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vor 17 Minuten, Awakened schrieb:

Was bedeutet ,,erwarten" überhaupt? Was tust du wenn andere eine Erwartung nicht erfüllen?

Dir überlegen ob du die Leute weiterhin in deinem näherem Umfeld behalten willst zum Beispiel.
So ein Zustand "des dahin vegetierens" kann sich z.B. im Falle des gemeinsamen Wohnens auch negativ auf dich selbst auswirken.

Und ich denke gerade bei Menschen aus dem näheren Umfeld, Verwandschaft etc.pp. versucht man sehr stark zu unterstützen und zu helfen wo und wie es nur geht. Das ist auch gut so. Die Frage ist dann aber auch, wie lange man einem Menschen Zeit gibt um wieder hochzukommen bzw. ob es bereits ausreicht einen gewissen Antrieb bzw. einen Versuch zu sehen. Was ist wenn dieser nicht kommt? Wie lange ist man dann noch verständnisvoll und emphatisch und hält eine andauernd belastende Situation aus? Ist eine individuelle Sache. Irgendwo muss dann imho aber auch der Selbstschutz anspringen. 
Auf der andere Seite wäre es interessant zu erfahren, ob es wirklich langfristig so gut ist, wenn man ggü. allem immer nur mit Verständnis für die Situation reagiert, weil "hat ja Gründe". Also d.h. "Wie viel Unterstützung ist gut und ab wann muss die Person selbst seinen Weg gehen?"

Sind jetzt so die Überlegungen von mir, die nicht nur auf/aus rein theoretischen Situationen/ Gedankenspinnereien entstanden sind. Und nicht nur aus der Sichtweise des "Stärkeren". 

bearbeitet von capitalcat
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vor 36 Minuten, capitalcat schrieb:

Dir überlegen ob du die Leute weiterhin in deinem näherem Umfeld behalten willst zum Beispiel.
So ein Zustand "des dahin vegetierens" kann sich z.B. im Falle des gemeinsamen Wohnens auch negativ auf dich selbst auswirken.

Ich verstehe den häufigen Ratschlag "umgib dich nur mit Menschen, die dich weiterbringen". Wobei ,,weiterbringen" alle mögliche heißen kann.
Andersrum heißt das dann sowas wie "entferne Menschen aus deinem Leben, die dich zurückhalten oder dir nicht gut tun" find ich so auch erstmal gut.

Aber das bei Menschen durchführen, die einem irgendwie am Herzen liegen? Lässt es sich so einfach sagen ob eine person einem gut tut oder nicht? Es gibt da doch haufenweise Faktoren, zum beispiel dass man sich schon lange kennt und viel erlebt hat.
Vielleicht gibt es einen anderen Weg, den Schaden an sich selbst zu mindern, außer Distanz.

Kann man selbst stark genug sein, sich nicht davon beeinflussen zu lassen? Die negativen Wirkungen auszuhalten?
Aus einem anderen Thread über eine emotional unstabile Frau:

vor 2 Stunden, Herzdame schrieb:

In deinem Muster? ABSTAND HALTEN!

Du kannst damit nicht umgehen, dafür bist du selbst zu instabil.

Also anders: Du kannst damit umgehen, wenn du dafür stabil genug bist.

bearbeitet von Awakened

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vor 6 Stunden, Awakened schrieb:

Ich verstehe den häufigen Ratschlag "umgib dich nur mit Menschen, die dich weiterbringen". Wobei ,,weiterbringen" alle mögliche heißen kann.
Andersrum heißt das dann sowas wie "entferne Menschen aus deinem Leben, die dich zurückhalten oder dir nicht gut tun" find ich so auch erstmal gut.

Aber das bei Menschen durchführen, die einem irgendwie am Herzen liegen? Lässt es sich so einfach sagen ob eine person einem gut tut oder nicht? Es gibt da doch haufenweise Faktoren, zum beispiel dass man sich schon lange kennt und viel erlebt hat.
Vielleicht gibt es einen anderen Weg, den Schaden an sich selbst zu mindern, außer Distanz.

Kann man selbst stark genug sein, sich nicht davon beeinflussen zu lassen? Die negativen Wirkungen auszuhalten?
Aus einem anderen Thread über eine emotional unstabile Frau:

Bin da auch komplett bei dir und ich denke eben genau aus dem Grund stellen sich mir die Fragen. 
Was ist denn dieser andere Weg? Wie könnte er aussehen?

Und ich meine jetzt nicht die Momente, wenn einer mal eine Downphase im Leben hat, sondern stell dir eine jahrelang andauernde Situation vor. 

vor 6 Stunden, Awakened schrieb:

Also anders: Du kannst damit umgehen, wenn du dafür stabil genug bist.

Ja. Aber für welchen Preis?
Und was passiert wenn es dich erwischen sollte. Wenn dich zusätzlich eine von außen belastende Situation trifft und dein Funktionslevel sinkt? 

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Zum Helfen gehöhren immer zwei: Du (= der/ die jemandem helfen will) und der andere, der sich helfen lässt. Solange Hilfe (zur Selbsthilfe) nicht angenommen wird, kannste dir deine Bemühungen in die Haare schmieren.

vor 10 Stunden, capitalcat schrieb:

[...]Wie lange ist man dann noch verständnisvoll und emphatisch und hält eine andauernd belastende Situation aus? [...] 
Auf der andere Seite wäre es interessant zu erfahren, ob es wirklich langfristig so gut ist, wenn man ggü. allem immer nur mit Verständnis für die Situation reagiert, weil "hat ja Gründe".[...]

Und gerade an dem Punkt wird es dann gefährlich- und zwar für dich: Solange du jemandem mit "irgendwelchen Problemen" seinen Arsch hinterher trägst, hat dieser keinen Grund irgendwas zu ändern. Im Ergebnis wird diesem dann nicht geholfen, sondern du wirst mit herunter gezogen.

Deine Bemühungen jemandem zu helfen, solltest du genau dann einstellen, wenn deutlich wird, dass derjenige, dem du helfen möchtest, kein eigenes Intresse (mehr) daran hat, etwas zu ändern.

 

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Gegen Ende des Videos fällt der Satz "Der Misserfolg bringt uns weiter als der Erfolg". Ferner wird postuliert, eine Kultur der Akzeptanz des Scheiterns wie in USA zu etablieren. Das sind philosophische, politische Fragestellungen und mit "wir" bzw "uns" ist "die Gesellschaft" gemeint.

Das ist ähnlich dem Verrat: Man liebt den Verrat aber nicht der Verräter. Man liebt das Scheitern aber nicht den Scheiterer. Man liebt das Scheitern aus dem Grund, dass das Scheitern der Januskopf zum Wagnis ist und die Gesellschaft liebt das Wagnis. Wenn ein Wagnis erfolgreich ist (bspw. erfolgreiche Unternehmensgründung) profitieren sehr viele.

Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass die Gesellschaft verkrachte Existenzen liebt, auch dann nicht, wenn diese es immer wieder versucht haben. Und selbst wenn es noch mehr Kulturwandel gäbe in die Richtung, dass objektiv gesehen, in dem Sinne was als allgemein vernünftig angesehen wird, Scheitern als Chance gesehen wird, bedeutet das noch lange nicht, dass das "normale" Individuum das gescheiterte Individuum anders bzw. besser beurteilt. Ähnlich dem Phänomen, dass die Mehrheit objektiv urteilend Zuwanderung unabhängig der Herkunft gut findet, wenn es aber darum geht ein au pair für die eigene Familie zu finden, lieber jemanden aus dem christlichen, westlichen Ausland hätte bzw. das eigene Kind lieber auf eine Schule mit niedrigerem Anteil von Migrantenkindern schickt. Das ist ein Ergebnis der political correctness: Es wird viel darüber geredet, was allgemein gültig sein sollte, persönlich urteilen und entscheiden die einzelnen aber doch anders.

Und um die Kurve zur Persönlichkeitsentwicklung im PU zu kriegen: Da geht es dann darum, sein Ding zu machen und nicht zu sehr darauf zu achten, was die anderen wohl denken bzw. sich von der Erziehung durch die Eltern zu emanzipieren, etwas zu wagen und das Scheitern nicht zu schwer zu nehmen. Das ist aber ein anderes Scheitern, als das in dem Video.

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Am 13.1.2019 um 12:13 , capitalcat schrieb:

Und ich denke gerade bei Menschen aus dem näheren Umfeld, Verwandschaft etc.pp. versucht man sehr stark zu unterstützen und zu helfen wo und wie es nur geht. Das ist auch gut so. Die Frage ist dann aber auch, wie lange man einem Menschen Zeit gibt um wieder hochzukommen bzw. ob es bereits ausreicht einen gewissen Antrieb bzw. einen Versuch zu sehen. Was ist wenn dieser nicht kommt? Wie lange ist man dann noch verständnisvoll und emphatisch und hält eine andauernd belastende Situation aus? Ist eine individuelle Sache. Irgendwo muss dann imho aber auch der Selbstschutz anspringen. 

Was ist denn Selbstschutz?
Wovor musst du dich beschützen, wenn du einem anderen Menschen Verständnis und Empathie schenkst?
 

Am 13.1.2019 um 12:13 , capitalcat schrieb:


Auf der andere Seite wäre es interessant zu erfahren, ob es wirklich langfristig so gut ist, wenn man ggü. allem immer nur mit Verständnis für die Situation reagiert, weil "hat ja Gründe". Also d.h. "Wie viel Unterstützung ist gut und ab wann muss die Person selbst seinen Weg gehen?"

Was meinst du mit "langfristig so gut ist"?
Gut im Bezug worauf? Gut für wen?

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