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Hallo Forum!

Da ich hier schon einige sinnvolle Beiträge in diesem Bereich gelesen habe, wollte ich nach eurer Meinung fragen.

Ich bin bald mit meinem Master in einem technischen Studium fertig und nun stellt sich für mich die Frage noch ein PhD-Studium ranzuhängen oder nicht. Zurzeit schreibe ich meine Masterarbeit bei einem Unternehmen, das mich nach dem Abschluss gleich anstellen würde. Ob das für mich das Richtige wäre, kann ich nicht sagen, weil es das erste größere Unternehmen ist, bei dem ich arbeite und ich somit keinen Vergleich habe (meine Arbeitskollegen beschweren sich ständig über die Arbeit, aber ich denke, das ist zu einem gewissen Maß normal^^). Mit dem Gedanken noch den Doktor zu machen, spiele ich seit einiger Zeit und bin recht unschlüssig. Ich denke, ich habe auf jeden Fall das Potential dazu. Oft beschäftige ich mich auch in meiner Freizeit mit Dingen aus meinem Studium. Eine Liste mit Pro und Kontra habe ich bereits für mich erstellt.

Pro:

  • Interessanter als gewöhnlicher Job
  • Bessere Weiterentwicklung
  • Bessere Karrieremöglichkeiten?
  • Mehr Freizeit oder vielleicht sogar weniger?

Kontra:

  • 3 Jahre (oder sogar länger) niedrigerer Verdienst
  • Studium evtl. deutlich stressiger als ein Job
  • 3 Jahre lang unflexibel
  • Keine Berufserfahrung in dieser Zeit
  • Überqualifikation?

Es sind ein paar Fragezeichen dabei, da ich nicht weiß, wie sich diese Punkte tatsächlich auswirken.

Alternativ könnte ich ja auch mal ein Jahr arbeiten und dann weitersehen. Weiß aber nicht, ob das nicht schon automatisch bedeuten würde, dass die Entscheidung den PhD nicht zu machen besiegelt wäre.

Nach dem Studium dauerhaft an der Uni zu bleiben, ist für mich fast ausgeschlossen.

Ich hoffe ihr könnt mir bei der Entscheidung weiterhelfen und freue mich speziell auf Antworten von Leuten, die ebenfalls vor dieser Entscheidung gestanden sind und mir sagen können warum sie sich dafür/dagegen entschieden haben und ob sie mit der Entscheidung zufrieden sind.

Liebe Grüße,

Senda

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Was genau ist das für ein technisches Studium? Die Promotionsraten und damit die Konnkurrenzsituation später am Arbeitsmarkt hängt schon sehr vom Studiengang ab. Tu mal Butter bei die Fische, bitte.

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Und reden wir über einen PhD, oder ist das eine modisch anglisierte Bezeichnung für Dr.?

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Gute Frage von Geschmunzelt.

vor 8 Stunden, Senda schrieb:

Pro:

  • Interessanter als gewöhnlicher Job warum interessanter? Du schreibst, du willst auf keinen Fall später in die Forschung. In meinen Augen widersprüchlich.
  • Bessere Weiterentwicklung Wie was warum in welche Richtung?
  • Bessere Karrieremöglichkeiten? Kommt extrem auf dein Fachgebiet an. Und darauf, wo du später hinwillst. Informiere dich mal bei Leuten, die in deinem Bereich den Weg gegangen sind. Und ist auch abhängig. Ob du nachher eine Arbeit veröffentlichst oder ob du das Ganze kumulativ machst und dann schon mal was veröffentlicht hast. Für Karrieemöglichkeiten ist es eigentlich Pflicht, das alles auf Englisch zu machen (zumindest in den mir bekannten Fachbereichen)
  • Mehr Freizeit oder vielleicht sogar weniger? Geh von deutlich weniger Freizeit aus. Promotion ist heftig und wird dich an deine Grenzen bringen, wenn du in endlicher Zeit fertig werden willst. 

Kontra:

  • 3 Jahre (oder sogar länger) niedrigerer Verdienst Bei ner klassischen Deutschen Promotion ist 3 Jahre mehr als knapp gerechnet. 3,5-5 Jahre ist realistischer.
  • Studium evtl. deutlich stressiger als ein Job ist es. Du wirst auch vermutlich jahrelang keine echten Wochenenden haben.
  • 3 Jahre lang unflexibel siehe oben. Länger
  • Keine Berufserfahrung in dieser Zeit richtig. Großes Problem, wenn du nicht in der Forschung bleiben willst. Dann eher Promotion im Unternehmen- da ist die arbeitslast aber meist noch deutlich größer. Muss man wirklich wollen.
  • Überqualifikation? Kommt auf deinen Fachbereich an und wohin du willst.

Du klingst halt für mich nach der Fraktion „ ich mach halt weiter, weil ein Titel schon geil aussieht“. Du solltest dich aber fragen, ob du dafür bereit bist 3-5 Jahre deines Lebens bei geringem Gehalt (50% E13 ist echt nicht viel) deutlich mehr als Vollzeit zu arbeiten und in jeder Hinsicht an deine Grenzen zu stoßen. Um sich dort durchzukämpfen, sollte man ein Ziel haben, für das man bereit ist lange hart zu kämpfen.

Also stellt sich vor allem die Frage: Wofür? Warum eine  Forschungsqualifikation über viele Jahre, wenn du danach eh in die Wirtschaft willst? Und dann eben ohne Erfahrung in relativ hohem Alter das erste Mal einen Job in dem Bereich suchst...

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kannst du dein Master-Thema denn zu ner Dissertation ausbauen? Oder musst du dir da was komplett neues suchen?

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Ausnahmslos jeder Mitarbeiter hat ganz viel zu Arbeiten und fühlt, dass seine Arbeit schwer und vor allem sehr wichtig ist. Das ist menschlich.

PhD stellt sich die Frage: Was nutzt es ? Höheres Gehalt, höhere Karrierestufe, andere Arbeitgeber (Prestige). So einfach können wir das nicht beantworten.

Ein Hinweis: Durch den PhD erreichst Du das höchste Endgehalt (!) 3 Jahre später. Viele schauen nur auf das Anfangsgehalt. Nein, schau auf das Endgehalt. Und überleg Dir, dass Du das 3 Jahre später erreichst. Wenn das mit PhD soviel höher ist bzw. soviel wahrscheinlicher ist, dann kannst Du ohne Probleme die Vorteilhaftigkeit errechnen. 

Ich persönlich vermute, dass Dir Dein Bauchgefühl durchaus schon sagt, was Du tun sollst. Und nun suchst Du rationale Argumente, die dafür und dagegen sprechen, um diese Bauchentscheidung zu rechtfertigen. Mein Rat an Dich wäre: Hör auf Dein Bauchgefühl, denn:

 

Du bereust selten das was Du getan hast, sondern nur das, was Du NICHT getan hast. 

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 Hi, 

ich würde das durchziehen. 3 Jahre sind gut investiert und einmalig in deinem Leben. Lieber jetzt 3 Jahre lang an deiner wissenschaftlichen Arbeit sitzen und später die Lorbeeren dafür kassieren,  als später mit Reue und Alter zurück blickend zu wissen dass du die Chance auf einen PhD Titel verpasst hast. Abgesehen davon musst du über den Tellerrand hinaus blicken und deine Überlegung in einem 5-10 Jahres Plan / Verdienst integrieren, da dir dann mit Sicherheit bessere Jobmöglichkeiten angeboten werden und auch dein finanzielles Outcome dadurch deutlich höher ausfällt. 
Viele meiner Freunde haben oder sind gerade dabei an ihrem PhD zu arbeiten und haben nach Abschluss dessen eine sofortige Anstellung in diversen großen Firmen/Banken/Öl Konzerne bekommen.  

Dir muss halt klar werden, was du in deinem Leben erreichen möchtest. Lieber jetzt eine Sofortstelle, dafür mit mittlerem/hohen Einkommen oder ein 3-jähriges PhD Studium mit niedrigem Einkommen, dafür aber später mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine sehr gut bezahlte Arbeitsstelle/höherer Dienst. Siehe dazu was @charons geschrieben hat. 

Ich habe mich auch erst vor kurzem dazu entschlossen ein PhD Studium anzufangen, da mir dadurch einfach bessere und diversere Jobmöglichkeiten angeboten werden können. 

Hoffe ich konnte dir etwas weiter helfen. 

LG
 

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Promotion ist auch Risiko. Abbruch nach 2,5 Jahren kommt nicht gut, weder bei Arbeitgebern noch beim eigenen Selbstbewusstsein.

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vor 55 Minuten, speedfreek schrieb:

Promotion ist auch Risiko. Abbruch nach 2,5 Jahren kommt nicht gut, weder bei Arbeitgebern noch beim eigenen Selbstbewusstsein.

...weswegen man sich gut anschauen sollte, was man bei wem promoviert und wie das finanziert ist. Für viele Studiengänge gibt es Graduiertenprogramme, bei denen die Promotionsdauer auf zum Beispiel 3+1 festgeschrieben ist und es auch für den Doktorvater sehr hässlich wird, wenn es in der Zeit nicht klappt.

Daher:  bewerben, möglichst mehrere AGs oder Unis anschauen (Ortswechsel kommt gut im CV) und gut hin schauen bei den Rahmenbedingungen. Qualität und Machbarkeit eines Themas kann man als Student zu Beginn leider meist nicht abschätzen. Dennoch kann man auch mal nach nem groben Projektplan fragen.

Schliesslich: wie gut und wohin ist Chefe verdrahtet? Publikationen, Drittmittel, Kollaborationen?

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Hey Senda,

ich votiere für PhD/Promotion.

Wenn Du die Möglichkeit hast, mach'. Aber zügig. In maximal 3 Jahren. Und zwar incl. Sicherheitspuffer. Ggf. auch ohne begleitenden Job, wenn es dann schneller geht.

Ein Titel kann Dir Türen (leichter) öffnen, an die Du heute noch nicht denkst, die Dir aber ohne Titel verschlossen, wenn nicht gar unsichtbar bleiben.

Arbeiten kannst Du in Deinem Leben noch lange genug. Soweit heute schon absehbar, sicherlich bis zum 70. Lebensjahr. Geld wirst Du auch mehr als genug verdienen.

Insbesondere die letzten Arbeitsjahre oder evtl. unvorhergesehen notwendige Jobwechsel in höherem Alter werden mit höherer Qualifikation "einfacher".

Viel Erfolg.

Explorer

bearbeitet von Explorer1

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Ich denke nicht, dass dir hier jemand die Frage abnehmen kann oder sollte.

 

Wie bereits gesagt, hör auf dein Bauchgefühl. Wie alt bist du?

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Ich würde definitv abraten. Früher war ein Dr. Titel auch mal ordentlich was Wert und heute ? Ich war selbst bei einer Großbank und kann aus - zugeben nur aus Erzählungen - meiner Freunde berichten, dass viele PhDs dort die selbe Arbeit machen wie sie - nur eben 3 Jahre später eingestiegen sind. Ich glaube, die Wirtschaft hat erkannt das Abschlüsse häufig einfach overhyped sind. Wenn es etwas ist, was dich wirklich voran bringt - Do It. Andernfalls nimm die Kohle und die Berufserfahrung mit.

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Ich sehe es auch so, dass das konkrete Fach und die Berufsvorstellungen immens wichtig sind. Die Informationen müsstest du uns schon mitteilen, damit man dir einen sinnvollen Ratschlag geben kann. Gerade in Führungspositionen kommt man leichter mit Doktortitel und dann ist die Position auch besser bezahlt:

https://www.welt.de/wirtschaft/karriere/bildung/article136475552/In-diesen-Branchen-zahlt-sich-ein-Doktortitel-aus.html

Braucht man nicht immer, das Thema ist entscheidend, und für das Fach Physik gibt es sogar eine kleine Abweichung:

" „Ein Physiker ohne Doktortitel hat praktisch kaum eine Chance, auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen“, sagt Unternehmensberater Kayser. "

Da du aber im technischen Bereich bist, ist das vielleicht interessant:

https://www.ingenieur.de/technik/wirtschaft/arbeitsmarkt/ingenieure-beneidenswerte-doktor-titel/

"Die Befragten sehen im „Dr.-Ing.“ ein „Karriereinstrument für Positionen in der Industrie“ und nicht nur einen schmückenden Namenszusatz auf der Visitenkarte.

Schon ein oder zwei Jahre nach der Doktorprüfung hat die Hälfte eine Führungsposition mit Personalverantwortung. Das unterscheidet die Ingenieur-Promotion von den Geistes-, Sozial- und Rechtswissenschaften, aber auch von der Betriebswirtschaft."

" Die typische Doktorarbeit entsteht in enger Zusammenarbeit mit Projekten am jeweiligen Institut. Dabei geht es laut Nagl nicht nur um die reine Wissenschaft wie in den meisten anderen Fächern, sondern auch um die heute sogenannten Softskills: Personal- und Projektführung, Präsentation, Diskussion, Verhandeln, Firmen zufriedenstellen.

Diese „Zusatzbelastungen“ in Verbindung mit der Dissertation „prädestinieren die Promovierten für Leitungsfunktionen in der Industrie“. Die doppelte Befähigung in Wissenschaft und Management führt zu relativ langen Promotionszeiten. Danach aber, für die meisten im Alter um die 33, ist der Übergang in Industrie und Wirtschaft fließend und kein Sprung ins kalte Wasser. "

Also auch wenn Titel heutzutage zunehmend unwichtiger zu werden scheinen, gilt für mich immer noch, dass eine Doktoratsausbildung im technischen Bereich Führungskräfte ausbildet.

bearbeitet von Lodan

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vor 4 Stunden, Nachtzug schrieb:

"Lassen Sie mich durch, ich bin Doktor!"

Kommt noch etwas Relevantes oder war es das mal wieder, Mendoza?

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4 hours ago, Lodan said:

 

Braucht man nicht immer, das Thema ist entscheidend, und für das Fach Physik gibt es sogar eine kleine Abweichung:

" „Ein Physiker ohne Doktortitel hat praktisch kaum eine Chance, auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen“, sagt Unternehmensberater Kayser. "

 

Als diplomierter Physiker kann ich das nicht bestätigen. Vielleicht stimmt das, wenn man in der physikalischen Forschung im Uniumfeld arbeiten will. Als Allrounder in der Wirtschaft (z.B. Finanz oder Softwarenbranche) ist das eher unnötig.

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On 2.2.2018 at 1:21 AM, botte said:

Was genau ist das für ein technisches Studium? Die Promotionsraten und damit die Konnkurrenzsituation später am Arbeitsmarkt hängt schon sehr vom Studiengang ab. Tu mal Butter bei die Fische, bitte.

Maschinenbau.

 

On 2.2.2018 at 7:13 AM, Geschmunzelt said:

Und reden wir über einen PhD, oder ist das eine modisch anglisierte Bezeichnung für Dr.?

In meinem Umfeld sagt fast jeder PhD, habe jetzt nachgesehen auf meiner Uni wird tatsächlich nicht der PhD, sondern der Dr. vergeben. Bei meinem Masterstudium ist es anders. Da kann ich zwischen Master und Dipl.-Ing. wählen.

 

On 2.2.2018 at 10:00 AM, Herzdame said:

Gute Frage von Geschmunzelt.

Du klingst halt für mich nach der Fraktion „ ich mach halt weiter, weil ein Titel schon geil aussieht“. Du solltest dich aber fragen, ob du dafür bereit bist 3-5 Jahre deines Lebens bei geringem Gehalt (50% E13 ist echt nicht viel) deutlich mehr als Vollzeit zu arbeiten und in jeder Hinsicht an deine Grenzen zu stoßen. Um sich dort durchzukämpfen, sollte man ein Ziel haben, für das man bereit ist lange hart zu kämpfen.

Also stellt sich vor allem die Frage: Wofür? Warum eine  Forschungsqualifikation über viele Jahre, wenn du danach eh in die Wirtschaft willst? Und dann eben ohne Erfahrung in relativ hohem Alter das erste Mal einen Job in dem Bereich suchst...

Ich würde mich definitiv nicht zu der Fraktion „ ich mach halt weiter, weil ein Titel schon geil aussieht“ zählen. Die aufgezählten Kontra's wären es mir definitiv nicht wert.

Das Problem mit Wirtschaft/Forschung ist, dass die Wirtschaft oft einfache Lösungen haben möchte und die Universität naturgemäß Lösungen, die sich publizieren lassen. Mir kommt oft vor, dass den Professoren der Praxisbezug fehlt, aber Leute in der Wirtschaft eher an "Pfusch"-Lösungen interessiert sind. Darum bin ich ein wenig im Zwiespalt.

On 2.2.2018 at 10:45 AM, Nachtzug said:

kannst du dein Master-Thema denn zu ner Dissertation ausbauen? Oder musst du dir da was komplett neues suchen?

Jobangebot habe ich zwar und das Thema an sich ließe sich ausbauen, aber die Firma ist nicht daran interessiert.

21 hours ago, charons said:

Du bereust selten das was Du getan hast, sondern nur das, was Du NICHT getan hast. 

Wenn das, was speedfreak schreibt, passiert dann schon. (siehe weiter unten)

21 hours ago, pMaximus said:

 Hi, 

ich würde das durchziehen. 3 Jahre sind gut investiert und einmalig in deinem Leben. Lieber jetzt 3 Jahre lang an deiner wissenschaftlichen Arbeit sitzen und später die Lorbeeren dafür kassieren,  als später mit Reue und Alter zurück blickend zu wissen dass du die Chance auf einen PhD Titel verpasst hast. Abgesehen davon musst du über den Tellerrand hinaus blicken und deine Überlegung in einem 5-10 Jahres Plan / Verdienst integrieren, da dir dann mit Sicherheit bessere Jobmöglichkeiten angeboten werden und auch dein finanzielles Outcome dadurch deutlich höher ausfällt. 
Viele meiner Freunde haben oder sind gerade dabei an ihrem PhD zu arbeiten und haben nach Abschluss dessen eine sofortige Anstellung in diversen großen Firmen/Banken/Öl Konzerne bekommen.  

Dir muss halt klar werden, was du in deinem Leben erreichen möchtest. Lieber jetzt eine Sofortstelle, dafür mit mittlerem/hohen Einkommen oder ein 3-jähriges PhD Studium mit niedrigem Einkommen, dafür aber später mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine sehr gut bezahlte Arbeitsstelle/höherer Dienst. Siehe dazu was @charons geschrieben hat. 

Ich habe mich auch erst vor kurzem dazu entschlossen ein PhD Studium anzufangen, da mir dadurch einfach bessere und diversere Jobmöglichkeiten angeboten werden können. 

Hoffe ich konnte dir etwas weiter helfen. 

LG
 

Ja, danke!

21 hours ago, speedfreek said:

Promotion ist auch Risiko. Abbruch nach 2,5 Jahren kommt nicht gut, weder bei Arbeitgebern noch beim eigenen Selbstbewusstsein.

Das ist mir auch bewusst. Ein Bekannter hat nach über 3 Jahren abgebrochen, weil er einfach nicht weitergekommen ist. Allerdings hat er da schon ein lukratives Jobangebot bekommen, was vermutlich zu der Entscheidung beigetragen haben wird.

 

20 hours ago, botte said:

...weswegen man sich gut anschauen sollte, was man bei wem promoviert und wie das finanziert ist. Für viele Studiengänge gibt es Graduiertenprogramme, bei denen die Promotionsdauer auf zum Beispiel 3+1 festgeschrieben ist und es auch für den Doktorvater sehr hässlich wird, wenn es in der Zeit nicht klappt.

 

20 hours ago, Explorer1 said:

Hey Senda,

ich votiere für PhD/Promotion.

Wenn Du die Möglichkeit hast, mach'. Aber zügig. In maximal 3 Jahren. Und zwar incl. Sicherheitspuffer. Ggf. auch ohne begleitenden Job, wenn es dann schneller geht.

Ein Titel kann Dir Türen (leichter) öffnen, an die Du heute noch nicht denkst, die Dir aber ohne Titel verschlossen, wenn nicht gar unsichtbar bleiben.

Arbeiten kannst Du in Deinem Leben noch lange genug. Soweit heute schon absehbar, sicherlich bis zum 70. Lebensjahr. Geld wirst Du auch mehr als genug verdienen.

Insbesondere die letzten Arbeitsjahre oder evtl. unvorhergesehen notwendige Jobwechsel in höherem Alter werden mit höherer Qualifikation "einfacher".

Viel Erfolg.

Explorer

Während des Studiums wäre man auf meiner Uni angestellt und hätte auch Lehrverpflichtung. Sprich es wäre bezahlt (zwar schlecht, aber immerhin).

 

19 hours ago, Lelleck said:

Ich denke nicht, dass dir hier jemand die Frage abnehmen kann oder sollte.

 

Wie bereits gesagt, hör auf dein Bauchgefühl. Wie alt bist du?

Vor kurzem 25 geworden.

16 hours ago, TriiaZ said:

Ich würde definitv abraten. Früher war ein Dr. Titel auch mal ordentlich was Wert und heute ? Ich war selbst bei einer Großbank und kann aus - zugeben nur aus Erzählungen - meiner Freunde berichten, dass viele PhDs dort die selbe Arbeit machen wie sie - nur eben 3 Jahre später eingestiegen sind. Ich glaube, die Wirtschaft hat erkannt das Abschlüsse häufig einfach overhyped sind. Wenn es etwas ist, was dich wirklich voran bringt - Do It. Andernfalls nimm die Kohle und die Berufserfahrung mit.

Ich nehme an, dass es im Finanzbereich anders aussieht als in der Technik. In meiner Firma ist es gemischt, was für Leute in den Führungsebenen sind. Ich denke, aber es sind überproportional viele mit Dr.-Grad dort.

 

16 hours ago, Lodan said:

Ich sehe es auch so, dass das konkrete Fach und die Berufsvorstellungen immens wichtig sind. Die Informationen müsstest du uns schon mitteilen, damit man dir einen sinnvollen Ratschlag geben kann. Gerade in Führungspositionen kommt man leichter mit Doktortitel und dann ist die Position auch besser bezahlt:

https://www.welt.de/wirtschaft/karriere/bildung/article136475552/In-diesen-Branchen-zahlt-sich-ein-Doktortitel-aus.html

Braucht man nicht immer, das Thema ist entscheidend, und für das Fach Physik gibt es sogar eine kleine Abweichung:

" „Ein Physiker ohne Doktortitel hat praktisch kaum eine Chance, auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen“, sagt Unternehmensberater Kayser. "

Da du aber im technischen Bereich bist, ist das vielleicht interessant:

https://www.ingenieur.de/technik/wirtschaft/arbeitsmarkt/ingenieure-beneidenswerte-doktor-titel/

"Die Befragten sehen im „Dr.-Ing.“ ein „Karriereinstrument für Positionen in der Industrie“ und nicht nur einen schmückenden Namenszusatz auf der Visitenkarte.

Schon ein oder zwei Jahre nach der Doktorprüfung hat die Hälfte eine Führungsposition mit Personalverantwortung. Das unterscheidet die Ingenieur-Promotion von den Geistes-, Sozial- und Rechtswissenschaften, aber auch von der Betriebswirtschaft."

" Die typische Doktorarbeit entsteht in enger Zusammenarbeit mit Projekten am jeweiligen Institut. Dabei geht es laut Nagl nicht nur um die reine Wissenschaft wie in den meisten anderen Fächern, sondern auch um die heute sogenannten Softskills: Personal- und Projektführung, Präsentation, Diskussion, Verhandeln, Firmen zufriedenstellen.

Diese „Zusatzbelastungen“ in Verbindung mit der Dissertation „prädestinieren die Promovierten für Leitungsfunktionen in der Industrie“. Die doppelte Befähigung in Wissenschaft und Management führt zu relativ langen Promotionszeiten. Danach aber, für die meisten im Alter um die 33, ist der Übergang in Industrie und Wirtschaft fließend und kein Sprung ins kalte Wasser. "

Also auch wenn Titel heutzutage zunehmend unwichtiger zu werden scheinen, gilt für mich immer noch, dass eine Doktoratsausbildung im technischen Bereich Führungskräfte ausbildet.

Danke für die Artikel. Dass die meisten Ärzte promoviert haben, stimmt aber nicht?

 

Was hält ihr von der Idee erstmal ein Jahr zu arbeiten?

 

Danke für alle Antworten!

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vor 10 Minuten, Senda schrieb:

Was hält ihr von der Idee erstmal ein Jahr zu arbeiten?

Also ich stand / stehe auch gerade vor einer ähnlichen Entscheidung (aber anderer Fachbereich).

Was ich an der Lösung problematisch fand: Wie wahrscheinlich ist es, dass du nach einem Jahr mit vollem Gehalt, an das du dich dann schon gewöhnt hast, du wirklich nochmal Lust hast für mehrere Jahre mit einem super geringen Gehalt zu leben? Also das sind ja mal eben mindestens tausend Euro pro Monat Netto, die dir dann "fehlen".

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Noch eine Perspektive:

Später im Job ist es auch entscheidend, welche Art der Tätigkeit du anstrebst. Nach meiner bisherigen Erfahrung lässt es sich mit Dr. schnell durchstarten, wenn man gut ist. Das hat aber drei Komponenten: Fachlich, Sozial und Politisch

Meistens sind die frischen mit Dr. fachlich von natur aus stark und kommen in dem Bereich sehr schnell vorwärts. Soziale und politische Stärke korrelieren damit nicht.

Je höher du willst, desto wichtiger werden diese Bereiche jedoch. Ziehst du in allen drei Bereiche über 15 Jahre stringent an, gibt dir der Dr. mehr Chancen und ermöglicht dir einen besseren Start um direkt glänzen zu können. Dafür bekommt man aber nur begrenzt Zeit. Fehlen die Skills in 1-2 Bereichen auch nach 2-3 Jahren in hohem Maße, ist dort Ende. Dagegen muss man sich ohne den Dr. tendenziell eher erstmal durchsetzen. Schaffst du das in den 3+1 Jahren, ist es anschließend vollkommen egal, ob du den Titel hast oder nicht.

Daher gibt's 3 wichtige Aspekte bei der Entscheidung, in meinen Augen: Welche Einstiegschancen kannst du ohne Dr. erreichen, wie gut schätzt du dich in sozialem und politisch ein und wo willst du überhaupt hin? Das meint auch durchaus langfristig. Je nach Typ Mensch und Branche ist da einfach irgendwann Ende, gerade was die politischen Fähigkeiten angeht.

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vor 52 Minuten, Senda schrieb:

Das Problem mit Wirtschaft/Forschung ist, dass die Wirtschaft oft einfache Lösungen haben möchte und die Universität naturgemäß Lösungen, die sich publizieren lassen. Mir kommt oft vor, dass den Professoren der Praxisbezug fehlt, aber Leute in der Wirtschaft eher an "Pfusch"-Lösungen interessiert sind.

Die Praxis ist in aller Regel nicht an "Pfusch" interessiert, sondern an einem Produkt, nach dessen Verkauf ein finanzieller Überschuss entsteht. Und das bedingt notwendigerweise, dass "Lösung" nicht durch "intellektuell möglichst kompliziert" definiert wird, sondern durch "so viel wie nötig, so wenig wie möglich". Das abzuwerten zeigt zweierlei: Erstens wenig Überblick in grundlegenden erkenntnistheoretisch-philosophischen Fragen. Es gibt Gegenden auf der Welt, da ist Schlichtheit das Ziel. Was übrigens außerordentlich schwer zu erreichen ist, wenn man sich erst einmal damit beschäftigt. Zweitens zeigt eine solche Sichtweise mangelndes Verständnis von Wissenschaft, denn auch deren Zweck ist nicht Kompliziertheit, sondern Erkenntnis. Auch dabei gilt typischerweise das Prinzip, dass die schlichte Lösung Vorrang hat.

Ich meine das nicht so scharf, wie es vielleicht klingt. Ich möchte Dich anstoßen, den Gegensatz als nur vermeintlich zu erkennen, der Dich bremst. Zu Deiner Frage: Wenn Du Lust drauf hast oder Dich in zehn Jahren womöglich fragst, wie es gewesen wäre, dann mach es. Dr.-Ing. hört sich gut an (schreibt man den in Österreich eigentlich auch mit Bindestrich?).

bearbeitet von Geschmunzelt
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Hi Senda,

ich stand damals vor der gleichen Entscheidung, Promotion oder Wirtschaft. Entschieden habe ich mich für die Wirtschaft und arbeite jetzt in einem internationalem DAX-Unternehmen. Und doch, der Wunsch nach einer Dissertatiion ist nach wie vor vorhanden. Ich kann dir aber auch sagen, dass die Doktoren in unserem Unternehmen nicht mehr verdeinen als nicht-Doktoren und keine besseren Karrierechancen haben. Bei der Beförderung in diesem Jahr sind bei uns im Unternehmen einige Doktoren nicht befödert wurden, was diese natürlich frustriert. Denn, wie jemand hier schrieb, brauchen Unternehmen vor allem auch sozial kompetente Führungskräft, die Menschen unterschiedlicher Coleur führen können. Und da kann ich dir aus Erfahrung sagen, Führung bringt dich an deine Grenzen, da hilft ein Doktortitel nicht weiter, sondern Erfahrungen und viel Reflektion.

Ich nehme in deiner Pro- und Kontra-Aufzählung sehr stark den Wunsch nach Prestige wahr. Aus meiner Sicht sollte jemand, der eine Dissertation schreiben will, für das Thema brennen, Leidenschaft haben, interessiert sein, also des Wissens wegen eine Dissertation verfassen, im Sinne von Max Weber. Ansonsten wird meiner Erfahrung nach keine wirkliche Freude aufkommen. Hast du schon eine Forschungsfrage formulieren können, die dich interessiert? Letzlich wird dir niemand die Entscheidung abnehmen können, ob Dissertation oder Wirtschaft. Eine Dissertation kannst du übrigens auch mit 55 verfassen (macht ein Arbeitskollege), auch ich gucke mich immer wieder um, ob ich eine für mich interessante Forschungsfrage entdecke und könnte als Angestellter entweder in Kooperation mit dem Unternehmen eine Dissertation verfassen oder ohne. Die Tür zu einer Dissertation wird niemals verschlossen sein, wichtig ist, den Kontakt zu Universitäten zu halten.

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4 hours ago, Herzdame said:

Also ich stand / stehe auch gerade vor einer ähnlichen Entscheidung (aber anderer Fachbereich).

Was ich an der Lösung problematisch fand: Wie wahrscheinlich ist es, dass du nach einem Jahr mit vollem Gehalt, an das du dich dann schon gewöhnt hast, du wirklich nochmal Lust hast für mehrere Jahre mit einem super geringen Gehalt zu leben? Also das sind ja mal eben mindestens tausend Euro pro Monat Netto, die dir dann "fehlen".

Also nehme ich an, du hast dich dagegen entschieden. Warum?

Ja, das ist auch meine Befürchtung. Aber ich glaube eine kleine "Auszeit" vom Studieren, würde mir helfen mich besser zu entscheiden und könnte mir eine bessere Meinung zu dem Thema bilden. Ich sehe ja, dass hier im Forum die Meinungen weit auseinander gehen.

4 hours ago, MrMaker said:

Noch eine Perspektive:

Später im Job ist es auch entscheidend, welche Art der Tätigkeit du anstrebst. Nach meiner bisherigen Erfahrung lässt es sich mit Dr. schnell durchstarten, wenn man gut ist. Das hat aber drei Komponenten: Fachlich, Sozial und Politisch

Meistens sind die frischen mit Dr. fachlich von natur aus stark und kommen in dem Bereich sehr schnell vorwärts. Soziale und politische Stärke korrelieren damit nicht.

Je höher du willst, desto wichtiger werden diese Bereiche jedoch. Ziehst du in allen drei Bereiche über 15 Jahre stringent an, gibt dir der Dr. mehr Chancen und ermöglicht dir einen besseren Start um direkt glänzen zu können. Dafür bekommt man aber nur begrenzt Zeit. Fehlen die Skills in 1-2 Bereichen auch nach 2-3 Jahren in hohem Maße, ist dort Ende. Dagegen muss man sich ohne den Dr. tendenziell eher erstmal durchsetzen. Schaffst du das in den 3+1 Jahren, ist es anschließend vollkommen egal, ob du den Titel hast oder nicht.

Daher gibt's 3 wichtige Aspekte bei der Entscheidung, in meinen Augen: Welche Einstiegschancen kannst du ohne Dr. erreichen, wie gut schätzt du dich in sozialem und politisch ein und wo willst du überhaupt hin? Das meint auch durchaus langfristig. Je nach Typ Mensch und Branche ist da einfach irgendwann Ende, gerade was die politischen Fähigkeiten angeht.

Was meinst du mit politischen Fähigkeiten? Meine soziale Kompetenz schätze ich als gut ein. Entweder Abteilungsleiter in einem größeren Unternehmen oder eine leitende Position in einem kleineren Unternehmen, vielleicht auch Selbstständigkeit (ich weiß in dem Fall sind die drei Jahre vermutlich im Aufbau eines Unternehmens besser investiert).

3 hours ago, Geschmunzelt said:

Die Praxis ist in aller Regel nicht an "Pfusch" interessiert, sondern an einem Produkt, nach dessen Verkauf ein finanzieller Überschuss entsteht. Und das bedingt notwendigerweise, dass "Lösung" nicht durch "intellektuell möglichst kompliziert" definiert wird, sondern durch "so viel wie nötig, so wenig wie möglich". Das abzuwerten zeigt zweierlei: Erstens wenig Überblick in grundlegenden erkenntnistheoretisch-philosophischen Fragen. Es gibt Gegenden auf der Welt, da ist Schlichtheit das Ziel. Was übrigens außerordentlich schwer zu erreichen ist, wenn man sich erst einmal damit beschäftigt. Zweitens zeigt eine solche Sichtweise mangelndes Verständnis von Wissenschaft, denn auch deren Zweck ist nicht Kompliziertheit, sondern Erkenntnis. Auch dabei gilt typischerweise das Prinzip, dass die schlichte Lösung Vorrang hat.

Ich meine das nicht so scharf, wie es vielleicht klingt. Ich möchte Dich anstoßen, den Gegensatz als nur vermeintlich zu erkennen, der Dich bremst. Zu Deiner Frage: Wenn Du Lust drauf hast oder Dich in zehn Jahren womöglich fragst, wie es gewesen wäre, dann mach es. Dr.-Ing. hört sich gut an (schreibt man den in Österreich eigentlich auch mit Bindestrich?).

Ich habe mich schlecht ausgedrückt, wenn ich meinen Post nochmal lese. "Pfusch" ist komplett übertrieben. In Unternehmen arbeitet man lösungsorientiert, allerdings kann man mit ein bisschen mehr Arbeitszeit oft eine deutlich bessere Performance erreichen, aber viele machen das einfach nicht. Am liebsten wäre mir da "die goldene Mitte" von der Art wie Wirtschaft und Universität Probleme lösen.

Auf meiner Uni wird der „Dr.techn“ verliehen.

2 hours ago, TribbleDown said:

Hi Senda,

ich stand damals vor der gleichen Entscheidung, Promotion oder Wirtschaft. Entschieden habe ich mich für die Wirtschaft und arbeite jetzt in einem internationalem DAX-Unternehmen. Und doch, der Wunsch nach einer Dissertatiion ist nach wie vor vorhanden. Ich kann dir aber auch sagen, dass die Doktoren in unserem Unternehmen nicht mehr verdeinen als nicht-Doktoren und keine besseren Karrierechancen haben. Bei der Beförderung in diesem Jahr sind bei uns im Unternehmen einige Doktoren nicht befödert wurden, was diese natürlich frustriert. Denn, wie jemand hier schrieb, brauchen Unternehmen vor allem auch sozial kompetente Führungskräft, die Menschen unterschiedlicher Coleur führen können. Und da kann ich dir aus Erfahrung sagen, Führung bringt dich an deine Grenzen, da hilft ein Doktortitel nicht weiter, sondern Erfahrungen und viel Reflektion.

Ich nehme in deiner Pro- und Kontra-Aufzählung sehr stark den Wunsch nach Prestige wahr. Aus meiner Sicht sollte jemand, der eine Dissertation schreiben will, für das Thema brennen, Leidenschaft haben, interessiert sein, also des Wissens wegen eine Dissertation verfassen, im Sinne von Max Weber. Ansonsten wird meiner Erfahrung nach keine wirkliche Freude aufkommen. Hast du schon eine Forschungsfrage formulieren können, die dich interessiert? Letzlich wird dir niemand die Entscheidung abnehmen können, ob Dissertation oder Wirtschaft. Eine Dissertation kannst du übrigens auch mit 55 verfassen (macht ein Arbeitskollege), auch ich gucke mich immer wieder um, ob ich eine für mich interessante Forschungsfrage entdecke und könnte als Angestellter entweder in Kooperation mit dem Unternehmen eine Dissertation verfassen oder ohne. Die Tür zu einer Dissertation wird niemals verschlossen sein, wichtig ist, den Kontakt zu Universitäten zu halten.

Wie kommst du auf meinen Wunsch nach Prestige? Ich habe es nicht explizit erwähnt. Natürlich spielt das auch eine Rolle, aber es soll keinen Einfluss auf meine Entscheidung haben, darum ist es nicht in der Liste.

Auf meinem Institut ist es so, dass man aus verschiedenen Themen wählen kann, die soweit ich weiß, fast alle mit der Privatwirtschaft kooperieren.

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Meiner Erfahrung nach, werden Abschlüsse immer weniger wert. Ich glaube, wenn du einen Master hast und Berufserfahrung, dann spielt es keine Rolle ob Doktor oder nicht.

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vor 16 Minuten, Senda schrieb:

Also nehme ich an, du hast dich dagegen entschieden. Warum?

Meine Tendenz ist gerade sehr stark nein. In meinem Fachbereich wird es mir kaum Vorteile bringen, solange ich nicht irgendwann eine Professur anstrebe. In der Wissenschaft bleiben ist bei befristeten Stellen, die sich über Jahrzehnte aneinander reihen würde auch keine Option. Hätte ich Lust drauf, aber ich möchte nicht alle 2 Jahre umziehen müssen zum nächsten Job.

Für mich ist der Gedanke: ja, ich kann das und würde das defintiv schaffen. Aber ich bin nicht bereit, für "Ach wäre schon schön" + unklarem späteren Nutzen die nächsten 3-5 Jahre nur für die Arbeit zu leben - bei minimalem Gehalt. Denn ich habe genug Doktoranden in meinem Umfeld, die gerade fertig werden oder inzwischen fertig sind. Und das Endergebnis ist immer wieder, dass man weit mehr als die 40 Stunden pro Woche investiert. Oder halt nicht in endlicher Zeit fertig wird. Ich habe bei unterschiedlichsten Leute gesehen, wie sehr das auch die Beziehung belastet und auf die Probe stellt. Es ist halt nicht "mal eben ein Studium", sondern ein Test, der dich über Jahre an deine Belastungsgrenze führt. Es ist einfach ne harte Zeit. Und da sollte man schon sehr genau wissen, wofür man das macht.

Den Plan aufzugeben ist für jemanden, der immer im Schule und Studium das Maximum und noch 3 Kurse mehr gemacht hat, gar nicht so leicht. Aber für mich ist es das gerade nicht wert.

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Promotionszeit war doch geil. Tot gemacht habe ich mich nicht. So'n bissl wie verlängertes Studium. Schon deshalb hat es sich schon gelohnt. 

Schaden tut Bildung nie. Was man hat, hat man. Mach es doch einfach für dich. Wenn du Lust auf ein Thema hast dann ran. Selbst wenn es dir finanziell nichts bringt schadet es nicht.  Mir hat der Dr. nichts gebracht.  Nur Spass. Wobei man bei Krediten oder der Wohnungssuche schon Vorteile hat. Man sollte es nicht nur wegen der Karriere machen.

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