Seid ihr glücklich mit dem (deutschen) Arbeitszeitmodell?

62 Beiträge in diesem Thema

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Ich bin noch nicht so lange drin in der Berufswelt, habe aber schon viele vollzeit Jobs gemacht während des Studiums, Praktika oder Work & Travel Geschichten. Sowohl in Kliniken, in Büros, auf dem Feld und Bau. Trotz allem könnte ich natürlich eine eingeschränkte Sichtweise haben.

Mir fällt immer wieder auf, dass mich das ganze Modell an der "Arbeit" nervt. Wenn ich nicht Selbstständig bin, schreibt mir der Arbeitgeber bzw. das Gesetz vor, 8h arbeiten zu müssen, meist morgens ab 8/9h, 30 Tage Urlaub zu haben, so und so viel Gehalt zu bekommen. Ich fühle mich bevormundet. Warum genau so viel und wer ist das Gesetz mir sowas vorzuschreiben? Arbeit schön und gut, macht auch Spaß aber 8h?
Das gabs immer wieder Mal zu Klausurzeiten v.a. wenn die Deadline immer näher kam und man ein paar Wochen auf Höchstleistung fährt, nötig aber Ausnahmesituation, nicht der Alltag. Danach war man für den Rest des Tages nicht zu gebrauchen. Und so ähnlich geht's mir auch nach 8h auf der Arbeit, das kann ja wohl nicht der Lebenssinn sein, vielleicht nur noch 3-4 Stunden für sich und den Alltag zu haben. Berufsgruppen wie Klinikärzte leiden da noch mehr. Wenn ich mir die Kollegen anschaue, dann wird da auch nicht 8h gearbeitet, es wird gelacht, in der Küche geplaudert, small talk hier und da, oh jetzt es ist ja schon Mittagspause geworden. Soll ich jetzt auch trödeln nur weil es Person X macht? Das ist auch nicht der Sinn des Ganzen. Effektiv wird eher 5h gearbeitet. Mir wäre es viel lieber, wenn ich 5h durchpowern könnte und nach Hause gehen, statt zu trödeln um das Gesetz zufrieden zu stellen.

Dann gibts auch nur 30 Tage bzw. 24 "Werktage" Urlaub. Auch das hat jemand für mich entschieden. Ich hingegen, wäre viel glücklicher mit einer 3-4 Tage Woche oder auch 7 Tage, je nach Phase, Projekt und einfach wie ich Lust habe verdammt. Geht aber nicht, weil dann nicht "Vollzeit" und weniger Gehalt.

Gehalt ist auch irgendwie begrenzt aus welchen Gründen auch immer. Was die Firma an Mengen am Tag erwirtschaftet ist teilweise unvollstellbar. Und wenn man sich anschaut, was der Arbeiter von dem Kuchen abbekommt ist es ein Witz. Mehr verlangen kann man kaum, denn "so ist der Markt", und Kollegen in vergleichbaren Branchen ebenfalls soviel verdienen.

Und dann sitzte ich da, verdiene gut und fühle mich trotzdem abgezockt, bevormundet und in meiner Freizeit beraubt.
Ich habe keine Ahnung wie das in anderen Ländern ist, wahrscheinlich sehr ähnlich. In Schweden solls angeblich das"wer zuerst fertig ist, darf gehen" Modell geben.

Was ist eure Meinung zu dem Ganzen?

Vielleicht muss man echt irgendwas werden wie ein berühmer Schaupieler, Filmemacher, Musiker, Künstler, Dichter, Tänzer, Sportler um für Freizeit gut bezahlt zu werden.
 

bearbeitet von Mobilni
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Dir bleibt doch die Wahl dich Selbsständig zu machen

aber gehe dann erstmal von 10-12 Stunden Tagen aus in der Anfangszeit und keinen Urlaub

und auch sonst kannst du doch nur nen 35 Stunden vertrag unterschreiben etc. 

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Das was du da schreibst, ist ein LUXUSPROBLEM!!!!

DU mein Freund, hast es so gut!
Du musst nur 40h die Woche arbeiten und hast einen festen Lohn. Heißt, du hast "Sicherheit"
In anderen Ländern in Europa (ich gehe mal auf den Osten ein), wie z.B. Polen,Ukraine usw. müssen die leute teilweise viel mehr arbeiten, für viel weniger Geld.
Dort wird teilweise übers Wochenende gearbeitet, um irgendwie über die Runden zu kommen.
Die akern dort teilweise 60h/W und stehe das irgendwie durch, denn sie müssen!
Wie viele Menschen, aus anderen Ländern "flüchten" nach Deutschland, um von der Stabilität zu kosten?
Dann kommt einer wie du an und sagt, alles ist scheiße, denn ich muss ja so viel tun mimimi.
Sorry aber ich denke du solltest mal am eigenem Leibe spüren, wie es ist, HART zu arbeiten. Um zu entdecken, dass dir am Ende des Monats, nichts an Geld bleibt.
Monat für Monat das selbe!
Nach höchstens einem Jahr, würdest du Tränen weinen, wenn du wieder in deiner "40h/W mit festem Lohn und 30Tagen Urlaub" Arbeit würdest.

Mann kann halt alles schlecht reden, oder man fängt an das zu genießen, was man hat.

Gruß

bearbeitet von 3€
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Das Gesetz gibt doch nur Rahmenbedingungen. Dein Arbeitgeber ist derjenige, der dir so sauer aufstößt. Es gibt nämlich von Gesetzeswegen zb Maximalarbeitszeiten. Gäbe es die nicht, hättest du keine 40 sondern ne 100 Stunden Woche. Es gibt auch einen Mindestlohn oder Tarifverträge. Gäbe es die nicht, würdest du vielleicht nicht mal die Hälfte verdienen.

Es gäbe aber zb die Möglichkeit bei einem Arbeitgeber eine leistungsorientierte Bezahlung/Arbeitszeiten zu verhandeln. Das ist bei Projekten oder auch in Führungspositionen gar nicht so unüblich. Da gibt's dann aber auch zb keine Überstunden oder extra Würstchen. Das bedeutet auch, dass es je nach Arbeitsaufkommen auch mal statt 8 Stunden 11 werden. Schließlich muss man das Pensum ja schaffen. 

Ansonsten ist die Devise: entweder du hast Zeit oder du hast Geld. Also entweder verzichtest du auf ein "Vollzeit Gehalt" oder auf Freizeit. 

Tja, oder eben selbstständig machen. Das bedeutet aber auch nicht, dass du deinen Wunsch von viel Geld und viel Freizeit hast. Meist ist es nämlich selbst und ständig. Kunden haben nämlich auch Vorstellungen, denen man gerecht werden muss, sonst gehen sie woanders hin.

Ich denke wir haben es hier in Deutschland noch Recht gut. Die meisten kommen mit 1 Job a 40 Stunden über die Runden. In den USA haben die Menschen oft mehrere Jobs, in der Summe eine höhere Arbeitszeit und trotzdem nicht so viel geld. Zudem gibt's da viele Dinge wie Ladenöffnungszeiten und sowas nicht. Das sind wesentlich schlechtere Bedingungen als hier.

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vor 17 Minuten, Mobilni schrieb:

Was ist eure Meinung zu dem Ganzen?

Naja. Was hast du denn erwartet? 3-Tage-Woche für 5k netto? 

Es zwingt dich doch auch niemand, X Stunden für Gehalt Y zu arbeiten. Wenn dir 8 Stunden täglich zu viel sind, kannst du deine Stunden evtl. auch verkürzen wenn dein AG einverstanden ist. Damit verbunden gibts dann aber natürlich auch weniger Gehalt. 
Oder du gehst in die Metall-Branche, da gibts die 35-Stunden-Woche. 

vor 20 Minuten, Mobilni schrieb:

Gehalt ist auch irgendwie begrenzt aus welchen Gründen auch immer.

Angenommen, du wärst selbständig. Und das so erfolgreich, dass du eine eigene Firma und Mitarbeiter hast, die für dich arbeiten. Würdest du denen dann so viel bezahlen, dass du keinen Gewinn mehr einfährst? Einfach weil du so ein guter Mensch bist und selbst nichts haben möchtest? Nach deinen obigen Aussagen zu schätzen wohl eher auch nicht.

vor 23 Minuten, Mobilni schrieb:

Ich habe keine Ahnung wie das in anderen Ländern ist, wahrscheinlich sehr ähnlich.

Die OECD hat die Arbeitszeiten verschiedenster Länder weltweit verglichen. Einfach mal googlen. Und danach aufatmen und sich über die Arbeitszeiten in Deutschland freuen.

Seit wann bist du jetzt im Berufsleben? Dass man sich abends kaputt fühlt, vergeht auch nach einer Zeit. Vermutlich ist das erst mal nur eine Art "Kulturschock" für dich.

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Luxusgejammere. Einfach mal für ein paar Jahre ins Ausland gehen, dort leben und arbeiten. Danach kann man erst richtig wertschätzen, wie gut es uns hier im deutschsprachigen Raum geht. Von den Sozial und Gesundheitsleistungen mal ganz abgesehen. Werd mal krank im Ausland oder beanspruche behördliche Leistungen, oder summiere infrastrukturelle Aspekte eines Landes wieder. Alles kein Vergleich zu D, AUT, CH. 

Außerdem haben D, AUT, CH einer der besten Arbeitsschutzgesetze weltweit - wenn es um faire Entlohnungen, Arbeitsumfeld, gesundheitliche Aspekte, Mutterschutz, Belastungskonzepte durch Gefahrengut usw. geht. 

In manchen Ländern hast du aufgrund sozialer Schichtgehörigkeit, ethnischer Minderheitszugehörigkeiten, politischen Einstellungen etc. dichoton schon keine Chance die Karriereleiter aufzusteigen. Bei uns kann man aber diese Freiheit genießen. Nur aber ständig darüber zu jammern, wie "unfair" alle anderen sind, wird dich nicht bedingt glücklicher machen als auch karrierebedingt weiter voran treiben. No Pain No Gain. 

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Wenn du dich bevormundet fühlst dann mach dich selbstständig. Kannste dir dann alles selbst einteilen. Problem gelöst.

 

Um auf deine Frage im Threadtitel zu kommen: Ja, ich bin damit sehr glücklich. Ich weiß wie es in anderen Ländern bzw. auch in einigen Branchen in D aussieht. Von dem her bin ich sehr glücklich mit meinem Arbeitszeitmodell und meiner Branche.

bearbeitet von Doc Dingo

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Da warst Du wohl in den falschen Ländern mit Work und Travel. Mal in so richtig arme, unterentwickelte Länder reisen. Längere Zeit dort bleiben und dann völlig geerdet nach D kommen. Hilft, mußte machen - hat mir sehr geholfen. 

Selbständigkeit kannst auch ins Auge fassen. Ein Freund aus Schultagen ist Anwalt. Er mußte ca. 10 Jahre echt kämpfen, bis er sagen konnte, jetzt geht's aus mit der Kohle. 10 Jahre Einzelkämpfer, nie krank, weils nicht geht, wenig Urlaub usw.

Sicher könnte was in Sachen Flexibilität der Arbeitszeit gemacht werden. Da sind wir in D noch am Anfang.

Falls das alles nix für Dich ist, dann empfielt sich ein Privatsender. Das Angebot zum filmisch begleiteten Auswandern nutzen und woanderst durchstarten.

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Jaja, immer diesselben Totschlagargumente, wenn es um diese Work-Life-Balance geht. 
"Sei still, du hast es doch gut", "Geh nach (beliebiges Drittweltland), da ist es viel schlimmer.", "Mach dich selbstständig, wenn es dir nicht passt"
 

Eine wirkliche Grundsatzdiskussion wird unter diesen Voraussetzungen nie möglich sein. Nie. Das ist wie mein Vater, der mir ständig vorbetet, wie die armen Kinder in Afrika hungern. Na und? Deswegen will ich seine ekelhaften Klöße trotzdem nicht essen. Ich meine, natürlich geht es uns verhältnismäßig besser, als in den meisten anderen Ländern der Welt. Wer bestreitet es? Können wir deswegen aufhören, uns zu verbessern?
Schlucken wir deswegen alles? Sollen wir froh sein, dass wir mindestens 40 Stunden in der Woche buckeln dürfen?
Dasselbe mit diesem dämlichen Argument der Selbstständigkeit. Nicht jeder kann/will sich selbstständig machen. Dazu braucht man Willen, eine Idee und Risikobereitschaft.

@Te, ich bin 27 Jahre alt. Arbeite trotzdem nur noch 4 Tage in der Woche. Das entspannt schon ziemlich, aber da ist noch mehr möglich. Ich bin allerdings auch Quantitativer Analyst, da habe ich ziemliche Narrenfreiheit und verdiene mit 32 Stunden immer noch mehr, als ich ausgeben kann. 

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Nö, wir sind nur ziemlich satt...., incl. deinereiner

Bei 4 Tagen kommt's halt auf die Stunden. Machste mehr hast den Freitag z. B. wieder reingearbeitet.

Huch, darf ich ja gar nicht sagen. Ich arbeite nur 2 Tage die Woche.... 

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Viele Argumentieren nach dem Motto: "Du bist unglücklich mit deiner Beziehung? Der Peter ist noch viel unglücklicher, also halt die Klappe und sei froh!"

Wieso haben wir es denn "so gut"? Weil unsere Eltern, Großeltern und Urgroßeltern dafür gekämpft haben. Und wenn wir diesen Kampf fortführen, werden es unsere Kinder, Enkel und Urenkel noch besser haben als wir jetzt.

Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht und werde diesen langfristig dennoch nicht 40h/Woche ausüben. Mein Ziel ist es max 24h/Woche einer Lohnarbeit nachzugehen. Falls ich es bis dahin nicht schaffe ein passives Einkommen aufzubauen, bin ich auch mit weniger Geld zufrieden. Ich brauche kein großes Haus und kein dickes Auto. Ich brauche Freizeit, die ich nach meinen Vorstellungen gestalten kann.

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vor 6 Minuten, Doc Dingo schrieb:

 

Klar, sich verbessern is nie verkehrt. Aber pauschal rum zu lamentieren schon bevor man überhaupt in einem festen Arbeitsverhältnis is, weil einem bewusst wird dass man über kurz oder lang entweder Arbeiten muss oder auf H4 macht is halt schon fragwürdig. Wenns uns wirklich beschissen gehen würde und andere Länder das wesentlich toller handhaben würden als bei uns, ok, seh ich ein. Aber in einem reichen Land mit unserem Sozialsystem zu leben in dem dich der Staat auffängt wenn du z.b. Krank wirst, und zu jammern empfinde ich als frech. In D geboren zu werden is halt schon einer der Sechser im Genetiklotto.

 

Wer jammert denn? Klar, der Post vom Te ist ein bisschen wehleidig geschrieben, aber im Prinzip hat er Recht. 
Das Gesetz benachteiligt Teilzeitarbeiter. Etwas gegen das Gewerkschaften seit letztem Jahr übrigens ankämpfen. 

Wie gesagt, niemand bestreitet, dass es in anderen Ländern härter ist. Oder dass die Arbeit auf dem Bau Knochenarbeit ist. 
Ich störe mich allerdings an eurer Denkweise. Nur weil mich ein Sozialsystem im Notfall auffangen würde, soll ich für den Rest meines Lebens jeden Tag 8 Stunden überglücklich auf Arbeit verbringen und den Mund halten? Warum? Mit Sicherheit doch nur, weil uns die Fantasie für ein besseres System, oder eine bessere Work-Life-Balance fehlt. Wenn die Definition von Vollzeitarbeit 25 Stunden in der Woche wäre, würde es uns sehr wahrscheinlich genauso gut gehen, wie jetzt. Nur mit einer durchschnittlich höheren Lebensfreude. 

Wir diskutieren in Deutschland in jedem Fall auf hohem Niveau. Aber das ist weder schlecht noch etwas verwerfliches. Rückwärtsgewandt auf alles zu verweisen, was schlechter ist als bei uns, ist in jedem Fall immer der falsche Ansatz.

 

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Work-Life-Balance bedeutet, dass Arbeit und Leben im Gleichgewicht stehen. Für mich ist aber das Leben deutlich höherwertiger als Arbeit. Durch die Digitalisierung werden wir das auch realisieren können. Ich bin davon überzeugt, dass in nicht allzu ferner Zukunft ein Grundeinkommen eingeführt wird. Dies wird das Leben und die Arbeitswelt auf den Kopf stellen und revolutionieren.

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@Gerry hat doch die Tage was über die Einstellung zur Arbeit und WLB geschrieben, allerdings in einem anderen Thread.

Trifft hier auch voll zu.... 

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vor 27 Minuten, Njo schrieb:

, soll ich für den Rest meines Lebens jeden Tag 8 Stunden überglücklich auf Arbeit verbringen und den Mund halten?

Wenn du dabei wirklich überglücklich bist dann ja ;-) . Als erstes kann man sich mal überlegen welche Branche / Beruf einem Spass machen könnte.  Wäre so mein erster Ansatz. 

Es macht schon viel aus ob man seinen Job ok bis gut findet, oder man ihn hasst. Job wo man gerne hingeht is schon mal n großer Teil Lebensqualität. Ganz ohne geht's halt nicht.

vor 32 Minuten, Njo schrieb:

Wenn die Definition von Vollzeitarbeit 25 Stunden in der Woche wäre, würde es uns sehr wahrscheinlich genauso gut gehen, wie jetzt. Nur mit einer durchschnittlich höheren Lebensfreude.

Wage ich zu bezweifeln. Klar, in erster Linie klingt toll, ich wäre dafür. Aber wenn man sich mal so in D umguckt, es finden soviele Menschen soviele Gründe zum jammern. Ob es da die 25 Stunden Woche rausreisst ist für mich zweifelhaft. Ich seh es so oft. Allein schon in meinem Job bei den Leuten die in der Firma gelernt haben und keine Ahnung haben wie die Welt da draussen funktioniert. Man könnte meinen das sind die ärmsten Schweine obwohl sie in ner 35h Woche nen Arsch voll Geld bekommen.

vor 35 Minuten, Njo schrieb:

Rückwärtsgewandt auf alles zu verweisen, was schlechter ist als bei uns, ist in jedem Fall immer der falsche Ansatz.

Hm. Also wenn man ausschließlich nur auf das schlechtere verweist, ja ok, gebe ich dir recht. Mir hilft so ein Blick über den Tellerrand aber immer enorm wenn ich mal nen Kacktag habe. Und die Tatsache dass ich in meinem Leben schon genug Scheißjobs durch habe. Man guckt viel zu schnell dahin wo es vermeintlich besser ist und vergisst dabei wie gut man es eigentlich hat. Mir selbst Dankbarkeit bei zu bringen hat meine Lebensfreude und Zufriedenheit massiv gesteigert. Und wenn man dann noch gleichzeitig guckt wie man sich verbessern kann, dann läufts schon mal nicht ganz Scheisse.

Auf mich wirkte der Eingangspost einfach so nach dem Motto "will nix tun und Porsche fahren" - kann sein dass es der TE auch anders gemeint hat, Text kann tückisch sein. 

Was mir letztendlich geholfen hat:

- Überlegen was einem Spass macht

- viel ausprobieren ( Kostet viel Zeit, Kraft und Mut. Mir hats geholfen)

- über den Tellerrand blicken, und zwar auch regelmäßig nach unten und nicht nur nach oben

- Dankbarkeit

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Was in meinen Augen die Diskussion massiv abwertet, ist das Wort Job. Klar, das ist angesagt, hipp, cool. Aber da geht es eher in Richtung Beruf/ung, Können, Wollen und eine längerfristige Tätigkeit, gutes Ergebnis abliefern.

Job mach ich so nebenbei, quasi "Morgen andere Baustelle"

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Nö, sicher nicht. Frag Personaler oder Selbst und Ständige. 

Die müssen zwischen Job und Beruf ausklauben.... 

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Fùr mich klingt der eingangs Post auch so

mimimi will mehr Geld verdienen aber nichts dafür tun im Gegenteil halt noch weniger als ich jetzt schon mache. Welcher AG will so einen Mitarbeiter?

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Für die Antworten 😘

Mir ist schon klar, dass es wehmutig klingt, sollte auch bisschen "provokanter" sein. Dass ich nicht arbeiten will, meinte ich gar nicht so wörtlich sondern mir geht es allgemein um das Arbeitskonzept. Ob ich am Ende meine 3000 Netto in Deutschland oder 3€ in Afrika, ist mir gar nicht so wichtig, relativ unter den herrschenden Umständen haut das mehr oder weniger hin mit dem Gehalt. Es geht in Richtung was Njo schreibt: woher kommt dieses 9-17, 8h, 5 mal die Woche, nur 30 Tage Pause-Ding überaupt her? Die Menscheit würde auch funktionieren, wenn auf der ganzen Welt der Konsens existieren würde, dass man 3 Tage, 4h arbeitet, die Hälfte verdient und alles auch nur die Hälfte kostet. Der Mensch hat aber scheinbar noch Power und Energie und jemand hat entschieden, der "sweet spot" ist 40h/Woche. Mein Ziel des Threads war zu erfahren: ist das für euch auch so? Der sweet spot = ich bin damit optimal ausgelastet und zufrieden? Oder eher: "Ich würde am liebsten weniger arbeiten aber in Kroatien und Indien ist es schlimmer, also nehme ich das bessere Übel in Kauf und übe mich in der Dankbarkeit?"

Denn, wenn es das zweite ist, und die meisten nicht mit 40h/Woche optimal zufrieden sind, dann stimmt das System nicht.
Aus dem Bauch heraus behaupte ich, dass die meisten Menschen nicht gerne früh aufstehen (vor allem Schüler) und gerne früher nach Hause gehen würden, sprich am liebsten wohl von 10-15h arbeiten würden und/oder gerne mehr Urlaub hätten. Wenn es so wäre, dann sollte man auch diesen Zustand anstreben, als Kollektiv, als Mensch. Sonst belügt man sich selbst. Stattdessen beugen sich alle, nicken und ziehen das 8:00h Arbeitsbeginn-Programm durch (bis auf Ausnahmen). Verstehe ich nicht.

Es kann ja sein, dass der Mensch Power hat 8h am Tag produktiv zu sein und es ein Relikt aus früher Zeit ist, weiß nicht, ist meine persönliche Spekulation. Zu einer Zeit als es noch keine künstlichen Arbeitsplätze gab wie Büros und Fließbänder, war die Arbeit  stark mit der häuslichen Instandhaltung verzahnt. Die Arbeit bestand neben der Feldarbeit zum großen Teil zu Hause, Instandhaltung, Reparatur,Viehzucht. Nach 8h war man fertig und konnte sich seiner Familie und sozialen Beziehungen widmen. Heute aber wird einfach dieses "8h" 1:1 übertragen auf eine Arbeit, weit weg vom Haushalt. Wenn man dann nach Hause kommt, wartet auf einen Einkaufen, Putzen, Termine. Das muss gemacht werden und zusammengerechnet "arbeitet" man dann täglich 10h mindestens und dann gibts keine Zeit. Familie, Freizeit und Freundschaften leiden drunter.

bearbeitet von Mobilni

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Wie vieles, so ist auch dieses Einstellungssache. Betrachte ich Arbeit als ein notwendiges Übel, das mir Zeit vom 'richtigen Leben' (Familie, Freunde, Freizeit) weg nimmt, als einen Job, den ich möglichst weit zurück schraube? Oder als integralen, bereichernden Bestandteil meines Lebens, an dem ich wachse und aus dem ich Bestätigung ziehe, also als einen Beruf? Kann sich beides in 40 Wochenstunden abspielen, macht aber in Deiner Wahrnehmung und Bewertung einen riesigen Unterschied. Ich würde keinen Beruf ausüben wollen, bei dem ich nach 20 Wochenstunden nach Hause muss. Das würde bedeuten, dass er mich nicht interessiert.

Nebenbei: Deine Ansichten zur präindustriellen Zeit sind stark romantisierend. 8h Feldarbeit, Viehzucht, Hausarbeit? Das wird nicht annähernd gereicht haben, die Leute haben locker 12-16 Stunden am Tag geschafft. Frag doch mal heute Landwirte, wie das mit 8h-Tagen aussieht in der Erntezeit. Mal so als Referenz: in Preußen wurde die Arbeitszeit von Jugendlichen unter 16 erst 1839 per Gesetz auf 10 Stunden täglich begrenzt, und Nachtarbeit verboten. Und erst seitdem ist Arbeit für Kinder unter 9 Jahren verboten. War damals ein riesiger sozialer Fortschritt. Wie es heute die 38,5 Stunden-Woche ist. Klar kannst Du jetzt wieder sagen, dass man ja nicht immer aufs Schlimmere schauen sollte, aber: die 'gute alte Zeit' gab es so nicht. Was Du anstrebst, ist also eher Utopie als Regression. Lies mal Iain Banks Culture-Romane, ist ne schöne Realitätsflucht. Ein Gesellschaft, in der die Menschen gar nicht mehr arbeiten müssen (im engeren Sinne) und sich daher eher kosmischen Problemen widmen können.

Dein Verweis aufs 'System' hinkt übrigens. Das 'System' würde Dir zum Beispiel bei vielen Arbeitgebern inzwischen ermöglichen, in Teilzeit zu gehen. Gibt unter vielen Voraussetzungen sogar einen Rechtsanspruch darauf (https://www.gesetze-im-internet.de/tzbfg/__8.html). Gibt halt weniger Kohle. Oder Du könntest Dich selbständig machen mit zum Beispiel einem Online-Business. Wenn Dich das normale angestellte Arbeiten in Vollzeit so anstinkt - was hält Dich? Bezüglich des frühen Aufstehens - nicht von Dir auf andere schliessen. Google mal "Chronotyp", das Thema ist in den letzten 15 Jahren sehr fröhlich beforscht worden.

Das mal so als ein paar Perspektiven auf die Thematik. Ich mache mit großer Begeisterung meine 40-60 Stunden jede Woche, und kann mir die Arbeitszeit dabei weit gehend frei einteilen. Works for me.

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vor einer Stunde, Mobilni schrieb:

Die Arbeit bestand neben der Feldarbeit zum großen Teil zu Hause, Instandhaltung, Reparatur,Viehzucht. Nach 8h war man fertig und konnte sich seiner Familie und sozialen Beziehungen widmen.

Ja. Genau so war das im Mittelalter und der frühen Neuzeit. Und dann haben sie 16 Stunden lang am Tag Freeletics gemacht und über Gesellschaftsmodelle diskutiert. Es sei denn, man musste zum Zahnarzt oder sich bei C&A was neues für die Feldarbeit kaufen. Dann war man natürlich damit auch beschäftigt.

 

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Jetzt mal dumm an den TE die Frage. 

Du hast studiert, arbeitest jetzt x Std. Vermutlich hast Du dein Gehalt mit dem AG ausgehandelt. Kann es sein, daß Du im Nachhinein schlecht verhandelt hast?

 Ist doch gar nicht solange her, da war der Samstag noch ein Arbeitstag, 50-60er Jahre. Slogan damals: Samstag gehört Papi uns". Ohne Ausgleichstag unter der Woche.

In D gibt es sicher noch Optimierungsmöglichkeiten bzgl. Arbeitszeit und Gestaltung. Allerdings konnte ich mich mit Engländern und Amerikanern über Arbeit und Arbeitszeit unterhalten. Sie konnten es nicht glauben, was bei uns in D so geregelt ist. Da haben die es bei weitem nicht soooo komfortabel. 

Aber mich betrifft die Diskussion eh nicht mit rd. 2 Arbeitstagen in der Woche....

 

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vor 14 Stunden, Mobilni schrieb:

Ich bin noch nicht so lange drin in der Berufswelt, habe aber schon viele vollzeit Jobs gemacht während des Studiums, Praktika oder Work & Travel Geschichten. Sowohl in Kliniken, in Büros, auf dem Feld und Bau. Trotz allem könnte ich natürlich eine eingeschränkte Sichtweise haben.

Ich habe bisher noch kein Land kennen gelernt, bei denen es angenehmer im Allgemeinen war, als bei uns. Habe mal eine Zeit in Kanada verbracht. 50h war da so die Regel. Als Berufsanfänger hat man glaube ich eine Woche Urlaub im Jahr (5 Tage).  Das steigert sich langsam mit den Berufsjahren auf 20 Tage, wenn du irgendwas mit 20 Jahren in einem Unternehmen gearbeitet hast. Und da waren die Leute trotzdem entspannter und haben mehr aus ihrer Freizeit gemacht, als die Deutschen, die davon weitaus mehr haben. Liegt also mMn. nicht an der Arbeit.

vor 14 Stunden, Mobilni schrieb:

Mir fällt immer wieder auf, dass mich das ganze Modell an der "Arbeit" nervt. Wenn ich nicht Selbstständig bin, schreibt mir der Arbeitgeber bzw. das Gesetz vor, 8h arbeiten zu müssen, meist morgens ab 8/9h, 30 Tage Urlaub zu haben, so und so viel Gehalt zu bekommen. Ich fühle mich bevormundet. Warum genau so viel und wer ist das Gesetz mir sowas vorzuschreiben? Arbeit schön und gut, macht auch Spaß aber 8h?

Das hat sich halt so entwickelt. Ich gebe dir recht, dass die Welt auch genauso gut funktionieren würde, wenn jeder nur noch 20- 30h/Woche arbeitet. Aber das kann man den Unternehmen jetzt auch nicht mehr wegnehmen. 

vor 14 Stunden, Mobilni schrieb:


Das gabs immer wieder Mal zu Klausurzeiten v.a. wenn die Deadline immer näher kam und man ein paar Wochen auf Höchstleistung fährt, nötig aber Ausnahmesituation, nicht der Alltag. Danach war man für den Rest des Tages nicht zu gebrauchen. Und so ähnlich geht's mir auch nach 8h auf der Arbeit, das kann ja wohl nicht der Lebenssinn sein, vielleicht nur noch 3-4 Stunden für sich und den Alltag zu haben. Berufsgruppen wie Klinikärzte leiden da noch mehr. Wenn ich mir die Kollegen anschaue, dann wird da auch nicht 8h gearbeitet, es wird gelacht, in der Küche geplaudert, small talk hier und da, oh jetzt es ist ja schon Mittagspause geworden. Soll ich jetzt auch trödeln nur weil es Person X macht? Das ist auch nicht der Sinn des Ganzen. Effektiv wird eher 5h gearbeitet. Mir wäre es viel lieber, wenn ich 5h durchpowern könnte und nach Hause gehen, statt zu trödeln um das Gesetz zufrieden zu stellen.

Würde das nicht verallgemeinern. Habe mal von einem Unternehmer gelesen, der für seine Mitarbeiter eine Arbeitszeit von ich glaube 25h/Woche eingeführt hat. Bedingung war, dass diese Smalltalks und kleine Pausen aufhören. Hat funktioniert, die Mitarbeiter waren effizienter und ausgeruht. Er hatte dadurch keine Mehrkosten, weil es sich ausgeglichen hat. Das wird mit Sicherheit auch in vielen Jobs so sein. Problem ist aber, dass das nicht überall gilt. Bandarbeit beispielsweise. Postboten. Der Apotheker. Der Bäcker. Und wenn jetzt jeder Unternehmer auf die 25h/Woche Idee kommt - wer soll die anderen Jobs dann noch ausüben wollen?

vor 14 Stunden, Mobilni schrieb:

 


Dann gibts auch nur 30 Tage bzw. 24 "Werktage" Urlaub. Auch das hat jemand für mich entschieden. Ich hingegen, wäre viel glücklicher mit einer 3-4 Tage Woche oder auch 7 Tage, je nach Phase, Projekt und einfach wie ich Lust habe verdammt. Geht aber nicht, weil dann nicht "Vollzeit" und weniger Gehalt.

Aus genannten Gründen funktioniert das nur in langsamen Prozess über Gewerkschaften und co. 

vor 14 Stunden, Mobilni schrieb:

 


Gehalt ist auch irgendwie begrenzt aus welchen Gründen auch immer. Was die Firma an Mengen am Tag erwirtschaftet ist teilweise unvollstellbar. Und wenn man sich anschaut, was der Arbeiter von dem Kuchen abbekommt ist es ein Witz. Mehr verlangen kann man kaum, denn "so ist der Markt", und Kollegen in vergleichbaren Branchen ebenfalls soviel verdienen.

Ja, dir gefällt das Selbstständigkeitsargument nicht, aber hier passt es. Wenn du nicht in die Taschen anderer arbeiten möchtest, ist das verständlich. Aber da gibt es eben die Alternative.  

vor 14 Stunden, Mobilni schrieb:



Und dann sitzte ich da, verdiene gut und fühle mich trotzdem abgezockt, bevormundet und in meiner Freizeit beraubt.
Ich habe keine Ahnung wie das in anderen Ländern ist, wahrscheinlich sehr ähnlich. In Schweden solls angeblich das"wer zuerst fertig ist, darf gehen" Modell geben.

Ich habe Vertrauensarbeitszeit und Home Office. Viel mehr Freiheit geht nicht. Und glaub mir, ich würde 1.000€ weniger im Monat für ne reguläre 37.5h Woche meiner Kollegen gerne annehmen 😉 

 

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