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Hallo zusammen,

ich bin mitte 30 und habe Probleme mit meinem Inner game. Ich habe eine chronische entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule. Diese begann wahrscheinlich schon anfang 20 bei mir und wurde vor ca. 2 Jahren diagnostiert. Die Folgen sind chronische schubweise Rücken- und Sehnenansatzschmerzen und chronische Müdigkeit. Wie bei den Meisten mit dieser Erkrankung, ist bei mir auch der nächtliche Schlaf stark gestört. Da ich spätestens zu Beginn der zweiten Nachthälfte wegen Rücken- und Hüftschmerzen aufwache. Dann ist an gesunden Schlaf nicht mehr zu denken. Ich muss aufstehen und mich bewegen. Meine größte Leidenschaft, der Fussball, damit musste ich schon vor ein paar Jahren aufhören. Durch die Erkrankung habe ich aber eine neue Leidenschaft gefunden und gehe nun fast täglich ins Gym. Sport und Bewegung ist auch enorm wichtig bei dieser Krankheit, da es im weiterem Verlauf zur Versteifung der Wirbelsäule kommen kann. Zudem gehe ich wöchentlich 2x zum Physio und werde medikamentös behandelt.

Ich würde mich allerdings schon vor Beginn dieser Erkrankung als eher schüchterner, zurückhaltenden und zögerlichen Typen beschreiben. Allerdings bin ich da auch ab und zu nochmal am Wochenende rausgegangen (z.B. mit der damaligen Fussballmannschaft). Heute schaffe ich das nicht mehr. Abends bin ich meistens ziemlich platt und müde. Wenn ich 3-4 Mal im Jahr mit Freunden das Wochenende in Hamburg, München oder Berlin sind, bin ich auch eigentlich immer der Erste, der ins Hostel geht. Ich bin dann irgendwann einfach müde und hab Rückenschmerzen vom langen Rumstehen, dass ich dann ins Hostel gehe und mich hinlege.

Durch die Müdigkeit bin ich auch oft sehr unkonzentriert, mache häufiger (Flüchtigkeits-) Fehler und hab auch Probleme Gesprächen zu folgen und zu führen und klinke mich dann irgendwann aus. Das alles führt natürlich nicht gerade zu Selbstvertrauen, Selbstsicherheit und zu einem gesundem Selbstwertgefühl. Auf Geburtstagen oder Festen, fühle ich mich so auch unwohl und komme sehr schwer mit Fremdem ins Gespräch. Mein Stimmung ist auch stark an meine aktuelle körperliche Verfassung gekoppelt. Habe ich gerade Schmerzen und/oder bin wieder übermüdet, dann bin ich in schlechter Stimmung. Und ich finde immer, man merkt das bei mir auch, wenn ich schlechte Stimmung habe und dann lache oder jemanden anlächle. Wenn man glücklich ist, strahlt man das aus und wenn man nicht glücklich ist, dann auch. An Tagen wo es mir besser geht, hab ich bessere Laune, bin etwas gesprächiger. Manchmal fühle mich gar ein wenig euphorisch.

Ich bin auch nicht wirklich locker in Gesprächen, nehme viele Dinge auch persönlich. Z.B wenn man in einer wa Gruppe mit seinen Freunden was fragt und dann kommt keine Antwort. Dann ziehe ich mich aus dieser Gruppe mehr zurück. Genau das mache ich auch, wenn ich merke, ich werde nicht ernstgenommen bzgl. der Erkrankung.

Mein Alltag sieht wie folgt aus: Arbeit, Sport, abends Couch. Am Wochenende erledige ich dann noch Sachen wie Hauhalt, Einkäufe und Papierkram und/oder fahre zum Fussball. Ich benötige auch immer Pausen, weil ich nicht den ganzen Tag aktiv sein.

Meine Erfahrung mit Frauen ist auch gering. Fühle mich auch in vielen Situationen mit Frauen unwohl. Obwohl sich es schon etwas gebessert hat.  Ich mache ab und zu OG, aber da verläuft vieles im Nichts. Ich habe eine handvoll Dates gehabt. Da bin ich dann zu nett, needy und lame. Langweilige Gespräche. Keine Eskalation. Dann immer die Frage, erzähl ich ihr von der Erkrankung oder nicht. Ich würde mir schon eine Beziehung wünschen, aber dafür will ich erstmal an mir arbeiten. Zudem stelle ich mir immer vor, eine Beziehung mit jemand, der/die eine chronische Krankheit hat, kann schon sehr belastend sein. Zudem wie ist man flirty, wenn man meistens schlechte Stimmung hat?

Ich bin vor ca. 1 Jahr auf das Forum gestossen. Seitdem habe ich auch viel gelesen und schon ein besseres (theoretisches) Verständnis für die Dynamik Mann-Frau bekommen. Eine Oneitis hatte mich damals hergespült. Irgendwo müsste auch ein Beitrag dazu sein. Diese holt mich auch in unregelmässigen Abständen ein. Vemutlich genau dann, wenn ich mich wieder extrem einsam fühle? Ich war in der Friendzone gelandet. Trotzdem noch 1-2 getroffen und einseitigen Kontakt gehabt. Dann wieder schlechten Tag gehabt und hatte mich geghostet gefühlt, hab dann unreifen Schwachsinn geschrieben und gelöscht. Seitdem hat sie mich blockiert. Ich hab mich paar Wochen später noch per SMS für mein Verhalten entschuldigt. Seitdem Funkstille. Ihr habe ich zB von der Erkrankung erzählt, aber nicht erzählt, wie belastend es doch in Wirklichkeit ist.

Der Fall hatte mir dann die Augen geöffnet, dass ich doch größere Defizite in der Persönlichkeitsentwicklung habe, als vilelleicht gedacht. Hinzukommt natürlich, die Belastung der Krankheit. Deswegen bin ich seit ca. einem 3/4 jahr auch in psyschotherapeutischer Behandlung. Aber hier hab ich das Gefühl, er meint, es wäre damit getan, einfach Frauen anzusprechen. Hier ist meine Sorge jedoch, dass sich die Oneitits wiederholen wird, solange ich nicht mit mir in reinen bin.

Ich habe die 6 Säulen des Selbstwertgefühls, Lob des Sexismus und Selbstmitgefühl gelesen. Alles sehr interessant. Aber an der Praxis scheitert es noch. Aktuell lese ich den Weg des wahren Mannes.

Zudem habe mich an ein Netzwerk dieser Erkrankung gewandt. Diese Woche durfte ich bei der wöchentlichen Reha-Gymnastik meiner Ortsgruppe reinschnuppern. Ich war dort mit Abstand der Jüngste, aber es war eine tolle Erfahrung. Dort haben alle mehr oder weniger die selben Probleme, nur haben sie eine Menge an Lebenserfahrung voraus. Ich kann mich auch immer beim Vorsitzenden (80 Jahre alt) melden, wenn ich Fragen habe.

In zwei Wochen ist ein Treffen mit jüngeren Betroffenen geplant. Das ist zwar etwas weiter weg, aber da bin ich auch schon gespannt drauf. Mit Nichtbetroffenen darüber zu sprechen finde ich nämlich schwierig. Ich will auch kein Mitleid, aber manchmal ein wenig mehr Verständnis. Aber Mitleid/Verständnis ist auch ein schmaler Grat. So kommt es zB oft vor, ich hab auch Rücken oder ich bin auch müde. Oder wenn ich irgendwo eingeladen bin und mich schlecht fühle, dann sage ich ab, aber nenne meistens nicht den wahren Grund.

Mein nächstes Ziel ist es zudem eine Reha zu machen. Es gibt speziell für die Erkrankung einige Rehaklinken.

Nun die Frage letztendlich, wie werde ich glücklich? Wo seht ihr Ansatzpunkte? Macht es Sinn, Frauen zu daten, obwohl ich weiss, dass ich gerade in schlechter Stimmung bin? Wie werde ich selbstsicherer? Wie bekomme ich wieder mehr Selbstvertrauen, trotz chronischer Schmerzen und Müdigkeit? Macht es Sinn, irgendwann in paar Monaten nochmal die obengannte Frau zu kontaktieren?

Ich bin für jegliches Feedback dankbar.

VG heinzjosef

 

 

 

 

 

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Kennst du schon Maslow? Der hatte mal eine Pyramide entworfen. Wenn nicht google ihn kurz. 

Frauen daten, um die Häuser ziehen, gamen, usw. Wenn du auf der untersten Ebene der Bedürfnispyramide festhängst macht es keinen Sinn Bedürfnisse auf Ebenen zu befriedigen die darüber liegen. Gerade beim Leute kennen lernen, feiern und gamen ist die Ausstrahlung das wichtigste. Und damit meine ich nicht die äußere, oberflächliche (Kleidung, Körpersprache, usw.) sondern die Austrahlung die wirklich von innen kommt. Wenn du dich unwohl fühlst wirst du nie Spaß/Erfolg haben. Das hast du selber bereits gut erkannt. Also kannst es auch lassen. Du tust weder dir noch deinen Mitmenschen einen Gefallen wenn du dich quälst und es trotzdem tust.

Ich muss mir selbst auch gerade vorstellen wie ich mich hundeelend fühle, weil ich tierisch friere, hunger hab und/oder totmüde bin. Da könnte selbst Julia Roberts in den Zwanzigern mit ihrem nacktem Arsch vor mir herumhüpfen und es wäre mir egal. Wenn du mal in deinen Körper reinhörst wird es dir in Zeiten in denen du dich nicht wohl fühlst ähnlich gehen. Wenn du dann trotzdem probierst zu gamen oder probierst mit deinen Leuten um die Häuser zu ziehen ist da etwas was die Stimme deines Körpers übertönt. Meistens wohl ein Egoding ("Ich verpasse was", "Ich muss weil es alle anderen auch machen", "Ich werde sonst einsam sterben", "[sonstige Ausreden und Blödsinn]"). Wenn dir dein Körper signalisiert das er ruhe braucht und das mit sehr starken Signallampen (starke Müdigkeit/Schmerzen und alles was man allgemein schwer ignorieren kann) dann höre auf ihn. Er macht das nicht weil er die Spaßpolizei spielt und dich nerven will sondern weil es Gründe dafür gibt.

Meine Ratschläge:

- Gamen, Feiern, um die Häuser ziehen nur wenn du Bock hast und dich wohl fühlst

- Gib dir und deinem Körper die Ruhephasen die du und dein Körper braucht

- Hör auf deinen Körper und nicht auf irgendeine Stimme im Kopf

- Mache deine Schwächen zu deinen Stärken, finde heraus wo du dich besonders wohl fühlst (in der Natur spazieren, beim Sport, etc.) und game genau da. Hier hast du ein gutes Energielevel, hast Selbstvertrauen, fühlst dich wohl. Nachts wenn man um die Häuser zieht kann doch jeder gamen. Du gamst da wo es sonst niemand/wenige tun und hebst dich von der Masse ab

- Finde heraus warum du diese Krankheit hast. Du hast den Scheiss nicht an der Backe weil du einfach Pech hattest. Alles hat einen Grund/Ursprung. Finde den Grund/Ursprung und handel entsprechend. Tue Dinge die dir gut tun. Vermeide Dinge die das Gegenteil machen.

P.S.

Wenn du magst schick mir eine PN mit dem Namen deiner Krankheit. Ich habe Bücher über psychosomatische Ursprünge für so ziemlich jedes Krankheitsbild. Vielleicht hilft es dir weiter.

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Hallo DAN_CIVIC,

danke für deine Ratschläge. Da ist auf jedenfall was Wahres dran. Um die Häuser ziehen ist nicht mehr. Ab 22-23Uhr bin ich meist totmüde und will mich nur noch hinlegen. Ich fühle mich auch nicht so, dass ich unbedingt um die Häuser ziehen muss. Alkohol trinke ich auch nur 3-4 Mal im Jahr. Stress ist auch nicht gut. Irgendwie habe ich mir in den letzten Jahren angewöhnt, Konflikten soweit wie möglich aus dem Weg zu gehen.

Da ich es schwer finde, mich "gesunden" Leuten anzuvertrauen, versuche ich jetzt mehr mit Betroffenen in Kontakt zu kommen und um auch Erfahrungen auszutauschen. Manchmal denke ich, eine Partnerin mit ähnlicher Erkrankung würde vielleicht passen. Zumindestens wäre da mehr Verständnis, wenn der Körper mal wieder nicht kann, wie man eigentlich will. Aber Zwei Kranke in einer Beziehung, ich weiss nicht.

Aber ich will auf keinen Fall nochmal sowas, was mir damals passiert ist. Also ich war emotional auf einmal abhängig von ihr und habe mein Glück von ihr abhängig gemacht. Das war nicht gut und hat sich auch nicht gut angefühlt. Ich bin im Umgang und Gesprächen mit anderen und vorallendingen Frauen viel zu needy. Ich weiss auch nicht, wie ich das mit der Führung hinkriege. Abr wie schon erwähnt, Schmerzen und Müdigkeit gleich schlechte Stimmung, traurig und damit kann man auch nicht flirty sein.

Was mir bei den Senioren aufgefallen ist, sie schienen Spass zu haben und glücklich zu sein, der ein oder andere hatte auch immer einen flotten Spruch auf der Zunge. Deswegen will ich an allen Seiten arbeiten. Sowohl medizinisch weiterschauen, dass man die Schmerzen und die Müdigkeit in den Griff bekommt und ich nachts irgendwann mal wieder ohne Schmerzen durchschlafen kann. Und trotzdem weiter an meiner Persönlichkeit arbeiten. Selbstsicherer werden, Sich wieder selbst vertrauen, ein gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln. Nicht mehr alles perösnlich nehmen,...

Ich hab dir eine PN geschickt.

 

VG heinzjosef

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Ok, also ich habe das so verstanden, dass man sich mit Dir durchaus unterhalten kann, Du hast einen Freundeskreis und Du bist auch noch längst nicht in dem Stadium bist, dass Du echt nicht mehr vor die Türe gehen kannst. 

Ich erinnere mich gerade an Gesprächen mit Leuten, die "irgendwas ähnliches" hatten und mich dann davon vollgequatscht haben, wie aussichtslos und schrecklich ihre Situation doch ist. Das kann nicht jeder verarbeiten, Interesse weckt das wahrscheinlich nur bei Leuten mit ausgesprägten "Helfersyndrom" oder sowas. Von denen habe ich mich dann auch abgewendet, nicht etwa weil die krank sind, sondern wie die total übertrieben, aus meiner Sicht, mir da ihre ganze Krankengeschichte erzählen mussten und echt rüberkamen wie die größten Opfer.

 

Also, was Du eigentlich ja nur machen kannst ist, dass Du - wie jeder Gesunde eben auch - Kontakt zu Frauen und anderen Männern suchst, eine Beziehung/Freundschaft vertiefst und dann kurz und bündig Deine Krankheit beschreibst zu gegebener Zeit. Wer sich dann abwendet, tja, Du wirst dann auch wissen warum, mit dem passt es dann nicht.

 

Ich weiß ja jetzt nicht, wie man Dir das anmerkt, aber so fünf Treffen [müssen ja jetzt auch nicht unbedingt Treffen sein, über die Du dann hier einen krassen Fieldreport posten kannst], sollten ja drin sein, bevor Du von Deiner Krankheit anfängst. Wenn jemand nachfragt, dann kannst Du das ja ganz kurz beschreiben, damit bei einer Frau jetzt nicht gleich mal von Beginn an klar ist, dass Du eines Tages der Pflegefall bist oder so. Das brauchst Du ja alles mal gar nicht.

 

Auch wenn Du wahrscheinlich ein großes Bedürfnis hast, jemandem ausführlich etwas zu erzählen und immer Deine Krankheit im Hinterkopf hast bzw. dieser Scheiß Deinen Alltag erheblich einschränkt, so kommt das halt nicht gut, wenn Du losen Kontakten da gleich von A bis Z alles erzählst und Dich ausschüttest. Das überfordert die meisten Leute. 

 

So einfach das klingt Kontakte zu knüpfen wie jeder Gesunde eben auch aus meiner Sicht hier übers Internet, aber ich glaube, das ist wohl Dein Weg. 

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Hallo Orangutan,

danke für deine Tipps. Das ist richtig. Allerdings würde ich hinzufügen, dass das nur an guten Tagen zählt, welche sich allerdings an einer Hand abzählen lassen. Ich habe halt auch ziemliche starke Stimmungsschwankungen. Meine Stimmung ist eng mit meiner körperlichen Verfassung gekoppelt. Und zB im Gym, da hab ich dann auch keine einheitliche Linie. Da sind zB 2-3 Mädels, da spiegelt sich mein Verhalten extrem. Ich ignoriere die Leute dann auch oft beim Training, wenn ich meine Kopfhörer aufhabe, statt immer freundlich Hallo zu sagen. Aber dann will ich Hallo sagen, dann hab ich bei der einen das Gefühl, sie versucht mich zu ignorieren.

Ja mit dem Erzählen der Erkrankung gehe ich sehr dosiert um. Mit diesem negativen vibe vergrault man viele. Ich sehe mich schon so, dass ich mich mittlerweile in einer Depression befinde. Deswegen hab ich mir auch schon einen Termin beim Psyschiater gemacht. Zumindestens um das mal abklären zu lassen. Ich weiss nicht, ob Antidepressiva eine Möglichkeit wären. Ich sehe eine Wechselwirkung zwischen Krankheit und Psyche. Sowohl fördern chronische Erkrankungen Depressionen, als auch andersrum. Eine gute Psyche wirkt sich auch positiv auf die Erkrankung aus. Leider gibt es dafür keinen Knopf.

Ich versuche auf jedenfall kommunikativer zu werden, an meiner Neediness zu arbeiten und den Menschen mehr in die Augen schauen (Stichwort Selbstwertgefühl). Mir fällt auf, dass ich immer schnell wegschaue, wenn sich zB Blicke treffen, wie in der Katine oder auf der Kirmes.

VG Heinzjosef

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vor 3 Minuten, heinzjosef schrieb:

Ich sehe mich schon so, dass ich mich mittlerweile in einer Depression befinde. Deswegen hab ich mir auch schon einen Termin beim Psyschiater gemacht. Zumindestens um das mal abklären zu lassen. Ich weiss nicht, ob Antidepressiva eine Möglichkeit wären. Ich sehe eine Wechselwirkung zwischen Krankheit und Psyche. Sowohl fördern chronische Erkrankungen Depressionen, als auch andersrum. Eine gute Psyche wirkt sich auch positiv auf die Erkrankung aus. Leider gibt es dafür keinen Knopf.

Halte ich für sinnvoll. Schau aber, dass du nicht nur Medikamente, sondern auch ein Therapie bei einem psychologischen Psychotherapeuten bekommst. Nur Medikamente allein reichen nicht für einen dauerhaften Erfolg.

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Hallo Herzdame,

danke für den Hinweis. Ich bin seit ca. einem 3/4 Jahr bei einem Psychotherpeuten in Behandlung. Worauf muss ich bei der Auswahl achten? Was ist eine gute Psychotherapie? Ich komme halt nur noch selten aus dieser negativen Grundstimmung heraus und bin permanent müde. Er hat mir mit zwar mit einem Schreiben beim GdB Antrag geholfen, aber manchmal habe ich bei ihm das Gefühl, er denkt, ich will nur eine Frau/Beziehung, dann ist alles gut und ich soll einfach rausgehen, z.B. ins Cafe nebenan und Frauen ansprechen. Also mal ganz salopp und sinngemäß jetzt wiedergegeben. Vielleicht kommt mir das aber einfach nur so vor.

VG Heinzjosef

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vor 41 Minuten, heinzjosef schrieb:

Worauf muss ich bei der Auswahl achten? Was ist eine gute Psychotherapie?

Naja erstmal gibts ja unterschiedliche Therapieansätze (Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologische Therapie, systemische Ansätze...), die für unterschiedliche Probleme unterschiedlich geeignet sind. Das ist auch ne Recherche-Sache, was dich da anspricht und wo du dich wiederfindest.

Eine gute Psychotherapie ist eine,  in der du dich wohl fühlst und in der du zumindest mittelfristig das Gefühl hast, Fortschritte zu machen.
Der beste Prädiktor für Therapieerfolg ist tatsächlich die Beziehungsqualität zwischen Patient und Therapeut. Wenn die super ist, ist der größte Schritt getan.

Deshalb ist es auch völlig gut und normal, sich zunächst mal ne Hand voll Therapeuten anzuschauen und dann ne Entschiedung zu treffen, mit wem es menschlich am besten passt.

Und das ist  halt ne höchst individuelle Sache. Ein Therapeut der für dich perfekt ist, ist es noch lange nicht für jemand anderen. Das ist höchst individuell.
Also wäre für dich der Schritt mal zu schauen, ob deine Beziehung da gut ist und du Erfolge spürst. Und wenn nicht, dann schau dir einfach mal - am besten während du dich noch vom alten betreuen lässt - jemand anderen an.

 

Ein guter Psychotherapeut sollte auch von sich aus das Thema Medikamente ansprechen, wenn das die Therapie unterstützen würde. Sprich auf jeden Fall mal mit ihm über deine Gedanken zu dem Thema und ob er das  sinnvoll findet.

bearbeitet von Herzdame
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@heinzjosef Ich weiß nicht, wie sich dein aktueller Zustand anfühlt und es wäre vermessen, dir jetzt irgendeinen schnellen Rat zu geben. Aber ich kann nachfühlen wie es sein muss, mit einer chronischen, fortschreitenden Erkrankung zu leben. Ich nehme an, es geht in die Richtung Morbus Bechterew? Du musst das hier aber auch nicht schreiben, was es ist. Wenn du willst auch per PN.  

Ich würde mit deinem Arzt zusammen noch mal schauen, ob deine Schmerzmedikation gut ist aktuell. Ein Antidepressivum wäre ggf. eine gute Wahl. Die wirken als Co-Analgetikum erwiesenermaßen gut gegen Schmerzen , vor allem Trizyklika und Substanzen wie Venlafaxin und  Duloxetin. Besprich das mit deinem Arzt, aber unterstützend kann das ein guter Weg sein. Diese Medikamente beeinflussen die Verarbeitung von. Schmerzreizen im Rückenmark und können die Stimmung aufhellen. Medikamente nur in Begleitung mit einer Psychotherapie, in der die Beziehung für dich passend ist, du das Gefühl hast, gut aufgehoben und gleichzeitig gefordert zu sein.

Und eine letzte Frage habe ich: angenommen, du hättest bis an dein Lebensende gleichbleibend Schmerzen und Müdigkeit, durch nichts zu beeinflussen. Wie möchtest du dein Leben dann leben? Was möchtest du dann tun? Wie sollte dein Leben dann aussehen?

 

 

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Kann nicht viel zu dem Thema beitragen, außer meinem Mitgefühl @heinzjosefund ein paar Beobachtungen: Ein Freund von mir, Ende 30, hat Bechterev, wie auch zwei Kolleginnen, beide um die 50. Alle 3 nehmen Schmerzmedikamente, alle 3 müssen müssen mit den körperlichen und psychischen Einschränkungen und Schwankungen umgehen, 2 von 3 gehen körperlich harter und geistig anstrengender Arbeit in Schichten nach, alle 3 bleiben aktiv und in Bewegung und schaffen es, Zeit für Familie, Freunde und Hobbys zu frei zu machen. Sie schonen sich nicht. Ich denke das ist ihr Geheimnis und auch die Quintessenz der Antworten, auf meine vorsichtigen interessengeleiteten Fragen, wie sie damit klarkommen. Auch wenn es abgedroschen und nach Dread-Game klingt, vielleicht sind sie sich bewusst: "Das Leben hängt immer am seidenen Faden des Todes." für jeden von uns, ob chronische Krankheit, Unfall oder Herzinfarkt nach dem Ficken oder was auch immer. Lass dir dein Leben nicht von einer Krankheit diktieren, gib ihr nicht so viel Raum. Alles Gute. 

 

 

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@Herzdamedank dir für deine Ausführungen. Ja so ganz wohl fühle ich mich bei meinem (ersten) aktuellen Therapeuten nicht und das Thema Medikamente kam von mir. Für mich ist hier ein neuer Ansatz, mich parallel nach einem anderen Therapeuten umzuschauen. Was aber teilweise gar nicht so einfach ist. Ich hatte vorher auch schon einige angerufen. Sie sagten, sie hätten derzeit keinen Therapieplatz frei.

@Roja ja genau, es geht um Morbus Bechterew. Das mit den Medikamenten ist ein guter Tipp. Von Venlafaxin habe ich jetzt schon öfter gelesen. Ich werde das mit meinem Arzt abklären. Über deine Frage habe ich mir so noch nie Gedanken gemacht. Ich würde versuchen, soweit wie möglich Dinge zu tun, die mir Freude bereiten.

@Polysix ja aktiv und Bewegung, ist genau das Richtige. Sie haben eine gute Einstellung dazu. Wie siehts denn bei ihnen mit schlafen aus? Schlafen sie durch? Werden Sie nachts wegen Schmerzen wach?

 

VG Heinzjosef

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Wie oft siehst du aktuell deinen Therapeuten? Habt ihr ein konkretes Ziel definiert?

bearbeitet von Helmut

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vor 5 Stunden, heinzjosef schrieb:

Ich werde das mit meinem Arzt abklären.

Ja, mach das auf jeden Fall, das könnte hilfreich sein.

vor 5 Stunden, heinzjosef schrieb:

Über deine Frage habe ich mir so noch nie Gedanken gemacht. Ich würde versuchen, soweit wie möglich Dinge zu tun, die mir Freude bereiten.

Diese Fragen sind eine Anregung zur Reflexion deiner Werte und Ziele. Mit Zielen sind nur solche gemeint, die von dir zu beeinflussen sind, etwas das du aktiv tun kannst. Vielleicht helfen dir die Fragen, wenn du mal in Ruhe drüber nachdenkst.

Was sind denn ganz konkret Dinge, die dir Freude machen, welche spezifischen Sachen sind das? Welche neuen Sachen vielleicht auch, die dich interessieren? Was hält dich ab, schon jetzt möglich viel davon zu machen. Oder andersherum, warum würdest du erst mehr davon machen, wenn du wüsstest, Schmerz und Müdigkeit bleiben dauerhaft gleich. Die Stimmung hängt ja auch sehr davon ab, ob man Schönes erlebt. Und selbst wenn dir Stimmung unbeeinflusst bliebe, welcher Tag erscheint dir dann abends sinnvoller, einer an dem du etwas probiert hast oder einer ab dem du es nicht versucht hast.

Ich kann echt nachvollziehen, wie belastend eine solche Erkrankung sein muss. Ich möchte auch nicht, dass du dich nicht ernst genommen fühlst oder denkst, das sagt sich so einfach daher. So meine ich das absolut nicht.

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Mach eine Therapie bei einem Psychotherapeuten (zum Beispiel Verhaltenstherapie oder systemische Therapie). Psychiater wissen meistens relativ wenig vom Therapieren, ähnlich wie Orthopäden meist wenig Ahnung von Physiotherapie haben.

Und ich kann dir eins sagen: "chronische Müdigkeit" sowie viele andere chronische Krankheiten sind zwar nach ICD-10 als Krankheiten klassifiziert, aber eigentlich weiß man auf somatischer Ebene relativ wenig darüber. Diese Sichtweise ist auch viel zu einseitig als das man da an die Ursache kommt. Oft stecken Angststörungen (z.B. hypochondrische) oder Depressionen dahinter, in jedem Fall hat die Psyche entscheidenden Einfluss wie man Schmerz oder Erschöpfung empfindet. Glaube ja nicht du seist diesen "Krankheiten" ausgeliefert und kannst nichts tun. Geh dem mal in einer Therapie auf den Grund.

Auch bei (chronischen) Depressionen kann man Hirnstoffwechselstörungen messen und das als reines somatisches Problem klassifizieren. Medikament rein, Körper gesund...so funktioniert das nie. Und die Aufteilung in psychische und somatische Krankheiten ist ohnehin nur ein menschliches Konstrukt, am Ende hängt immer alles mit allem zusammen. Da funktioniert halt jeder Körper etwas anders. Gibt auch Fälle von Depressionen die das nur als (körperliche) Erschöpfung wahrnehmen.

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@Helmut Den sehe ich einmal in der Woche. Nein wir haben kein konkretes Ziel ausgemacht. Er nur schon mal konkrete Dinge genannt, was ich tun könnte. ZB In XY zum Laden xyz da gibts Salsakurse oder neben an ins Cafe gehen und Frauen/Leute ansprechen. Mal so salopp wiedergegeben.

@Roja ne schon okay. Man merkt, dass du dir echt Gedanken machst. Da werde ich mir in Ruhe nochmal Gedanken drüber machen. Manchmal sind es nur kleine Dinge, die einem Spass bereiten. Zb mit meiner Nichte und meinem Neffen spielen. Oder Stadion.

@Cheche Ich bin schon bei einem Psychotherapeuten in Behandlung. Beim Psychiater war ich noch nie. Wollte dort aber zumindestens im November mal vorstellig werden. Chronische Müdigkeit kann leider viele Ursachen haben. Meine Anhaltspunkte sind, die Krankheit an sich, es laufen entzündliche Prozesse im Körper ab, was irgendwo Energie kostet. Und natürlich die Tatsache, das ich nachts aufgrund von Rückenschmerzen nicht mehr schlafen kann. Aber Depressionen können auch Müdigkeit und Erschöpfung verursachen. Aber wie weiter oben schon erwähnt, bin ich mit meinen Psychotherapeuten nicht so zufrieden und ich werde mich parallel nach einem anderen umschauen.

 

VG Heinzjosef

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Wenn du den jetzt schon neun Monate lang jede Woche siehst - hat sich bei dir gefühlt innen drinnen was verbessert? Mehr Energie, mehr positive Grundhaltung, mehr Freude? Oder meßbar/beobachtbar (im Sinne zb. anderer Art zu leben, andere Aktivitäten die du jetzt angehst als vorher?)

Zb. bei solchen Sachen, merkst du da eine Veränderung:

Am 29.7.2018 um 14:47 , heinzjosef schrieb:

Ich versuche auf jedenfall kommunikativer zu werden, an meiner Neediness zu arbeiten und den Menschen mehr in die Augen schauen (Stichwort Selbstwertgefühl). Mir fällt auf, dass ich immer schnell wegschaue, wenn sich zB Blicke treffen, wie in der Katine oder auf der Kirmes.

Ansonsten würde ich mal mich umschauen und gegebenenfalls wechseln wie du selbst schreibst. Es muss einfach die Persönlichkeit des Therapeuten (und teilweise die Methode) auch zum Klienten passen, und das ist nicht immer automatisch gegeben.

Übrigens ein Buchtipp den ich dir wirklich ans Herz legen möchte: Viktor Frankl - Trotzdem Ja zum Leben sagen. Lies da mal rein ob du dir was daraus mitnehmen kannst, und wenn dir das Buch gefällt, dann könntest du eventuell überlegen dir einen Logotherapeuten oder jemand aus der Exsistenzanalyse zu suchen. Sind meiner (privaten, persönlichen und damit sicher nicht objektiv unfehlbaren) Meinung nach zwei Therapierichtungen die in deiner Situation ganz gut passen könnten.

bearbeitet von Helmut

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vor 3 Minuten, heinzjosef schrieb:

ne schon okay. Man merkt, dass du dir echt Gedanken machst. Da werde ich mir in Ruhe nochmal Gedanken drüber machen. Manchmal sind es nur kleine Dinge, die einem Spass bereiten. Zb mit meiner Nichte und meinem Neffen spielen. Oder Stadion.

Dann ist ja gut. Und es freut mich, falls ich einen kleinen Anstoß zum Nachdenken geben konnte. Wenn dein Therapeut dich nicht so 100% zufrieden macht, sprich es an mit ihm. Therapie heißt nicht zwangsläufig, ich gehe dahin und spreche über Thema XY. Sondern manchmal auch anzusprechen, was dich stört, wo du dich vielleicht nicht gut verstanden fühlst. Schau wie er reagiert, schau ob eine Klärung und Veränderung da möglich sind und falls nicht, sieh dich nach einem anderen um.

Deine Müdigkeit hat wahrscheinlich mehrere Ursachen, die Entzündung arbeitet im Körper, der Schmerz behindert gesunden Schlaf, Nebenwirkungen deiner Medikamente. Besprich wirklich mit deinem Arzt Deine Medikation. 

Mit den kleinen Dingen hast du völlig recht, es können ganz simple Sachen sein, mit der kleinen Nichte spielen, Stadion, im See schwimmen, im Sommerwind liegen, ein schönes Gespräch führen, jemandem zum Kochen einladen, was auch immer da für dich passt. Vielleicht hast du mal Lust, für dich eine Liste zu machen.

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vor 11 Stunden, heinzjosef schrieb:

 

@Polysix ja aktiv und Bewegung, ist genau das Richtige. Sie haben eine gute Einstellung dazu. Wie siehts denn bei ihnen mit schlafen aus? Schlafen sie durch? Werden Sie nachts wegen Schmerzen wach?

 

Kann ich dir nicht beantworten, was meine Kolleginnen betrifft. Bei dem Freund ist es so, wenn er n Schub hat, ist es schwer auszuhalten und er auch, weil er dann so im eigenen Schmerz gefangen ist, dass er einen Teil des Schmerzes an seine Umweit abgibt, als Ventil sozusagen oder er zieht sich zurück. Wenn man die Hintergründe kennt, wissen Familie und Freunde auch damit umzugehen. 

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Dann such dir einen anderen Therapeuten mit dem du kannst, da gibts natürlich große Unterschiede (systemische Therapie kann ich dir nochmal ans Herz legen). Falls Klink für dich eine Option ist...dort wird noch wesentlich effizienter gearbeitet. Ich persönlich glaube nicht dass ein Psychiater dir weiterhelfen kann.

Ich weiß allein von zwei Fällen in meinem erweiterten Bekanntenkreis die "chronische Müdigkeit" diagnostiziert bekommen haben. Bei beiden half eine Psychotherapie um die Krankheit nach langem Leiden letztlich vollständig los zu bekommen. Also mach dir mal keinen all zu großen Kopf um diese Diagnose, Ärzte wissen an der Stelle einfach nicht weiter. Sie haben in ihrem Medizinstudium schließlich die Körperfunktionen studiert, aber nicht unbedingt den Menschen. So gut sie in ihrem Spezialgebiet sein mögen, wenn Leute mit "psychischen" Beschwerden kommen, sind sie meist überfordert und das ist ihnen auch nicht vorzuwerfen. Über die Dynamiken von Ängsten, Selbstwertgefühl, Depressionen und ihreren Auswirkungen auf das Körperempfinden sagen solche Diagnosen nichts aus.

Ein Problem von dir könnte auch sein dass du mindestens unterbewusst davon überzeugt bist dass mit deinem Körper irgendwas nicht stimmt und in deinen Krankheiten die Bestätigung findest. Je nach Veranlagung kann der Körper auf solche Ängste sehr stark reagieren...auch mit Entzündungen und Erschöpfung. Ein Teufelskreis. Ist natürlich nur eine Vermutung, aber ich kenne zum Beispiel solche Fälle.

Mit diesem Rucksack den du da an chronischen Krankheiten mit dir rumschleppst bzw. ungeklärten psychischen Ursachen mühst du dich auf der Balztanzfläche natürlich ziemlich ab. Klär das mal und dein Inner Game wird automatisch gestärkt und du hast wieder einfach Spaß.

PS: Ich ergänze noch dass du bei der systemischen Therapie NICHT die nach Hellinger machen solltest. Ich halte von seinem Ansatz nichts und sie wird auch in Fachkreisen kritisiert.

bearbeitet von Cheche

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vor 38 Minuten, Cheche schrieb:

Ein Problem von dir könnte auch sein dass du mindestens unterbewusst davon überzeugt bist dass mit deinem Körper irgendwas nicht stimmt und in deinen Krankheiten die Bestätigung findest

Nichts für ungut, aber mit dem Körper vom TE stimmt tatsächlich etwas gravierend nicht. Seine Erkrankung hat eine multifaktorielle Genese, unter anderem genetische Disposition, für die nun niemand etwas kann. Dass Menschen auf Erkrankung auch psychisch reagieren halte ich für sehr nachvollziehbar. Ich gebe dir aber recht, was diesen Teufelskreis angeht 

bearbeitet von Roja
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Ich kenne die Diagnosen und den TE nicht und habe deshalb auch nur von Beispielen erzählt die ich kenne und gemutmaßt was da noch so mitspielen könnte. Und ich will schon gar nicht unterstellen dass es sich bei seinen chronischen Krankheiten um Lappalien handele oder er sich diese "nur einbilde". Sowas gibt es nicht, chronische Krankheiten sind für die Betroffenen immer heftig, unabhängig von der Ursache. 

Ich kannte nur wie erwähnt schon Fälle mit chronischer Müdigkeit (einer davon auch sehr heftig über 4 Jahre) und habe mich damals viel mit der Materie beschäftigt. Von vielen Ärzten wird massiv unterschätzt wie groß da psychische Einflussfaktoren sein können. Der TE könnte von einer passenden Psychotherapie sehr profitieren. Nicht mehr und nicht weniger.

Und noch eine Sache: So schwer das zunächst klingen mag, der TE sollte lernen seinen Körper genau so in Ordnung zu finden wie er ist. Der Körper ist nunmal Teil von ihm und seiner Persönlichkeit (mit der Einstellung "mit meinem Körper stimmt was gravierend nicht" wird auch seine Persönlichkeit betroffen sein). Schon wie er das Thema hier eröffnet scheinen seine Krankheiten seine Psyche und sein Leben insgesamt sehr stark zu beeinträchtigen und das bestimmende Thema zu sein. Das ist unter diesen Umständen natürlich verständlich und zunächst schwierig allein zu meistern, deshalb auch die Empfehlung einer Therapie. Weil Medikamente könnten kurzfristig helfen, aber langfristig wird er dieses nötige Selbstvertrauen nicht daraus ziehen können. Und solange die Krankheiten nicht degenerativ sind besteht berechtigte Hoffnung dass eine Therapie sie mindestens stark lindern kann.

bearbeitet von Cheche

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Am 29.7.2018 um 18:40 , heinzjosef schrieb:

Hallo Herzdame,

danke für den Hinweis. Ich bin seit ca. einem 3/4 Jahr bei einem Psychotherpeuten in Behandlung. Worauf muss ich bei der Auswahl achten? Was ist eine gute Psychotherapie? Ich komme halt nur noch selten aus dieser negativen Grundstimmung heraus und bin permanent müde. Er hat mir mit zwar mit einem Schreiben beim GdB Antrag geholfen, aber manchmal habe ich bei ihm das Gefühl, er denkt, ich will nur eine Frau/Beziehung, dann ist alles gut und ich soll einfach rausgehen, z.B. ins Cafe nebenan und Frauen ansprechen. Also mal ganz salopp und sinngemäß jetzt wiedergegeben. Vielleicht kommt mir das aber einfach nur so vor.

VG Heinzjosef

Dein nächstes Therapieziel sollte sein, das mal anzusprechen. Du hast den Eindruck, er hat da so seine Meinung über dich. Das ist das Gleiche wie mit dem Kommunizieren der Krankheit. Auch dass du einen Psychiater aufsuchen willst, wegen der Diagnose. Was passiert da in der Therapie, du vermeidest da ganz viele Konflikte mit dem Therapeuten. Das ist Thema Nr. 1. Wenn ihr das geklärt bekommt, könnt ihr über alles sprechen, wenn nicht. Brauchst du einen anderen Therapeuten.

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@Helmut Nein eine wirkliche Besserung merke ich noch nicht. Es ist auch nicht immer gleich. Es gibt Tage, da gehts besser und Tage, da würde ich lieber im Bett bleiben. Heute morgen nach dem Aufstehen zb, stand ich wieder neben mir. Irgendwie ein wenig Benommen. Kommt schon mal häufiger vor. Dabei merke ich auch, dass meine Nackenmuskulatur steinhart ist. Wenn ich Schmerzen und wieder extreme Müdigkeit verspüre, dann fällt mir das mit dem Blickkontakt sehr schwer. Ich fühle mich in dem Moment dann auch nicht wohl. Ich bin in solchen Momenten dann auch nicht kommunikationsgewillt. Ich fühle mich schwach und nicht schlagfertig genug. Mir fällt es dann auch sichtlich sehr meinen Kollegen geistig zu folgen. Meine Gedanken driften dann auch oft ab.

Danke für den Buchtipp. Ich bin eigentlich nicht so eine Leseratte, aber mittlerweile nehme ich mir gerne solche Sachen mit in den Urlaub (s. Eingangspost). Logo- und Existenztherapie hört sich interessant an. Was wird da genau gemacht?

 

@Roja ja nach der gestrigen Therapiestunde werde ich das nächste Woche nochmal etwas klarer Ansprechen. Ich habe gestern auch nochmal erwähnt, dass ich das nicht so sehe, dass jetzt eine Beziehung mit einer Frau das Problem lösen würde. Da hat er mir ein wenig widersprochen und meinte, dass es sich schon deutlich verbessern würde. Ich habe jedoch eher die Befürchtung, wenn es trotz derzeitiger Neediness und Podestdenken klappen sollte, sich das wiederholt, wie bei der obengenannten Dame. Ich war auf einmal emotional Abhängig von ihr und habe sie dann mit meiner Bedürftigkeit und Unsicherheit erfolgreich vertrieben.

Ich habe bei ihm den Eindruck, nur mit ein bisschen gut zu reden klappt das schon. Das dreht sich auch langsam im Kreis bei ihm.

Bei der Medikation sind wir dabei. Ich muss alle 3 Monate zur Kontrolle. Ich werde zur Zeit  mit einem Immunsupressivum behandelt. Ich habe auch schon einige durch. Aber nachts hatte doch noch keins einen Wow-Effekt. Das Ausprobieren dauert auch immer seine Zeit. Es vergeht schon mal einiges an Zeit bis sich der volle Wirkungseintritt einstellt.

Ich habe eben meinen Rehaantrag abgeschickt. Da bin ich sehr gespannt drauf und erhoffe mir auch einiges davon. Die sind ja auf das Krankheitsbild spezialisiert (Ärzte,Physio,Psychotherapeuten,..).

@Polysix ja genau so ist es bei mir. Wenn ich einen Schub habe, ziehe ich mich zurück.

 

@Helmut

ja bei mir geht das allerdings schon seit ca. 10 Jahren so. Und das prägt jemanden. Ob man will oder nicht. Ich habe allerdings am eigenen Leib erfahren, das die Psyche eine positive Wirkung auf die Krankheit haben kann. Deswegen will ich auch daran arbeiten. Auch mit einem geeignetem Psychotherapeuten. Ja und in diesem negativen Stimmungszustand finde ich es schwierig, Frauen zu daten. Deswegen kümmere ich mich erstmal um mich. Ich muss schon dauerhaft Medikamente nehmen (Rheumamedikamente). Du meinst vermutlich Antidpressiva. Die scheinen ja Fluch und Segen zu gleich zu sein. Ich weiss auch nicht, was ich davon halten soll. Ich will es zumindestens mal mit einem Arzt/Psychiater abklären.

ja das stimmt und das nicht nur in der Therapie. Ich nehme halt Konflikte schnell persönlich, was keine gute Eigenschaft ist und zum anderen fühle ich mich Konflikten oft nicht gewachsen, weil ich unkonzentriert bin (wegen der Müdigkeit?) und fühle mich dann geistig nicht auf der Höhe und meine Argumentationskette endet dann auch sehr schnell. Beim Psychiater will ich den Einsatz von Antidepressiva abklären lassen. Ob das zusätzlich zur Psychotherapie Sinn machen würde, um aus diesem negativen Stimmungsstrudel rauszukommen.

Ich werde meinen Therapeuten nächste Woche nochmal damit direkt konfrontieren.

 

VG Heinzjosef

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Also ich habe jetzt nur den Eröffnungspost gelesen und kann gerade das Problem verstehen, ob man es anderen Leuten sagen soll oder nicht. Man wünscht sich Verständnis, aber kein Mitleid. Vor allem will man nicht als " der Kranke" wahr genommen werden.

Gerade im Dating Bereich nicht.

Ich selbst war bis vor gut einem Jahr selbst 7 Jahre lang Dialysepflichtig und kann mich schon ein Stück weit in deine Systematik reinversetzen, wobei es bei mir ja die " Heilung" in Form einer Nierentransplantation in Aussicht gab die dann letztes Jahr statt gefunden hat.

In wie weit es da bei dir Luft nach oben gibt musst du mal erzählen.

Bei mir war es die 7 Jahre Dialyse ein stetiger Verlauf abwärts. Okay zurück zum Thema Dating.

Da man bei der Dialyse eine sehr auffällig große Ader am Unterarm hat, muss man das schon verstecken wenn man es nicht thematisieren will, was bei mir dann später damit endete auch immer Sommer im langärmelige Hemden zu tragen ( sogar beim Sex 😉 ),

wenn ich bei Dialysebehandlungen war immer irgendwelche Lügenkonstrukte erschaffen habe, nur um nicht als " der Kranke" zu gelten. Hat auch oft genug funktioniert ( bis auf einmal beim Date mit ner Therapeutin, die hat das dann schnell erkannt da Sie das kannte ).

Aber diese ständige Geschichten erfinden, naja, wer sowas gerne macht hat wohl n Ding anner Waffel. Aber im Endeffekt kann man an allem arbeiten. Und der Text hier soll nur mal n kleinen Einblick eröffnen.

Zu deinen Fragen :

Ins Gym gehen ist gut. Weitermachen, Body aufbauen.

Dann Lob des Sexismus lesen. Augenöffner. Danach an sich arbeiten und einfach auf Dates gehen. (Hab schon immer Online was klar gemacht. Allerdings meine langjährigen Beziehungen immer am Arbeitsplatz kennen gelernt).

Allerdings mit schlechter Laune würde ich das lassen, man kann auch mal n Treffen auslassen, wobei man kann auch erstmal gucken, und oft wirds eh cool und dann fragt man sich wieso man eigentlich nicht wollte.

Erfolge haben, diese Feiern und "wachsen"

Wie siehts bei dir aus? Hast du Freunde die dich aufbauen?

Ansonsten vielleicht noch ein Tipp / Denkanstoss:

Das du Kontakt zu ebenfalls Erkrankten aufnimmst ist gut und verständlich. Allerdings pass bitte auf dich nicht in deiner Krankheit zu verlieren.

Eine Krankheit ist immer nur ein Teil von uns. Und nicht das ganze. Versuche diesen Teil immer so klein wie möglich zu halten.

Wer viel jammert nervt sein Umfeld nur.

 

In diesem Sinne stay strong.

Falls du Lust hast können wir uns auch gerne per PM austauschen

 

nette Grüße und halt die Ohren Steif und den Kopf oben

Peace

 

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Hallo Chrizzz,

genau so siehts aus. Wenn man allerdings oft Einladungen Unternehmungsvorschläge ablehnt, weil man zu müde ist, dann ist das ein Teufelskreis. Man distanziert sich immer weiter von seinen Freunden und Bekannten. Irgendwann hört es dann auch auf oder wird weniger mit den Nachfragen, weil der kommt ja sowieso nicht mit.

Ja ich muss erstmal sehen, dass ich aus diesem Teufelskreis mit der schlechten Stimmung ausbreche. Mein Physio erzählte mir gestern, er habe die Nacht gefühlt kaum geschlafen (wegen der Hitze?). Er hat den ganzen Tag so ein Druckgefühl im Stirn/Augenbereich. Das habe ich auch, allerdings permanent (Schlafstörungen). Dann ist bei mir automatisch diese innerliche traurige und negative Stimmung.

Ja Lob des Sexismus habe ich auch schon gelesen. Ganz interessant. Aber die Umsetzung geht auch nur mit entsprechendem IG. Mit dem Jammern hast du recht. Deswegen lasse ich das auch. Aber habe das Gefühl, mir merkt bzw. sieht es mir auch an.

 

VG Heinzjosef

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