Herzdame: BDSM und ausgefallener Sex
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143 Beiträge in diesem Thema

Klingt nach so Strommassage, wo man so Saugknöpfe draufmacht und die Muskeln kontrahieren. Kribbelt etwas aber ist nicht unangenehm.

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vor 1 Minute, SimoneB schrieb:

Klingt nach so Strommassage, wo man so Saugknöpfe draufmacht und die Muskeln kontrahieren. Kribbelt etwas aber ist nicht unangenehm.

Genau, das macht TENS. Und wenn man das weit genug aufdreht, dann tuts auch irgendwann weh. Kann man aber auch zur Stimulation verwenden und Menschen damit zum Orgasmus bringen.

Ich würde die erste Stufe des E-Halsbandes als "prickeln" beschreiben. Geht dann - je nach Modell und Willenskraft des Opfers - auch bis "liegt auf dem Boden und krümmt sich vor Schmerz". Wobei die Impulse des Halsbandes nur sehr kurz sind (<1 Sekunde). Aber das reicht halt völlig aus.

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Ich habe mal eine Frage, was meist du, ist Dominanz eine typisch Männliche Sache? Ich würde schon sagen, dass Es in einer Gausskurve eine Verteilung gibt, die eher zu denn Männern tendiert. Denkst du das hat mir den Testosteron zu tun. Mich bringt das weiter zum Thema Eskalation. Ich habe mir mal die mühe gemacht, mir die Chatprotokolle von Gays anzuschauen. Da gibt es kaum Eskalation. Es geht sofort zur Sache. Frauen scheine es zu lieben Nein sagen zu können aber der Mann macht weiter weil er erkennt, was die Frau wirklich sagt. Aber es gibt ja auch Männer die darauf stehen wenn sei laut Nein und Ahhh sagen können aber die Herrin weiter macht. Stehen diese dinge in einer Verbindung. Sind Männer die auf Dominanz stehen, grundsätzlich "Weiblich" veranlagt? Und sind Frauen die Dominant sind männlich veranlagt. Nach Yin und Yan sind ja immer beide Anteile in dem ganzen? Hast du dazu eine Idee?

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Puh, es ist gerade super schwer auf deinen Beitrag zu antworten, weil du wahnsinnig viele Dinge vermischst, die nichts miteinander zu tun haben.

Ich versuche mal das zu zerlegen.

Wichtig hierbei: Es geht ums Machtgefälle in Bezug auf die Sexualität. Das hat NIX mit dem Auftreten im "normalen Leben" zu tun. Zudem fallen aus meiner Betrachtung alle nicht-BDSMler raus, die einfach gar kein Machtgefälle im Bett haben. Es bezieht sich also nicht auf

vor 50 Minuten, Heibo1 schrieb:

Ich habe mal eine Frage, was meist du, ist Dominanz eine typisch Männliche Sache? Ich würde schon sagen, dass Es in einer Gausskurve eine Verteilung gibt, die eher zu denn Männern tendiert

Meiner Erfahrung nach trägt der Großteil der Männer sowohl eine dominante als auch eine devote Seite in sich. Sie sind also im Grund genommen Switcher. Sie bekommen aber oft nicht die Möglichkeit ihre devote Seite auszuleben und werden auch von Gesellschaftlichem Druck und dem eigenen Bild von Männlichkeit davon abgehalten. Die meisten Switcher treten also als "rein dominant" auf.

Dann gibt es natürlich auch eine Gruppe von rein dominanten Männern und eine Gruppe von rein submissiven Männern.

Ich würde jetzt mal raten in der BDSM-Szene "können" 90% der Männer dominant sein und 75% leben primär diese Seite aus.

Viele der Frauen sind submissiv. Sehr viele. Und die meisten können sich nicht mal ansatzweise vorstellen dominant zu sein. Hoch gegriffen sind vielleicht 10%, die Spaß am Dom sein haben.

Und wenn du dir die Verteilung anguckst, gibt es natürlich sehr viel mehr dominante Männer als dominante Frauen.

vor einer Stunde, Heibo1 schrieb:

Denkst du das hat mir den Testosteron zu tun.

Nein, absolut nicht.

Ich sehe die Ursachen viel mehr in Persönlichkeitsstrukturen. Lydia Benecke hat in einer Studie sehr schön gezeigt, dass in unterschiedlichen Rollenbildern im BDSM unterschiedliche Persönlichkeiten vorherrschen.

Bei der Verteilung von Männern und Frauen vermute ich auch einen sehr starken Einfluss von Erziehung und Gesellschaftsnormen. Zeigt sich eben, indem Männer sich nicht trauen ihre submissive Seite auszuleben. Zeigt sich aber auch in vielen Studien, die belegen, dass Frauen weniger verdienen, weil sie bei Gehaltsverhandlungen viel zu zaghaft sind.
Frauen wird halt von klein auf beigebracht sich um andere zu kümmern. Die eigenen Bedürfnisse eher hinten anzustellen. Und das ist eben genau das Gegenteil von Dominanz und ein riesiger Stolperstein. Die erste Zeit sind die Frauen nur damit beschäftigt diese Erziehung abzulegen und zu üben egoistisch zu sein und die eigenen Bedürfnisse zu spüren und einzufordern. Frauen kämpfen da immer gegen ein "das macht man nicht, erst kommen die Bedürfnisse der anderen". Ein Mann, der seine Bedürfnisse vertritt, der bekommt gesellschaftlich hingegen Anerkennung.

vor einer Stunde, Heibo1 schrieb:

Ich habe mir mal die mühe gemacht, mir die Chatprotokolle von Gays anzuschauen. Da gibt es kaum Eskalation. Es geht sofort zur Sache.

A) Onlinegame ist auch bei Heteros häufig extrem zielgerichtet.

B) Es gibt bei Gays sehr sehr sehr viel mehr casual Sex. (Thema "auf ner öffentlichen Toilette spontan Blowjobs an Fremde verteilen"). Männer suchen halt oft auch nur sexuelle Befriedigung, bei Frauen spielt tendenziell Bindung und Miteinander schon immer eine Rolle.

C) Es ist ne völlig andere Kultur mit völlig anderen Regeln.

-> Daraus kannst du nix sinnvolles ableiten.

vor einer Stunde, Heibo1 schrieb:

Sind Männer die auf Dominanz stehen, grundsätzlich "Weiblich" veranlagt? Und sind Frauen die Dominant sind männlich veranlagt.

Nein, überhaupt nicht. Hat nix miteinander zu tun. Gibt viele super weibliche Femdoms, die Richtung Lady oder Femme Fatale ihr Rollenbild sehen. Und es gibt genauso viele Malesubs, die alles erfüllen, was Pickup als Alpha beschreibt - und trotzdem ziehen sie Lust daraus sich auch mal aus der Verantwortung rauszunehmen.

vor einer Stunde, Heibo1 schrieb:

Frauen scheine es zu lieben Nein sagen zu können aber der Mann macht weiter weil er erkennt, was die Frau wirklich sagt. Aber es gibt ja auch Männer die darauf stehen wenn sei laut Nein und Ahhh sagen können aber die Herrin weiter macht.

Du bist da gedanklich extrem auf dem benutzt werden / gewungen werden -Pfad. Das ist aber  nur ein winziger Teil von BDSM und etwas, was längst nicht alle in ihrem Sexleben haben möchten. Man kann problemlos Machtgefälle haben ohne dass so eine Situation jemals auftritt.

 

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On ‎03‎.‎11‎.‎2017 at 10:50 AM, Herzdame said:

Puh, es ist gerade super schwer auf deinen Beitrag zu antworten, weil du wahnsinnig viele Dinge vermischst, die nichts miteinander zu tun haben.

Ich versuche mal das zu zerlegen.

Wichtig hierbei: Es geht ums Machtgefälle in Bezug auf die Sexualität. Das hat NIX mit dem Auftreten im "normalen Leben" zu tun. Zudem fallen aus meiner Betrachtung alle nicht-BDSMler raus, die einfach gar kein Machtgefälle im Bett haben. Es bezieht sich also nicht auf

Meiner Erfahrung nach trägt der Großteil der Männer sowohl eine dominante als auch eine devote Seite in sich. Sie sind also im Grund genommen Switcher. Sie bekommen aber oft nicht die Möglichkeit ihre devote Seite auszuleben und werden auch von Gesellschaftlichem Druck und dem eigenen Bild von Männlichkeit davon abgehalten. Die meisten Switcher treten also als "rein dominant" auf.

Dann gibt es natürlich auch eine Gruppe von rein dominanten Männern und eine Gruppe von rein submissiven Männern.

Ich würde jetzt mal raten in der BDSM-Szene "können" 90% der Männer dominant sein und 75% leben primär diese Seite aus.

Viele der Frauen sind submissiv. Sehr viele. Und die meisten können sich nicht mal ansatzweise vorstellen dominant zu sein. Hoch gegriffen sind vielleicht 10%, die Spaß am Dom sein haben.

Und wenn du dir die Verteilung anguckst, gibt es natürlich sehr viel mehr dominante Männer als dominante Frauen.

Nein, absolut nicht.

Ich sehe die Ursachen viel mehr in Persönlichkeitsstrukturen. Lydia Benecke hat in einer Studie sehr schön gezeigt, dass in unterschiedlichen Rollenbildern im BDSM unterschiedliche Persönlichkeiten vorherrschen.

Bei der Verteilung von Männern und Frauen vermute ich auch einen sehr starken Einfluss von Erziehung und Gesellschaftsnormen. Zeigt sich eben, indem Männer sich nicht trauen ihre submissive Seite auszuleben. Zeigt sich aber auch in vielen Studien, die belegen, dass Frauen weniger verdienen, weil sie bei Gehaltsverhandlungen viel zu zaghaft sind.
Frauen wird halt von klein auf beigebracht sich um andere zu kümmern. Die eigenen Bedürfnisse eher hinten anzustellen. Und das ist eben genau das Gegenteil von Dominanz und ein riesiger Stolperstein. Die erste Zeit sind die Frauen nur damit beschäftigt diese Erziehung abzulegen und zu üben egoistisch zu sein und die eigenen Bedürfnisse zu spüren und einzufordern. Frauen kämpfen da immer gegen ein "das macht man nicht, erst kommen die Bedürfnisse der anderen". Ein Mann, der seine Bedürfnisse vertritt, der bekommt gesellschaftlich hingegen Anerkennung.

A) Onlinegame ist auch bei Heteros häufig extrem zielgerichtet.

B) Es gibt bei Gays sehr sehr sehr viel mehr casual Sex. (Thema "auf ner öffentlichen Toilette spontan Blowjobs an Fremde verteilen"). Männer suchen halt oft auch nur sexuelle Befriedigung, bei Frauen spielt tendenziell Bindung und Miteinander schon immer eine Rolle.

C) Es ist ne völlig andere Kultur mit völlig anderen Regeln.

-> Daraus kannst du nix sinnvolles ableiten.

Nein, überhaupt nicht. Hat nix miteinander zu tun. Gibt viele super weibliche Femdoms, die Richtung Lady oder Femme Fatale ihr Rollenbild sehen. Und es gibt genauso viele Malesubs, die alles erfüllen, was Pickup als Alpha beschreibt - und trotzdem ziehen sie Lust daraus sich auch mal aus der Verantwortung rauszunehmen.

Du bist da gedanklich extrem auf dem benutzt werden / gewungen werden -Pfad. Das ist aber  nur ein winziger Teil von BDSM und etwas, was längst nicht alle in ihrem Sexleben haben möchten. Man kann problemlos Machtgefälle haben ohne dass so eine Situation jemals auftritt.

 

Hey Herzdame, das WE ist zu ende und ich kann wieder auf der Arbeit wichtige Dinge erledigen. Also hier schreiben..... ;-)

Super Beitrag. Das mit dem Machtgefälle hatte ich so nicht im meinem Kopf. Jetzt wo ich das gelesen habe was du geschrieben hast, kann ich das für mich erst mal richtig einordnen. Wenn ich mir das so zu Gemühte führe was du geschrieben hast, so gibt es aber eine Machtgefälle in fast jeder Beziehung. Mir hat mal jemand gesagt, es gibt kaum eine Beziehung in der nicht immer eine dem anderen hinter her rennt.

Ich bleibe aber Gedanklich immer bei diesem "Nein" stecken. Man liest es ja hier im Forum sehr oft und ich habe es auch schon erlebt, dass Frauen "Nein" sagen aber dann trotzdem Küssen und Sex haben. vom Körper her sagen Sie "ja" aber nicht mir der Stimme.

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vor 5 Stunden, Heibo1 schrieb:

Wenn ich mir das so zu Gemühte führe was du geschrieben hast, so gibt es aber eine Machtgefälle in fast jeder Beziehung. Mir hat mal jemand gesagt, es gibt kaum eine Beziehung in der nicht immer eine dem anderen hinter her rennt.

Das glaube ich durchaus.

Im BDSM führt das Machtgefälle aber zu sexueller Erregung und wird bewusst von beiden Parteien gewählt und immer wieder reflektiert und besprochen. Das ist schon etwas völlig anderes als ein Beta, der sich aus Angst von seine Frau ausnutzen lässt. Deshalb wäre ich da mehr als vorsichtig diese Dynamiken zu vergleichen oder gar Schlüsse von einem auf das andere zu ziehen.

vor 5 Stunden, Heibo1 schrieb:

Ich bleibe aber Gedanklich immer bei diesem "Nein" stecken. Man liest es ja hier im Forum sehr oft und ich habe es auch schon erlebt, dass Frauen "Nein" sagen aber dann trotzdem Küssen und Sex haben. vom Körper her sagen Sie "ja" aber nicht mir der Stimme.

Gibt es bestimmt, da bist du aber bei mir an der falschen Adresse, da kann ich dir wirklich nichts sinnvolles zu sagen.

  • Ich bin eben nicht die "normale" Frau von der du da redest und
  • Ich bin erst Recht kein Mann, der solche Frauen verführt und damit Erfahrung hät

Heißt: Ich habe so eine Situation och niemals erlebt und kenne sie nur aus Erzählungen.

Ich denke du wärst mit dieser Frage im Allgemeinen Bereich oder in anderen Experten-Threads besser aufgehoben :)

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Liebe Herzdame,

es ist schön, dass du dir hier deine wertvolle Zeit nimmst um andere Interessenten oder Einsteiger in dem Thema BDSM auf zu klären.

Da du sehr erfahren scheinst, wollte ich mir von dir ein paar Anregungen holen für das Sex-Leben mit meiner LTR. 

Sie ist erst 17, ich 18, also beide noch in einem sehr jungen Alter. Sie hat deutlich mehr Erfahrung im Bett, ist aber sehr zufrieden mit mir laut ihrer Aussage.

Und zwar steht sie auf härtere Ohrfeigen, starkes Würgen und Spanking, welches ich auch alles für mich entdeckt habe und die Rolle des dominanteren Parts sehr gerne auslebe beim Sex.

Meine erste Frage wäre bezüglich Dirty Talk, ich bin mir da noch relativ unsicher, wenn von ihr sowas kommt wie "Schlag mich", "Bestraf mich", dann gibt das mir einen enormen sexuellen Kick, doch selber finde ich nicht die richtigen Worte. Hättest du da paar Anregungen?
 

 

Letztens hat sie mir geschrieben:

"Ich will mich unterwerfen und alles machen was du sagst du sollst mich bestrafen mich schlagen und würgen bis ich nichtmehr kann behandel mich wie deine sklavin"

Diese Rolle einzunehmen gefällt mir nicht nur gedanklich sondern auch praktisch sehr gut.

Außerdem steht sie auf Fesseln, was wir auch öfters praktizieren mit Kabelbindern oder Hanfseilen. Gerne verbinde ich ihr auch die Augen und fessle sie, dass ich sie sozusagen überraschen kann.

Fallen dir noch ein paar Anregungen zu neuen Ideen ein, was ich noch ausprobieren könnte mit ihr?
Beziehungsweise welche Befehle ich ihr geben könnte beim sex. Vielleicht hast du da besondere Vorlieben, die du mit mir teilen möchtest :)

Hochachtungsvoll,

Cripsy

bearbeitet von Cripsy

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Ein neuer Post für eine neue Frage, auch wenn das wohl etwas kontrovers zu den Board-Regeln ist, würde ich das lieber trennen.

 

Ich würde gerne wissen, wie du über die außerbettliche Beziehung (Patent für das Wort ist angemeldet 🙏) denkst, also wie ist der Umgang für dich in einer Beziehung ist.

Bis her trenne ich Sex und Beziehungsleben weitestgehend, obwohl ich auch normal etwas dominant bin, da ich mir nicht sicher bin, ob ich auch in der Beziehung den dominanten Part leben soll.

Es gibt sicher viele Frauen die stehen auch auf sowas, aber gehört das noch zu fallen lassen wie beim BDSM und fängt hier schon eine Persönlichkeitsstörung der Frau/des Mannes an?

Wenn nein, wie weit geht Dominanz für dich in einer Beziehung und woran merke ich wie weit ich gehen kann?
 

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Hallo Cripsy,

ich versuche mich mal an deinen Fragen.

Grundsatzproblem in deinem Fall: Deine Partnerin ist 17. Sie ist minderjährig.
BDSM beruht darauf, dass der passive Part in Praktiken - speziell in Körperverletzung - einwilligt. Das kann sie mit 17 noch nicht.

Heißt: Sollte sie jemals auf den Gedanken kommen, dass sie etwas doch nicht so wollte und dich anzeigen, dann bist du dran.
Sollte jemals irgendwas schiefgehen - bist du dran.
Sollten ihre Eltern dich anzeigen - bist du dran.

Deshalb kann ich nur raten: Kein BDSM mit Minderjährigen (speziell wenn du schon volljährig bist).

Ohrfeigen, würgen, Spanking, das ist alles Körperverletzung. Unter Erwachsenen kein Problem. Mit Minderjährigen ein großes.

 

vor 21 Stunden, Cripsy schrieb:

Und zwar steht sie auf härtere Ohrfeigen, starkes Würgen und Spanking,

Ich weiß, das Würgen (leider!) eine Standard-Einsteigerpraktik ist.
Informiere dich da bitte, bitte gut und entscheide sehr bewusst, ob du das tun möchtest.

Grundsätzlich gibt es beim Würgen - egal wie du es tust - immer ein Restrisiko, dass das Gegenüber stirbt. Es ist eine potentiell tödliche Praktik. Deshalb ist es auch rechtlich strittig, ob man überhaupt als passiver Part (ü18) darein einwilligen kann. Oder ob der aktive Part sich grundsätzlich strafbar macht. Das ist so lange kein Problem, wie nix passiert.

Nächster Punkt: Am Hals laufen sehr, sehr viele sensible Strukturen. Manche Schädigungen sind nur sehr unschön, andere auch hier potentiell tödlich. Es ist beispielsweise möglich mit Druck auf bestimmte Punkte Bewusstlosigkeit und Herzstillstand auszulösen. Deshalb: Wenn du meinst das machen zu müssen: Geh auf jeden, jeden, jeden Fall zu einem Workshop und lass dir das von jemandem zeigen, der Ahnung davon hat. Der dir genau erklärt, wo du was machen darfst und was nicht. Der dich beobachtet und dir Feedback zu deiner Technik gibt.
Um das Risko zu reduzieren kann man beispielsweis auch auf Hand über Mund und Nase ausweichen. Da verlaufen keine so empfindlichen Strukturen wie am Hals, diese Variante ist deutlich risikoärmer.
Da IMMER das Risiko eines Herzstillstandes da ist, solltest du auf jeden Fall nen aktuellen Erste Hilfe Kurs haben und exakt wissen, was in diesem Fall zu tun ist. Du spielst mit dem Leben deiner Partnerin. Vergiss das nicht. Ein "Sie wäre zu retten gewesen, aber ich wusste in dem Moment vor Panik nicht, was zu tun ist" wirst du dir niemals verzeihen können.

Nächste Sache. Je nachdem wie du am Hals triffst, machst du Luft- oder Blutwürgen. Du musst das unterscheiden könne und dir jeweils über die spezifischen Risiken im Klaren sein. Bei effizientem Blutwürgen (und das kann auch Menschen "aus versehen" passieren) ist dein Gegenüber nach 10-15 Sekunden bewusstlos. Wer sich mit dem Thema beschäftigt hat weiß, dass ein bewusstlos gewürgter Mensch nicht ruhig und reaktionslos daliegt. Der bewegt und "wehrt" sich. Wer das nicht weiß, hält sein Gegenüber für bei bewusstsein und würgt viel, viel zu Stark und zu lange. Und wundert sich nachher warum der andere nie wieder aufsteht. Ein guter Workshop zeigt durchaus auch Videos, wie sowas aussieht. Und das ist echt erschreckend. Selbst Menschen, die wissen, dass sich derjenige dann noch wehrt sind etwa eine Minute zu spät mit der Aussage "Jetzt ist derjenige Bewusstlos". Das jetzt noch geil, im halbdunkel, vielleicht noch mit Alkohol ... Das Menschliche Gehirn kann nur 3 Minuten ohne Sauerstoff.

Alles in allem: Die einzige Praktik, die regelmäßig zu Todesfällen in der BDSM-Szene führt ist Würgen.

Und selbst, wenn alles gut geht. Würgen verursacht A) Sauerstoffunterversorgung und B) (je nach Würgeweise) Starke Blutdruckschwankungen im Hirn. Das ist ein Mal kein Problem. Man macht das aber sehr häufig, sehr regelmäßg, du sagt auch noch "sehr stark". Und das über viele Jahrzehnte. Kein Mensch kennt die Spätfolgen. Gesund ist es in keinem Fall. Und mit Hirnschäden ist echt nicht zu spaßen.

Was ich damit sagen will:

  • Es ist eine potentiell tödliche Praktik, die jedes jahr ne Hand voll Todesopfer fordert.
  • Du bist als aktiver Part sobald das schiefgeht wegen Mordes vor Gericht
  • Kein Mensch kann die Langzeit-Folgen abschätzen. Du spielst mit dem Gehirn deines Gegenübers
  • Wenn du meinst es machen zu müssen, dann sei bitte top ausgebildet und informiert.

Insgesamt muss man sich die Frage stellen: Ist ein bisschen Spaß beim Sex diese Risiko wert? Und auch wenn dein Sub das will. Du kannst da als Dom eine Grenze ziehen. Tu nur das, was du verantworten kannst. Meiner Erfahrung nach reicht für den Kick bei den meisten Subs es aus, einfach die Hand auf den Hals zu legen. Ohne Druck oder irgendwas. Die Geste reicht aus.

vor 22 Stunden, Cripsy schrieb:

Meine erste Frage wäre bezüglich Dirty Talk, ich bin mir da noch relativ unsicher, wenn von ihr sowas kommt wie "Schlag mich", "Bestraf mich", dann gibt das mir einen enormen sexuellen Kick, doch selber finde ich nicht die richtigen Worte. Hättest du da paar Anregungen?

Du musst dein eigenes Vokabular finden, das zu dir passt. ich könnte mir als Übung vorstellen, dass du einfach mal ein paar erotische Szenen aufschreibst und dabei schaust, welche Worte sich für dich richtig anfühlen. Es ist einfach auch viel ausprobieren dabei.
Vielleicht eine inhaltliche Anregung:

Du kannst einfach erzählen, was du gerade siehst, spürst, erlebst
Du kannst ihr erzählen, was du mit ihr machen wirst
Du kannst auch Fantasien in ihr Ohr flüstern, die gerade nicht umsetzbar sind (typisches Beispiel "und jetzt stell dir vor, da wäre noch eine zusätzliche Hand....")

vor 22 Stunden, Cripsy schrieb:

was wir auch öfters praktizieren mit Kabelbindern oder Hanfseilen.

Ja, ich bin mega der Spielverderber.

NIE NIE NIE NIEMALS Fesseln mit Kabelbindern. Das ist super gefährlich! Kabelbinder sind sehr schmal und ziehen sich zu. Im Eifer des Gefechts können sie sehr schnell in die Haut schneiden, Nerven abklemmen und vor allem nicht mehr zu öffnen sein. Wenn ein Kabelbinder sich unfallmäßig viel zu fest zieht, kommst du mit keinem Schneidewerkzeug der Welt mehr darunter. Und dann hast du ein echtes Problem und hoffentlich sehr schnell einen Krankenwagen da. Und so ne dauerhaft gefühllose Hand, die man nicht bewegen kann ist im Alltag für Sub ein echtes Problem. Die meisten Schäden sind nach einigen Wochen bis Monaten wieder gut. Aber das ist eine verdammt lange Zeit.

Also nimm gerne Seil. So viel du auch willst. Aber lass bitte die Hände weg von Kabelbindern. Auch hier: Warum etwas nehmen, das viel Risiko bietet, wenn du mit etwas deutlich ungefährlicherem genauso leicht ans Ziel kommst?

vor 22 Stunden, Cripsy schrieb:

Fallen dir noch ein paar Anregungen zu neuen Ideen ein, was ich noch ausprobieren könnte mit ihr?
Beziehungsweise welche Befehle ich ihr geben könnte beim sex. Vielleicht hast du da besondere Vorlieben, die du mit mir teilen möchtest :)

Ich glaube Vorschläge von außen treffen niemals das, was für ein Pärchen gut und sinnvoll ist.

Streng deine eigene Fantasie an. Schau, was dir aktuell gut gefällt. Finde heraus, was genau dir daran gut gefällt. Vielleicht als Beispiel: Du findest es toll sie zu fesseln. Warum? Weil du den Akt des Fesselns gut findest, die Optik der Seile? Weil du dann gewisse Dinge machen kannst? Welche? Warum macht dich das an? Oder weil sie in gewisser Weise reagiert? Wie genau? Welcher Teil dieser Praktik löst das aus?

Und wenn du das weißt, dann kannst du schauen, was noch diesen Reiz auslösen kann. Und daraus neue Szenarien basteln.

Genau das ist ein großer Teil des Jobs als Dom.

Ansonsten hilft da halt auch Austausch mit anderen und beobachten von fremden Spielen (beispielsweise im BDSM-Club - natürlich nur ü18). Schau mal unter smjg.org. Da gibt es einen Chat und ein Forum, in dem sich junge Leute austauschen. Auch die Stammtische dürften für euch sehr spannend sein. Die sind genau für eure Altersgruppe konzipiert.

vor 22 Stunden, Cripsy schrieb:

Es gibt sicher viele Frauen die stehen auch auf sowas, aber gehört das noch zu fallen lassen wie beim BDSM und fängt hier schon eine Persönlichkeitsstörung der Frau/des Mannes an?

Wenn nein, wie weit geht Dominanz für dich in einer Beziehung und woran merke ich wie weit ich gehen kann?

Man  kann BDSM durchaus auch im Alltag leben.

Ich bin sogar fest davon überzeugt, dass zumindest mit meiner Spielweise immer ein Stückchen Machtgefälle im Alltag vorhanden ist. Die Dynamik im Bett ist ein Teil des Bildes, das ich von meinem Partner habe. Und dieses Bild habe ich immer und gestalte das nicht Minute zu Minute um. Es ist immer dabei, dass mein Partner auch in Weise xy sein kann. Es ist immer ein Hauch Respekt vor Dom da. Klar ist der in einer Session größer und stärker gelebt. Aber es verschwindet eben nie ganz. Und natürlich sehe ich in sub immer auch die devote, anschmiegsame Seite, die mir sehr vertraut und die ich beschützen möchte. Das schwingt natürlich nur im Hintergrund mit. Aber es ist da.

Ich baue BDSM- , beziehungsweise DS-Elemente in den Alltag mit ein. Dadurch verstärke ich das Machtgefälle und gebe Sub mehr Möglichkeiten mir zu gefallen. ich habe das in den letzten Seiten schon irgendwo ausführlicher beschrieben. Als Femdom nutze ich zum Beispiel gerne Elemente aus dem klassischen Knigge, weil er schön unauffällig ist - und wenn es auffällt, dann wird es sehr positiv bewertet.
Heißt bei mir Sub geht links von mir, geht als erstes ins Restaurant, nimmt mir den Mantel ab etc. Dasa macht mein Leben leichter und angenehmer. Deshalb habe ich diese Regeln gewählt.

Da muss aber jedes Pärchen seine eigene Variante finden. Wichtig wäre dich zu fragen: Was wäre für dich schön / angenehm / praktisch? Passt das zu dir und deiner Sub? Ist das praktikabel? Letzteres muss man auch ausprobieren. Ich würde sagen, ich verwerfe und verändere etwa 50% der Regeln, die ich einführe noch einmal. Weil es eben sowas wie Alltag gibt. Und eine Regel, die nicht durchführbar ist, die ist überflüssig und macht beiden nur Stress.

Außerdem: Nicht zu viele Regeln. Es muss machbar bleiben. Für beide. Dein Job ist es ja auch, das dauerhaft zu überwachen und DAUERHAFT konsequent zu sein. Das kannst du nur bei wenigen Regeln schaffen. Und wenn dir eine Regel nicht wichtig genug ist um das zu tun, dann merkt sub das auch recht schnell und dann hat es keinen Wert.

Die Frage nach der Grenze:
A) Du musst es überwachen und dafür die Verantwortung tragen.
B) Es muss beiden dabei gut gehen ( reden, reden reden!)
C) Schwierig sehe ich es, wenn du wirklich tief ins Alltagsleben eingreifst (Kontrolle über Finanzen, soziale Kontakte etc.) Das fällt dann unter TPE (Total Power Exchange). Auch das geht unter gewissen Umständen. Das sollten aber wirklich beide wollen und vorher bedenken, worauf sie sich da einlassen. Da würde ich auch vorher definitiv mal Kontakt zu Leute suchen, die das Leben.

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vor 2 Stunden, Herzdame schrieb:

Hallo Cripsy,

ich versuche mich mal an deinen Fragen.

Grundsatzproblem in deinem Fall: Deine Partnerin ist 17. Sie ist minderjährig.
BDSM beruht darauf, dass der passive Part in Praktiken - speziell in Körperverletzung - einwilligt. Das kann sie mit 17 noch nicht.

Heißt: Sollte sie jemals auf den Gedanken kommen, dass sie etwas doch nicht so wollte und dich anzeigen, dann bist du dran.
Sollte jemals irgendwas schiefgehen - bist du dran.
Sollten ihre Eltern dich anzeigen - bist du dran.

Deshalb kann ich nur raten: Kein BDSM mit Minderjährigen (speziell wenn du schon volljährig bist).

Ohrfeigen, würgen, Spanking, das ist alles Körperverletzung. Unter Erwachsenen kein Problem. Mit Minderjährigen ein großes.

 

Ich weiß, das Würgen (leider!) eine Standard-Einsteigerpraktik ist.
Informiere dich da bitte, bitte gut und entscheide sehr bewusst, ob du das tun möchtest.

Grundsätzlich gibt es beim Würgen - egal wie du es tust - immer ein Restrisiko, dass das Gegenüber stirbt. Es ist eine potentiell tödliche Praktik. Deshalb ist es auch rechtlich strittig, ob man überhaupt als passiver Part (ü18) darein einwilligen kann. Oder ob der aktive Part sich grundsätzlich strafbar macht. Das ist so lange kein Problem, wie nix passiert.

Nächster Punkt: Am Hals laufen sehr, sehr viele sensible Strukturen. Manche Schädigungen sind nur sehr unschön, andere auch hier potentiell tödlich. Es ist beispielsweise möglich mit Druck auf bestimmte Punkte Bewusstlosigkeit und Herzstillstand auszulösen. Deshalb: Wenn du meinst das machen zu müssen: Geh auf jeden, jeden, jeden Fall zu einem Workshop und lass dir das von jemandem zeigen, der Ahnung davon hat. Der dir genau erklärt, wo du was machen darfst und was nicht. Der dich beobachtet und dir Feedback zu deiner Technik gibt.
Um das Risko zu reduzieren kann man beispielsweis auch auf Hand über Mund und Nase ausweichen. Da verlaufen keine so empfindlichen Strukturen wie am Hals, diese Variante ist deutlich risikoärmer.
Da IMMER das Risiko eines Herzstillstandes da ist, solltest du auf jeden Fall nen aktuellen Erste Hilfe Kurs haben und exakt wissen, was in diesem Fall zu tun ist. Du spielst mit dem Leben deiner Partnerin. Vergiss das nicht. Ein "Sie wäre zu retten gewesen, aber ich wusste in dem Moment vor Panik nicht, was zu tun ist" wirst du dir niemals verzeihen können.

Nächste Sache. Je nachdem wie du am Hals triffst, machst du Luft- oder Blutwürgen. Du musst das unterscheiden könne und dir jeweils über die spezifischen Risiken im Klaren sein. Bei effizientem Blutwürgen (und das kann auch Menschen "aus versehen" passieren) ist dein Gegenüber nach 10-15 Sekunden bewusstlos. Wer sich mit dem Thema beschäftigt hat weiß, dass ein bewusstlos gewürgter Mensch nicht ruhig und reaktionslos daliegt. Der bewegt und "wehrt" sich. Wer das nicht weiß, hält sein Gegenüber für bei bewusstsein und würgt viel, viel zu Stark und zu lange. Und wundert sich nachher warum der andere nie wieder aufsteht. Ein guter Workshop zeigt durchaus auch Videos, wie sowas aussieht. Und das ist echt erschreckend. Selbst Menschen, die wissen, dass sich derjenige dann noch wehrt sind etwa eine Minute zu spät mit der Aussage "Jetzt ist derjenige Bewusstlos". Das jetzt noch geil, im halbdunkel, vielleicht noch mit Alkohol ... Das Menschliche Gehirn kann nur 3 Minuten ohne Sauerstoff.

Alles in allem: Die einzige Praktik, die regelmäßig zu Todesfällen in der BDSM-Szene führt ist Würgen.

Und selbst, wenn alles gut geht. Würgen verursacht A) Sauerstoffunterversorgung und B) (je nach Würgeweise) Starke Blutdruckschwankungen im Hirn. Das ist ein Mal kein Problem. Man macht das aber sehr häufig, sehr regelmäßg, du sagt auch noch "sehr stark". Und das über viele Jahrzehnte. Kein Mensch kennt die Spätfolgen. Gesund ist es in keinem Fall. Und mit Hirnschäden ist echt nicht zu spaßen.

Was ich damit sagen will:

  • Es ist eine potentiell tödliche Praktik, die jedes jahr ne Hand voll Todesopfer fordert.
  • Du bist als aktiver Part sobald das schiefgeht wegen Mordes vor Gericht
  • Kein Mensch kann die Langzeit-Folgen abschätzen. Du spielst mit dem Gehirn deines Gegenübers
  • Wenn du meinst es machen zu müssen, dann sei bitte top ausgebildet und informiert.

Insgesamt muss man sich die Frage stellen: Ist ein bisschen Spaß beim Sex diese Risiko wert? Und auch wenn dein Sub das will. Du kannst da als Dom eine Grenze ziehen. Tu nur das, was du verantworten kannst. Meiner Erfahrung nach reicht für den Kick bei den meisten Subs es aus, einfach die Hand auf den Hals zu legen. Ohne Druck oder irgendwas. Die Geste reicht aus.

Du musst dein eigenes Vokabular finden, das zu dir passt. ich könnte mir als Übung vorstellen, dass du einfach mal ein paar erotische Szenen aufschreibst und dabei schaust, welche Worte sich für dich richtig anfühlen. Es ist einfach auch viel ausprobieren dabei.
Vielleicht eine inhaltliche Anregung:

Du kannst einfach erzählen, was du gerade siehst, spürst, erlebst
Du kannst ihr erzählen, was du mit ihr machen wirst
Du kannst auch Fantasien in ihr Ohr flüstern, die gerade nicht umsetzbar sind (typisches Beispiel "und jetzt stell dir vor, da wäre noch eine zusätzliche Hand....")

Ja, ich bin mega der Spielverderber.

NIE NIE NIE NIEMALS Fesseln mit Kabelbindern. Das ist super gefährlich! Kabelbinder sind sehr schmal und ziehen sich zu. Im Eifer des Gefechts können sie sehr schnell in die Haut schneiden, Nerven abklemmen und vor allem nicht mehr zu öffnen sein. Wenn ein Kabelbinder sich unfallmäßig viel zu fest zieht, kommst du mit keinem Schneidewerkzeug der Welt mehr darunter. Und dann hast du ein echtes Problem und hoffentlich sehr schnell einen Krankenwagen da. Und so ne dauerhaft gefühllose Hand, die man nicht bewegen kann ist im Alltag für Sub ein echtes Problem. Die meisten Schäden sind nach einigen Wochen bis Monaten wieder gut. Aber das ist eine verdammt lange Zeit.

Also nimm gerne Seil. So viel du auch willst. Aber lass bitte die Hände weg von Kabelbindern. Auch hier: Warum etwas nehmen, das viel Risiko bietet, wenn du mit etwas deutlich ungefährlicherem genauso leicht ans Ziel kommst?

Ich glaube Vorschläge von außen treffen niemals das, was für ein Pärchen gut und sinnvoll ist.

Streng deine eigene Fantasie an. Schau, was dir aktuell gut gefällt. Finde heraus, was genau dir daran gut gefällt. Vielleicht als Beispiel: Du findest es toll sie zu fesseln. Warum? Weil du den Akt des Fesselns gut findest, die Optik der Seile? Weil du dann gewisse Dinge machen kannst? Welche? Warum macht dich das an? Oder weil sie in gewisser Weise reagiert? Wie genau? Welcher Teil dieser Praktik löst das aus?

Und wenn du das weißt, dann kannst du schauen, was noch diesen Reiz auslösen kann. Und daraus neue Szenarien basteln.

Genau das ist ein großer Teil des Jobs als Dom.

Ansonsten hilft da halt auch Austausch mit anderen und beobachten von fremden Spielen (beispielsweise im BDSM-Club - natürlich nur ü18). Schau mal unter smjg.org. Da gibt es einen Chat und ein Forum, in dem sich junge Leute austauschen. Auch die Stammtische dürften für euch sehr spannend sein. Die sind genau für eure Altersgruppe konzipiert.

Man  kann BDSM durchaus auch im Alltag leben.

Ich bin sogar fest davon überzeugt, dass zumindest mit meiner Spielweise immer ein Stückchen Machtgefälle im Alltag vorhanden ist. Die Dynamik im Bett ist ein Teil des Bildes, das ich von meinem Partner habe. Und dieses Bild habe ich immer und gestalte das nicht Minute zu Minute um. Es ist immer dabei, dass mein Partner auch in Weise xy sein kann. Es ist immer ein Hauch Respekt vor Dom da. Klar ist der in einer Session größer und stärker gelebt. Aber es verschwindet eben nie ganz. Und natürlich sehe ich in sub immer auch die devote, anschmiegsame Seite, die mir sehr vertraut und die ich beschützen möchte. Das schwingt natürlich nur im Hintergrund mit. Aber es ist da.

Ich baue BDSM- , beziehungsweise DS-Elemente in den Alltag mit ein. Dadurch verstärke ich das Machtgefälle und gebe Sub mehr Möglichkeiten mir zu gefallen. ich habe das in den letzten Seiten schon irgendwo ausführlicher beschrieben. Als Femdom nutze ich zum Beispiel gerne Elemente aus dem klassischen Knigge, weil er schön unauffällig ist - und wenn es auffällt, dann wird es sehr positiv bewertet.
Heißt bei mir Sub geht links von mir, geht als erstes ins Restaurant, nimmt mir den Mantel ab etc. Dasa macht mein Leben leichter und angenehmer. Deshalb habe ich diese Regeln gewählt.

Da muss aber jedes Pärchen seine eigene Variante finden. Wichtig wäre dich zu fragen: Was wäre für dich schön / angenehm / praktisch? Passt das zu dir und deiner Sub? Ist das praktikabel? Letzteres muss man auch ausprobieren. Ich würde sagen, ich verwerfe und verändere etwa 50% der Regeln, die ich einführe noch einmal. Weil es eben sowas wie Alltag gibt. Und eine Regel, die nicht durchführbar ist, die ist überflüssig und macht beiden nur Stress.

Außerdem: Nicht zu viele Regeln. Es muss machbar bleiben. Für beide. Dein Job ist es ja auch, das dauerhaft zu überwachen und DAUERHAFT konsequent zu sein. Das kannst du nur bei wenigen Regeln schaffen. Und wenn dir eine Regel nicht wichtig genug ist um das zu tun, dann merkt sub das auch recht schnell und dann hat es keinen Wert.

Die Frage nach der Grenze:
A) Du musst es überwachen und dafür die Verantwortung tragen.
B) Es muss beiden dabei gut gehen ( reden, reden reden!)
C) Schwierig sehe ich es, wenn du wirklich tief ins Alltagsleben eingreifst (Kontrolle über Finanzen, soziale Kontakte etc.) Das fällt dann unter TPE (Total Power Exchange). Auch das geht unter gewissen Umständen. Das sollten aber wirklich beide wollen und vorher bedenken, worauf sie sich da einlassen. Da würde ich auch vorher definitiv mal Kontakt zu Leute suchen, die das Leben.

Vielen Dank für deine ausgiebige Antwort. Danke das du mir meine Augen bezüglich des Würgens noch etwas weiter geöffnet hast. Am Anfang, bin ich da echt total stumpf dran gegangen und hab einfach zugedrückt, habe mich aber mal näher mit der Thematik beschäftigt und kann nun gut zwischen Luft- und Blutwürgen unterscheiden. Für andere hier, am besten drückt ihr einfach 1CM unter eurem Adamsapfel richtig fest zu und ihr fühlt euch nach 10Sekunden schon etwas benommen, also echt aufpassen Leute!

Zu der Thematik BDSM auch in der Beziehung zu leben, hatte ich lustigerweise gestern noch ein Gespräch mit meiner LTR, wo sie auch meinte, dass sie drauf stand, wenn ich sie einfach mal zum Sex genommen hatte, auch wenn sie weniger wollte.

Auch meinte sie, dass sie es geil fände, wenn ich sie öfters so (außerhalb vom sex) schlagen würde, da ist für mich aber die Grenze. Einmal wegen meines Rufes, wer weiß wie sie das später mal weitererzählt und natürlich auch die Thematik des Strafrechts.
Andererseits weil ich mich da mehr als psychisch gestörter Schläger fühle, wenn ich sie wahllos schlage.

Eine Ohrfeige wenn es eh schon Richtung Sex geht, ist da natürlich etwas ganz anderes, das werde ich weiterhin ausüben.

Das der Dom, der auch das führende Glied darstellt, die Verantwortung übernehmen und die Grenzen setzen sollte, finde ich sehr wichtig und werde ich mir noch vermehrt zu Herzen nehmen

 

Seit gestern habe ich einen ganz anderen "Frame" aufgesetzt, bis her nur im Textgame, da wir uns erst Freitag sehen, aber ich beleidige sie in Whatsapp(als meine Schlampe, Hure) und sag ihr wie ich sie bestrafen werde, wenn sie unartig ist. 
Sie springt total drauf an und ich finde überraschenderweise selbst starken gefallen an dieser Art von Spiel. Andererseits will ich aber noch eine liebevolle Beziehung führen, wo man sagt wie sehr man den anderen vermisst und etwas mehr Harmonie besteht.
Hier muss ich eine gute Mischung finden! 
Aber in die Richtung die ich gehe, treffe ich immer mehr ihre Vorliebe. Sie schreibt ganz anders, ich kann ihr Sachen befehlen, sie setzt diese gleich um, bin mal gespannt wie das in Person abläuft.

 

 

//P.S. Du hast vollkommen Recht, ich könnte hier richtig Stress bekommen, wenn was passiert. Aber da das ganze mit ihrer Einwilligung geschieht(wenn minderjährige das überhaupt haben können), hoffe ich das es hier keine Probleme gibt. Spätestens in 4 Monaten ist die Thematik eh vom Tisch.

 

 

//P.S. Das mit dem Total Power Exchange finde ich interessant, irgentwie fände ich das geil, aber andererseits bin ich noch jung und weiß nicht ob mir das ein falsches Mindset einbringt in folgenden Beziehungen. Kontrollsucht, Eifersucht...

bearbeitet von Cripsy
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Danke für den "bewegen bei bewußtlos" Hinweis.

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Quote

Grundsatzproblem in deinem Fall: Deine Partnerin ist 17. Sie ist minderjährig.
BDSM beruht darauf, dass der passive Part in Praktiken - speziell in Körperverletzung - einwilligt. Das kann sie mit 17 noch nicht.

Heißt: Sollte sie jemals auf den Gedanken kommen, dass sie etwas doch nicht so wollte und dich anzeigen, dann bist du dran.
Sollte jemals irgendwas schiefgehen - bist du dran.
Sollten ihre Eltern dich anzeigen - bist du dran.

Deshalb kann ich nur raten: Kein BDSM mit Minderjährigen (speziell wenn du schon volljährig bist).

Ohrfeigen, würgen, Spanking, das ist alles Körperverletzung. Unter Erwachsenen kein Problem. Mit Minderjährigen ein großes.

Ich bin zum großteil zwar nur stiller Beobachter, aber hier muss ich einschreiten.

@Crispy
Es interessiert niemanden, v.a. den Gesetzgeber nicht!!!, was ihr zusammen macht. (teils wahr)
BDSM ist nicht gleichbedeutend mit Masochimus / Sadismus.
Sofern es aber nach dem Gesetz als Körperverletzung geahndet werden kann, solltest du Vorsicht walten lassen!

Ich möchte dir nur den Rat geben, dich schrifltich abzusichern solltest du diese BDSM-Schiene weiter verfolgen möchten. Es gelten weiterhin die normalen Gesetze, daher:
Sex mit Minderjährigen (ohne BDSM) - strafbar. [ausg. besondere Umstände]
Sex mit Minderjährigen (mit BDSM) - strafbar. [ausg. besondere Umstände]
BDSM mit Minderjährigen (ohne Sex)  -  abhängig von der Praktik

Ich will darauf hinaus, dass BDSM definitiv nicht mit Sex und/oder der Verstümmelung des Partners gleichgesetzt werden kann, darf und wird. BDSM gibt es in den unterschiedlichsten Varianten,... wenn ich meine Freundin im Wald an Bäume binde, beinhaltet das weder sexuelle noch irgendwelche anderen Strafbaren Handlungen.
Wichtig, wie in allem(!),  "Consent". Einer der Grundpfeiler des "heutigen" BDSM.

Je nachdem wie wichtig dir dein Leben & deine Karriere ist, musst du abwägen was du tun kannst und was nicht. Für die etwas "krasseren" Praktiken setzt du einfach einen Dom/Sub Vertrag auf, klingt doof (für den Normalo), ist aber in der Szene gang und gebe. Und hierbei geht es, wie beim Ehevertrag, nicht ums grundsätzliche Vertrauen, sondern einfach darum eine Eventualität auszuschließen, die von vornherein kein Problem bereiten sollte/darf! 
Wirklich, sollte dein "Partner" deinen Wunsch nach einem der genannten Dinge verneinen, frag' dich einfach, warum?


Ich weiß, dass ich für deine Thematik etwas über's Ziel hinausgeschossen bin, aber im Falle der Anderen PUAs, sollte dies hier definitiv stehen.





Und noch ein bisschen etwas zum allgemeinen.
Im grundsätzlichen ist der Thread hier echt in Ordnung und Fräulein gibt sich sehr viel Mühe die Dynamik überzubringen.
Ich möchte nur anmerken, dass auch eine Dom/Sub-Beziehung ein Geben & Nehmen ist, solltet ihr beide Spaß daran haben, werdet ihr wachsen und gedeihen. Eigene Dinge ausprobieren, auf Events gehen etc. etc., auf einigem "hängen" bleiben und es vermehrt praktizieren.
Aber egal was es ist, wie es ist, wie es wird und was ihr macht. Kommunikation ist das wichtigste!
Einige sagen sich bestimmt, "ja aber ich bin doch Dom und kann machen was ich will". In einem gewissen Rahmen, definitiv (so ist es ja auch gewollt, nur vergesst nicht, es gibt immer(!) Grenzen).

Die normalen Dinge wie Würgen oder irgendwelche Praktiken spreche ich nicht an, das kommt einfach mit der Übung. Aber bitte, hierbei auf die Körperreaktionen des Partners achten, verbal sollten diese sich auch artikulieren können, das macht es für euch um Welten einfacher.

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@Mr.Wallace dein Beitrag ist so nicht richtig. 

Es ist rechtlich durchaus kein Problem, Sex mit minderjährigen zu haben - solange der ältere Partner unter 21 und der jüngere über 16 ist. Beides ist hier der Fall. 

Rechtlich wirksam einwilligen kann sie mit 17 aber noch nicht - und wenn du sie an nen Baum bindest, ist das immerhin noch Freiheitsberaubung. Also rechtlich auch nicht ok. 

Ein Vertrag, wie du ihn beschreibst, ist in der Szene nicht unbedingt üblich - jedenfalls NICHT als rechtliche Absicherung. Da ist er nämlich nicht Wasserdicht, und würde vor Gericht höchstens als Indiz gelten. Solche Verträge dienen primär dem Kopfkino bei beiden Beteiligten, und dafür sind sie ja gut. 

Warum Würgen nicht zu den "normalen Dingen" zählen sollte und sau gefährlich ist, steht schon weiter oben - bitte unbedingt lesen!

Und es ist zwar sehr schön, dass du hier nochmal betonst, dass es ein geben und Nehmen sein muss, und es Grenzen für den Dom gibt (was eigentlich selbstverständlich sein sollte), aber ich fände es nett, wenn du mal bei dir selbst mit etwas mehr Respekt gegenüber @Herzdame anfangen würdest - "Fräulein" halte ich an dieser Stelle für ziemlich anmaßend. 

 

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Ich würde bitten die Forenregeln der Expertenrunde in Zukunft wieder einzuhalten.

Nahilaa hat schon das wichtigste gesagt. Sex ist u 18 kein Problem. BDSM idR schon. Körperverletzung, Freiheitsberaubung, ggf. kann man da über Abhängigkeitsverhältnis bzw. "Zwang" auch noch Dinge drehen.

vor 10 Stunden, Mr.Wallace schrieb:

Für die etwas "krasseren" Praktiken setzt du einfach einen Dom/Sub Vertrag auf, klingt doof (für den Normalo), ist aber in der Szene gang und gebe

Das ist leider völliger Schwachsinn.

A) Ist es absolut nicht üblich und wird nur von wenigen gemacht. Ist halt n Kopfkino-Ding für Menschen, die drauf stehen.

B) Sind diese Verträge sittenwidrig und damit rechtlich niemals gültig.

C) Kann jemand unter 18 auch per Vertrag nicht auf die Rechte verzichten, auf die er mündlich nicht verzichten kann.

D) (Und das ist ein grundsätzliches Problem im BDSM) Kann keiner nachweisen, ob das Einverständnis nicht in der Situation zurückgezogen wurde. Egal was vorher abgesprochen wurde. Mit einem "nein" ist das erstmal nichtig.

vor 10 Stunden, Mr.Wallace schrieb:

Wirklich, sollte dein "Partner" deinen Wunsch nach einem der genannten Dinge verneinen, frag' dich einfach, warum?

Weil gerade Anfänger vor Sklavenverträgen deutlich gewarnt werden. Leider nutzen das vor allem "schwierige" Doms, dazu unerfahrene Menschen von sich abhängig zu machen, Dinge zu forden, zu denen Sub nicht bereit ist und das mit "steht so im Vertrag" oder "Das macht man so" zu begründen.

Das ist was für Fortgeschrittene, die schon sehr gut wissen was sie wollen und was nicht.

Ein Dom, der einer Anfängerin direkt einen solchen Vertrag aufdrängt (und wie gesagt, der ist eh nur Kopfkino und damit nicht "nötig"), den sollte man sich zumindest extrem kritisch anschauen. Die Chance, dass der nicht der optimale Partner für einen Anfänger ist, ist extrem hoch. Oder anders gesagt: Ich habe in fast 10 Jahren Szene noch keinen Dom erlebt, der das tut und dann wirklich koscher ist. Das ist ne richtig fette Red Flag.

vor 10 Stunden, Mr.Wallace schrieb:

Die normalen Dinge wie Würgen oder irgendwelche Praktiken spreche ich nicht an, das kommt einfach mit der Übung. Aber bitte, hierbei auf die Körperreaktionen des Partners achten, verbal sollten diese sich auch artikulieren können, das macht es für euch um Welten einfacher.

Ich habs oben geschrieben. Würgen sollte wirklich nichts sein, was man "einfach mal so übt"...

Mr.Wallace, das war irgenwie n netter Versuch (auch wenn er hier gegen die Forenregeln verstößt). Aber leider hast du rechtlich offenbar einfach keine Ahnung und die Praktiken, die du Einsteigern empfiehlst halte ich auch für kritisch.

Und wer in meinem Thread unterwegs ist und noch nicht verstanden hat, dass es es Geben und Nehmen sein sollte und dass Kommunikation total wichtig ist - und dass Dom eben nicht alles einfach so tun sollte, sondern auch ne Menge Verantwortung hat, dem kann ich auch nicht mehr helfen. Ich denke das ist selbstverständlich und sollte auch immer wieder rüberkommen.

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Wird man als BDSMler eigentich sauer, wenn in Unterhaltungsmedien - etwa 50 shades of crap - ein Bild suggeriert wird, indem der Typ nur deswegen bestimmte BDSM - Neigungen hat, weil er gedemütigt, gebrochen und irgenwdie übelst seelisch mishandelt wurde?

Und dass er ja eigentlich - wäre das alles nicht passiert - der totale Blümchensexler ist?

Bei mir wurde sofort die Assoziatione geweckt, dass da ein bestimmtes Bild gezeichnet wurde. Nämlich, dass alle Menschen normalen Sex wollen, und nur auf BDSM stehen, wenn sie traumatische Sachen erlebt haben. Was das ganze übelst in Richtung konservative, katholische Indoktrination lenkt.

Wäre ich BDSMLer....ich hätte dem Autor von 50 shades of crap sowie dem Regisseur mal ne deftige Message geschickt.

Zussamengefasst würde ich den Leuten schreiben: fuck you mothercunt

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Liebe Herzdame 

Danke für deine aufklärende Arbeit im Forum.

Mit meiner Partnerin hatte ich ein paar Gespräche über eine offene Beziehung und um auszuprobieren wie es sich für einen anfühlt, wenn der Partner sexuellen Kontakt zu einem anderen Menschen hat wollen wir jetzt einen Dreier (in beiden Konstellationen) versuchen. Und da dies ja schon einen Ticken in polyamorie/offene Beziehung geht, wollte ich dich zu dem Thema um Rat fragen.

 Zum einen stellt sich die Frage, wie man einen passenden Partner findet: Ist da Tinder und Co ein guter Anlaufspunkt? Hinzu kommt, dass wir in der lokalen SM Szene semiaktiv sind.

Und vor allem mach ich mir Gedanken darüber, wie man das denn zu einem schönen Erlebnis umgestalten kann, ohne das jemand am Ende verletzt ist. Während es ja selbstverständlich ist, davor und währenddessen vernünftig zu kommunizieren bleibt die Frage, wie man es am besten anstellt, ohne zu viel Eifersucht zu erzeugen.

Vielleicht ist es noch klug zu erwähnen, dass wir beide noch unter 20 sind und bei allen sexuellen Aktivitäten mindestens ein leichtes Machtverhältniss besteht(Sie ist sub)

 Ich würde mich freuen, wenn du deine Erfahrungen/Tipps mit mir teilen könntest. Dankeschön

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Hallo Two-Time,

ich denke ihr habt schon viel richtig gemacht. Offen darüber geredet, euch um die Kommunikation Gedanken gemacht - das ist schon mal gut.

Meine Mitspieler hatte ich bisher immer aus der BDSM-Szene. Das ist da halt einfach, weil offene Geschichten dort ja wirklich nichts besonderes sind und man Menschen problemlos direkt fragen kann. Und viele Leute dort sind eben offen.
Ich weiß, dass Neice einen Guide zum Thema dritte Person im Nightgame "abschleppen" geschrieben hat. Der müsste in der Beziehungs-Schatztruhe sein meine ich. Zu Tinder kann ich dir da überhaupt nichts sagen.

Ich würde den Vorteil mit einer Szene-Person darin sehen, dass es dort sehr wahrscheinlich ist, dass ihr auf Menschen stoßt, die damit schon Erfahrung haben und das nicht "komisch" finden. Das macht vieles einfacher.

vor 22 Minuten, Two-Time schrieb:

Und vor allem mach ich mir Gedanken darüber, wie man das denn zu einem schönen Erlebnis umgestalten kann, ohne das jemand am Ende verletzt ist. Während es ja selbstverständlich ist, davor und währenddessen vernünftig zu kommunizieren bleibt die Frage, wie man es am besten anstellt, ohne zu viel Eifersucht zu erzeugen.

Ich denke es ist wichtig, dass währenddessen beide wissen, dass sie jederzeit ein "bis hierhin und nicht weiter" und auch einen kompletten Abbruch entscheiden können und dass das völlig okay ist. Allein das gibt idR viel Sicherheit.

Ich weiß nicht, ob du schon mal mit einem anderen Dom gemeinsam jemanden bespielt hast? In der Regel läuft das so ab, dass ein Dom der Hauptverantwortliche in dem Moment ist. Im Idealfall kennt er sub auch gut. Dieser Dom liest mit seiner Erfahrung sub und kommuniziert mit ihr / ihm und "leitet" damit praktisch die weiteren Doms an. Meist läuft das Ganze über Blickkontakt. Also der zusätzliche Dom nimmt immer wieder Augenkontakt zum Haupt-Dom auf, der dann idealerweise leicht nickt - oder halt den Kopf schüttelt oder eben anders anzeigt, wie gerade die Lage ist und ob weitermachen, aufhören oder etwas langsamer gut wäre. Meist bekommt sub das gar nicht mit.

Ich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht, dieses System zu nutzen. Wenn ihr ein zweites Mädel dabei habt, kannst du so mit deiner Partnerin kommunizieren, was gerade passt. Ich glaube es kann ihr sehr viel Sicherheit geben, wenn du bevor du etwas tust ihr nicken abwartest.
Bei einem Setting mit einem zweiten Mann musst du schauen, wie die Machtverhältnisse sind und wie die Situation läuft. Wenn ihr sie zu zweit dominiert und "benutzt" muss das von der Kommunikation anders laufen als wenn sie mit ihm ganz vanilla (oder sogar dominant) ihren Spaß hat und du dich eher im Hintergrund hälst.

Deshalb würde ich auch auf jeden Fall anraten, dass ihr vorher mal drüber sprecht, wie ihr euch das Ganze jeweils vorstellt. Was / Wie viel soll überhaupt passieren? Soll es "zwei Menschen kümmern sich um Nr 3" sein? Oder alle miteinander - also auch viel Bi-Interaktion? Oder einer von euch Interagiert mit dem/der "neuen" und der andere hält sich zurück. Das wäre alles möglich / "richtig". Aber es macht Sinn, da die Vorstellungen mal abzugleichen. Was ist gewünscht? Was ist denkbar?

Bei meiner ersten Dreier-Situation mit einem weiteren Mädel war zum Beispiel klar, dass ich keine Interaktion mit ihr haben möchte. Ich war halt einfach da und eher stiller Beobachter, was die beiden getan haben. Ich hatte damals gedacht, dass ich mich mit der Situation schwer tun würde. Dass ich sehr schnell Eifersucht spüren würde. Und ich wat total überrascht, dass das überhaupt nicht eingetreten ist. Ich hab mir hin und wieder einen Kuss von meinem Partner abgeholt und ihn gestreichelt und habe damals viel mehr zwischen denbeiden zugelassen als ich vorher gedacht hätte. Einfach weils für mich total okay war und sich richtig anfühlte. Mich da aber intensiver zu beteiligen wäre für mich nicht richtig gewesen. Dafür stehe ich einfach zu wenig auf Frauen. Hat dann schnell dazu geführt, dass ich gesagt habe, dass ich nicht dabei zu sein brauche und er seinen Spaß haben soll. Es brauchte für mich aber dieses Schlüsselerlebnis von "Ist ja total langweilig, sollen sie halt machen".

In meinen Augen kannst du Eifersucht nicht von heute auf morgen wegzaubern.
Unterstützende Faktoren:

  • Das Gefühl Kontrolle über die Situation zu haben
  • zu wissen, dass der Partner weiß, was er darf - und das Vertrauen, dass er sich dran halten wird. (Wobei in der Situation nochmal nachfragen, ob das wirklich die Grenze ist völlig okay ist!)
  • Selbst "satt" sein. Heißt: Die Beziehung läuft gut. Man hat gerade keine ungestillten Bedürfnisse in Bezug auf den Partner.

Außerdem ist ne Nachbesprechung natürlich auch Pflicht. Und habt immer im Kopf, dass nicht beim ersten Mal alles passieren muss. Es ist völlig okay, wenn ihr euch da nach und nach rantastet. Das stärkt das Vertrauen :)

Wichtig ist, dass ihr ein Team seid und euch einig seid was ihr wollt. Und im Zweifel hat immer der Partner Vorrang.

 

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