OrangUtan

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Alle erstellten Inhalte von OrangUtan

  1. Hast Du Autismus, Asperger o.ä.? Oder vertue ich mich da jetzt und liege völlig falsch? Falls ja, dann wäre es gut, wenn Du mal von jemandem anschaulich erläutert bekommst, warum Männer und Frauen zusammen sind, was Freundschaft ist, was eine Beziehung ist usw. Sexuelle Handlungen stellen dabei nun nicht unbedingt den Hauptgrund dafür dar, warum Männer und Frauen Zeit miteinander verbringen. Sprich, Du solltest mal anschaulich erklärt bekommen, was Menschen machen und was sie dabei genau denken.
  2. Wie wäre es damit, dass Du Dich regelmäßig mit jemandem zum Schach triffst oder sowas? Es gibt auch genügend Leute, die Bock haben auf Spieleabende und sowas. Meine Fall ist's nicht, aber gemütlich bei irgendwem Monopoly zocken und dann husch,husch,husch ab nach Hause ins Schlafnest, wäre mal ein Ansatz. Dass Du Dir halt mal andere sozialere Hobbys zulegst als bis in den frühen Morgen mit irgendwelchen Leuten irgendwas zu zocken und Dich dann kacke fühlst und Dein Leben vernachlässigst... Wie können wir Dich denn jetzt hier dabei genau unterstützen? Ich glaube, Du weißt auch, dass diese Abschlussarbeit mal geschrieben und abgegeben werden muss. Und später im Berufsleben biste höchstwahrscheinlich abends oftmals viel zu platt, um sozial noch großartig was zu reißen. Das würde ich also jetzt gerade mal angehen und mir da etwas aufbauen.
  3. Ich tippe Dir jetzt mal meinen ganz praktischen Ansatz, denn halbwissenschaftliche Laberdiskussionen ueber Attraction, Rapport, Status etc. kannst hier angefangen von 2009 bis heute schon hundertfach nachlesen. Einfach mal ein wenig hier stoebern. (Vorsicht: teils extreme Zeitverschwendung!) Du bist ja an einem Punkt, wo das alles "normal" klappt mit dem Ansprechen und Dich Aengste nicht mehr total mitnehmen oder diese ganzen Baustellen. Mache es so: Du schreibst Dir auf einer DIN A4 Seite auf, worueber Du Dich gerne unterhalten koennen moechtest mit Frauen oder auch Maennern. Von mir aus auch imaginaer. Da kann dann stehen Surfen, Fahrraeder, Buecher, Politik. Dann wirste konkreter und schreibst die Nordsee, die Karibik, irgendwelche Surfspots, Fahrradschloesser, die Kriminalstatistik zum Fahrradklau und aktuelle Meldungen in der Regionalpresse dazu, der Schwarzmarkt geklauter Fahrraeder, bestimmte Autoren und Politiker/Parteien/Stroemungen usw. usf. Das Prinzip sollte klar sein. So, wie ich das hier lese, biste momentan so eine Art Hampel, der da gleich mal total sinnlos in die Vollen geht mit einem extrem krassen "Ihr gefallt mir, borr, seid ihr geil". Das kann man ja alles machen, aber dafuer muss man halt eine krasse Spassschleudersocke sein. Ist hier wahrscheinlich keiner so wirklich, um das entsprechend authentisch rueberbringen zu koennen, also lasse das vielleicht einfach mal sein. Ueberhaupt macht ja diese "directs" irgendwie mal ueberhaupt keiner, der sich nicht erst ueber PU eingelesen hat. Damit draengst Du anderen foermlich auf, Dich abzuschiessen, vereinfacht ausgedrueckt. Das ist dann die soziale Dynamik. Was Du ja willst, ist, Dich mit anderen Menschen mal vernuenftig zu unterhalten, ein paar Scherze zu machen und eine gute Zeit zu haben. Mit jeder und jedem willste ja auch nicht im Bett landen. Momentan lese ich hier, dass Du im Bespassermodus unterwegs bist und meinst, was weiss ich alles, da zaubern zu muessen, um irgendwie gut anzukommen. Frage jetzt hier bloss nicht noch nach Tipps fuer Zaubertricks oder sowas hahaha. Wenn Du in der Stadt Dein Fahrrad abschliesst, dann sprichste eine oder einen darauf an, ob hier oefters Fahrraeder geklaut werden. Ob Du dann auf die Kriminalstatistik zu sprechen kommst oder nicht, haengt dann von der Reaktion ab. Falls Du mich erwischst, dann wird es lustig Koennen wir uns stundenlang unterhalten und faende ich das cool. Worueber Du Dich im Biergarten unterhalten moechtest, tja, da kannst Du Dir ja mal eigene Gedanken zu machen. Mache Dir mal so grundsaetzlich drei Gedanken fuer gute Einstiegssaetze und probiere die mal aus. Noch ein Tipp: Du musst da nicht P&P, C&F, DHV und was weiss ich noch alles, da abfeuern. Manchmal tut es auch ein nettes Gespraech ueber gelesen Schulbuecher und was man heute so liest mit ironischen Bemerkungen oder so. Dieses Ansammeln von PUTechniken im Gespraech ist total banane. Das ist so Style Mystery oder so und total ueberholt und so ziemlich das Gegenteil von sozial unterwegs sein.
  4. OrangUtan

    Tinder

    Das ist jetzt erst zwölf Stunden her und ich hoffe, dass hier keiner das Interesse verliert zu antworten, aber ich halte das für eine sehr gute und deutlich interessantere Frage als jetzt hier alle fünf Seiten Tinder und deren Bezahldienste hier zu erötern lol, ey, was ist das da komplex hahahha! Kann mal wer theoretisch was verfassen? Ich freue mich über fünf Sätze!
  5. Freud'scher Vertipper. Überschätzt, ansonsten RENNEEEEEEE!!!!!!!!!
  6. Jup, vielleicht versucht sie doch einfach nur 'n nettes Witzchen zu reißen und 'n witziges Spielchen zu spielen, aber schießt ja mal total übers Ziel hinaus. Ich habe mal versucht meiner Ex-Freundin zu erzählen, dass ich mal Pornodarsteller war. Nach drei Minuten sind wir dann unserer Profession nachgegangen. Naja, wenn doch hier sonst nirgendwo irgendetwas auf die Bescheuertheit dieser Frau hindeutet, finde ich das schon arg erstaunlich, wie viele hier getriggert wurden - aber sowas von ohne Ende und hier ihren teils schon frauenverachtenden Scheiß rotzen. Humor, sage mal, wie schaut es da zwischen Euch beiden Schätzchen aus, lieber Threadstarter. Was macht Ihr alles so für Witzchen miteinander? Alles knusper bei Euch und nur diese beiden Situationen haben Dich jetzt so mitgenommen, dass Du hier den Thread eröffnest und uns nach einer Einschätzung fragst?
  7. Ok, der Komplex Arbeit, Beruf, Geld, Wohnsituation und Freundeskreis scheint nicht der Punkt zu sein - jedenfalls können wir davon ausgehen. Ein adretter Kavalier scheinst ja auch zu sein ohne maßlose Ansprechangst und diese ganzen Baustellen. Das Alter schätzen, kriegste nicht gebacken. Das ist auch schwierig so über Filmchen und Fotos am Rechner dafür ein Gefühl zu bekommen. Ich kann auch nicht mehr so genau einschätzen, wie alt jetzt jemand ist, seit ich nicht mehr zur Schule gehe. So, zum Thema "direct". Das Thema wurde hier schon sowas von ausgelutscht auf tausenden Seiten. Ich kann Dir nur sagen, dass das halt die angepriesene Herangehensweise für die ganzen Leute mit argen Defiziten ist, weil es halt so einfach ist - jedenfalls, wenn man sich dazu überwinden kann. Ein gelungener Einstieg (muss dann halt die entsprechende Frau entscheiden und nicht ich oder das halbe PUF) in eine anregende Konversation schaut jedenfalls anders aus. Das sollte Dir mal langsam klar sein! Ich glaube, Du fändest das jetzt auch nicht so prickelnd, wenn da einfach eine ankommt und so schon anfängt. Sag' zumindest anfangs etwas situatives und dann vielleicht nach einigen Wortwechseln, falls das "Set" läuft(!), dass Du sie ja eigentlich nur angesprochen hast, weil nettes Kompliment, flirty werden... Ich glaube, "Spikes" setzen nennt man das oder so. Ist ja auch egal, die PU-Begrifflichkeiten-Werkzeugkiste hole ich jetzt nicht raus. Damit kommst dann schon wesentlich entspannter und deutlich besser rüber. Was Du als "Überforderung" seitens der Frau wahrnimmst, ist einfach die Verunsicherung, wie sie sich aus dem Staub machen kann. Jedenfalls ist das in wahrscheinlich 80% der geschilderten Situationen hier im Forum der Fall. Da würde ich mich sogar fast festlegen und meine Hand für ins Feuer halten. Dass Adonis persönlich sie anspricht oder sie so hin und weg ist, dass... Alter, das merkste ja wohl langsam, wenn eine deutlich auf Dich abfährt, mal so ganz pragmatisch, merkste ja mittlerweile, oder? Dieser magische Moment Blablabla halt, der Funke, das Feuer, die Anziehung, ganz, ganz subtile Reize, die Du zumindest unbewusst wahrnehmen kannst.
  8. Achja, fragt ihn doch einfach mal, ob er gut oder schlecht programmieren kann und so. Es will ja auch nicht jeder die fetten Projekte angehen und voll den Stress und die Verantwortung haben. Noch dazu, wenn man mal den Sohnemann sehen möchte usw. usf. Außedem 3000 BRUTTO!!!!! Die Einkommensverteilung kann sich jeder, den es interessiert, mal eben raussuchen. Der Threadstartet dümpelt nicht total weit unten rum.
  9. Das Thema MLM wude hier schon ausführlich beschrieben. Ich haue hier mal einen der besten Posts dazu rein: Ich habe den Text nicht geschrieben! hier: @Threadsteller: Es geht niemals um das Produkt im MLM, niemals. Es geht um Provisionen, nicht mehr und nicht weniger. Das kann man akzeptieren, wenn man der Typ dafür ist und (wenn man erfolgreich sein will), die Moral Moral sein lässt. Aber sich einreden, dass es um ein Produkt ginge, ist Augenwischerei. Selbst bei komplexeren Produkten wie Finanzdienstleistungen (siehe unten) ist nicht viel Substanz vorhanden. Dem muss ich ganz klar widersprechen. Warum? Lies meinen Erfahrungsbericht: Strukturvertrieb im Finanzbereich – Work hard play hard? „Wie du vielleicht mitbekommen hast, arbeite ich seit geraumer Zeit im Bereich Vermögensaufbau, Steuervorteilsicherung und Altersvorsorge. Wir expandieren im Moment verstärkt im Bereich Buxtehude [Ort v. Verfasser geändert] und suchen noch Führungskräfte, welche jeweils vier- bis sechsköpfige Teams leiten. Deine Aufgaben wären insbesondere die Koordination, Einarbeitung und Motivierung deiner Mitarbeiter. So kannst du dir nebenberuflich etwas Ernsthaftes aufbauen, was sich nebenbei auch gut im Lebenslauf macht.“ So kam ich als damaliger junger Student einer völlig anderen Fachrichtung erstmals mit Multi-Level-Marketing beziehungsweise einem Strukturvertrieb in Berührung. Ich hatte zuvor noch nie von diesem System gehört. Ich möchte in diesem Artikel weniger das Multi-Level-Marketing als solches erklären, sondern vielmehr meine persönlichen Erfahrungen im Strukturvertrieb eines Finanzdienstleisters mit euch teilen. Erstaunlicherweise stellten sich meine Erfahrungen als nahezu identisch mit denen anderer „Strukkis“ aus verschiedenen Finanzunternehmen heraus. Für unerfahrene Leser in diesem Bereich empfehle ich als Grundlage die Lektüre des passenden Wikipediaartikels. Alle kursiv und in Anführungsstriche gesetzte Worte sind Schlüsselbegriffe des Multi-Level-Marketings, die in ihrer Bedeutung nie völlig falsch verwendet werden, jedoch dem Aufbau einer Illusion zur Täuschung vor wahren Gegebenheiten dienen. Zurück zur Ausgangssituation. Dort stand ich also auf der Suche nach einem Nebenjob, den ich insbesondere zur Verbesserung meiner Perspektiven am zukünftigen Arbeitsmarkt suchte. Meine naturgemäße Skepsis und mein als Frage formulierter Einwand, wie so eine Arbeit denn ohne jegliches Wissen in dem Arbeitsbereich möglich sei, wurde mit einem „Du wirst natürlich intensiv und umfassend geschult und eingearbeitet“ entkräftet. Ich bin schon immer eine erfolgsorientierte und ehrgeizige Persönlichkeit gewesen. Die geschilderte Stellenbeschreibung sprach meine Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Themengebieten und Erfahrungen an. Hungrig auf Karriere und Geldverdienen, jedoch noch reichlich unerfahren, war meine Neugier geweckt. Und so traf ich mich noch einmal in einem offizielleren Rahmen mit meinem zukünftigen „Ausbilder“, auch Strukturhöherer beziehungsweise „Strukki“ genannt. Wir lernten uns schnell kennen und mir wird die ein oder andere „Personalerfrage“ gestellt, welche - wie sich nachher recht schnell rausstellte - weniger zum Testen und Selektieren etwaiger Mitarbeiter, als vielmehr zur Aufrechterhaltung der Illusion, es handele sich dabei um eine gefragte und zahlenmäßig limitierte Arbeitsstelle, eingesetzt wurden. Schnell waren wir beim „Du“. Diese jugendhafte Lockerheit gefiel mir. Dass diese nur einen weiteren Baustein des Systems Strukturvertrieb darstellt, war mir zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht bewusst. Des Weiteren wurde mir das Vergütungssystem erklärt, ohne dabei als Strukturvertrieb bezeichnet zu werden. Dabei wurde mit Zahlen gearbeitet, die für mich als Studenten unglaublich groß erschienen. Erstmals war von „Beratung“ (anstatt Vertrieb oder Verkauf) die Rede. Bezahlt wurde jedoch nicht für „Beratungs“-, sondern ausschließlich für Verkaufsleistungen. Der gesamte Gesprächsaufbau wurde immer wieder mit Elementen des Eingangszitats versehen, so dass alles sehr einfach und schlüssig, insbesondere aber attraktiv erschien. Trotz meiner Unerfahrenheit zu der Zeit war ich nicht naiv und mir war bewusst, dass außerordentliche Geldsummen nicht vom Himmel fallen. Daher halbierte ich die von meinem Strukki genannte Anzahl an Vertragsabschlüssen und die daraus resultierenden Provisionssummen und stellte fest, dass das immer noch eine echt beneidenswerte Summe ergab. Und ganz nebenbei konnte ich mir ja „nebenberuflich etwas aufbauen“, was hinterher immer mehr abwirft. Schlussendlich hatte ich nichts zu verlieren und Probieren geht bekanntlich über Studieren. Das Einstiegsseminar - die nächste Station meiner „Karriere“ im Multi-Level-Marketing. Dieses fand in Seminarräumen eines gediegenen Tagungsortes statt – inklusive Frühstück, edles Mittags-Menü und Anzugpflicht aufgrund eines „geschäftlichen Umfeldes“. Diese Umgebung beeindruckte mich verständlicherweise und die scheinbare Professionalität steigerte meine Entdeckungslust. Kosten waren von den Seminarteilnehmern selbst zu tragen. Diese waren bunt zusammengewürfelt – jüngere Studenten, Schüler, aber auch ältere Teilnehmer. Frauen und Männer waren gleichermaßen vertreten. Bei einigen Teilnehmern fragte ich mich aufgrund ihrer äußeren Erscheinung und ihren Artikulationsfähigkeiten jedoch recht schnell, wie diese auch nur annäherungsweise im Vertrieb von Finanzdienstleistungen tätig sein sollten. Wie auch immer, war ja nicht mein Bier. Wir trudelten in den Veranstaltungsraum ein. Laute Partymusik („Here’s my key, philosophy, a freak like me just needs infinity…”) machte Stimmung und für den richtigen Wohlfühlfaktor war direkt gesorgt. „Infinity“, zu Deutsch Grenzenlosigkeit. Ein passendes Stichwort für die Philosophie des Strukturvertriebs. Die Musik lief aus und wir wurden von einem sympathischen Herrn in edlem Anzug, Manschettenknöpfen und Einstecktuch begrüßt. Diese Kombination aus Lockerheit und (scheinbarer) Seriosität wirkte. Nach kurzer Erläuterung der Tagesordnung wurde der erste Redner angekündigt: „Unser erster Redner saß vor vier Jahren genau auf denselben Stühlen, auf denen Sie jetzt auch sitzen. Mit nur 22 Jahren hat er einen vorbildlichen Karriereaufstieg hinter sich und ist in Stufe 4 angekommen! Sein maximaler Verdienst in einem Monat betrug 30.000 €! Wie in seiner Freizeit als Triathlet ist er auch auf der Straße mit seinem Mercedes SL schnell unterwegs! Und jetzt begrüßen Sie mit mir mit einem tosenden Applaus unser Nachwuchstalent Johannes Hofschmidt [Name von Verfasser geändert]!“ Etwas befremdlich wirkte diese Ankündigung schon. Auf der einen Seite musste ich schmunzeln über diesen Einstieg und fragte mich, wo ich hier gelandet bin. Aber irgendwie war es auch erfrischend anders. Das „Nachwuchstalent“ erschien mir auf einmal wie ein Halbgott. 30.000 € in einem Monat! Mit 22 Jahren! ... Wow! Dass diese Art der Präsentation zum Strukturvertrieb dazugehört wie das Salz in der Suppe war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst. Es folgten mehrere Vorträge zu verschiedenen Themen – die Ankündigungen der Redner verliefen stets nach dem gleichen Schema. Den Einstieg bildeten Informationen zum demografischen Wandel, zu den Nachteilen der umlagefinanzierten staatlichen Rentenversicherung und erste Ausblicke auf Finanzprodukte, welche die Rentenlücke schließen können. Der Markt schien existent zu sein. Nach einer kurzen Pause, in der ich von meinem „Strukki“ betreut wurde, folgten die letzten Vorträge, welche der (wenn auch einseitigen) Wissensvermittlung dienten: Private Krankenversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung. Ich wurde erstmals mit den starren aber guten Vertriebswerkzeugen konfrontiert: Schaubilder, Lebenslinien, Illustration von Sachwerten, die nahezu jedem Menschen wichtig sind und welche durch die Gefahren des Lebens bedroht sind. Verlustängste und die Bedürfnisweckung nach Sicherheit – das zieht bei den Deutschen! Danach dachte ich mir: Dumm, wer da noch rein gesetzlich versichert ist. Nach der Mittagspause waren die Vorträge etwas anderer Natur. Das Vergütungssystem wurde noch einmal erklärt und ich merkte, wie die genannten Summen ihre Wirkung in meinem Gehirn abermals entfalteten. Der Referent befragte zwei, drei „Strukkis“, was ihr höchster Verdienst war – Frau Merkel wäre neidisch geworden. Zwei, drei Abschlüsse im Monat und noch den ein oder anderen meiner Mitarbeiter bzw. „Geschäftspartner“ - das wird ja wohl möglich sein! Wieder halbierte ich die genannten Provisionssummen, um realistisch bleiben zu können. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch, dass ich potentielle Kunden zugewiesen bekommen würde. Vom Abgrasen meines persönlichen Umfeldes, dem sogenannten warmen Markt, wusste ich bis dato nichts. Im Anschluss wurden die Vorteile der „Selbstständigkeit“ im Unternehmen erläutert - wie in den anderen Themenbereichen wieder mit einer beispielhaften, den Laien überzeugenden Einseitigkeit. Es wurde uns klar gemacht, welches Schicksal an horrenden Abgaben uns blühen würde, wenn wir in ein Angestelltenverhältnis einsteigen würden, beziehungsweise in diesem verbleiben würden. Es erschien mir so, als seien Arbeitnehmer grundsätzlich zu bedauern. Ohne vermeintliche Risiken nebenberuflich starten und anschließend in die hauptberufliche Selbstständigkeit! Klang gut! Dass die Risiken tatsächlich weniger im wirtschaftlichen, jedoch dafür umso mehr im sozialen und persönlichen Bereich liegen, war mir zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst... Wie auch? Den Abschluss bildete ein Vortrag über die Incentives, welche im Strukturvertrieb Gang und Gebe sind. Der sympathische Herr mit dem schicken Anzug, Manschettenknöpfen und Einstecktuch erklärte uns die Grundidee von Incentives und präsentierte Beispiele mit Hilfe gutgemachter Videos und Bilder: Reisen, besondere Erlebnisse und Tagesausflüge. Oft hatten diese Abenteuercharakter: Das spricht insbesondere erfolgs- und erlebnisorientierte Menschen an. „Work hard, play hard!“ ist ein Motto, dem ich noch öfter in diesem System begegnet sein werde. Es folgte mein persönlicher Höhepunkt des Tages: Der sympathische und insbesondere herausragend charismatische Herr sprang ohne Vorwarnung mit einem lauten Knall auf einen Tisch der ersten Reihe. Die Seminarteilnehmer schreckten auf. „ES IST ALLES MÖGLICH, WENN MAN BEI UNS GAS GIBT!“ Ich war hellwach – er machte das echt gut. Er sprang wieder agil vom Tisch herunter und holte ein etwa 0,5 Zentimeter dickes Bündel pastell-roter Scheine hervor, welches mit einer überdimensionalen goldenen Büroklammer zusammengehalten wurde. Okay dachte ich, jetzt wird es aber lächerlich. „Für diese Büroklammer aus echtem Gold müssen Sie nur [x] Einheiten in [x] Monaten schreiben und sie hilft Ihnen dann, Ihr vieles Geld, was Sie bei uns verdienen, zusammenzuhalten.“ Im Anschluss präsentierte er seine Armbanduhr der wohl populärsten Marke für hochpreisige Luxusuhren. Er fragte seine Kollegen, wie viel die Uhr denn wert sei. – „Das gleiche Modell gibt es für ca. 17.000 € im Handel.“ „Diese Uhr dürfen Sie Ihr Eigen nennen, sobald Sie Stufe vier erreichen! Ich würde Sie sie ja gerne von Nahem betrachten lassen, aber dafür ist sie einfach zu teuer!“ Es wurden noch einige Incentives vorgeführt, welche man schon mit geringerem Aufwand sein eigen nennen kann: Edle Kugelschreiber und Ledermappen oder silberne und goldene Anstecker für den Anzug. Ich fragte meinen Strukki, ob man diese Gegenstände auch verkaufen beziehungsweise einschmelzen könne. Doch das sei anscheinend nicht gern gesehen, denn diese gelten als Statussymbole und Erkennungsmerkmale unter ihresgleichen, wie weit es der jeweilige Mitarbeiter schon geschafft hat. Kurz vor Abschluss wirft ein Referent noch die Frage ein, ob so viel Luxus und materieller Reichtum denn verwerflich seien. Das paralysierte Kollektiv der Seminarteilnehmer entgegnet mit einem entschiedenen „Nein“, denn für diesen Erfolg hat man schließlich hart und ehrlich gearbeitet! Der frühe Abend brach an und das Seminar neigte sich dem Ende zu. Ich fühlte mich wie in einer Art Rausch – hochmotiviert, den erfolgreichen Referenten nachzueifern und selber Erfolg zu haben! Gehirnwäsche per excellence! Gleichzeitig stieß mich jedoch die extreme vorherrschende Fixierung auf materielle Dinge als ausschlaggebender Punkt beruflicher Tätigkeit ab. Ich kommunizierte meine Bedenken und mir wurde versichert, dass diese Aufmachung nur der Motivierung von Menschen mit stark monetärer Orientierung diene und keine ausschlaggebende Rolle spiele. Ich akzeptierte die Antwort vorläufig und blieb am Ball, denn meine Neugier war noch lange nicht gestillt. Meine Ausbildung bestand aus verschiedenen Elementen: Drei Grundkurse, die jeweils einen ganzen Tag dauerten, wöchentliche zweistündige Meetings mit dem gesamten Team und die Treffen mit meinem „Strukki“, welche insbesondere zum individuellen Coaching und Absprechen weiterer Vorgehensweisen dienten. Diese Elemente waren perfekt aufeinander abgestimmt, so dass die Verdrehung von Tatsachen, das Aufbauen einer Illusion und das Einbinden neuer Mitarbeiter in das soziale System Strukturvertrieb effektiv vorangetrieben werden konnten. Die Grundkurse gefielen mir sehr gut, da mir dort Einblick in einen Themenbereich gewährt wurde, der für mich bis dato absolutes Neuland war: Steuern, Risikoabsicherung, Altersvorsorge und noch viele weitere Themen wurden behandelt. Leider war der zeitliche Rahmen zu straff, um tiefergehendes Wissen zu vermitteln. Dieses - so wurde mir versichert - würde ich mir in den regelmäßigen Meetings aneignen können. In den wöchentlichen Meetings und den Treffen mit meinem „Strukki“ lernte ich das zentrale Verkaufsinstrument des Strukturvertriebs kennen: Einen Fragebogen für das Kundengespräch, in welchen dieser zentrale Fragen zur finanziellen Situation und seinen Wünschen und Zielen beantwortete. Bei diesem Fragebogen handelte es sich um ein hochgradig effektives Verkaufswerkzeug, welches insbesondere der Manipulation des Kunden unter dem Deckmantel der „kostenlosen Beratung“ diente. Bedürfnisweckung und das geschickte Einfädeln von Kaufanreizen waren vom laienhaften Kunden nicht von einer „ganzheitlichen und bedarfsoptimierten Beratung“ zu unterscheiden. Gleichwohl sollte mit geschickt platzierten Fragen weiteres Kundenpotential aus dem Bekanntenkreis des jeweiligen Kunden im Sinne von Empfehlungsmarketing generiert werden. Der Umgang mit diesem Fragebogen wurde mit systematischen und feststehenden Formulierungen geübt, wobei komplette Kundengespräche als Leitfäden zur Verfügung standen. Dem Kunden wurde der Fragebogen als Basis eines kostenlosen umfassenden Gutachtens eines unabhängigen Finanzinstituts präsentiert, welches individuelle Förder- und Gewinnmöglichkeiten differenziert ermittele. In Wahrheit war dieses Gutachten nichts weiter als ein Darstellungsprogramm mit simplen Berechnungen, welches die Angaben des Kunden veranschaulicht und auf dessen Basis der „Berater“ seriös wirkende Produktempfehlungen aussprechen konnte. Den neuen Verkäufern wurden diese Verkaufsinstrumente nicht sonderlich anders vorgestellt als den Kunden, da im Strukturvertrieb neue Verkäufer erst einmal auch als potentielle neue Kunden anzusehen sind, welche ebenfalls mit Produkten eingedeckt werden können. Zudem muss der Nachwuchsverkäufer davon überzeugt sein, dass er mit seiner „Beratung“ seinen Freunden, Familienmitgliedern und Bekannten etwas Gutes tut. Denn das ist der entscheidende Punkt des Multi-Level-Marketings, welchen ich erst einige Zeit nach meinem ersten Kontakt mit dem Strukturvertrieb kennenlernte: Ich bekomme keine potentiellen Kunden zugewiesen, sondern muss diese aus meinem persönlichen Umfeld akquirieren. In meiner Zeit im Strukturvertrieb hatte ich von da an mit dem inneren Konflikt zu kämpfen, mein persönliches Umfeld und dessen Vertrauen in meine Loyalität unter dem Vorwand der nett gemeinten „Beratung“ zu missbrauchen, um dieses mit Finanzprodukten zu versorgen, deren Qualität und Sinnhaftigkeit ich gar nicht einzuschätzen vermochte. Mir wurde versichert, dass ich nach einiger Zeit im Strukturvertrieb über ein Wissen verfügen würde, welches dem regulärer Versicherungskaufleute überlegen sei. Allerdings liegt es in der Natur des Strukturvertriebs, dass dieser nur effizient ist, wenn möglichst schnell die Struktur vergrößert wird, so dass eine gute vorangestellte Ausbildung auch vor dem Hintergrund der ausschließlichen Bezahlung auf Provisionsbasis jeglicher Realität entbehrt. Ich merkte, wie ich gute Freunde nicht mehr als solche sah, sondern vielmehr als Möglichkeit, an ihnen Geld zu verdienen. Mit meinem „Strukki“ erstellte ich eine Liste mit allen Personen, die ich kannte. Ich sollte an Kommilitonen, Freunde aus dem Sportverein, Familienmitglieder, Arbeitskollegen, Bekannte vom Feiern und viele weitere denken - mein gesamtes persönliches Umfeld. Das Adressbuch meines Handys und meine Freundeslisten in sozialen Netzwerken lieferten dafür ausreichend Informationen. Diese Auflistung wurde als mein „Potential“ betitelt. Da ich in Zeiten, in denen es noch keine Textmessenger gab, nur mit wenigen Menschen Mobilfunknummern austauschte, war mein Adressbuch dementsprechend karg gefüllt. Kein Problem - mein "Strukki" brachte mich dazu, in einem sozialen Netzwerk den Verlust meines Handys via Statusreport vorzutäuschen und meine Internet-Freunde so dazu aufzumuntern, mir ihre Handynummer per Privatnachricht zukommen zu lassen. Aus diesem wurden besonders geeignete potentielle Kunden und auch Mitarbeiter beziehungsweise „Geschäftspartner“ ausgewählt. Die potentiellen Kunden wurden telefonisch kontaktiert und mit standardisierten Formulierungen und psychologischen Tricks wie Alternativfragen zu einem Termin gedrängt: „[...] Ich bin seit einiger Zeit selbständig und baue mir nebenberuflich jetzt etwas im Bereich Vermögensbildung, Steuervorteilen und staatlich geförderter Altersvorsorge auf. Ich habe da an dich gedacht, da du als mein Freund auch von 500-2000 € jährlicher Ersparnis profitieren sollst. Wann sollen wir uns mal zusammensetzen? Samstag oder Sonntag?“ Bei eventuellen Widerständen kam es zur „telefonischen Einwandbehandlung“, welche sich wiederum aus auswendig gelernten Formulierungen für jegliche Äußerung von Bedenken bediente. Das Versprechen, ich würde eine umfassende und qualitative Ausbildung erhalten, wurde während meiner Zeit im Strukturvertrieb nur ansatzweise erfüllt. Zwar bekam ich durch die Grundkurse einen guten ersten Überblick und meine Fragen wurden immer gewissenhaft und gut beantwortet, dennoch nahm das Angebot an Möglichkeiten zur Verbesserung meines Fachwissens danach rapide ab. Die wöchentlichen Meetings, die sich diesem widmeten, waren verschwindend gering. Zudem wurde wieder sehr einseitig gelehrt – etwaige Kritikpunkte an bestimmten Produkten oder deren Aufstellung gegenüber Konkurrenzangeboten fanden keine Plattform, da sie die Verkaufsbereitschaft neuer Mitarbeiter nur verschreckt hätten oder solch ein tiefgreifendes Wissen in der Struktur vielleicht auch nicht vorhanden war. Stattdessen lag Fokus der Meetings auf Vertriebs-Know-How und speziellen Methoden zur Mitarbeitermotivation, welche bisweilen esoterische Züge annahmen. Dazu gehörte die gebetsmühlenartige Formulierung von persönlichen und beruflichen Zielen in der Struktur, inklusive Auflistung marterieller Dinge, die man sich von seinen ersten 1.000, 10.000 oder 50.000 € kaufen wollte – Stichwort Visualisierung zur emotionalen Verstärkung. Erfahrene „Strukkis“ sprachen von ihren insbesondere „persönlichen Fortschritten“, welche sie erfahren hätten. Regelmäßig hielten Struktur-Gurus selbstherrliche Vorträge. Die Begeisterung war den anwesenden Mitarbeitern ins Gesicht geschrieben. Für sie verkörperten die Gurus den einen Lifestyle, den alle dort leben wollten: „Work hard, play hard!“ Im Nachhinein fragte mich ein Kollege: „Hast du seinen Anzug gesehen? Geil, einfach nur geil!“. Statussymbole waren allgegenwärtig: Incentives, welche Erfolge in der Struktur symbolisierten, teure Kleidung und schnelle Autos – Außenwirkung gehörte zum guten Ton. Ich machte ein kleines Experiment: Meinen sonst eher basisorientierten Kleidungstil ergänzte ich tagesweise gezielt mit kleineren Accessoires und wartete auf Reaktionen. Ohne Ausnahmen wurden meine kleinen Updates registriert und jedes Mal ausführlich gelobt. „Nothing is impossible – mind is everything!“ - Aufstrebende „Jungunternehmer“ malten sich solche und ähnliche Lebensweisheiten auf ihre Flagge, was unter anderem an ihren Profilen in sozialen Netzwerken zu erkennen war. In diesen stellten viele ebenfalls ihren Erfolg im Unternehmen zur Schau – eine Art Selbstmarketing, welches gleichzeitig neue Interessenten dazu animierte, ebenfalls im Unternehmen „selbstständig“ erfolgreich zu werden und die strukturhöheren Mitarbeitern von diesem Erfolg profitieren zu lassen. „Machertypen“, „Powerfrauen“, „Kontaktmaschinen“ - So betitelte man sich gegenseitig und feierte sich selbst. Trotz der großen Anzahl regelmäßig neu angeworbener Mitarbeiter war die Anzahl der anwesenden Mitarbeiter auf den Meetings recht überschaubar, obwohl innerhalb der Struktur viel Wert auf Anwesenheit gelegt wurde. Dies bestätigt die allgemeine Aussage über Strukturvertriebe, sie unterlägen einer starken Fluktation. Tatsächlich gab es einige wenige Mitarbeitern, denen man ihren Erfolg auch abnahm. Dabei war es ganz egal, welches Bildungsniveau diese vorzuweisen hatten. Viele Mitarbeiter hatten lediglich einen Hauptschulabschluss, keinerlei Berufsausbildung oder ein abgebrochenem Studium. In diesem System zählen Fertigkeiten, die man in keiner offiziellen Bildungsinstitution erlernen kann. In diesem Sinne kann den Strukturvertrieben zu Gute gehalten werden, dass diese auch Personen finanziellen Erfolg ermöglichen, welche auf normalen Karrierewegen keine guten Chancen hätten. Die erfolgreichen Menschen in Strukturvertrieben fallen durch besondere Charaktermerkmale auf: Diese sind in der Regel ehrgeizig, oftmals sportlich aktiv, kommunikationsstark, kontaktfreudig, charismatisch, berechnend und weisen eine extreme Fixierung auf materielle Werte und deren Außenwirkung auf. Mit einem Wort können sie oft auch als „aalglatt“ beschrieben werden. Somit weisen sie einige Parallelen zu anderen Vertriebsmitarbeitern, beispielsweise im Angestelltenverhältnis, auf. Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass angestellte Vertriebsmitarbeiter ihre psychologischen und sprachlichen Raffinessen nur im beruflichen Alltag einsetzen müssen, während bei Mitarbeitern im Strukturvertrieb die Grenze zwischen Privat- und Berufsleben und die damit einhergehenden Kontakte zunehmend verschwimmen. Ich bin der Meinung, dass je länger ein Mensch unreflektiert in diesem System verbleibt und desto mehr Erfolg er in diesem hat, desto größer wird für diesen die Gefahr, die dogmatischen Illusionsgebilde als wahre Begebenheit anzusehen und trotz eventueller anfänglicher Bedenken schlussendlich mit dem Gedanken, dass Richtige zu tun, im Hamsterrad gefangen zu sein und Kritik fälschlicherweise nur noch als puren Neid zu interpretieren. Die Gefahren des Strukturvertriebs für die Persönlichkeit und das soziale Umfeld der Mitarbeiter gehen meiner Meinung nach insbesondere von einer Kombination aus der Generierung einer Illusion basierend auf verdrehten Tatsachen und der bewusst fokussierten zunehmenden Einbindung neuer Mitarbeiter in den Strukturvertrieb auch abseits regulärer Arbeitstätigkeiten aus. Etwaige Kritikpunkte am Verkauf im warmen Markt wurden mit geschickten psychologischen Tricks entkräftet: Durch das Aufklären über etwaige Finanzrisiken und das Anbieten qualitativer Lösungsansätze täte man beispielsweise seinen Bekannten etwas Gutes und schütze sie somit vor anderen Finanzberatern, welche nicht mit den gleichen hohen Qualitätsstandards arbeiteten. Im Grunde genommen ist diese Argumentation im Kern richtig, jedoch wird diese idealistische Betrachtung durch zwei Tatsachen umgekehrt: Die Provisionsvergütung, welche den „Berater“ grundsätzlich zum Abschluss möglichst vieler und möglichst teurer Verträge animiert und das generelle Unwissen über die Sinnhaftigkeit und das Preis-Leistungs-Verhältnis beziehungsweise die Qualität von Produkten. In dem Fall, dass es sich bei dem „Berater“ um einen Handelsvertreter eines einzelnen Unternehmens handelt, kommt erschwerend hinzu, dass dieser nur die unternehmenseigenen Produkte vertreiben kann; unabhängig davon, ob Angebote der Konkurrenzunternehmen gegebenenfalls qualitativer sind. Es existieren mittlerweile zwar schon Möglichkeiten, in Ausnahmefällen Konkurrenzprodukte zu vertreiben, allerdings sind diese Möglichkeiten streng limitiert und für den Vertreter auch nicht besonders lohnenswert, da solche Abschlüsse nur monetär vergütet werden – die Gewinnung von zusätzlichen Einheiten für den Aufstieg in der Struktur ist nicht möglich. Aber sicherlich lässt sich diese Möglichkeit überzeugend im Verkaufsgespräch beleuchten. Im Internet wird viel von „sektenähnlichen“ Zustanden in Strukturvertrieben geschrieben. Diese extreme Beurteilung möchte ich meinen Erfahrungen nach etwas entschärfen. Nichtsdestotrotz herrschte in der Struktur eine umfassende Betreuungskultur durch strukturhöhere Mitarbeiter. Zum Büroalltag gehörte das gemeinsame Ausgehen, Trinken und Essen. Diese an sich erfreuliche Tatsache kollegialen Zusammenhalts war meiner Einsicht nach jedoch vorwiegend ergebnisorientierten Ursprungs und verstärkte die Effektivität der Indoktrinierung durch Einbindung möglichst vieler Lebensbereiche. Für mich wurde diese dogmatische Praxis insbesondere dann deutlich, als ich diversen Abendaktivitäten absagte und erst freundlich, dann unangenehm aufdringlich dazu gedrängt wurde, dem Treffen doch noch beizuwohnen und noch Freunde mitzubringen, welche „gegebenenfalls auch Interesse an einer spannenden und lukrativen nebenberuflichen Tätigkeit besitzen.“ Auch wurde ich mehrmals dazu aufgefordert, meine Partnerin zu Abendveranstaltungen mitzubringen. Was ich zunächst als aufdringliche, wenn auch freundliche Aufforderung aufnahm, entpuppte sich bei intensiver Interpretation jedoch nur als Versuch, meine Partnerin ebenfalls in das System einzuwickeln, da nahe Verwandte oft skeptisch auf die neuen Bestrebungen ihrer Liebsten reagieren – völlig zurecht. Die Bestrebungen meines „Strukkis“ stießen bei mir nicht auf fruchtbaren Boden. Ein weiteres Beispiel zum Versuch der Struktur zur Einflussnahme auf das Privatleben neuer Mitarbeiter und deren Bindung an das System zeigte sich in einem Meeting, in welchem ein Struktur-Guru davon berichtete, wie eine damalige Partnerin Zweifel an seinem Engagement in der Struktur hegte und ihn dadurch in seiner persönlichen und beruflichen Entwicklung ausbremste. Er berichtete davon, wie er sich schnell von ihr trennte: „Was glaubt ihr, wie viel Erfolg ihr haben könnt, wenn der Mensch, der euch am nächsten ist, an euch und eurem Weg zweifelt? Was würdet ihr machen?“ Als ich dann auch noch dazu animiert wurde, mit meinem oberflächlichen „Fachwissen“ Geschäftspartner einer nahen Verwandten, insbesondere hochrangige Mitarbeiter in der Industrie und wohlhabende Familienunternehmer, mit Finanzprodukten zu versorgen, entschied ich mich zum Ausstieg aus diesem System. Oftmals wird argumentiert, der Strukturvertrieb sei nur ein Werkzeug. Wie dieses eingesetzt würde, hinge von den jeweiligen Mitarbeitern ab. Diesem zunächst oberflächlich überzeugenden Argument muss mit aller Entschiedenheit entgegnet werden. Die Vertriebsform des Multi-Level-Marketings ist ein System, dessen Erfolg maßgeblich von schnellem und exponentiellem Wachstum der Struktur durch ausschließliches Neukundengeschäft und dem damit verbundenen Erschließen möglichst umfangreicher warmer Märkte verbunden ist. Dies ist auch daran zu erkennen, dass auch erfolgreiche „Strukkis“ selten mehr als zwanzig eigene Kunden vorweisen können. Diese Ausrichtung auf exponentielles Wachstum offenbart die Parallelen zu illegalen Schnellballsystemen, welche Strukturvertriebsmitarbeiter rigoros abstreiten. Ein schneller Strukturaufbau, welcher für den Erfolg in diesem System unabdingbar ist, und ein ausschließlich leistungsbezogenes Vergütungssystem gehen jedoch auf Kosten von Mitarbeiterqualität und –moral. Zudem münden die mehrstufigen Vergütungen und kostenintensive Incentives in hohen Abschlusskosten, welche der Kunde schlussendlich zu tragen hat. Im persönlichen Austausch mit anderen „Strukkis“ im Bereich der Finanzdienstleistungen stellte ich fest, dass selbst in anderen Unternehmen exakt dieselben Formulierungen und Illusionen verwendet werden. Ich persönlich möchte die Zeit in diesem System nicht missen, da ich viel über diese Art des Vertriebs, einen ganz besonderen Schlag von Mensch und die Macht der Beeinflussung und Manipulation lernen konnte. Zudem setzte ich mich erstmals intensiv mit der anlagebasierten Verbesserung meiner eigenen Finanzsituation auseinander. Mein persönliches Fazit kann mit dem berühmten Stichwort „Es ist nicht alles Gold was glänzt“ umschrieben werden: Nebenjob und Karriere lieber in anderen Bereichen. Vertraue keinem Berater und Vertreter jeglicher provisionsvergütenden Finanzunternehmen, sondern informiere dich selbst – so komplex ist die Thematik für Privatanleger nicht.
  10. OrangUtan

    Tinder

    Jo, Madeleine, könntest Du vielleicht mal mit jemandem aus Deinem großen Freundeskreis das Tinder-Thema angehen und Dich da austauschen? Dass Du da auch nicht gleich irgendwas mit 1,90, Nichtrauchen, Kinderwunsch, Ex-Frau, House Musik reinschreiben musst, ähm, ich dachte das sei klar. Viel zu unentspannt für Tinder, wo es ja eh erst anfängt, wenn man ein Match hat und dann halt mal ein paar Nachrichten bestehend aus zusammenhängenden Sätzen mit korrekter Rechtschreibung und Orthographie und Inhalt schreiben kann. Kann vielleicht jemand mit mehr Ahnung von Informatik als ich, der nur wunderbare 5 Studienpunkte mal abgeräumt hat dafür, dass er Zahlen ins Hexadezimalsystem geschrieben hat, drei Pseudocodes getippt mit Hilfe des Internets und mal gar nichts gelernt hat, erläutern, wie viel Rechenaufwand das genau darstellt - gerne auch so mit Technik, Kosten und so -, wenn man z.B. der Madeleine genau die Typen anzeigen möchte, die wahllose sexualisierten Schrott rumschicken, ganz offensichtlich nicht Schreiben können und offenbar nichts reißen und auf ganz perfide Art und Weise halt so Frauen wie Madeleine lange beschäftigen? Ich meine, offensichtlich ist ja, dass die nicht mal irgendeinen im weitesten Sinne korrekten Stecher da angezeigt bekommt, sondern immer diese Proleten. Tinder zeigt ihr, die 140 Matches hat oder sogar mehr (finde ich schon sehr viel, wenn man nicht gerade zwei Jahre in einer Weltmetropole tindert und lässt ja auch schon einige Rückschlüsse zu, wenn man so viele überhaupt hat, also da scheint ja dann optisch nicht allzu kritisch vorgegangen zu werden vom Nutzer), dann muss es ja "nur so halb" passen aus Tindersicht, damit da jemand beschäftigt ist. Der korrekte Kerl ist da gaaaaanz fern, oder?
  11. OrangUtan

    Perlen des Forums

    Ich feiere Dich, weil Du konsequent in jedem Post nur übers Ballern und Vögeln schreibst. Das machst Du ganz bewusst, dass Du Dir nicht großartig etwas aus den Fingern saugst, wie man es vielleicht auch mal umschreiben könnte zur Abwechslung. Ballern ist mit Abstand Dein Lieblingsverb. Wo kann man das schon verwenden außer im PUF?
  12. Hmm, hab' ich Dich wohl falsch eingeschätzt (habe auch keine Ahnung, was Du sonst noch so alles hier geschrieben hast, brauche ich mir ja jetzt auch nicht anschauen). Ich würde Dir gerne eine längere Frage stellen. Sag' mal, Du scheinst Dich ja mit Psychologie, irgendwelchen Definitionen, Konzepten und so da auszukennen. Ich kann vielleicht einem Zehnjährigen zwei einfache Sätze zu Freud, Jung (den kenne ich) oder so sagen, aber mir fallen spontan, ehrlich gesagt, keine drei weiteren ein aus dem Metier. Da weiß ich irgendwie gar nichts. Im weitesten Sinne wie der Mensch tickt, habe ich mir noch nicht großartig angeschaut. Von einigen Ausflügen auf Wikipedia zum Ödipus-Komplex und so klassische Allgemeinbildungsbegrifflichkeiten mal abgesehen. Ich habe mich immer mit Philosophen, Schriftstellern, Marx und Sympathisanten oder Russland beschäftigt, dann vielleicht mal von Wehler, Winkler, Foucault oder irgendwelchen anderen berühmten Leuten quasi wahllos halt so zwischendurch ein bis drei Kapitel gelesen, och, ziemlich viel auch einfach aktuelle Politik ergründet in Programmen, Zeitungen, Zeitschriften etc., aber Slavoj ^Zi^zek (weiß die Tastenkombi nicht^^) habe ich mir z.B. noch nicht angetan. Ob jetzt Umstände den Menschen formen oder der Mensch die Umstände, die ganzen Wechselwirkungen, die es vielleicht gibt, ich bin da total überfragt. Das ist ja eine sehr gewaltige Frage. Zu welchen Schlüssen würden wir kommen? Würdest mir empfehlen, mich mit Psychologen zu beschäftigen und deren Werken oder meinste, das lohnt sich nicht, wenn man schon so komisch fragt, weil es hat mich ja bisher auch nicht gejuckt großartig, meine ich. Das, was Du da vorhast, irgendwie sehe ich da überhaupt nicht die Möglichkeiten zu - ohne dicken und fetten Kompromiss jedenfalls. Redet man sich nicht auch ziemlich leicht lauter Dinge ein, wenn man sich lange mit Psychothemen beschäftigt? Ich glaube, dass lenkt den Fokus auf zahlreiche Aspekte, ja, weiß ich nicht was für alle über die Jahre. Was meinst Du dazu? Ich habe schon einige Ansätze übern Sozialismus durchgeackert (pragmatisches, realistisches, illusionäres, so Revoluzzergelaber, kunterbunt), was wir jetzt nicht besprechen müssen, aber irgendwie ist das, was Du für Dich anstrebst, ja auch wieder sowas, worin man sich (selbst) eh nicht treffen kann. Vielleicht auch so in Richtung unlösbares Problem und Dauermenschheitsthema, geht doch Dein Ansatz hier im Thread? Klar, nette Leute im Leben, mit denen auch mal ein paar Tage am Stück etwas unternehmen oder bereisen, kann man schon irgendwie realisieren, jedenfalls wenn es einen nicht ständig den Acker durchpflügt sozial und man sich total verliert im Laufe der Zeit oder irgendwann nicht mehr meldet und so, keine neuten Leute nachkommen. Meinst Du das wirlich ernst, dass Du nicht einfach wie Milliarden andere Menschen eines Tages da mit einer kleinen Familie sitzen möchtest, Dein Einkommen durch mehr oder weniger komplexe Lohnarbeit nach Hause bringst, Kinder versorgst und ein echt total unspektakuläres Leben führst? Was hast Du denn jetzt konkret vor?
  13. OrangUtan

    Lebensinhalt Ü40

    Guten Tag, bewährt hat sich im Forum eine Vorgehensweise vom Äußeren zum Inneren. Zunächst müssen die optischen Rahmenbedingungen bei Dir stimmen. Den Jungspunden empfiehlt man Folgendes: Seitenscheitel, Pomade (Brisk ist auch ok oder, was ich Dir nur wärmstens empfehlen kann, dieses Zeugs mit dem man wie ein Alkoholiker riecht im Topf, da ist ein Segelschiff drauf, glaube ich, naja, in Deinem Alter weiß man, was gemeint ist), "Horn"brille (aus Plastik, denn die wissen nicht, dass man auch aus Hörnern...), Polo und Chino zusammen für mindestens 350 Euro, Bootsschuhe von Timberland für 150 (da spart man dann), Stoffgürtel, Hemd in die Hose, Suit Supply, Starting Strength und falls man dünn ist (liebevoll "Lauch" genannt) GOMAD (lies: mindestens fünf Liter Milch am Tag über Monate bzw. bis man beginnt echt ekelig aus dem Maul zu stinken, aber ältere Leute stinken ja eh, das ist also nicht so schlimm). Da Du ja nun schon über 40 Jahre alt bist, kannst Du den obigen Abschnitt auch einfach überlesen. Es empfiehlt sich viel mehr wie der coolste Typ im Abteil eines Regional Express', den ich je gesehen und vor allem gehört habe in meinem jungen Leben, wie ein Udo Lindenberg Doppelgänger mit einer PET-Flasche Bier rumzusitzen und laut "Riki Masorati" mit Kasettenrekorder zu hören. An den Boxen steht Nora Nagelmann / und reckt den Hals wie ne Giraffe / denn Riki Masorati dröhnt vorbei / wie ein Kamikaze-Affe / gedresst in Asbest und Angst / so dass er ins Cockpit nässt / doch volles Rohr, sonst wird das nix / mit dem hochdotierten Grand Prix. Dabei schwelgt man dann in Erinnerungen, wie damals jede Saison mehrere Fahrer ihr Leben ließen für den Scheiß. Ich schwöre, den gibt es! Werde wie er! Der ist sowas von geil! Ich bewunderte den voll (sagt man heute so, weil "sehr" hat man nicht mehr im Wortschatz heutzutage). Sollte Dir das vom Style her nicht zusagen, dann wende Dich an den Herrn Rossi hier im Forum und frage, ob Du mit ihm zusammen das naturistische Dasein beim Rasenmähen oder Tretbootfahren frönen kannst. Er hat da bestimmt gute Tipps für Dich, wo man überall ganz man selbst sein kann, mal abgesehen vom Regional Express. Außerdem hat der Herr Rossi, jedenfalls schrieb er das, schon tausende Bücher gelesen in seinem Leben! Was hast Du denn schon alles gelesen? Ich meine, ich werde erst in gut zwei Jahren 30 Jahre alt, aber mir war mit zwölf schon klar, dass in der Literatur quasi alles schon vorkam, was ich jemals mal denken werde im weitesten Sinne und das sogar erstaunlich konkret! Gefällt Dir Heinrich Böll? Hast Du schon Platon gelesen? Bist Du eher der Mann, wenn ja welcher, oder Hesse Typ? Während man liest, stellt man sich nicht so viele Fragen, allein deswegen ist das schon sehr zu empfehlen als Freizeitdurchbringung. Das habe ich schon erfolgreich getestet. Gegen die Melancholie am Ende eines Werkes, hilft es das nächste in Angriff zu nehmen und nur das hilft. Mal ehrlich, schreibe mal, was Du so liest, jetzt mal abgesehen von irgendwelchen Internetseiten und Ratgebern. Millionen Schritsteller haben zu Deinem Thema schon Bände geschrieben. Wir können doch hier nur Tipps für kleine Äffchen geben, wenn wir uns nicht völlig verausgaben wollen mit unseren Posts. Lies mal ein paar Seiten Schopenhauer, dann irgendwelche Überlieferungen vom Buddha, vielleicht mal kurz in der Bibel, dann 'ne Runde, was ein Japaner während unseres Mittelalters dachte, dann vielleicht Der Regenbogen oder Söhne und Liebhaber von Lawrence, was Du halt willst.
  14. Öhm, ich las nur Realschulabschluss plus eine Ausbildung. Damit zu studieren, kann er ja mal rausfinden, wie man das dann machen könnte. Ein duales Studium wäre noch ein Stichwort. Geld verdienen und studieren. Kann ja hier auch keiner sagen, wie sich die Einschränkungen genau gestalten und wie er dran arbeitet die weg zu bekommen.
  15. OrangUtan

    Tinder

    Jo, danke! Ich war gerade auf Wikipedia. In March 2014, Media & Internet conglomerate IAC increased its majority stake in Tinder, a move that caused speculation that the valuation of Tinder was at several billion dollars.[18] In July 2015, Bank of America Merrill Lynch valued Tinder at $1.35 billion, based upon an estimate of $27 per user on an estimated user base of 50 million, with an additional bullish-estimate of $3 billion by taking the average of the IPOs of similar companies. Analysts also estimated that Tinder had about half a million paid users within its userbase that consisted mostly of free users. Also 100 Euro ist schon realistisch. Bin jetzt viel zu faul, das genauer rauszusuchen. Bin gerade auf der Suche nach einem schönen Video vom neuen CEO bei Tinder Elie Seidman, der Kerl war ja auch schon gut unterwegs in seinem Leben. Das ist ja jetzt nicht mehr der eine Gründungstyp da. Leider gibt es da momentan auf Youtube total wenig von ihm. Der Moderator stellt dem nicht die krassen Fragen, aber das geht eine halbe Stunde darüber, wie toll und seriös Tinder doch sei. Schrecklich sich sowas anzuschauen. Fazit: Tinder will wachsen, in der Mitte der Gesellschaft ankommen, will, dass deutlich mehr Leute übers Internet ihr Liebesäffchen suchen, Tinder ist so toll und hat so viel Potential. Aber Daten, hahaha, neee, da kann man sich auf Tinder verlassen.
  16. Hier kannste Dir mal Klausuren mit teils Musterlösungen anschauen an der Fernuniversität Hagen: https://www.fernuni-hagen.de/FACHSCHINF/Klausuren.htm https://www.fernuni-hagen.de/IWW/studieninhalte-pruefungen/musterklausuren-und-loesungshinweise.html Joa, sowas wird dich dann da erwarten. Aber geil, dass Du in Sport eine 2 hattest. Das ist schon sehr wichtig zu wissen. Ganz klar, Du hast Potential hoch 10. An diesen privaten Hochschulen zahlste teilweise viel zu viel, aber vielleicht ist da auch einen Tacken einfacher dort. Schreibst ja auch mal gar nicht, was Du überhaupt studieren möchtest. Bezüglich Deiner Phobien und so, besprich das lieber mit Fachleuten und nicht in einem Forum in einem Thread übers Studium. Ist besser.
  17. OrangUtan

    Tinder

    Ich glaube, dass die mit ihrem Bezahldienst nicht so das große Geld scheffeln. Wahrscheinlich ist das mehr so 'ne Art Alibi, um die dicken Geschäfte zu verschleiern. Das wird jetzt definitiv nichts sein, mit dem sich anständig Milliarden verdienen ließen. Damit hat man halt mal angefangen da, quasi so ein gängiges Konzept mal angewendet und fertig. Überhaupt gibt es bestimmt das ein oder andere Firmenimperium, das sich nur zu gerne Tinder einverleiben möchte, allein schon um Tinder vom Markt zu werfen oder sowas. Da Tinder ja mittlerweile ein nennenswerter Dienst ist, den man durchaus in der Reihe Facebook, Tencent (Wechat, bisschen QQ noch, in China das Unternehmen überhaupt, Momo und die ganzen anderen sehr interessanten China Apps interessieren hier, glaube ich, nur eine handvoll Leute, also lasse ich das Thema jetzt mal) usw. nennen kann, ist es eigentlich 'ne sehr gute Frage, was die mit ihren Daten machen. Die behaupten felsenfest nichts mit den Daten zu machen. Es kennen sich bestimmt ein paar Leute mit der Daten-Werbe-Überwachungs-Industrie besser aus als ich und haben entsprechendes studiert. Um das kurz darzustellen, man möge mich korrigieren: Es gibt mittlerweile zahlreiche Unternehmen, nicht nur Cambridge Analytica, was einem als Zeitungsleser vielleicht mal einfallen könnte, aber ok, das ist kein Thema für das Forum hier, die, puhh, ich glaube da sprechen wir von Größenordnungen so um die 100, vielleicht sogar 200 Euro oder gar noch deutlich mehr für Deine scheinbar ollen Tinder-Daten hinlegen - nur Tinder jetzt - und für die nette Pommespanzerin aus der Siedlung, die gerne im Schnellrestaurant im W-Land tindert und offenbar den halben Tag sinnlos aufm Spielplatz mit der Gang abhängt, joa definitiv auch noch locker 75 Euro, nicht zu unterschätzen... Das ist echt ein sehr interessantes Thema und da geht echt nicht nur geldmäßig richtig die Post ab. Sehr faszinierend alles. Genügend Potential für einige "Skandale" ist da auf jeden Fall in der Pipeline. Das ist einfach bares Geld zu wissen, was jemand mag, wovon der den halben Tag über labert, welche Interessen genau jemand hat etc. pp. In meinem Falle sind das "nur" Likes in verschiedenen Sprachen, keine Scheiße geliket auf Facebook, sondern im Grunde nur mehrere ausländische Zeitungen und so koreanische/chinesische Nachrichtensender und -agenturen, alles sehr seriös. Noch bisschen deutsche und europäische Presse, Amerika habe ich nichts großartig, weil es mich nicht so interessiert... Ich würde echt mal gerne wissen, wie viel Kohle allein Deloitte, PwC, Oliver Wyman, das japanische Tourismusministerium mit ihren Filmchen und Durex (als bräuchte ich Kondome momentan, die sind offenbar doch irgendwie blöd und unwissend) über die Jahre mittlerweile rausgehauen haben, um mir echt in penetranter Regelmäßigkeit auf FB ihre Anzeigen und Filmchen zu zeigen. Jeden Tag!!! blendet mir Deloitte, ich weiß nicht wie viele Anzeigen und Einladungen ein. Immer wenn ich die FB App öffne. Die nerven mich schon langsam. Die Wymänner sind da schlauer und beschränken sich auf einmal die Woche. Ich habe mich auch sehr geehrt gefühlt, dass plötzlich die Fraunhofer Gesellschaft mir Stellenausschreibungen anzeigt, als käme ich infrage. Wenn ich mir jetzt überlege, dass die Pommespanzerin gerne mal an den Balaton fahren würde, aber offenbar nur 250€ zur Verfügung hat und da gerade fünf Tage Bulgarien drin sind, och, dann kann man doch mal 2,50€ oder so springen lassen, wenn die bucht. Ich glaube das ist ein besseres Geschäftsmodell als notgeilen Kerlen die Möglichkeit unendlich da die Frauen zu liken zu verticken und Tinder zu verramschen irgendwie am Ende des Tages. Aber Tinder hat ja voll die Sozialmission und ist so toll. Das kann man sich ja schön alles durchlesen und deren Filmchen gucken. Finde das übrigens witzig, dass Du davon sprichst, dass Du Tinder nutzt, weil es einfach ist. Ich dachte jetzt eher, weil Du neben der Arbeit im Schichtdienst, deiner Arzt Karriere und Trainieren und bisschen sozial sein und lauter Pflichten, schon quasi keine Zeit mehr hast überhaupt Lebensmittel einkaufen zu gehen, geschweige denn in der Buchhandlung oder so Ausschau zu halten nach interessanten Frauen.
  18. Frag' doch vielleicht mal, wie das so ausschaut mit dem Stress später oder ein wenig dürftest ja auch schon mitbekommen haben... 3000 netto cashen als Kfz-Meister schön mit 38-Stunden plus ein paar Überstunden extra, macht Laune. Geil nach Dubai gehen, wie diese Schrauber im Privatfernsehen, ist auch eine Möglichkeit. Scheiße in der Klotze schauen, naja, lasse die Leute doch. Das mache ich auch ab und an und ich bin ein schlauer Affe, so schlimm ist das nun auch nicht. Definiere dich mal nicht darüber, was Du da für Bücher gelesen hast und alles weißt. Damit fällt man nur auf die Schnauze. Ich spreche da aus eigener Erfahrung.
  19. OrangUtan

    Tinder

    Dafür, dass es für einige schon die 7. Säule des Selbstwertgefühls ist ^^ (jo, sind 6+1 und nicht 6+2 hahaha, der Affe versucht 'n Witzchen), finde ich diese Herangehensweise aber ein wenig dünn. Findest das nicht auch, lieber Ryan? Außerdem geht es doch um die spannende Frage, welche Profile der Albert, Bernd und Charly überhaupt angezeigt bekommen bzw. Anna, Betty und Charlotte. Ist ja nicht ganz unwichtig und so läuft Tinder halt in der Praxis. Das macht ja gerade den ganze Zirkus da aus, dass da eben nicht einfach mal jeder jedes Profil zu sehen bekommt in der Nähe.
  20. OrangUtan

    Tinder

    Ok, Ryan, woher stammt denn dieses Datenmaterial über die Tinder-Likes? Stellt Tinder tatsächlich Forschungsmaterial zur Verfügung, das man anständig auswerten kann - dann auch noch für Hobbyforscher? Gab es mal ein Datenleck, irgendwelche Pannen oder so, als irgendwer Tinder beraten hat? Sowas in die Richtung? Oder gibt es nicht nur irgendwelches Zeug, das ein oder zwei ganz Schlaue mit irgendwelchen Fakeprofilen und so Späßchen gewonnen haben?
  21. OrangUtan

    Tinder

    Ich merke schon, ich bin vorhin falsch abgebogen auf meiner Internetsafari und das ist echt nicht mein Thread hier. Leute, ey, aus seriöser Quelle (Freund Pilot und Kumpel Anwalt) kann ich hier geloben: So drei, vier Fotos in schön und gut, netter Job (Gärtner ist auch toll oder Lehrer oder Heilpädagoge oder so) und man zieht da schon diejenigen an, bei denen man im echten Leben auch landen könnte, aber denen halt noch nicht begegnet ist. Mehr wollt Ihr doch auch gar nicht, oder? Falls schon, dann das mal überdenken bei Gelegenheit. Der Pilot (ist echt nicht der tollste Job auf Erden, aber das ist 'n anderes Thema) zieht BWL-Dozentinnen und die Big4-Tanten förmlich an. Der Anwalt klickt so offensichtliche Ghettobräute gar nicht erst an und bei dem läuft es ähnlich wie beim Piloten. Alles nur ganz normale Frauen für die beiden. Keine Geschichten mit irgendwelchen debilen Fotos und sowas. Nichts mit metoo, keine Frauen, die ihnen die Zeit klauen, irgendwen im Internet angeilen wollen oder so Zeugs, alles ganz seriös und so, aber halt über Tinder. Man verabredet sich nach einem kurzen Schriftwechsel, der auch nicht angesext ist bis über ein gewisses Maß hinaus und trifft sich im Schanzenviertel in Hamburg oder Berlin-Mitte oder in Düsseldorf in Oberkassel, dem Medienhafen oder so. Die Jungs finden das ganz nett und ihr labert über irgendwelche, öhm, wie drücke ich das geschickt aus, halt so Frauen, ne.
  22. Hinsichtlich der Bilanz juckt's keinen oder alles total relativ, aber ansonsten kotzen sich tausende Leute drüber aus, dass sie ja weniger Stiche haben als jemand, der formal weniger zu bieten hat qua Ausbildung. Weißte doch auch, wie man sich beäugt. Und dann kommt da noch jemand an mit einem MBA und alles ganz toll wie der Bildungsweg quasi mühelos begangen wurde. Je besser jemand ausgebildet ist, desto eher lässt sich dann beispielsweise auch verkaufen, dass ein Stundensatz hoch ist und gibt das u.U. weniger Stress im Betriebsklima, wenn der MBA halt die Stelle kriegt. Abwegig sind Gedanken dahingehend überhaupt nicht, finde ich.
  23. OrangUtan

    Tinder

    Och, Maximus, ich frage mich echt, was 'nen Kerl wie Dich an Tinder so fasziniert. These 1) Bei Tinder arbeitet eine recht übersichtliche Anzahl von Leuten. Wie Tinder Geld verdient oder überhaupt die Kosten deckt, ist ein heikles Thema. Das wissen nur eine handvoll Leute. These 2) Es geht Tinder darum, die Leute möglichst lange mit ihrer App zu beschäftigen. Das Matchen von "passenden" Leuten im weitesten Sinne, ist nicht das, was die beabsichtigen, sondern, dass man da möglichst viele Daten eingibt. Wie man das bewerkstelligt (gut oder schlecht kann man's ja machen), joa, sehr schwere Frage. These 3) Der eine ist damit zufrieden zu stellen, dass er alle drei Wochen mal ein Match hat und das Handy klingelt, Kerle wie Du mit einem ansprechenden Körper + Job in der Beschreibung, reagieren offenbar gut darauf, wenn sie mal einen Tag oder zwei nicht großartig zugebimmelt werden, sondern mal kurze Durststrecken (och, ganz schlimm für manche) haben zwischendurch. Dass Du da ein fleißiger Nutzer bist, weiß Tinder ja schon längst. Ebenfalls, wen Du da anklickst. Bei Dir scheint deren Programmierung großartig aufzugehen. Dass man sich getroffen hat und dann wieder tindert, finden die richtig geil. These 4) Der Elo-Score oder was da überhaupt getrieben wird (wissen nur die Leute dort), versuche den gar nicht erst zu verstehen... Als Nutzer blickste da sowieso niemals hinter. Das ist alles nur darauf ausgerichtet, dass es da aktiv zugeht. Auch Leute, die nicht so schön sind wie andere, sollen da ihre kleinen Erfolge haben. Notfalls halt durch einen Bot oder so, den man nicht gleich sperrt. Hauptsache die klicken weiter und es kommt eines Tages dazu, dass die schreiben, dass sie Cola lieber mögen als Limo oder so Zeugs. These 5) Davon auszugehen, dass ausgerechnet eine 20-80-Verteilung irgendwo am Ende rauskommt, borrr, das Thema ist sowas von ausgelutscht, glaubste doch nicht ernsthaft?! Ja, alles sehr interessant in Hinblick auf die Sozialforschung etc. pp., aber auf den Boden, auf den das hier fällt - gar nicht gut. Noch 'ne Nebenbemerkung: "Bias" verstehen hier gefühlte 20 von 100 Leuten. Das ist keine Standardvokabel für viele. 😉
  24. Ok, also ich habe das so verstanden, dass man sich mit Dir durchaus unterhalten kann, Du hast einen Freundeskreis und Du bist auch noch längst nicht in dem Stadium bist, dass Du echt nicht mehr vor die Türe gehen kannst. Ich erinnere mich gerade an Gesprächen mit Leuten, die "irgendwas ähnliches" hatten und mich dann davon vollgequatscht haben, wie aussichtslos und schrecklich ihre Situation doch ist. Das kann nicht jeder verarbeiten, Interesse weckt das wahrscheinlich nur bei Leuten mit ausgesprägten "Helfersyndrom" oder sowas. Von denen habe ich mich dann auch abgewendet, nicht etwa weil die krank sind, sondern wie die total übertrieben, aus meiner Sicht, mir da ihre ganze Krankengeschichte erzählen mussten und echt rüberkamen wie die größten Opfer. Also, was Du eigentlich ja nur machen kannst ist, dass Du - wie jeder Gesunde eben auch - Kontakt zu Frauen und anderen Männern suchst, eine Beziehung/Freundschaft vertiefst und dann kurz und bündig Deine Krankheit beschreibst zu gegebener Zeit. Wer sich dann abwendet, tja, Du wirst dann auch wissen warum, mit dem passt es dann nicht. Ich weiß ja jetzt nicht, wie man Dir das anmerkt, aber so fünf Treffen [müssen ja jetzt auch nicht unbedingt Treffen sein, über die Du dann hier einen krassen Fieldreport posten kannst], sollten ja drin sein, bevor Du von Deiner Krankheit anfängst. Wenn jemand nachfragt, dann kannst Du das ja ganz kurz beschreiben, damit bei einer Frau jetzt nicht gleich mal von Beginn an klar ist, dass Du eines Tages der Pflegefall bist oder so. Das brauchst Du ja alles mal gar nicht. Auch wenn Du wahrscheinlich ein großes Bedürfnis hast, jemandem ausführlich etwas zu erzählen und immer Deine Krankheit im Hinterkopf hast bzw. dieser Scheiß Deinen Alltag erheblich einschränkt, so kommt das halt nicht gut, wenn Du losen Kontakten da gleich von A bis Z alles erzählst und Dich ausschüttest. Das überfordert die meisten Leute. So einfach das klingt Kontakte zu knüpfen wie jeder Gesunde eben auch aus meiner Sicht hier übers Internet, aber ich glaube, das ist wohl Dein Weg.
  25. Also Du musst Dich ja jetzt hier nicht rechtfertigen und noch großartig was tippen zu Dir und Deinem Leben, aber irgendwie liest sich das doch schon sehr merkwürdig hier und das lässt sich auch irgendwie nur sehr schwer nachvollziehen, wie viel und was Du denn jetzt tatsächlich gelernt hast und nebenbei noch gemacht hast zusätzlich. Naja, kann uns ja auch alles egal sein. Ich glaube, Du denkst Dir da gerade irgendwie etwas schön, was eigentlich eher total bitter und, naja, unerwachsen ist. Das Semester fing auch nicht im April an und Dir war letztes Jahr schon ungefähr klar, was Du alles mal angehen musst. Dann schreibst auch noch im ersten Absatz, dass Du Dir zur Belohnung ein Zwischenjahr gönnen möchtest, ergo Du hast es eh nicht großartig eilig gehabt mit der ersten "richtigen" Arbeit? Das passt ja irgendwie alles nicht, finde ich. Und dann hast jetzt auch noch Deine Studijobs und Praktika übern Haufen geworfen, ja, super, alles - nicht... Was sind denn das für Klausuren - jetzt mal abgesehen von Jura-Examen, Steuerberater-/Wirtschaftsprüferexamen, sowas halt, vielleicht auch das Graecum, Latinum oder so, wenn einem das nicht liegt -, für die man den Stoff, sofern man denn da durchs Grundstudium, so wie Du schreibst, gut durchgekommen ist, nicht mit drei Monaten Vorbereitungszeit für eine solide 3,0 mindestens auf die Reihe bekommt? Ja, mir schon klar, dass das mit Beweisen und sowas schon sehr schwierig und anspruchsvoll sein kann, aber dann unterscheidet sich das alles auch noch stark je nach Lehrstuhl, Uni, Jahrgang und so und am Ende des Tages sollen ja auch überall die Fleißigen, die sich mit dem Stoff beschäftigt haben, bestehen. Ganz einfach formuliert: Du hast es darauf angelegt in der Klemme zu sitzen, Dein Studium nicht gerade optimal geplant (ja, dieses Schicksal ereilt ziemlich viele), hast da schön Deine Studijobs und Praktika, was ja wunderbar ist, finanziell offenbar nicht den großen Druck, bist jetzt nach drei Monaten total fertig, aber haust hier jetzt auch noch in die Tasten, dass Kfz-Mechaniker kein Umgang für Dich wären und Du ja so'n geiler Typ wärst, weil Du mal ein paar Stunden in der Bib gesessen hast. Jo, der Kfz-Meister musste ja auch nichts machen oder was, auf das er keinen Bock hatte abends nach einem Tag Autos reparieren?! Jo, bist ja auch ein korrekter Typ, aber mal ehrlich, es gibt auch Projekte, die gut bezahlt werden und ach so toll sind, aber da haste dann mal wirlkich noch Stress in ganz anderen Dimensionen und zusätzlich maximal 4,5 Stunden Schlaf über drei Monate und so Späßchen. Sowas findest dann geil und anziehend? Pass' auf Dich auf! Irgendwo einsteigen, wo man grundsätzlich nur die Regelstudienzeit 1,x Leute nimmt (brauchen wir jetzt hier nicht ausdiskutieren), war ja offenbar eh nicht Dein Plan. Und noch einen Punkt: Ich habe mich letztens mit einem Handwerker unterhalten. Der hat das nicht so genau verstanden, warum irgendwo die Anwohner die Straßensanierung bezahlen müssen, hatte eine Frage zu seinem Führerschein, das habe ich dem dann in simpel erklärt alles, er hat mir dann einen Vortrag über Bohrmaschinen, worauf man beim Hausbau achten muss, Beton... Ach, vieles gehalten. Man muss jetzt auch nicht unbedingt nur mit Leuten Unterhaltungen führen, die stundenlang glänzen mit lauter Halbwissen, Name-dropping betreiben können ohne Ende und um die Bedeutung Senecas im alten Rom wissen. Auf Dauer wird man davon auch nicht froh.