Eigenes (!) Drama in den Griff bekommen?

28 Beiträge in diesem Thema

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1. Dein Alter: 25
2. Sein Alter: 35
3. Art der Beziehung: monogam
4. Dauer der Beziehung: 2,5 Jahre
5. Dauer der Kennenlernphase vor LTR: 6 Monate
6. Qualität/Häufigkeit Sex: Sehr gut, wegen Wochenendbeziehung derzeit ca. 3x/Woche.
7. Gemeinsame Wohnung: Nein, ist aber geplant.


8. Probleme, um die es sich handelt:

Zum Hintergrund:

Mein Freund und ich haben uns vor ca. 3 Jahren in meiner Studienstadt kennengelernt, er war schon berufstätig. Wir genossen beide an der Beziehung, dass es locker und harmonisch war ohne sinnlose Diskussionen. Es gab weder seinerseits noch meinerseits Spielchen und wenn den einen mal was störte, wurde dies sofort angesprochen und gelöst. Diese Art der Kommunikation war v.a. für mich aufgrund gegenteiliger Erfahrungen in meiner vorigen Beziehung neu und äußerst entspannt und angenehm (mein Ex war tagelang beleidigt ohne dass ich den Grund kannte, spielte viel mit Liebesentzug, war vom gesamten Verhalten her irgendwie eher die Frau in der Beziehung...). Vor etwa einem Jahr habe ich mein Studium beendet und einen Job in der Nähe meiner Heimatstadt angefangen, er zum gleichen Zeitpunkt ebenfalls woanders eine Umschulung begonnen. Entsprechend führen wir seitdem eine Wochenendbeziehung (Entfernung ca. 60km). Da ich ab kommendem Jahr eine neue Arbeitsstelle habe, wir uns sicher mit der Beziehung sind und es logistisch passt, wollen wir Anfang 2020 zusammenziehen.

Aktuelle Situation:

Unter der Woche (Mo.-Do.) skypen wir jeden Abend. Wir haben beide unsere Hobbys + soziale Kontakte im normalen Ausmaß, aber nehmen uns diese Zeit füreinander, auch wenn es mal nur 10min sind. Das war uns von Anfang an wichtig, um am Alltag des anderen teilhaben zu können. Dafür tippen wir tagsüber kaum. Es fällt mir auf, dass ich in der letzten Zeit (ca. 6 Monate) bei diesen Gesprächen oft schnell gereizt bin. Man muss sagen, dass ich in meinem jetzigen Job unglücklich bin und schwer abschalten kann. Das lasse ich leider oft an ihm aus, indem ich - und das fällt mir selbst hier schwer zuzugeben - einfach richtig zickig bin, patzig antworte und ihn teilweise bewusst provoziere. Mein Freund hört sich das eine ganze Weile an, gibt mir Ratschläge, will helfen...Ich lasse dann nichts zu, nehme nichts an, rege mich über Kleinigkeiten auf und schiebe Drama. Wenn ich mich später entschuldigen will, blockt er das ab, indem er sagt, dass er versteht, dass ich gestresst sei und es keinen Grund gebe, mich zu entschuldigen. Ich habe den Eindruck, dass mich sein Umgang damit noch gereizter macht und ich darauf warte, dass er endlich mal aus dem engelsgeduldigen Modus rauskommt. So habe ich irgendwie das Gefühl, dass er sich schlecht behandeln lassen würde - das macht mich wütend. Es entsteht ein Teufelskreis, dass ich a) immer öfter so zu ihm bin und b) immer einen Schritt weiter gehe. Dazu kommt die Tatsache, dass ich mich schlecht in dieser Position als Dramaqueen fühle, und ich mich absolut nicht so kenne. Tatsächlich schäme ich mich sehr für dieses Verhalten, da ich es als maximal unreif ansehe. Ich habe Angst, die Beziehung so langfristig zu gefährden, da er auch in letzter Zeit hin und wieder Andeutungen macht, dass mein Verhalten "nicht sein müsste" (das Ganze aber mit einem Augenzwinkern, sodass ich nicht weiß, ob es ihn wirklich nervt). Wenn wir uns am Wochenende sehen, ist das Ganze übrigens nie so - wir haben immer eine gute Zeit. Der Sex ist auch super, Initiative ca. 60% er, 40% ich, also recht ausgewogen, langweilig ist es dabei nie und ich kann ehrlich sagen, dass ich mich im Bett noch nie so fallen lassen konnte wie mit ihm.

9. Fragen an die Community:

Ich lese hier schon länger mit und empfinde die Beiträge doch deutlich hilfreicher als in den zahlreichen Frauen-Beziehungs-Foren. Vielleicht hilft mir auch eine (vorwiegend) männliche Perspektive, einen klareren Blick zu bekommen. Mir ist klar, dass ich meinen Freund ständig teste und immer weiter mache, weil er nicht so reagiert, wie ich das gern hätte (auch wenn ich nicht mal genau weiß, welche Reaktion ich mir erhoffe). Das Problem liegt entsprechend bei mir, doch ich schaffe es irgendwie nicht, mich daraus zu befreien, und einfach diese drama-freie Beziehung weiterzuführen, die wir vorher hatten und in der es uns beiden so gut ging.

Was kann ich tun, damit es endlich klappt, wenn ich mir vornehme, abends beim Telefonieren eben keinen sinnlosen Shittest rauszuhauen und ihm die liebevolle entspannte Freundin zu sein, die ich war und wieder sein will? Vielleicht habt ihr ja den ein oder anderen Impuls für mich, mein Mindset zu ändern oder ihr steigt mehr durch das aktuelle Chaos in meinem Kopf? Ich verstehe mich selbst nicht mehr.

Ich bin für jegliche Rückmeldung dankbar.

psychowl

 

 

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Räum da auf wo das Chaos entsteht, nämlich in deinem Job. Dann bist du auch überall anders wieder liebevoll und entspannt. 

Sollte das aus irgendwelchen Gründen nicht möglich sein, musst du lernen, abzuschalten und den Stress nicht mit nach Hause zu nehmen. Meditation und Sport können helfen. Oder eben der Jobwechsel, wenn die Bedingungen wirklich unterirdisch sind. 

Grundsätzlich hilft Problemverschiebung nicht. Du kannst jetzt gern monatelang an deinen Skypeskills rumdoktern, es wird erst dann wirklich besser, wenn du das echte Problem einigermaßen zufriedenstellend für dich gelöst hast. 

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Dein Drama rührt vorwiegend daher, dass er versucht deinen Problemlöser zu spielen, anstatt Kante zu zeigen. Das war's im Grunde genommen auch schon.

vor 7 Minuten, psychowl schrieb:

Ich habe den Eindruck, dass mich sein Umgang damit noch gereizter macht und ich darauf warte, dass er endlich mal aus dem engelsgeduldigen Modus rauskommt.

Genau das und nichts anderes. 

Du selbst wirst daran kaum etwas ändern können, jede Frau wünscht sich von Zeit zu Zeit Kante, Widerworte und übers Knie gelegt zu werden. Stinknormale Dynamik vor allem unter Menschen, die nicht so reflektiert sind.

Tipps find ich hier schwierig, diese Selbsterkenntnis dass die Anziehung und der Respekt in einer Beziehung auch durch Grenzen erzeugt werden, erlangt man nicht durch ein Paargespräch. Hier hilft dir wirklich nur, deine eigenen Probleme in Angriff zu nehmen und deine Spannungen anderweitig auszutoben, sei es Sport oder ein neuer Supervibrator.

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1. Die Ursachen deines Dramas anpacken (also bspw. deinen Job)

2. Dir andere Ventile als deinen Freund suchen (bspw. Sport)

3. Dein Self Monitoring stärken, sodass du im Moment des Dramas dir deines Dramas bewusst wirst und gegensteuern kannst (bspw. das Telefonat beenden oder, wenn ihr am WE zusammen seid, eine Runde alleine vor die Tür zu gehen).

Klar, könnte er dir stärker Grenzen aufzeigen, aber ändern kannst du nur dich selber. 

@Enatiosis ist das nicht etwas einseitig gedacht, die "Schuld" nur bei ihm zu suchen? 

bearbeitet von Patrick B
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Moin TE,

er ist 35, alleine von daher ist er viel entspannter als jemand in den 20igern. Vermutlich versteht er Dich sogar, er ist halt deine menschliche Powerbank, bei der Du Abends kraft tankst indem Du dich bei ihm auskotzt. Das ist auf Dauer tats. anstrengend aber nichts schlimmes, es wird nur langweilig. Das Du ihn dann provozierst und anzickst ist natürlich scheiße, weisste ja selber.

Mein Tipp daher: Wenn ihr skyped bring dich vorher in ne gute Stimmung, geh duschen, höre Musik, mach dir nen Kaffee. Wenn Du schlecht drauf bist, dann lass es einfach.
Es ist ja anscheinend immer das selbe Muster. Du bist genervt vom Job, ihr telefoniert, Du lässt es an ihm aus. So ein Telefonat hat doch null Wert! Du kannst deine Gedanken nicht kontrollieren aber du kannst deine Handlungen kontrollieren. Handlung kann auch das Unterlassen sein, also in diesem Fall nicht telefonieren.

Bis dahin könntest Du ihm kommunizieren das Du nur reden willst und er bitte nichts dazu sagen soll. Er hat anscheinend noch nicht verstanden das ihr Frauen manchmal so seid. Ihr wollt einfach nur reden, schimpfen whatever und seid an keiner Lösung, Hilfe etc. interessiert. Das ist vermutlich auch das was Dich dann wütend macht. Das ist das was @Enatiosis oben meint, er ist nicht dein Problemlöser aber er versucht es.

MfG

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vor 7 Minuten, Patrick B schrieb:

@Enatiosis ist das nicht etwas einseitig gedacht, die Schuld nur bei ihm zu suchen? 

"Schuld" finde ich hier zu stark ehrlich gesagt, ich finde sie macht völlig normales Drama für eine Frau die einfach gerne mal Kontra möchte. Ich versetz mich da immer gern in einen Alternativthread, in dem der Freund der TE den Thread öffnet und sich über eben genau diese Probleme beschwert.

Da würde man nicht schreiben  "Sprich mal mit deiner Freundin und sag, sie soll ausgeglichener werden." sondern eher in Richtung "Sag ihr halt mal wann Schluss ist und das du das Gespräch beendest, wenn sie so weitermacht. Ganz ruhig und sachlich."

Außerdem hab ich ihr im letzten Satz ja geraten, sich mal mit ihren eigenen Problemen zu beschäftigen ;-) Zu einer Beziehung gehört nicht immer nur Reflektion, da müssen beide Parts mal auf den Tisch hauen und sagen können, dass der Gegenüber einfach mal die Goschn halten soll.

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Hey, danke für eure Rückmeldungen! Ich möchte mal der Reihe nach darauf eingehen.

vor 49 Minuten, Minou schrieb:

Räum da auf wo das Chaos entsteht, nämlich in deinem Job. Dann bist du auch überall anders wieder liebevoll und entspannt. 

Wahrscheinlich hast du das auf den Punkt gebracht, ich denke auch, dass das einen großen Teil ausmacht. Der neue Arbeitsvertrag ist schon unterschrieben und ich muss nur noch ein paar Wochen durchhalten. Vielleicht kann ich mir das noch öfter vor Augen führen.

vor 45 Minuten, Enatiosis schrieb:

Du selbst wirst daran kaum etwas ändern können, jede Frau wünscht sich von Zeit zu Zeit Kante, Widerworte und übers Knie gelegt zu werden. Stinknormale Dynamik vor allem unter Menschen, die nicht so reflektiert sind.

Ich kann dir ansonsten folgen, aber was meinst du denn an der Stelle mit "nicht so reflektiert" bzw. wie bringst du das in Zusammenhang mit mir? Ich hätte nämlich eigentlich schon von mir gedacht, dass mir Selbstreflexion nicht fremd ist und bin nun etwas nachdenklich geworden.

vor 34 Minuten, Patrick B schrieb:

2. Dir andere Ventile als deinen Freund suchen (bspw. Sport)

Guter Punkt. Was den Sport angeht, hatte ich in letzter Zeit viele Ausreden. Motiviert mich, wieder einzusteigen, denn klar - nach der Arbeit auspowern baut schon viel Spannung ab.

 

vor 28 Minuten, Hamsterbacke schrieb:

er ist 35, alleine von daher ist er viel entspannter als jemand in den 20igern.

Das sagte er tatsächlich sogar mal selbst...habe dem nicht so viel Bedeutung beigemessen, aber vielleicht ist was dran. Dass ich mich vorher in gute Stimmung bringe, ist auch ein guter Tipp. Werde ich heute Abend direkt tun.

Wir hatten auch schon mal (anhand meiner Eltern :D) das Thema, dass Frauen sich oft einfach auskotzen wollen ohne konkrete Lösungsvorschläge und eine Weile haben wir das dann so gehandhabt, dass ich ihm das klar kommuniziert habe à la "ich weiß, was ich für eine Lösung tun muss, aber ich würde mich gerade einfach gern fünf Minuten über Thema XY aufregen OHNE Tipps" und das klappte ganz gut, sodass nach den fünf Minuten wirklich Schluss und Zeit für wertvolle Kommunikation war. Vielleicht sollte ich das wieder aufnehmen.

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vor 2 Minuten, psychowl schrieb:

Ich kann dir ansonsten folgen, aber was meinst du denn an der Stelle mit "nicht so reflektiert" bzw. wie bringst du das in Zusammenhang mit mir? Ich hätte nämlich eigentlich schon von mir gedacht, dass mir Selbstreflexion nicht fremd ist und bin nun etwas nachdenklich geworden.

vor 38 Minuten, Patrick B schrieb:

Ich meinte euch nicht damit, sorry für die Verwirrung. Ich wollte damit auf die vielen anderen Beziehungen anspielen, in denen es keine reflektierten Partner gibt und der Mann auch eben keine Kante zeigen kann. Erleben wir hier im Wochentakt mehrmals. Von denen kommt dann keine Freundin ins Forum und fragt, wie sie ihr Drama in den Griff kriegen kann.

Generell ist es super, dass er so ruhig und gelassen mit dir umgeht und du deinen Teil besser machen möchtest. Aber spätestens wenn ihr zusammen wohnt, wird es Drama geben, früher oder später. Und wenn er dann genau so konfliktscheu reagiert, ist alleine an dir zu arbeiten keine Dauerlösung. 

Wie geht ihr denn sonst miteinander um, wenn ihr euch mal in den Haaren habt? Ist er da ähnlich wie bei Skype oder kann er da auch mal Kontra geben und dich in die Schranken weisen? Nur rein interessehalber.

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Gast

Erstmal Respekt für Deinen reflektierten Ansatz.

Eine Perspektive: Die typische männlich-weibliche Dynamik ist die, dass die Frau in der Regel das Gefühl haben will, dass ihr Typ ihr (nicht nur, aber auch) die Grenzen aufzeigt. Dieses Grenzen aufzeigen ist ein Pfeiler der Attraction (neben anderen Sachen). In dieser Stufe bist Du für mich gerade, Du hast wegen irgendwas Frust, lässt es raus und hast nun bemerkt, dass er Dir diese Grenze nicht setzt. Dann testest Du diese mehr, in der heimlichen Hoffnung, dass ihn das endlich reagieren lässt. Paradoxerweisegeschieht genau das nicht, was die Dynamik eskaliert. Deswegen reden viele hier von alpha, eigene Maßstäbe etc... Nachdem Du diese Entdeckung gemacht hast, wird es wohl auch nicht so extrem viel (dafür!) bringen, wenn Du jetzt wegen einem Jobwechsel nicht mehr so gestresst bist. Denn ich vermute, zu einem gewissen Anteil bort die Unsicherheit in Dir, denn Dein Wunschpartner würde sich Dein Verhalten nicht bieten lassen (so vermute ich zumindest Deine Bewertung). Das würde zumindest zur typischen Mann-Frau-Dynamik passen, die hier diskutiert wird (Mann alpha=attraction).

Weitere Perspektive: Aus Sicht aus einen Mannes ist es oft hahnebüchen, weswegen Frauen Drama schieben. Wenn ein Mann sowas bringen würde. Für viele Männer bedeutet das auch - weil sie nicht ahnen, dass bei vielen Frauen die Attraction dran hängt - nicht wildes. Oft nehmen sie Shittests nicht als solche wahr, weil sie das Drama als das erkennen, was es ist, ein aufgeblasene Seifenblase. Hier in dem Forum lernt man nun, dass die Frau das auch spüren möchte, raunzt sie halt blöd an, sagt ihr, dass sie die Scheiße lassen soll, wenns härter sein soll, drück man sie halt am Wochenende mal gegen die Wand und flüstert ihr von hinten ins Ohr, dass sie jetzt dafür die Rechnung bekommt. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann ficken sie noch heute oder so... Womit wir ggf. gleich zum nächsten Aspekt kommen:

Weitere Perspektive: Drei Mal Sex die Woche ist vielleicht nicht genug für Dich.

Weitere Perspektive: Dein Verhalten ist kindisch. Das meine ich wortwörtlich. Es ist ein pubertäres Muster. Die Grenzsuche gibt es auch bei Männern, das ist nichts ausschließlich weibliches, sondern jugendliches. Männer, insbesondere die starken, lernen irgendwann, dass es niemand gibt, der ihnen da draußen Grenzen kann (bevor es für viele verheerende Folgen hat). Die meisten Männer lernen irgendwann im Verlauf der späten Pubertät bis Anfang der 20er Jahre, dass sie sich selbst Grenzen setzen müssen, eigene Maßstäbe entwickeln müssen, ihr Verhalten selbst bestimmen. Und viele lassen sich auch von einer Frau, die einen durch Drama zum Erzieher machen will (euer Altersunterschied!) nicht in diese Rolle drängen. Sie haben ihre Rolle selbst gewählt. Ich weiß nicht, wie die Dynamik bei Frauen ist, aber ich bin mir sicher, es ist auch da hilfreich, sein Verhalten selbst zu gestalten, so wie man das für nachhaltig hält und gern hätte. Dann entlastest Du Deinen Partner von Erziehungsaufgaben und bist die Frau, nicht das Mädchen oder die Prinzessin an seiner Seite.

Such Dir was aus.

 

 

 

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vor 37 Minuten, anfängergeist schrieb:

Männer, insbesondere die starken, lernen irgendwann, dass es niemand gibt, der ihnen da draußen Grenzen kann (bevor es für viele verheerende Folgen hat).

Das würde ich genau andersrum sehen. Gerade wegen dem, was du weiter oben schreibst. Also, dass Grenzen suchen nen kindliches Verhalten ist. 

Von der Sache her, gibts sowas wie starke Personen nicht. Eigenschaften, die in einer Situation ne Stärke sind, können in ner anderen Situation ne Schwäche sein. Und wer glaubt, es gäbe niemanden, der einen begrenzt, der hat es früher oder später mit den verheerenden Folgen zu tun, von denen du schreibst.

Erwachsen werden bedeutet darum gerade, situativ an eigene Grenzen zu stoßen. Also nicht alles zu bekommen, was man haben will. Im Sport verlieren, beim Militär zur Sau gemacht werden, in Beziehungen scheitern, usw. Das AFCs ihre AA dadurch ablegen, dass sie Körbe sammeln, hat nicht nur mit Routine zu tun.  

 

vor einer Stunde, psychowl schrieb:

Wahrscheinlich hast du das auf den Punkt gebracht, ich denke auch, dass das einen großen Teil ausmacht. Der neue Arbeitsvertrag ist schon unterschrieben und ich muss nur noch ein paar Wochen durchhalten. Vielleicht kann ich mir das noch öfter vor Augen führen.

Ich würde sagen, das geht ziemlich am Punkt vorbei. Stress gibts immer. Wirds auch immer wieder geben. Frage ist eher, wie man damit umgeht.

 

vor einer Stunde, psychowl schrieb:

Ich kann dir ansonsten folgen, aber was meinst du denn an der Stelle mit "nicht so reflektiert" bzw. wie bringst du das in Zusammenhang mit mir? Ich hätte nämlich eigentlich schon von mir gedacht, dass mir Selbstreflexion nicht fremd ist und bin nun etwas nachdenklich geworden.

Ich kennen nen Pärchen, da sind beide hochtrainierte und hochreflektierte Profis. Promovierte Psychologen, die Vorstände coachen. Wenn sie sich in die Wolle bekommen, dann erkennen die das sofort, gehen sofort aus der Situation raus auf ne Metaebene und reflektieren, was gerade passiert und wie sie es besser machen können. Ergebnis vom Spiel war, dass sie ihn für einen Typen hat sitzen lassen, der "näher an seinen Emotionen" war.

Will sagen, dass es Sachen gibt, wo Reflektieren alleine nicht hilft. Gibt hier immer wieder mal Threads von Frauen, die nachfragen, wie sie ihre Männer männlicher machen können. Endet fast immer damit, dass sie sich trennt. Thema ist dann das gleiche, das du hast. Nämlich einerseits, dass die Ursache der eigenen Unzufriedenheit in äußeren Faktoren gesehen wird. Blöder Job, verhalten vom Freund, usw. Und andererseits, dass die eigenen Ansprüch für das Maß der Dinge gehalten wird. Kurz gesagt, kleine vervöhnte Prinzessinen, die zwar groß geworden sind. Aber nicht erwachsen.

Anders kann das werden, indem du differenzierst. Einerseits realisieren, dass du nicht alles bekommst, was du dir wünschst. Und, dass das völlig OK ist - und kein Problem. In deinem Fall, esses ja beispielsweise durchaus ne Grenzsetzung, wenn dein Freund sich auf dein Drama nicht einläßt. Und zwar ne Deutlichere, als wenn er das machen würde, was du dir wünschst. Anmaulen, Hintern versohlen, usw.

Ich mein, nix gegen lustige Spielchen. Die Frage ist dabei nur, ob es ein Spielchen ist - oder ob du als Frau die Beziehung aufs Spiel setzt.

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Kleine Ergänzung:

vor 2 Stunden, psychowl schrieb:

Dazu kommt die Tatsache, dass ich mich schlecht in dieser Position als Dramaqueen fühle, und ich mich absolut nicht so kenne. Tatsächlich schäme ich mich sehr für dieses Verhalten, da ich es als maximal unreif ansehe.

Akzeptieren ist Schritt 1 zur Änderung.

vor 2 Stunden, psychowl schrieb:

Mein Freund hört sich das eine ganze Weile an, gibt mir Ratschläge, will helfen...

Du willst dich nur mitteilen u keine Handlungsanweisung, richtig? Sags ihm, am besten als Einleitung, Männer ticken da anders (falle selbst auch immer mal wieder drauf rein).

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Ist jetzt zwar Klsiche-mässig (schreibt man das so?), aber versuchs mal so zu verstehen, dass du dich fragst, ob er dich liebt. Gerade jetzt, wo du frustriert bist, es nicht läuft, er auch noch weit weg ist und emotional wenig errteichbar. Ich glaube, dass Bedürfnis bei dir irgentdetwas zu hören, dass du gut bist, er dich geil findet, wird immer dringender. Wenn das nicht kommt provozierst du immer mehr. Frag ihn aber bloß nicht direkt, ob er dich liebt.

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vor 1 Stunde, Enatiosis schrieb:

Wie geht ihr denn sonst miteinander um, wenn ihr euch mal in den Haaren habt? Ist er da ähnlich wie bei Skype oder kann er da auch mal Kontra geben und dich in die Schranken weisen? Nur rein interessehalber. 

Ich würde schon sagen, dass er keine Angst hat, seinen Standpunkt klar zu machen. Beispiel: Am Anfang der Beziehung habe ich ihn mal aus Unsicherheit wegen etwas angelogen. Da war er zwar einerseits liebe- und verständnisvoll, was meine Beweggründe anging, andererseits hat er aber auch auf ernste Weise sehr klar gemacht, dass so etwas mit ihm nicht läuft - nochmal und das wäre es für ihn gewesen, da habe ich auch wenig Zweifel an seiner Konsequenz. Also mein Eindruck ist, dass er bei Dingen, die ihm wirklich wichtig sind, Kontra gibt. Aber eben keine Lust auf irgendwelche Tests hat, wenn er genau merkt, dass es jetzt gar nicht um die Sache geht.

vor 1 Stunde, anfängergeist schrieb:

Such Dir was aus.

Danke für deinen ausführlichen Beitrag, der hat mich zum Nachdenken gebracht und an einigen Stellen auch emotional getroffen. Denn natürlich möchte ich eine Frau an seiner Seite sein, die er auch auf Augenhöhe wahrnimmt. In eine Erzieher-Rolle möchte ich ihn jedenfalls nicht drängen, daher ist mein Verhalten ja für mich auch so extrem schambesetzt, weil ich eben weiß, dass es kindisch ist. Wahrscheinlich geht es bei mir tatsächlich am ehesten um die Mann-Frau-Dynamik. Mit Sex hat es, denke ich, eher weniger zu tun. Klar freue ich mich, wenn wir in Zukunft mehr davon haben können, aber ich kann den Drama-Wegfick-Ansatz immer nicht so wirklich nachvollziehen.

 

vor 33 Minuten, Aldous schrieb:

Anders kann das werden, indem du differenzierst. Einerseits realisieren, dass du nicht alles bekommst, was du dir wünschst. Und, dass das völlig OK ist - und kein Problem. In deinem Fall, esses ja beispielsweise durchaus ne Grenzsetzung, wenn dein Freund sich auf dein Drama nicht einläßt. Und zwar ne Deutlichere, als wenn er das machen würde, was du dir wünschst. Anmaulen, Hintern versohlen, usw.

So hab ich es ehrlich gesagt noch nicht betrachtet. Also, dass er sich bewusst nicht darauf einlässt. Bislang war meine Perspektive eher: "er merkt es nicht mal" bzw. "es ist ihm egal".

Ich möchte es auch gar nicht auf äußere Faktoren schieben. Wenn ich davon ausgehen würde, dass mit dem Jobwechsel alles perfekt ist, hätte ich den Thread gar nicht eröffnet. War für mich jetzt eher ein Auslöser und klar kann man mal schauen, welche Umstände dazu beitragen, das Problem zu verschlimmern. Aber im Endeffekt möchte ich eben genau an mir und meiner Einstellung arbeiten, um zukünftig mit solchen Situationen besser umgehen zu können. Wie du schon sagst, habe ich auch erkannt, dass ich damit sonst früher oder später die Beziehung aufs Spiel setze.

vor 28 Minuten, Jingang schrieb:

Du willst dich nur mitteilen u keine Handlungsanweisung, richtig? Sags ihm, am besten als Einleitung, Männer ticken da anders (falle selbst auch immer mal wieder drauf rein).

Ja, das stimmt. Habe, glaube ich, oben schon irgendwo geschrieben, dass wir das bereits besprochen haben und eine Weile so praktiziert haben. Werde das wieder aufnehmen.

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vor 3 Stunden, psychowl schrieb:

Wir haben beide unsere Hobbys + soziale Kontakte im normalen Ausmaß, aber nehmen uns diese Zeit füreinander, auch wenn es mal nur 10min sind. Das war uns von Anfang an wichtig, um am Alltag des anderen teilhaben zu können.

Das ist auf Dauer uncool, sich jeden Tag standardmäßig über die alltäglichen Standardprobleme auszukotzen. Auch wenn's vermeintlich Erleichterung bringt.

Versuch Mal, den "wie war dein Tag"-Part positiv anzugehen. Also über positive Nebensächlichkeiten zu reden. Also nicht mehr über die doofen Kollegen. Sondern über positives banales. Zum Beispiel, dass Du heut in der Mittagspause Mal den neuen Asia-Imbiss Nahe der Arbeitsstelle getestet hast. So Kram.

 

So gehste halt schon mit negativen Dingen ins Gespräch. Lass das weg. Kotz Dich bei deiner besten Freundin aus. Aber halte den negativen Kram Mal raus aus euren abendgesprächen. Bzw erwähnt halt, dass irgendwas genervt hat. Und geh dann zu positivem. Nimm die Negativspirale raus, wenn ihr "beziehung" habt. Die wirklich relevanten Sachen kannste ansprechen. Aber bleib auch da in nem Rahmen.

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Gast
vor 18 Minuten, psychowl schrieb:

Wahrscheinlich geht es bei mir tatsächlich am ehesten um die Mann-Frau-Dynamik.

Erlebst Du Deinen Freund in regelmäßigen Abständen, wie er seine Männlichkeit lebt? Nicht unbedingt Dir gegenüber, vielleicht bist Du auch nur Zeugin dessen. Irgendjemand schützen, ein toughes Hobby, sich im Job durchsetzen, vor ner großen Menge Menschen reden, Abenteuerurlaub, etc.... Viele Männer machen so etwas im Job oder in der Freizeit, die Frau bekommt es aber meist nicht mit und testet dann selbst.

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vor 2 Stunden, SilverStar01 schrieb:

Ist jetzt zwar Klsiche-mässig (schreibt man das so?), aber versuchs mal so zu verstehen, dass du dich fragst, ob er dich liebt. Gerade jetzt, wo du frustriert bist, es nicht läuft, er auch noch weit weg ist und emotional wenig errteichbar. Ich glaube, dass Bedürfnis bei dir irgentdetwas zu hören, dass du gut bist, er dich geil findet, wird immer dringender. Wenn das nicht kommt provozierst du immer mehr. Frag ihn aber bloß nicht direkt, ob er dich liebt.

In dem Fall kein Klischee, sicherlich ist das eine Baustelle bei mir. Paradoxerweise weiß ich ja, dass ich mit so einem Verhalten eher dafür sorge, dass er mich weniger "gut" findet.  Wie ich weiter oben geschrieben habe: irgendwie habe ich seinen Umgang mit dem Drama als Gleichgültigkeit ausgelegt, nicht nur der Sache gegenüber, sondern auch mir als Person. Da springt dann die Maschinerie "bin ich ihm überhaupt wichtig" an und ich teste noch mehr. Da spüre ich aber gerade einen beginnenden Denkprozess aufgrund eurer Anregungen.

vor 1 Stunde, Dustwalker schrieb:

Nimm die Negativspirale raus, wenn ihr "beziehung" habt. Die wirklich relevanten Sachen kannste ansprechen. Aber bleib auch da in nem Rahmen.

Möchte ich gleich mal heute Abend versuchen. Tatsächlich ist da ein Ungleichgewicht, wenn ich darüber nachdenke. Er geht viel lockerer mit negativen Dingen in seinem Alltag um, erwähnt schon auch, dass er sich geärgert hat, aber da bleibt die schlechte Stimmung dann auch bei der Person oder dem Ereignis, das dafür verantwortlich ist. Er überträgt es nicht auf mich oder unsere Beziehung... Jetzt fühle ich mich als eine noch schlechtere Freundin^^

 

vor 1 Stunde, anfängergeist schrieb:

Erlebst Du Deinen Freund in regelmäßigen Abständen, wie er seine Männlichkeit lebt? Nicht unbedingt Dir gegenüber, vielleicht bist Du auch nur Zeugin dessen. Irgendjemand schützen, ein toughes Hobby, sich im Job durchsetzen, vor ner großen Menge Menschen reden, Abenteuerurlaub, etc.... Viele Männer machen so etwas im Job oder in der Freizeit, die Frau bekommt es aber meist nicht mit und testet dann selbst.

Hmm, ehrlich gesagt weiß ich dazu nichts direkt. Er arbeitet in einem sozialen Beruf, wo eher nicht die super-maskulinen Stereotype gefragt sind und er sich auch im Kollegenkreis etc. nicht durchsetzen muss und im Job auch in keine Situationen kommt, wo er Führung übernehmen müsste. Auch in der Freizeit ist "Männlichkeit" kein besonderes Thema, seine Hobbys sind ganz normal. Ich sehe das eigentlich auch nicht als Problem, da ich gerade die Eigenschaften, die er im Beruf braucht, an ihm schätze und ihn für mich als sehr männlich wahrnehme. Wenn wir unterwegs sind, fühle ich mich auch ganz automatisch "beschützt".

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vor 3 Stunden, psychowl schrieb:

So hab ich es ehrlich gesagt noch nicht betrachtet. Also, dass er sich bewusst nicht darauf einlässt.

Von bewusst hab ich nix geschrieben.

 

vor 3 Stunden, psychowl schrieb:

im Endeffekt möchte ich eben genau an mir und meiner Einstellung arbeiten, um zukünftig mit solchen Situationen besser umgehen zu können. Wie du schon sagst, habe ich auch erkannt, dass ich damit sonst früher oder später die Beziehung aufs Spiel setze.

Gibt da zwei Sachen. Das eine ist, wie man mit Stress und Überforderung umgeht. Da gehörts dazu, dass man bei nahestehenden Personen Ausgleich sucht. Also Frust ablädt. Kennste ja. Und gehört auch dazu, dass die darauf nur begrenzt Bock haben. Da kann man dann pragmatisch mit umgehen. Beispielsweise woanders nen zusätzlichen Ausgleich finden. Oder anders. Ich mein, wenn du dich Zanken willst, dann ist da erstmal nix verkehrt dran. Sonder voll OK. Muss halt nur klar sein, dass es genauso OK ist, wenn er da nicht drauf anspringt. Dann kannste dich halt woanders zanken. Oder mit ihm anders. So paar Raufereien am Wochenende können mehr bringen, als Wortgefechte unter der Woche.

Die andere Sache ist die Frage, ob du so weit gehst, dass du die Beziehung aufs Spiel setzt. Also dein Mindset ist, dass entweder er sich so verhält, wie du es erwartest - oder du dir wen anders suchst. Da gehts ans Eingemachte. Und da gibts auch nix anderes, als das Mindset zu ändern.

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Skyped doch nur 1 mal pro Woche. So wird es nicht zur (lästigen) Routine und man kann sich aufeinander freuen. 

 

Ich wüsste auch kaum, wass ich täglich, außer Banalitäten, meinen Partner unbedingt mitteilen müsste. 

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vor 19 Minuten, Aldous schrieb:

Von bewusst hab ich nix geschrieben.

Anscheinend hab ich es falsch verstanden. Wie hast du es denn dann gemeint?

Was das Mindset angeht, hast du sicher Recht. Das Problem liegt ja bei mir und würde vermutlich mit anderem Partner genauso oder ähnlich auftreten. Insofern ergibt es für mich keinen Sinn, mir jemand anderen zu suchen. Ziel muss sein, mich zu ändern und nicht darauf zu warten, dass seine Reaktion zufällig zu meinen Erwartungen passt. 

Fazit derzeit also: Ich möchte mich bemühen, zum einen Eigenverantwortung für meine Laune zu übernehmen, entsprechend meinen Teil zu einer positiven Gesprächsatmosphäre beizutragen, und gleichzeitig meine starre Erwartungshaltung i.S. von "so muss er reagieren und wenn nicht, bin ich so lange doof, bis er es endlich tut" zu verändern.

vor 6 Minuten, AmonLight schrieb:

Skyped doch nur 1 mal pro Woche. So wird es nicht zur (lästigen) Routine und man kann sich aufeinander freuen. 

Ich wüsste auch kaum, wass ich täglich, außer Banalitäten, meinen Partner unbedingt mitteilen müsste. 

Die Einstellung kann ich nachvollziehen, wäre für mich (und ihn) aber aktuell keine Option. Über Banalitäten zu reden, empfinde ich auch gar nicht als schlecht. Im Zusammenleben wird man nach Feierabend ja wahrscheinlich auch nicht immer nur tiefe Gespräche führen.

 

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vor 1 Minute, psychowl schrieb:

Anscheinend hab ich es falsch verstanden. Wie hast du es denn dann gemeint?

Frag ihn halt mal.

 

vor 1 Minute, psychowl schrieb:

Was das Mindset angeht, hast du sicher Recht. Das Problem liegt ja bei mir und würde vermutlich mit anderem Partner genauso oder ähnlich auftreten. Insofern ergibt es für mich keinen Sinn, mir jemand anderen zu suchen. Ziel muss sein, mich zu ändern und nicht darauf zu warten, dass seine Reaktion zufällig zu meinen Erwartungen passt. 

Fazit derzeit also: Ich möchte mich bemühen, zum einen Eigenverantwortung für meine Laune zu übernehmen, entsprechend meinen Teil zu einer positiven Gesprächsatmosphäre beizutragen, und gleichzeitig meine starre Erwartungshaltung i.S. von "so muss er reagieren und wenn nicht, bin ich so lange doof, bis er es endlich tut" zu verändern.

Der übliche Hebelpunkt ist das Aufmöbeln vom Selbstwertempfinden. Kumpel meint immer, man muss das Leben in allen Facetten sehen. Meint, wenn du nur zu einer positiven Gesprächsatmosphäre beitragen willst - dann bringste damit ne Schräglage in die Beziehung. Und auch ne Erwartungshaltung. Was oft beides zu schlechter Laune führt.

Kannst mal versuchen, ob es OK ist, wenn du schlechte Laune hast. Und du deinem Freund zutraust, dass eure Beziehung das aushält. Also als Mindset.

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Ich verstehe hier ehrlich gesagt die "Kannte zeigen!"-Fraktion nicht so richtig.

Die TE fragt ja, wie sie mit ihren eigenen Themen umgeht und nicht was ihr Typ dagegen tun soll. Ergo heißt es hier erst einmal "Innergame" und nicht "Such dir nen Kerl, der dir eine schellt, wenn du jammerst." Und dazu gehört erst einmal eine selbst reflektierte ausgeglichene Art. Und dazu gehört auch nicht ein Ventil zu suchen um "jemanden anzujammern", sondern erst einmal mit der Jammerei ganz simpel aufzuhören.
Auch Sport ist kein Ventil für Jammerei. Sondern Sport ist eine Möglichkeit, Jammerei gar nicht erst aufkommen zu lassen.

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vor 48 Minuten, Gotteskind schrieb:

Ich verstehe hier ehrlich gesagt die "Kannte zeigen!"-Fraktion nicht so richtig.

Die TE fragt ja, wie sie mit ihren eigenen Themen umgeht und nicht was ihr Typ dagegen tun soll. Ergo heißt es hier erst einmal "Innergame" und nicht "Such dir nen Kerl, der dir eine schellt, wenn du jammerst." Und dazu gehört erst einmal eine selbst reflektierte ausgeglichene Art. Und dazu gehört auch nicht ein Ventil zu suchen um "jemanden anzujammern", sondern erst einmal mit der Jammerei ganz simpel aufzuhören.
Auch Sport ist kein Ventil für Jammerei. Sondern Sport ist eine Möglichkeit, Jammerei gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Weil Kante zeigen eine der natürlichsten Dynamiken ist, die es überhaupt in einer Beziehung gibt. Glaube nicht, dass selbst die reflektiertesten Cats hier komplett ohne auskommen. Ja, sie kann an sich arbeiten und ihr eigenes Drama zurückschrauben, keine Frage. Aber das ist nichts, was immer auf funktioniert. Siehe Aldous Beispiel oben 

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vor 5 Stunden, psychowl schrieb:

So hab ich es ehrlich gesagt noch nicht betrachtet. Also, dass er sich bewusst nicht darauf einlässt. Bislang war meine Perspektive eher: "er merkt es nicht mal" bzw. "es ist ihm egal".

Es ist wohl so, dass Männer und Frauen unterschiedlich denken und fühlen und unterschiedliche Stärken haben. In der Literatur wird von "Polarität" geredet, von dem männlichen Fels in der Brandung gegen den die Wellen der weiblichen Emotionalität schlagen. Von Vera F. Birkenbihl gibt es dazu einige Vorträge auf youtube. Ob der Mann nun bewusst oder unbewusst sich auf das Drama nicht einlässt, spielt im Endeffekt keine Rolle.

vor 9 Stunden, psychowl schrieb:

da er auch in letzter Zeit hin und wieder Andeutungen macht, dass mein Verhalten "nicht sein müsste" (das Ganze aber mit einem Augenzwinkern, sodass ich nicht weiß, ob es ihn wirklich nervt).

Das Gesagte ist die Wahrheit und das Augenzwinkern die nette Verpackung.

bearbeitet von tomatosoup

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vor einer Stunde, Aldous schrieb:

Frag ihn halt mal.

Da wüsste ich jetzt ehrlich gesagt nicht so genau, wie. Aber die Frage nach dem Warum ist vielleicht auch gar nicht so entscheidend. Hat mir trotzdem eine neue Perspektive ermöglicht, die mir hilft.

Was den Selbstwert betrifft, ja - da hab ich noch Baustellen. Meinte jetzt auch nicht, dass keine schlechte Laune sein darf. Nur halt nicht unbedingt täglich wegen Kleinigkeiten.

vor einer Stunde, Gotteskind schrieb:

Die TE fragt ja, wie sie mit ihren eigenen Themen umgeht und nicht was ihr Typ dagegen tun soll. Ergo heißt es hier erst einmal "Innergame" und nicht "Such dir nen Kerl, der dir eine schellt, wenn du jammerst." 

Das auf jeden Fall! Ich möchte halt gerne das beeinflussen, was in meiner Macht steht. Und es ist ja eben wie gesagt so, dass er bei wichtigen Themen durchaus "Kante zeigen" kann. Das ist mir auch wichtig. Aber ich komme jetzt mehr und mehr zu dem Schluss, dass mein Verhalten auch mit Verlustangst zusammenhängen kann und ich über die Zeit dysfunktionale Strategien entwickelt habe, damit umzugehen. Damit kann ich schon besser arbeiten als mit dem Chaos in meinem Kopf.

 

vor 8 Minuten, tomatosoup schrieb:

In der Literatur wird von "Polarität" geredet, von dem männlichen Fels in der Brandung gegen den die Wellen der weiblichen Emotionalität schlagen. Von Vera F. Birkenbihl gibt es dazu einige Vorträge auf youtube. Ob der Mann nun bewusst oder unbewusst sich auf das Drama nicht einlässt, spielt im Endeffekt keine Rolle.

Danke für den Tipp! Das ist eine schöne Metapher und ich werde auf jeden Fall mal nach den Videos suchen.

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