsensuppe aufgeben. Aber manchmal überquere ich die Straße und esse ein Hähnchen. Und dann, dann gehe ich nach Hause, um meine Erbsensuppe zu essen.

Dieser Mann ist seit über 30zig Jahren verheiratet und hat fünf Kinder.

Seine Familie ist ihm wichtiger als alles andere.

Seine Frau glaubt an Monogamie und somit weiß sie nichts von seinen Straßenwechseln. Er käme nie auf die Idee, seiner Frau zu beichten. Nicht weil er den drohenden Krach entgehen will, sondern weil er seine Frau nicht emotional verletzen möchte. Denn, er liebt seine Frau und nicht die Frau, mit der er Sex hatte.

Im Grunde genommen, finde ich es sehr schade, das seine Frau dieses, so einzigartige Liebeskompliment, nie hören wird.

Sex ist eben nicht Liebe und Fremdgehen ist nicht gleichzusetzen mit dem Ende einer Liebe. Wie seht ihr das?

Klar möchte ich Antworten. Es gibt keine falschen oder richtigen Kundtuungen.

Nur bitte, bitte, bevor ein jeder jetzt wie wild in die Tasten haut, tut mir den Gefallen und macht euch erst ein paar Gedanken.

Über eine Situation zu urteilen ist gänzlich anders, als in ihr zu stecken.

 

Stellt euch also vor, ihr steckt bis zum Hals drin. Denn das tun die meisten.

 

Firster

 

 

 

 

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Gast

Ich kann nicht antworten, denn die Frage ist, Absätze nach jedem verfickten Satz: Ja oder Nein?

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Doch kannst du. Lass dir Zeit.

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In meinen Augen sagt Fremdgehen sehr viel über eine Persönlichkeit aus. Soll heißen: Habe noch nie jemanden kennengelernt der auf der einen Seite seinen Partner betrogen hat indem er/sie woanders rumgevögelt hat, gleichzeitig aber ein toller netter Kumpel war und generell fair und gut zu seinen Mitmenschen war.

Oft genug erlebt so Kerle, mags sicher auch bei Frauen geben. Wenn mein "Kumpel" seine Frau betrügt, so frage ich mich einfach was sagt mir jetzt dass er so eine show nur mit ihr abzieht und nicht mit anderen Menschen/"Freunden"/mir auch.

 

bearbeitet von Danisol
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vor 43 Minuten, Danisol schrieb:

Habe noch nie jemanden kennengelernt der auf der einen Seite seinen Partner betrogen hat indem er/sie woanders rumgevögelt hat, gleichzeitig aber ein toller netter Kumpel war und generell fair und gut zu seinen Mitmenschen war.

Betrogen ist ein völlig falsches Wort.

Wenn der Mann gesagt hat, daß er nicht fremdgehen würde und es dann doch macht, ist das höchstens ein Wortbruch.

Aber wenn der Mann sagt, daß es gute Gründe geben kann, warum er fremdgehen würde und er es dann macht, dann ist es kein Wortbruch und ein Betrug schon gar nicht.

Und dann ist da noch eine andere Sache:

Frauen sind die schönste Nebensache der Welt, aber nur eine Nebensache.

Wenn einer fremdgeht, sagt das nichts darüber aus, wie er mit anderen Menschen umgeht.

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Meiner Erfahrung nach schon. Du kannst dem Fremdgeher auch immer vorhalten wieso er denn nicht ehrlich zu seinem Partner ist. Ein Fremdgeher spielt daher seinem Partner auch immer etwas vor. Es gibt auch kein Grund zu glauben wieso er einen Menchen hintergeht wieso er das auch nicht mit anderen tut.

Das ist genauso als klaut einer bei Aldi und du würdest hingehen und sagen dass sein Handeln jetzt aber nur auf die eine Kette begrenzt ist und er sowas in anderen Läden nicht tun würde...

 

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vor 3 Minuten, Danisol schrieb:

Du kannst dem Fremdgeher auch immer vorhalten wieso er denn nicht ehrlich zu seinem Partner ist.

Weil man beim fremdgehen schon diskret sein sollte.

vor 4 Minuten, Danisol schrieb:

Ein Fremdgeher spielt daher seinem Partner auch immer etwas vor.

Was spielt er ihr vor?

Diskret sein und nichts sagen ist kein vorspielen.

vor 4 Minuten, Danisol schrieb:

Es gibt auch kein Grund zu glauben wieso er einen Menchen hintergeht wieso er das auch nicht mit anderen tut.

Es kommt darauf an, welche Absprachen man getroffen hat.

Wenn ich zu einer Frau sage, aus welche Gründen ich fremdgehen würde, dann ist es kein hintergehen, wenn ich es tue.

Außerdem sagen die meisten Männer nur deswegen, daß sie nicht fremdgehen würden, weil sie Verlustangst haben.

Und mit dieser Angst kann die Frau den Mann kontrollieren.

Deswegen machen manche Frauen dann Theater, wenn der Mann fremdgeht, weil sie den Kontrollverlust fürchten.

Aber keine Angst, keine Kontrolle, keine Furcht.

 

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vor 2 Stunden, DarkTriad schrieb:

Wenn einer fremdgeht, sagt das nichts darüber aus, wie er mit anderen Menschen umgeht.

Sondern nur darüber, wie er mit dem Menschen, für den er Gefühle hat, umgeht. 

Verallgemeinerung ist nie gut, aber als Kumpel würd ich es im Hinterkopf behalten und genauer schauen, ob man in anderen Bereichen auf sein Wort was geben kann. 

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vor 2 Stunden, DarkTriad schrieb:

Es kommt darauf an, welche Absprachen man getroffen hat.

Wenn ich zu einer Frau sage, aus welche Gründen ich fremdgehen würde, dann ist es kein hintergehen, wenn ich es tue.

Davon spreche ich auch nicht. Es geht um Ehrlichkeit, wenn man sich auf eine monogame Beziehung eingelassen hat dann hat man auch so zu leben und nicht hintenrum sich mehr Rechte herauszunehmen, den Partner aber gleichzeitig wissen lassen wollen, man wäre einer der man nicht ist.

Was ist fremdgehen? Jemand der in einer monogamen Beziehung lebt, obwohl er dies nicht will. Er oder sie geht fremd, steht in den allermeisten Fällen aber seinem Partner selbiges nicht zu. Was daran keine Charakterschwäche sein soll ist mir schleierhaft.

Ich kann nur von Typen sprechen aber weißte was ich sehr oft erlebt hab? Kerl geht hier und da mal fremd, ständig, die Frau tut es dann einmal, auch wenns nur ein Kuss war und kein Sex und genau diese Kerle fühlen sich dann übelst verarscht und betrogen von der Frau auf einmal.

Ganz ehrlich wenn du mit solchen Kerlen befreundet bist würde es mich nicht soooo sehr wundern wenn du dann irgendwann erfährst dass er seit 3 Monaten schon mit deiner Verlobten was am laufen hatte, aber niemand hat dir was gesagt weil "Verlustangst" und dich "wollte niemand verletzen"

Habs net einmal erlebt dass eine Person untreu auf der einen Seite ist zum Partner, zu Freunden dann aber aufrichtig und ehrlich wie sonst was. Sie behandeln auch Freunde dann so wie ihren Partner, nämlich respektlos.

Habs sogar schonmal erlebt dass andere Männer ihr Fremdgehen dann versucht haben zu "rechtfertigen" ala "die ist so scheiße zu mir, die hats einfach verdient", auf die Frage hin wieso man sich dann nicht einfach trennt kommt sowas wie "liebe" sorry aber da brech ich vor Lachen endgültig zusammen. Bei meinem letzten Kollegen wars auch so dass er regelmäßig fremd gegangen ist, aber meinte er könnne sich nicht trennen so einfach weil da ja auch noch Liebe und Gefühle werden. Mein EIndruck war eher der er hatte Schiss davor nicht regelmäßig zu vögeln, was ich dann aber lächerlich finde ist dass so ein Verhalten verteidigt wird dann noch. Soll man eben wenigstens sagen und dazu stehen dass man ein Looser und Arschloch ist...

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Ach Dark Triad wieder..

Jaja... die pösen Frauen wieder...

 

Zitat

 

Außerdem sagen die meisten Männer nur deswegen, daß sie nicht fremdgehen würden, weil sie Verlustangst haben.

Und mit dieser Angst kann die Frau den Mann kontrollieren.

 

Du bist doch selbst sone Marke des Controllfreaks, der sich gezielt LSE Frauen sucht, um sie kontrollieren zu können.

 

Zitat

Wenn einer fremdgeht, sagt das nichts darüber aus, wie er mit anderen Menschen umgeht.

See above.

bearbeitet von Noodle
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vor 4 Stunden, Danisol schrieb:

In meinen Augen sagt Fremdgehen sehr viel über eine Persönlichkeit aus. Soll heißen: Habe noch nie jemanden kennengelernt der auf der einen Seite seinen Partner betrogen hat indem er/sie woanders rumgevögelt hat, gleichzeitig aber ein toller netter Kumpel war und generell fair und gut zu seinen Mitmenschen war.

Oft genug erlebt so Kerle, mags sicher auch bei Frauen geben. Wenn mein "Kumpel" seine Frau betrügt, so frage ich mich einfach was sagt mir jetzt dass er so eine show nur mit ihr abzieht und nicht mit anderen Menschen/"Freunden"/mir auch.

 

vor 48 Minuten, Danisol schrieb:

Habs net einmal erlebt dass eine Person untreu auf der einen Seite ist zum Partner, zu Freunden dann aber aufrichtig und ehrlich wie sonst was. Sie behandeln auch Freunde dann so wie ihren Partner, nämlich respektlos.

Ganz schön harte Worte. Ich finde es sehr schwierig, Menschen und deren Persönlichkeiten so über einen Kamm zu scheren. Ob jemand fremdgeht oder nicht, kann verschiedenste Beweg- und Hintergründe haben. Ich habe einige langjährige, regelmässig fremdgehende Freunde in meinem SC, für welche ich sofort meine Hand ins Feuer legen würde. Ich selbst bin in mehreren Beziehungen fremdgegangen. Als Jungspund hatte ich Gewissensbisse a la "was stimmt denn nicht mit mir". Ich habe ihnen gebeichtet, was zu Drama und literweise Tränen führte. Habe in nächsten LTR dann nicht mehr gebeichtet und mich dann halt "nur" scheisse gefühlt. Bis ich angefangen habe, mich mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Am 30.7.2018 um 19:53 , Firster schrieb:

Doch Monogamie ist nicht in uns Menschen angelegt.

Vielen Dank für diesen Satz, sehe ich genauso. Wenn wir die biologischen (Vermehrungstrieb) und die kirchlichen (ihr elenden Sünder) und auch erzieherischen (finde EINE Frau fürs Leben, Bau ein Haus, ziehe ein Kind gross, pflanze einen Baum...nur dann bist du ein Mann) Einflüsse einfach mal weglassen...

Was steckt eurer Meinung nach denn hinter dem Wunsch nach Monogamie? Romantik? Wahre Liebe? Unter anderem sicher: Besitzergreifung, "Das ist mein Partner. Ausschliesslich meiner". Exklusivität, "Nur ICH habe das Recht auf ihren/seinen Mund, ihre Pussy/seinen Schwanz, ihre/seine liebevolle Zuwendung, etc.. Eifersucht/Minderwertigkeitsgefühle/Angst: "Was wenn die/der andere es meinem Partner besser besorgt und sie/er mich dann verlässt?". Wodurchauchimmer geprägte Glaubenssätze: "Er/sie kann mich nur lieben, wenn wir monogam leben. Ansonsten kann es doch keine Liebe sein."

Ich kenne und weiss die Vorzüge und Sicherheitsgefühle einer monogamen Partnerschaft durchaus zu schätzen. Ich habe lange genug in welchen gelebt.

Das grosse Problem sind für mich der Druck und die Erwartungshaltungen der Masse. Ich habe mich anfangs in meiner Unreife dazu gedrängt gefühlt, das Spiel mitzuspielen "oh ja, NUR du und NIEMAND anderes für immer, Schatz!!", es dann irgendwann nicht mehr ausgehalten und bin fremdgegangen. Es wurde nur so vorgelebt und Alternativen waren nicht erwünscht!
Ich habe in mehreren LTR reifen und mich kennenlernen müssen, bis ich für mich entschlossen habe, dass ich von Anfang an offen mit meinen Ansichten umgehe. Heute sage ich klar, dass ich entweder nicht an einer Beziehung interessiert bin oder dass für mich nur eine offene Beziehung in Frage kommt - auf die Gefahr hin, dass die Frau das nicht mitmacht. Dass ich dies so kommuniziere, hat jedoch lange gebraucht und ich behaupte dennoch von mir, dass ich sozial Kompetent und ein sehr guter Freund bin.

Am 30.7.2018 um 20:41 , XOR2 schrieb:

Naja, wenn man Monogamie abgemacht hat und der andere hält sich nicht dran, ist das ein Vertrauensbruch. Da wäre mir ehrlich gesagt der Sex mit jemand anderem ziemlich egal. Da aber Vertrauen die Basis einer jeden meiner Beziehung bildet, ist die Beziehung hin, wenn das Vertrauen weg ist. Das hat also weniger was mit Sex zu tun.

Vollkommen richtig. ABER wie @Firster treffender Weise beschrieben hat:

Am 30.7.2018 um 19:53 , Firster schrieb:

Und oft genug wird das so Erzwungene, weil auch gesellschaftsfähig, von Beginn einer Partnerschaft an erwartet. Ja, geradezu vorausgesetzt. 

Wann einigt man sich denn zu Beginn einer Beziehung tatsächlich "gefahrlos" betreffend der Bedürfnisse und der angestrebten Lebensform? In vielen vielen Fällen wird es vorausgesetzt, damit eine Beziehung überhaupt in Frage kommt. Das macht vielen Männern und Frauen Angst. Es handelt sich um ein absolutes Tabuthema. Wenn man offen damit umgeht, erntet man nicht selten schiefe Blicke und damit muss man als junger Mensch erstmal umgehen (Wie gesagt bei mir hat es einiges an Reifung gebraucht).
Zudem können sich Ansichten und Bedürfnisse innerhalb eines Beziehungsverlaufes ändern. Ihr meint man soll das doch ansprechen? Habe ich gemacht. Ihr könnt mir glauben, die Hütte hat ÜBELST gebrannt.

Wenn der seit 30 Jahren verheiratete Erbsensuppenarbeitskollege mit den 5 Kindern jetzt zu seiner Frau geht und sagt "Schatz, ich habe das Bedürfnis, mit anderen Frauen zu schlafen" - was wird sie antworten? "Schatz, das kann ich verstehen. Nun geh und lebe dich aus". Vielleicht. "Schatz, ich auch, lass uns in den Swingerclub". Auch möglich. Worst case und zudem wahrscheinlich: der Mann verliert die Frau die er wirklich liebt, vielleicht werden ihn daraufhin ein bis fünf seiner Kinder hassen, da er gegen die allgemeinen Moralvorstellungen verstösst und Mama so sehr wehgetan hat. Und das, weil er Bedürfnisse hat, welche er nicht durch dunkle Magie heraufbeschworen oder sich durch sein Leben als schlechter, abtrünniger Mensch angeeignet hat, sondern weil sie von Natur aus in ihm sind.

Ich finde Monogamie gut, erstrebenswert und durchführbar. Meins ist es im Moment auf jeden Fall nicht, schön dass ich das für mich erkennen durfte. Ändert sich vielleicht auch wieder. Ich würde mich allgemein über mehr Toleranz betreffend alternativer Ansichten und Lebensweisen freuen. Und ich finde es nicht fair wenn man behauptet, Menschen die fremdgehen haben per se einen schlechten Charakter.

 

@Firster Danke für diesen tollen Text zum Nachdenken und Dranbleiben. Für mich sind das vielfach wahre Worte.

 

Am 30.7.2018 um 19:53 , Firster schrieb:

Treue zur Sippe, Treue in Hinblick auf Verlässlichkeit von Unterstützung, Treue füreinander da zu sein; ist das, nicht dass, was Grundlage einer Partnerschaft/Beziehung ist oder sein sollte? 

Diesen Satz finde ich besonders wunderbar 😉

bearbeitet von redkite
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Am 30.7.2018 um 20:41 , XOR2 schrieb:

Betrachtet man das aus der Sicht der Persönlichkeitsentwicklung, deutet Fremdgehen auf Defizite hin.

Als ich konfrontiert wurde mit dieser Frage, habe ich so etwas ähnliches auch gesagt.

Der allgemeine Tenor ist hier, dass der Fokus auf die damit verbundene Hintergehung des Partners gerichtet wurde, leider aber so gar nicht auf das, was eine Partnerschaft sonst noch so ausmacht. Klar ist, dass wohl niemand sein Vertrauen in egal was, verletzt sehen möchte. Ich dachte eigentlich, dass ich das auch mit den Zeilen...

Am 30.7.2018 um 19:53 , Firster schrieb:

Angst stellt sich ein. Wut, Kränkung, Traurigkeit; und oftmals ist dass, das Ende einer Partnerschaft. Er oder sie ist wortbrüchig geworden.

zum Ausdruck gebracht hätte.

Wenn ich es mit @XOR2 Worten sagen würde, ich zitiere mal;

Am 30.7.2018 um 20:41 , XOR2 schrieb:

In meinem Beispiel hätte er damit den geschlossenen Vertrag gebrochen (in gewissem Sinne besitzt eine monogame Beziehung auch einen geschlossenen Vertrag) und müsste Strafe zahlen.

Wobei ich eine Paarbindung nicht so rational benennen und sehen würde.

@Nahilaa

vor 21 Stunden, Nahilaa schrieb:

Und es bedeutet, Vertrauen zu missbrauchen, das entzieht der Beziehung praktisch die Grundlage... 

Ich schließe hier raus, dass du eine langjährige Beziehung damit ohne Wenn und Aber über Bord kippen würdest auch wenn alles andere dich 30zig Jahre lang bereichert hätte.

Der Kollege, mit dem ich mich unterhielt, ist kein Fremdgeher vor dem Herrn. Er steckt in einer Krise. Sein Dilemma ist die Zweigleisigkeit. Sehr wohl liebt er seine Frau, andererseits ist der sexuelle Reiz über die vielen Jahre verflogen. Er möchte sie nicht verletzen, hat aber nun auch nicht gelernt darüber zu reden. (Ihr müsst bedenken, das er in den 70zigern geheiratet hat. Damals war es nicht üblich, dass man als Mann lernt, Partnergespräche zu führen. Jedenfalls nicht solche. Auch hätte er sich nicht vorstellen können, mal in solch einer Situation zu stecken.)

Wer es 30. Jahre lang freiwillig mit nur einem Menschen aushält, hat eine Partnerschaft mit einem gänzlich anderen Fundament und Liebe ist wohl nur ein Anteil davon. Ich finde, wer in solch einer Situation noch nicht gesteckt hat, sollte nicht sofort die Moralkeule rausholen und draufhauen. Meine Fragestellung war auch eher tiefgründiger gedacht. Da ich mich vor vielen Jahren für nur noch offene Beziehungen entschlossen habe, ich hab das irgendwo mal geschrieben meine ich, kann ich sein Dilemma nicht so nachvollziehen. Monogamie ist für mich eine Beziehungslüge, die irgendwann bei vielen zur Falle wird. Deshalb hat mich dabei auch der Gedanke beschäftigt, ob, ich zitiere mich:

Am 30.7.2018 um 19:53 , Firster schrieb:

Und wie ist es, wenn einer, aus was für Gründen auch immer, Sex nicht mehr mag oder ihn nicht mehr praktizieren kann? Ist dann die Partnerschaft nichts mehr wert?

Ebenso denke ich an lange eingefahrene, nennen wir sie mal vertrauten Partnerschaften? In denen, wo die Aufregung nicht mehr vorhanden ist, weil man sich in- und auswendig kennt. Weil man schon alles zusammen ausprobiert hat und somit der „Reiz“, nicht die Trieblust, kaum noch Befriedigung findet?

Die Antworten hier sind mir zu schwarz/weiß. Das Leben ist so nicht. Die vielen Graustufen, die es gibt, lassen uns manchmal in Situationen geraten, in denen wir nie hinein wollten oder je an so etwas gedacht hätten. (Das jetzt, lässt sich auch auf andere Bereiche anwenden.)

@Danisol

vor 4 Stunden, Danisol schrieb:

In meinen Augen sagt Fremdgehen sehr viel über eine Persönlichkeit aus.

Ja, es sagt gewiss etwas über ein Anteil der Persönlichkeit aus, aber einen Menschen nur darauf zu reduzieren würde ich nicht tun. Pure Gutmenschen gibt es meiner Meinung nicht. Dafür sorgt schon das eigene Ego.

Ich habe sein Dilemma mit meinen Fragen gemischt. Vielleicht hätte ich das auseinander halten sollen.

Ich hab ihm geraten, einen Paartherapeuten aufzusuchen und zwar erstmal allein.

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vor einer Stunde, Danisol schrieb:

Ganz ehrlich wenn du mit solchen Kerlen befreundet bist würde es mich nicht soooo sehr wundern wenn du dann irgendwann erfährst dass er seit 3 Monaten schon mit deiner Verlobten was am laufen hatte,

Das war mal einer meiner Storys. Zuerst war es eine Katastrophe. So sah ich das damals. Jahre später, hab ich mich bei dem Kerl bedankt. Warum? Weil die Beziehung am Ende war, wir aber nicht fähig waren einen Schlussstrich zu ziehen. Es war rückblickend gesehen, dass Beste was mir passieren konnte.

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Und was macht ihn jetzt zu nem besseren Menschen der Kerl? Dir ist schon klar dass er es nur deswegen getan hat weil du ihm komplett egal warst? Ja Arschlöcher können einmal manchmal die Augen öffnen, aber dann sind es immer noch Arschlöcher...

Wenn mir einer besoffen in die Karre fährt bedanke ich mich bei dem doch auch net nur weil dann in der Werkstatt rauskommt der damalige Verkäufer hat mich übers Ohr gehauen weil die Karre gar net Unfallfrei war damals?

Selbst wenn ich merke oder weiß nen Kumpel und seine Freundin, das hat keine Zukunft mehr, geh ich mit der Alten doch net in die Kiste um ihm zu "helfen".

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Am 30.7.2018 um 19:53 , Firster schrieb:

Monogamie ist nicht in uns Menschen angelegt.

Sagt wer?

Überleg mal: Monogamie ist nich tnur bei uns Menschen, sondern auch bei anderen Arten im Tierreich ein etabliertes Verhalten. Das kann man kaum anders erklären, als dass Monogamie als Verhalten in diesen Tierarten und auch in uns Menschen angelegt ist.

 

Am 30.7.2018 um 19:53 , Firster schrieb:

Treue belastet, gibt aber auch gleichzeitig die vermeintliche Sicherheit, welche einige von uns brauchen, um sich geborgen und geliebt zu fühlen.

Kannste so nicht sagen.

Monogamie hat mit Sicherheit, Geborgenheit, Liebe, usw. erstmal nix zu tun. Sondern erstmal nur mit Beständigkeit.

Einerseits in pragmatischer Hinsicht. Ein Paar baut sich langfristig was auf, was Bestand haben soll. Klar gibts Beständigkeit auch in anderen Konstellationen, aber Monogamie hat sich halt evolutionär etabliert. Und jetzt machen wir das halt so.

Und andererseits auch in der emotionalen Hinsicht, die du ansprichst. Aber da ist Monogamie nicht ne Bedingung, sondern ne Folge von dem Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit, usw. Weil, wenn du dich gut fühlst -also beispielsweise sicher, geborgen, geliebt, usw.- dann willste diese Emotionen erhalten. Und weil du diese Emotionen mit einer anderen Peson erlebst, willste die Beziehung mit dieser Peson erhalten. Und daraus entsteht dann der Wunsch nach Monogamie. Also auf persönlicher Ebene.

 

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vor 12 Minuten, Danisol schrieb:

Dir ist schon klar dass er es nur deswegen getan hat weil du ihm komplett egal warst?

Mit Sicherheit war ich dass, und das war genau richtig. Die beiden sind heute verheiratet und haben 2 Kinder. Sind glücklich zusammen. Was ist daran auszusetzen? Manchmal ist das Schicksal gnädig. Im Endeffekt wurden zwei Menschen glücklich gemacht. Er und ich und ach ja, sie auch, also sind es schon drei!

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vor 59 Minuten, redkite schrieb:

Danke für diesen tollen Text zum Nachdenken und Dranbleiben. Für mich sind das vielfach wahre Worte.

Gern geschehen. Musste auch erst ne Ehe in den Sand setzen um festzustellen, das ich nicht wollte, was alle von mir wollten. War ein langer und beschwerlicher Weg. 

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Kumpel hat mir im Suff mal ne Eisenstange übern Kopf gezogen, lag im Koma und nur so hab ich damals die nette Krankenschwester kennengelernt mit der ich heute glücklich verheiratet bin. Bin meinem Kumpel so dankbar ohne ihn hät ich sie nieee kennengelernt...

Klassischer Fall davon sich alles schön zu reden. Ganz ehrlich wenn mein Kumpel meine Freundin/Verlobte/Frau vögelt bin ich dankbar. Aber nicht ihm oder ihr, sondern mir selbst diese Erfahrung gemacht zu haben und erkannt zu haben dass ich da 2 Menschen in meinem Leben habe, die da nicht reingehören.

Mal ehrlich nach deiner Logik kannste jedem dankbar sein der dir nix gutes will nur weil danach das Schicksal es gut mit dir meint denkste es war jetzt sein oder ihr Verdienst. Wird dein Auto dir geklaut und nimmst den Bus, zack lernste die Frau deines Lebens kennen. Überschreibst ihm dann aus Dankbarkeit deine Karre noch legal?

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vor 51 Minuten, Firster schrieb:

 

@XOR2 

@Nahilaa

Ich schließe hier raus, dass du eine langjährige Beziehung damit ohne Wenn und Aber über Bord kippen würdest auch wenn alles andere dich 30zig Jahre lang bereichert hätte.

@Danisol

Erstmal sorry für die Markierungen, ich bekomme die leider nicht weg.

Zu der Aussage: Uneingeschränkt JA. Und jeder, der mir nahe genug kommt, dass ihn das betreffen könnte, weiß das. Dieselbe Nulltoleranz hab ich dann auch mir selbst gegenüber, ich würde eine Beziehung eher auf der Stelle beenden, als meinen Partner zu hintergehen. Und alles, was diesem Standard nicht genügt, hat in meinem Leben nicht den Wert einer Beziehung. 

Das ist hart, und klingt sehr nach schwarzweiß. Aber vielleicht kann man es besser einordnen, wenn ich es etwas erkläre: Wenn jemand seinen Partner hintergeht - und das kann auch bei anderen Themen sein, zb das heimlich gekaufte Motorrad - dann missbraucht Derjenige nicht nur das Vertrauen des Partners. Nein, er bricht auch sein eigenes Wort - und was in der Welt sollte er noch achten, wenn nicht sich selbst und sein Wort? Wenn jemand sich selbst schon so wenig wert ist und er sich so wenig respektiert, wie sollte er dann anderen Menschen (also auch dem Partner) Respekt und Achtung erweisen? Wer sein eigenes Wort so entwertet, ist ein armer Mensch, denn für ihn gibt es ab dann KEINE Sicherheit in der Welt - du kannst dich schließlich nur auf dich selbst verlassen, und wenn du schon bewiesen hast, dass man das eben nicht kann... Darüber hinaus ist das Problem aber noch größer, erkenntlich auch am Dilemma deines Bekannten: Er will die Frau nicht verletzen, nicht verlieren, nicht blabla... Die Wahrheit dahinter ist, er vertraut seiner Beziehung als Grundlage nicht. Er vertraut nicht genug auf diese ach so tolle Bindung aus diesen 30zig Jahren, dass die die Wahrheit überstehen würde. Und er traut der Persönlichkeit seiner Frau nicht zu, dass sie damit umgehen könnte, und dass sie für ihn und für die Beziehung versuchen würde, ne konstruktive Lösung zu finden... 

Nun, ich für meinen Teil muss sagen, eine Beziehung, die nach mehr als 30 Jahren die Auseinandersetzung mit dem Thema nicht trägt, ist (mir) nichts wert. Und selbst wenn sie es tragen würde, der Partner darauf aber nicht vertraut, dann hat er sie schon so weggeworfen, dass es auch nix bringt, wenn ich dieses Zutrauen alleine noch hab... Und das sind die Gründe, warum ich in diesem Fall alles über Bord werfen würde. Und zwar immer, ohne Ausnahme. 

Und ja, ich bin zu jung, um eine so lange Beziehung gehabt zu haben. Aber ich hab immerhin meine allererste Beziehung für tatsächlich ein Drittel meines Lebens geführt - und daraus unter anderem auch gelernt, warum es manchmal besser ist, auch langjährig vertraute Verflechtungen zu verlassen. Und dass es in Beziehungen Themen gibt, die keine Excuses erlauben. Wenn du nie gelernt hast, solche Gespräche zu führen, dann musst du es eben lernen. Und wenn du dich nicht beherrschen kannst/willst, dann musst du das eben kommunizieren. Es ist nichts falsches dran, jemand anderen zu begehren. Aber es ist falsch, den "Vertrag zu brechen", und weder sich selbst, noch dem Partner gegenüber zuverlässig zu sein... 

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vor 20 Minuten, Aldous schrieb:

Sagt wer?

Überleg mal: Monogamie ist nich tnur bei uns Menschen, sondern auch bei anderen Arten im Tierreich ein etabliertes Verhalten. Das kann man kaum anders erklären, als dass Monogamie als Verhalten in diesen Tierarten und auch in uns Menschen angelegt ist.

https://www.wissenschaft.de/allgemein/gut-zu-wissen-monogamie/     Die Studien musst du dir schon selber raussuchen, OK?

Nur so als Hinweis:     https://www.dbna.de/coming-out/diese-9-tiere-sind-schwul-3808

vor 42 Minuten, Aldous schrieb:

Klar gibts Beständigkeit auch in anderen Konstellationen, aber Monogamie hat sich halt evolutionär etabliert. Und jetzt machen wir das halt so.

sh. den Link oben. Ich will nichts einfach so machen! Ich will mein Leben selber bestimmen und nicht auf Grund einer gesellschaftlichen und kulturellen Norm.

vor 43 Minuten, Aldous schrieb:

Monogamie hat mit Sicherheit, Geborgenheit, Liebe, usw. erstmal nix zu tun. Sondern erstmal nur mit Beständigkeit.

Monogamie gibt Sicherheit. Die Sicherheit, das der Partner keine anderen sexuellen Kontakte haben wird als mit seinem Partner. Geborgenheit kann man sicherlich auch anders erleben, aber für viele ist sie automatisch damit verankert. Liebe? Nun ja, Liebe hat der liebe Gott so hoch gehangen, dass keiner rankommt um sie zu manipulieren. Bin froh darüber. Sie fällt dahin, wo es ihr gefällt.

vor 48 Minuten, Aldous schrieb:

Und andererseits auch in der emotionalen Hinsicht, die du ansprichst. Aber da ist Monogamie nicht ne Bedingung, sondern ne Folge von dem Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit, usw. Weil, wenn du dich gut fühlst -also beispielsweise sicher, geborgen, geliebt, usw.- dann willste diese Emotionen erhalten. Und weil du diese Emotionen mit einer anderen Peson erlebst, willste die Beziehung mit dieser Peson erhalten. Und daraus entsteht dann der Wunsch nach Monogamie. Also auf persönlicher Ebene.

Ich bin zwar nicht für Polygamie aber diese wird auf unserem Planeten gelebt. Sagen wir mal ein Mann und fünf Frauen. Jeder dieser Frauen und ebenso der Mann, wird die von dir beschriebenen Gefühle empfinden. Könntest du dir vorstellen fünf Frauen gleichzeitig zu lieben? Ich auch nicht, aber möglich ist auch das.

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vor 10 Stunden, Danisol schrieb:

Kumpel hat mir im Suff mal ne Eisenstange übern Kopf gezogen, lag im Koma und nur so hab ich damals die nette Krankenschwester kennengelernt mit der ich heute glücklich verheiratet bin. Bin meinem Kumpel so dankbar ohne ihn hät ich sie nieee kennengelernt...

Klassischer Fall davon sich alles schön zu reden. Ganz ehrlich wenn mein Kumpel meine Freundin/Verlobte/Frau vögelt bin ich dankbar. Aber nicht ihm oder ihr, sondern mir selbst diese Erfahrung gemacht zu haben und erkannt zu haben dass ich da 2 Menschen in meinem Leben habe, die da nicht reingehören.

Mal ehrlich nach deiner Logik kannste jedem dankbar sein der dir nix gutes will nur weil danach das Schicksal es gut mit dir meint denkste es war jetzt sein oder ihr Verdienst. Wird dein Auto dir geklaut und nimmst den Bus, zack lernste die Frau deines Lebens kennen. Überschreibst ihm dann aus Dankbarkeit deine Karre noch legal?

Du klingst sehr zynisch.? Würde dir eine süße Krankenschwester wünschen. Hoffe der erste Absatz ist wahr.

Nein, ich war bestimmt nicht dankbar. Allen beiden nicht. Trotzdem, rückblickend war es Gold wert und bedankt habe ich mich tatsächlich bei ihm. Das Zusammentreffen war übrigens zufällig. Auch gehören heute beide nicht mehr zu meinem SC. 

Mal ehrlich, wir haben unterschiedliche Meinungen. Ist das für dich so schlimm? Wir müssen nicht konform gehen. Ich habe die Erfahrungen gemacht, das viel Schlimmes, Gutes hervorbringen kann und ebenso umgekehrt. Ich habe auch lernen dürfen, dass man mehr aus schlechten Erfahrungen lernt als aus guten. Und vor allem habe ich mittlerweile gelernt, das zu vertreten, an das ich glaube. Unabhängig von anderen.

bearbeitet von Herzdame
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Gast spartakus666
Am 30.7.2018 um 17:53 , Firster schrieb:

Treue belastet, gibt aber auch gleichzeitig die vermeintliche Sicherheit, welche einige von uns brauchen, um sich geborgen und geliebt zu fühlen.

Wenn Treue belastet, sollte man keine Monogamie vereinbaren.

Ob es das tut, hat viel mit der Struktur des eigenen Lebens zu tun. Laufe ich als Single nach der Arbeit in die Sportsbar, hänge da mit Kumpels ab und shakere mit Mädels rum, dann habe ich da eine gewisse Routine, die mir vllt. Spaß macht und darin endet, dass man alle paar Wochen mal mit einem neuen Mädel im Bett landet. Eine FB nebenbei hat.

Bildet sich dann eine LTR, ändert Monogamie einfach eine Menge im Leben und führt zu Einschränkungen.

Hat man den Fokus aber auf anderen Dingen, dann sieht das schnell anders aus.

Wer tagsüber arbeitet und sich einen renovierungsbedürftigen Bauernhof gekauft hat, hat ne Menge zu tun. Dazu dann vielleicht die Idee, in ein paar Jahren von zu Hause zu arbeiten. Unter der Woche wird am Haus gearbeitet. Kumpels helfen mit. Man grillt und veranstaltet gemütliche Runden, wo deren feste Freundinnen dabei sind. 

Da will man dann einfach nur ein Mädel haben, dass gut passt und mit einem zusammen an der Idee arbeitet. Irgendwann rennen dann ein paar Tiere rum. Man pflanzt ein paar Sachen an. Etwas später lebt da der Nachwuchs.

Da werden doch irgendwelche Mädels in irgendwelchn Bars total uninteressant. Sexuell sind sie vielleicht "neu", man weiss aber, dass sie sexuell nicht an die Freundin dran kommen. Und überhaupt spielt Sex nur eine Selbstverständlichkeit im Leben. Man vögelt halt 2-4 mal die Woche. Eine Beschäftigung die einfach Bestandteil des Lebens ist. Viel spannender ist dann das Glas Wein Abens mit der Freundin im Garten. 

Gibt einfach Lebensphasen, da rennen Menschen in Monogamie, die eigentlich noch mal ne Weile Single bleiben sollten. Wo dann aber aus Verlustangst oder der berühmten Pistole auf der Brust etwas vereinbart wird. Aber eigentlich hätte man am liebsten eine Freundin die monogam ist. Die Kumpels in der Bar. Und am und zu wenn es sich anbietet mal Abenteuer mit anderen Mädels.

Da entstehen dann erst die wirklichen Probleme.

In dem passenden Lebenssetting ist Monogamie aber kein Problem.

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vor 4 Stunden, Firster schrieb:

https://www.wissenschaft.de/allgemein/gut-zu-wissen-monogamie/     Die Studien musst du dir schon selber raussuchen, OK? 

Die Studien zeigen das, was ich dir ansatzweise erklärt habe. Nämlich Anlagen für Verhaltensweisen, die Monogamie fördern. Wenn du beispielsweise dazu neigst, dich sozial verbunden zu fühlen -was durch die beschriebenen Rezeptorr-Gene gefördert werden kann- dann wird das deine Beziehungsqualität beeinflussen. Und damit auch deine Neigung zu monogamem Verhalten.

Gleichzeitig gibts auch Anlagen, die beispielsweise die Rezeption von Dopamin fördern, und damit eine Neigung zu neuen Erfahrungen fördern. Damit wird man weniger monogam sein. Indbesondere dann, wenn man die Erfahrung gemacht hat, dass wechselnde Partner neue Erfahrungen bedeuten. Damit wird auch ein Zusammenhang zwischen der Anzahl der Sexualpartner und der Treue in Beziehungen erklärt. Wenn du es gewohnt bist, mit verschiedenen Partnern zu vögeln - dann ist es wahrscheinlicher, dass du in Beziehungen fremd gehst. Die Neigung zu neuen Erfahrungen kann aber auch bedeuten, dass man gerne neue soziale Kontakte knüpft - ohne dabei sexuelle Erfahrungen zu machen. Biste so sozialisiert, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass du in Beziehungen fremdvögelst, deutlich geringer. Obwohl du ne genetische Neigung zum Dopaminjunkie mitbringst.

So oder so sagt dir der kurze Artikel, den du verlinkt hast, aber genau das, was ich dir geschrieben hab. Nämlich, dass es bei Menschen Anlagen für Monogamie gibt. Zu argumentieren, dass Monogamie im Menschen nicht angelegt wäre, und monogames Verhalten darum beispielsweise belastend wäre, oder so - ist darum zu kurz gegriffen. Einigermaßen klar, warum?

 

vor 5 Stunden, Firster schrieb:

Ich will nichts einfach so machen! Ich will mein Leben selber bestimmen und nicht auf Grund einer gesellschaftlichen und kulturellen Norm.

Herzlichen Glückwunsch. Wenn du noch recht jung bist, dann gehört das zur normalen Entwicklung. Der nächste Schritt ist dann meist, diese rebellische Phase zu beenden. Weil - wenn man sich nicht nach Normen richten will, dann neigt man dazu, das Gegenteil der Normen zu machen. Was genausowenig eine individuelle Entscheidung ist, wie sich nach den Normen zu richten.

Darum ist der nächste Schritt nach der rebellischen Phase, sich zu überlegen welche Normen man übernehmen will - und welche nicht. Meist sucht man sich dann unwillkürlich Gruppen, in denen die Normen kultiviert werden, die einem persönlich gefallen. Beispielsweise, indem man sich in einem PU-Forum anmeldet, in dem anderes Verhalten als Norm etabliert ist, als beispielsweise in einer katholischen Jugendgruppe. Also offiziell zumindest.

 

vor 5 Stunden, Firster schrieb:

Monogamie gibt Sicherheit. Die Sicherheit, das der Partner keine anderen sexuellen Kontakte haben wird als mit seinem Partner.

Was du meinst, ist Beständigkeit. Wie schon gesagt. Überleg mal, wie Monogamie auf dich wirkt, wenn du dazu neigst, dich alle Nase lang neu zu verlieben? Gibt dir die Aussicht auf Monogamie dann Sicherheit? Oder wirste dich eher eingeengt fühlen?

 

vor 5 Stunden, Firster schrieb:

Könntest du dir vorstellen fünf Frauen gleichzeitig zu lieben? Ich auch nicht, aber möglich ist auch das.

Ein knappes Jahr war ich mal mit zwei Frauen zusammen. Hat sich irgendwie so ergeben, ohne dass das Ganze gewollt oder geplant gewesen wäre. War irgendwann so. Aus ner WG heraus. Und wenn ich im Nachhinein drüber nachdenke, dann hats erstaunlich gut funktioniert. Auch wenns ne Ausnahme war.

Kannst mal die Forensuche anschmeissen, nach Beiträgen von @Antidote. Der plant solche Konstellationen. Und erklärt in allen möglichen Varianten und Details, wie und warum.

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